Lukas Ondreka

Praktikant beim Freitag
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RE: "What the fuck!" | 13.09.2011 | 19:16

@ChristianBerlin

"Wem es wirklich um Veränderung im Katholizismus und nicht bloß um die Rekrutierung oder Aktivierung Gleichgesinnter geht, muss sich auf diese Gratwanderung begeben und die Kritik dort anbringen, wo sie nicht erwartet wird und deshalb wirklich etwas bewegen kann."

Ich denke die linken Gruppierungen können sich gar nicht auf diese "Gratwanderung" begeben, ohne sich selbst zu diskreditieren. Die Ansichten zu Homosexualität differieren dann doch fundamental. Die radikale Linke und die Amtskirche stehen sich quasi polar gegenüber, kein begehbarer Grat liegt zwischen ihnen.

Ich möchte deshalb hier auf die kircheninternen Reformbewegungen hinweisen:

- Es gibt die basiskirchlichen Initiativen "Kirche von Unten" (www.ikvu.de/) und "Wir sind Kirche" (www.wir-sind-kirche.de/)

- Es gibt zahlreiche Theologieprofessoren, die sich für Reformen stark machen (www.memorandum-freiheit.de/)

- Und noch weit brisanter: In Österreich rebelliert der Klerus selbst gegen den Vatikan (www.pfarrer-initiative.at/)

Hier, wo Pfarrer fordern, Frauen für die Priesterweihe zuzulassen, findet die von Ihnen eingeforderte "Gratwanderung" statt.

Über all das Papstbashing werden diese kircheninternen Reformbemühungen leider häufig vergessen. Schade.

RE: "What the fuck!" | 09.09.2011 | 14:57

@ChristianBerlin

Ihr Buhlen mit dem konspirativ Unbestimmten ("handfeste finanzielle Interessen einer organisierten Gegenlobby") und der Anonymität linker "Idealisten" verschleiert, dass die Sache viel einfacher gelagert ist:

1. Ein Blick auf die 60 Mitglieder des Bündnisses "Der Papst kommt" offenbart doch,dass es sich vorwiegend um Gruppen, Parteien und Organisationen aus dem linken und queer-feministischen Milieu handelt. Daneben sind auch laienkirchlich-überkonfessionelle Vereine wie "Homosexuelle und Kirche" vertreten, die sich an der amtskirchlichen Attitüde gegenüber schwulen Menschen stören. Und ja, darunter auch "Echte Kirchengeschädigte", die beispielsweise ihre Lehrerlaubnis verloren haben, weil sie sich geoutet haben. Das "Wer" wäre damit also geklärt.

2. Was die Motive des Protestst angeht. Die ergeben sich aus dem Aufruf der Bündnisses - so oder ähnlich auch bei den anderen Organisationen zu lesen.

Die Profanität des Ganzen erklärt dann auch, warum der "journalistische Ehrgeiz" hier nicht in eine unnötige investigative Recherche (es liegt ja alles offen) floss, sondern in den Versuch, einen einfachen, mit Links gespickten Überblickstext zu schreiben.

Dass früher alles besser war, da gehe ich trotzdem d'accord mit Ihnen.

LG
Lukas Ondreka

RE: Im Gedenken an Dich und mich | 23.08.2011 | 17:42

@ zeitleser: Es ist Ihnen leider nicht aufgefallen, dass ich zwischen den beiden Phänomenen gar keinen Vergleich gezogen habe (der Gedenktag der UNESCO diente lediglih als Anlass, um auf eine anderen Typus der Sklaverei aufmerksam zu machen). Denn bei einem gebe ich Ihnen Recht: Der transatlantische Sklavenhandel und der Missbrauch der Betroffenen als Arbeitstiere ist abscheulich und gehört geächtet.

RE: Zur Konsole, zur Freiheit | 19.08.2011 | 13:18

Ja, die Sims sind für den emanzipationswilligen Spieler eine gute Wahl. Es lassen sich auch problemlos weitere Titel nennen - wie das Online-Rollenspiel EverQuest, in dem Spieler à la "Prosumer" selber Inhalte kreieren. Dennoch zieht sich, wie ich finde, ein roter Faden durch die Entwicklung der interaktiven Unterhaltung. Und der ist gewebt aus stetiger Monopolisierung des Spielemarktes und einer Logik der Profitmaximierung. Profit und marktbeherrschende Stellung wiederum lassen sich ohne die Variable "aktiver Rezipient" weitaus besser kalkulieren.

Ein weiterer Punkt, den ich in meinem Artikel überhaupt nicht ansprechen konnte: Bei Spielen, die den Gamer als kreative Größe in den Mittelpunkt stellen, handelt es sich meist um einfache Sandboxgames ohne konsistente Story. Es ist verhältnismäßig einfach, dem Spieler in einem Open-World-Spiel wie Minecraft oder einem Tamagotchi-Verschnitt wie den Sims kreativen Raum zu lassen. Aber ein Titel wie das im Text genannte Heavy Rain verschlingt Millionen, um dem Spieler Entscheidungsfreiheit zu lassen. Insofern sind wir als Gamer dem Willen bzw. Unwillen der kommerziellen Spieleindustrie für mehr Wahlfreiheit in Videogames zu sorgen ausgeliefert.