500 Jahre Widerstand (I)

Dunkle Seele Pruß: Wie eine Krebszelle besetzt die Zwingburg des "Eisernen" den sensibelsten Punkt der selbstbewussten Stadt
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Zweifel nährt den Widerspruch, danach erwacht der Letzte Stand: der Widerstand.

Der3. Standumfasste nominell alle freienBürger, manchenorts auch freieBauern, weiß Wikipedia:An der Spitze der Ständepyramide standen dieFürstenund derKönigoderKaiserbzw. bei den Geistlichen dieBischöfeund der Papst. Im dritten Stand dagegen war die große Mehrheit der Bevölkerung versammelt, die keine oder nur sehr begrenzte Herrschaftsrechte (z. B. gegenüber dem Gesinde) besaß. Das ständische System galt den Menschen des Mittelalters und der frühen Neuzeit als feste, von Gott gegebene Ordnung, in der jeder seinen unveränderlichen Platz hatte. Für den Adel und den dritten Stand galt, dass jeder in seinen Stand hineingeboren wurde. Ein Aufstieg war in der Regel nicht möglich. Verdienst oder Reichtum hatten kaum Einfluss auf die Ständezugehörigkeit.... Das ständische System ist ein statisches Gesellschaftsmodell.

„Der Eiserne“ schreibt sich als „Eisenzahn“ in die Historie der Stadt Berlin ein: Friedrich II. von Brandenburg ist in den ersten Stand geboren und wird zunächst zum polnischen Thronfolger erzogen. Nach dem unerwarteten Tod der versprochenen polnischen Prinzessin mutiert er zum Melancholiker der Macht, erbt im Jahr 1437 mit seinem Bruder Friedrich dem Fetten die Herrschaft als Markgraf und Kurfürst über die sandigen märkischen Ländereien zwischen Sachsen und Polen, die seit der Schenkung durch Kaiser Karl den Großen seit fast achthundert Jahren von slawischen Stämmen bestellt werden. Die germanischen Suebenstämme hatten den öden Landstrich um Havel, Spree und Dahme in den poströmischen Jahrhunderten der Völkerwanderung verlassen, um sich weiter westlich am Oberrhein als Schwaben in das zweite nachchristliche Jahrtausend zu populieren.

Am Anfang der Kolonisierung Preußens steht ein jahrzehntelanges, grauenvolles Gemetzel, fast eine Ausrottung, vergleichbar der späteren Ausrottung der nordamerikanischen Indianer durch die europäischen Einwanderer. Zu beschönigen ist hier nichts, urteilt Sebastian Haffner über die Eroberung und Unterwerfung des Preußenlandes an der Weichsel durch den Deutschen Ritterorden (in Preußen ohne Legende). Die heidnischen Elb- und Oderslawen waren in der Kolonisierungsepocheohne Zweifel in ihrer materiellen und kulturellen wie ihrer religiösen Zivilisation hinter ihren christlichen Kolonisatoren zurück gewesen; aber doch nicht so weit zurück, daß sie nicht assimilations- und entwicklungsfähig gewesen wären. Die heidnischen Preußen (oder Pruzzen) am Unterlauf der Weichsel dagegen waren in deutschen (und übrigens auch polnischen) Augen nicht rückständige Verwandte, sondern Wilde: ein fremdrassiges Volk ohne Schrift und ohne Zeitrechnung, mit einer Germanen wie Slawen gleich unverständlichen Sprache und mit Bräuchen, die ihren christlichen Nachbarn barbarisch vorkamen, wie Vielweiberei und Kindesaussetzung; dabei durchaus kriegerisch, zäh und tapfer. Wenn die christlichen Nachbarn als Missionare oder Kolonisatoren in Preußen auftraten, wie es vor dem Ritterorden schon erfolglos die Polen versucht hatten, konnte der Zusammenprall nur furchtbar sein.

