Ulrike Baureithel
04.01.2013 | 12:32 27

Ist Emanzipation ein Projekt für Eliten?

Frauensache Die "Zeit" feiert die "Feminisierung der Republik", hat dabei aber nur Frauen in Spitzenpositionen im Sinn. Die Discounter-Kassiererin sieht das wohl ein wenig anders

Ist Emanzipation ein Projekt für Eliten?

Illustration: Otto

Zum Jahresausklang feierte die Zeit 2012 gerade noch mal als ein Jahr der Frauen und bemühte dafür sogar die Dialektik. Auf der Ebene der Politik sei Quantität umgeschlagen in Qualität, weil Frauen nicht nur auf allen Machtebenen angekommen seien, sondern – aufgemerkt – inzwischen auch "Diskurs und Stil des Landes" prägten.

Beweiskräftig aufgerufen werden hierfür die weibliche Führungsriege und die "mächtige Quotendiskussion", wobei die selbstbezügliche Kampagne im eigenen journalistischen Stall als besonders hervorhebenswert erscheint. "Tuschelecken", "verschwörerische Blicke und SMS über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg" sollen die "unsichtbare weibliche Vernetzung" bestätigen. Haben wir es nun bald mit einer weiblichen Hegemonie in Berlin zu tun? Schafft Frauenmehrheit Frauenmacht? Und dies alles, ohne dass schlecht gelaunte feministische "Heulsusen" mit ihren – igitt! – "behaarten Beinen", die Männer zum Stolpern brächten? Das ist doch wirklich ein Grund zum Feiern.

Zunehmend schlechter gelaunt

Ich bekenne: Ich gehöre zu diesen zunehmend schlechter gelaunten Feministinnen, die es gar nicht komisch finden, dass sich im Jahr 2012 großmäulige Unionspolitikerinnen hinter dem Rücken ihrer Fraktionskollegen versteckten und so gar nichts mehr von einer "starren Quote" wissen wollten. Die es fertig brachten, einen in Europa wohl einmaligen frauenpolitischen Fauxpas namens Betreuungsgeld durchzusetzen. Und die sich, wenn sie einmal etwas Vernünftiges am Wickel haben wie die verbesserte Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente, von ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble sofort wieder in die Haushaltsdisziplin zurückpfeifen lassen.

Etwa zur gleichen Zeit, zu der die Zeit die "Feminisierung der Republik" proklamierte, veröffentlichte die OECD neue Daten über die geschlechtsspezifische Einkommensverteilung in ihren Mitgliedsländern. Und siehe da: In den 34 Staaten rangieren die deutschen Frauen – nach Südkorea und Japan – ganz hinten: Sie verdienen immer noch 21,6 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Jobs, im gebeutelten Griechenland beträgt der Unterschied dagegen nur 9,6 Prozent.

Und je älter die Frauen werden, desto bedrängter wird ihre Situation: Sie beziehen nur halb so viel Rente wie Männer und sind überproportional von Altersarmut bedroht. Ein Grund dafür ist, dass 38 Prozent aller Frauen in Deutschland Teilzeit arbeiten, verbunden mit geringen Aufstiegschancen und ungenügender Altersabsicherung. Das Betreuungsgeld wird daran ganz sicher nichts ändern.

Was gehen Aufsteigerinnen Kassiererinnen an?

Was aber gehen die weiblichen Aufsteigerinnen auch die Frauen an, die an Discounterkassen dafür sorgen, dass die Erfolgreichen rund um die Uhr einkaufen können? Die sich als Kindermädchen um den Nachwuchs oder als Putzfrauen um das gepflegte Wohnumfeld der Vorstandsfrau, der Politikerin oder der Chefredakteurin kümmern? Oder die sich, in den sozialen Unterbau abgedrängt, von Edelmuttis Erziehungsratschläge anhören müssen? Die Gruppe der Frauen, lese ich, sei nämlich "viel zu groß und viel zu heterogen, um gemeinsame Interessen vertreten zu können".

