Tomatenanbau für Hobbygärtner

Gute Tomaten anbauen Tomaten kann man kaufen...oder selbst anbauen. Das lohnt sich, wenn man die richtigen Sorten kennt.
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Die Tomatensaison 2012 ist gegessen. Aber nicht, ohne Samen für die nächste Saison vorbereitet zu haben.

Dieses Jahr zog ich die Sorten Ochsenherz rot, Helarios blau, Wolford Wonder, Bonner Beste, Andenhorn, Olirose, Orenburger Riese, Black Plum und Federle.

Ein guter Zeitpunkt für den Beginn der Anzucht ist Ende Januar, Anfang Februar.

Für die Anzucht gibt es 2 Varianten. 1. große Unterschalen aus Plastik oder Alu. 2. Pflanztöpfchen aus biologisch abbaubarem Material. In die Unterschalen lege ich Anbauerde ca. 2 cm dick und mache dann mit der Fingerspitze eine Kuhle von 0,5-1cm. Abstand der Kuhlen ca. 3cm. In jede Kuhle kommt ein Samenkorn. Legt man die Samen in die Anbauttöpfchen verfährt man genau so. Nur eben in jedes Töpfchen nur 1 Samenkorn. Die Erde sollte leicht befeuchtet sein und viel Licht bekommen.

In der Schale keimen die Samen innerhalb von 14 Tagen. die Pflänzchen sind dann ca. 8-10 cm hoch. Das ist der ideale Zeitpunkt, die Pflänzchen zu vereinzeln. Ich benutze dazu eine normale Besteckgabel mit der ich die Pflänzchen vorsichtig aus der Anzuchterde hebe und dann jede Pflanze in ein Töpfchen setze (ca. 4cm tief). Ab diesem Zeitpunkt sollte die Erde immer gut feucht gehalten werden, aber nicht nass. Das gelingt sehr gut mit einer Sprühflasche.

Die Pflanzen sollten mit viel Licht, aber wenig Wärme gezogen werden. Wenn das nicht geht, also Wärme da ist, wachsen die Pflanzen zu schnell...das läßt sich aber bei der Auspflanzung ins Freie noch korrigieren.

Ausgepflanzt wird nach den Eisheiligen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

Zum Auspflanzen mit dem Spaten ein Pflanzloch von ca. 20cm Tiefe ausheben. Ich gebe in das Pflanzloch eine Schippe Erde aus einem Hühnerhof, 2 Schippen Anzuchterde und dann wird mit Erde zugeschaufelt. Um jede Pflanze forme ich einen leicht erhöhten Ring zur Aufnahme des Gießwassers. Empfohlener Abstand zur nächsten Pflanze ca. 60cm. Haben Sie keine Erde vom Hühnerhof können Sie auch Tomatendünger (Eine Hand voll schön verteilt nehmen). Für den Halt der Pflanze nehme ich die Metallspiralstäbe aus dem Handel.

Wenn möglich sollte die Pflanzfläche transparent überdacht sein. Regen mögen die Früchte nicht. Deshalb beim Giessen nie von oben giessen, sondern nur von unten in den Pflanzring.

Was noch zu tun ist nennt man Ausgeizen. Das meint das Entfernen der wilden Triebe. Dazu diese Info: http://gaertnerblog.de/blog/2006/gartenglossar-tomaten-ausgeizen-ausbrechen/

Ein Tipp für den Anbau von Großtomaten wie Ochsenherz und Orenburger Riese: Die ersten Blütenansätze ausbrechen. Warum? Deren biologische Grundausstattung ist so, dass die erste Frucht am besten mit Nährstoffen bedient wird. Das kann dazu führen, dass pro Pflanze nur 1 richtig groß wird und andere nicht genug abkriegen. Bricht man die erste Blüte vor dem Aufblühen aus, gibts mehr Ertrag/Pflanze.

Tomaten sind sog. Starkzehrer. Daher sollte alle 6 Wochen nachgedüngt werden. Entweder mit Brennesselbrühe oder Tomatendünger.

Von den vollreifen schönsten Früchten sollte man dann die Samen für die nächste Saison sammeln. Dazu ein Tipp: Die Samenkörner der vollreifen Tomate entnehmen, in ein Sieb geben, dann unter laufendem Wasser die Samen vom Fruchtfleisch befreien und sortenweise trocknen (ca. 3 Tage), dann in eine Tüte mit Sortenbeschriftung packen und trocken und dunkel lagern.

Die ausgepflanzten Tomaten kennzeichne ich mit 10 cm langen , 2 cm breiten, unten zugespitzten Plastikteilen aus Plastikpflanztöpfen, beschriftet mit wasserbeständigem Filzstift, die ich bei jeder Pflanze in den Pflanzring stecke.

Sollten noch Fragen kommen...ich geb gerne Antwort.

Gute Adressen für Samenkauf und Infos gibts hier:

http://www.taranaki-111.de/cart.php

http://jo.tomatenundanderes.at/index.php?option=com_virtuemart&page=shop.browse&category_id=16&keyword=&manufacturer_id=0&Itemid=29&orderby=%7Bvm%7D_product.product_name&limit=10&limitstart=10

11:47 18.10.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Vaustein

Politik; Geschichte, Musik aller Richtungen von Telemann bis Garbarek, Tomatenzucht und Kochen, Brotbacken und Rezepte erfinden.
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