Achtermann
14.07.2013 | 12:06 67

Die Bambi-Burda-ARD-Bushido-Symbiose

Burda-ARD-Symbiose Der Rapper und Bambi-Preisträger Bushido hat seine bürgerlichen Förderer um die ARD und den Burda-Verlag ein wenig in Verlegenheit gebracht

Die Bambi-Burda-ARD-Bushido-Symbiose

Foto: Daniel Roland / AFP / Getty Images

Der Grund: Der geborene Anis Mohamed Youssef Ferchichi hat nun auch Politiker mit seinem Stammtischgerede ins Visier genommen: "Ich schieß auf Claudia Roth, sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Das ist ein aktuelles Zitat aus seinem Oeuvre, das manche dazu bringt, empört zu sein – anderthalb Jahre nach Bushidos Auszeichnung. Immerhin hat der Schwarzbraun-ist-die-Haselnuss-Sänger Heino sein Jahre zuvor erhaltenes Rehkitz anlässlich Bushidos Bambi im Jahr 2011 zurückgegeben.  Er hatte erkannt, sein Image könnte mit in den braunen Sumpf geraten, der durch Bushido-Texte genährt wird. Niemand anderes aus den Reihen der Prominenten hat sich bisher zu diesem Schritt durchgerungen.

Unklar bleibt, weshalb der Burda-Verlag Bushido für dessen angebliche Integrationsbemühungen ausgezeichnet hat. Der Verlag lässt sich da nicht in die Karten schauen. Bekannt ist nur, dass die Juroren, die Chefredakteure diverser Zeitschriften des Verlages wie Super-Illu, Neue Woche, Glücks-Revue oder Focus, das Ohr am Puls der Zeit hätten und damit aktuelle gesellschaftliche Impulse in die Preisverleihung einflössen. Glauben mag das niemand. Aber der ARD gibt diese These eine scheinbare Rechtfertigung, die Selbstinszenierung des Verlages um Hubert Burda, den Gatten der Tatort-Kommissarin Furtwängler, zu promoten. Drei Stunden jährlich wird diese Schulterklopf- und Küsschen-Show zur besten Sendezeit übertragen. Für den Zwangsgebührenzahler rausgeschmissenes Geld, für den Burda-Verlag und dessen 800 handverlesene prominente und semiprominente Gäste eine prima Sache.

So auch für den in Kürze wegen Steuerhinterziehung vor Gericht stehende Manager der Fußballfirma Bayern München. Ihm wurde 2009 der Wirtschaftsbambi verliehen. Nachgesagt wurde ihm anlässlich seiner Auszeichnung von der Bunten: "Vor allem schätzen ihn Freunde wie Konkurrenten jedoch als harten, aber fairen Kaufmann, als Herzstück des FC Bayern." Als Laudator für den so Gepriesenen war der damalige Kriegsminister zu Guttenberg vorgesehen, der jedoch wegen der aktuellen Lage im besetzten Afghanistan sich nicht auf diesem Event rumtreiben konnte. Stattdessen schickte er seine Angetraute: "Stephanie zu Guttenberg vertrat ihren Mann mit Bravour, bezauberte mit ihrer Laudatio an Uli Hoeneß (Bambi in der Kategorie Wirtschaft) – mit Charme und Humor: „Denken Sie sich bei den nächsten Worten einfach den Verteidigungsminister in dieses Abendkleid.“ Ein Abendkleid in Knallrot, toll dekolletiert..." (Bildzeitung)

Tröstlich, dass letztes Jahr nur noch ganze 2,61 Millionen Zuschauer die PR-Show geglotzt haben. Das alte RTL-Format Wer wird Millionär, das zur selben Zeit ausgestrahlt wurde, war mit 6,92 Millionen Zuschauern weitaus erfolgreicher. Es gibt also genügend Gründe, die Bambi-Sendung aus dem Programm zu nehmen. Die Quote, von der sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehmacher immer so beeindruckt geben, ist ein Argument. Das gewichtigere ist jedoch diese fragwürdige Symbiose, die die ARD mit dem deutschtümelnden Burda-Verlag eingeht.

Kommentare (67)

tlacuache 14.07.2013 | 12:29

..."So auch für den in Kürze wegen Steuerhinterziehung vor Gericht stehende Manager der Fußballfirma Bayern München. Ihm wurde 2009 der Wirtschaftsbambi verliehen. Nachgesagt wurde ihm anlässlich seiner Auszeichnung von der Bunten: "Vor allem schätzen ihn Freunde wie Konkurrenten jedoch als harten, aber fairen Kaufmann, als Herzstück des FC Bayern." Als Laudator für den so Gepriesenen war der damalige Kriegsminister zu Guttenberg vorgesehen, der jedoch wegen der aktuellen Lage im besetzten Afghanistan sich nicht auf diesem Event rumtreiben konnte. Stattdessen schickte er seine Angetraute"...

So aus der Oberpfalz (HiHi),

kann man den Beitrag nicht abdrucken?

Das war viel besser als Sibylle Berg, Jan Fleischhauer, Georg Diez oder Silke Burmester zusammen, werte Redaktion.

7 von *****

 

janto ban 14.07.2013 | 13:46

Ich nehm's mal auf mich, die "integrierendsten" Textstellen Bushidos jüngst veröffentlichter, sogenannter Arbeit eini zu setzen.

