Lutz Herden
28.02.2013 | 15:06 105

Rüpeln und kaudern

Peerlusconi SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat sich um ein Essen mit dem italienischen Präsidenten gebracht, darf sich aber einer eindrucksvollen aufklärerischen Tat rühmen

Rüpeln und kaudern

Die Arbeitsmoral des Kandidaten stimmt. Er tut, was er kann

Foto: Christof Strache / AFP - Getty Images

Hat er nicht wenigstens einen Hauch von Solidarität und Mitgefühl verdient? Man kann sich gut vorstellen, wie es im Inneren des Genossen Peer Steinbrück  jetzt aussieht. Es gibt ein flaues Gefühl im Magen, das Abendessen mit Giorgio Napolitano fällt immerhin aus, er schläft schlecht und hat immer das Parteibuch unterm Kopfkissen, falls es doch zum Ausschlussverfahren kommt. Im Willy-Brandt-Haus sehen sie ihn nur noch scheel an. Man muss ja auch an der politischen Zurechnungsfähigkeit der führenden Genossen dort zweifeln, wenn sie jemanden zum Kanzlerkandidaten machen, der gar nicht kanzlern will, weil er ständig um den Nachweis bemüht ist, als Kanzler nicht tragbar zu sein. Jetzt lässt ihn auch noch der italienische Präsident an sich abtropfen.

Unbedingt aufklärerisch

Dabei hatte der Bewerber gerade vier Wochen ohne Patzer hinter sich gebracht. Und nun ist es schon wieder passiert, dass er lieber rüpelt als argumentiert. Wenn der italienische Wähler bevorzugt „Clowns“ wählt, dann er ist vielleicht selbst ein "Clown". Und mit der italienischen Demokratie kann man sich sonst was abwischen. Aber ist es nicht verdienstvoll und im besten Sinne aufklärerisch, wie Peer Steinbrück die aufgeräumte Hemdsärmligkeit des deutschen Honoratioren-Stammtisch auf die politische Bühne Europas zaubert? Diese Tafelrunde  überzeugt gewöhnlich durch unbekümmerte Urteilskraft und völkerverbindende Unbekümmertheit. Die Völker links und rechts von Deutschland sollen wissen, was im Zentrums Europas über sie gedacht wird. Die Griechen sind schon länger im Bilde. Die Spanier im Prinzip auch. Jetzt haben sich die Italiener mit der Wahl von "Clowns" zum Totalverriss empfohlen. Peer Steinbrück hätte es natürlich auch netter sagen können, ein bisschen biblisch vielleicht, was in der Stunde der Papst-Abdankung gut angekommen wäre: „Sie säen nichts, sie ernten nichts, sie wählen Clowns und der liebe Gott ernährt sie doch.“

Das weiß schließlich jeder anmutige All Inclusiv Tourist aus Jena-Lobeda oder Idar-Oberstein, dass Italien eigentlich ein wunderschönes Land ist, würden dort nicht ausgerechnet die Italiener leben, ein Volk von Bankrotteuren und Lebemännern „mit einem besonderen Testosteron-Schub“ (Befund Dr. Steinbrück).

Gerade noch tönte es aus dem Schloss Bellevue in einer von Floskeln gesegneten Rede, dass in Europa keiner Angst habe müsse vor Deutschland. Aber unberechenbare Völker ein bisschen an die Hand nehmen, an die deutsche versteht sich, das muss man schon. Das hat Tradition, der Geschichte sei Dank.

Early Bird

Aber vielleicht hängen jetzt auch Missverständnisse in der Luft. Und Peer Steinbrück ist so etwa wie die erste Schwalbe, die zwar noch keinen Sommer macht, aber für die große Koalition auf Achse ist. Sein Extempore über die italienischen "Clowns" erinnert an den Auftritt des CDU/CSU-Fraktionschefs Volker Kauder auf einem Christdemokraten-Parteitag im November 2011, als er vor Stolz berstend erklärte: „Jetzt wird auf einmal in Europa deutsch gesprochen.“ Damit war nicht das Ausschwärmen deutscher Fußballprofis nach Rom, Madrid oder London gemeint, sondern die deutsche Lufthoheit über das  Euro-Krisenmanagement. Der Vollzug einer Spar- und Stabilitätspolitik im Sinne Angela Merkels, zu deren herausragenden Ergebnissen auch die italienischen „Clowns“ zählen. Aber wer will das schon wissen oder gar zugeben? Lieber arrogant herum tuten, überheblich auf die anderen herabsehen und dem gesunden Volksempfinden die Leimrute vor die Nase halten. Eine große Koalition des Großkotzes eben.   

Kommentare (105)

J.Taylor 28.02.2013 | 15:47

Steinbrück irrt gewaltig, auch wenn er glaubt, mit seinen Worten um die Lufthoheit über den Stammtischen zu kämpfen. Der eine Clown ist nicht einmal im Ansatz lustig, ganz im Gegenteil. Sein Erfolg basierte womöglich darauf, dass er Wahlkampf gegen Angela Merkel gemacht hat. Der andere Clown benutzt zwar die Werkzeuge der Clowns, er ist aber kein Narr. Sein Erfolg beruht darauf, dass die Menschen ihre Politiker nicht nur sprichwörtlich zum Kotzen finden. Wären die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse im deutschen Wahljahr 2013 wie die in Italien, möchte ich nicht wissen, wie diese Wahl in Deutschland ausgehen könnte.

Konfuzikuntz 28.02.2013 | 17:13

Allein die EU bedeutet Frieden für Europa! 

Und damit die EU funktioniert, muss es den Euro geben. Und damit der Euro funktioniert, darf es eben keine Unterschiede geben. Gibt es in Europa aber sowieso nicht, sonst würde schon das Wort Europa ja gar keinen Sinn machen. Was? Historische Weichwährungs- und Hartwährungskulturen? Unsinn! Und wenn doch? Hmm... Dann muss eben - historisch abdanken. Es ist ja für den Frieden. Und die Vielfalt. Und die Zivilgesellschaft.

Es sind Rechtsradikale, ach was, Nazis, die daran erinnern, dass befreundete Länder (gestrig! es geht jetzt um Europa!) auch unterschiedliche Währungspolitiken betreiben und dennoch die Streitkräfte in gemeinsame Strukturen einbetten können. Dunkle 1990er Jahre so was! Letztes Jahrtausend! Faschistoid. Und wenn wir die letzten Europäer sind! Wir verteidigen Europa bis zum letzten Blutstropfen!. Jaja. Dieser Italiener!

 

blog1 28.02.2013 | 17:55

Steinbrück mit seinen Äußerungen derart zu überhöhen, sagt derzeit viel darüber aus, wie ein Teil der linken Szene, auch in der FC in Deutschland denkt. Nun gut.

- Steinbrück ist der falsche Kandidat - nur wer hätte es machen sollen/wollen?

- Steinbrück spricht seine Wahrheiten aus - so weit kommt es noch, dass einer sagt, was er denkt?

- Steinbrück nimmt auch inhaltliche Positionen ein - ich nenne beispielhaft das Thema Bankenregulierung - Nur wer hört ihm zu?

Und das neoliberale Lager lacht sich ins Fäustchen. Besser könnte es nicht laufen. Und was kommt am Ende dabei heraus?

Schwarz/Rot - auch in Ordnung, dann kann man weiter stänkern.

Schwarz/Gelb - das haben wir aber nicht gewollt. Gut, dann lässt es sich noch besser stänkern.

Die Linke ist auf jedem Fall aus dem Spiel, vielleicht nicht einmal mehr im Bundestag vertreten. Und wer hat dann Schuld? Natürlich die SPD.

Aber vielleicht steuern wir sogar auf unregierbare Verhältnisse wie in Italien zu, getreu nach dem Motto. "Wenn wir schon nicht mitregieren wollen/können, dann sollen wenigstens auch die anderen scheitern. "

Schöne Aussichten.

 

Vaustein 28.02.2013 | 18:27

Peer Steinbrück verkörpert all das, was in Europa an mehr oder weniger berechtigten Vorurteilen über Deutschland vorhanden ist: Überheblichkeit, Großmannssucht, Bevormundung, Klassenbester und Peitschenschwinger.