In Indien, dem Land des Femizids und der Grapscher, wehren sich die Frauen gerade gemeinsam gegen die tagtägliche Gewalt. In Ägypten, wo insbesondere die Frauen von der Etablierung eines Gottesstaates bedroht sind, verweigern sie den Urnengang und gehen auf die Straße. In Deutschland dagegen feiern sich die Nachkömmlinge der "Generation Merkel", die nun wieder "ganz verschieden" sein dürfen. Diversity is beautiful. Aber eben nur in den höheren Lagen.

Kommentare (27)

eulen nach athen 04.01.2013 | 13:43

"… die nun wieder "ganz verschieden" sein dürfen. Diversity is beautiful. Aber eben nur in den höheren Lagen."

 

komisch, das argument "DIE frauen gibt es nicht" höre ich eigentlich  immer nur von feministinnen. selbige sind es selbst, die diversity (für sich) einfordern und dafür sogar diverse schreibweisen bereithalten. es scheint ausgerechnet "DEM feminismus", den es laut diesen feministinnen auch nicht gibt, wichtig zu sein, dass weder frauen noch feminismus gemeinsame interessen haben.

Magda 04.01.2013 | 15:23

Naja, diese beobachtete Feminisierung ist ja sowieso ein Quatsch, wie Sie ironisch durchgucken lassen. 

Und der Versuch, via "diversity" Fraueninteressen zu trennen muss nicht immer erfolgreich sein. Es kommt halt drauf an, welche (politische) Aufsteigerin sich artikuliert und welche Unterstützung es von der Basis gibt. Wenn natürlich all sowas medial postuliert wird, dann ist das auch eine Strategie. 

Aber, gemeinsame Aktionen sind immer dann möglich, wenn so einschneidende und empörende Dinge und politische Entwicklungen zu verzeichnen sind, wie in Indien und Ägypten. So schnell wird hier eben nicht agiert. 

Immer wieder davon anfangen ist auch nicht schlecht. ...

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 15:55

Hm, seltsam, daß sich auf diesen engagiert geschriebenen Blog nicht massenhaft Bloggerinnen werfen, um die vorgebrachten Thesen zu kritisieren, zu untermauern oder oder oder...

 

Mir scheint die Lage schon sehr viel länger so wie die Autorin titelt, denn tatsächlich ist Emanzipation hierzulande ein Projekt für Eliten und das akademische Viertel, das von der Einrichtung wissenschaftlicher Institute zu Gender, Frauen – und Familienfragen lebt bzw. als Publizistinnen von den Verlautbarungen aus diesen Häusern zehrt.

Leider erklärt die Autorin nicht, obwohl sie dies sicher könnte, wie es dazu kam – sondern verweist auf die nach wie vor vorhandenen Chancenungleichheiten und empirisch gestützte Nachweise der strukturellen Benachteiligung von Frauen unterhalb der Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft.
Das ist leider schwach und als solches exemplarisch für die offenbar mit der Akademisierung und medialen Einhegung des Geschlechterdiskurses stückweise abhanden gekommenen Argumentationsbasis der ehemals agilen außerparlamentarischen und sozial wie lokal engagierten Frauenbewegung.
Sicher kann frau sagen, daß viele der Ziele erreicht und Etappensiege errungen wurden, womit es schlüssig wäre, daß der Elan nachlässt und die Mobilisierung – gerade der jüngeren Frauen die um fast nichts an Basics – insbesondere was die Bildungschancen betrifft - mehr kämpfen müssen sich daher schwierig gestaltet. Wer sich damit als Feministin zufrieden geben muss, dem bleibt wie der Autorin nur noch übrig ihre schlechte Laune im schmalen Artikelformat an denen auszulassen, die die feministischen Slogans für sich bzw. ihre Karriere, nicht selten im Rahmen eines parteipolitisch motivierten Femi-Populismus nutzten und den gesellschaftskritischen Gehalt feministisch inspirierter Forderungen mit jedem Schritt auf der Karriereleiter von sich abstreifen.

