Game over?

Griechenland Politischer Wille oder Spiel der Finanzmärkte?
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Die Terminologie der europäischen Medien ist verräterisch! War alles nur ein Spiel der Finanzmärkte, als es darum ging, den Euro einzuführen oder stand ein politischer Wille dahinter? Wenn es nur ein Spiel war, dann ist es ein abgrundtief zynisches und schmutziges Spiel mit dem Schicksal von Menschen. Die Anzeichen sprechen dafür, denn es war allgemein bekannt bei allen Verantwortlichen, insbesondere der damaligen SPD – geführten Bundesregierung, dass Griechenland niemals die Kriterien von Maastricht für den Eintritt in den Euro – Raum erfüllen kann und die von der griechischen Regierung vorgelegten Zahlen eine plumpe Fälschung war. Um so zynischer erscheint heute die Empörung der Eurokraten über Griechenland.

Dass eine Währungsunion nur funktionieren kann, wenn zuerst eine einheitliche Rechts – Wirtschafts – und Sozial – Union bei allen Mitgliedern einer Währungsgemeinschaft hergestellt ist, leuchtet auch jedem Nicht – Volkswirt ein! Griechenland hat diese Kriterien nie erfüllt, es scheint sich also lediglich um eine strategische und politische Entscheidung zu handeln. Dafür spricht, dass die französische und deutsche Rüstungsindustrie in inniger Verbundenheit mit dem korrupten Oligarchen – System Griechenlands das Land zu einer der grössten Militär – Mächte der NATO und der EU aufgerüstet hat, wohl wissend, dass das kleine Land alles Mögliche braucht, bloss keine Panzerarmeeen.

Griechenlands korrupte Oligarchen haben das Land in den Ruin geführt, ihre riesigen an der Steuer vorbei erwirtschafteten Gewinne bei schweizerischen und euopäischen Banken in Sicherheit gebracht. Laut der sogenannten „Lagarde – Liste“, die der Chefin des IWF seit langem vorliegt, haben 2039 griechische Oligarchen Milliarden von Euros ins Ausland transferiert, ohne dass der IWF jemals auch nur den Versuch gemächt hätte, diese Gelder zu konfiszieren. Das alleine zeigt die ganze Verlogenheit der Finanzmärkte. Die neue griechische Regierung ist aber dabei auch nicht unschuldig. Als François Mitterand im Jahre 1981 zum französischen Präsidenten gewählt wurde, hat er noch in der Wahlnacht eine Kapitalverkehrskontrolle eingeführt. Dies haben Tsipras und sein Finanzminister versäumt.

Nun erlaubten sich die Griechen, in einer demokratischen Wahl, eine neue Regierung zu wählen und stiessen damit die Eurokraten vor den Kopf. Das müssen die Griechen nun bitter büssen, denn so etwas kann Europa natürlich nicht dulden. Damit hat sich Europa als nicht demokratisch entlarvt und ist langfristig dem Untergang geweiht. Andere Länder wie Spanien werden folgen und den europäischen und weltweiten Finanzmärkten die Stirn bieten. Dabei geht es nicht nur um die Abschreibung von cirka 350 Milliarden Euro Schulden des griechischen Staates, sondern auch um die Kreditausfallversicherungen (SWAPS) , mit denen die Finanzmärkte einen profitablen und schwunghaften Handel betrieben haben. Ein griechischer Staatsbankrott wird also eine weltweite Erschütterung der Finanzmärkte nach sich ziehen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

Die gute Idee der Gründerväter Euopa’s wird nun von den Finanzmärkten, ihren Marionetten in den Regierungen und den von niemand demokratisch legitimierten Eurokraten ad absurdum geführt! Schade!


Rainer Kahni dit Monsieur Rainer

Journalist und Buchautor

Mitglied von Reporters sans frontières



14:53 29.06.2015
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Geschrieben von

Rainer Kahni

Rainer Kahni besser bekannt unter dem Namen Monsieur Rainer ist Journalist und Buchautor. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières.
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Rainer Kahni