(...) Ich bin nicht diese Fette da aus Marzahn (...)
Bitch du sammelst Briefmarken , ich sammel Kreditkarten (...)
es ist ganz normal , Männer lutschen keine Schwänze (...)
Du Hurensohn , verpiss dich denn die Banger sind am Mic (...)
du wirst in Berlin in deinen Arsch gefickt wie W(..) (...)
Meine Jungs verticken Elektronik so wie Media Markt (...)
Arabisch-Deutsche Sippe und ich jage euch ihr Partyboys (...)
Du versteckst dich , doch ich finde dich wie Google Maps (...)
ich verkloppe blonde Opfer (...)
Yeah Yeah ,Was für Vollmacht , du Schwuchtel wirst gefoltert
Ich schieß auf C(..) R(..) und sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz (...)
link

Was soll man dazu sagen..? Wunderbare Jugendarbeit.

Ich biete Bushido hier einfach mal an, sich von mir die schwarzbraunen Haselnüsse durchlutschen und die Nudel einmal ordentlich auswringen zu lassen. Das abgestandene Zeug kann er doch keinem mehr anbieten. Danach darf seine Mutti mir zwei Liter Aperol in den Popo spritzen und austrinken, wenn sie will.

Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung könnte es sein, dass die Arabisch-Deutsch-Christlich-Demokratische Sippe mich gangbangt, bevor wir alle gemeinsam mit der vergoldeten Nagelpfeile der Tatortkommissarin dem Bambilein ein Loch in den Arsch bohren. Als Sendeplatz der Live-Übertragung könnte ich mir den 3. Oktober, 20.15 Uhr (Deutscher Herbst) vorstellen. Ich kann's nur anbieten..

Entschuldigung.

Achtermann 14.07.2013 | 14:19

Man kann nicht umhin zu bemerken, auf welch tiefem Niveau Bushido und die Preisverleiher sich bewegen. Weshalb bekam dieser sogenannte Künstler einen Integrationspreis zuerkannt? Auch wenn sich die Jury, wenn man diese Entscheider überhaupt so nennen kann, ihm den Preis aberkennen würden, wäre ihre Reputation nicht wieder hergestellt. Reputation ist in diesem Zusammenhang natürlich der falsche Begriff. Hier werden Preisträger ausgelobt, die die Veranstalter schmücken. Das scheint oberstes Prinzip zu sein. Wenn man jemanden, der besonders prominent ist, verpflichten kann zu kommen, lässt sich schnell die zugehörige Preiskategorie finden.

Als der wichtigste Lobbyist für Scientology Tom Cruise für seine Rolle als Graf von Stauffenberg einen Bambi erhalten hat, war sein Film noch nicht einmal in den USA angelaufen, geschweige denn in Deutschland. Die Jury war ihrer Zeit mal wieder voraus.

Daniel Domeinski 14.07.2013 | 16:27

Die offizielle Begründung lautete:

Seine Stimme findet Gehör: „Wir sind das neue Deutschland“, sagt der erfolgreiche Rapper Bushido über Deutsche mit Migrationshintergrund. Der Bambi 2011 in der Kategorie Integration geht an Bushido. Aus der Begründung der Jury: „Er gilt als der erfolgreichste Rap-Musiker Deutschlands und ist ein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration.
Bushido, Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters, wuchs unter schwierigen sozialen Bedingungen auf und schaffte es nach ganz oben. Mit seinem eindringlichen Sprechgesang und oft provokanten Texten eroberte er die Hitparaden. Seine CDs wurden vielfach ausgezeichnet, national wie international. Bushido ist heute Gesprächspartner und Ratgeber für Politiker. Als willkommener Gast in Talkshows und Interviewpartner proklamiert er das Selbstverständnis vieler Deutscher mit Migrationshintergrund: ‚Egal woher unsere Väter kommen, wir sind Deutsche‘. Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft."

 

Kurz: Bushido ist die Verkörperung des German Dream.  Ich verstehe auch die ganze Aufregung nicht. Bushido passt doch mit seinen billigen Beats, den schwachsinnigen Lyriks und seinen Bling Bling Lifestyle wunderbar zum hiesigen Establishment.

 

Achtermann 14.07.2013 | 16:30

Er sei also ein hervorragendes Beispiel gelungener Integration, weil er, wie es da heißt, ganz nach oben gekommen sei. Gemeint ist wohl ausschließlich die pekuniäre Seite seiner beruflichen Tätigkeit. Legte ich den Maßstab an mich selbst an, wäre ich weit weg von jeglicher Integration. Diese Definition ist aber auch verräterisch: Wir da oben und ihr da unten scheint sie zu suggerieren. Nicht immer werden Parvenüs oben akzeptiert. Boris Becker und Stefanie Graf sind auch integriert, obwohl beide Steuern hinterzogen haben und der Manager der Tennis-Lady, ihr Vater, einige Jahre deswegen im Knast gesessen hat. Helmut Kohl, der heimliche Finanzier seiner Partei, war mal eine Zeitlang unten durch. Davon haben er und die Gesellschaft sich längst erholt. Jan Ulrich, ehemals vergötterter Radprofi, muss noch an sich arbeiten.