Eisenzahns Vater aus dem Haus Hohenzollern hat bereits versucht, die Dominanz des eingesessenen Adels der Mark zu beschneiden, insbesondere der Quitzows und Putlitz, deren Vorväter mit dem Fürstenhaus der Askanier vom Harzrand her das slawisch-wendische Markland erobert haben und die ihre Existenz inzwischen auf zweifelhafte Weise sichern.... Raubritter unter der Führung der Herren Putlitz, Bredow, Quitzow und Rochow überfallen Städte und Dörfer, rauben Vieh von den Weiden, morden, schänden und brandschatzen und lassen das Fehdewesen ungehemmt sich ausbreiten, notiert die Preußen-Chronik im Jahr 1397 lakonisch. Wo Macht streitet, müssen die Beherrschten bluten.

Muss ich erwähnen, dass damals die Herrschenden als Eigentum betrachten, was auf den lehmigen, sandigen Ländereien wächst, Holz und Früchte, Tiere, Weiber und Kerle, die ohne Stand....Leibeigenschaft ist die Lage oder Rechtstellung einer Person, die durch Gesetz, Gewohnheitsrecht oder Vereinbarung verpflichtet ist, auf einem einer anderen Person gehörenden Grundstück zu leben und zu arbeiten und dieser Person bestimmte entgeltliche oder unentgeltliche Dienste zu leisten, ohne ihre Stellung selbständig ändern zu können (Gesetz über den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu dem Zusatzübereinkommen vom 7. September 1956 über die Abschaffung der Sklaverei, des Sklavenhandels und sklavereiähnlicher Einrichtungen und Praktiken (BGBl. 1958 II S. 203 ff.).

Auch Leibeigenschaft wird durch Geburt begründet, aus dem Stand der Mutter. Bereits für die germanischen Stämme ist die Unterscheidung zwischen Freien und Unfreien überliefert, entstanden durch Kriegsgefangenschaft, Unterdrückung oder freiwillige Ergebung, weitergegeben durch Geburt und Verheiratung. Mit dem Verfall der Geldwirtschaft im frühen Mittelalter haben viele freie Bauern ihr Land an Adelshäuser und Kloster verschenkt oder verkauft, um den ständig drohenden Kriegsverpflichtungen zu entgehen.

Die Wurzeln der preußischen Geschichte skizziert Haffner kurz: Die älteste – nennen wir sie die Urgeschichte Preußens – ist Kolonialgeschichte; die Geschichte von Gründung, Blüte und Verfall zweier deutscher Kolonien, der Askanierkolonie in Brandenburg und der Ordenskolonie in Preußen. Diese Geschichte beginnt im 12. und 13. Jahrhundert und geht im 14. und 15. Jahrhundert zu Ende, ohne daß auch nur der Schimmer eines Ausblicks auf den künftigen Großstaat Preußen am Horizont zusehen wäre. Und doch ist diese Kolonialgeschichte der Ur- und Wurzelboden Preußens. Noch nicht der Staat, aber die für das spätere Preußen charakteristische Bevölkerungs- und Gesellschaftsstruktur formt sich schon hier und bleibt bis ins 20. Jahrhundert im wesentlichen erhalten, wie sie sich in dieser Urzeit formiert hat. (Preußen ohne Legende)

Eisenzahns Vater Friedrich I. war als Lohn für seine Gefolgschaft vom König des römisch-deutschen Reichs im Jahr 1411 zum Verwalter der Marken bestellt worden. Am 30. April 1415 übertrug der König ihm die erbliche Würde des Markgrafen und Kurfürsten, am 21. Oktober 1415 huldigten ihm die brandenburgischen Stände auf einem Landtag zu Berlin .

Als Residenz wählte er nicht die Chur- und Hauptstadt Brandenburg an der Havel, sondern die etwas jüngere Gründung Berlin neben Cölln an der Spree, die östlichste deutsch-slawische Grenzstadt. Der Name Berlin ist slawischen Ursprungs, während der Name Cölln vermutlich vom Rhein stammt, vielleicht eine Erinnerung an die Herkunft der Neuansiedler, die aus dem Rheinland, aus Westfalen und Niederfranken eingewandert waren und die erste Bürgerschaft nach dem Magdeburger Recht bildeten.

Die ersten urkundlichen Erwähnungen der beiden Orte zeigen bereits eine voll ausgebildete Stadt mit Propstei und Kaufmannschaft. Der 1237 als plebanus de colonia bezeichnete Geistliche Symeon ist 1244 praepositus de Berlin, 1247 praepositus de colonia juxta Berlin.....

