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Rentner (ehm. Lehrer), Berlin
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RE: Protest der reinen Vernunft | 23.04.2017 | 18:11

Vor der Humboldt-Universität treffe ich einen Kommilitonen. Bevor die Demonstration startet, posiert er zusammen mit Kollegen für ein Foto. Aber das eigentlich Interessante an dieser Szene sind nicht Menschen, sondern das davor auf der Erde liegende Transparent. Von wegen: unverzichtbare Wissenschaft! Die fleißigen theoretischen Physiker hatten dieses Banner selbst hergestellt und wollten es während der Demonstration vor sich hertragen. Als sie es entrollten, mussten sie feststellen, dass die Haltestäbe falsch herum angebracht worden waren. Der Text stand auf dem Kopf! Wat lernt uns det: Glaubt nicht alles, was euch die Wissenschaftler erzählen...

Nach dem 'entbehrungsreichen' Marsch über eine Wegstrecke von 500 Metern erreichte der Zug die vor dem Brandenburger Tor aufgebaute Tribüne, auf der dann Ranga Yogeshwar durch die Reihe der Redner führte.
Einer davon war Michael Müller. Und spätestens an dieser Stelle fragt man sich, wozu diese Demonstration eigentlich gut sein sollte. Herr Müller hat ja zwei Jobs in der Berliner Regierung, Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator. Das bedeutet: Was die Rahmenbedingungen betrifft, unter denen in Berlin Wissenschaft betrieben wird, ist er selbst der Mensch, der dafür zuständig ist. Demonstrierte er hier gegen sich selbst?

Überhaupt ist mir nicht klar geworden, was der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung sein sollte.
Es wurde kein konkretes Problem beschrieben. Einzig der ungarischen Regierung wurde der Umgang mit der Sorros-Universität angekreidet. Und dann gab es noch verbale Solidaritätsbekundungen mit gemaßregelten und inhaftierten Wissenschaftlern in verschiedenen Staaten. Ansonsten ging es ganz allgemein um die Freiheit der Wissenschaft. Folglich fehlten konkreten Forderungen zur Behebung des Problems und ein Adressat, der das tun müsste. Und schließlich wurde kein Wort dazu gesagt, welche Druckmittel zur Durchsetzung der Forderungen von den Demonstranten angedroht werden könnten.
Unterm Strich muss ich feststellen, dass der einzige Effekt dieser Veranstaltung war, dass die Demonstranten ein gutes Gefühl mit nach Hause nehmen konnten: Wir haben demonstriert!

Und die Ironie von der Geschicht'? Genau das, wovor man Sorge hat - dass zukünftig Wissen durch Gefühle ersetzt werden könnte - fand hier statt.

RE: Zur Etablierung der Gänsehaut | 01.07.2014 | 14:49

Ein Königreich für einen Lektor!

Sprachkritik beginnt ganz elementar bei der richtigen Schreibung: Seit wann trennt man das Wort "Im" (Zeile 10/11)?

RE: Nicht für die Ewigkeit | 20.11.2012 | 19:18

Der ewige Glaube an die ewige Glühlampe

Wenn schon nicht den Glühlampen eine unbegrenzte Lebendauer beschieden ist - der Verdacht, fiese Kartelle würden das verhindern, währet ewiglich.

Dass mitunter geheime Absprachen hinter verschlossenen Konzerntüren getroffen werden zum Nachteil der Kundschaft, will ich nicht in Abrede stellen. Nur: mit der Lebensdauer von Glühlampen hat das nichts zu tun. Hier existiert eine naturgegebene Zwickmühle: entweder hell oder langlebig. Beides zusammen ist mit Glühlampen nicht zu haben. Denn "hell" bedeutet für den Glühdraht "heiß" - Größenordnung 3000 Grad! - und dabei verdampft das glühende Metall peu à peu, bis der Draht schließlich durchbrennt, je heißer, desto schneller!

Schlussfolgerung: Im Prinzip kann man Lampen mit beliebiger Lebensdauer bauen. Allerdings werden die potenziellen Methusalems nur müde vor sich hin funzeln. (Wer's nicht glaubt, schaue bei Wikipedia nach: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e9/Gluelebensdauerrp.png)

Es hat aber doch eine Absprache unter den Lampenherstellern gegeben. Die Absprache lautete: "Wir bauen die Glühlampen so, dass sie im Mittel 1000 Stunden halten. Dann erstrahlen die Lampen in einem warmen Lichtton, bei dem sich die Menschen normalerweise wohlfühlen." So etwas nennt man 'Normung' und das klingt schon nicht mehr ganz so fies.

Wer Lust hatte, konnte trotzdem andere Varianten anbieten. Zum Beispiel wurden in der DDR eine Zeit lang so genannte Langlebensdauer-Glühlampen hergestellt. Die sollten 2500 Stunden halten, gaben dafür aber 7 Prozent weniger Licht ab. - Der Kunde hatte die Wahl.

Nun mag jemand einwenden: "Alles schön und gut; aber in meinem Keller gibt es eine Lampe, die hat mein seliger Urgroßvater noch vor dem zweiten Weltkrieg eingeschraubt und die brennt und brennt und brennt!"

Warum nicht. So etwas ist durchaus möglich. Aber wir sollten vorsichtig sein. Erstens muss die Lampe auch wirklich leuchten! Nur in der Fassung zu stecken, zählt nicht! Und zweitens lässt sich im Einzelfall schwer vorhersagen, wann genau der Lampendraht durchbrennen wird. Das hängt von vielen Zufälligkeiten ab. Und da kann dann hie und da doch "einmal ein Wunder geschehen" - das haben schon Zarah Leander und Katja Epstein gewusst...

RE: Alles oder nichts? | 03.09.2011 | 22:40

A-ch,
L-iebe
L-eute,
E-rzählt
keinen
S-tuss.