Dabei ist eine solche Auslegung der Ursprungsforderungen nach mehr Bildungs – und Berufsbeteiligung von Frauen in der bürgerlichen (Leistungs) Gesellschaft nur folgerichtig, denn darin steckt nicht nur ein emanzipatorischer Fortschrittsgedanke, sondern auch ein in den letzten Jahren immer deutlicher zutage tretendes Aufstiegsmotiv – das seinerzeit von der Sozialdemokratie zeitgleich mit dem 2nd Wave der Frauenbewegung ausgegeben wurde:

Aufstieg durch Bildung

diese Parole war nicht zuletzt eine Aufforderung an aufstrebende Frauen aus der Mittelschicht die sich ihnen bietenden Bildungschancen – vorzugsweise auf dem Gymnasium – zu nutzen und von dort eine akademische Laufbahn oder bspw. ein Lehramt, mit Teilzeitoption im Falle der Familiengründung (Traumberuf Lehrerin u.a.), anzustreben. Im Nachhinein könnte man das Zusammenwirken dieser SPD-Bildungs-Kampagnen mit den Selbstaufklärungs – und Organisationskampagnen der damaligen Frauenbewegung als einen gesellschaftsweiten Weckruf bezeichnen, der aber im nicht-akademischen Milieu weitgehend überhört bzw. dort viel weniger Frauen als im aufstrebenden klein – und bildungsbürgerlichen Quartier erreichte, aber auch und gerade von den Frauen der Oberschicht bzw. den hiesigen Eliten überdeutlich vernommen wurde.

Als Mann war ich demgegenüber, abgesehen vom pflichtgemäßen Schul, Studium – und Berufsabschluss, außen vor – denn ich war ja nicht bzw. nur peripher angesprochen und somit in der Beobachterposition einer Entwicklung, wo sich zusehends Frauen aus dem Klein – und Bildungsbürgertum eine eigene Wohnung, eigenes Auto und Kultur-Urlaube mit anderen Frauen erarbeiteten, während diese Kernelemente weiblicher Emanzipation für die Oberschichtsfrauen nur Beigaben zu ihren neuen, aber von der breiten Masse möglichst separierten, Aufstiegswegen in die durch den Zeitgeist runderneuerten Eliten war, wo sie mit Erfolg an einer gläsernen Decke von Frauen für Frauen arbeiteten – welche von oben betrachtet ja nur lästige Rivalinnen im Rennen um die besseren Plätze (und Männer) sein konnten.

Tja, und heute werden diese zumeißt von Papa gesponsorten und von dessen Kumpels ebenso diskret protegierten Protagonistinnen – wie z.B. vdL - als Vorbilder für den bildungsbasierten Aufstieg in die Chefetagen – welcher zum Synonym erfolgreicher „Emanzipation“ verklärt wird – herausgestellt, wobei dies für unvoreingenommene Betrachter den Gestus und Geschmack von Hofberichterstattung hat...

Immerhin leistet sich die Autorin solche nicht und schert somit aus diesem Trend aus bzw. kritisiert diesen – jedoch die Klinge ist stumpf und die Spitze ihrer Kritik reicht nicht bis oben hin, sondern verbleibt auf einer ahistorischen Polemik gegen eine in der Tat auch auf weiblicher Seite jede Bodenhaftung verlierende sog. Elite bundesdeutscher Eigenart.

Schade.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 16:23

Klar müsste man in meine Betrachtungen zur westdeutschen auch noch die ostdeutschen Emanzipationsbestrebungen von Frauen einbeziehen, jedoch ist diese Entwicklung mit dem Untergang der staatlich verordneten Gleichberechtigung historisch entkoppelt bzw. durch die Auflösung der gesamtdeutschen Frauenbewegung im "langen Marsch" durch die Bildungs-Institutionen (mit Blick nach oben) ebenso überholt, fragt sich nur von was...

anne mohnen 04.01.2013 | 18:49

Ein wirklich wichtiger Artikel, der in der Gleichstellungsdebatte die Fallstricke beim Namen nennt.

Wenn es um Altersarmut, frauenspezifische Berufswahl geht, die in diesem Zusammenhang mitgenannt werden muss, zeigt sich der Stand der Dinge.

Ich plädiere deshalb immer schon dafür, dass das Thema Gleichstellung ebenso „von unten“ angegangen werden muss. Mir ist es auch mindestens so wichtig, dass sich hier entscheidendes ändert, also in den unteren und mittleren Einkommensgruppen, dass z.B. darüber nachgedacht wird, warum ausgerechnet in frauenspezifischen Berufen – Erziehung, Pflege, Dienstleistungen – die Einkommensschere so auseinanderklafft im Vergleich zu männerspezifischen Berufen.

Warum „bilden“ sich Mädchen/Frauen sich in Berufen, die sie per benachteiligen. An dieser Stelle sind meiner Wahrnehmung nach die Gewerkschaften, Bildungspolitik zu wenig frauenfreundlich, obwohl die Gleichstellungsdebatte doch immer auch eine Bildungsdebatte sein muss: Hat sich z.B. der Prozentanteil junger Facharbeiterinnen in gutbezahlten technischen und Handwerksberufen erhöht? Warum studiert die Mehrzahl der Frauen immer noch „weiche Fächer“. Welche Anreize werden geschaffen dies zu ändern, wer macht da Druck?

Familienplanung und ein damit einhergehendes entsprechendes Familienbild sind ein Armutsrisiko für Frauen insbesonder im Alter. Warum wird nicht wie in den skandinavischen Ländern die Teilzeitarbeit aufgewertet und ist kein Karrierenachteil. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass etwa ein Weltunternehmen wie die Henkel AG mit dem Dänen Kasper Rorstedt einen Vorstand an der Spitze des Unternehmens gewählt hat, der nicht nur für die Frauenquote ist, sondern zwei Assistentinnen hat, die sich ihren Job in Teilzeit teilen und ihre Kinder gegebenenfalls mit an den Arbeitsplatz nehmen. Rorstedt betrachtet u.a. das Festhalten an Präsentpflicht am Arbeitsplatz für überholt. Rordstedt selbst hält sich bewusst den Rücken für seine Familie frei.

Dennoch, auch wenn Ägypten, so erinnere ich mich, Anfang der 1990ziger Jahre mehr weibliche Professorinnen hatte als Deutschland, hinkt doch der Vergleich hiesiger Verhältnisse mit denen indischer oder ägyptischer Frauen mächtig und ist sicherlich eher als provokanter Auftakt für eine lebendige Diskussion über einen guten Artikel gedacht.

b593330 04.01.2013 | 18:52

Indien ist ja eher ein schlechtes Beispiel. Da gehen AkademikerInnen auf die Straße, weil die Vergewaltigung eine Akademikerin in einer wohlhabenderen Gegend traf. Solche Art von Vergewaltigung bis Misshandlung gab es aber schon in den ärmeren Gegenden ohne großen medialen Aufschrei.

 

Das kommt dem Vergleich mit der Supermarktkassierin nahe - es interessiert keinen.

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Ehemaliger Nutzer 04.01.2013 | 19:57

Der Feminismus ist nicht die Emanzipation aber eine Garantie, dass diese Kultur samt seiner Bevölkerung austerben wird!

Das Projekt heißt also Bevölkerungsreduzierung, da das Geldsystem der Eliten aber nicht reformiert werden darf in Sinne von Silvio Gesell, so muß halt die Menscheit weg, die Taliban lachen sich darüber auch tot!

Rupert Rauch 04.01.2013 | 20:06

Na ja, ich habe die Quotendiskussion fürs Management immer mit Befremden beobachtet. Ein Beweis dafür, dass Frauen aus dem Großbürgertum mittlerweile in Politik und Medien angekommen sind und dort Agendasetting betreiben können.

Mit der Bevölkerung hat das wenig zu tun, bestimmt 90% kommen nie auch nur in die Nähe einer Managementposition. Und wenn man unten wurschtelt, ist es idR ziemlich egal, wer oben die Fäden zieht und das große Geld verdient. Frauen haben nicht per Definition den besseren Charakter, da brauchen wir nur ins Bundeskanzleramt schauen, wo Merkel gerade sehr menschenverachtende Politik macht.

Als, wegen der Familie, Teilzeit arbeitender Mann, behaupte ich, dass selbst das misslungene Betreuungsgeld relevanter und nützlicher ist (auch für die Frauen). Zumindest entspannt es die finanzielle Lage von jungen Familien von der Geburt bis zum Beginn des verfügbaren Halbtagskindergarten wenigstens minimal.

An dieser Stelle (Finanzierung und Betreuung junger Familie, praktizierbare Teilzeitmodelle) sind die großen Baustellen der Zukunft, die Gründe die immer noch viele Frauen zu Hause festhalten. Bezeichnenderweise haben die konservativen Damen zu dieser Thematik wenig beizutragen, allenfalls vdL darf man zumindest für das viel zu kurz bemessene Elterngeld danken. Merkel gibt das Geld lieber den Banken...

 

lebowski 04.01.2013 | 22:42

Ich würde ja CSU  wählen.

Wie lautete letztens eine Schlagzeile in der SZ:

"Seehofer kürt Aigner zur starken Frau der CSU"

http://www.sueddeutsche.de/bayern/ein-jahr-vor-der-landtagswahl-in-bayern-seehofer-macht-aigner-zur-starken-frau-der-csu-1.1468895

Brillant! Eine Partei, wo sogar die starken Frauen von den Kerlen ernannt werden. Die würde ich wählen.

Ansonsten haben ja gerade die Politdamen eine ausgesprochen antike Demokratieauffassung. Im alten Athen war es üblich, dass die Sklaven die Arbeit machten, während die Männer über Politik diskutierten. Man braucht nur Männer durch Frauen ersetzen und schon stimmt das ganze wieder.

 

TobiB07 06.01.2013 | 20:36

(Dieser Beitrag enthält einen wichtigen Tipp für Frauen, die Armut und Elend vermeiden wollen, irgendwo versteckt)

 

Frauensache Die "Zeit" feiert die "Feminisierung der Republik", hat dabei aber nur Frauen in Spitzenpositionen im Sinn.

Ebenso, wie sie nicht den Müllmann, den Kanalarbeiter, oder den Obdachlosen im Sinn hat. Und das Feminismus seit jeher eine elitäre Angelegenheit war, ist nun wirklich nichts neues, keiner Arbeiterin hat Feminismus je geholfen, sie malocht wie ehedem.

 

Zur Quotendiskussion (Frau: "Haben will, wäh!")

"Mythos der gläsernen Decke"

http://sciencefiles.org/2012/09/15/ende-einer-genderphantasie-die-glaserne-decke-in-scherben/

 

"Diversität in Führungsgremien, so haben die Frauenquoten-Enthusiasten getönt, verbessere das Betriebsergebnis von Unternehmen, und besonders Frauen brächten eine “frische Perspektive” in Führungsgremien, die sich positiv auf den Unternehmensprofit auswirke. Øyvind Bøhren und Øyvind Strøm sowie Kenneth Ahern und Amy Dittmar haben diesen Mythos entzaubert: Diversität im Vorstand wirkt sich negativ auf den Gewinn von Unternehmen aus, und wenn die Diversität durch Frauen hergestellt wird, dann wirkt sich dies besonders negativ auf das Betriebsergebnis aus."

http://sciencefiles.org/2012/10/02/alles-luge-feministisches-rent-seeking-durch-frauenquoten/

 

und:

http://sciencefiles.org/2012/04/01/die-gesellschaftlichen-kosten-einer-gesetzlichen-frauenquote/

 

"Frauen verdienen weniger"

Ja, weil sie weniger arbeiten, und weil sie zweitens, wenn sie arbeiten, weniger harte, weniger gefährliche, weniger den Witterungen ausgesetzte Tätigkeiten, weniger einsame, weniger heimatferne und kaffeemaschinennähere Arbeiten ausüben (im Büro auf dem Arsch sitzen, man gehe in eine beliebige Behörde und betrachte sich dort die Privilegierten). Zur Lohnlüge stellte das statistische Bundesamt fest:

"Aus dem geschlechterspezifischen Verdienstabstand kann nicht geschlossen werden, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit anders bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich vielmehr durch Unterschiede in der männlichen und weiblichen Arbeitnehmerstruktur erklären. Diese sind beispielsweise gekennzeichnet durch Unterschiede im Anforderungsniveau, der Verteilung auf besser und schlechter bezahlte Wirtschaftszweige, der Größe der Unternehmen, der Zahl der Berufsjahre, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und des Ausbildungsniveaus." - Destatis, 13. Juli 2006

und Bundesfrauenministerin a.D. Renate Schmidt:

"Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt. (...) Ansonsten ist Lohndiskriminierung auch heute schon bei uns verboten. Und jede Frau hat die besten Chancen, eine Klage zu gewinnen, wenn es eine ungleiche Bezahlung bei sonst gleichen Voraussetzungen gibt."