Wie die SPD diesen Mann, der nie Sozialdemokrat wurde, zum Kanzlekandidaten machen konnte, bleibt nicht nur mir ein Rätsel.

blogsgesang 28.02.2013 | 18:39

Im Grunde gefällt sich doch auch Steinbrück in der Rolle des Clowns, und nicht dass er Berlusconi und Grillo lächerlich machen wollte, ist das Schlimme, sondern seine Arroganz gegenüber den italienischen Wählern, die durch die weitgehende Festlegung ihres  politischen Personals auf den Kurs der Finanzmärkte keine andere Wahl sahen, als die Totalverweigerung.  Mehr:

http://www.blogsgesang.de/2013/02/28/einmarsch-in-die-clownsparade/

Giuseppe Navetta 28.02.2013 | 19:11

Mir fällt zur SPD und ihren Personalentscheidungen sowieso nichts mehr ein, aber ich wiederhole mich hier noch einmal:

Schon die SPD nach dem Bad Godesberger Parteitag im Jahre 1959 konnte man ernsthaft in Zweifeln ziehen, nachdem Personen wie Viktor Agartz denunziert und mundtot gemacht wurden. Die SPD der "Neuen Mitte" und danach besteht aber selbst nur noch aus einer Karikatur und den Protagonisten eines mehr oder minder schmierigen Schauspiels ihrer eigenen Tradition und ist zum Teil mit Personen besetzt, die sich nur sehr unwesentlich von ihren sich mit allen Mitteln an die Macht klammernden italienischen Berufskollegen unterscheiden. Etliche Austritte von Mitgliedern, die diese Entwicklung nicht mehr mitverantworten wollten, in den Jahren während und nach der "Schröder-Periode", bezeugen diese Entwicklung. Desweiteren geht es, soweit ich es beurteilen kann, Staatspräsident Napolitano nicht um einen Affront gegen Beppe Grillo oder der unsäglichen Diva namens Silvio Berlusconi seitens Steinbrücks, sondern um das dahinterstehende "Lächerlichmachen" der Wählerstimmen, die wiederum, ob man deren Entscheidungen versteht oder auch nicht, selbstverständlich ernst zu nehmen sind.

Wieviele eigene Witzfiguren, die die sozialdemokratische Tradition selber nur noch, wenn man es so bezeichnen mag, in einer clownesken Schmierenkonödie beschreiben, will die SPD eigentlich noch aus dem Hut zaubern, welche dann dem Bürger als vermeintliche Wirtschaftsexperten verkauft werden, in Wirklichkeit aber den Interessenskonflikt zum eigenen Vorteil(!!!) unter den Teppich kehren! Und worin unterscheidet sich eine solche Verhaltensweise von der Moral eines Silvio Berlusconis?

Die SPD braucht keine Personen, die sozusagen nur eine modifizierte Version eines Gehard Schröders darstellen, sie braucht wieder Leute vom Format eines Otto Brenners oder Peter von Oertzen zurück...aber eine solche SPD existiert nicht mehr!

digitales 28.02.2013 | 19:20

Vlt wird die SPD ja auch mit Steinbrück ja einfach nur von ihrer eigenen Courage überrumpelt und versteht heute erst was das für ein Pyrrhussieg war über Helmut Kohl, damals als es noch so etwas wie Sozialsysteme gab.

Nunja, Günther Wallraff wußte bis gestern abend auch noch nicht, dass er einen Großteil seiner Mittel via Amazon erwirtschaftet.

Vermutlich bedarf es so gnadenloser Blödheit wie auch der von Wallraff, sich dermaßen leichtfertig ein gehöriges Pfund einzufangen: mit Recht?

Mit Recht.

 

 

Richard Zietz 28.02.2013 | 19:50

Das Dauerelend der SPD ist, dass sie partout noch neoliberaler sein möchte als die Schwarzgelben. Erst den Nationalisten Gauck gegen den gemäßigten Bürgerlichen Wulff als Bundespräsident in Stellung bringen, nun einen Bankerfreund mit stammtischpopulistischen Ausfällen als Kanzlerkandidat.

Angesichts der diversen Pirouetten und Schlinger dieser Partei ist man versucht, politisch in nackten Zynismus zu verfallen. Thema Hartz IV: Erst notwendig, nach massiver Kritik eine Reform, bei der man einzelne Fehler gemacht hat. Nun eine Reform, bei der die anderen die Fehler reingedrückt haben.

Nun also persönliche Unflätigkeiten und Herabwürdigungen aus der untersten Schublade. Dass sie erneut das Klitschee von faulen, unzuverlässigen Südländern bedienen, ist beim Kandidaten ja nun nicht neu. Was kommt als nächstes? Ab fünfuhrfünfundvierzig wird zurückgeschossen? Einziger Trost: Im Herbst wird es mit diesem Elend ein Ende haben.

Man kann es übrigens beschleunigen: entweder durch Wahl der beiden einzigen wirklichen Nicht-System-Oppositionsparteien (Linke und Piraten). Oder durch das Kreuz bei Angie. "Linker" als die rotgrüne Karrieretruppe ist die aktuelle Regierung, trotz F.D.P., noch immer.

Helmut Eckert 28.02.2013 | 20:40

Wie gern würde ich eine SPD wählen.. Wenn es die SPD geben würde. Schröder und seine Gefolgsleute erschlugen die SPD und verscharrten sie im Garten des Kapitals. Das jetzt Schröders zweite Garde sich als Leichenfledderer betätigt und dabei die Frechheit besitzt, dem geplünderten und zum Teil entrechteten Arbeiter zu erklären, sie führen diese Leiche, die sie SPD nennen, zu neuem Tanz, ist typisch für das Denken dieser Männer und Frauen. Steinrück benimmt sich, so wir ich es von ihm erwarte. So bitter es ist, diesen Mann zu wählen, bedeutet, mit schuldig zu werden an dem Mord.!   

sven kyek 28.02.2013 | 20:57

Wenn man besonders kreativ wäre , könnte man denken da war doch mal was . Da haben  schon mal ein Italiener und ein Österdeutscher aus Spott und Abneigung eine Männerfreundschaft zelebriert . 

Schade das Ratze nun a.D. ist . Er hätte Steinbrück, passend in Rom, nicht selig und heilig aber dämlich sprechen können .

Wenn Schmidt Schnauze nicht senil ist und die SPD noch einen Funken Verstand hat , muss sie ihm  schleunigst und fristlos kündigen .Denn wenn Verbal-Erotiker Berlusconi den Stein aufnimmt , den Peer schmiss , was er wird , gerät das außer Kontrolle . 

 

sven kyek 28.02.2013 | 22:01

Hallo Herr Weinzstein . Bzg . Schlagwort-Aufschlag im Netz und Ihres Kommentares ,,Und dann kam Sven " Nur zur Info : S.P.O.N. 2012 also vor 4 Monaten .

#59 09.11.2012 16:02 von svenkyek

Spenden-Lüge

Es simmt das sich Einrichtungen über Peerlu$conis Spende
freuen können. Aber er selber zieh die Spende in voller Höhe
von seiner Einkommenssteuer ab.Also kostet es ihn nichts außer weitere Reputation bei Bürgern die etwas davon verstehen.Wann endlich werden die Finanzbehörden wach und stufen seine permanenten Vortragsreisen wie bei Künstlern oder Schaustellern als gewerbliche Tätigkeit ein? Er schuldet dem Staat nämlich Mehrwertsteuer aus seinen Honorar Rechnungen oder Gutschriften.Von Gewerbesteuer,Berufsgenossenschaft rede ich noch garnicht.Antworten / Zitieren Beitrag melden    Seite 6 von 42  AntwortenPowered by vBulletin® Version 4.1.5 (Deutsch)
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rose 28.02.2013 | 23:21

Hast du mal gedacht, was für eine Kategorie "befreundetes Land" ist, Kinder spielen Indianer. Ist ein Land dein Freund?

St hat über 2 einzelne Personen geurteilt, nicht über "die Italiener", nicht über deren Wähler, über dieses Urteil kann man streiten, mehr nicht. Angesichts der Unmündigkeit der Wähler hier und da kann man meinen, dieses Urteil auszusprechen,  sei nicht opportun für Wahlergebnisse. Auch kann man darüber meinen, in wessen oder gegen wessen Interesse es ist, nationalistische Primitivgefühle hier oder da zu stimulieren, durch Sts.Einlassung.

Napolitanos Reaktion könnten derartige Überlegungen zugrunde liegen, und er gibt seinen primitiv fühlenden Volksgenossen Zucker, oder aber er fühlt sich ernsthaft in seinen Gefühlen verletzt, was ich für möglich halte, wenn ich sehe, wie ein ehemaliger Kommunist - delegiert 1948  für Italien bei der Konferenz der Komintern - dergestalt in den Verfall gerutscht ist, um gewandelt als Galeonsfigur den bürgerlichen Staat zu repräsentieren. Bei allen wahlopportunistischen Überlegungen der Auseinandersetzung soll man bedenken, dass der  geistige Antrieb  der Akteure in der Betroffenheit der gleiche ist, der die Tifosi in der Kurve befeuert.

mymind 28.02.2013 | 23:50

Herr Navetta,

unabhängig davo, dass mit PS mal wieder Pferde losgelassen wurden...

Die Italiener dürfen sich durchaus die Frage stellen & auch gefallen lassen müssen, wieso, weshalb, warum sie nach wie vor die Partei von SB in derartiger Gewichtung wählen, damit eine Politik bestätigen, mit der, so wird es zumindest vermittelt, viele Italiener  nicht zufrieden waren, was auch wirtschaftlich zum Ausdruck kam.

Haben Sie dafür eine Erklärung?

 

Konfuzikuntz 01.03.2013 | 00:08

Hast du mal

Sind wie per Du?

gedacht, was für eine Kategorie "befreundetes Land" ist, Kinder spielen Indianer. Ist ein Land dein Freund?

