Die fliegende Holländerin der Insel Texel

Wiederkehr der Vernunft? Es ist Zeit das die weise und liebenswerte fliegende Holländerin vom Kap der guten Hoffnung wieder auf die Insel Texel zurückkehrt und sie in eine Blumen Insel verzaubert
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Endlich steht der Hund an sich in seinem Geschirr und ist an der Leine. Wir klettern vom Steuerhaus in Mameles Gompa hinunter und stehen draußen auf ihrem 5 m langen und 2,5 m breiten Balkon. Am Ende unseres Bootssteg steckt am Ufer eine alte etwa drei Meter hohe biegsame Bambusangel an deren Spitze schmale bunte chinesische Gebetsbänder für die Ankunft der inneren und äußeren Ausgeglichenheit flattern.

Ganz unten auf dem Boden um die Bambusstange herum über dem kleinen Gebetsstein Haufen für Besucher hat Tulio seinen eigenen Postkasten, als erstes geht er immer zum Briefkasten er hat auch schon wieder Post bekommen und hebt nun seinerseits das Bein. Die meisten Botschaften sind von den Familienhunden aus der Nachbarschaft. So einmal im Monat treffen sich an wechselnden Orten im Blumental die Paten des Hunde Schutz Syndikat. In diesem Monat ist das Thema die Verantwortung und Fürsorge der Buddhistischen Mönche in den tibetischen Klöstern zum Schutz der Hunde in Tibet.

Etwas höher an der Bambusangel hängt unsere alte Hausbootglocke. Sie ist noch von unserem ersten blauäugigen und ausgeträumten Lebenstraum auf einem alten Hausboot in Holland alt zu werden. Längst sind auch in den Niederlanden dem einstigen Lichtblick und Vorbild im Herzen Europas für die Holländer harte Zeiten angebrochen. Auch für viele junge Menschen aus anderen Ländern war Holland eine einzigartige kleine humanistische Insel der Hoffnung für kreative in die Zukunft weisende ganz neue und gute Ideen.

Eine parlamentarische Monarchie der ernst gemeinten Gerechtigkeit und religiösen Toleranz mit einer beispielhaften staatlichen sozialen und menschlichen Fürsorge, die sich durch einen würdevollen Umgang mit schwerst Behinderten oder den alten Menschen bis in ein selbst bestimmtes sterben hinein ausgezeichnet hat. Die Zeiten der gemeinschaftlichen Lebensträume der einst so vom lichten Geist des Frieden und der freien Liebe durchwehten Gesellschaft der bunten Amsterdamer Blumenkinder sind in den Grachten versunken und aus dem historischen Stadtbild verschwunden. Jetzt ruhen sie erst einmal auf dem Grund der Zeitgeschichte des 20. Jahrhundert, bis wir uns irgendwann einmal an sie erinnern und sie wieder aus der Vergangenheit auftauchen.

Bis dahin wird in unsere vollständige Abhängigkeit von der Digitalisierung des globalen Zeitgeist investiert, der von den Phantasiewelten der Onlinespiele Entwickler vorprogrammiert und von den Renditen der Weltbanken vorfinanziert wird. In all den virtuellen Computerwelten ist für jeden Geschmack etwas zum Zeitvertreib mit dabei, sozusagen als Beschäftigungstherapie um unseren Lebenswirklichkeiten zu entfliehen, bis wir uns dann einen schönen Tages aus Zeitmangel für immer ganz aus der Realität unserer verloren gegangenen individuellen Identität verabschieden.

Ein sehr illustress psychologisch ausgefeiltes Machtwerkzeug der allzu Mächtigen, die den Zugang zum vermeintlich für alle Menschen offenen Internet je nach belieben und mit einem einzigen Mausklick auch wieder vor unseren Augen verschließen können. Es hat zur Zeit den Anschein, dass nicht nur die die es nicht besser wissen können in die verlockenden Fallen der sogenannten Global Player tappen. Der sozialen Eitelkeit unseres Ego zu schmeicheln um uns als willige Käufer gefügig zu machen ist ein alter Hut der Hütchen Spieler. Es gibt ein altes französisches Sprichwort das besagt, dass man gelegentlich den eigenen Hintern doch nicht höher tragen sollte, als man seine Abgase aus dem Darm entweichen lassen kann. Komm Tulchen wir gehen jetzt weiter.

Das Blumental Syndikat 2015-2017-38

23:33 16.04.2018
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Geschrieben von

Frank Mögling

Ich bin ein glücklich liierter Rentner mit Hund und mache mir Sorgen über die Probleme vor meiner Haustür.
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