Liest man den Text weiter, merkt jeder, wie verlogen, ja verlogen diese Begründung des Burda-Verlages ist. Gerne wüsste ich, welche Politiker Bushido als Gesprächspartner suchten, um sich von ihm beraten zu lassen. Wer diesen Texter als Politik-Flüsterer heranzieht, muss einen Sprung in der Schüssel haben. Oder er ist Teil des neuen Deutschland, das Busiodo proklamiert.

KalleWirsch 14.07.2013 | 20:37

Ein in Deutschland geborener frauenfeindlicher Schwulenhasser bekommt einen Integrationspreis. Noch Fragen?

Das stellt das Thema Intergration doch wunderbar in Frage. Wer integriert sich worein? Wer hat die Deutungshoheit?

Ein Integrationspreis an sich ist rassistisch! Egal wer ihn bekommt. Und hinter seinem heiligen Getue ist auch Xavier Naidoo homophob.

"Egal wo unsere Väter herkommen..." verrät doch auch eine gewissen Geist. Ich empfehle mal Bushidos Autobiographie zu lesen. Gibt es teils für einen Cent im Netz. Sternstunden des Realitätsverlusts.

ch.paffen 14.07.2013 | 23:29

danke, gut gewehrt! * gern gelesen * bambibushi, nun ja ob das den bambi rettet? ggf. sinken die einschaltquote ja wenn kein allgemeiner aufreger nen preis abgreift * bambi 2050, da hab ich ja so meine zweifel, wenn der bambi an solche vollpfosten geht * das bambibushi rumpöbelt ist ggf. nur ein wahnsinnig pfiffiger ökonomisch alternativloser plan der rappers @ kohle machen und dafür auf die ka... hauen * ich wär ja für artenschutz für´s bambi, alternde rehe sollten einfach behutsamer vergeben werden * feinen wochenstart cp

rechercheuse 15.07.2013 | 06:56

Frage an die "Ausgezeichneten" bleibt: Warum nehme ich ein Preis-Bambi vom Burda-Verlag in Empfang?

 

aus dem gleichen grund ... ich dulde euer eitel-instrumentalisiertes preis-verdummungs-affentheater >>> ich gehöre dazu >>> hab keine scham, kann ich mir nicht leisten beim tanz um´s goldene kalb

 

judith holofernes sagte es auf ihre art der bild

http://www.spiegel.de/panorama/leute/nein-zu-kampagne-wir-sind-helden-watschen-bild-ab-a-747770.html

und heino zeigt kante

http://www.berliner-zeitung.de/panorama/heino-gibt-bambi-wegen-bushido-zurueck,10808334,11139410.html

 

Achtermann 15.07.2013 | 08:28

"Ein Integrationspreis an sich ist rassistisch! Egal wer ihn bekommt."

Ein interessanter Gedanke, dem sich nachzuhängen lohnt. Welche Aufgaben haben die Integrationsbeauftragten in den Städten und Ländern der Republik? Was ist der Maßstab für gelungene Integration? Ist Integration dann als geglückt zu bezeichnen, wenn man fette Autos und den Fußball liebt und andere typisch deutschen Stereotypen verinnerlicht hat?

 

Achtermann 15.07.2013 | 08:43

"Bushido hat sich voll integriert."

So kann man das natürlich sehen. Wenn einer wie Bushido von dem Medienkonzern, der zu großen Teilen mit Boulevard und Schund sein Geld reinholt, mit einem Preis ausgezeichnet und diese Ehrbezeugung im Staatsfernsehen übertragen wird, muss er sich bestens etabliert haben. Allerdings ist Hubert Burda eine plausible und inhaltlich nachvollziebare Begründung für die Preisvergabe schuldig geblieben.

KalleWirsch 15.07.2013 | 08:49

Ich zitiere dazu mal aus Lea Goreliks großartigen Buch "Warum ich nicht mehr dankbar sein will, dass ich hier leben darf und Toleranz nicht weiter hilft":

Was für eine Gesellschaft, was für ein Land wollen wir sein? Wie definieren wir uns, wie sehen wir uns? Sehen wir uns zum Beispiel als eine Gesellschaft der Vielfalt? Vielfalt bedeutet, dass es viel gibt, und sie sind unterschiedlich, und das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so. Vielfalt schließt Unterschiedlichkeiten aller Dimensionen ein, es geht nicht nur um Herkunft, die Religion, das Geburtsland. Zu einer Gesellschaft der Vielfalt gehören auch Homo- und Heterosexuelle, Liberale und Linke, Porschebesitzer und überzeugt Fahrradfahrer. Vielfalt ist eine Herausforderung für jede Gruppe, für jede Gesellschaft. Vielfalt ist nicht nur schön, einfach, weil es vielfältig, weil es bunt ist. Vielfalt ist anstrengend und stellt eine Gesellschaft immer wieder vor Probleme, bedeutet, dass die Teilnehmer und Teilhaber dieser Gesellschaft Wege finden müssen, sich diese zu teilen ebenso wie  ihre Ressourcen, sie gemeinsam zu gestalten, sie so zu verändern, dass jeder sich darin zurechtfindet, damit zurechtkommt. Eine Gesellschaft der Vielfalt muss mit Verunsicherung umgehen können, denn Vielfalt schafft auch Verunsicherung, manchmal blendet seinen gar vor lauter Buntheit, Grellheit, und dass muss sie dann wiederum auffangen können; und auch damit zurechtkommen können, dass zu einer Gesellschaft der Vielfalt auch diejenigen gehören, die diese vielleicht nicht gutheißen oder zumindest beängstigend finden.

Ein anderes Wort für Vielfalt, da wir gerade bei Begrifflichkeiten sind, für die Vielfalt von Ideen und Lebensstilen. Wäre Demokratie.

Wenn man bereit ist, von Vielfalt zu sprechen, könnte man auch endlich über Diversität sprechen. Schon längst ist in der einschlägigen Fachliteratur anderer Länder von Diversität die Rede, während man bei uns immer noch zu Begriffen wie Integration, Migration greift. Wenn man von Diversität spricht, spricht man nicht vorrangig von Problemen. Man spricht nicht mit Angst in der Stimme, also mit der Angst zum Beispiel, jemand könnte sich der Integration verweigern. Die Fragestellung ist eine andere. Die Fragestellung ist eine positive, weil man nach dem Nutzen dieser Vielfalt, dieser Verschiedenheit fragt, weil man sie als Motor für gesellschaftliche Entwicklung begreift. Die Haltung dabei ist keine Erwartungshaltung, bei der die Mehrheit darauf wartet, dass sich die Minderheit anpasst. Die Haltung ist eine interessierte, in der es nicht um Mehr- oder Minderheiten geht, sondern darum, was jeder Einzelne mit seiner Herkunft, seinem Erfahrungsschatz zum großen Ganzen beitragen kann. 

mcmac 15.07.2013 | 15:33

 

CIRCUS POSTDEMOKRATIE - Vorstellungen heute (im Wechsel):

 

„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“

Soap; Bushido und das Bambi, Teil 3 - powered by ARD

 

„Haltet den Dieb, er hat mein Messer im Rücken“

Farce; SPD und Grüne jagen das Merkel und ihren Problem-Bären IM Friedrich - powered by NSA, BND & many others

 

Ohne Altersbeschränkung; Eintritt frei.

 

janto ban 15.07.2013 | 21:00

|| Alter Masochist! ||

Ich bin NICHT alt!!

Hatte gedacht, meine sexual-verbalen Ausfälle blieben einer breiteren Öffentlichkeit ungewahr. Aber jetzt wird dieses Ding hier so gefeatured.. also, ich denke, ich ziehe das Angebot wieder zurück. Besser is dat..

Stakka Bo..? Von denen kenne ich nur Here we go. Aber das find ich super. Dann will ich mal hören, was du da so hörst. Am Musikgeschmack scheint's bei dir ja nicht zu scheitern. Nur am Taktgefühl, was mein Alter betrifft ;o)

Achtermann 15.07.2013 | 21:15

Bushido hat sich zu Wort gemeldet. Er sagt:

 "Ich möchte klarstellen, dass es auf keinen Fall ein Aufruf zu Gewalt sein soll."

 Aha. Kein Aufruf zu Gewalt soll dieser Satz sein: "Ich schieß auf Claudia Roth, sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz." Was wollte uns Bushido damit sagen? Wenn er jetzt noch schlüssig die Gewaltfreiheit dieser Aussage hinbiegen könnte, hätte ich fast Respekt vor ihm. Dazu wird er nicht in der Lage sein. Da habe ich keine Befürchtung. Er ist ein Typ, der es sich wegen seiner im Überfluss vorhandenen Geldmittel einer Verantwortung nicht stellen muss. Er schwebt sozusagen über den gesellschaftlichen Verhältnissen. Ähnlich der Banker, die auch jedes Maß an Verantwortlichkeit verloren bzw. nie besessen haben.

 

Ernstchen 15.07.2013 | 23:23

Ach Janto, du weißt genau dass ich genauso alt bin wie du, das war kein Kommentar zu deinem Alter. Aber zu deiner plötzlich auftretenden sexuellen Aggression, die mir sehr imponiert hat. ;)

Stakka Bo (war ein Solo-Künstler) hat nach dem "lustigen" (sehr konsumkritischen!) "Here We Go" ernsthaftere Musik gemacht, die kam dann leider nicht mehr an. Das Album "The Great Blondino" finde ich ganz hervorragend. Ein großer Sänger war er nie, aber fette Produktion, sehr satirische Texte und Mörder-Hooklines ... das ist auch mein Gusto ... ;)

Wiesengrund 16.07.2013 | 00:01

Der „Aufmerksamkeitsparasitismus“ (O. Nouripour) nutzt sich ab

Ich bin der Meinung, dass das aktuelle Kapitel in der Erzählung eines Rüpel-Rappers, der seine Identität zwischen Gangstertum, CDU-Praktikum und Talkshowauftritten zu finden sucht, eines der letzten gewesen ist, das so viel Aufmerksamheit hervor gerufen hat.