Deutschland und Italien sind befreundete Staaten. Sie stehen in den großen Konfliktlinien der Welt auf der gleichen Seite.

St hat über 2 einzelne Personen geurteilt, nicht über "die Italiener", nicht über deren Wähler, über dieses Urteil kann man streiten, mehr nicht.

Soso. Haben Sie den O-Ton gesehen? :) Er war "...entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben." Über wen war er wohl entsetzt?

Entweder man ist Demokrat. Dann dürfen die Leute wählen, was sie wollen. Oder man ist kein Demokrat. Aber sich einreden, man sei einer und dann nach jedem Wahlausgang, der einem nicht gefällt die Leute beleidigen, das ist unwürdig. Und Napolitano hatte völlig Recht, dass er Steinbrück nicht trifft.

Angesichts der Unmündigkeit der Wähler hier und da kann man meinen, dieses Urteil auszusprechen,  sei nicht opportun für Wahlergebnisse.

In der Tat.

Auch kann man darüber meinen, in wessen oder gegen wessen Interesse es ist, nationalistische Primitivgefühle hier oder da zu stimulieren, durch Sts.Einlassung.
Ich kann nicht Erkennen, dass hier deutscher oder italienischer Nationalismus im Spiel ist, wenn Italien ein Parlament wählt, das dem internationalen Finanzkapitalismus nicht gefällt (dessen Lobbyist der Kanzlerkandidat der SPD ist). Ganz im Gegenteil.

Napolitanos Reaktion könnten derartige Überlegungen zugrunde liegen, und er gibt seinen primitiv fühlenden Volksgenossen Zucker, oder aber er fühlt sich ernsthaft in seinen Gefühlen verletzt, was ich für möglich halte, wenn ich sehe, wie ein ehemaliger Kommunist - delegiert 1948  für Italien bei der Konferenz der Komintern - dergestalt in den Verfall gerutscht ist, um gewandelt als Galeonsfigur den bürgerlichen Staat zu repräsentieren.

Vielleicht hat er einfach Stil?

Bei allen wahlopportunistischen Überlegungen der Auseinandersetzung soll man bedenken, dass der  geistige Antrieb  der Akteure in der Betroffenheit der gleiche ist, der die Tifosi in der Kurve befeuert.
Mir waren die Tifosi jedenfalls schon lange nicht mehr so sympathisch. Dieses Wahlergebnis ist großartig. Es gibt Italien die Würde zurück (Steinbrück hat diesen Effekt durchaus verstärkt), straft den Versuch der EU ab, Mitgliedsländer durch Goldman-Sachs-Marionetten wie Monti fernzusteuern. Sie haben hoffentlich meinen ersten Kommentar oben nicht wörtlich gelesen. Der war durch und durch ironisch gemeint. Und bezog sich auf die bizarre "Europa"-Koalition der parlamentarischen Linken und des Finanzinternationalismus, für die ein Mann wie Steinbrück eine ziemlich gute Symbolfigur ist. Und wenn er dann noch eine protosenile und selbstgerecht-neowilminisische Arroganz dazukommt, kann man sich nur mit Grausen abwenden.

Die Italiener haben es nun in der Hand, ob sie ihr Land (stellvertretend für ganz Südeuropa) oder den Euro gegen die Wand fahren lassen. Und dass sie dem von der Ideologiewährung profitierenden Eliten in Banktürmen und ihren Agenten in deutschen und Brüsseler Parteizentralen inklusive der Montimarionette nun beide Mittelfinger so offen gezeigt haben, ist da ein sehr hoffnungsvolles Signal.

Wobei es mich nicht überrascht, dass jene Leute, die angeblich Antikapitalisten sind, das anders sehen.

mymind 01.03.2013 | 02:10

Dieses Wahlergebnis ist großartig. Es gibt Italien die Würde zurück (Steinbrück hat diesen Effekt durchaus verstärkt), straft den Versuch der EU ab, Mitgliedsländer durch Goldman-Sachs-Marionetten wie Monti fernzusteuern…..Die Italiener haben es nun in der Hand, ob sie ihr Land (stellvertretend für ganz Südeuropa) oder den Euro gegen die Wand fahren lassen. Und dass sie dem von der Ideologiewährung profitierenden Eliten in Banktürmen und ihren Agenten in deutschen und Brüsseler Parteizentralen inklusive der Montimarionette nun beide Mittelfinger so offen gezeigt haben, ist da ein sehr hoffnungsvolles Signal.

Herr Kuntz,

so großartig dieses Wahlergebnis als Quittung für die EU-Politik ist, so merkwürdig die Gewichtung für die Partei von SB. Steht er gegen all diese Strukturen oder profitierte er davon & hat irgendwann gar nicht mehr kapiert um was es geht & erst recht nicht wohin seine Politik geführt hat?

Hat die OSZE eigentlich die Wahlen beobachtet. Es kommt nach einem Deja-Vu vor. In Griechenland kamen auch die altbewährten Sackgassenparteien wieder an die Regierungsmacht….komisch....in anderen Ländern würde über Wahlbetrug spekulieren....

sven kyek 01.03.2013 | 03:05

Sehr geehrter MYMIND und Herr Kunz . Ich wollte mich 2 u. 3 Etagen oberhalb meine Freude über Ihren Aufsatz zum Ausdruck bringen . Angesichts der fortgeschrittenen Stunde hatte ich erst fälschlicher Weise dem falschen Kommentar geantwortet und beim 2 . Versuch Ihren Namen verkürzt. Löschen oder Bearbeiten kriege ich irgendwie nicht realisiert. Aber es hat auch was Gutes . Inzwischen konnte ich den MYMIND -Kommentar lesen . Finde ich auch sehr gelungen .

Was wäre wenn Steinbrück Gleiches, nicht gegenüber Politikern schwächerer oder vermeintlich geschwächter Nationen sondern gegenüber Chinesen , Israel oder Russland gesagt hätte ?Oder sind befreundete Oligarüpel automatisch lupenreine Demokraten? Auch wenn Berlusconi dem deutschen Martin Schulz die Rolle als Kapo in einem KZ -Film angeboten hatte, muß Steinbrück hinterfragt sein . Das  angeblich ,,Personenbezogene Späße " auch deren Jünger in Wallung zu bringen geeignet sind , weiß man doch nicht erst seit den Mohammed Videos. Auch die Hooligan-Kultur hat auch mal klein angefangen . 

Warum wohl hat Merkel die Hitler-Fratze erhalten ? Weil sie in den südlichen Ländern schon ohne Steinbrück-gleiche Parolen dem vermeintlichen Reich des Bösen ein Gesicht gibt .  Wissend das ein Volksvertreter vom Volk legitimiert im Ausland für sein Volk spricht , gebietet schon der gesunde Menschenverstand , Steinbrück als außenpolitisches Dum Dum Geschoss den Weg in die Arena zu verbieten .

 

mymind 01.03.2013 | 03:36

Was wäre wenn Steinbrück Gleiches, nicht gegenüber Politikern schwächerer oder vermeintlich geschwächter Nationen sondern gegenüber Chinesen , Israel oder Russland gesagt hätte ?

So wie PS einzuschätzen ist, wären mit ihm ähnlich die Pferde durchgegangen, mal abgesehen von Israel, nur mit anderen Ausdrücken.  Wie wir alle zu wissen haben sollen, herrschen in RU & CH Diktaturen, die manche vielleicht als Clowns wahrnehmen aber nie so bezeichnen würden. Das klingt auch ein bißchen witzig & dient aber nicht wirklich zum Angstmachen & wirrr sollen Angst haben....

Es ist schon amüsant zu beobachten wie sich die Zeiten ändern. Als RR amerikanischer Präsident wurde, hat sich die halbe Welt darüber mokiert, dass Amerikaner Hollyfilmstars wählen. Als Sarkozy Präsident wurde, kam an die Öffentlichkeit, das AM ihn mit Louids de Funes verglich.  The times are changing...

Trotz des  PS - NOGO, wirklich unwahrhaftig ist das nicht....

 

Konfuzikuntz 01.03.2013 | 04:17

So großartig dieses Wahlergebnis als Quittung für die EU-Politik ist, so merkwürdig die Gewichtung für die Partei von SB.

Wieso? Seine PdL-Partei steht im Parteiensystem da wo in Deutschland die Unionsparteien stehen, in Frankreich die Gaullisten oder in England die Tories. Und sie bringt dann 21% auf die Waage. Das ist eher mau wie ich finde. Und könnte schon etwas mit dem Spitzenmann zu tun haben...

Steht er gegen all diese Strukturen oder profitierte er davon & hat irgendwann gar nicht mehr kapiert um was es geht & erst recht nicht wohin seine Politik geführt hat?

Im Zweifel dürfte das meiste gegen ihn sprechen. Das macht aber die verhängnisvollen Mechanismen des Euro nicht besser. Berlusconi hat die Situation Italiens eher verschlechtert. Dass sie aber nicht zu lösen sind, das ist nicht seine Schuld. Die Pläne für die europäische Wirtschafts- und Währungsunion, deren erster Teil vielleicht akzeptabel und deren zweiter Wahnsinn ist, stammen aus den 80er Jahren. Damals hat Berlusconi noch nicht einmal daran gedacht, dass er jemals in die Politik gehen muss, um nicht im Knast zu landen... Hätte Italien die Lira noch, müsste man einen weiten Bogen um Leute wie Berlusconi und Grillo machen und sehen, wie man hinter einem Mann wie Monti Mehrheiten versammelt, um aufzuräumen. Aber das würde eben verlangen, das Geld abzuwerten... :) Unter Euro-Bedingungen ist Italien (wie am Ende des Tages ganz Südeuropa) nur durch völliges Ausbluten zu retten (was keine Rettung ist) - oder eben ohne Euro. Die lautstarken Töne aus Deutschland werden bald sehr kleinlaut werden, wenn Draghi anfängt, unbegrenzt die bizarren Staatsanleihen irgendeiner halbseidenen italienischen Verzweiflungskoalition zu kaufen... :D

Deswegen ist Steinbrücks Verhalten so gaga. Leute wie er und Merkel schaden allen. Der Cavaliere ist dagegen eher ein Mephisto. Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will... Er möge wirklich möglichst großes Unheil anrichten in Italien, dazu beitragen, das Land bilanziell so vor die Wand zu fahren, dass sich am Ende in einer nächtlichen EU-Sitzung alle anschreien - und dann ihr eigenes Geld drucken. Ein dreiviertel Jahr später ist der Euro-Spuk vorbei, man hat sich wieder lieb, die Banca d'Italia druckt Geld, die Bundesbank nicht und Silvio futtert irgendwo Viagra.

Hat die OSZE eigentlich die Wahlen beobachtet. Es kommt nach einem Deja-Vu vor. In Griechenland kamen auch die altbewährten Sackgassenparteien wieder an die Regierungsmacht….komisch....in anderen Ländern würde über Wahlbetrug spekulieren....

Ich weiß nicht. Die Deutschen wählen ja jene Parteien, die im Namen Europas Haß bewirken und aus rein ideologischen Gründen eine Währung installiert haben, die wirkt wie Krieg ohne Bomben.

Das ist gut für die Wirtschaft. Wenn Italien am Boden liegt muss aufgebaut werden. Da kommen dann die deutsche Wirtschaft ins Spiel. In der die ganzen Spanier arbeiten, die zu Hause keine Jobs mehr finden. Das Imperium schlägt zurück.

Und selbst das ist eine Milchmädchenrechnung.

Konfuzikuntz 01.03.2013 | 04:47

Herr Kuntz, ich muss Ihnen mal recht geben. Muss auch mal sein.

Wie sollte das möglich sein außer durch virtuoses Argumentieren? :D

Abzuwarten bleibt, was dem Wahlergebnis folgt, was die Italiner, die, welche zur Wahl gingen, und jene, die das schon nicht mehr tun, davon haben. Und ob nicht eine Marionette wie Monti folgt, nach Neuwahl oder was auch immer. Das lassen sich die dominierenden Kräfte in der EU doch nicht gefallen.

Naja, noch ist Italien ja eine Republik... Und die Wahlzettel im Piemont und anderswo werden auch bei einer Neuwahl meines Wissens nicht im Berliner Panzeramt ausgefüllt. Auch wenn die Leute, die hierzulande jeden Tag Demokratie! plärren, das - natürlich - gewaltig stört...

Wobei es aus meiner Sicht jetzt wünschenswert ist, dass Italien eine Zeit lang eine möglichst blockierte, zerstrittene, korrupte und unfähige Regierung bekommt. (Das meine ich Ernst, siehe auch meine Antwort an mymind) Und dann - nach dem Tag X - eine Gute.

sven kyek 01.03.2013 | 09:05

Ist Alles so verfahren , das am Ende wirklich eine friedliche Rückkehr zu Nationalstaaten mit eigener Währung verbleibt ? Vielleicht schafft man  für die 90%, denen das wenigste an Geld und Produktionsmitteln gehört  in einer Art demokratisch beschlossener Ideologie , statt temporärer Parteistrategie , ein gesellschaftliches zu Hause zu bieten . Was schadet denn eine Verstaatlichung von Banken , Medizin , Strom , Gas , Wasser und Abwasser ? Die Angst kein qualifiziertes Personal zu bekommen ?

Hans Springstein 01.03.2013 | 10:12

Nein, es war die Nachtsstunde, ich war wohl etwas benebelt ... :-)

Aber im Ernst: Es war der Inhalt Ihres Kommentars. Immerhin lag die Wahlbeteiligung bei 75 Prozent, wodurch aber die Nichtwähler eigentlich die sträkste Kraft auch in Italien sind.

Und von wegen "eine Zeit lang eine möglichst blockierte, zerstrittene, korrupte und unfähige Regierung": Wie oft und wie lange eigentlich noch? (Auch wenn wir das natürlich gar nicht entscheiden.) Da fällt mir u.a. "Gomorrha: Reise in das Reich der Camorra" von Roberto Saviano ein.

Aber wo gibt es schon eine Regierung, wo befähigte Politiker die Interessen der gesamten Gesellschaft in derem Interesse verwalten und managen, die notwendigen Kompromisse zwischen den verschiedenen Interessen suchen und finden, eine Regierung nicht aus Experten, die ihr Handwerk bei Banken lernten und eher Buchhalter als Gestalter sind, eine Regierung nicht aus Marionetten, die nur einzelne Gruppeninteressen durchsetzen sollen, usw. ...

Naja, natürlich ist Italien noch eine Republik, so formal und nach außen, alles ist ganz demokratisch dem Anschein nach, und bei der Wahl macht nicht die Bundeskanzlerin die Kreuze. Da haben Sie natürlich schon wieder Recht :-)

Die Frage bei einer Wahl ist ja, wie die Entscheidung vorher beeinflusst wird, durch Auswahl der Kandidaten, durch Wahlkampf und Propaganda, Einfluss in den Medien usw. Und natürlich läuft da selbst beim ausgeklügeltsten Plan nicht alles nach dem selben, aber zumindest vieles, weil solche Drehbücher auf reichhaltigen Erfahrungen beruhen.

Ich bin mir sicher, dass einige Drehbücher in irgendwelchen Panzerschränken liegen, die an etwas anknüpfen, was es in Italien in den 70ern und 80ern gab, auch schon davor, als es galt, eine potenzielle linke Alternative zu verhindern, siehe Gladio oder "Stay behind". Solches ist Ihnen sicher wieder nur "Verschwörungstheorie", aber es sind Fakten. Ich hoffe, dass solche Drehbücher tatsächlich der Vergangenheit angehören, dass sie nur noch verstauben und der Staub nicht immer mal wieder von ihnen abgewischt wird. Die Kommunisten sind ja weg ... Ich hab da aber so meine Zweifel, auf jeden Fall ist der Antikommunismus immer noch da und einen alles bedrohenden Feind, welchen auch immer, zu haben oder zu produzieren, das hilft, Macht zu sichern. Usw. usf.

So ausführlich wollte ich eigentlich nicht werden. Ihnen einen guten Tag.

rose 01.03.2013 | 10:30

"Wahlausgang, der einem nicht gefällt die Leute beleidigen, das ist unwürdig"

ist mir erst jetzt aufgefallen. Also, als Demokrat darf ich ein Wahlergebnis nicht kommentieren und nicht sagen, dass ich entsetzt bin über das Ergebnis. das ist "unwürdig". Die Würde des Menschen ist unantastbar. Zu sagen, ich bin entsetzt darüber, "beleidigt" das Volk, man sieht es aufschreien wie die, deren Prophet beleidigt worden ist, man hat es in den Dreck gezogen, verächtlich gemacht. Dass Putin die Wahl gewonnen hat, darf  auch nicht entsetzen,  beleidigt nicht die russischen Leute. Hut auf der Stange, Farben, Hymnen alles kann man beleidigen, wer sich nicht an die verordnte Schweigeminute hält, wird betraft. Recht hast du. Pussy riots sitzen zurecht, das mit dem Arbeitslager ist allerdings nach Merkels Ansicht übertrieben.

balsamico 01.03.2013 | 10:35

Anders gesagt:

- Steinbrück ist der falsche Kandidat - nur wer hätte es machen sollen/wollen?

Die SPD ist nicht in der Lage, einen geeigneten Kandidaten zu präsentieren.

- Steinbrück spricht seine Wahrheiten aus - so weit kommt es noch, dass einer sagt, was er denkt?

Steinbrück hat ein loses Mundwerk, diskret gesagt. Ist ein Mann mit losem Mundwerk ein geeigneter Bundeskanzler?

- Steinbrück nimmt auch inhaltliche Positionen ein - ich nenne beispielhaft das Thema Bankenregulierung - Nur wer hört ihm zu?

Wer zwecks Wählerfang über Banken populistisch wettert und vor der Bankenlobby hochbezahlte Vorträge hält, verdient nicht, dass man ihm zuhört. Wegen erwiesener Charakterlosigkeit.

Und das neoliberale Lager lacht sich ins Fäustchen.

