Solidarität mit der verbotenen Plattform

Indymedia Linksunten Solidarisch zu sein, heißt: sich dem Verbot zu widersetzen
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Wir rufen alle, die ebenso wir unter ihren Klarnamen oder mit nicht-konspirativen Pseudonymen bei linksunten.indymedia publiziert haben, auf, ihre Texte gesammelt wieder zugänglich zu machen bzw. als linksunten-Publikationen zu kennenzeichen.

Dieser Aufruf richtet sich auch an –bei Veranstaltungen und Demonstrationsanmeldungen – offen auftretende politische Gruppen.Wir haben linksunten als Publikationsorgan geschätzt, weil wir damit LeserInnen erreicht konn-ten, die wir auf andere Weise wahrscheinlich nicht hätten erreichen können. Es ist jetzt an uns,die wir bisher von linksunten profitiert haben, solidarisch zu sein und deutlich zu machen, daßlinksunten nicht das ist, als was es jetzt vom Bundesministerium des Inneren hingestellt wird:‚dem Wesen nach’ „den Strafgesetzen zuwider“ und „gegen die verfassungsmäßige Ordnunggerichtet“.Sicherlich: Bei linksunten wurden auch Bekenntnisse zur Durchführung von Straftaten und An-leitungen zur Herstellung von Mitteln, die für die Durchführung von Straftaten nützlich sind,und vielleicht auch Aufrufe zu Straftaten veröffentlicht. Auch wir sind nicht Fans der sich als„freiheitlich“ feiernden anti-kommunistischen „Grundordnung“ des deutschen Staates.Aber linksunten war nicht nur das, sondern linksunten war und muß wieder werden: Ein Portal der– v.a. außerparlamentarischen – Linken in ihrer ganzen Vielfalt. Nicht einmal alle Beiträge waren das, was der Staat „linksextremistisch“ nennt und was wir „revolutionär“ oder „linksradikal“ nennenwürden, sondern oftmals bloß ‚sozial-bewegt’.Ohne daß wir wissen, welche Personen tatsächlich die technische und organisatorische Infrastruk-tur von linksunten.indymedia getragen haben, scheint uns doch eines ganz klar zu sein: Nicht an-ders als bei kommerziellen Medien, heißt der Umstand, daß eine Redaktion (im Falle von linksunten: „Moderation“ genannt) Texte veröffentlicht (bzw. im Falle von linksunten: nicht löscht), nichtnotwendigerweise, daß die Redaktion den Inhalt dieser Texte teilt.Daß Texte veröffentlicht werden, heißt zunächst einmal nur, daß sie als lesenswert und vielleichtauch diskussionswürdig eingestuft werden: sei es, weil sie ein – berechtigtes – Informationsbedürfnis von LeserInnen befriedigen (z.B.: Warum kommt es zur Anwendung von Gewalt im politischenKampf?); sei es, weil die Texte beachtliche Argumente enthalten, denen zu widersprechen oder zu-zustimmen ist.Außer im Falle von Medien von Organisationen, die einem strikten Verständnis von „demokrati-schem Zentralismus“ folgen, machen sich (Chef)redaktionen und HerausgeberInnen bei weitem nicht alle Inhalte, die sie veröffentlichen, zu eigen. Dies gilt zumal für Medien der Bewegungslinken, die sich in aller Regel den Ideen der Basisdemokratie und der Strömungsvielfalt verpflichtet fühlen.

  • Peter Nowak

http://peter-nowak-journalist.de/

  • Achim Schill (aka systemcrash)

https://systemcrash.wordpress.com

Homepage der Initiative:

http://systemcrashundtatbeilinksunten.blogsport.eu/2017/08/31/linksunten-solidarisch-zu-sein-heisst-sich-dem-verbot-zu-widersetzen/

12:39 12.09.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Peter Nowak

lesender arbeiter
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