Gott ist das Problem des Menschen

Beziehungen: Wenn, wie die christliche Theologie sagt, die Beziehung Gottes zum Menschen von personaler Natur sei, dann muss sich diese auch in der Verbindung zum Menschen zeigen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Wenn die christliche Theologie sich schon mit dem Innenleben Gottes beschäftigt und die Trinität als einen innergöttlichen personalen Austausch versteht, in die der Mensch durch Christus quasi mit der Trinität verbunden wurde, dann muss auch diese Qualität des Personalen erlebbar werden, da es sich ansonsten nur um eine bloße Spekulation handelt. Als Theorie kann sie nicht standhalten, da sie sich jeder Form der Überprüfung entzieht (in dem Fall keinerlei Interaktionen).

Nun, das war schon immer als klassischer Kern von Religionen zu bezeichnen, der zwar nicht im Widerspruch zur Vernunft (Welterkenntnissen) stehen sollte, aber ihre Existenz dem Glauben, den Traditionen, gerade dem Nichtüberprüfbaren verdankt. Der "Beweis" für die Nochexistenz der Religionen wird vielfach mit dem Zeitraum ihrer eigenen Existenz und ihrer Verbreitung begründet. Sicher ist das kein echter Beweis, lässt aber mehrere Antworten zu, die uns allerdings weniger schmeicheln dürften. Wobei eine Antwort aber auch die sein könnte, die mit der "besonderen Beziehung" zusammenhängt.

In einer Beziehung spricht man schon mal von "Beziehungsproblemen", das kann man allerdings nur sagen, wenn es überhaupt eine gibt! Es ist eine, in der erfahren, gelebt, geliebt, ja manchmal sogar gehasst wird. Aber man erfährt sie wenigstens evident.

Da nun die christliche Glaubensvorstellung aber eine noch viel tiefere und innigere Verbindung Gottes als besondere Beziehung zum Glaubensinhalt lehrt, ergibt sich ein großer Widerspruch dergestalt, dass der weitaus größte Teil der Menschen nicht behaupten könnte, diese Beziehung jemals erfahren oder gelebt hätte oder gar ständig in ihr lebt.

Damit schließe ich, insofern der Mensch mit diesem Gott (Gottesvorstellung) ein großes Problem hat und da eine Beziehung wenigstens zweiseitig ist, gilt das folglich auch für Gott. Daraus ergibt sich mindestens eine weitere Folgerung für die Christen, denn wenn die Beziehung nicht existiert, kann nach dem christlichen Verständnis auch kein Glauben vorhanden sein. Und trotzdem wird gesagt, ich glaube an, ich glaube dass.. Nur, von welchem Glauben sprechen wir dann? Von welcher Qualität kann der sein?

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

Nachtrag:
Nun gibt es natürlich noch die besonders Schlauen die meinen, genau das sei eben das besondere am Glauben. Wer ´s glaubt. Der Beitrag ist auch nicht zur Verunsicherung Glaubender gedacht, sondern möchte ein wenig zum Check des eigenen Status´ beitragen.

21:24 29.07.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare 59

Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Der Kommentar wurde versteckt
Der Kommentar wurde versteckt
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar