Gabriele del Grande- Held der Namenlosen

Flüchtlingspolitik Ein kurzer Beitrag über den Flüchtlingsjournalisten Gabriele del Grande
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30 Jahre wird er in diesem Jahr, der italienische Journalist, Schriftsteller und Menschenrechtler Gabriele del Grande. Der junge Mann fuhr durch halb Afrika, um Leidens- und Lebensweg vieler afrikanischer Flüchtlinge aus so exotischen Ländern wie Mauretanien, Burkina Faso, Sierra Leone oder Guinea-Bissau nachvollziehen zu können. Dabei war er stets alleine unterwegs, mit Blog und Kamera, ohne Guides, ohne Bodyguards oder z.B. Kameraleute. Er wollte wissen, warum die Menschen flüchteten, was ihre Beweggründe waren und vielleicht auch, was man tun kann, um ihnen vor Ort zu helfen?

Grande ist in Europa einer der führenden Menschenrechtler auf dem Gebiet der Flüchtlingspolitik, gerade, wenn es um Flüchtlinge aus Afrika geht. In Italien ist er sehr bekannt, wie man anhand der unzähligen Fernsehauftritte, die auch auf Youtube zu sehen sind, feststellen kann. Darin versucht er, sein Anliegen bekannt zu machen und Verständnis bei den einfachen Leuten für die Nöte und Sorgen der Flüchtlinge zu wecken, gleichzeitig übt er auch Kritik an der Flüchtlings- und Asylpraxis Italiens und Europas. Auch seine Bücher sind ein Versuch, zu erklären. Denn Grande ist ein "Vermittler der Welten", ein Mann, den man durchaus als noch echten Kosmopoliten, als einen Menschen bezeichnen kann.

In Deutschland ist Grande nahezu kaum bekannt. Außer Bürgern, die sich stark mit der Flüchtlingsproblematik befassen, ist er auch in den Medien kaum bekannt oder wird kaum wahrgenommen. Selbst linke Zeitungen schreiben lieber ellenlange Porträts über etablierte Politiker, als sich einem jungen Menschen zu widmen, der für die Humanität mehr tut, als so mancher ausgezeichnete Politiker, der mit Preisen fürs Nichtstun überschüttet wird. Erstaunlich ist das auch deshalb, weil Grande Mitglied einer Generation ist, der man allenfalls nachsagt, sie gehe in die Disko, sei mit Smarthphone und Schminken beschäftigt und hält Burkino Faso für einen Bundesstaat Brasiliens. Er lehrt uns auch, dass er ein Vertreter seiner Generation ist, dem eben nicht egal zu sein scheint, was mit anderen Menschen in anderen Teilen der Welt passiert.

Die Problematik der Flüchtlinge ist- Gott sei Dank- in den letzten Jahren doch verstärk in den Focus der Öffentlichkeit getreten. Viele Zeitungen und Sender berichten von Einzel- oder Kollektivschicksalen und auch, dass es auf dem Weg ins "gelobte Land" leider auch viele Tote gibt. Die Menschen aber, die dies berichten und teilweise auch unter Einsatz ihres Lebens berichten müssen und sich auch vor Ort oftmals durch konkrete Hilfe auszeichnen, bleiben dabei im Hintergrund. Dieser Artikel soll ein Beispiel zeigen, von einem solchen Menschen.

Ende.

02.08.2012

13:26 02.08.2012
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