In der Tat. Es lacht über den ganz erbärmlichen Zustand der SPD, der noch erbärmlicher ist als ihr eigener Zustand. Und dies völlig zurecht. Das ist das Problem.

sven kyek 01.03.2013 | 13:44

Es wird eng für Steinbrück . Der Zirkus Roncalli sieht einen ganzen Berufstand , nämlich den des Clowns , durch den Vergleich den unser Kaspeerle benutzt hat , herabgesetzt . 

Jetzt fehlt nur noch , das die Chinesen eine ,,Patent-Klage " einreichen , in der sie der SPD vorwerfen , mit der Flexibilisierung des Human-Kapitals die asiatische Wanderarbeiter -Tradition kopiert zu haben .

Manchmal glaube ich , nicht Kaspeerle ist gaga sondern wir .

Mei Nung 01.03.2013 | 15:41

Im besten Sinne aufklärerisch gehandelt hätte Steinbrück, wenn er gesagt hätte: " Wenn man es mal arrogant im Sinne des Stammtisches ausdrücken wollte, könnte man sagen, dass ich entsetzt bin, dass in Italien zwei Clowns gewonnen haben. Aber damit würde ich Berlusconi verharmlosen und die Wähler des anderen beleidigen, die mit Grillo  einem um Reformen sich bemühenden Intellektuellen ihr Vertrauen geschenkt haben, der sich vor allem als politischer Kabarettist einen Namen gemacht hat. Gerade wir Sozialdemokraten sollten politischen Kabarettisten mit Respekt begegnen, hatten wir schließlich in der SPD doch selbst mal einen Genossen, der als politischer Kabarettist tätig und sogar mit Helmut Schmidt befreundet war, und zwar "Kuudl Schnööf" alias  Jochen Steffen."

blog1 01.03.2013 | 15:42

All ihre Entgegnungen zeigen im Grunde genommen nur, dass Sie auf keinen Fall wollen, dass ein Regierungswechsel stattfindet. Damit werden die bestehenden Zustände jedoch zementiert.

Wenn man – wie im Fall der Bankenregulierung – einer Person wie Steinbrück unterstellt, dass er nicht lernfähig ist, dann muss man so argumentieren wie Sie es tun.

Ich bin auch kein Fan von Steinbrück. Dies habe ich in mehreren satirischen Blogs in der FC zum Ausdruck gebracht. Das Problem, was ich mit Steinbrück habe, ist nicht, dass er ein loses Mundwerk hat, sondern dass er borniert rüberkommt, so als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und alle als geistig minderbemittelt darstellt, die nicht seiner Meinung sind. Das macht ihn so unbeliebt gerade auch in der weiblichen Bevölkerung.

Im Gegensatz zu Ihnen bin ich jedoch der Meinung, dass Rot/Grün mehr soziale Gerechtigkeit brächte. Das geringere Übel sozusagen. Man kann natürlich auch der Auffassung sein, dass es Schwarz/Rot in der nächsten Legislaturperiode machen soll und dann Hannelore Kraft die nächste SPD-Kandidatin sein wird.

Was nun die Linke in Deutschland betrifft, muss sie sich zunächst einmal wiederfinden. Ein Trauerspiel, was sich zurzeit dort abspielt. Ich brauche nur in die Gesichter von Kipping und Riexinger zu schauen, dann weiß ich alles. Diese Partei ist so zerstritten, dass nicht einmal die bevorstehende Bundestagswahl eine vorübergehende Befriedung ermöglicht. Die „Zwangsverehelichung“ zwischen der PDS und der WASG hat strategisch nichts gebracht. Es war das Projekt der damaligen Leitfiguren Gysi und Lafontaine, mehr nicht. Jetzt haben wir einen Scherbenhaufen mit einer kaum mehr vorhandenen Linken in den alten Bundesländern und einer erodierenden Linken in den neuen Bundesländern.

rose 01.03.2013 | 18:05

" Das Problem, was ich mit Steinbrück habe, ist nicht, dass er ein loses Mundwerk hat, sondern dass er borniert rüberkommt, so als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und alle als geistig minderbemittelt darstellt, die nicht seiner Meinung sind"

Dies muss man ihm nachsehen. Er hatte schon in der Schule sehr sehr zu kämpfen, in einem reichen privilegierten Elterhaus gefördert und umsorgt, schaffte er trotzig und verspätet einen beschränkt verwendbaren Schulabschluss, um an der Uni die dünnsten Bretter zu bohren, sich für den Umgang mit dem Gelde in Theorie und Praxis  zu interessieren, ihn akademisch  zu erforschen. Dadurch bewies er der Verwandschaft, dass aus unserem Peer doch noch etwas geworden ist, der den Eltern  bei ihrem Koponabschneiden   nun auch  akademisch mit "wissenschaftlichem " Rat zur Seite stehen konnte.

Konfuzikuntz 01.03.2013 | 18:22

Also, als Demokrat darf ich ein Wahlergebnis nicht kommentieren und nicht sagen, dass ich entsetzt bin über das Ergebnis. das ist "unwürdig".

Doch. Sie sollten allerdings als Diplomat nicht davon sprechen, dass in einem befreundeten Land "zwei Clowns" gewonnen haben. Insbesondere dann nich,t wenn sie ernsthaft Kanzler werden wollen. Das ist ein klein bisschen Taktgefühl eine gefragt Eigenschaft.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Was kommt als nächstes? Wer Mensch ist bestimme ich? Und: Clowns sind Clowns? :)

Zu sagen, ich bin entsetzt darüber, "beleidigt" das Volk, man sieht es aufschreien wie die, deren Prophet beleidigt worden ist, man hat es in den Dreck gezogen, verächtlich gemacht. 

Hätte er das gesagt, vielleicht "Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht", dann wäre es zumindest kommunikativ (!) - nicht unbedingt politisch - ok gewesen. Aber er hat eben gesagt, was er gesagt hat. Und er ist nicht Hans Wurst am Stammtisch, sondern immerhin noch der designierte Ex-Kanzlerkandidat einer Volkspartei.

Dass Putin die Wahl gewonnen hat, darf  auch nicht entsetzen,  beleidigt nicht die russischen Leute. Hut auf der Stange, Farben, Hymnen alles kann man beleidigen, wer sich nicht an die verordnte Schweigeminute hält, wird betraft.

Versteh ich nicht.

Recht hast du. Pussy riots sitzen zurecht, das mit dem Arbeitslager ist allerdings nach Merkels Ansicht übertrieben.

Eine Einschätzung, die ich teile.

rose 01.03.2013 | 19:10

Es ging mir um Ehre und die Fähigkeit, sich in derselben angegriffen zu fühlen. Ich denke über diejenigen, die sich in der zur Debatte stehenden Situation als Gemeinschft beleidigt Fühlenden wie über den Mob im Stadion, daher meine früheren Gleichnisse. Wer sich duelliert, meint, es zu müssen. Punktum. Als Beispiel nur, du (pardon, auch als Fantasma im cyberspace "SIE", tja die Form, der Stil, die Würde) bist folgendem Gesetz geistig untergeordnet, ein illuminierte Geist ist es nicht!

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) 1. die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder.....

Cordiali saluti

balsamico 01.03.2013 | 19:33

All ihre Entgegnungen zeigen im Grunde genommen nur, dass Sie auf keinen Fall wollen, dass ein Regierungswechsel stattfindet. Damit werden die bestehenden Zustände jedoch zementiert.

Wieso das denn? Ich weiss nur, dass Steinbrück nicht der richtige Kandidat ist und dass die SPD keinen besseren hat, was ein Armutszeugnis ist. Im Übrigen kann ich mich leider nur noch zu gut daran erinnern, was RotGrün zwischen 1998 und 2005 vermurkst haben. "Linke" Politik war das nicht. Und ich wüsste nicht, wieso von denen jetzt was Besseres zu erwarten sein soll, zumal teilweise dasselbe Personal hantiert, z.B. Trittin, Göhring-Eckardt, Steinmeier, Steinbrück etc. Die spannende Frage im September wird lauten: Soll man Pest oder Cholera wählen?

Giuseppe Navetta 01.03.2013 | 19:36

@MYMIND Also die Wähler Berlusconis bzw. seiner Partei fragen sich dies selbstverständlich nicht und die in Opposition zu ihn stehenden sind mit Sicherheit genauso ratlos wie Sie und Ich. Nein, ich kann Ihnen keine genaue Auskunft geben, wenngleich ich vermute, dass es ähnliche Beweggründe sein müssen, eine Figur wie ihn und seine Partei zu wählen, die andere Menschen dazu verleitet, aufgrund eines mehr oder minder vorhandenen Opportunismusses wirtschaftsliberale Parteien zu unterstützen, deren wenige wirtschaftspolitischen Direktiven aus Steuersenkungen oder ähnlichen Begünstigungen bestehen - und da sehe ich eine europaweite kleinbürgerliche Schicht, die dem eigenen kleinen Vorteil bei weitem näher steht als irgendeinem idealistisch verteidigten Gemeinsinn, welcher vielen Menschen nach Jahren neoliberaler Indoktrinierung und Umerziehung, wenn man so will, sowieso ausgetrieben wurde. Hinzu kommt seine Kollaboration mit der eindeutig rassistischen Lega Nord, die die vorhandenen Ressentiments dieser Schicht bedient - also allgemeine Xenophobie, Rassen- und Klassenhass, Sozialdarwinismus mit samt den dazugehörenden Themen, die just immer dann regelmäßig aus der Tasche gezogen werden, wenn man wieder auf Stimmenfang geht. Was im übrigen auch bei den vielen großen Volksparteien Europas von mittelinks bis mitterechts nur mit anderer Rhetorik ebenso zu beobachten ist. (Denken sie nur an die Vorort-Krawalle nach Sarkozys Äußerungen! Oder die zahreichen das "Boot ist voll" - Kampagnen in den 90ern der BRD, welche von der CDU schon 1986 (Asyldebatte) angestoßen wurde und von der Presselandschaft bereitwillig kolportiert wurde!) So verwundert mich die Studie des Soziologen Heitmeyers keineswegs - siehe: http://www.boell.de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html
Berlusconi mag in gewisserweise eine besonders italienische Variante des politischen Populismusses sein, die Säulen der Kleingeistigkeit einer ichbesessenen und angstbesetzten Mittelschicht, die eine solche Persönlichkeit zur Macht verhelfen und stützen, findet man leider europaweit.

sven kyek 02.03.2013 | 10:16

Das machen Atze Schröder , Dieter Nuhr und Cindy aus Marzahn auch . Hitler und Göbbels haben auch mit Parolen begonnen , die das Volk hören wollte . Dann wurde dem Volk eingeredet , Wessen es bedarf . 

Nun ist Steinbrück keiner der letzteren Beiden . Aber wenn er mit Inhalten der ersteren Drei Stadien füllen will , ist er vielleicht mit seinem neuen Programm ,,Hau den Lukas" auf gutem Wege .

Nur angesichts der tatsächlichen Probleme stellt sich doch die Frage ob es zielführend ist , im Comedy-Modus auf Kosten Dritter Zustimmung zu generieren . Mir macht das mehr Angst , denn Vergnügen . 

 

sven kyek 02.03.2013 | 11:18

Und wenn ich ehrlich bin , fehlt mir die DDR . Nicht mit verklärtem Blick oder falscher Sentimentalität . Ich vermisse Autoritäten , die Sich selbst und Einander treu sind . Es gab ja nicht nur Politiker und Funktionäre oder MfS, Armee und Polizei  die für, im Gegensatz zu Heute .ein Butterbrot an der Verbesserung der Lebensverhältnisse gearbeitet haben . 

Die Staatsführung damals wurde auch verulkt und es wurden Späße gemacht , aber nicht wegen derer Lebensführung oder als Ausdruck von Verachtung .

Heute werden Politiker , selbst verschuldet , medial beklatscht wie eine Herde Schweine durchs Dorf getrieben und wer am lautesten grunzt wird honoriert. 

Irgendwie fehlen mir Kompass und Kapitän um im Bermuda-Dreieck des scheinbar noch nicht zu Ende erforschten  Endes der  Heute pervertierten Gesellschaftsordnung , die ihren Namen nicht verdient hat , nicht zu ertrinken .

rose 02.03.2013 | 12:54

"Ich vermisse Autoritäten , die Sich selbst und Einander treu sind . Es gab ja nicht nur Politiker und Funktionäre oder MfS, Armee und Polizei  die für, im Gegensatz zu Heute .ein Butterbrot an der Verbesserung der Lebensverhältnisse gearbeitet haben . 

Die Staatsführung damals wurde auch verulkt und es wurden Späße gemacht , aber nicht wegen derer Lebensführung oder als Ausdruck von Verachtung ."

Eine aussergewöhnliche und gute Beobachtung.

blog1 02.03.2013 | 18:17

Ja der Peer und seine schulische Laufbahn. Das hat "Wunden" hinterlassen.

Am Ende ist seine Rechthaberei nichts anderes als der Ausdruck für mangelndes Selbstbewusstsein. Es gibt unterschiedliche Triebfedern, in die Politik zu gehen. Eine These ist, dass Politiker als Jugendliche eher unbeliebt waren und sich deshalb einer politischen Organisation angeschlossen haben, weil sie dort - was den Beliebheitsgrad betrifft - unter ihresgleichen waren.

Gelangen sie dann an die Schalthebel der Macht, rächen sie sich dafür, dass sie in ihrer Jugend immer gehänselt oder nicht ernst genommen wurden. Das würde vieles erklären, aber nicht alles und er wäre natürlich eine absolut unzulässige Verallgemeinerung eines Berufsstandes, den wir doch so dringend in unserem Land brauchen.

die Realistin 02.03.2013 | 20:57

Nun ja, es ist schon verwunderlich, dass Bunga-Bunga von seinen Landsleuten immer noch verehrt  und gewählt wird... Aber schließlich haben die Deutschen ja auch mal einen Hitler gewählt...

Peinlich ist es, auf welches Niveau bundesdeutsche Politiker oft abrutschen, wenn sie sich über politische Gegner oder andere Länder äußern. Es ist zum Fremdschämen!!!

Aber der Beitrag von L.Herden ist Klasse!

rose 02.03.2013 | 23:52

Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied im Bewusstsein der verglichenen Bevölkerungen. Dass ein Millionär an der Macht ist, stört in Dland genauso wenig, der Geldadel, die Industriellen, selbst der Adel wird genauso gewählt. Reichtum zusammenraffen zu können,  wird als Ausdruck der Freiheit im Kapitalismus wahrgenommen, hier wie da, nicht als Kennzeichen einer unmenschlichen Gesellschaft. Korruption und Bestechung gibt es in   der Politik beider Länder, interessiert sich Lieschen Müller für diese Dinge mehr als Luigi Bruni und macht davon seine Wahl abhängig, zumal die meisten Sauereien nicht publik werden. Haben die Machenschaften von Strauss seiner Beliebtheit geschadet?

Zu Recht erwähnst du Hitler. Seine Kinder sind zurückgedrängt, dass aber ein Enkel an die Macht kommt, ist so unwahrscheinlich nicht.

Statt auf Bällen von Grossindustriellen oder Adligen rumzuschlurchen oder zu Gelagen in ein Kanleramt einzuladen, feiert B. lieber im Privaten, bezahlt aus privater Schatulle. Wie alle feiert er gerne, versteckt sich nicht dabei. Gehässige Menschen missgönnen ihm dies, weil er zu alt dafür sei, eine widerwärtige Begründung. Im Unterschied zu den bigotten, verlogenen, heuchlerischen Politikern, die je nach Umgebung  mit stets anderer Zunge sprechen, macht B. keinen Hehl daraus, dass er Spass am Sex hat. In Italien wird es ihm gegönnt, niemand rümpft darüber die Nase, an dieser Toleranz und Grossherzigkeit könnten sich die Teutonen ein Beispiel nehmen. Alte Politiker müssen sich in Dland zum 5. Mal mit Frauen VERHEIRATEN, die 20 Jahre jünger sind, um sich zu amüsieren, womit nicht gesagt ist, dass sie keine Etablissements, Bordelle oder Konferenzen besuchen . So viel zu Bunga-Bunga. Recht hast du, liebe Realisten, diese deutschen Falschmünzer sollten sich was schämen, aber dazu sind sie nicht in der Lage, sonst wären sie nicht an ihrem aktuellen politischen Ort.

sven kyek 02.03.2013 | 23:52

Mal unterstellt  die Diagnose stimmt , besteht lt. bundesdeutschem Phsychatrie-Gesetz die Möglichkeit Personen die eine Gefahr für sich oder Dritte bei Leib , Leben und Gesundheit darstellen sofort auch gegen ihren Willen geschlossen unterzubringen . Wenn Immunität dieses Gesetz nicht bricht , finde ich das der Verteidigungsminister und die Food-Königin sofort und zwingend aus dem Verkehr gezogen werden müssen . Die ausführliche Begründung würde ich gerne liefern.

mymind 03.03.2013 | 00:01

Und wenn ich ehrlich bin , fehlt mir die DDR …. Irgendwie fehlen mir Kompass und Kapitän um im Bermuda-Dreieck des scheinbar noch nicht zu Ende erforschten Endes der Heute pervertierten Gesellschaftsordnung , die ihren Namen nicht verdient hat , nicht zu ertrinken .

Huch, welcome in der ´Freiheit´!

Was glauben Sie wie vielen ´befreiten ´Menschen es in der Welt ähnlich geht?  Die ´Freiheit´hat ihren Preis, dabei darf man den Begriff aber nicht in Frage stellen. Der Gauck hat das begriffen…

sven kyek 03.03.2013 | 00:32

Nur ist ein Preis eine Sache , die verhandelt gehört . Es sei denn der Käufer ist so gierig auf eine Sache das er jeden Preis bezahlt . Dann bliebe noch die Frage , ob der ,,Käufer " übervorteilt wurde . Wurde er mit Prospekt-Betrug unter Vorspiegelung falscher Tatsachen geködert ? War es gar ein Haustürgeschäft . Ist es ein Preis für langfristige Verträge nicht Verhandlungssache der Vertragspartner und der Preis bekommt zur Anpassung von sich ändernden Bedingungungen eine Preis-Gleitklausel ? Was ist mit der salvatorischen Klausel  Kündigungsrechten , Schadenersatz und neutralem Gerichtsstand bei Streitigkeiten .

