Schubst EU Zypern ins Einheitsglück?

Krise oder Krieg? Entspannt Zypern die Euro- Krise? Krisen kennen keine Sieger noch Besiegte, Krisen erkennen nur Beteiligte, samt Beobachtern, statt Kriegsberichterstattern,
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Vom flüchtigen Gelde anderer befreit, gewinnt da die Perspektive der Einheit für den türkischen und griechischen Teil Zyperns, ohne Einrede russischer, britischer Oligarchen, an europäischer Fahrt?

Werden in den Depots zypriotischer Banken gerade, von russichen Oligarchen, treuhänderisch, in Hunderten von Millionen Höhe, verwaltete SED- Schwarz- Gelder verbrannt?, wenn ja, löst die jetzige Zypern Krise einen Krieg unter russischen Oligarchen aus, wie diesen sich der Oligarch und russische Präsident, Wladimir Putin, nur wünschen kann?

Entspannt Zyperns Lage die Euro- Krise? Krisen kennen, anders als Kriege, weder Sieger noch Besiegte, Krisen suchen und erkennen nur Beteiligte, Nicht- Beteiligte, samt teilnehmenden Beobachtern, statt Kriegsberichterstattern.

Der Wirtschaftsweise Porfessor Peter Bofinger kritisierte in der heutigen Ausgabe der "Passauer Neuen Presse" , auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, der betont hatte, künftig würden zunächst Banken selbst und Großanleger angesprochen. "Die Äußerungen von Jeroen Dijsselbloem waren mehr als fahrlässig", sagte Bofinger. Einlagen bei Banken müssten zu hundert Prozent sicher sein. Sonst funktioniere das Bankensystem nicht.

Wo braucht es da noch privater und gesetzlich verankerter Einlagensicherungsfonds von und für private, staatliche Einlagen bei Banken und Versicherungen, wenn Professor Peter Bofinger, auf dem gewerkschaftlichen Ticket zum Wirtschaftsweisen der Bundesregierung berufen, unlimitiert, 100 % prozentige staatliche Einlagen- Garantien bei Banken und Versicherungen fordert?

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem Worte sind so klar, wie Bundespräsdident Horts Köhlers Worte im Jahre 2010 waren, als er auf einem Rückflug vom Besuch der Bundeswehrlagers nahe Kundus aus Afghanistan beiläufig mitreisenden Journalisten erläuterte, dass die Bundeswehr mit ihren Auslandseinsätzen auch Interessen der deutschen Wirtschaftschützt.
Drei Monate später trat Bundespräsident Horst Köhler, von allen guten Geitsrn in der schwarzgelben Bundesregierung verlassen, bar jeder Loyalität, entnervt zurück

Im übrigens bedeutet die Einlassung des Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem nichts anderes, als dass ab Juli 2013 der Europäische Stabilitätsmechanismus greift (ESM), bei dem, anders als zuvor nicht Staaten für ihre Banken, Versicherungen, sondern marode Banken, Versicherungen selber direkt, Rettungsmaßnahmen beim ESM beantragen können,

Die Neuerung ist dabei, dass die ganzen Rettungsmaßnahmen vom ESM mit Banklizenz betreut und finanziert werden, ohne den Staat beantragender Banken und Versicherungen wg. erhöhter Staatsverschuldung in eine fiskalische Schieflage zu bringen.

Der Verleger und Chefredakteur des Meinungsmedium der Freitag, Jakob Augstein, schreibt in seiner Freitag Kolumne dieser Woche unter dem Titel:

„Krieg und Frieden“

https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/krieg-und-frieden/@@view#1364413855354985

zur vermeintlich direkten Verantwortung Deutschlands mit Blick auf die Lage in Zypern:

Die Erfahrungen der Deutschen im 20. Jahrhundert sind offenbar nichts mehr wert – sonst würde sich die Politik in der Schuldenkrise jetzt sicher anders verhalten“

Wenn sich da Jakob Augstein, durchaus in bester Gesellschaft mit dem Wirtschaftsweisen, Professor Peter Bofinger, nicht gewaltig irrt, sind doch die Erfahrungen Deutschlands seit nahezu hundert Jahren ganz anders gelagert.

Im 20 Jahrhundert hat Deutschland niemals Erfahrungen als Gläubiger anderer Nationen, sondern ausschließlich Erfahrungen als Schuldnerstaat gegenüber dem geraubten, geliehenen Reichtum anderer Völker gemacht-

Deutschland hat es, deutsch- deutsch- geteilt und ungeteilt, verstanden, sich, wenn überhaupt, listenreich zeitnahen Rückzahlungen, Entschädigungen für den Verlust an Leben, Gesundheit, Vermögen ganzer Staaten und Millionen von Menschen in Europa, Afrika, Ozeanien, Asien, juristisch, fintenreich zu verschleppen, gar gezielt, auf den Nimmerleinstag verschiebend, zu entziehen.