1251 besaß Berlin bereits Zollfreiheit, 1252 tagte dort ein Provinzialkapitel der Franziskaner.... Die ersten Anlagen der Landesherrschaft - ein großer Hofbesitz (aula) in Berlin, Klosterstr., Mühlen und Münze - zeigen bereits die Bedeutung. Einen Plan gibt erst 400 Jahre später, Merians Topographie 1652. Er läßt die mittelalterliche Stadt noch gut erkennen, das planmäßige Straßennetz und die räumliche Einheit. Der Mauerring umschloß die Doppelstadt, durch Türme und Weichhäuser verstärkt....

Zwei Übergänge - Mühlendamm und Lange Brücke - leiteten den Verkehr zu den 5 Toren: südlich der Spree das Gertrauden (urspr. Teltower) und Köpenicker Tor, nördlich, das Spandauer, Georgen- (urspr. Oderberger) und Stralauer Tor. Der Aufstau durch den Damm in der Spree gab die Wasserkraft für die Mühlen und den Überfluß in die schützenden Stadtgräben. So muß die Schiffahrt »bi den molcndamm« umladen »von de Aversprew up de Nedersprew«. Der Größe entsprechend - Berlin 47 ha (1140 : 510 m); Cölln 23 ha (800 : 370 m) - besaß Berlin zwei Pfarrkirchen, St. Nikolai und St. Marien. Für Cölln reichte St. Petri aus. Beide Städte hatten Klöster, jeweils an der Mauer, Franziskaner (Klosterstr.) und Dominikaner (Brüderstr.). Dazu bestanden zwei Armenhöfe (Spitäler) mit Kapellen, Heiliggeist am Spandauer Tor und vor dem Oderberger Tor St. Georgen.(Quelle: WebseitePreussenweb).

Bald nachdem der Hohenzoller Friedrich I. im Jahr 1437 die Herrschaft über die Marken seinen Söhnen übertragen hat,teilen sich die Söhne den Herrschaftsbereich, Friedrich III. übernimmt die Altmark und Prignitz.

Friedrich II. nutzt die politischen Spannungen in der Doppelstadt an der Spree: Wohlhabende Familien der Berliner Fernhandelskaufleute regieren die Stadt durch einen Rat der Patrizier, aber Zünfte und Bürger fordern Beteiligung an den Räten in Berlin und Cölln. Kurfürst Friedrich II. unterstützt die bürgerliche Opposition und bricht die patrizische Union der Doppelstadt im Frühjahr 1442 auf, indem er den Ort mit sechshundert bewaffneten Reitern besetzt. Die neu eingesetzten Räte geloben zusammen mit den Viergewerken und den gemeinen Bürgern, keine Bündnisse mehr einzugehen, außerdem räumen sie dem Kurfürsten das Recht ein, die Ratswahl zu bestätigen, und schwören, ihm die Stadtschlüssel auf Verlangen jederzeit auszuliefern.

Bereits im Sommer setzen die Bürger der Doppelstadt die allzu fügsamen Räte ab und empören sich gegen die neuen Ansprüche des Landesherrn. Berlin und Cölln stehen gegen den Kurfürst und seine Amtsleute auf, was ihm Grund gibt, die Doppelstadt zu bestrafen: Er beschlagnahmt die größten städtischen Güter mit den ehemaligen Tempeldörfern Tempelhof, Rixdorf, Mariendorf und Marienfelde vor den Toren Berlins, entzieht der Doppelstadt verschiedene Rechte und zwingt die Stadt Cölln mit militärischer Gewalt, ihm einen Bauplatz für ein kurfürstliches Schloss an der nördlichen Stadtmauer und bei der Langen Brücke abzutreten.

Mauer und Graben von Cölln liefen vormals um den »Dom« (Kirche der Dominikaner) quer über das Schloßgelände zur Spree, weiß die WebseitePreussenweb.

An dieser Stelle muss die Cöllner Stadtmauer niedergerissen werden, damit im Jahr 1443 eine herrschaftliche Zwingburg errichtet werden kann. Hier liegt auch das Haus von Bernd Ryke, dem Bürgermeister, heißt es. Handwerker und Bürger der Doppelstadt üben sich im Widerstand, um ihre Autonomie zu erhalten...