Freiheit ist immer die Freiheit der anders Denkenden . Wohlstand auch? 

Freiheit im Sinne Gaucks ist in meinen Augen auch Heute wie das Glück.       Eine Hure..

Giuseppe Navetta 03.03.2013 | 16:51

Die SPD der Nach-Schröder Ära kann es oder will es nicht verstehen: Sämtliche modifizierten Varianten der "Neue Mitte" - Konzeptionen einschließlich Peer Steinbrück und den anderen Protagonisten, bei denen man sich den Eindruck nicht verwehren kann, dass sie den gesellschaftlichen Interessenskonflikt zum Zwecke des eigenen Karrierevorteils verharmlosen - führen nicht nur zwangsläufig zur Zerstörung der sozialdemokratischen Tradition Europas, sondern bauen fleissig mit an einm post-demokratischen Europa, in dem die sowieso schon nur eingeschränken Partizipationsmöglichkeiten des Bürgers in einer repräsentativen Demokratie, komplett durch eine Enquete-, Meinungsumfragen-, Medien- und Marketingdemokratie ersetzt werden. Peter von Oertzen war der letzte Sozialdemokrat aus dem SPD-Vorstand, der diese Entwicklung verstanden hat. Insofern ist auch der Erfolg der europaweiten Protestparteien (Finnland, Griechenland, Deutschland etc.) die das politische Spektrum von Links bis Rechts abdecken, überhaupt nicht unverständlich und schon gar nicht "lächerlich".

sven kyek 03.03.2013 | 18:57

Sehr geehrter Herr Navetta . Ich habe Ihren Artikel gelesen . Ich glaube es wird sich bald etwas Grundlegendes ändern . Die ,,Kritische Masse "  bildet quantitativ die soziale Unterschicht ab . Die für eine koordinierte Organisation nötige qualitative Masse hängt mit der Angst vor Wohlstandsverlust noch in den Seilen . Und der Rest ,,Wessen Brot ich ess , dessen Lied ich sing " kommt wie immer auch zur Hilfe . Wenn es soweit wäre .

sven kyek 04.03.2013 | 13:32

Ich hatte zu einem Steinbrück-Beitrag im Forum unter Angabe des Aktenzeichens schon einmal geschrieben , welche Rechtsauffassung die Berliner Staatsanwaltschaft und der Generalstaatsanwalt zum Vorwurf Steinbrück/ Volksverhetzung haben . Abgehakt .

Zum Vorwurf  Steinbrück / Korruption , Bestechung , Bestechlichkeit antwortete mir der gleiche Personenkreis  das es sich bei den Zahlungen an Steinbrück um Vorgänge auf rein privatrechtlicher Basis handelte .

Eine Verknüpfung zwischen den Geldgebern und dem politischen Entscheider und oder Amtsträger sei nicht zu erkennen .

                                      NICHT ABGEHAKT !

Ich gehe fest davon aus das Herr Steinbrück die Sommerpause nicht als Kanzlerkandidat beendet .

blog1 04.03.2013 | 17:51

Wie Sie mit einem derartigen Engagement auf den Kanzlerkandidaten der SPD eindreschen, lässt tief blicken.

Man muss Steinbrück nicht mögen und kann durchaus der Auffassung sein, dass er nicht der richtige Kanzlerkandidat ist.

Ihm aber Bestechlichkeit oder gar Volksverhetzung vorzuwerfen, geht schlichtweg zu weit. Was sollen im Übrigen die Hinweise ihrerseits auf die Berliner Staatsanwaltschaft. Nichts als Andeutungen.

Was hier unter dem Deckmantel der Presse- und Meinungsfreiheit gebloggt bzw. kommentiert wird, grenzt schon an Rufmord.

sven kyek 04.03.2013 | 18:53

Mir ist noch was eingefallen . Waren Sie bei der Hatz auf zu Guttenberg und den damals noch amtierenden Bundespräsidenten auf der Seite der Jäger oder der Gejagten als nicht nur in Blogs und Foren sondern auf den ersten Seiten aller Zeitungen und im TV vorveruteilende Hetzjagt gemacht wurde ? 

Nur mal um zu verstehen , ob Ihr Vortrag menschlichem oder parteipolitischem Ansinnen entsprungen ist ?

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Ehemaliger Nutzer 04.03.2013 | 20:15
geehrter Herr "REFERENZKOMMENTAR", man sollte vielmehr ergründen, wieso es Leute gibt, die NICHT auf diesen hemmungslosen Bestandteil des HANNOVERKLÜNGELS, Peer S. eindreschen? Wegen Leuten wie ihm & Schröder, also den beiden offensichtlichsten und schamlosesten Korruptions-Spezi´s habe ich der SPD den Rücken gekehrt. Mein Tipp an Sie: Nicht immer nur auf´s Etikett schielen, sondern auf den Inhalt! "nach den Früchten beurteilen", nicht nach der Maske! NUR dann entgeht einem nicht, daß Steinbrück zu intelligent ist, um: 1. so viele PR-Fehler zu machen, und 2. danach derart unreuig damit umzugehn. = Er produziert bewußt ein negatives Image. Warum er das tut? ... es gibt nur 1 Erklärung: er hat die Wahl, und damit auch die SPD VERKAUFT ! genauso wie Gerhard damals. "braun-Sarrazin & Schwarzer Peer- Ach, SPD, das wird nix meehr" das wird die letzte Wahl mit (unverdient) zweistelligem Ergebnis. PS: das ist meine "Referenz-Meinung".
blog1 04.03.2013 | 21:24

Welche Tatsachen? Bevor ich den Vorwurf der Bestechlichkeit oder gar der Volksverhetzung auspacke, muss eine strafrechtlich relevante Verurteilung vorliegen. Das tut es m.E. nicht. Es liegen noch nicht einmal staatsanwaltschaftliche Ermittlungen vor, für die es einen Anfangsverdacht geben muss.

Es bleibt Ihnen unbenommen, Steinbrück anzuzeigen. Mein Ding ist es nicht, auch nicht gegenüber anderen Politikern. Wogegen ich mich engagiere sind die Neonazis und für einige dieser Leute trifft der Begriff Volksverhetzung auch zu. Aber auch hier gilt der Grundsatz der strafrechtlichen Relevanz, d.h., es muss eine eindeutige Beweislage vorliegen. Oder wollen Sie das Rechtsstaatsprinzip in Frage stellen?

Was mir in den Foren auffällt ist der Umstand, dass man unter seinem Nicknamen Personen beschuldigen oder beleidigen kann und für sich als Rechtfertigung das Recht der Presse- und Meinungsfreiheit reklamiert.

blog1 04.03.2013 | 21:35

Mich widert wie Sie das Verhalten von Schröder vor allem nach seiner Amtszeit auch an, nur es hat keine strafrechtliche Relevanz. Ich wäre sehr für eine Reglung, die Politiker für 2-3 Jahre verpflichtet, keinen Job anzunehmen, die in Verbindung mit ihrem vorherigen Amt gebracht können.

Was die Hartz IV-Gesetzgebung betrifft, bezeichne ich sie auch als den "Sündenfall" der Sozialdemokratie. Darüber muss man sich kritisch auseinandersetzen. Nur eine Erblast gibt für mich nicht. Dinge ändern sich und die SPD steuert zumindest in einigen Bereichen um, teils durch die Linke getrieben, teils aus Überzeugung.

sven kyek 04.03.2013 | 22:37

Ich bin Parteilos . Habe jahrelang die Perleberger PDS bei der Ausrichtung der Feiern zum 1 . Mai unterstützt . Mit vielen Tausend Euro habe ich den damaligen Bürgermeister der SPD zur Wiederwahl promotet . Er ist später aus der SPD ausgetreten . Als er abdankte habe ich mit einer Anrufaktion über 6 Gymnasiasten alle Perleberger Haushalte anrufen lassen um  zur Wahlteilnahme und der Wahl des FDP Kandidaten  Dr. R. aufzurufen . Durch diverse Aktivitäten habe ich den in meinen Augen besten CDU-Politiker General  und Innenminister d. L. Brandenburg a.D . Jörg Schönbohm kennenlernen dürfen .

Wissen Sie warum ich das alles gemacht habe ?

Weil das alles unbestechliche , ehrliche und den Menschen verpflichtete Persönlichkeiten , unabhängig vom Parteibuch , waren . Wenn Sie meinen , bei Charaktären wie Steinbrück mit Satire etwas zu ändern, akzeptiere ich das und kritisiere es nicht . 

In meinen Augen sind Politiker wie G. Schröder und P. Steinbrück unredlich und verstehen nur eine Sprache . Und das ist die , die sie selber sprechen . W as das Strafgesetzbuch billigt , muss die Demokratie wohl auch aushalten . 

