Risiko-Abwägung: Staatsaffäre oder Super-GAU

EPR Flamanville: Whistleblower schlägt Alarm: "Reicht es, eine Staatsaffäre verhindern zu wollen, um dafür mit einem brandgefährlichen Bauteil eine Atom-Katastrophe zu riskieren?"
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Ein ungewöhnlicher Vorgang: die französische Atomaufsicht fragt die Bevölkerung nach ihrem Bauchgefühl zu einem Thema, bei dem technische Expertise auf höchstem Niveau gefragt ist: Es geht um die Inbetriebnahme des - auch unter Experten - hochumstrittenen Reaktordruckbhälters in Flamanville (Normandie). Unter den vielen Befragten meldet sich ein Whistleblower zu Wort, der ehemalige Präsident und Vorstandsvorsitzende einer der Stahl- und Metallverarbeitungs-Betriebe am Burgundischen Schwerindustrie-Standort Le Creusot. Seine Insider-Erkenntnisse aus den Zeiten, als die heutigen Areva-Betriebe noch unter der Ägide des Finanzspekulanten Michel Yves Bolloré liefen, beschreiben in erschreckender Weise die katastrophalen Zustände, deren Ergebnisse sich im aktuellen Areva-Skandal den Weg ans Licht der Öffentlichkeit bahnen. Es geht um minderwertigen Produktions-Ausschuss in Schlüsselkomponenten für nukleare Hochrisikotechnologie, um Schlampereien, betrügerische Dokumenten-Fälschungen, Vertuschungen und um die Gier-getriebene Plünderung der französischen Volkswirtschaft. Nachfolgend der übersetzte Text:

EPR: ist das Risiko einer Staats-Affäre Grund genug, um das Risiko der Betriebsaufnahme einzugehen?

Sollten die Verantwortlichkeiten, die zu den Fabrikationsfehlern des Flamanville-Reaktors führten, länger verschleiert bleiben und sollte der Betrieb eines mangelhaften Nuklear-Bauteils freigegeben werden, von dem niemand die Konsequenzen - im Falle eines Risses im Reaktor - beurteilen kann? (Kopie meiner Antwort auf die Öffentliche Anhörung, die durch die Atomaufsicht eingeleitet wurde)

Der Flamanville EPR ist bereits ein Staats-Skandal, egal ob er den Betrieb aufnimmt oder nicht. Die folgende Darlegung bestätigt das. Ist die Tatsache, dass dieser Skandal die Glaubwürdigkeit der Industrie des Landes in Gefahr bringt, ein ausreichender Grund dafür, das Risiko der Betriebsaufnahme eines fehlerhaften Bauteils einzugehen, welches ein, wenn auch kleines, Risiko für die Bevölkerung darstellt? Dies ist der eigentliche Sinn der angebotenen Bürger-Konsultation, denn andernfalls könnte sie absurd erscheinen. Die Bevölkerung des Landes, deren Meinung gefragt ist, hat zweifelsohne in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht die technische Qualifikation, um sich für die Validität oder die Gefährlichkeit des Reaktordruckbehälters (RDB) des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) auszusprechen. Denn weder in Flamanville, noch in Fukushima oder Tschernobyl war, nach dem Stand der Wissenschaft, irgendein Experte in der Lage, den Umfang des Schadens zu bewerten, bevor der Vorfall eintrat.

Aufgrund der Verantwortlichkeiten, die bei der Herstellung der Bauteile des RDB und den ihr zugrunde liegenden Korruptionen eine Rolle spielten und auf der Basis meiner eigenen Fragestellungen und meiner persönliche Erfahrung in den Werkhallen von Creusot, bringe ich meinen Beitrag zur Konsultation, die von der Behörde für nukleare Sicherheit ASN gestartet wurde.

Jean-François VICTOR, Präsident und Vorstandsvorsitzende von UIGM (Unité Industrielle de Grand Mécanique), welche am 31. Juli 2003 zu CREUSOT MECANIQUE wurde

Ich stelle klar, dass ich gegenüber dem Prinzip der Kernenergie unvoreingenommen bin.

An welchem Datum wurden die Kalotten (Boden und Deckel) des RDB von Flamanville 3 hergestellt und von wem?
Die Notiz der ASN der Sitzung vom 23. März 2016 mit der HCTISN (Ausschuss für Transparenz und Informationen zur nuklearen Sicherheit Bericht der Monitoring-Gruppe über den RDB Flamanville 3) z
eigt die Historie der Produktion auf der Grundlage der Angaben der AREVA-Gruppe, auf die ASN niemals zurückkam. Die Gießerei-Daten, die wahrscheinlich von AREVA angegeben wurden, sind der 23.1.2007 für den RDB-Boden und 5.9.2006 für den RDB-Deckel. Aber in einer Notiz vom 26. September 2016 vom Nuklearsicherheitsingenieur-Büro John Large & Associates (im Auftrag von Greenpeace) zeigt sich eine größere Zeitspanne von weiteren Terminen von 2004 bis 2007, S. 20 .

«Creusot begann mit der Herstellung der oberen und unteren Druckbehälter-Komponenten um das Jahr 2004, wobei sich der Fertigungsprozess bis ins Jahr 2007 erstreckte. In dieser Zeit äußerte ASN sich zur ‘situation préoccupante’ (d.h.“besorgniserregende Situation”) über den Zustand der technischen Dokumentation der Qualitätsprüfung QT für den Reaktordruckbehälter RDB ,[ 33 ] um Areva vor dem Risiko zu warnen, diese Komponenten ohne zugelassene Qualitätsprüfung herzustellen. [34]

Dies weist darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Herstellung der RDB-Kalotten für Flamanville 3, die Creusot-Prozesskette zur Herstellung nicht durch die ASN beurteilt und genehmigt wurde und dass es folglich keine Konformitätsbescheinigung für die beiden Kalotten gab. [35]«

Die von John Large vorgeschlagen Termine sind viel wahrscheinlicher, denn man fällt die Entscheidung, die Fabrikation zu starten, nicht am Morgen des Guß-Beginns, die Produktion findet an drei Industriestandorten statt, Industeel (Arcelor), Creusot Forge (für die eigentlichen Schmiedeprozesse) und Creusot Mécanique (Bearbeitung des Teils).

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Hierbei handelt es sich um zahlreiche Vorbereitungen im Vorfeld, die Mobilisierung und Koordination von mehr als zwanzig Facharbeitergruppen (Monteur, Hochofen-Chef, Projektleiter, Controller, Qualitäts-Koordinator, Schmied, Fräser, Forschungs- und Entwicklungs-Ingenieur, Walzer, Maschinist ...), die Organisation der Projektabläufe und die Planung können mehrere Monate dauern, bevor man den recycelten Automobil-Schrott einschmelzt und das Erstgussverfahren (durch Industeel) durchführt.

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Übrigens bietet die Broschüre von Creusot Forge und Creusot Mécanique, die im Januar 2011 gedruckt wurde, auf Seite 3 eine Historie dieser Industriewerke, welche im Jahr 2005 die Produktion der ersten Teile für den EPR Reaktor Generation III+ erwähnt.

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Nun waren Creusot Forge und Creusot Mécanique von Juli 2003 bis Oktober 2006 100%-ige Tochtergesellschaften der Gruppe SFARSTEEL, die selbst eine 100%-ige Tochtergesellschaft der FRANCE-ESSOR-Gruppe waren, welche zu rund 97% im Besitz von Michel Yves Bolloré (Bruder Vincent) waren. Dieselbe o.g. Broschüre stellt exakt auf der selben Seite 3 klar, dass die Eingliederung der beiden Unternehmen im Jahr 2006 erfolgte, genauer im Oktober 2006.

Wie auch immer, der Herstellungzeitraum der EPR-Teile überschneidet sich mit dem Zeitpunkt der Veräußerung der Firmen, deren Besonderheit hier notwendiger Weise unterstrichen werden muss.

Michel Yves Bolloré bekam Creusot Mécanique (seinerzeit unter dem Namen UIGM) infolge einer Insolvenz /Inzahlungnahme, vergleichbar mit einer Geschäfts-Übernahme, nachdem Areva (30%iger Aktionär) sich weigerte, sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung von 1 Mio. € zu beteiligen. Das Übereinkommen zwischen Areva und Michel Yves Bolloré ab 2003 ist daher eindeutig: ein erstes Geschenk.

Was die Schmiede betraf, war Areva der Hauptkunde, der Druck dafür, dass Arcelor den Gedanken akzeptiert, sich zu trennen, sollte nicht besonders hoch gewesen sein, und wurde wahrscheinlich mit einer ausreichenden Betriebs Prämie akzeptiert: Zweites Geschenk.

Yves Michel Bolloré, der auf Initiative von Areva, mit Urteil des Handelsgerichts Chalon sur Saone vom 31. Juli 2003, Creusot Mécanique für 800.000 € bekam, hat im Oktober 2006 (drei Jahre später) beide Fabriken (Creusot Mécanique und Creusot Forge) an die selbe Areva für 170 Mio. € zurück verkauft. Ein Betrag, der einen Goodwill von fast 100 Mio. € bedeutet: drittes Geschenk, immer auf Kosten der Steuerzahler.

Die Eigentümer und Manager von SFARSTEEL/France-ESSOR sind verantwortlich für den Start dieser Fabrikation, die beim Verkauf von SFARSTEEL an Areva wahrscheinlich schon sehr weit fortgeschritten war. Und Michel Yves Bolloré hatte guten Grund, die Warnungen der Atomaufsicht ASN an die Areva-Gruppe zu ignorieren und mit der Herstellung der Teile zu beginnen (die entscheidend für die Projekte und die Zukunft der Französischen Atomindustrie sind), da er mit Areva in Verhandlung über den Verkauf seiner Anlagen in Le Creusot stand. Er bot somit Areva die Möglichkeit, ihren Aktionären (also hauptsächlich dem Staat) gegenüber, die offensichtliche und beinahe lächerliche Überbewertung der Fabriken, die SFARSTEEL bildeten, zu rechtfertigen.

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Und die Führungskräfte der „nuklearen Riesen“ hatten wahrscheinlich andere Gründe, die Augen zu schließen, denn alle Indizien einer zugrunde liegenden Korruptionen (zum Nachteil des Steuerpflichtigen) waren hier vereinigt.

Die Überlassung von Creusot Mécanique (UIGM) an Yves Michel Bolloré, ebenso wie der Goodwill-Betrag beim Rückkauf von SFARSTEEL, sind höchst verdächtig. Und der Wirtschafts-Minister sprach kürzlich in einer außerordentlich wütenden Stellungnahme vollkommen zurecht von „Absprachen ohne staatliche Kontrolle“. Bruno LeMaire stellte bei dieser Gelegenheit klar, dass die Kosten für die Rettung von Areva „höher sind, als sämtliche Einsparungen, die der Finanzminister im Jahr 2017 auftreiben muss, um uns wieder unter die erlaubten 3% zu bringen (Haushaltsdefizit gemessen am BIP)“.

Video: 2-minütiger Ausschnitt der wütenden Rede des Wirtschaftsministers Bruno LeMaire mit deutschen Untertiteln

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Die einzige Erklärung für die Entscheidung in Le Creusot Deckel und Boden des RDB herzustellen, während die Werkstätten an ihren Kapazitätsgrenzen waren, erklärt sich über die exorbitante Überbewertung zugunsten von Bolloré. Das ist der offensichtliche Grund, warum diese Bauteile intern validiert wurden, trotz der Ermahnungen und Warnungen von ASN.

Um diese Überbewertung besser zu beurteilen, ist es geschickt, die Bilanzen und Referenzdokumente nachzuverfolgen, aus den Jahren nach der Bewertung sowie die Zukunft dieser Unternehmen. Die Bilanz 2011 der Areva NP SAS berichtet auf S. 13 über eine Abwärtskorrektur von SFARSTEEL in Höhe von 80 Mio. € und auf S. 27 über Verluste in Höhe von 9.124 T € im begleitenden Lagebericht des Vorstandsvorsitzenden Knoche. Für 1 €-Umsatz generiert CREUSOT FORGE und CREUSOT MECHANIQUE einen Verlust von 1 €. Lagebericht Tabelle

Der Finanz-Direktor von Areva muss seit 2012 die Spuren einer Anschaffung verschwinden lassen, deren Profitabilität sich sofort als sehr umstritten und katastrophal erwies. Auf Seite 14/43 der Bilanz 2012 von Areva NP SAS kann man lesen:

"Im Geschäftsjahr 2012 wurden drei Fusionen durchgeführt, die darauf abzielen, Areva NP SAS, Areva CREUSOT FORGE SAS und CREUSOT MECANIQUE SAS in der gleichen juristischen Einheit zusammenzufassen, um die Kapazitäten im Hinblick auf die industrielle Effizienz optimal nutzen zu können, Flexibilität und Nachhaltigkeit. Diese Fusionen waren auch dazu gedacht, den Tätigkeiten der Schmiede- und Umform Produktlinie eine größere Klarheit zu verleihen.

... eine erste Fusionsaufnahme von CREUSOT FORGE SAS durch Areva CREUSOT FORGE SAS wurde mit Wirkung vom 1. Juli 2012 abgeschlossen mit einer rückwirkenden Steuer- und Rechnungslegung zum 1. Januar 2012.

Eine zweite Fusion zwischen CREUSOT MECANIQUE SAS und Areva CREUSOT FORGE SAS wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2012 Mitternacht und rückwirkender Steuer- und Rechnungslegung zum 1. Januar 2012 durchgeführt.

Die dritte Fusion bestand aus der Aufnahme von Areva NP SAS durch Areva CREUSOT FORGE SAS, die mit Wirkung zum 31. Dezember um Mitternacht und rückwirkender Steuer und Rechnungslegung am 1. Dezember 2012 durchgeführt wurde. "

Die Verluste von Creusot werden daher vergessen und in den Verlusten von Areva NP SAS verloren gehen, systematisch "weggewischt" durch ... den Steuerzahler.

Diese bedauerliche Fabrizierung wird sich für Michel Yves Bolloré auf rund 132 Millionen Euro nach Steuern belaufen, der nicht zögerte, sich dazu in der Presse zu gratulieren, und im Interview im Journal de Saône et Loire (16. Juni 2006) von einer rein patriotischen Entscheidung in der industriellen Tradition des Gaullismus zu sprechen.

Von einem Irrweg zum nächsten

Von 2008 an wird Areva das Bedürfnis haben 1,3% des Kapitals von JAPAN STEEL WORKS zu erwerben, was der jüngsten Übernahme von SFARSTEEL widersprechen könnte, da JSW zu diesem Zeitpunkt der einzige und direkte Konkurrent ist.

Man erkennt die offenkundig paradoxe Umkehr der Konzern-Haltung im Verlauf der Referenzunterlagen des Konzerns:

Areva Referenzunterlagen 2007, Seite 206:

«Am 8. Februar 2006 unterzeichneten AREVA NP und France ESSOR eine Vereinbarung zur Fertigstellung des Erwerbs von
Sfarsteel, einer der weltweit führenden Hersteller von sehr großen Schmiedeteilen, im Becken von Creusot (Burgund). Die Integration von Sfarsteel in die Business Unit Equipment bestärkt AREVA als Anbieter im Markt der neuen Reaktor Generation durch Sicherung der Lieferzeiten und der Qualität der geschmiedeten Teile. Effekt + 33,8 Mio. € im Jahr 2006. »

In den Areva Referenzunterlagen 2009 ist nachzulesen

«Am 4. November 2008: AREVA und Japan Steel Work (JSW) haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die Areva bis 2016 und darüber hinaus, Lieferungen von großen Schmiedeteilen, die für die Ausstattung von nuklearen Anlagen essentiell sind, sichert. Der Konzern hat auch angekündigt, einen Kapital-Anteil in Höhe von 1,3% an JSW zu erwerben.»

In den Referenzunterlagen Areva von 2014 kann man lesen:

« Der Markt für nukleare Schmiedeteile ist schon lange bi-polar zwischen Creusot Forge und seinem Hauptkonkurrenten, Japans JSW (Japan Steel Works) , der einen großen Teil der Nachfrage des westlichen Marktes für Schmiedeteile abdeckt. Seit 2006 ist wurde das Angebot ausgebaut, mit erheblichen Investitionen in Deutschland, Italien, Südkorea, China und Indien.»

Kauf für 47 Mio. € auf einer noch einmal überbewerteten Basis von dem, was die Gruppe von Michel Yves Bolloré für 170.063.586 € verkauft hat, was - im vergleibaren Sektor - nur 4,7 seines Konkurrenten JAPAN STEEL WORKS darstellt

Überbewertung, die im Laufe der Jahre gut bestätigt wurde, wenn man die Bewertungen der Aktien von JAPAN STEEL WORKS zwischen 2008 und 2015 analysiert, wie es in den Referenzdokumenten der Areva-Gruppe erscheint, blieb die Anzahl der Aktien von 4.830.000 stabil, bevor sie sich "verflüchtigt"

Referenzunterlagen 2008 Seite 295: 4.830.000 Aneile = 47 000 000 €

Referenzunterlagen 2009 Seite 291: 4.830.000 Aneile = 43 000 000 €

Referenzunterlagen 2010 Seite 249: 4.830.000 Aneile = 38 000 000 €

Referenzunterlagen 2011 Seite 251: 4.830.000 Aneile = 26 000 000 €

( am 3 Oktober 2011 tritt Areva das ehemalige SFARTSEEL von M.Y. Bolloré ab, symbolisch für 1,-€)

Referenzunterlagen 2012 Seite 240: 4.830.000 Aneile = 24 000 000 €

Referenzunterlagen 2013 Seite 239: 4.830.000 Aneile = 20 000 000 €

Referenzunterlagen 2014 Seite 221: 4.830.000 Aneile = 14 000 000 €

Referenzunterlagen 2015 Seite 218: 0 € ohne Erklärung

Warum hat man gewartet, bis die JAPAN STEEL WORKS Beteiligung nichts mehr wert ist, um sich davon zu trennen?

Zusammenfassung:

Die Schandtaten der Areva-Gruppe kompromittieren heute die industrielle Glaubwürdigkeit des Landes und die Bilanzen des Staatshaushalts. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat im Übrigen unterstrichen, dass "die finanziellen Bedürfnisse von Areva mehr als das Doppelte der gesamten Einsparungen ausmachen, die der Finazminister bis Jahresende 2017 zusammenbringen muss, um bei den erlaubten 3% vom Haushaltsdefizit anzukommen."*

*(Challenges 12.7.2017 "... Wenn ich dann hören muß, dass bei Hinkley Point aus allen möglichen Gründen die Fertigstellungstermine immer wieder rausgeschoben werden und am Schluß soll man noch mal 1,5 Mrd zuschiessen, dann kann ich nur sagen: ACHTUNG. Dann erlaube ich mir, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, weil ich nicht dulden werde, dass die öffentlichen Gelder so schlecht verwaltet werden. )

Michel Yves Bolloré behauptete während der Verhandlungen vom Sommer 2006, er verkaufe aus Patriotismus seine Firmen an Areva, und dass er von einer Art industriellem Gaullismus inspiriert sei. Ich bezweifle für meinen Teil, dass de Gaulle (wären sie sich begegnet) eine solche Plünderung der öffentlichen Haushalte geschätzt hätte. Seine Antwort wäre - sagen wir euphemistisch - ziemlich brutal gewesen.

Der Staatsanwaltschaft liegen all diese Informationen vor (siehe Schreiben von Richter Renaud Van Ruymbeke vom 1.9.2015) Warum leitet man die Untersuchung nicht ein? Wegen der strafrechtlichen Verjährung der Tatsachen? Welches Datum muss gewählt werden, um den Beginn der Verjärung eintreten zu lassen, das Datum der Ereignisse oder das Datum, an dem diese Ereignisse sichtbar wurden?

Sollen die Verantwortlichkeiten dieser Katastrophe noch länger verschleiert werden und der Einsatz einer mangelhaften atomtechnischen Komponente durchgewunken werden, bei der kein Mensch die Konsequenzen beurteilen kann, die ein nicht auszuschließender Risses im Reaktor hätte?

Die Antwort ist in der Frage enthalten.

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Jean-François VICTOR hat seine Nachricht an ASN bei Agoravox veröffentlicht

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weitere Informationen:

Bürger*innen überziehen Französische Atomaufsicht mit Protestschreiben gegen Inbetriebnahme des EPR Flamanville

https://www.freitag.de/autoren/evastegen/flamanville-protest-flut-trotz-grosser-huerden

Was steckt hinter dem Fessenheim-Flamanville-Atomtausch?

https://www.freitag.de/autoren/evastegen/fessenheim-ist-aus-war-s-das-jetzt

11:00 19.08.2017
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