RE: Das Ende des weißen Mannes, bitte | 16.04.2018 | 23:42

Vielen Dank, ich stimme Ihnen größtenteils zu, würde jedoch davon absehen, zwischen "guter" und "schlechter" Krise zu unterscheiden (das ist natürlich ANsichtssache). Denn mein Punkt war vielmehr zu zeigen, wie die Krise als solches als ein Intrument von Männern gebraucht wird, um darüber Debatten anzuzetteln, sodass darüber ein Erneuerungsprozess gestartet werden kann (wenn Sie so wollen, eine Art Selbstheilung), die dann zur Folge hat, dass das Patriarchat doch wieder am Drücker bleibt. Aber da kann man sich natürlich gern drüber streiten.Mit vielen Grüßen

RE: Das Ende des weißen Mannes, bitte | 16.04.2018 | 23:38

Haben Sie vielen Dank für die Rückmeldung, die Auszüge sowie den Artikel, ich wusste garnicht, dass der online zur Verfügung steht. Die Soziologin Sylka Scholz hatte in der Soziologischen Revue 36 (2013) etwas über den Krisendiskurs über Jungen, Männer und Männlichkeit geschrieben, darüber habe ich erstmals etwas über diese intrinsische Strategie erfahren. Vielleicht ist ja auch der von Interesse für Sie – aktuell ist er allemal.

RE: Das Ende des weißen Mannes, bitte | 16.04.2018 | 23:30

Haben Sie vielen Dank für den Kommentar, und ich pflichte Ihnen insofern bei, dass es sicherlich materielle Wahrheiten gibt, die nicht zu leugnen sind. Entscheidend ist daran – und auch hier haben Sie sicherlich nicht ganz unrecht, dass das aus unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich gewertet wird –, dass je nach Beobachterinnenposition, diese Wahrheiten sich allein durch die Beobachtung selbst einstellen. Damit meine ich etwa soziale oder ökonomische Konsequenzen, die Bezeichnungslogiken und -systeme zeitigen. Nicht etwa möchte ich damit Körper wegdiskutieren (das hat beispielsweise auch Judith Butler nie machen wollen, wie Ihr gelegentlich vorgeworfen wurde) – danke sehr, ich werde versuchen, solche Passagen zu vermeiden, von denen aus auf radikalen Konstruktivismus geschlossen werden könnte.

Nicht ganz sicher bin ich mir allerdings darüber, was Sie damit sagen wollen, dass Sie mir nicht glauben. Wenn es darum geht, dass Sie mir widersprechen bzw. hinter dem Text eine Glaubenslehre vermuten, der Sie widersprechen, dann würde ich mich freuen, wenn Sie da vielleicht noch etwas genauer werden können (schließlich könnte man schlicht beide Perspektiven als dogmatisch begreifen; Ihren Standpunkt damit untermauern zu wollen, dass Sie mir nicht glauben, hätte sich das Argument selbst ausgehöhlt). Wenn Sie allerdings meine Glaubwürdigkeit aufgrund meiner Positionalität infrage stellen, würde ich auch dort gerne wissen, woher Sie Ihre Annahmen beziehen. Über meine sexuelle Orientierung, mein Geschlecht, meinen kulturellen oder sozialen Hintergrund wissen Sie genauso wenig wie über meine Expertise oder meine Motivation, so einen Text zu schreiben. Vielleicht könnten Sie da ja nochmal genauer werden – ich freue mich, von Ihnen zu hören!