Noch'n ESC-Blog?

Musik, Musik, Musik: Ich gebe es zu, der ESC ('Europäi- scher Song Contest' oder so ähnlich) interessiert mich kaum und das "obwohl" ich schwul bin :-). Hat er übrigens schon früher nicht.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Vorwort:

Wenn im Vorfeld dieser alljährlichen Veranstaltung, die Nomi- nierungen und Vorentscheidungen starten, flüchte ich meist ziemlich schnell aus dem Umfeld der einschlägig geführten Diskussionen in Netz und Realität.

Hauptsächlich liegt meine ESC-Abstinenz wohl daran, dass mir die dort gebotene Musik zu etwa 99 % nichts bietet, wofür ich mich begeistern könnte. Auch die vermeintliche ironische Distanz, die von vielen "ESC-Junkies" angeführt wird, weil sie es unfreiwillig komisch finden, wenn Windmaschinen, Pyrotechnik, überladene Musik-Arrangements und bizarre Bühnendekorationen schließlich regelmäßig den medialen "Overkill" beim Fernsehzuschauer auslösen, kann mich nicht umstimmen (- wenn man in der Halle dabei ist, mag das Erlebnis möglicher Weise ja noch eine andere "Qualtät" haben -).

Soviel also zur - wahrscheinlich wenig überzeugenden :-) - "Rechtfertigung" für mein häufiges Fernbleiben von ESC-Blogs und Diskussionen.

Musik, Musik, Musik ...

Dass ich bis heute - so kurz vor Beginn der Veranstaltung - prak- tisch keinen der teilnehmenden Musiktitel und Interpreten kenne, empfinde ich nicht als kulturelles Defizit, denn ich bin durchaus kein Musik-Abstinenzler, ganz im Gegenteil. Nur höre ich andere Musik (von Klassik über Jazz bis Rhythm & Blues, Soul und Funk).

Weshalb ich durch reinen Zufall nun doch zwei Musiktitel entdeck- te, die ich interessant fand (- keine Ahnung ob die überhaupt noch im Rennen sind? -), das habe ich meinem Lebenspartner zu "ver- danken", der gestern zu einem TV-Sender schaltete ('Eins Festival' zeigte am 20.05.2015 um 23:50 Uhr die Clips 'Eurovisions Song Contest 2015 - 40 Videos für Österreich') und dort hängen blieb ...

Es handelt sich um den Beitrag aus Großbritannien, der mir aufgrund seiner wilden Mischung aus "Vintage-Sound", sprü- hender Lebensfreude, Selbstironie und der gekonnten Perfor- mance hörens- und sehenswert erschien.

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Außerdem fiel mir der Beitrag aus Israel auf, der ebenfalls so ziemlich alles bietet, was Pop-Musik (also populäre Musik) im besten Fall ausmacht: Gute Melodie, gekonnt arrangiert, talentiert dargeboten und nicht zuletzt "mit einem Augenzwinkern" vorgeführt.

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Womit ich dagegen regelmäßig Schwierigkeiten habe, sind Beiträ- ge, denen man anmerkt, wie verbissen es den Ländern und ihren "RepräsentantInnen" auf eine gute Platzierung ankommt. Durch die Überladung eines Pop-Spektakels mit politischen Absichten werden die Darbietungen solcher Künstler/innen nur unfreiwillig komisch und damit peinlich.

Und obwohl ich überhaupt nicht auf Helene Fischer, erst recht nicht auf Helene Fischer-Verschnitt, stehe und deren Musik peinlich und pathetisch finde, wünsche ich mir aus politischen Gründen, dass der russische Beitrag den ESC in Österreich gewinnt.

Zu gern möchte ich 2016 erleben, dass die Russische Föderation den ESC ausrichtet und die Fernsehsender der Welt einfangen, wie mit bunten, pure Lebenslust ausdrückenden, *Regenbogen- Flaggen (- deren Zeigen in Russland von der Putin-Regierung per Gesetz verboten wurde -) von Tausenden schwuler und lesbi- scher Gäste gegen die verordnete Entrechtung und Ausgrenzung homosexueller Menschen in Russland demonstriert wird.

Also ... GO RUSSIA, GO!

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https://de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfahne

https://ru.wikisource.org/wiki/%D0%A4%D0%B5%D0%B4%D0%B5%D1%80%D0%B0%D0%BB%D1%8C%D0%BD%D1%8B%D0%B9_%D0%B7%D0%B0%D0%BA%D0%BE%D0%BD_%D0%BE%D1%82_29.06.2013_%E2%84%96_135-%D0%A4%D0%97

https://www.freitag.de/autoren/saul-rednow/russlands-gesetz-gegen-sog-homo-propaganda

https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/russische-nicht-traditionelle-sexualitaet

https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/russische-nicht-traditionelle-sexualitaet#1375202212027243

https://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie

10:24 21.05.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Saul Rednow

Meine Themen: Rechtsextremismus - Rassismus - Homophobie - Politik - Musik u.a.
Saul Rednow

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