"Land gesichtet, in mir, dir, uns?"

Völker der Erde Es gibt keine Völker, denn Niemand ist Nicht- Volk, es gibt Kopfgeburten von Völkern. Allgemeine Begriffe von Völkern helfen mir, dir, uns dabei, das zu verstehen
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"Wachsendes Land der Einen Erde in mir, dir, uns?"

Es gibt keine Völker der Erde, für Niemanden, denn Niemand ist Nicht- Volk, was es gibt, sind Landkarten als Kopfgeburten von Völkern in mir, dir, uns. Allgemeine Begriffe von Völkern der Erde helfen mir, dir, uns dabei, zu begreifen, dass es auf Erden nur ein "Wir sind das Volk" lebt

Versuch einer Annäherung an ANNA VERONIKA WENDLANDS Freitag- Artikel:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuer-ein-neues-land
10.04.2014 | 06:00 16
Für ein neues Land

Krim-Krise Viele deutsche Linke denken leider in alten Nationalismen: Was in der Ukraine jetzt wirklich zu tun ist

Anna Veronika Wendland schreibt:
"Diese Pluralität ist ein Ergebnis der Urbanisierung und Modernisierung seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Prozess verlief selbstverständlich nicht konfliktfrei – Russisch war ja die sowjetische Hegemonialsprache, die politisch durchgesetzt wurde –, gleichzeitig aber brachte er eine reiche Geschichte von Aneignung, Migration, Wandlungsfähigkeit und kreativem Sprachwechsel inmitten binationaler Familien hervor"

Diese Pluralität ist vor allem eine Folge der Anonymisierung der Anliegen der Menschen und des gegenseitigen Umgangs miteinander, dem Solidarität ein Fremdwort, dem revolutionäre Aufbrüche als Verrat gelten, als Preisgabe wohlfeiler Anonymität des eigenen Vermögens im Dunkeln, eigener Tendenzen anonym Macht wenn nicht direkt, so doch partizipierend, in "Peer Group Geschwisterhorden" auszuüben.

Dabei geht selbstverständlich eigendynamisch eine Vorstellung davon verloren, dass Russisch im besten europäischen Sinne sozialgeschichtlich literarisch eine Sprache der Weltbewusstheit, der Weltrevolution, der Modernisierungspakte, des Glaubens an den Fortschritt seit Dostojewski, Tolstoi, Puschkin, Marx & Engels neben Englisch, Deutsch als Spracher der Dichter und Denker. fern jeder kleinstaatlich nationalen sondern "weltstaatlichen" Ambitionen, ist,

Es gab keine sowjetische Hegemoniesprache, was es gab, war ein sowjetisches Organisationsmodell, dass formajuristisch allen seinen Teilen Autonomie verhieß, versprach und dieses Versprechen im Wege der Perestroika, Glasnost auch, um den Preis seines eigenen Auflösens, Entschwindens, aus sich selbst heraus in Prozessen einlöste, ohne mit den willfährigen Kategorien von Sieg oder Niederlage erfassbar zu sein

Anna Veronika Wendland:
"Es geht vielmehr um die Frage, ob man eine neue Ukraine als über-ethnische Idee einer europäischen und demokratischen Staatsbürgernation gegen den enormen Druck von innen und außen verteidigen kann.

Und hier gäbe es jede Menge Betätigungsfelder für linke Aufmerksamkeit, Empathie und linken Ratschlag,"

Das ist wohl wahr.

Hier geht es um multinationale Anstrengungen einer europäischtransatlantischen Sicherheitsarchitektur auf der Basis des KSZE/OSZE- Prozesses von Helsinki 1975, auf den sich die Entwicklungen in der Ukraine hin entwickeln könnten und sei es aus eigenem Befinden mit föderativen Strukturen wie einst im niedergeworfenen Deutschland nach 1945 erst durch Teilung in Interessenszonen der Alliierten dann durch Wiedervereingung 1990.

Der Unterschied zu Deutschland ist nur, die Ukraine ist kein besiegtes Land, sondern ein Land, das seit 1917 selbst von eigenen Regierungen und Regierungen anderer Länder, ausgebeutet, mit Vernichtungskampagnen völkerbrecherischer grausamster Art überzogen, im Regen stehen gelassen wurde.

D. h. der Ukraine könne nicht, wie Deutschland einst, von außen föderative Strukturen aufgezwungen werden, die Ukraine muss und kann den Weg dahin selber finden oder gar nicht.

Im Rahmen eines europäisch transtatlantisch kollektiven Sicherheitssystems wäre diese Frage nicht einmal mehr entscheidend für Zusammenarbeit und Entwicklung

Anna Veronika Wendland:
" Aber soll die Demokratie in der Ukraine zu einem Erfolgsmodell werden, wird auch der Zentralismus in Frage gestellt werden müssen. Und für so eine Dezentralisierung und eine reformierte Sprachgesetzgebung bräuchte es dringend Unterstützung, Inspiration, kritische Diskussionspartner".

Dazu braucht es vor allem ein nachbarschaftliches Umfeld, das Ruhe zum Nachdenken, gesellschaftlicher Einkehr lässt und alle irgendwie destabilisierend gearteten Bestrebungen von innen und außen von der Ukraine fernhält.

Die Linke kann hier den Ukrainern nicht das Denken abnehmen und muss es auch nicht, denn auch die Ukrainer sind global vernetzt.

Anna Veronika Wendland:
"....die mit der Revolution nicht abgeschaffte ökonomische Oligarchie, die Massenarmut, das grassierende land grabbing durch internationale Investorengruppen. Wir haben es mit quasi lateinamerikanischen Verhältnissen zu tun – und wie dort benötigen Bürgerrechtler und lokale Basis-Aktivisten dringend Verbündete."

Das ist ein wichtiger Hinweis, bereits heute hat China 20 % der Anbaufläche in der Ukraine für die Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln gepachtet.

US- Konzerne sind seit Jehren mit Oligarchen der Ukraine in Verhandlungen, um in der Ukraine mit dem Frackingverfahren Gasvorkommen zu erschließen, um als Konkurrent der Gasvorkommen in Russland Richtung Europa, Iran, Kaukasus, Balkan, Naher Osten, Türkei, Nordafrika aufgestellt, zu agieren

Anna Veronika Wendland:
"Was Putin wirklich Angst macht, ist das widerständige Potenzial, das ein pluralistischer, demokratischer, mehrsprachiger ukrainischer Staat aufbauen könnte. Er wäre das Gegenmodell zu seiner auf Linie getrimmter Nationalgesellschaft. Wer die gefährdet, ist in der Diktion des ehemaligen KGB-Offiziers ein „Verräter“, der „bestraft“ gehört. Und wenn es ein ganzes Land ist, das bestraft werden muss. Deshalb setzt die russische Regierung alles daran, die Ukraine zu destabilisieren und den eigenen Bürgern ein Bild des Nachbarn zu servieren, das in seiner Verlogenheit an die schlimmsten Jahre des Stalinismus erinnert."

Was Putin bisher kaum begriffen zu haben scheint, ist, dass die demokratischen Bewegungen in Russland zu einer entwickelten Zivilgesellschaft sein einziger Garant zum eigenen politischen Überleben in einem gegenseitig feindlich gesonnenen Milieu der Oligarchen in Russland, der Ukraine u. a. Republiken der GUS ist.

Ich warte auf den Moment, wo das passiert, wo Putin vom Saulus zum Paulius wird, dass von Putin die Angst seiner "Oligarchen Peer Group" vor demokratische Verhältnissen nicht nur abfällt, sondern er seine politischen Einstellungen Richtung Zivilgesellschaft transformiert.

Michail Gorbatschow hat das spätestens 1986 nach dem entsetzlichen GAU des AKW Blocks IV in Tschrnobyl mit verheerenden Folgen und Wirkungen bis heute für die Menschen, Tiere, Umwelt in der Ukraine, Weissrusslands, Polens, Bulgariens, Rumäniens geschafft, warum nicht Wladimir Putin?

Anna Veronika Wendland:
"Sie liefern abgestandene historische Anspruchsbegründungen rund um das „russische“ Kiewer Mittelalter und ein Reichskonzept von „einem Volk, einer Sprache, einem Glauben“, in dem die Rolle des Führers selbstverständlich schon vorgesehen ist. "

Eine von Putin nicht authorisierte Biografin Masha Gessen berichtet in ihrem Buch

"Der Mann ohne Gesicht",
Piper Verlag, 2011,

von Putins Erzählung als Halbwüchsiger, wie er in Leningrad, anderen Jungs gleich auf Rattenjagd ging, von dnen es damals angeblich viele gab, und eines Tages eine riesige Ratte so in die Enge getrieben hatte, dass er sich absolut sicher war, jetzt habe ich sie, jetzt werde ich sie vernichten.

Da bäumte sich die Ratte unvermittelt in einer Kellerecke auf und ging zum Angriff auf ihn über. Die Folge war der halbwüchsige Putin wich entsetzt zurück und die riesige Ratte entkam.

Warum erzähle ich das?

Ich erzähle das, weil wir im Eifer des Gefechts um Deutungshoheit der gegenwärtigen Internationalen Lage vergessen, in welcher Lage und in welchem Modus sich Russland, in welcher sich Putin jetzt befindet, gefühlt im Moddus des Verfolgers, der übergangslos durch Unachtsamkeit, Selbstüberschätzung auf der Krim, in der Ukraine zum Verfolgten wurde.

Die Erzählung des "Kalten Krieges" passt insofern genau in diesem Punkt des damaligen Gefühls in der UdSSR asymmetrischer Unterlegenheit seit dr Oktoberrevolution 1917 gegenüber dem Westen auf vielen Gebieten, Wirtschaft, Rüstung, Handel, Wandel, Verkehr, Finanzwirtschaft, Entwicklung, Technologie, , die niemals offenbart werden durfte, die erst Michail Gorbatschow mit dem Mut der Verzweiflung durch den GAU des AKWs Tschernobyl in der Ukraine am 26.April 1986 endgültig unabdinglich entschlossen, mit dem Projekt der Glasnost, Perestroika aller welt sichtbar hervorkehrte und die bis heute gegenwärtig ist, auch wenn diese durch ein gewisses Erstarken russischen Miiltärs, der Rüstungsindustrie und Wohlstands für begrenzte Teile der Gesellschaft durch die Monokultur der Öl- und Gasvorkommen in den Weiten Russlands verdeckt erscheint.

Der nächste Öl- und Gaspreisverfall wird diesen fragilen Wohlstand des russischen Mittelstandes nachhaltig gefährden, außer, es wird global, regional nicht nur von einem Modernisierungspakt der EU, den USA, Indien China, Russland, Japan, Korea, Malaysia, Miamar, Afrika, Brasilien, Argentinien, Venezuela, Kuba gesprochen, sondern gehandelt

Anna Veronika Wendland:
" Doch der Rote Oktober ist tot. In Putin-Russland verbinden sich die widerwärtigsten Aspekte des Ancien Régime mit dem strukturellen Erbe der Sowjetunion. In einem Regime, das seine Position durch Fremdenfeindlichkeit, orthodoxe Bigotterie und autokratische Machtvertikale sichert, kann es für Linke momentan definitiv keine Verbündeten geben"

Der "Rote Oktober" ist nicht tot, wie Frau Wendland meint, sondern bewegt bunt die Herzen der Menschen in Russland, China und andernorts in der Welt, dass es nur darum geht, diesem endlich, angetrieben von dem wundersamen Phänomen weltweiter Gleichzeitigkeit der Entwicklungssprünge zivilgesellschaftlichen Raum und Sprache im wahrhaft völkerverbindenden Sinne zu verleihen.

Anna Veronika Wendland:
"Es gibt in Russland gegenwärtig nichts, was Linke verteidigen sollten – jedenfalls nicht die russischen Regierenden und ihre Ukrainepolitik."

Es gibt auch eine Art, sich selber als Linke in eigener Wirkkraft zu kastrieren. Dies scheint mir so eine Art zu sein, außer Frau Wendland meint, verklausuliert, sich mit den zivilgesellschaftlichen Bewegungen, Kräften, Gruppen, Personen in Russland, der Ukraine solidarisch zu vernetzen.

Vergessen wir nicht, gleich, ob wir links, ob wir rechts oder in der Mitten zu bestimmten, unbestimmten Fragen stehen:

Michail Gorbatschow verantwortete als Saulus mutmaßlich mehr an Regierungskriminalität, Verbrechen gegen das Menschen- und Völkerrecht in und durch die UdSSR als es Wladimir Putin je in und durch Russland könnte und wurde doch im Wege seiner Glasnost, Perestroika, durch sein weltweites Fordern und Fördern struktueller Nichtangriffsfähigkeit,. zum entrüsteten Paulus geworden, als Menschenfreund, Freund der Völker der Erde gefeiert und wird es weiterhin, wie sonst nur der im Jahre 2013 verstorbene Nelson Mandela.

JP
https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/verschuettet-russland-lenins-menschheitserbe
JOACHIM PETRICK 01.04.2014 | 01:39 8
Verschüttet Russland Lenins Menschheitserbe?
Ukraine/Krimkrise Verstand Nikita Sergejewitsch Chruschtschow Wladimir Iljitsch Lenin 1954 im Fall seiner Integration der Krim in die Ukraine besser als Wladimir Putin die Ukraine heute?

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/des-voelkerrechts-neue-kleider
JOACHIM PETRICK 25.03.2014 | 01:56 40
Des Völkerrechts neue Kleider
Krim/Pearl Habour41 Weder die EU, die USA, Russland wollen Krieg. Alle wollen konjunkturell Wachstum generieren. Die Kriegsgefahr wächst mit den Wirkungen der Sanktionen gegen Russland, USA

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/schluss-mit-dem-russischen-jammersyndrom
JOACHIM PETRICK 29.03.2014 | 02:46 18
Schluss mit dem russischen Jammersyndrom!

03:44 11.04.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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