Merke: Eine Frau die arbeitet, wie ein Mann, verdient auch wie ein Mann, die Frage ist nur, ob sie das auch will.

 

Und je älter die Frauen werden, desto bedrängter wird ihre Situation: Sie beziehen nur halb so viel Rente wie Männer und sind überproportional von Altersarmut bedroht. Ein Grund dafür ist, dass 38 Prozent aller Frauen in Deutschland Teilzeit arbeiten, verbunden mit geringen Aufstiegschancen und ungenügender Altersabsicherung.

Um das zu meiden, muss die Frau halt ARBEITEN anstatt Selbstverwirklichung zu betreiben, sich einen Lebensspaß zu gönnen und sich den Kinderwunsch zu erfüllen (auf Kosten eines (ausgemusterten) Mannes).

 

Davon abgesehen:

Männer füllen die Rentenkassen, Frauen leeren sie, und allen Ernstes wollen Sie mehr? "Ich will haben, haben" halten die Hand auf? Ihre Forderung bedeutet nur, dass Männer noch mehr für Frauen arbeiten sollen, als sie es ohnehin schon tun (Männer füllen Gesundheits-, Versicherungs- und Rentenkassen, Frauen leeren sie)?!?

NEIN!

Das Familienselbstverwirklichungszeit als rentenfähige Arbeitszeit anerkannt wird, damit erkläre ich mich erst dann einverstanden, wenn der Mann dieselbe Möglichkeit hat wie die Frau, aus der außerhäuslichen Maloche auszusteigen und sich wie die Frau zeitweise oder lebenslang vor der Arbeit zu drücken. Das wird aber nie geschehen, da es keiner Frau auch nur im Traum in den Sinn kommt, mit ihrer Plage der Arbeit einen gesunden, erwachsenen Mann zu ernähren.

Frauen können Altersarmut vermeiden, indem sie den Eid, die lebenslange Gemeinschaft auch einzuhalten, nachkommen, an der Beziehung arbeiten anstatt sie bei den ersten Problemen aufzukündigen. Und wenn es doch zur Trennung kommt: Trennungsväter kommen ihrer Sklavenfunktion - statistisch erwiesen - weit besser nach, wenn sie nach der Trennung die Vaterkindbeziehung weiterleben können und nicht ausgegrenzt werden, weil Madame das Kind als ausschließlichen Eigenbesitz begreift oder einen klaren Trennungsstrich ziehen will, weil es nervt, den Kindsvater alle zwei Wochen bei der "Übergabe" wiederzusehen. Also: Erhalt der Vaterkindbeziehung wirkt sich positiv auf's Einkommen der Frau aus - dies als Hinweis, Schl***e! Der entsorgte Vater hingegen, dem der Kontakt zu seinen Kindern verwehrt wird, geht in der Regel kaputt, auch beruflich, und dann trifft man sich im Sozialamt wieder, also als von Armut geschlagene.

Weiterhin: Solange GeschlechterrassistInnen nicht die Geringste Solidarität für Obdachlose zeigen, und sich bemerkbar für diese engagieren, mit ihrer mächtigen, feministischen Lobby auf Durchsetzung der Sozialstaatsgarantie drängen, gehen mir altersarme Frauen ebenfalls am Allerwertesten vorbei, ganz besonders, da sich diese Altersarmut auf Ausmusterung und Entsorgung eines Vaters begründet.

Angelia 06.01.2013 | 22:36

Frauen können Altersarmut vermeiden, indem sie den Eid, die lebenslange Gemeinschaft auch einzuhalten, nachkommen, an der Beziehung arbeiten anstatt sie bei den ersten Problemen aufzukündigen.

