Deutsche Nazis marschieren in Kiew

Unheilige Allianz Zu den faschistischen Tendenzen in der Ukraine haben die deutschen Medien lange geschwiegen. Nun wird das Thema durch deutsche Nazis auf Kiewer Demo akut
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Bei der Demonstration von ukrainischen Nationalisten und Faschisten in Kiew am 14. Oktober 2018 zum "Tag der Vaterlandsverteidiger" waren zwei deutsche Neo-Nazi-Organisationen mit dabei, Vertreter vom "Dritten Weg" (Video von Sergej Markhel) und die NPD-Jugend "Junge Nationalisten". Der "Dritte Weg" bezeichnet sich als nationalrevolutionär, wurde von ehemaligen NDP-Mitgliedern gegründet und steht unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes. Über die Beteiligung der "Junge Nationalisten" an der Demonstration in Kiew berichtete sogar die Deutsche Welle mit Foto.

Während der Demonstration in Kiew versuchten die Rechtsradikalen das Denkmal des sowjetischen Generals Nikolai Watutin, unter dessen Führung Kiew im Zweiten Weltkrieg von der Hitler-Wehrmacht befreit wurde, zu stürzen, wurden aber von der Polizei daran gehindert. Am Abend überfielen ukrainische Nationalisten das Büro der Sozialdemokratischen Partei der Ukraine in Kiew.

Der 14. Oktober wurde 2014 von Präsident Petro Poroschenko als offizieller "Feiertag der Vaterlandsverteidiger" bestimmt. Mit dem neuen Feiertag wird auch der Gründung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) am 14. Oktober 1942 gedacht. Die UPA war der militärische Flügel der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Sie kollaborierte im Zweiten Weltkrieg mit Hitler-Deutschland und war in der West-Ukraine an Massakern gegen Polen und Juden beteiligt. Trotzdem bekamen OUN und UPA von Poroschenko den Status "Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine". Die noch lebenden Mitglieder dieser Organisationen bekommen vom ukrainischen Staat soziale Vergünstigungen.

Nachdem die großen deutschen Medien immer wieder über Kontakte zwischen dem Kreml und Politikern der AFD und der Front National berichteten, wird es jetzt allmählich Zeit, dass sich deutsche Journalisten gründlich mit der Zusammenarbeit von deutschen und ukrainischen Faschisten widmen. Sonst könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier ganz bewusst etwas ausgeblendet wird. Eine Berichterstattung über ukrainische Faschisten, die wichtige Posten im Staatsapparat, bei der Polizei (Wadim Trojan), im Parlament (Andrej Parubi, Andrej Bilezki) und bei den Freiwilligen-Bataillonen haben, wurde von den deutschen Medien bisher als "russische Propaganda" abqualifiziert.

15:41 16.10.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare 86

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar