Stellen wir uns vor: Ein Hauswirt hat sein Mietshaus lange Zeit so sehr vernachlässigt, dass es in einen brandgefährlichen Zustand geraten ist: Elektrizität marode, Gasleitungen undicht und die Heizungsgeräte unsicher – so sehr, dass ...>> mehr
In Kopenhagen haben etwa 40,000 Menschen an den offiziellen Tagungen der UNO teilgenommen, vor allem der COP15 – und noch sehr viel mehr haben an den begleitenden Treffen und an den großen Demonstrationen teilgenommen, die in Dänemar...>> mehr
Ausgerechnet die 'Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft' hat sich jetzt an die Spitze der deutschen 'Glücksforschung' gesetzt: Gestützt auf "Umfrageergebnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)" (Zitate aus der Zeitungsberi...>> mehr
Ob der 27. September 2009 wohl ein historisches Datum war? Strukturalisten und Systemdenker aller Art werden uns versichern: Parlamentswahlen in einem mittelgroßen Land, so wichtig dieses auch sein mag, können einfach nicht so wichtig sein, wie sie...>> mehr
Das Bundesverfassungsgericht hat einmal wieder ein Wunder vollbracht: Über sein Urteil zur Klage gegen den Lissabon-Vertrag erklären sich alle Seiten als befriedigt bis erfreut.
Das sollte misstrauisch stimmen. Haben die Richter einmal wieder etwas ...>> mehr
Genau der - ich hatte auf seine "Risikogesellschaft" und seine "Weltrisiokogesellschaft" verwiesen. Es geht aber nicht einfach pauschal um seine (kritikwürdige) politische Position, sondern um einen genauer zu diskutierenden Denkfehler (der dann allerlei politische Konsequenzen stützt).
Vielen Dank nochmals für den Link zu U.Beck! Ich denke, Sie kennen sich mit den Grenzen wissenschaftlicher Prognostik ebenso gut aus, wie Ulrich Beck, und ich kann zwischen Ihrem Text und Becks Ausfü...
Es geht gar nicht darum, ob Ulrich Beck ein engagierter Mann ist, der auch vieles Richtige fordert. Das habe ich noch nie bestritten. Aber in seinem Buch 'Weltrisikogesellschaft' (wie schon in seinem ersten Bucherfolg 'Risikogesellschaft') vertritt er eine These über das Verhältnis von 'Risiko', 'Gefahr' und 'Unsicherheit', die auf eine Eliminierung der Gefahrenabwehr aus unseren gesellschaftlichen Handlungsperspektiven hinausläuft. Das halte ich immer noch für einen Denkfehler. Das Gravierendste daran ist für mich eine gesellschaftstheoretische Konsequenz: Beck suggeriert, wir hätten es heute nicht mehr mit den Herrschaftsverhältnissen zu tun, gegen die die alten sozialen Bewegungen gekämpft hätten, sondern mit einem diffusen, gleichsam 'klassenlosen' Risiko. Auf diese Weise ist m.E. kein Aspekt der heutigen globalen Krisenkonstellation zu begreifen und wirksam zu bekämpfen. Aber das ist eine sehr viel weiter führende Debatte als die über Becks falsche Dichotomie von Risiko und Unsicherheit...
Vielen Dank nochmals für den Link zu U.Beck! Ich denke, Sie kennen sich mit den Grenzen wissenschaftlicher Prognostik ebenso gut aus, wie Ulrich Beck, und ich kann zwischen Ihrem Text und Becks Ausfü...
Ich denke, der Denkfehler - der aus der Perspektive des unbeteiligten Beobachters unsichtbar ist - liegt einfach darin nur zwischen berechenbaren Risiken und Ungewissheit zu unterscheiden - anstatt sich als Handelnder auf die immer relativen (aus wenn-dann-Beziehungen beruhenden) Prognosen der Wissenschaften einzulassen. Das Beispiel der Pandemie-Prognose verdeckt das Problem. Das Klima-Beispiel ist sehr viel sprechender: Es geht nicht um eine Wette, um eine absolute Prognose (die in der tat einfach nicht zu haben ist), sondern um eine Gefahrenabwehr aufgrund einer relativen Prognose: Nachdem das Handeln der Menschheit zu einem erdgeschichtlichen Faktor geworden ist, muss die Menschheit tun, was in ihrer Macht steht, um ihren eigenen Beitrag zum Klimawandel unter Kontrolle zu bringen. Und zwar ganz unabhängig von dem, was sonst noch alles so passieren könnte. Genau dies wird von Ulrich Becks Denkfehler, alles für 'ungewiss' und 'nichtgewusst" zu halten, was nicht versicherungsmathematisch als Risiko berechenbar ist, konsequent verdeckt.
Guten Abend, FOW,
danke für Ihren Artikel, der mir als bekennendem Gutmenschen aus der Seele sprach.
Bei der Lektüre habe ich mich jedoch gefragt, ob die aufscheinende Sicht auf die Dinge nicht ei...
Ich möchte zu beiden Kommentaren etwas klar stellen: Selbstverständlich liegt es an uns - wir können nicht nur bei uns selbst anfangen, uns weniger klimaschädlich zu verhalten, sondern wir haben auch - letztlich jedenfalls - die Regierungen die wir verdienen. Sich selber zu ändern und seine Regierungen zu verändern sind zwei Seiten deselben Prozesses. Nach Jahrzehnten der Niederlage fällt es vielleich schwer, sich so etwas überhaupt noch vorzustellen - aber die historische Erfahrung lehrt uns doch - auch ganz nüchtern betrachtet: Es geht!
Zu MisterL nur ein simples Argument: Wie soll es denn sonst möglich sein, die nötigen politischen Entscheidungen zu treffen? Geschenkt, dass Deutschland hier nicht im leeren Raum steht und auch dass die politischen Parteien hier nicht die primären Akteure sein werden! Aber auch in Deutschland wird es eine Reguierung geben müssen, die entsprechende Entscheidungen zumindest umsetzt. Ob das dann links ist, ist nicht weiter wichtig. Klar ist aber, dass sich das bürgerliche Lager, wie es die Wahlen gewonnen hat, diesen Problemen erklärtermaßen nicht stellt.
Ich lehre als Honorarprofessor Philosophie an der Freien Universität Berlin, Mitinitiator des Forums Neue Politik der Arbeit und bin organisierter Humanist (u.a. Präsident der Humanistischen Akademie Deutschlands).
Festschrift: Philosophieren unter anderen, Münster 2008
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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