AfD "Volksquerfront aus rechtem Grund"

Angela Merkels Welt Hans- Ulrich Jörges, Mitglied der Stern- Chefredaktion, bringt es in seinem allwöchentlichen Zwischenruf "MERKELS PARADOXE HELFER" dieses Mal auf den wunden Punkt.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Bundeskanzlerin Angela Merkel allein zuhause?

Angela Merkels Dilemma, sie hat bei ihrem "Wir schaffen das" zuviel parteilich uneingebundene Helfer

Hans- Ulrich Jörges, Mitglied der Stern- Chefredaktion, bringt es in seinem allwöchentlichen Zwischenruf "MERKELS PARADOXE HELFER" dieses Mal auf den wunden Punkt.

Mit der Alternative für Deutschland (AfD) im klammheimlichen bis offensiven Gleichklang mit der Bewegung "Besorgter Bürger" "Patriotischer Europäer Gegen Islamisierung Des Abendlandes" (PEGIDA) gibt es in Deutschland so etwas wie eine "Volksquerfront von rechts unten", die alle Grundsee Schichten in anderen Parteien von links bis rechts, ab durch die Mitte umwirbt, in Teilen erfasst, um sie in einem wahlpolitischen Beben zu erheben.

In der DDR wurde, sozialpsychologisch betrachtet, eine solche "Volksquerfront von rechts unten" unter Führung von SED- Kadern mit unsichtbar leichter Hand eingehegt, formiert, durch das SED- Politibüro, das Zentralkommitee (ZK) als "Nationale Front" vom Zentralorgan der SED "Neues Deutschland" propagiert, organisiert, aufs Schild gehoben, staatlich finanziert, in der Volkskammer eigenständig präsent vertreten, gesellschafltich legitimiert

Worin besteht der wunde Punkt?, den Jörges trifft?, es ist das Schauspiel und der mediale Salat, der mit Furor Köpfe kriegt, Angela Merkels Wahlkampfstrategie seit 2009, über eine asymmetrische Demobilisierung der Wählerschaft des politischen Gegners Wahlen zu gewinnen.

Bisher haben viele, nachdem Jörges 2009 auf dieses Phänomen in einem seiner damaligen Zwischenrufe verwiesen hat, die ich gut erinnern kann, gerätselt, wie das mit der asymmetrischen Demobilisierung der Wählerschaft des politischen Gegners nachweislich gelingen kann?

Seit Gründung der AfD 2013 wissen wir es. Die AfD ist einer der sichtbaren Köpfe, der als "Krone" des Strategie Schöpfungssalats Bundeskanzlerin Angela Merkels erwachsen, zu den Fleischtöpfen von Wirtschaft und Politk drängt, unorthodox hier, hausbacken da, einer diffusen Volksquerfront verpflichtet, ungestüm sein Haupt erhebt.

Jörges schreibt vom Irrtum, der weit verbreitet ist, weil er so naheliegt, so plausibel erscheint. Das kann man wohl mit Berechtigung schreiben, weil jedermann weiß, ein Irrtum kommt selten allein, zeugt von einem anderen, schwängert den nächsten und sich gegenseitig, bringt als Vater und Mutter aller Dinge auf Lebenszeit viele "Kinder" hervor.

Die AfD, schreibt Jörges, lautet der Fehlschluss, bedroht die Macht der CDU. Denn konservative Wähler, verstört durch Angela Merkels eiserne Flüchtlingspolitik, wanderten nach rechts außen. Sinkende Umfragewerte scheinen das zu bestätigen. Doch das Gegenteil ist richtig.

Was Hans- Ulrich Jörges nicht schreibt, ist, dass die seit Jahren andauernde asymmetrische Demobilisierung der Wählerschaft aller Parteien, mit dem Ergebnis dramatisch sinkender Wählerbeteiligung einhergeht, die im Bundestagswahlkampf 2017 eine ungeahnte Eigendynamik zu Gunsten der AfD entfalten könnte.

