Als "Charlie Hebdo" noch Bückware war

Satire/Herrschaft? Einst war Charlie Hebdo Bückware, die schamhaft versteckt unterm Ladentisch lag. Heute gilt uns Charlie Hebdo als Tafelsilber unserer Demokratie. Denken wir?
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Satire, Karikaturen, gegegenseitig gereichte "Oblate" von Alpha- und Analphabeten beim Aufbruch zu neuen Ufern gesellschaftlichen Bewusstseins!

Heutzutage, man glaubt es kaum, es ist keine fünfzig Jahre her, da galt Charlie Hebdo zwar nicht mehr vom Gesetz her dazu verdonnert, aber sozusagen gegenüber der direkten Nachbarschaft.

"Keiner hat es gesehen"

als Bückware, die auf verschlüsselte Zeichen, gesten, Mimik hin, unter dem Ladentisch nebenan heimlich durchgereicht, beim Barbier unauffällig beim Bezahlen unter der Hand serviert wurde, als wären Periodika von "Charlie" Kon- Dome reinen Schreckens

Dabei waren es Satiriker, Karikaturisten, die im 17 Jahrundert in England, rebellisch aufgelegt, mit fürstlichem Schabernack jener Epoche mental auf Augenhöhe, damit begannen, Mitglieder des Klerus, des Königshauses drastisch mit Schabernack,

- Spaß, Ulk, Witz, Witzelei, Jux, Possen, Possenspiel, Neckerei, Streich, Jokus, Unsinn, Spiel, Spielerei, Ausgelassenheit, Clownerie, Harlekinade, Eulenspiegelei, Narretei, abgründigem Humor, Unfug, Schelmerei, Hanswursterei, Komik, Fez, Gaudi, Klamauk, Faxen, Spaßetteln, Spompanadeln-

in Wort und Bildchen auf die Schippe zu nehmen, dass es dem heimlichen Betrachter unvermittelt, erst die Kiefer im Mund, so dann die Haxen am Leib von unbändigem Lachen auseinander riss und sie zu Boden lagen, sich vor Hohn und Gelächter schadenfroh kringelten.

Denn bebilderte Satire, Karikaturen waren in einem britischen wie französischen Untertanen- Volk der Analphabeten im 17. Jahrhundert mehr als Aufklärung. mehr als rebellisch stimmende Lektüre, waren ein wahres Vademecum reinsten Wassers.

Blinde wurden sehend. Taube, Stumme gestikulierten, feixten, schlugen Grimassen.Krüppel fühlten sich knüppelstark.

Jene, die da lebensmatt vermeinten, sie hätten von der Welt genug gesehen, schauten, in Satire Magazine, Karikaturen mit großen Augen glotzend, erst ungläubig, so dann unvermittelt motzend wieder wissbegierig aus ihrer untadelig weissen Wäsche.

Krumme Rücken richteten sich auf, strafften sich von unsichtbarer Hand, Sieche verließen ihr Krankenlager und gesundeten, Körpersäfte, die ausgetrocknet schienen, erwachten sprudelnd als Quell zu neuem Leben, nie geahnten Duft Freier Meinung zu schnuppern,.

Dank bebilderter Satire; Karikaturen ging der Freigeist störrisch wider die Obrigkeit europaweit um, Fidelbum.

Inzwischen gilt uns Satire guthin, vom Schlechthin wollen wir hier nicht reden, spätestens nach dem entsetzlichen Terroranschlag mit 17 Opfern in Paris am 8. Januar 2014, als das sich ausbreitend anschwellende Credo, gleich in welcher gesellschaftlichen Schicht

"Je suis Charlie"

als unverkäufliches Tafelsilber im Schaufenster, Schwert & Schild Freiheitlich Demokratischer Grundordnung (FDGO) in unserer Demokratie. Denken wir.

Daniel- Cohn Bendit, vom Satire Magazin "Charlie Hebdo" vor Jahren als "Verräter" tituliert gebeutelt, findet heute, das haben die doch damals nett gemeint.

Vonwegen, Daniel- Cohn Bendit war bereits vor dem Kosovo- Krieg, ohne UNO- Mandat, 1999, unter Preisgabe aller friedenserhaltenden Erfahrungen durch den KSZE- Prozess von Helsinki 1975, "grandios" von der anti- bellizistischen Fahne "Charlie Hepdos" gegangen, zum "Nationbuilding Crusader" reinsten Wassers der "Nordatlantischen Brücke" geworden.

Worauf Ex- BILD- Chefredakteur Peter Boehnisch Daniel- Cohn Bendit öffentlich als liberal feinen "Kumpel", ohne Erbarmen, herzte und umarmte.

