Trump will wieder Brandstifter sein

Der Iran ... ... gerät zunehmend in eine schwierige Lage. Die USA, Israel und Saudi-Arabien ziehen die Schlinge zu. Das soll auch Moskau treffen, das in Syrien auf den Iran setzt.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Was für eine Lachnummer: Die Briten nehmen an den EuropaWahlen teil. Was für eine Lachnummer: die Europäer halten am Atomabkommen mit dem Iran fest, tun jedoch nichts, um die Sanktionen der Amerikaner zu boykottieren. Im Gegenteil: man duckt sich ab und scheut sich, die Beziehungen zu den USA weiter zu belasten. Dabei ist das und nur das angesagt. Endlich mal die Schnauze aufmachen und Trump die Faust zeigen. Auch wenn das den Auto-Exporten zeitweilig schadet. Immerhin kaufen vor allem die Reichen teure, hochmotorisierte Fahrzeuge. Und die interessiert nicht, was die kosten. Made in Germany bleibt, was es verheißt.

Jetzt schauen die Europäer tatenlos zu, wenn auf den Iran das Feuer eröffnet wird. Die Amis wollen Krieg, die Israelis wollen Krieg, weil sich der innenpolitisch gut verkaufen lässt und Misshelligkeiten im Innern zudeckt. Trump unterstützt dabei gleichzeitig die Verbrecherregime in Saudi-Arabien und in den Emiraten, deckt den mörderischen Krieg gegen den Jemen und fährt in Gegenzug eine US-freundliche Ölpolitik sowie die weitere Duldung der US-Stützpunkte ein. Die Hardliner in Israel können ihre Macht nur behaupten, wenn die Spannungen im Nahen Osten andauern und die Angst der Bevölkerung weiter angeheizt wird. Denn nur dann ertönen die Rufe nach dem Starken Mann.

Der Iran gerät – auch wegen des Embargos - in eine schwierige Lage, und es ist nicht auszuschließen, dass die US-Provokationen so geschärft werden, dass sie einen iranischen Erstschlag auslösen. Dann aber steht die gesamte Region in Flammen. Die Schiiten des Irak und die Hisbollah werden in mögliche Kämpfe eingreifen, und es ist nicht auszuschließen, dass sich auch sunnitische Palästinenser einmischen – dann in Richtung Israel.

Europa ist verkommen, und es ist kaum vorstellbar, dass es jeh auf die Beine kommt. Wie kann es sein, dass die europäischen Regierungen dem zügellosen Vormachtstreben der USA, Israels und Saudi-Arabiens tatenlos zusehen, statt lautstark gegen die ständigen Einmischungen und Bevormundungen dieser unheiligen Allianz zu protestieren? Dass Firmen, die mit den Iran, Kuba oder Nordkorea Handel treiben, vor US-Gerichte gezerrt und zu hohen Strafen verurteilt werden können, ist beispiellos.

In diesem Kontext sind das, was sich Pompeo gestern gegenüber der deutschen Regierung geleistet hat, Peanuts.

Ulrich scharfenorth

www.stoerfall-zukunft.de

18:18 08.05.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Scharfenorth

Geb. 1941. Bis 1990 Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. Danach Journalist/ Autor in Duesseldorf. 2008: "Stoerfall Zukunft"; 2011: "abgebloggt"
Scharfenorth

Kommentare