Rechtsradikale Frauen

Beate Zschäpe Engagierte Wissenschaftlerinnen haben sich in einem offenen Brief zum bevorstehenden Prozess geäußert
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Aus Anlass des bevorstehenden Prozesses gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe haben sich die im Forschungsnetzwerk "Frauen und Rechtsextremismus" engagierten Wissenschaftlerinnen an die Öffentlichkeit gewandt.

In einem offenen Brief treten sie der Verharmlosung der Rolle von Frauen im rechtsradikalen Umfeld entgegen.
Frauen seien zwar nicht in gleicher Zahl in diesen gewalttätigen Netzwerken tätig, aber sie seien keineswegs unpolitisch und "nur" Mitläuferinnen. Sie seien sehr aktiv und vom gleichen Hass beseelt wie die männlichen Akteure.

"Entgegen aktueller wissenschaftlicher und empirischer Forschung und Erkenntnisse reproduzieren Medien und Behörden in ihren Berichten noch viel zu häufig Frauenbilder, die extrem rechte Akteurinnen, wenn überhaupt, als Mitläuferinnen, Freundinnen, Ehefrauen, harmlos, unpolitisch und unbedeutend darstellen.
Beate Zschäpes Aktivitäten zeigen, dass diese Wahrnehmungen und Umdeutungen eine Sackgasse sind. Die Verharmlosung der Rolle von Frauen in der extremen Rechten spiegelt nicht nur sexistische Stereotype wider, sie verharmlost auch die rassistisch und antisemitisch motivierten Taten selbst. Extrem rechte
Frauen handeln ebenso wie ihre männlichen Kameraden gewalttätig und aus politischer Überzeugung. Sie sind mit Nichten als das „friedfertige Geschlecht“ anzusehen, als das sie mitunter dargestellt werden."

In einem Gespräch auf Kulturradio vom rbb

ergänzte die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Andrea Röpke diese Sicht. In dem Buch "Mädelsache. Frauen in der Neonaziszene", das sie zusammen mit Andreas Speit geschrieben hat, wird die Durchdringung der Gesellschaft - in Nachbarschaften, Vereinen und sozialen Aktivitäten - durch rechte Kräfte und da besonders die rechtsextremen Frauen von ihnen thematisiert.

19:43 14.04.2013
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Geschrieben von

Magda

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.(George B. Shaw)
Magda

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