A40-Sperrung oder das Still-Leben im Ruhrgebiet

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Vollsperrung der A40 am heutigen Sonntag zwischen Duisburg und Dortmund auf beiden Fahrbahnen. Eine Fahrbahn war in der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr für alles reserviert, was Räder aber keinen Motor hat.

Auf der ander anderen Fahrbahn waren dann über 20.000 Tische aufgestellt. Viele Leute hatten diese Tische reserviert und sich ihr Frühstück mitgebracht. So konnte man mitten auf dem Ruhrschnellweg , der als die Verkehrshauptschlagader des Ruhrgebiets gilt, ein Picknick halten.

Es war heute sehr warm gewesen. Ich hatte mich als Fußgänger auf die Socken gemacht und bin um 11 Uhr am Essener Hauptbahnhof in Richtung Mülheim losgegangen. Sehr viele Vereine aus der Umgebung haben sich mit ihrer Arbeit auf der Autobahn vorgestellt.

Mir sind vor allem Tanz-und Musikgruppen in der Erinnerung haften geblieben.

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Aber auch Theaterfreunde waren da, man konnte sich Gedichte vorlesen lassen oder auch die Freibierfreunde Freisenbruch haben sich mit ihrer sozialen Kultur des geselligen Trinkens vorgestellt.

Die Sonne schien sehr heiss auf die Autobahn.

Natürlich hat mein Kopf heute abend einen leichten Sonnenbrand, weil ich die Hitze auf der Autobahn einfach unterschätzt hatte.

Viele Stände einer Lebensmittelkette verkauften Getränke.

Wasser und ISO-Getränke wurden von mir für 0,50 € den halben Liter bevorzugt.

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Es war einfach schön so viele Menschen von ihrer besten Seite zu sehen.

Die Menschen des Ruhrgebiets haben heute unglaublich freundlich auf mich gewirkt.

Frauen die voller Freude irgend welche Lieder sangen oder Mütter, die einfach nur total nett mit ihren Kindern gespielt haben.

So als ob das Ruhrgebiet mit 2 -3 Millionen Menschen mal einen Tag lang einen kollektiven Urlaub vom Alltagsstress gemacht hat.

Auch politische Parteien haben sich mit ihrer Arbeit für die Region auf der A40 vorgestellt.

Gesehen habe ich Stände von der CDU und der FDP.

Bei Mülheim-Winkhausen und nach ca. 3,5 Stunden hatte ich erst mal die Nase voll von der Hitze gehabt und bin von der Autobahn runter, weil ich trotz ausreichenden Trinkens einfach nicht mehr konnte.

Mit Straßenbahnen ging es zurück zum Essener Hauptbahnhof.

Der Tag war wohl der Höhepunkt der Kulturhaptstadtjahres des Ruhrgebietes mit Essen als Stellvertreter für die Region.

Das ist etwas, was so schnell nicht wiederkehrt, dachte ich und so ging ich nochmals in die andere Richtung auf die A40 in Richtung Bochum und Dortmund.

Im Essener Kernbereich der A40 sind mir dann auf Höhe Huttrop ganz viele Gruppen und Vereine homosexueller Menschen mit ihren Ständen sowie kirchliche Gruppen aufgefallen.

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Das war alles sehr interessant. Ein Kerngedanke der Organisatoren ist wohl gewesen, dass jeder mal über seinen Tellerand hinausblicken soll. Der Jugendliche aus dem Fußballverein sollte so mal die Gelegenheit haben, zu schauen, was in Tanzgruppen veranstaltet wird und so weiter.

Dieses Ziel ist bestimmt erreicht worden.

Für mich war es wirkliche in unvergesslicher Tag, der sich in mein Herz gebrannt hat.

Interessant fand ich auch, wie schnell man bei so einer Gelegenheit man eigentlich vergisst, dass man zu Fuß auf einer der meist befahrensten Strassen der ganzen Welt unterwegs ist.

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22:30 18.07.2010
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Geschrieben von

poor on ruhr

Vielseitiger interessierter Arbeiter und ziemlich stark in die in die in aller Welt bekannten Pandabären vernarrt. 🐼
poor on ruhr

Kommentare 23

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