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Es ist noch nicht die Zeit, einen Abgesang auf die jetzige Bundesregierung zu schreiben. Gleichwohl leuchten die Wolken der Dämmerung schon. Politik hat etwas mit Kunst zu tun aber auch mit Handwerk. Mit solidem und von Arbeit bestimmtem Handwerk. Während die einen (Westerwelle, Brüderle, Rössler) durch ihre Regierungsgeschäfte stolpern und ihre servile Haltung gegenüber Lobbyisten pflegen, versagen die anderen im Handwerk, das sie ehedem doch so gut beherrschten. Einige exemplarische Beispiele: Hartz, E 10, Ausstieg aus dem Ausstieg in der Atomwirtschaft, Steuerpolitik usw. usw. Handwerkliche Fehler wohin man schaut. Der Zuschauer beobachtet staunend einen Auflösungs-prozess. So schnell verschleißt Politik ihre handelnden Personen. Das Bild wird immer diffuser; eine in Handlungsunfähigkeit erstarrte Politik. Die Politik der kleinen Schritte ist eben eine Politik der kleinen Schritte und die Politik hat Angst vor ihrem Wahlvolk. Eine Klientelpolitik auf dem Rücken weiter Teile der Gesellschaft, eine in sich inhaltsarme Politik, nichts sagend, ohne Lösungsbeitrag und ohne Kontur wird im Nichts enden. Eine Veränderung wird schwierig, da die Menschen, die sich in einer Nische eingerichtet haben, eines haben wollen, nämlich Ruhe. Sie haben Verlustängste und werden das derzeitige System so lange stützen, wie es ihnen die Hoffung gibt, dass sie zwar Einbußen haben werden, aber nicht abstürzen werden. Duldsamkeit, Hinnahme der gravierenden Ungerechtigkeiten wird als Tugend angesehen. Deutschland ist ein Sehnsuchtsort für Kapitalisten, und für Pirvatisierungsgewinner, die ungestört ihre Geschäfte machen wollen. Der Bürger zahlt die höheren Gebühren und stützt freudig die Banken, denn das ist alles alternativlos. Dabei wäre es leicht: schlichte Sachorientierung, keine Rücksichtnahme auf Einflüsterer jeglicher Art, Arbeit für die Bürger und nicht Arbeit an der Desinformation der Bürger (Beispiel: Steuerpolitik/Werbungskosten). Man ist doch schon mit geringen Ansprüchen unterwegs.

20:05 07.03.2011
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Geschrieben von

niclas quinten

Schreiben, schreiben und nochmals schreiben. Völlig egal, ob es veröffentlicht wird oder irgendeiner es liest. Status: Schreiber und Leser
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