Über kurz oder lang wird Bushido über sein Glaubwürdigkeitsproblem stolpern. Sein eklektizistisches Medienimage (Muttersöhnchen, Mafiamilieu, Porschevertreter, Neuköllnkindheit, Kleinmachnowvilla, Integrationsbeauftrager etc.) bietet kaum mehr authentische Projektionsflächen an; selbst für hartgesottenste Fans dieser Bumm-Bumm-F***-F***-Musik. Nachdem das letzte Stückchen subkultureller Illusion vermarktet worden und das hundertste Abziehbild mit bösem Blick gedruckt worden ist, wird auch die Bravo-Community hinter Bushidos musikalische Geschmack- und Talentlosigkeit gekommen sein. Ewig lässt sich das archaische Täter-Opfer-Paradigma selbst in diesem Milieu nicht aufwärmen. Und mehr Tabus, als gegen Homosexuelle, Juden, Frauen und regierende Oberbürgermeister zu hetzen, gibt es in dieser Gesellschaft nicht.

Aus einer amüsierten Beobachterposition bleibt es spanned, diese Entwicklungen zu verfolgen. Zumal man auch in derlei Skandalen bisweilen das Gras wachsen hört...  

Meister Eder 16.07.2013 | 00:54

Wenn man sich die Frage stellt, warum Hubert Burda (ein konservativer und der CDU-nahestender Unternehmer) gerade Bushido mit einem Bambi ehrt, fallen einem gleich weitere Fragen in diesem Zusammenhang ein...

- Warum Innenminister Friedrich (der sich selber gerne als Law-and-Ordner-Mann darstellt) mit Bushido trotz der bekannten Kontakte zum kriminellen Abou-Chaker-Clan auf CDU-Veranstaltungen lächelnd für Fotos posiert und ihn freundschaftlich umarmt (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nach-kumpel-foto-mit-rapper-bushido-kritik-an-innenminister-friedrich-a-841582.html  http://i1.ytimg.com/vi/mVEFN3xImsc/hqdefault.jpg).

- Warum der Abgeordnete Christian von Stetten ihn im CDU-Bundestagsbüro als Praktikanten einstellt, einem laut BKA dem organisierten Verbrechen nahestehenden sogar an einer nichtöffentlichen Sitzung des Finanzausschusses des Bundestags teilnehmen lässt (http://www.cduwatch.de/2012/cdu-lasst-bushido-an-einer-nichtoffentlichen-sitzung-des-finanzausschusses-teilnehmen/) und Geschäftsbeziehungen mit Bushidos Freunden aus dem Clan betreibt (http://www.heise.de/tp/artikel/37/37338/1.html). 

 

Vielleicht lässt sich die Eingangsfrage am besten gerade durch die Nähe von Bushido zur CDU erklären!

weinsztein 16.07.2013 | 03:26

"Interessant ist nebenbei noch, dass ja gerade festgestellt wurde, dass man Journalisten zu mehr als die Hälfte für korrupt hält."

Ich habe nicht alles mitgelesen, aber wo steht denn so was?

Für wie korrupt halten Sie Manager der mittleren und oberen Ebenen?

Was ist mit links drapierten Lobbyisten, die in irgendwie linke Foren quasi einsickern (oder einseichen), um private TV-Sender zu pushen?

Was unterscheidet die von Kellnern, die flache Weine als Edelgewächse in Restaurants teuer verkaufen?

Ansprechpartner der Lobbyisten, etwa des Privat-TV, sind nicht Journalisten.

Es ist billig und verlogen, den Dreck des Burda-Preisträgers Bushido über die  ARD zu kübeln, als ginge es um eine Bambi-Burda-ARD-Bushido-Symbiose.

Für Bambi-Übertragungen gibt es mehrjährige Verträge. Jurorinnen und Juroren wurden bereits genannt.

Genau, Sie sagen es: "Hinterfragen und Nachdenken gewünscht!"

Falls ich weiterhelfen darf: es geht hier um eine Art Medienkrieg großer Mediengruppen. Bertelsmann (RTL usw.) gegen den Printgiganten Burda. Beide im Grunde vereint gegen das öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das soll diskreditiert werden.

Da soll mitmachen, wer will.

rechercheuse 16.07.2013 | 09:35

 

alle meine entchen tauchen in den teich ... tauchen in den teich,

köpfchen voll mit wasser träumen sie sich reich und werden eine leich >>>

"Der Teufel hat seine Grossmutter erschlagen, weil er keine Ausrede mehr wusste"

 

 

Erinnert ihr euch an Dick Cheney? Bushs Lebensversicherung? Wenn Bush einem Attentat zum Opfer gefallen wäre, hätte Cheney als Präsident weitergemacht. DER Cheney. Der Untote, ohne Pulsschlag.

Der hat sich neulich hingestellt und die NSA-Schlüffelprogramme mit der Aussage zu verteidigen versucht, dass man mit solchen Programmen ja 9/11 hätte verhindern können.

Toller Talking Point, Herr Cheney! Zumindest bis jemandem auffällt, dass die NSA-Schlüffelprogramme zum Zeitpunkt von 9/11 schon 7 Monate liefen. Hups!

Und man darf natürlich auch nicht vergessen, dass die NSA schon seit Jahrzehnten alle Ausländer komplett abhört, an die sie rankommt, Stichwort Echelon. Und die 9/11-Attentäter waren ja alles Ausländer.

Update: Oh, Cheney hat inzwischen wieder einen Puls. Das hatte ich gar nicht mitgekriegt.