Illegale Aneignungen durch den Kurfürsten Friedrich II. führten dazu, dass sein Richter verhaftet und aus seiner Kanzlei Urkunden, welche die Hoheitsrechte des Kurfürsten stützen konnten, entwendet oder vernichtet wurden. Der Höhepunkt des Berliner Unwillens war die Baustellenbesetzung im Jahre 1447, als die Ausmaße der Hohenzollernresidenz sichtbar wurden. Man vertrieb die Bauleute, umschloss das begonnene Gebäude mit einem Blockzaun und setzte es durch Aufziehen der Schleusen in den Stadtgräben unter Wasser. Kurfürst Friedrich II. sah sich einer Kraftprobe mit den Bürgern Berlins ausgesetzt. Vermittlungsversuche anderer Städte der Mark scheiterten, die Besetzung wurde mit Gewalt beendet,schreibt der Chefarchitekt des Palastes der Republik (Graffunder/Beerbaum: Der Palast der Republik)

Die erhoffte Unterstützung vom mittelmärkischen Städtebund oder von der Hanse bleibt aus, so eskaliert der Konflikt zwischen der Doppelstadt und dem Landesherrn nicht zu einem Waffengang. Aber vor dem landständischen Gericht, das der Kurfürst in Spandau einberuft, müssen sich Berlin und Cölln vor dem versammelten brandenburgischen Adel, den Ratsleuten von Frankfurt/Oder, Brandenburg, Spandau und anderen Städte dem Landesherrn offiziell unterwerfen.

Das neue Stadtwappen stellt den Berliner Bären auf allen Vieren dar, bezwungen durch den Adler Brandenburgs. Jeder Sieger schreibt die Geschichte um.

Der Berliner Unwille in den Jahren 1447/1448 geht in die Annalen einer denkbaren Geschichte des Letzten Standes ein, des Widerstands. Etwa dreihundert Berliner werden mit hohen Geldstrafen, Kerker und Verbannung gestraft, der Bürgermeister Bernhard Ryke verliert nicht nur Haus und Stand, sondern durch die Verbannung als Hauptverantwortlicher seine Heimat und wird später in Sachsen angeblich durch Ritter des Kurfürsten ermordet.

Der Verlust der Selbständigkeit und die Niederlage durch die landesherrliche Gewalt hat nicht nur die stolze Bürgergemeinde von Berlin und Cölln tief getroffen, sondern war auch ein Ereignis, das über den lokalen und landesgeschichtlichen Rahmen hinaus nationalgeschichtliche Bedeutung erlangte. Es war der erste vollkommene Sieg des Fürstentums über das Bürgertum und führte auch in anderen Ländern des Reiches dazu, daß die Fürsten konsequent gegen die städtische Autonomie in ihren Territorien vorgingen. (Anneliese Schäfer-Junker auf Spreeinsel.de).

Der Eiserne hat seine Zwingburg am sensibelsten Punkt der selbstbewussten Stadtgesellschaft gegründet. Der Flussübergang wirkt als Katalysator der wirtschaftlichen Dynamik von Berlin und Cölln, aus den Raststätten, Staumärkten, Stapelhäusern und Niederlagen der reisenden und niedergelassenen Kaufleute ist eine Keimzelle freien, bürgerlichen Wohlstands erwachsen, die damals gut achttausend Menschen ernähren kann. Die kurfürstliche Präsenz an diesem Ort bedeutet eine nachhaltige Demütigung der mittelalterlichen Städtefreiheit, weiterhin auch Verluste von Einnahmen, die Markgraf Eisenzahn zukünftig für sich beansprucht. Wie eine hungrige Krebszelle nistet das Haus Hohenzollern an einem Hot Spot der überregionalen Verkehrswege, am Versammlungsort der märkischen Stände, am Haupt des mittelmärkischen Städtebundes in der wichtigen Handels- und Hansestadt, zu der sich Berlin seit dem Ende des 13. Jahrhunderts entwickelt hat.

Der Bau wurde im Eiltempo fortgesetzt und der Rohbau noch 1448 vollendet,schreiben Graffunder und Beerbaum.

