Ich wäre gerne C-3Po (See-Threepio)

52 Filme So schnell geht ein Jahr vorbei. Nachdem er 52 Bücher gelesen hat, schaut sich unser Kolumnist nun jede Woche einen Film an. Zum Auftakt Teil IV von "Krieg der Sterne"

52 Bücher sind genug – in den nächsten 52 Wochen sieht Autor Mikael Krogerus 52 Filme an und kommentiert sie immer freitags auf freitag.de. Zum Auftakt seiner neuen Kolumne schreibt er über Star Wars IV – Krieg der Sterne (1977), Laufzeit 120 min.

Warum habe ich es gesehen?

Mein Sohn (8) und seine Klassenkameraden reden seit zwei Monaten von nichts anderem als

Worum geht es?

Der moralische Überbau und die komplizierten Seitenverästelungen erinnern ein bisschen an die Bibel. Grob geht es um Folgendes: Das Gute (angeführt von der etwas spröden Prinzessin Leia) bekämpft das Böse (angeführt von einem Psychopathen – Grand Moff Tarkin – und seinem schwarzgekleideten Sidekick Darth Vader, der aus unerklärlichen Gründen durch eine Gasmaske atmet). Als Gasmaske das Raumschiff der Prinzessin erobert, schickt diese in allerletzter Sekunde zwei Roboter (R2D2 und C-3PO) mit einem Hilferuf in den Orbit.

In der Folgezeit bildet sich um die anrührenden Roboter eine Gruppe von mehr oder weniger rebellischen Figuren, die der Prinzessin zu Hilfe eilen wollen. Da ist der ewig-optimistische Luke Skywalker, der freiberufliche Weltall-Cowboy Han Solo und sein treuer Gefährte Chewbacca, ein haariger Choleriker. Sowie der alte Ben Kenobi– ein Mystiker im Besitz einer merkwürdigen Fähigkeit, „die Macht“ genannt; die Macht ist eine, wie soll ich sagen, Mischung aus NLP, Telepathie und Extrem-Christentum, mit der er fremde Gedanken lenken kann.

Was bleibt hängen?

Die Droiden R2D2 und C-3PO. Wenn R2D2 sich in der Wüste eine Sanddüne hochquält, dann ahnt man für einen wunderbaren Moment, wie es wohl ist, als Roboter über Sand zu laufen. Die beiden zutiefst menschlichen Figuren rauben dem harten Han Solo und dem langweiligen Luke Skywalker klar die Show. Aber was heißt eigentlich zutiefst menschlich?

Was ist eigentlich die Konzeption von „menschlich“ in diesem ganzen Zirkus? Die Grenzen zwischen Mensch/Roboter/Außerirdischen verschwimmen, klar, aber die Nicht-Menschen nehmen interessanterweise die niederen menschlichen Eigenschaften wie Neid, Habgier, Angst oder Unsicherheit an. Was bedeutet es, dass George Lucas die ganz großen Schritte dann doch den echten Menschen überlässt? Darf das „Menschliche“ nur in Form von Blechmaschinen als schwach und angreifbar daherkommen? (noch mal drüber nachdenken).

Diese Figur wäre ich gern:

C-3PO („See-Threepio“), ein konfliktscheuer, etwas ängstlicher Roboter, dessen Zusammenspiel mit R2D2 an ein altes Ehepaar erinnert und einen mit Vorfreude an das Altwerden denken lässt.

In dieser Szene bin ich eingeschlafen:

Die Rebellen kehren zurück vom Raumschiff der Bösen, Leia ist gerettet, Wan Kenobi geopfert, alles gut. Als ich zufrieden die DVD aus dem Laufwerk nehmen wollte, stellte ich erschrocken fest, dass dies erst der Auftakt zu einer finalen Luftschlacht war …

Ist das was für meinen Sohn?

Ja, aber: Ja, weil die liebevollen Details, mit denen hier suggeriert wird, dass nicht nur Menschen Verstand und Herz haben, meinen Sohn von etwas überzeugen wird, das er schon lange geahnt hat. Aber, weil verschiedene Figuren (von Darth Vader bis zu den Sand-People) ihm schlaflose Nächste bereiten werden.

Was sehe ich als nächstes?

Precious

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