Und wenn ein deutscher Politiker Stimmung gegen andere Europäer als   Gag verpackt auswirft , deckt ihn das StgB zwar, weil es nur deutsche Bürger Inlands schützt . In meinen Augen ist das aber ein Strolch und Brunnenvergifter . 

Wer in exponierter politischer Stellung , ob er dafür 10 oder 10000 Euro im Monat bekommt , sich aber für was auch immer von Dritter Seite vergüten lässt , wo er eigentlich Kontrolleur des Dritten im Auftrag der Wähler zu sein hat , ist für mich ein zwielichtiger Lump .

Und um Ihren Vorwurf anonymer Forentrollerei zu entkräften meine ladungsfähige Anschrift:

Sven Kyek Bahnhofstraße 28 16845 Neustadt-Dosse 

sven . kyek@web.de

 

sven kyek 04.03.2013 | 23:08

In Übrigen hat Ex-Innenminister Schönbohm seinerzeit bei der Brandenburger Polizei das Rotationsprinzip eingeführt um Polizisten möglichst kurze Zeit in einem Amtsbereich Dienst tun zu lassen . Hintergrund war die Vermeidung des Aufbaus von Kontakten zur Privatwirtschaft und Kriminellen . Ich glaube die Polizisten durften weder Kugelschreiber noch Kalender annehmen . 

Das ich mehr als nur Abscheu für das Treiben von dem in Rede stehenden Personenkreis empfinde hoffe ich damit zumindest vor mir selber begründet zu haben .

Ich  war vor Kurzem Selber Beschuldigter in einem Strafverfahren wegen Bestechung und Bestechlichkeit bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin . Glauben Sie mir das ich weiß , wovon ich rede .

blog1 05.03.2013 | 17:02

Jetzt verstehe ich sie besser. Sie plädieren für mehr Ehrlichkeit und Lauterkeit in der Politik und nennen als Beispiel den Ex-Innenminister von Brandenburg Schönbom. Ich kenne den Mann zu wenig, um mir ein Urteil zu erlauben. Aber nehmen wir mal an, sie haben Recht.

Nur: der Wahlbürger hat ein schizoides Verhältnis zur Wahrheit in der Politik. Sagt ein Politiker die Wahrheit, wird er nicht gewählt, weil die Wahrheit keiner hören will. Sagt er nicht die Wahrheit, dann ist er ein Lügner und Betrüger, wird aber dennoch gewählt. Wenn ich ein Politiker wäre, würde ich mich für die 2. Alternative entscheiden. Der erstgenannte Alternative ist zwar ehrenwert, bringt aber nichts.

Politik ist eine mediale Showveranstaltung, in der sich die Akteure präsentieren wie auf einem Laufsteg. Deshalb spielen die Medien auch so eine wichtige Rolle, weil sie darüber entscheiden, was und wie etwas präsentiert wird. In Wahrheit entscheiden Frau Springer (Springer-Verlag) und Frau Mohn (Bertelsmann) darüber, wie es in Deutschland zu laufen hat.

Noch ein paar Worte zu Steinbrück. Dieser Mann wird maßlos überschätzt. Er ist nach der Bundestagswahl Geschichte. Dann regiert Frau Merkel mit wem auch immer. Ihr sind alle recht, der eine mehr, der andere weniger.

Solange es mit der Wirtschaft in Deutschland so gut läuft, gibt es wenig Neigung des Bundesbürgers, etwas zu verändern. Oder warum sind die Wahlen in Italien so ausgegangen und haben der Protestbewegung M5S von Grillo so viele Stimmen beschert. Deshalb ist Steinbrück so entsetzt über den Wahlausgang in Italien. Er befürchtet ähnliche Entwicklungen in Deutschland. Und die nächste Krise kommt bestimmt und sie wird mit punktuellen Korrekturmaßnahmen a la Abwrackprämie nicht in den Griff zu bekommen sein. Die Luft ist raus in Deutschland. Bald schlägt die Stunde für „heiße Luft“ der Populisten.

sven kyek 05.03.2013 | 18:57

Ja das stimmt mit Italien . Die Geburts-Stunde des neuen Stalin - Kultes und die Beweggründe vieler Russen hierfür gehörten nicht nur von Putin ernsthaft analysiert .

Das Politiker im Wahlkampf, wie Kober auf der Reeperbahn vorgehen , ist ja den meisten bekannt . Um gewählt zu werden , würden sie noch schlimmer als jeder  Kober sogar  versprechen , beglückt und mit mehr Geld rauszukommen , als sie beim Eintreten hatten .

Darum geht es mir aber nicht . Jeder macht Fehler . Aber wenn es soweit ist das Politiker wie räudige Hunde, nach jedem Interwiew, nicht nur im Internet ,die Einen bespaßend  und  den Anderen Schaum vor"s  Maul treibend , durch"s Land gejagt werden geht es um mehr als nur gebrochene Wahlversprechen.

Jemand schrieb hier im Forum ,  daß der Grund vieler Politiker ,Selbes zu werden , körperliche oder intellektuelle Defizite in der Kindheit wären , die sie aus der Opferrolle sich an die Macht haben beißen lassen . 

Es wäre jetzt der Sache abträglich nach historischen Malus-Trägern in vergleichender Absicht zu suchen .

In die Politik gehört nur , wer sie als Religion begreift und lebt . Dazu gehören Humanität , Pazifismus ja und auch Patriotismus . 

Einem Pfarrer der mit dem Geld aus der Kollekte in"s Bordell oder Kasino geht würde seine  gläubigen Schafe wohl am Sonntag auch nicht mehr an der Kanzel sehen .

 Ist es denn bei 80 mio . Deutschen nicht möglich eine Hand voll integerer , ehrlicher und intelligenter Menschen zu finden ? 

Solchen Persönlichkeiten wirft auch Niemand den Bordell oder Casino-Besuch vor , wenn Sie ihn selber bezahlen und nicht von der Deutschen Bank , Volkswagen oder Nestle eingeladen wurden .

sven kyek 05.03.2013 | 19:30

Ja es wird etwas passieren . Von 1996 bis 2000 habe ich Nebenberuflich an der Börse exzessiv Gier und Angst inhaliert . Eines habe ich mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wie TV , Netz Buffet , Pit-Bull und Kostolany Büchern für"s behalten .

Ähnlich wie bei den Sub-Prime Krediten wird zur Zeit mit hochgepuschter Performance der Indizes das Geld der ,,Unwissenden " eingesammelt um sie dann am Tag oder der Woche X auf dem Scherbenhaufen sitzen zu lassen .  Das geht natürlich von Amerika aus.

Dann werden wir auch den Beweis bekommen , wie aus Steinbrücks Satzbaustein -Intelligenz ein substanzloser Fiskal-Ramadan wird .

blog1 06.03.2013 | 16:31

 Ist es denn bei 80 mio . Deutschen nicht möglich eine Hand voll integerer , ehrlicher und intelligenter Menschen zu finden ?

Ja, die gibt es. Nur, Sie schaffen es nicht bis nach ganz nach oben. Jeder, der in einer politischen Gruppierung etwas werden will, muss die innerparteiliche Ochsentour durchlaufen. Anschließend ist sie/er ´"plan" geschliffen. Und so genannte Seiteneinsteiger haben keine Chance, weil sie nicht medienkonform rüber kommen und ihnen der innerparteiliche Stallgeruch fehlt.  Ihre Äußerungen werden gerne ins Lächerliche gezogen, so nach dem Motto "Der hat doch keine Ahnung".

Und mal ehrlich! Ist der Politikerberuf so erstrebenswert? Ständig unter Beobachtung, Bodyguards, kein Privatleben, keine soziale Anerkennung. Jedes Wort, das ein Spitzepolitiker sagt, wird auf die "Goldwaage" gelegt. Deshalb ist der Führungsstil von Merkel so erfolgreich. Sie bietet keine Angriffsflächen, wartet ab, welche Majoritätsmeinung sich abzeichnet, wägt ab und ordnet letztendlich alles dem Machterhalt unter. Ihre Befürworter nennen das eine kluge Politik. Ich nenne das "wasch mir den Pelz und mach mich nicht nass".

sven kyek 06.03.2013 | 19:08

Leider stimmt was Sie sagen . Ich will nicht sagen das ich desilliosoniert bin . Nur traurig und enttäuscht . Aber mehr von einer großen Zahl der deutschen Bevölkerung . 

Die DDR Bürger haben sich von , aus heutiger Sicht , kreditfinanzierten Potemkinschen Dörfern zu Massen-Aufmärschen hinblenden lassen .

Heute werden echte Mißstände und noch schlimmer ernsthafte Prognosen von in feinster Philosophie bis hin zu markigem Proleten-Deutsch beschrieben und Millionen Menschen sogar schon gefühlt .

Es scheint mir in Teilen wie eine Schockstarre . Aber vielleicht steigert man sich ( ich ) da auch in etwas rein , daß Betroffene ganz anders erleben .