So unkränkbar unanfechtbar, durch Satire geimpft?, tritt unser gegenwärtiges Personal in Politik, Medien, Wissenschaft, Kunst, Kultur, Sport, Klerus hierzulande gegenüber Kritikern auf. Denken wir.

Zeiten voller Neigungen zu blasphemisch todesverachtend fürstlichem Schabernack, des Überlebens auf des Messers Schneide Probe, mit tödlichem Ausgang für die Einen, während jene "Scheich", die überleben, sich vor Lachen auf ihren "Fliegenden Teppich" Kringel kugeln, das war doch in Frühzeiten des Mittelaters gang und gebe, denken wir, weil sich nur Fürsten forschend die Gottesversuche leisten mochten und konnten, des Lebens und Todes Trennungsschärfe herauszubekommen, wenn sie den Einen in die Schlangen- oder Löwengrube werfen, jener vergiftet oder zu Fetzen zerrisen zu Tode kommt, mit sofortiger Wirkung biblisch

"Zahn um Zahn"

der tödliche Schlag als Strafe Gottes trifft.

Wenn Gottes Strafe, wider Erwarten ausblieb, wussten die Fürsten vor lauter Verlangen nach Stressabbau nur Eines zu tun

"Lachen! Lachen",

weil sie noch am Leben waren.

Damals haben den Fürsten, Herzogen, Königen, Kaisern die Weisen eines jeden Landes, nicht dieses Morden von Fremden gar Landesklindern als solches vorgehalten, aber sehr wohl dieses fürstliche Lachen nach blasphemisch vollendet tödlichem Schabernack zu Lasten anderer.

"Der Mensch versuche die Götter nicht" .

Heute ist klar, solche fürstlichen Strolche gehören mit ihren unsäglichen Neidungen zu tödlichem Schabernack zur Verurteilung vor die Schranken ordentlicher Gerichte. Denken wir.

Sollten sie dann noch Lachen, Lachen, ab in die Klapsmühle dort hinter Gittern, eines jeden Morgen klientenorientiert vergattert und verriegelt zum Nachdichten dessen, wo sie, schlicht und ergreifend, einfach noch zu offen bei blasphemisch scherzender Trennung von Leben und Tod im Dasein der anderen sind. Denken wir.

Aber was war denn der Angriff auf die Twin Towers des World Trade Centers Nine Eleven 2001, der 3000 Menschen unterschiedlichster Herkunft, Atheisten, Theisten, Muslime, Juden, Christen, Buddhisten, Hinduisten, Ureinwohner in Amerika, Indianer mit einem Schlag vom Leben in den Tod versetzte anderes als die gottesverachtend blasphemische Probe aufs Exempel im wüsten Geiste der Art fürstlichen Schabernacks im frühen Mittelalter?

"Oh sieh an! Allah!, im Grab 3000 bleiche Gebeine!.

Ach bin ich Allah Dir von Herzen dankend froh, dass es nicht die meinen sind?".

Was ist denn der asymmetrisch folgende Krieg nach Nine Eleven 2001 gegen den sogenannten Internationalen Terrorismus, heute mit Kampfdrohnen, samt US- Lizenz zum Töten, versehen, anderes als ein frühmittelalterlich blasphemisch fürstlicher Schabernack im "Weissen Haus" Washington D. C., Montreal, London, Paris, Berlin, Warschau, Rom, Brüssel, Moskau, Kabul, Damaskus, Bagdad, Instanbul, dass sich die US- Außenministerin Hillary Clynton, bei Gelegenheit laufender Bilder über einen staatlichen Terroreinsatz, den sie mitverantwortet, die Hand vor lauter "Lachen" an den Mund führt?, oder war es ihr blanker Schrecken, dass sie womöglich gleich der tödliche Schlag Gottes trifft? So denken wir drüber nach.
JP

http://www.deutschlandfunk.de/hillarys-hand-ein-foto-das-geschichte-machte.1310.de.html?dram:article_id=307380
Beitrag vom 29.12.2014

"HILLARYS HAND"

Ein Foto, das Geschichte machte

Von Katharina Hamberger

http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCckware
Bückware

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/je-suis-muslima-je-suis-charlie
JOACHIM PETRICK 12.01.2015 | 16:27 6
"Je suis Muslima", "Je suis Charlie"
Nine Eleven2001 Cas Mudde tituliert seinen Kommentar in der taz vom 11. Januar 2014 "Nein, wir sind nicht „Charlie Hebdo“ Gibt das, angesichts asymmetrischer Kriege zu denken?

23:31 13.01.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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