That’s why the lady is violence-affin

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Zitat aus einem anderen ernsten Beitrag:"Es gibt hier eine Bloggerin Magda die hat in ihrer Beschreibung stehen "Ich würde mich auch gerne mal prügeln".

"Herrlich: Das ging mir tief rein in die ostheoporösen Knochen. Gleich eine Krümmung mehr hat mir das eingebracht.

So was hier ist doch klasse www.youtube.com/watch?v=prM9gIkozh4

Endlich hat’s mal einer gemerkt. In dieser Community wird Gewaltverherrlichung betrieben. Von mir nämlich. Endlich hab ich mal was für mich ganz allein. Denn Gewalt in diese Gesellschaft – ich bitte Sie, die ist ihr ja absolut fremd, wir sind peace-affin. Aber man darf ja nicht mal verbal ein bisschen gewalttätig sein: Die Regeln sagen, man solle immer sachlich (fact-affin) diskutieren, nur die Argumente zählen nicht persönlich werden. So was macht mich immer ganz fuchsig und fight-affin. Ach, das ist doch ein Sch...

Mir geht’s da wie einem Blogger namensRoberto J. De Lapuente.Der wollte Scheiße auch Scheiße nennen und nicht alle Produkte aufzählen müssen, die zur Verwandlung zum Exkrement herangezogen worden sind. Den habe ich sofort verstanden.

www.freitag.de/community/blogs/roberto-j--de-lapuente/drastische-worte

Es ist furchtbar und debattenfeindlich, wenn man niemandem mehr einen Idioten, Blödian oder sonst wie nennen darf. Wie um alles in der Welt soll man ohne diese probaten und hilfreichen Zuschreibungen andere Zeitgenossen überhaupt noch stimmig charakterisieren?, frage ich mich. Und die schöne Wendung: „Wissen Sie, was Sie sind?“, wird nicht mehr gepflegt. Schade.

Ich bin immer schnell mit meinen rationalen Argumenten am Ende, vor allem weil die Argumenten anderer so irrational sind. Und wenn ich mit dem Fuß aufstampfe, kriegt das auch niemand mit. Aber ein Arschtritt – das geht. Wo habe ich das bloß gelesen ach ja, bei der Quotenregelung für Management-Castings. Da war von einem Arschtritt die Rede. Das war höchst einleuchtend.

Überhaupt die Absage an Gewalt hat was gewaltig hypokritisches. Gewalt ist manchmal doch ganz heilsam.

Beispiel: Wenn meine Mutter gedroht hat „Ich knall Dir gleich eine“, da wusste ich, dass dieses „gleich“ in der Ewigkeit angesiedelt war, der Zorn meiner Mutter aber höchst gegenwärtig. Also stellte ich meine Ungezogenheiten auch „gleich“ ein, wobei auch hier die ähnlichen Zeithorizonte galten, wie bei meiner Mutter.

Gut, gut, so richtig aufgehen tut mein Beispiel nicht.

Noch ein Beispiel: Schön und sehr violence-affin: Ich war vor kurzem mal in einer Hauptschule und habe da mit den Schülern über allerlei geredet. Einer hat mir gesagt: Es wäre ihm viel lieber, seine Mutter würde ihm mal eine knallen und dann in Ruhe lassen, statt tagelang auf ihn einzureden. Dann hätte er auch mal Zeit, selbst nachzudenken. Fand ich sehr einleuchtend. Ein kluges Kerlchen.

Überhaupt diese Absage an Gewalt. Gewalt gibt’s überall. Virtuell besonders intensiv. Stört keine Sau, im Gegenteil, da ist sie Kulturgut. Und im Fernsehen – kein Krimi ohne Gewaltorgie. Ein Tritt, ein Tritt und noch ein Tritt, so geht die Handlung Schritt für Schritt.

Ich habe mir da einiges abgeguckt. Immer raffinierter, immer detailversessener werden die Filme. Da wird das kompensiert, was die unglaubliche Gewaltarmut unserer Zeit an Schäden anrichtet.

Ich habe mich gleich noch gefragt: Warum sitzen Kids vor diesen Computerspielen? Und warum ist ein großer Teil von denen übergewichtig?Genau, weil sie zwei kindlich erlebte Mängel kompensieren müssen.

Zuwenig Prügel und zu seltener Essensentzug.





10:08 11.09.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Magda

Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. Die FC ist eine schlechte, die ich - noch nicht - überwunden habe.
Magda

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meisterfalk | Community