 

http://blog.fefe.de/

 

M.Philipp 16.07.2013 | 11:01

Das Problem ist die alternativlose rot-gruene sogenannte Integrationspolitik. Die Zuständige Dame im Kanzleramt (und es sind ja meisstens FRAUEN/MÜTTER !) scheint von der SPD in die CDU eingeschmuggelt worden zu sein.
Das Volk will jetzt endlich die SCHEIDUNG der Zwangsehe mit den Grossfamilien und natürlich auch den faschistoiden Salafisten, behaupte ich !

Warum wird eigentlich nie von VOLKSVERHÄTZUNG gesprochen wenn es sich um islamische Delinguenten handelt? 

M.Philipp 16.07.2013 | 11:02

Das Problem ist die alternativlose rot-gruene sogenannte Integrationspolitik. Die Zuständige Dame im Kanzleramt (und es sind ja meisstens FRAUEN/MÜTTER !) scheint von der SPD in die CDU eingeschmuggelt worden zu sein.
Das Volk will jetzt endlich die SCHEIDUNG der Zwangsehe mit den Grossfamilien und natürlich auch den faschistoiden Salafisten, behaupte ich !

Warum wird eigentlich nie von VOLKSVERHÄTZUNG gesprochen wenn es sich um islamische Delinguenten handelt? 

KalleWirsch 16.07.2013 | 11:30

M. Philipp ist das Volk :-D

Ob das deutsche, das weiß ich nicht. 

"zuständig" ist ein Adjektiv und wird klein geschrieben und meisten nur mit einem s.

"Volksverhätzung" schreibt man richtig Volksverhetzung.

Und ich nehme mal an, dass im letzten Satz der Delinquentmit q gemeint ist.

Ich erwähne das nur, da das philippische Volk selbst gern auf Rechtschreibung aufmerksam macht, der Inhalt der fehlerhaften Sätze mir wenig kommentarwürdig erscheint, ich mich grad langweile und es mir Freude bereitet M. Philipps Kommentare ins rechte Licht zu rücken.

 

Achtermann 16.07.2013 | 11:56

"Sein eklektizistisches Medienimage (Muttersöhnchen, Mafiamilieu, Porschevertreter, Neuköllnkindheit, Kleinmachnowvilla, Integrationsbeauftrager etc.) bietet kaum mehr authentische Projektionsflächen an…".

Das ist richtig beobachtet und analysiert. Subkulturelles Gebaren, das sich in irgendwelchen Produkten ausdrückt, sei es Musik, sei es Mode o.ä., wird immer schneller kommerziell ausgelutscht. Da kennt der Vermarktungsprozess der freien Marktwirtschaft kein Pardon. Und Bushido, der Anti-Intellektuelle, dem es immer nur um die Kohle ging, ließ sich von den Konservativen tätscheln, die ihrerseits in seinen Texten das sehen, was sie zwar selbst denken, aber nicht auszusprechen wagen. Nun, da es um ihre als demokratisch geltenden Berufskollegen geht, die auf primitivem Niveau angepinkelt worden sind, sollten sie verbal auf Distanz gehen. – Die Wahl ist nicht mehr lange hin.

Achtermann 16.07.2013 | 12:16

"Es ist billig und verlogen, den Dreck des Burda-Preisträgers Bushido über die  ARD zu kübeln, als ginge es um eine Bambi-Burda-ARD-Bushido-Symbiose. Für Bambi-Übertragungen gibt es mehrjährige Verträge. Jurorinnen und Juroren wurden bereits genannt."

Weinsztein, da hast du aber voll reingelangt. Ich kann nachvollziehen, dass jemand wie du, der einen Teil seines Berufslebens im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gearbeitet hat, dieses verteidigt. Aber ganz blind sollte man doch nicht sein. Du sagst, es gäbe mehrjährige Verträge zwischen dem Burda-Verlag und der ARD. Das mag sein. Doch für mich ist das keine Entschuldigung. Mit oder ohne Bushido, diese Beweihräucherungssendung für Hubert Burda und seine künstlerische und politische Crème ist doch zum Kübeln. Einerseits fragwürdig, weil man sich den Gebühren nicht entziehen kann, und andererseits, weil die Zuschauerzahlen für diese Nabelschau-Show rapide zurückgehen. Ein schlechtes Geschäft für die ARD.

"…es geht hier um eine Art Medienkrieg großer Mediengruppen. Bertelsmann (RTL usw.) gegen den Printgiganten Burda. Beide im Grunde vereint gegen das öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Das soll diskreditiert werden."

Das liest sich wie eine Verschwörungstheorie. Ganz du das mal näher ausführen…

tlacuache 16.07.2013 | 12:27

..."Die Wahl ist nicht mehr lange hin"...

Richtig:

Frag' mal Emnid, Postkohl-Gottschalk war schon Scheisse, jetzt kommt BUSHido:

CDU/CSU 41%

SPD 26%

Grüne 12%

FDP 5%

Linke 7%

Piraten 4%

Wir merkeln's und mutting's weiter, 2013 - 2017.

Der gemeine Deutsche hat es noch nicht gesnowded, nach lauter BIGgeBrothere im deutschen Privatfernsehen, Schwarz - Schilling machte aus Pfennigen, mit weissKohl, leichtes NordSeeschAwunkel, man boingt in der Hängematte von der einen Hauswand an die andere bis die MatschBirne nur noch "blö blö" singet.

 

Achtermann 16.07.2013 | 17:31

"Der gemeine Deutsche … boingt in der Hängematte von der einen Hauswand an die andere bis die MatschBirne nur noch "blö blö" singet."

