Margot Käßmann: „Ich bleibe Pazifistin“

Interview Margot Käßmann sprach sich gegen Waffenlieferungen an Kiew aus – und wurde angefeindet. Seither hält sie sich mit öffentlichen Appellen zurück. Wieso sie den militärischen Kampf der Ukraine kritisch sieht, hat sie Jakob Augstein erklärt
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 38/2022
Margot Käßmann kann aus den Evangelien keine Legitimation von Gewalt herauslesen
Margot Käßmann kann aus den Evangelien keine Legitimation von Gewalt herauslesen

Foto: Philipp Plum für der Freitag

Eine pazifistische Haltung hat es immer schwer, insbesondere in Zeiten des Krieges. Margot Käßmann diskutiert im Gespräch mit Jakob Augstein die Stimmung im Land, das Dilemma der Pazifisten und die Chance für Frieden in der Ukraine.

der Freitag: Frau Käßmann, was bedeutet Pazifismus?

Margot Käßmann: Grundsätzlich ist das erst mal eine Haltung von Menschen, die sagen: Waffen lösen Konflikte nicht, und die Frieden durch Abrüstung erreichen wollen – nicht durch Aufrüstung. Wenn ein akuter Krieg ausbricht, ist es deshalb für Pazifisten sehr schwer, ihre Haltung zu bewahren.

Sie selbst haben sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen.

Ja. Sonst wäre ich Teilzeit-Pazifistin. Aber wie gesagt, das ist schwer dur

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