RE: Die Lenkung der trägen Wählermasse | 14.06.2019 | 21:31

Stimme da in allen Punkten zu. Die Grünen gehen in die richtige Richtung, aber wollen ja leider nichts grundsätzliches ändern, sondern von allem nur so ein bisschen.

RE: Über die Unfreiheit der Liberalen | 03.06.2019 | 09:46

Ach so. War nicht sicher, ob ich gemeint war, da ich ja auch Gendersternchen benutze.

RE: Über die Unfreiheit der Liberalen | 27.05.2019 | 15:13

Wen sprechen Sie denn mit Ihrem Kommentar an?

RE: Über die Unfreiheit der Liberalen | 27.05.2019 | 15:11

Ich habe nicht behauptet, jemand würde sich das Ziel "Freiheit" setzen und versuchen, dieses per Flugzeug zu erreichen.

Menschen wollen die Freiheit dazu haben, schöne und interessante Dinge zu erleben.

RE: Über die Unfreiheit der Liberalen | 27.05.2019 | 15:06

Es hängt sicher von Zufällen ab, ob man die Fähigkeit erlernt, Fehler einzugestehen, so wie es von Zufällen abhängt, ob man eine Abhängigkeit von Privilegien entwickelt. Aber wer Fehler eingestehen kann, ist freier als ein Mensch, der von seinen Privilegien abhängig ist. Und das ist der Punkt.

Verzicht ist im materiellen Sinne zu verstehen. Wer frei und ethisch vertretbar lebt, verzichtet ja auf nichts Wichtiges, das ist wahr.

Allerdings hat man nicht auf jede Lebensweise, der eine freie Entscheidung vorausgeht, ein Recht. Einfach anders leben und jeden so machen lassen, wie er*sie will, ist oft richtig, stößt aber, wenn es um ethische Fragen geht, an die Grenzen des Vertretbaren.

RE: Es sind doch nur Sternchen | 24.02.2019 | 13:23

Zusatz: In der Literatur finde ich das auch noch ein Stück schwieriger, da geht es ja auch um Ästhetik (im Gegensatz zu öffentlichen Schreiben, Zeitungsartikeln etc.). Da wirkt ein Sternchen (vielleicht ändert sich das auch noch) unnatürlich. Allerdings gibt es, wie Sie schon festgestellt haben, sehr viele andere mögliche Formulierungen.

RE: Es sind doch nur Sternchen | 24.02.2019 | 13:13

Wobei leichte Sprache ja eher ein Zusatzangebot zu "normaler" Sprache ist, das dann eben mit anderen Formulierungen als Sternchen o.Ä. auskommen muss.

"Ich denke, die Sprache bietet viele Möglichkeiten, Texte erstens allgemeinverständlich und zweitens so zu formulieren, dass alle sich angesprochen fühlen, ohne dabei Ungetüme wie 'Fußgehende' oder 'kompositionstätige Person' zu verwenden."Das empfinde ich ebenfalls so, meistens geht es ohne Sternchen mit alternativen Formulierungen. Wobei ich die neutralen Formen gar nicht so gewöhnungsbedürftig finde.

"Viele Verfechterinnen und Verfechter des Genderns vertreten ihren Standpunkt mit einer Radikalität (da nehme ich Sie jetzt aus, Herr Rosenzweig), die befürchten lässt, dass sie irgendwann auch vor der Literatur nicht mehr halt machen. "Dogmen haben ja noch nie etwas positives gebracht, das ist bei der Sprache nicht anders. Gendergerechte Sprache wird (zumindest momentan) eh nicht absolut möglich sein und kann ja auch anders realisiert werden.

RE: Es sind doch nur Sternchen | 24.02.2019 | 13:02

Sie unterstellen mir hier in einem fort Dinge, die ich nicht geschrieben habe. Ich vertraue keineswegs darauf, dass Sprache allein politische Verhältnisse verändert, wie sollte sie auch? Bereits der Titel weist darauf hin, dass ich den Aufriss, der um das Thema gendergerechte Sprache gemacht wird, für übertrieben halte. Ich habe primär versucht, gegen Kritiker*innen dieser Idee zu argumentieren, die aus einem Sternchen (einem Unterstrich/Schrägstrich/einer neutralen Formulierung) insofern ein Politikum machen als dass sie glauben, Menschen, die sich ihrer dichotomen Vorstellung von Geschlecht nicht unterordnen lassen, würden ihnen eine Ideologie aufzwingen.

Natürlich findet sich die Ursache der Benachteiligungen nicht in der Sprache und diese sind sozioökonomische Ungerechtigkeiten durch Sprache nicht gutzumachen. Aber das habe ich auch nirgendwo behauptet. Ich habe den Eindruck, Sie empfinden zu Recht Wut auf Menschen, die ähnlich sinnfreie und herabwürdigende Dinge tun wie "die Frau von Prinz Harry", aber ihr Versuch, mich in diese Kategorie zu ordnen ist krampfhaft, aus der Luft gegriffen.

Die Idee ist es, Menschen wenigstens sprachlich nicht auszuschließen. Dafür habe ich argumentiert und die Idee gegen unsinnige Einwände verteidigt. Dass gendergerechte Sprache genutzt werden kann, um Missstände zu verschleiern oder von ihnen abzulenken, wird im Text nicht bezweifelt, vor allem nicht befürwortet. Aber es hat mit dem Kern der Idee nichts zu tun.

RE: Es sind doch nur Sternchen | 22.02.2019 | 18:32

Das heißt, es darf nicht bei der Sprache begonnen werden, sondern die Sprache muss so lange diskriminierend sein, solange das staatliche Handeln das ebenfalls ist? Es mag Ihnen anders gehen, aber nur weil ein Text neutral formuliert ist, wird bei mir nicht die Illusion erzeugt, alle würden gerecht bzw. gleich behandelt.

Die Behauptung, die Zielsetzung wäre neoliberal und reaktionär entbehrt jeglicher Grundlage. Ebenso ist es völlig aus der Luft gegriffen, Personen, die Sternchen verwenden als analyseschwach und opportunistisch zu bezeichnen. Letzteres fasse ich als Beleidigung auf.

"Wir brauchen keine Sternchen! Wir sollten uns endlich um die wirklich existenziellen Probleme kümmern!"Dazu kann ich nur sagen: Hört auf, dieses Feuer zu löschen. Woanders brennen noch viel, viel größere Feuer.

RE: Es sind doch nur Sternchen | 22.02.2019 | 10:23

Nun kann man ja nicht aus einem Satz in einem österreichischen Schulbuch ableiten, dass eine ganze Idee Unsinn ist. Dass die deutsche Sprache sich von selbst entwickelt hat, ohne dass jemand darüber diskutiert hat, ist schlicht falsch. Ebenso ist mir nicht bekannt, dass sich jemand als Avantgarde bezeichnet hätte.