Hoffentlich habe ich deinen Satz nicht sinnentstellend zitiert. Der gemeine Deutsche wählt sich die Regierung, die er verdient. Und in den deutschen Hitlisten kann man ablesen, wie weit sein kultureller Massengeschmack sich entwickelt hat. Bushido sei stolz, sagte er heute in ein Mikrofon, dass er mit seinem Video innerhalb kürzester Zeit mit 1,2 Millionen Klicks einen neuen deutschen Rekord aufgestellt habe.

weinsztein 17.07.2013 | 03:42

Es geht doch nicht um diesen peinlichen Blödmann Bushido, der wo auch immer seinen unsäglichen Scheiß promoten will. Bleiben wir bitte seriös.

Es geht nicht um eine Verschwörungstheorie.

Seit vielen Monaten saufen die Quoten der Privatsender dramatisch ab gegenüber denen der Öffentlich-Rechtlichen Sender. Die Rangfolge seit Langem: ZDF, die Dritten, ARD, RTL, SAT1, Pro7. (Oft auch die Dritten vorm ZDF.)

Klar, dass die Privatsender sich trotz des riesigen deutschen Werbemarkts bedroht fühlen. Es geht um ein Milliardengeschäft. Und um seriösen oder weniger seriösen Journalismus, um gekauften Journalismus, auch um Mischformen wie gefakete Talks.

Anregung: Man vergleiche die täglichen Programmankündigungen von Öffentlich-Rechtlichen und privaten Sendern.

Die Privatsender gründeten vor etlichen Jahren einen Verein, der ihre Intessen wahrnehmen solle. Dieser Verein wiederum gründet immer neue Initiativen. Die eine Initiative verlangt, Werbung in ARD und ZDF (zugestanden bis 20 Uhr, für Privatsender rund um die Uhr) solle nicht länger erlaubt sein. Die nächste Initiative verlangt, ARD und ZDF hätten sich auf ihren Programmauftrag zu konzentrieren, zu beschränken und reklamieren eine Art Volkshochschule und ARD und ZDF.

Tatsächlich befinden sich ARD und ZDF unter enormem Konkurrenzdruck durch die Privatsender. Sie begegnen diesem Druck der Privaten insofern erfolgreich, dass sie deren Kulturniveau niemals unterschreiten. Das gelingt zunehmend besser.

Die Dritten Programme (die bestücken das Programm der ARD), gemeinschaftlich von ZDF und ARD betriebene Sender wie einsplus, einsfestival, 3sat, ARTE, Kinderkanal ... und manche andere sorgen dafür, dass der öffentlich-rechtlichen Programmauftrag erfüllt wird.

Werter Achtermann, das ist nur ein wenig Hintergrund. Der hat rein gar nicht mit Verschwörungstheorien zu tun.

 

 

Achtermann 17.07.2013 | 09:30

Ich will jetzt nicht eine neue Diskussion aufmachen. Aber so einfach interpretierbar wie deine Darstellung suggeriert, sind die Zahlen nicht. Ein Beispiel das gesamte Jahr 2012 betreffend: In der Gunst der Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahre, und das ist die Hauptzielgruppe für Werbung, liegt RTL deutlich vorne. Das ZDF hat bei den Marktanteilen zwar zugelegt: "Zu verdanken hat der Sender diese Tatsache aber großen TV-Ereignissen." (Spiegel) Das waren große Sportevents wie Fußball und Olympia. Umso mehr müsste sich die ARD von der PR-Veranstaltung für den Burda-Verlag verabschieden. Seriös scheint mir diese Zusammenarbeit nicht. Oder zahlt etwa der Burda-Verlag an die ARD, damit er seine PR-Veranstaltung übertragen bekommt?

mymind 18.07.2013 | 03:52

….ja verlogen diese Begründung des Burda-Verlages ist…           

Das ist nicht nur verlogen sondern Kommerz-Bullshit! Ich bin ja immer hin- & hergespalten, ob darüber überhaupt berichtet werden sollte. Natürlich habe ich nach dem Blog versucht, mir auf yt diesen blöden Song anzuhören. Das ist dann oft zu viel der Aufmerksamkeit, andererseits hat er sie schon & alles ignorieren & auf sich beruhen lassen geht dann auch nicht mehr, insofern ist es schon o.k. es hier zu platzieren.

Der Bushidoismus hierzulande seit einiger Zeit ist durchaus atemraubend: Erst Buch, dann Film (Eichinger Produktion mit namhafter deutscherBesetzung) samt Berlinale, Promo-Klimbim & Bambi, Einladungen seitens  CDU / FDP mitsamt Schmuseschupperstunden _ das ist schon alles very, very strange. & eine Ohrfeige an all die Menschen hierzulande, die seit Jahren tatsächlich integriert sind & ihren entscheidenden Anteil am Zusammenleben verschiedener Kulturen & Ethnien beitragen. Aber wenn Sie keine Millionäre sind & an denen keine weiteren Millionen verdient werden kann, bleiben sie unsichtbar.

Insofern hat Daniel Domeinski recht: Bushido passt doch mit seinen billigen Beats, den schwachsinnigen Lyriks und seinen Bling Bling Lifestyle wunderbar zum hiesigen Establishment. Weil es hier nicht um Menschen, Persönlichkeiten & Charaktere geht, erst recht nicht um Integration. Wer Geld mit menschenverachtenden Texten macht, dabei die Medienspots erntet _  sowie alle die daran mitverdienen, können Initiativen fördern, Geld sponsorn noch & nöcher _ verstanden haben sie dabei nichts! Erst recht nicht die Politpromis, die meinen, dass sie mit ihren lächerlichen Anbiederungen eine weltoffene & antirassistische Gesellschaft repräsentieren.

tlacuache 18.07.2013 | 06:52

Weinsztein & Achtermann:

Unbestritten ist das Verblödungsniveau, seid 1984 Schwarz-Schilling und Kohl den Privaten den Weg geebnet haben.

Sich heute um "Marktanteile" zu streiten, "wer ist der blödste' Fernsehzuschauer im ganzen Land" ist Kosmetiklobhudelei. Der Staatsauftrag der öffentlich-Rechtlichen objektive Informationen bereitzustellen, wird nicht mehr stattgeben falls er jemals in Kraft war, sei es nun der Dingsbumsplatz in der Türkei oder der Fall Snowden. Die Privaten waren den Legislative/Exekutive Recht nützlich, man erhöhte schon in Anfang der 90er gewaltig den Druck auf die öffentlich-Rechtliche, immer mehr Scheisse aus dem Aether zu lassen...

Oder kann man sich die aktuellen Emnid - Umfragen anders erklären?

Gruss

Achtermann 18.07.2013 | 11:41

"Erst Buch, dann Film (Eichinger Produktion mit namhafter deutscherBesetzung) samt Berlinale, Promo-Klimbim & Bambi, Einladungen seitens  CDU / FDP mitsamt Schmuseschupperstunden _ das ist schon alles very, very strange. & eine Ohrfeige an all die Menschen hierzulande, die seit Jahren tatsächlich integriert sind & ihren entscheidenden Anteil am Zusammenleben verschiedener Kulturen & Ethnien beitragen."

Dieses wirtschaftliche Gebaren liegt in der Logik der Marktwirtschaft. Alles auf der nach unten offenen Richterskala wird vermarktet. Nicht mal Morddrohungen gebieten Einhalt. Die Privatsender geben dem Urheber auch noch Gelegenheit, sich zu erklären: alles sei ganz harmlos gemeint, ein Rap-Song eben. Sie machen sich dadurch zum Komplizen.

Achtermann 18.07.2013 | 11:54

Heute lese ich eine dpa-Meldung, in der es heißt, dass die ARD-Serien (Tierärztin Dr. Mertens und In aller Freundschaft) mit 18 Prozent und mehr Marktanteilen vorne lägen. Ist das nun eine gute oder eine schlechte Nachricht? Aus dem Blickwinkel der Privaten sicher eine schlechte. Mit Blick auf die Qualität vielleicht nicht. Das ist wahrscheinlich auch die Krux, in der sich die ÖR befinden: Qualität und Markteinteile auf hohem Niveau zu fahren, gehen wohl so gut wie nicht zusammen.

anne mohnen 20.07.2013 | 12:28

Lieber Vaustein,

wirklich? Vielleicht geht es Hubert Burda wie vielen anderen Presselauten und er  er hält „Öffentlichsein“ für das "Non Plus Ultra" anstelle von Hirn und Anstand. Das ist ja ein allgmein sich abzeichnender Trend. Jedenfalls Burdas Boulevard-Postillen leben von „hallo, sie/er ist toll/erwähnungswürdig und jeder Zeile Gold wert- weil öffentlich!!

@ Achtermann

Die Frage ist doch, warum das ÖRF überhaupt auf Quoten schaut angesichts der Zwangsgebühren!

Achtermann 20.07.2013 | 16:06

"Die Frage ist doch, warum das ÖRF überhaupt auf Quoten schaut angesichts der Zwangsgebühren!"

Das ist richtig. Würde die Werbung vor 20 Uhr abgeschafft werden, läge die Erhöhung der Zwangsgebühren im Cent-Bereich. Die Quotenmacherei wäre damit nicht mehr so wichtig und die Soaps nicht mehr diese Bedeutung. Aber Weinsztein kommt dann gleich mit der Volkshochschulisierung des ÖR, wenn die Werbung in Frage gestellt wird. Wobei, interessanterweise, die VHS-Programme sich immer weniger an Bildungsinhalten sondern zunehmend an Wohlfühlkurs-Angeboten orientierten.

Achtermann 20.07.2013 | 18:15

Unzweifelhaft bist du der Experte. Bedenke aber:  Die Werbe-und Sponsoringeinnahmen von ARD und ZDF haben derzeit einen Anteil von 6,2 Prozent am Gesamtbudget. Ein eher geringer Anteil. Das heißt: Eine Erhöhung der Abgabe um diesen Prozentsatz würde die Abwesenheit von Werbung bedeuten. Klar, es wird um jeden Euro gerungen. So wird etwa die Berichterstattung zu Spielen der Champions League vom ZDF schon um 19.30 Uhr begonnen, damit noch Sponsoreneinblendungen bis 20.00 Uhr möglich sind. Sendungen wie der Burda-Bambi-Schotter, bei denen der Sponsoringcharakter nicht zu leugnen ist, müssten nicht sein.