Volksabstimmung in der Schweiz

Managerboni Daniel Vasella heißt er, der ehemalige Chef des Pharmakonzerns Novartis, dessen Ausscheiden mit dem "goldenen Handschlag" von 72 Millionen Euro vergütet wurde
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Volksabstimmung in der Schweiz
Daniel Vasella
Foto: Sebastien Bozon / AFP / Getty Images

Dieser Skandal verstärkte die Empörung der Schweizer, die heute per Volksabstimmung - genannt die Abzocker-Initiative - versuchten, die Managergehälter zu deckeln. Vasella hat kürzlich offiziell bekundet, er verzichte auf das Geld bzw. lasse es gemeinnützigen Zwecken zukommen. Das hat aber diese Volksabstimmung nicht verhindern können.
Die Abstimmung war erfolgreich. Und nun dürfen die Chefs nicht mehr einfach bestimmen, wer was kriegt, sondern sie müssen den Aktionären der Unternehmen ihre Entscheidungen transparent machen. Dies sei das schärfste Aktienrecht der Welt, vermitteln die Medien. Z. B. der Spiegel

Entsprechend hart war der Kampf um die Meinungen zu dieser Abstimmung im Vorfeld. Natürlich wurden die bekannten Argumente unter die Wählerinnen und Wähler gebracht. Die Schweiz wird Probleme bekommen mit der internationalen Wirtschaft.

Ungleichheit sei auch ein Motor von Veränderung hat Daniel Vasella* irgendwo einmal gesagt. Das erinnerte u. a. an die Aussagen eines gewissen Rainer Hank von der FAZ in seinem Buch, "Das Ende der Gleichheit" vor Jahr und Tag, der radikalen Wettbewerb forderte, der zwar zu mehr Ungleichheit, aber höherer Chancengleichheit führe, und deshalb letztlich gerechter sei, und dass sich der Staat aus den meisten Bereichen zurückziehen sollte. Voll im Zeitstrom gesurft ist er damals. Schrieb - reichlich obszön - von der "Spreizung der Einkommen", damit Ungerechtigkeiten verschleiernd. Inzwischen ist das auch alles Schnee von gestern. Hank mit seinem nicht sehr erfolgreichen Buch sitzt jetzt zivilisierter in den Medienrunden. Es ist ziemlich vorbei und aus mit einer Liberalität, die immer nur die Wirtschaft meint.

Die Schweiz ist manchmal ein erstaunliches Land. Mehr plebiszitäre Elemente und eine Abneigung, jeden "Hut zu grüßen" - das ist schon ein Ding.

* Vielleicht sollte man noch anmerken, dass es hier nicht um eine totale Gleichmachung geht, sondern um eine Haltung, die soziale Ungleichheiten als normal und produktiv lobt und preist.

http://www.workzeitung.ch/tiki-read_article.php?articleId=1853&topic=1

"Zahltag für Manager" überschreibt die "Workzeitung", für die auch der bekannte Jean Ziegler schreibt, einen Beitrag zum Thema.

http://www.nzz.ch/meinung/debatte/es-geht-um-mehr-als-neid-und-volkszorn-1.17979296

Es geht um mehr als Neid und Volkszorn erklärte die NZZ schon vor über einem Monat.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2027451/

Noch ein Interview im Vorfeld

23:11 03.03.2013
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Geschrieben von

Magda

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben. (George B. Shaw)
Magda

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