Ungarn: Diskriminierung der LGBT-Gemeinde

Budapest Orbans Regierung erkennt die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare nicht an
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Im Jahr 2012 hat Ungarn seine Verfassung geändert. Das Grundgesetz Ungarns verbietet die Ehe zwischen zwei Männern oder zwischen zwei Frauen.

Die Fidesz-Partei des ungarischen Premier Orbán ist jetzt der "Hauptgegner" der LGBT-Bewegung. Die regierende Partei will mehr Kinder in den Familien und mehr Familie in der Gesellschaft. Die rechtsextreme Jobbik-Partei teilt diese Meinung. Ihre Mitglieder betonen, dass die traditionelle Familie geschützt werden muss.

LGBT-Parade in Budapest

Jedes Jahr nehmen tausende Menschen an der LGBT-Pride-Parade in Budapest teil. Aber sie haben heute eine unbändige Angst vor rechtsextremen Netzwerken.

Gay-Pride-Parade 2008

Bei der Gay Pride Parade in Budapest gab es gewalttätige Zusammenstöße zwischen Rechtsradikalen und der Polizei. Rechtsextremisten haben Mitglieder der LGBT-Community angegriffen. Auch sie bewarfen die Paradeteilnehmer mit Steinen, Eiern und Brandsätzen.

Gay-Pride-Parade 2011

LGBT Pride Marsch 2011 war für den 18. Juni geplant, aber die Budapester Polizei begründete das Verbot des Marsches von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans-Menschen mit „überproportionalen Verkehrsstörungen“.

Gay-Pride-Parade 2012

Von 1. bis 8. Juli 2012 fand das sogenannte Kulturfestival der LGBT-Gemeinschaft statt. Nicht nur Rechtsradikalen, sondern auch die Behörden brachten ernsthaft einen gewissen Unmut über solche Veranstaltungen zum Ausdruck. Der Budapester Bürgermeister Istvan Tarlos, der in enger Verbindung zu Orbáns Partei Fidesz steht, hat sich gegenüber den homosexuellen Menschen feindlich geäußert. Und gleichzeitig sprachen mehrere Abgeordnete der nationalkonservativen Fidesz-Partei gegen Gay Pride in Budapest aus. Sie betonen, dass diese Veranstaltung nicht nur provokativen Charakter hat, sondern auch die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder gefährdet.

Obwohl es bemerkenswert ist, dass von Jahr zu Jahr die Zahl der Angriffe von Rechtsradikalen sinkt. Dies wurde möglich durch verstärkte Polizeipräsenz. Die nächste Gay Pride Parade findet vom 3. bis. 12. Juli 2019 in Budapest statt.

Meiner Meinung nach, wenn Ungarn und Polen zu Europa gehören wollen, müssen sie auch für LGBT-Rechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit gewährleisten.

10:45 24.06.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare