Jörn Kabisch
28.05.2010 | 12:43 46

Mein Logbuch - Freitag & Flattr

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Jörn Kabisch

Liebe Community,

http://flattr.com/_img/flattr-logo-beta.pngab heute findet sich unter jedem redaktionellen Text von freitag.de, also bei Texten von Autoren, die in Blau oder Türkis gehalten sind, der Flattr-Button. Ich danke SheephunteR und S.Heinel, die in den letzten Tagen für Flattr geworben haben,während wir im Hintergrund schon dabei waren, den Micro-Paydienst einzubinden. Sie haben mit ihren Blogeinträgen schon wichtige Arbeit getan, zu erklären, was das alles soll. Warum sich der Button noch nicht auf den Blogs findet, dazu später.

Was ist Flattr?

kurz gesagt ein Mikrobezahl-System. Die Idee dafür stammt von Peter Sunde, dem Gründer der Tauschplattform Pirate Bay: Jeder User hat einen Account, auf den er einen monatlichen Beitrag einzahlt, den er für Internetinhalte ausgeben will. Nehmen wir zwanzig Euro. Wenn er etwas Gutes gefunden hat, drückt er auf den Flattr-Button. Am Ende des Monats werden die zwanzig Euro zu gleichen Teilen unter allen geflatterten Urhebern aufgeteilt. "To flatter" heißt auf Deutsch "schmeicheln". Flattr ist damit Ausfluss der so genannten Thank-You-Ökonomie. Jeder Flattr-Button zeigt an, wie oft er geklickt wurde. Hier ein kurzes Video, wie alles funktioniert:



Warum Flattr auf Freitag?

Ganz klar: Weil wir uns ein bisschen Benefit (also Geld) davon erhoffen. Weil die Idee aber unserer Ansicht nach bestechend ist. Sie ist meiner Ansicht nach die spannendste und innovativste Idee für die Refinanzierung eines Online-Auftritts abseits der so oft diskutierten Formen wie Paywall oder Premium-Angebote. Es passt zum Netz und auch zum Konzept des Freitag, der versucht, mit seinen Lesern und Usern so nah als möglich auf Augenhöhe zu kommunizieren und zu kooperieren. Es wird nicht vor der Lektüre gezahlt, sondern danach, und nur dann, wenn dem einzelnen Leser der Text was wert ist.

Eine persönliche Beobachtung dazu: Ich habe seit etwa 3 Wochen selbst einen Flattr-Account und muss sagen, seitdem ich ein bisschen Geld verteilen will, lese ich viele Blogbeiträge und Artikel genauer, auch sehr viel öfter bis zum Ende und achte neben dem Info- oder Unterhaltungswert auch darauf, wie ein Text geschrieben ist. Schon allein deswegen, finde ich, lohnt es sich, Flattr einzubinden. Flattr wird, bin ich sicher, die Qualität der Texte im Netz steigern.

Wie kann ich mitmachen bei Flattr?

Einfach registrieren: flattr.com/register und Bankdaten bereit halten. Flattr ist seit 12. August aus der Beta-Phase raus.

Warum Flattr nicht auch auf Freitag-Blogs?

Ja, warum eigentlich nicht? Wenn ich den Freitag-Flattr auf den Freitag-Blogs einbinden lasse, verdient der Freitag damit Geld, könnte seine Einnahmen vielleicht sogar verdoppeln, denn von den Klicks her sind die Blogs hier auf freitag.de schon längst ein gleichrangig beliebter Content.

Ich finde trotzdem, darüber sollte man jedoch noch ein Wort verlieren, obwohl ich unsere AGB auf unserer Seite weiß, laut der ein Urheber, der bei freitag.de bloggt, alle Rechte an dem Text verliert Rechte abgibt, wenn er ihn auf freitag.de veröffentlicht hat. Aus meiner Sicht passt das nicht zum Gedanken der Thank-you-Ökonomie. Die Texte werden uns unentgeltlich zur Verfügung gestellt, da wäre es nur folgerichtig, die Urheber an den Flattr-Gewinnen aus den Blogs zu beteiligen. Den Freitag aber natürlich auch, weil wir eine Menge an Infrastruktur zur Verfügung stellen, quasi das Dach, und am Ende ohne den Freitag alles nichts wäre.

Das Teilen ist aber eine komplizierte und auch kostspielige Sache. Am Anfang steht die Frage: Was wäre überhaupt der Share? 0 bis 100 Prozent für den Blogger oder die Bloggerin, der Rest für den Freitag? Da kann man alles diskutieren, da gibt es kein Vorbild für diese Art des Geschäftsmodell. Wenn wir das geklärt haben, käme für den Freitag noch eine aufwändige Buchhaltung hinzu, um die Gewinne an den Texten zu verteilen. Wir bräuchten wahrscheinlich mehr Personal und außerdem die Bankdaten aller Freitag-User. Mir ist das nicht nur zu bürokratisch, es würden sicher auch erst einmal Kosten entstehen, die die zu verteilenden Gewinne auffressen würden. Denn freitag.de kann noch sehr wachsen und flattr auch. Ich erwarte nicht, dass in den nächsten Monaten große Summen entstehen.

Mein Vorschlag ist deshalb, den Button erst einmal doch auf der Community einzubinden. Wir werden genau Buch führen, was die Blogs freitag.de einspielen und das auch hier veröffentlichen. Wir können dann in einer Beta-Phase gemeinsam verfolgen, was Flattr uns gemeinsam einbringt. Wenn es ein nennenswerter Beitrag ist, kann man diskutieren, wie damit zu verfahren ist, wie man es einsetzt oder ob man es ausschüttet.

Hier noch eine persönliche Anmerkung: Wäre es nicht ein Traum, mal einen von der Community bezahlten Online-Redakteur zu haben? Meiner wäre es.

Schöne Grüße, JK

Auch dieser Beitrag lässt sich schon flattern: http://api.flattr.com/button/button-compact-static-100x17.png

Neuere Diskussionen zum Thema hier:

Flattr in Freitag-Blogs. Blog von Andreas Kemper

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (46)

Achtermann 28.05.2010 | 19:21

Mir behagt nicht, wenn unterhalb des Textes folgender Hinweis stehen soll:

Dieser Text ist mir was wert: und dann die Zahl derer erscheint, denen der Text "etwas wert" ist.

Das verändert das Schreiben und die Wahl der Themen, weil am Ende diese Zahl steht. Populärschreibern wird's wahrscheinlich Ansporn sein.

Und: Wenn ich nicht anklicke, dokumentiere ich zwangsläufig das Gegenteil, dass mir der Text nichts wert sei. Und das, denke ich, will ein Nichtanklicken selten oder gar nicht zum Ausdruck bringen.

Achtermann 30.05.2010 | 20:02

Der Freitag teilt in seiner neuesten Ausgabe mit, den Preis für das Jahres-Abo auf 145,60 Euro zu erhöhen. So geht das normalerweise: Entweder ich akzeptiere das Diktat, oder ich bin gezwungen, mein Abo kündigen. Online soll ich nun zusätzlich Geld verteilen und evtl. auch welches erhalten. Dafür soll ich mich einem öffentlichen Ranking aussetzen. Das mag ich nicht, auch weil ich mit dem Bloggen gar kein Geld verdienen will. Würde ich das wollen, müsste ich meine Gedanken neu sortieren. Müsste ich sie darauf hin abklopfen, ob die Themen ankommen. Darüber hinaus müsste ich erst mal unterhaltsam schreiben lernen. Nicht jeder hat zu dieser Schreibweise Zugang. Ich denke, die Möglichkeit des Bezahlbloggens würde, wie meiner Meinung nach Damian Bold richtig schreibt, die Inhalte verändern. Im professionellen Mediengeschäft gibt es dafür genügend Beispiele.

jfenn 30.05.2010 | 20:22

Die Einführung eines Bezahlsystems wie Flattr verändert den Rahmen, in dem die Blobgeiträge erscheinen in nicht nur unerheblicher Weise. Ich wäre deshalb der Auffassung, daß jeder einzelne Blogger hierzu gefragt werden müßte und zustimmen muß. Ich würde die Zustimmung hierzu nicht erteilen, weil ich an der Freitag Community aus rein ideellen Gründen heraus teilgenommen habe. Mit einer Kommerzialisierung wäre ich deshalb nicht einverstanden. In diesem Fall würde ich meine Texte zurückziehen. Über den Teilsatz „obwohl ich unsere AGB auf unserer Seite weiß, laut der ein Urheber, der bei freitag.de bloggt, alle Rechte an dem Text verliert, wenn er ihn auf freitag.de veröffentlicht hat“ sollte man meines Erachtens seitens des Freitag noch einmal etwas gründlicher nachdenken, als es bisher offenbar geschehen ist.

Magda 30.05.2010 | 21:42

"Ich finde trotzdem, darüber sollte man jedoch noch ein Wort verlieren, obwohl ich unsere AGB auf unserer Seite weiß, laut der ein Urheber, der bei freitag.de bloggt, alle Rechte an dem Text verliert, wenn er ihn auf freitag.de veröffentlicht hat."

Eine Debatte um die Nutzungsrechte will ich jetzt nicht (erneut) lostreten, vor allem weil ich aus Erfahrung weiß, dass Texte, wie ich sie hier veröffentlicht habe, nicht wer weiß wie oft genutzt werden. Es sind Tagessachen. Außerdem - gibts genug Möglichkeiten, das zu umgehen.

Ich frage jedoch trotzdem, gibt es das denn überhaupt: Alle Rechte verlieren? Das klingt so endgültig.

Ich habe die Wendung gefunden: " Ein ausschließliches Nutzungsrecht für jede Nutzung zu jeder Zeit und an jedem Ort kann es nicht geben, weil der Urheber dadurch alle seine Rechte verlieren würde.

Wie gesagt, ich bin da nicht so engmaschig, und der Zug ist hier wohl auch schon mal durchgefahren. Aber ich frage trotzdem nochmal nach.

ed2murrow 30.05.2010 | 22:28

Sehr geehrter Jörn Kabisch,

leider muss ich an dieser Stelle insistieren, zumal Ihr Blog sehr schnell in der Versenkung verschwunden ist, aber gerade wegen der Verlinkung zu www.fixmbr.de/die-perfektionierung-des-aal-prinzips-beim-freitag/ eine (scheinbare?) neue Relevanz erhält.

Bisher las ich Ziff. 4.1 der AGB bei freitag.de dem Wortlaut nach, dass „dem Verlag ein einfaches, zeitlich und räumlich unbeschränktes Recht, die Inhalte ohne weitere Zustimmung für entgeltliche und/oder unentgeltliche Zwecke zu nutzen, insbesondere sie zu vervielfältigen und zu verbreiten“ an den eingestellten Texten übertragen ist. Was gemäß § 31 Urheberrechtsgesetz (UrhG) in Absatz I, Satz 2 möglich ist und gem. Abs. II bedeutet: „Das einfache Nutzungsrecht berechtigt den Inhaber, das Werk auf die erlaubte Art zu nutzen, ohne dass eine Nutzung durch andere ausgeschlossen ist.“ Anders als bei der Übertragung eines exklusiven Nutzungsrechts gem. Abs. III bleibt eine Weiternutzung des Werkes durch den Urheber selbst also ohne weiteres und unbeschränkt möglich.

Recht unkritisch hatte ich daher Ihre Passage gelesen, wonach „ein Urheber, der bei freitag.de bloggt, alle Rechte an dem Text verliert, wenn er ihn auf freitag.de veröffentlicht hat“. Ich hielt es eigentlich für ein Versehen bei Ihnen, denn im Blog www.freitag.de/community/blogs/jaugstein/ergebnis-einer-internen-beratung hatte der Verleger (und damit der eigentliche Rechteinhaber vermittels seiner juristischen Person) die Interpretation der AGB recht deutlich zum Ausdruck gebracht: „Vielleicht erinnert sich noch jemand daran, dass ich einmal gesagt habe, aus meiner Sicht brauchten wir nur ganz kurze AGB. Da muss nur stehen, dass jeder Blogger das Recht an seinem Text behält sobald es um Verwertungszwecke außerhalb dieser Community geht.“ Dass insoweit allerdings die Anwürfe aus fixmbr.de nicht umgehend dementiert wurden, zusammen mit Ihrer oben zitierten Aussage, verleitet dann doch zu der nicht mehr nur schelmischen Frage: Wird hier ein einfaches in ein exklusives Nutzungsrecht uminterpretiert?

Womit wir nämlich dann die Frage des bezahlbaren Contents ganz anders stellen müssten, nämlich mit Blick auf die zwingend geltende Vergütungsregelung ex § 32 UrhG, die nur im Falle des Absatzes III Satz 3 vorsieht: „Der Urheber kann aber unentgeltlich ein einfaches Nutzungsrecht für jedermann einräumen.“ Bei allen anderen Arten der Nutzung wäre hingegen eine Vergütung notfalls zu ermitteln, speziell dann, wenn der Content zwar nicht gedruckt wird, aber nun doch, dank des technischen Fortschritts ebenfalls zu geldwerten Vorteilen in tangibler Größenordnung führt oder führen sollte.

Natürlich muss man nicht jedes Stöckchen auffangen, dass einem zugeworfen wird, und fixmbr hat, aus welchen Gründen auch immer, einen richtig dicken Ast geworfen. Die Klärung ist hier aber nötig, denn sie hat auch mit der Außenwirkung der Plattform zu tun. Nicht um ihres Ansehens willen, sondern weil ich als Teilnehmer unmittelbar davon betroffen bin. Es hat damit zu tun, dass ich im Hintergrund Kontakte herstelle, um an Texte zu kommen, die sonst hier (oder generell in Deutschland) ungelesen blieben, von der verantwortungsbewussten Übersetzungsarbeit einmal abgesehen. Da ich das gerne tue, nicht weil ich als Blogger unbedingt eine populärere Plattform suchte, sondern es einfach ein Projekt ist, das mich in manchen Zügen tatsächlich an Olivetti erinnert. Und so hat es damit zu tun, dass sich diese Plattform schützend vor mich stellt, wenn ich als Depp des AAL-Prinzips dargestellt werde, der angeblich nicht begriffen hat, wie weit wirklich dieses Prinzip angeblich geht. Das ist die grundlegendste Vergütung, die ich mir erwarte, und die ist nicht in Geld aufzuwiegen.

Gerne sehe ich Ihrer Rückäußerung entgegen und verbleibe

Ihr e2m

mh 30.05.2010 | 22:51

dieses "problemchen" meinte ich mit dem thema crosspostings.

es ist ja nie ein problem, wenn sich niemand anhand eines direkten falles darum streitet, was da steht. nur wird der tag kommen.. er kommt immer.

und wahrscheinlich wird es durch flattr auch nicht den riesen vermögensschub geben... mich irritiert diese idee hier nur etwas, weil sie eine grundsätzliche idee zum freitag-restart seinerzeit konterkariert: nämlich dass der schreibende hier in eine lage versetzt wird, sich ein zubrot zu verdienen.

JA meinte mal in einem interview, dass die plattform hier auf dauer mit irgendwelchen zusatzdiensten verdienen solle. da fängt es dann schon an, nicht mehr zusammen zu passen.

mfg
mh

ed2murrow 30.05.2010 | 23:16

Das mit dem Zubrotverdienen ist für mich völlig neu, und ich bin mir nicht sicher, wer oder wieviele sich davon haben inspirieren lassen. Aber, mh, der Hinweis ist als Genese sicher wichtig, danke dafür.

Ich will im Augenblick ein klares Wort von Verlag und Redaktion, und zwar bitte im Gleichklang. Beim Zweierlei-Maß-Blog war schon einmal eine Dissonanz, die ich direkt angesprochen hatte in Bezug auf Blogs ausgeschiedener Mitglieder, unbeantwortet geblieben.

Anne Roth 30.05.2010 | 23:49

Ich bin nicht begeistert über die Geschichte mit den abgegebenen Rechten. Sicher, ich hätte die AGB lesen können und müssen und bin vollständig selber schuld, dass mir bis heute nicht klar war, dass ich durch das Bloggen beim Freitag die Rechte an meinen Texten abtrete.

Ich habe bei der ersten (?) Runde heftiger Streitereien über das Verhältnis zwischen Community und sonstigem Freitag die Details nicht verfolgt. Ich fand die Idee gut, die Community zu starten, gestand zu, dass solche Experimente am Anfang ruckeln und Erfahrungen gemacht werden müssen, und wollte es ausprobieren anstatt gleich alles totzukritisieren. Ich finde die Auseinandersetzung wichtig, aber in Maßen.

Was ich nicht gedacht hätte ist, dass die Regelung beibehalten wird, dass wir BloggerInnen die Rechte komplett abtreten. Als ich mich mit Jörn Kabisch beim taz mediatuesday vor etwa einem Jahr über die Community unterhalten, habe ich gehört, dass es völlig ok und auch erwünscht ist, wenn ich - aus Zeitmangel - keine Texte extra für die Freitag Community schreibe, sondern crossposte. Das beinhaltet aus meiner Perspektive, dass die Texte meine Texte sind und bleiben. Immerhin veröffentliche ich die Texte in meinem eigenen Blog unter CC-Lizenz. Das darf ich dann ja eigentlich gar nicht. Wie habt Ihr Euch das denn gedacht?

Unter diesen Umständen bin ich nicht bereit, hier weiter zu schreiben. Sehr schade, aber das ist eine elementare Frage. Ich werde doch nicht beim Freitag anfragen, wenn ich meine eigenen Texte auch woanders veröffentlichen will. Oder wie sonst ist das gemeint?

mh 31.05.2010 | 00:11

das problem an der geschichte ist, dass atm die AGB anders gehalten ist als das handeln des freitags. d.h. die liberale handhabe, in bezug auf das in den AGB formulierten, ist im zweifelsfall reiner goodwill. es geht mE solange gut, bis mal ein streitfall auftritt.

die letzte AGB-diskussion die ich mitbekommen habe, war die von mir losgetretene. da wollte JA ändern und verbessern. ich sehe nicht, dass sich da was getan hat.

der streitfall beginnt immer dann aufzukommen, wenn es um geld geht... also jetzt und das thema crosspostings ist da ein schönes. denn wenn ich bei mir veröffentliche und einen flattr-button drunter klebe, dann ist klar, wem das zusteht .. wenn der beitrag nun auch noch beim freitag reinkommt und der dann nochmal kassiert, bekomme ich ja nicht nur nichts, sondern vermindere im zweifelsfall auch noch meine eigene quote.

crosspostings sind in bezug auf flattr und kachingel ziemlich ineffizient. das sollte ohnehin jeder mitwirkende bedenken.

nun reden wir hier nicht über millionen, sondern ums prinzip. und da sieht die sache für mich recht simpel aus:

a) die AGB gehören so angepasst, dass zumindest mal crosspostings ausgenommen werden

b) wenn der freitag kostenpflichtige zusatzangebote reinpacken will, sollte er sich flattr in den community-beiträgen sparen.

c) will er nicht kostenpflichtige zusatzangebote integrieren, sollte der flattr-button eine option für den user sein. sprich wenn der den zulässt, dann bekommt der freitag halt die kohle und wenn nicht, dann ist da halt kein button oder der usereigene.

die punkt c) fordert dann auch die endgültige definierung dessen, was die com eigentlich sein soll. auch so ein ewig schwelendes thema.

mfg
mh

Jörn Kabisch 31.05.2010 | 01:08

Danke an alle für die Kommentare. Ich sehe die Bedenken. Tatsächlich handeln wir widersprüchlich zu unseren AGB, ich habe dies ja auch mit diesem Blog getan. Wenn ich mich einfach an sie halten würde, hätte ich mir nicht die Mühe machen müssen, diesen Beitrag zu schreiben. Auch, was Anne Roth schreibt, trifft zu. Wir werben aktiv um Crosspostings, unter Respektierung der CC-Lizenz. Wir sind mit unserem eigenen Content ähnlich freizügig. Es wäre ehrlich gesagt bescheuert, sich anders zu verhalten.

Zu dem Beitrag von Chris auf fixmbr nur so viel: Darin wird so getan, als hätten wir flattr einfach mir nichts, dir nichts auch auf die Community aufgeschaltet. Genau das Gegenteil trifft zu. Ich möchte darüber hier in der Community und auf freitag.de zuvor diskutieren. Deshalb, ich hoffe, ed2murrow, Sie haben dafür Verständnis, werde ich mich auch nicht zu "weiteren Anwürfen" auf einem fremden Blog äußere oder sie umgehend dementiere.

Schöne Grüße, JK

ed2murrow 31.05.2010 | 01:25

Sehr geehrter Jörn Kabisch,

dass Sie sich nicht weiter zu dem anderen Blog äußern wollen, ist nachvollziehbar. Aber nicht mit der Begründung "Tatsächlich handeln wir widersprüchlich zu unseren AGB, ich habe dies ja auch mit diesem Blog getan".

Mit Verlaub, über irgendwie kann man immer diskutieren, aber nicht über den eindeutigen Wortlaut von AGB. Und da steht nun einmal, dass dem Verlag ein "einfaches Nutzungsrecht" eingeräumt ist. Punkt. Dies bedeutet ganz konkret, dass alle Texte, die im Rahmen der Community eingestellt werden, auch überall sonst erscheinen können und dürfen und ich als Autor/Blogger/Urheberrechtsinhaber so auch verfahren darf. Beispiel gefällig? Ich poste hier und auf meinem privaten Blog und räume jedem Beliebigen das Recht ein, sich daran gütlich zu tun, kann der Inhaber des einfachen Nutzungsrechts dagegen schlicht nichts unternehmen. Wo liegt denn dann der Widerspruch im Verhalten? Oder habe ich in der Tat da etwas nicht verstanden?

Genauso relevant, aber ebenso eindeutig ist das dann in puncto Abgeltung: Der Freitag kann nicht verhindern, dass aus einem Posting hier anderweitig ein ebenfalls bezahlbarer Content wird. Die Frage wird eher sein, was geschieht mit solchen Werken, die ursprünglich als kostenlos zur Verfügung gestellt sind und nach der Inention des Autors auch so bleiben sollen? Womit ich noch einmal di Fo-Artikel anziehe. Ich habe da ganz konkrete Probleme, auch der Glaubwürdigkeit.

Ich bitte Sie daher herzlich, von der juristisch falschen Darstellung, wir Blogger würden hier "alle Rechte am Text verlieren", Abstand zu nehmen und das auch klarzustellen.

Mit freundlichen Grüssen, e2m

Jörn Kabisch 31.05.2010 | 01:29

auch mh verdient noch einen kommentar:

"weil flattr eine grundsätzliche idee zum freitag-restart seinerzeit konterkariert: nämlich dass der schreibende hier in eine lage versetzt wird, sich ein zubrot zu verdienen"

Das kann ich so nicht sehen. Wir honorieren Blog-Beiträge, wenn sie in der Zeitung abgedruckt werden. Ein Zubrot wird also schon verdient. Wir wollen diese Möglichkeiten auch ausbauen. ich wieder hole deshalb noch einmal das Ende meines Eintrags:

"Mein Vorschlag ist deshalb, den Button erst einmal doch auf der Community einzubinden. Wir werden genau Buch führen, was die Blogs freitag.de einspielen und das auch hier veröffentlichen. Wir können dann in einer Beta-Phase gemeinsam verfolgen, was Flattr uns gemeinsam einbringt. Wenn es ein nennenswerter Beitrag ist, kann man diskutieren, wie damit zu verfahren ist, wie man es einsetzt ODER OB MAN ES AUSSCHÜTTET."

mh 31.05.2010 | 09:20

meine aussage war ja wesentlich komplexer, vor allem im kommentarstrang darüber. aber wenn du es so runterbrechen willst, dann wirds natürlich sehr einfach:

ich seh da nicht den punkt. wir geben euch kostenlosen content und an dem wollt ihr nun noch zusätzlich verdienen.

ich bin mir recht sicher, dass wir hier definitiv nicht über soviel geld reden, dass sich ein online-redakteur davon finanzieren lässt. also nicht mal 400 euro. ^^ aber selbst wenn wir über 1000 euro reden, dann unterliegt ihr doch ganz anderen sachzwängen als solcherlei.

und sachzwänge setzen sich immer durch. d.h. der deal ist ohnehin nicht sinnig und wenn man ihn macht, dann mit hohen unsicherheiten für uns behaftet. während man aber definitiv dieses eigenmittel aus der hand gibt. und, siehe oben, sich dann noch selbst die quote schmälert.

auf der anderen seite weigert ihr euch seit ewigkeiten mein geld zu nehmen, in dem ihr euch der pdf-version verweigert. stattdessen gibts den einzelheftverkauf. einmal bestellt, am dienstag. die woche drauf, am dienstag, war das ding da. das lag nicht mal an euch, es war die post.
statt 1,50 zahlen und runterladen.

mir ist das alles nicht nur zu kompliziert, es macht auch alles nicht wirklich sinn.

prinzipiell ist es euer recht, das ding einzubauen. crosspostings sind eher selten, das muss dann jeder für sich entscheiden, wie er damit umgeht. wenn ihr das fair angehen wollt, dann nehmt ihr später die kosten für das zusatzangebot und verrechnet sie mit eventuellen flattr-einnahmen .. sprich ihr macht einen günstigeren preis für die com.

und was das pdf betrifft .. printverseuchte gestalten stehen auf solches zeug:

www.blaetterkatalog.de

das vermittelt ihnen, dass sie die kontrolle haben. also wenn ich blättere und/oder ein geschütztes pdf bekomme. vielleicht ist das ja was für euch.^^

mfg
mh

Magda 31.05.2010 | 10:45

@ ed2murrow - "Natürlich muss man nicht jedes Stöckchen auffangen, dass einem zugeworfen wird, und fixmbr hat, aus welchen Gründen auch immer, einen richtig dicken Ast geworfen. "

Lieber ed2murrow - Sehe ich auch so. fixmbr neigt auch zum Alarmismus, wenn ich seinen Blog so verfolge. Andererseits - wenn missverständliche, unklare Wendungen das begünstigen wollte ich einfach nochmal nachfragen.

"Und so hat es damit zu tun, dass sich diese Plattform schützend vor mich stellt, wenn ich als Depp des AAL-Prinzips dargestellt werde, der angeblich nicht begriffen hat, wie weit wirklich dieses Prinzip angeblich geht."

Ja, genau, wir sind für die Community da und die sollte auch für uns sein und nicht gleich eine AGB ins Spiel bringen, die dann so endeutig gar nicht ist.

Das Ganze ist nur entstanden, weil ich interessiert dem Link gefolgt bin und lese dann sowas wie "ätsch" bei fixmbr. Naja, so schnell bringt mich das nicht aus dem Tritt, aber - ich lese ja auch weiter aus meinen Texten vor Publikum bei verschiedenen Anlässen und da ist Eindeutigkeit schon gefragt.

Danke für Ihre Erläuterungen, Sie sind immer klar, eindeutig und verständlich.
Gruß Magda

jayne 31.05.2010 | 11:15

hatte mir das ganze vor tagen angesehen und mich nicht dazu äußern wollen, 's ist ja auch durchaus reizvoll, dieses flattr-system, auf dem ersten blick ... Auf dem zweiten blick indes bleibt ein unbehagen: ein weiteres ranking, ein weiterer wettbewerb - was ist hier in unserer wirklichkeit eigentlich noch wettbewerbsfrei resp. nicht durchökonomisiert, und wenn es auch nur um kleine beträge geht? Warum wird das so einfach hingenommen, stört sich kaum jemand daran? Ich muß gestehen, da ist mir ein werbebanner oben auf der website lieber als das flattr-prinzip, auch wenn es auf freiwilligkeit beruht (noch) ...

thinktankgirl 31.05.2010 | 20:18

@mh
auf der anderen seite weigert ihr euch seit ewigkeiten mein geld zu nehmen, in dem ihr euch der pdf-version verweigert. stattdessen gibts den einzelheftverkauf. einmal bestellt, am dienstag. die woche drauf, am dienstag, war das ding da. das lag nicht mal an euch, es war die post.
statt 1,50 zahlen und runterladen.

Das mit der PDF-Version fände ich auch gut.
Könnte vielleicht auch bei einzelnen Artikel angewandt werden: z.B.
wenn ich aus Erfahrung weiß, daß RedakteurIn XYZ immer hervorragende Artikel schreibt, dann kaufe ich gerne auch einen Einzeltext, weil mich das Thema interessiert.

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Ehemaliger Nutzer 09.06.2010 | 20:55

Ich hab ein paar Tage gebraucht, um den Button überhaupt wahrzunehmen.
Ich bin so hin und hergerissen bezüglich flattr. Eigentlich eine gute Idee, ich fürchte nur auch um die Qualität von Artikeln. Werden dann immer noch unpopuläre Artikel geschrieben? Oder Artikel über Themen, die nicht so viele Leute interessieren.
Die taz hatte flattr bekanntlich schon vor freitag.de. Ich habe das als logische Konsequenz dessen gesehen, dass die taz in der letzten Zeit mehr und mehr um populäre Artikel bemüht ist.
Beim Freitag habe ich das bis jetzt nicht erlebt. Deshalb habe ich heute ein Freitag Abo und keines mehr bei der taz.
Ich hoffe sehr, dass der Freitag bei seiner Besonderheit bleibt und vielen unpopulären Themen eine Chance gibt.

Zu den Rechten:
Jeder Blogger weiß, was er tut. Was du hier raushaust gilt als veröffentlicht. Wenn du in den Printteil kommst, wirst du bezahlt. Urheber bleibst du trotzdem, da man sein Urheberrecht, anders als in Amerika, nicht vollständig abtreten kann. Heißt, du kannst keine Kohle verlangen, aber jederzeit deine Inhalte löschen. was hier ja auch umgesetzt ist.
Klar freue ich mich, wenn mein Schreiben Geld bringt. Aber wenn ich das in seiner Ausschließlichkeit will, dann muss ich eben dem Freitag Artikel als Mail schicken und zum Verkauf anbieten. Da ich das so nicht will und das Bloggen mir Spaß bringt, wähle ich den Weg über die Community.
Bei Cross Postings schlage ich vor, dass die Autoren unter ihren Artikel einen kurzen Satz schreiben, indem sie darauf verweisen, dass der Artikel auch auf ihrer Hompage steht und das man in bitte dort flattrn soll bei Gefallen.

Jörn Kabisch 10.06.2010 | 14:32

@alle
Wir lassen den eigenen freitag-flattr-Button auf Blogs erst einmal weg. Das Crossposting-Argument - besonders von mh vorgetragen- finde ich dabei das Wichtigste. Wenn nur die Chance besteht, dass flattr Crosspostings blockiert, ist das nicht gut.
Die Idee werde ich aber nicht aufgeben. Wir werden uns ansehen, wie sich die flattr-Einnahmen bei redaktionellen Artikeln entwickeln, wie sich auch flattr technologisch entwickelt, auf flattr.com gibt es ständig Neues. Außerdem stehen wir bei den Blogs auf freitag.de auch vor einer Neuentwicklung, die PERSPEKTIVISCH dahin geht, dass Blogger eigene "Homepages" auf freitag.de haben werden, die sie selbst besser bei blogrankings und Angeboten wie flattr und co. verwalten können sollten.
Grüße, JK

mh 10.08.2010 | 19:20

das war ende mai. gutwillig juni. 2,5 monate, 1 wasserstand. derweil berichten alle anderen fleissig über ihre einnahmen und kassieren, lustigerweise, für solche artikel dann noch weitere. verteilen beta-keys und generieren sich damit ihre eigenen flattr-user etc.

das ist, lieber jörn, was ich anfang des jahres mal mal meinte. nicht immer nur kurz mal was machen und sich dann nicht mehr aktiv drum kümmern. da muss man auch mal dran bleiben.

nun mag es aber sein, dass ich das alles nur übersehen habe.. denn all zu oft mag ich dann auch nicht mehr hier reinschauen. u.a. wegen solcher fahrlässigkeiten... oder soll ich sagen: wegen des fehlendem verständnisses für die sache an sich?

mfg
mh -.-

Bodiro 12.04.2011 | 16:12

Ich finde flattr gar nicht gut und werde es auch nicht nutzen. Nicht noch ein Konto, dem ich meine Bankdaten anvertrauen muß. Nicht noch ein Prepaidguthaben irgendwo. Ich finde die Möglichkeit, die die taz jetzt bietet, mit dem Handy zu zahlen, viel besser. Denn auf meinem Prepaidhandy liegt schon Geld rum und wartet auf sinnvolle Verwendung. Und mal eben eine SMS senden ist mir viel sympathischer als flattr. Denkt mal drüber nach, liebe Leute vom Freitag. Sonst kriegt ja nur die taz mein Handygeld - müßte ja nicht sein ;-)