Das Schloß wurde 1451 fertig. Der langgestreckte Bau links der Spree ruhte auf einem Feldsteinfundament, hatte drei Geschosse aus roten Backsteinen und bezog den Eckturm der Köllner Stadtmauer, den »Grünen Hut«, mit ein. Friedrich II. hat wiederholt in ihm Hof gehalten. Ein Hofgericht wurde eingerichtet, die Schloßkapelle zum Domstift erhoben. Das Hohe Haus, benachbarte und andere Grundstücke wurden als Burglehen und Freihäuser an Räte und Amtleute vergeben (Reinhard Nelke auf der WebseitePreussenweb).

Sie sind gekommen um zu bleiben.

Doch stellte Berlin darum noch keine feste Residenz dar. Eine ständige Hofhaltung im Köllner Schloß erfolgte erst seit 1470 unter dem Statthalter des meist abwesenden Kurfürsten, dem Markgrafen Johann Cicero. Dessen Hofhaltung war nicht großartig, eher kümmerlich. So war der Hof als Verbraucher für das Berliner Wirtschaftsleben weiterhin wenig interessant, resümiert Reinhard Nelke auf seiner WebseitePreussenweb: Auch gab es für Berliner Bürger keine Hof- und Kanzleistellen. Die Hohenzollern waren ihrer fränkischen Burggrafschaft Nürnberg und der Reichspolitik stärker verbunden als der Mark Brandenburg; fränkische Räte, Kanzleibeamte und Ritter bildeten den Hof und das Gefolge.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erfolgt der verstärkte Ausbau Berlins zur Fürstenresidenz und zum Verwaltungszentrum des brandenburgischen Territorialstaates. Hundert Jahre nach der ersten Grundsteinlegung lässt der neue Kurfürst Joachim I. den Schlossbau fast vollständig durch eine neue, repräsentativere Residenz im Stil der Renaissance ersetzen. In seine Regierungszeit fällt auch der Bau des Jagdschlosses Grunewald, der ersten Schleuse im cöllnischen Stadtgraben und der Festung Spandau. Die Berliner Handelshäuser erleiden katastrophale Verluste, als der baulustige Landesherr bei seinem Tode eine unvorstellbare Verschuldung hinterlässt.

Im sechzehnten Jahrhundert erlangt der amtierende Brandenburgische Kurfürst mit viel Mühe die preußischen Ostgebiete als Lehen des polnischen Königs, damit ist ab 1568 eine Zusammenführung der Verwaltung von Ostpreußen und Brandenburg möglich, bis durch einen lang erwarteten Erbfall im Jahr 1618 ein Herrscher aus dem Haus Hohenzollern in Personalunion beide Länder regieren kann, dazu aber auch als Herzog von Pommern, Magdeburg und Cleve, Graf von der rheinischen Mark, Fürst von Minden und Fürst von Halberstadt jedem dieser Länder mit eigenen Gesetzen und Institutionen als Landesherr vorstehen muss.

Das Berliner Schlossensemble wird im sechzehnten Jahrhundert um den Apothekenflügel und ein viergeschossiges Quergebäude ergänzt, aber der Dreißigjährige Krieg schreibt eine deutliche Zäsur in die Jahresringe der Schlosserweiterung, der ebenfalls im Jahr 1618 beginnt

Der erste Stand entfesselt einen beispiellosen Streit um die Vorherrschaft in Europa zwischen spanischen und französischen, zwischen polnischen, schwedischen und dänischen, zwischen katholischen und protestantischen Landesherren. Gustav Adolf von Schweden zwingt Pommern, Mecklenburg, Brandenburg und Sachsen in ein Bündnis, das eine breite, blutige Spur bis nach Österreich zieht. Über Jahrzehnte verbeißen sich die Mächtigen des Kontinents in einen selbstmörderischen Kettenkrieg: „Der Krieg ernährt den Krieg“. Für die Feldzüge wird jedes Land geplündert, in dem die Kämpfe brennen. Schwerbewaffnete Heere und marodierende Söldner trieben Geld und Naturalleistungen ein, wo sie stehen, liegen oder marschieren.

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02:57 13.10.2011
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Geschrieben von

archinaut

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