Das Risiko, das Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer Strategie der "Leichten Hand", auf kurze Sicht "Die Deutungshoheit über Themen anderer Parteien zu besetzen, ohne diese inhaltlich durch politischen Organisationswillen auf Bundesebene noch mit ihrer Richtlinienkompetenz zu unterfüttern" seit 2009 fährt, wird von Legislatur- zu Legislaturperiode mehr und mehr auch für die CDU/CSU im Ausgang unkalkulierbar.

Die AfD könnte sich als eine Partei unbestimmter bis bestimmter Strömungen erweisen, wie dies einst 1946 die CDU bei ihrer Gründung selber war, die die Grundsee gesellschaftspolitischer Grundstimmungen nicht nur erfasst, sondern so sehr anhebt, dass andere, etablierte Parteien, in eine Schieflage geraten, unversehens bei ihrem Abgang in einer, politisch marginalisiert, freudlosen Gasse landen.

Als dramatisch tragisches Beispiel gilt in dieser Hinsicht die FDP, die 2009 mit einem Wahlergebnis von 14.9 % aller Wählerstimmen im Rücken bei der Regierungsbildung mit der CDU/CSU als Tiger startete und nach der Bundestagswahl 2013, unter der 5 % Hürde gelandet; nicht einmal mehr als Bettvorleger für Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel im Gästezimmer taugte, denn die FDP war auf Bundesebene dahin, und ward nicht mehr, durch den Wähler aus dem Deutschen Bundestag herrauskatapultiert .

Soweit Hans- Ulrich Jörges, das weitere ist gut bei ihm im aktuellen Stern 6- 26- 2016 nachzulesen.

Worum es mir, anders als Jörges zu gehen scheint, ist, die Strategie asymmetrischer Demobilsierung am Beispiel Angela Merkels Wort "Wir schaffen das" am 4. September 2015, eingebettet in eine Willkommenskultur unserer entwickelten Zivilgesellschaft für ankommende Flüchtlinge, in ihrer Wirkung zu erhellen.

Angela Merkel hat mit ihrem "Wir schaffen das" auf Bundeskanzleramtsebene, einer vermeintlichen und wiklichen Notlage in Ungarn auf dem Budapester Hauptbahnhof geschuldet, das Thema Flüchtlinge ncht nur in Deutschland, sondern über Europa hinaus asymmetrisch demobilsierend kommunikativ besetzt.

Das geschah, noch bevor jede andere Partei, links wie rechts und durch die Mitte, also SPD/CDU, Piep sagen konnte, dass selbst der russische Präsident Wladimir Putin sich irritiert gibt, weil ihn einerseits Flüchtlinge eigentlich nicht wirklich als Thema bekümmern, das auf irgendeine Agenda Internationaler Politik gehört, auch wenn Russland seit 2014 nahezu 1 Million Flüchtlinge aus der Ukraine beherbergt, was ihn andererseits bekümmert, ist , dass das Thema "Flüchtlinge", angesichts Russlands Eintritt in den Syrienkrieg an der Seite des Assad Regimes, durch Merkels Mut- Wort auf der Agenda der Weltöffentlichkeit bleiben könnte und in Russland selber deutlich zu werden droht, dass der Kreml/Moskau bisher nur 1 % fair zugesagter Gelder an die Weltflüchtlingshilfe (UNHCR) wirklich gezahlt hat, nämlich statt 689,83 Millionen, nur 6.9 Millionen US- Dollar.

Auch Deutschland steht, trotz des "Wir schaffen das" unserer Bundeskanzlerin Merkel nicht wirklich besser als Russland da, wenn der FDP- Vizepräsident Alexander Graf Lambsdorff im Deutschlandfunk der letzten Woche unwidersprochen beklagen kann, Deutschland hat 2015 sein fair zu erwartenden Zuschüsse für den UNHCR halbiert. Ganz im Gegenteil !

Diese Tatsache wurde vom CDU- Urgestein und seid 30 Jahren Mitglied des Europaparlaments Elmar Brok in der ARD-Sendung "hart aber fair" mit Frank Plasberg, ohne jede Verlegenheit, schnörkellos bestätigt.

Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr

"Wir schaffen das"

in der Frage der Versorgung, Integration der Flüchtlinge in Deutschland nicht wirklich auf Bundesebene politisch mit Leben füllt, die Tragödie der Menschen in unterversorgten Flüchtlingslagern rings um den Kriegsschauplatz Syrien ignoriert, sich Anregungen der Organisation und Finanzierung einer "Luftbrücke für Flüchltinge in Not" verweigert, mit ihrer Entscheidung, die Türkei mit diesem drängenden Problem, wider besseres öffentliches Wissen, hauptverantwortlich vertraglich einzubinden, bleibt dabei medial unterbelichtet, könnte aber 2017 in der verheerend lähmenden Wirkung für die Wahbeteiligung und das Wahlergebnis entscheidend sein.

Aber auch die AfD sollte sich auf ihrem scheinbar unaufhaltsamen Weg zum Wahlerfolg am 13. März 2016 in Sachsen- Anhalt, Rheinland- Pfalz, Baden Württemberg auf Landesebene nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, denn, was Bundeskanzlerin Angela Merkel am Beispiel der SPD, DEN GRÜNEN, der FDP. Der Linkspartei seit 2009 an asymmetrischer Demobilisierung deren Wählerschaft praktiziert, kann auch der AfD spätestens im Bundestagswahljahr 2017 widerfahren.

Anders gefragt:

"Frißt" spätestens 2017 die Strategie asymmetrischer Demobilisierung ihre "Erfinderin", Angela Merkel?, außer sie unterfüttert mit politischen Entscheidungen auf Bundesebene, u. a. durch den Widerruf der Aussetzung der Wehrpflicht, des Zivildienstes im Jahr 2011, während des beginnenden Syrienkrieges, was sie mit ihrem Mut- Wort sagt "Wir schaffen das".

Man sieht sich im Leben und in Legislaturperioden immer zweimal, sehr vereehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, nämlich während und danach?

Auch Außenminister Frank- Walter Steinmeier drängt darauf, zweimal in einer Legislaturperiode gesehen zu werden, mitten drinnen und danach, wenn er, angesichts von zu erwartenden 300 000 Flüchltingen aus Aleppo an der türkisch- syrischen Grenze infolge russischer Bombardements, verlautbart, auch wir haben gegenwärtig Schwieigkeiten bei unserer Verantwortung, zugesagte Gelder für Flüchtlinge in der Türkei wirklich zu zahlen.
JP

http://www.thepetitionsite.com/de-de/536/777/682/luftbr%C3%BCcke-f%C3%BCr-fl%C3%BCchtlinge-in-not/
Luftbrücke für Flüchtlinge in Not
52 UNTERSTÜTZER/INNEN
VON: Joachim Petrick
ZIEL: Mitglieder des Deutschen Bundestages

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/pegida-die-neue-nationale-front
JOACHIM PETRICK 23.12.2014 | 14:48 28
PEGIDA, die neue "Nationale Front"

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/angela-merkel-hat-fertig-und-weiss-es-auch
Joachim Petrick
08.09.2013 | 01:51 13
Angela Merkel hat fertig und weiß es auch

http://www.welt.de/politik/deutschland/article115865239/Angela-Merkels-asymmetrische-Demobilisierung.html
03.05.13
Kirchentag
Angela Merkels asymmetrische Demobilisierung

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/verharrt-angela-merkel-in-duldungsstarre
Joachim Petrick
26.09.2012 | 16:55 1
Verharrt Angela Merkel in Duldungsstarre?

01:50 06.02.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

Kommentare 2

Der Kommentar wurde versteckt