Macht die Zoos dicht: Tierparks sind nicht mehr zeitgemäß

Tierwohl Wir sperren Lebewesen ein, um Menschen zu bespaßen. Mit Bildung hat das nichts zu tun. Wie Zoos sich endlich überflüssig machen sollten
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 36/2022
Elche und Braunbären in Nationalparks statt Orang-Utans, wie hier in Leipzig, im Gehege – so sähe Empathie aus
Elche und Braunbären in Nationalparks statt Orang-Utans, wie hier in Leipzig, im Gehege – so sähe Empathie aus

Foto: Nikita Teryoshi

„Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.“ Rainer Maria Rilke schrieb sein berühmtes Gedicht Der Panther 1902 oder 1903, nachdem er im Pariser Jardin des Plantes die exotischen Tiere in ihren Käfigen gesehen hatte. Rilkes Beobachtung eines in Gefangenschaft degenerierten Raubtiers verstört bis heute: „Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht.“ Lang vorbei scheinen die Zeiten, in denen mitteleuropäische Zoos ihre Besuchermagneten auf derart engem Raum hinter Gitter gesperrt haben.

Heute sind die Flächen meist größer, die Knastästhetik ist verschwunden. Tiere leben hinter Glas, es gibt kaum noch Betonböden, bisweilen verzichten Zoo