 

ähmmm... ja aber gerade weil Frauen doch von ihrem Mann finanziell unabhängig sein wollten, um aus einer schlechten Ehe aussteigen zu können, haben sie u.a doch für die Emanzipation gekämpft. Doch nicht primär  um  in einem DAX-Unternehmen Chefin zu werden. Das hat sich dann eher so ergeben. Und meines Wissens ist Beziehungsarbeit immer die Sache von beiden Partnern.

 

Also wenn eine Frau mal Papstin wird, können wir die Emanzipationsbewegung als abgeschlossen betrachten, vorher noch nicht. :-)

TobiB07 06.01.2013 | 23:27

ähmmm... ja aber gerade weil Frauen doch von ihrem Mann finanziell unabhängig sein wollten, um aus einer schlechten Ehe aussteigen zu können, haben sie u.a doch für die Emanzipation gekämpft.

Wenn Du dir anschaust, worum Frauen vor dem Familiengericht kämpfen, dann kannst Du deine Lüge kaum aufrecht halten. Frauen kämpfen darum, von ihrem Mann abhängig zu sein, sich ein schönes Leben machen können, auf Kosten ihres Ex. Frauenemanzipation ist reine Rosinenpickerei. Aber Emanzipation bedeutet auf eigenen Beinen zu stehen und nicht, auf Kosten eines anderen zu leben.

 

Und wenn er seinen Sklavenstatus durch Selbstvernichtung aufkündigt, ist sie leidenschaftlich empört, und: Alle Welt hat Mitleid mit ihr.

 

Weiter: Wenn sie aus einer "schlechten Ehe" aussteigen will, dann soll sie halt aussteigen, keiner hindert sie, aber nicht als Parasit zu Lasten ihres Ex.

pw6 07.01.2013 | 00:17

"Frauen sind nicht zwangsläufig die besseren Politiker-innen"

Wenn ich so über das Berufsbild, die Qualifikationen und die intrinsischen Motivationen von Politikern nachdenke (eine Show abziehen, Wähler verdummbeuteln, Konkurrenten ausbooten, Macht ausüben, ....), dann sind die oben angekommenen Frauen die besseren Politiker, schon weil, wie ihre Position beweist, sie ihre Konkurrenten ausgebootet haben. Ob zwangsläufig (per Quote?) oder aus anderen Gründen, ist egal. Wobei die Quote eine politische Meisterleistung ist. Wie sagte schon Kohl: entscheidend ist, was hinten auskommt.

pw6 07.01.2013 | 01:05

"Ist Emanzipation ein Projekt für Eliten?"
Ja. Weiß man schon länger, und ist eigentlich als Thema schon etwas abgegriffen.


'Die "Zeit" feiert die "Feminisierung der Republik",... Die Discounter-Kassiererin sieht das wohl ein wenig anders'
Der männliche Discounter-Kassierer, dem ich bei Aldi, Lidl et al. laufend begegne, sicher auch. Nur Rewe hinkt hinterher, da kassieren fast nur Frauen. Rewe scheint Männer nicht zu mögen.
Der rasante Wechsel zwischen Emanzipation und Feminisierung bzw. die Gleichsetzung beider Begriffe scheint mir übrigens argumentativ bedenklich.

"Sie verdienen immer noch 21,6 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Jobs"
Nein, das ist definitiv falsch. Ich dachte, diese Falschbehauptung wäre jetzt endlich vom Tisch. Selbst in der Wikipedia hat diese Erkenntnis die feministischen edit wars überstanden: http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Pay_Gap

anne mohnen 07.01.2013 | 12:06

@ Helga: „Gut“

Und weil es so ist, sollten die Frauen weniger nach Geld und Rente schielen, sondern mehr ihr seelisches Gleichgewicht und ihre  sozialen Fähigkeiten schulen.

Warum wollen die Emanzipierten eigentlich  unbedingt noch viel Geltung haben, wenn sie das System durchschauen?

Waren nicht die KZ-Aufseherinnen oft schlimmer als die männlichen Postenträger?“

 

Ihr Kommentar ist nicht nur unsachlich, sondern widerlich und nicht hinnehmbar. Sie zielen auf die Diskreditierung des Themas, des Artikels, seiner Verfasserin und der Kommentatoren_innen ab, indem Sie u.a. diese unsägliche Analogie von KZ und männlichen Postenträgern ins Spiel bringen.