Die Erfahrungen als angeblicher Gläubiger anderer Staaten in Europa, der Eurozone sind für Deutschland absolut neu.

Auch die USA mussten sich nach dem Ersten Weltkrieg 1918 erst einmal ungläubig daran gewöhnen, dass sie als Kreditgeber für Hochrüstung verbündeter Staaten, voran Frankreich, England, nun der einzige Gläubigerstaat, umzingelt von Schuldnerstaaten, in der so genannten entwickelten Welt waren-

Diese Gewöhnung war die Allererste und hat bis ins Jahr 1948 nach dem zweiten Weltkrieg gedauert. Da erst haben die USA ihre Verantwortung als Gläubigerstaat begriffen und endlich den Marschall Plan als Dank für die Kriegskonjunktur und deren vermögensbildenden Ausläufer für die nordamerikanische Mittelschicht auf Kiel gelegt und in Europa/Japan vom Stapel gelassen.

Noch kommuniziert die schwarzgelbe Bundesregierung ihren Einsatz für den Euro-/Banken- Rettungsschirm und dessen Nachfolger den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) im Gefühl der Großherzigkeit im Umgang mit Milliarden Summen deutscher Steuergelder, die als Garant für deutsche Bürgschaften stehen.

Warum wohl haben sich sowohl Zypern als auch die EU nach Zyperns Antrag auf Mittel aus dem Euro- Rettungsschirm neun Monate Zeit gelassen?

Doch nicht aus guter Laune!? Nein!, sondern weil sie damit gerechnet hatten, dass spätestens im Herbst 2012 der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) den vorherigen Euro Sicherungs- Mechanismus ersetzt. Das geschah mitnichten bzw. vertagt auf den Juli 2013.

Der Fall Zypern ist bereits ein vorweg genommener ESM- Fall, denn der ist de jure noch gar nicht in Kraft getreten, bei dem es nicht mehr um drohenden Staatsbankrott eines Landes der Eurozone, der EU, sondern um die Rettung bzw. Abwicklung maroder Banken geht, die über ihren Standort Staat Antrag auf Rettung, monetär abgefedert, geordnete Insolvenzen in Brüssel stellen.


Was in Zypern passiert, ist nicht einmal der Bankrott einer Bank, der den Ernstfall eines zypriotischen Einlagensicherungsfonds auslöst, der ausschließlich nur die Spareinlagen, zu denen weder Aktienbesitz, Fond- noch Zertifikatvermögen gehören, von Privatpersonen in Höhe von 100.000.- €/Bank schützt.

In Zypern wird staatlich listenreich souverän unterhalb der Bankrottebene von Banken agiert, um Forderungen an private und staatliche Einlagensicherungsfonds zu unterlaufen.

Das geschieht nach dem gleichen Modell, wie im Fall Griechenlands, bei dem de jure der Staatsbankrott durch einen ausgehandelten Schuldenschnitt mit Gläubigern 1 : 10 mit der Folge vermieden wurde, dass gigantische Summen an Forderungen aus Risikoausfallverscherungen zu Gunsten von Versicherern ins Leere liefen.

Zypern ist, neben allem, was dort jetzt monetär einschneidend geschieht, aber auch ein strategischer Fall der EU, dessen Richtung noch im Nebel liegt. Dieser strategische Fall könnte sich als Alarmsignal Richtung Russland/GUS, die Türkei, oder gegen beide richten, um die staatliche Einheit Zyperns aus ganz unterschiedlichen Motiven mit monetären u. a. guten Gründen massiv zu fördern und zu fordern.

Immerhin war es nicht der türkische sondern der griechische Teil Zyperns, der sich mutmaßlich unter dem massiven Einfluss russischer Oligarchen, den Wiedervereinigungsbemühungen Zyperns durch die UNO 2010/2011 widersetzt hat

Da die Globalplayer, voran die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of Scotland, Barclays Bank, u. a. mit Drückerkolonnen ihrer Tochterfirmen auf Zypern aber Millionen Bürger/innen der EU, Russlands, angesichts der Zinsentwicklung gegen Null in der Eurozone, den USA mit hochverzinslichen Anlagen in Wertpapieren, darunter offenen und geschlossenen Fonds im Bereich Immobilien, Rohstoffe, Edelmetalle aller Art aus ihren gesetzlich geschützten Spareinlagen gelockt haben, gilt der Einlagenschutz absehbar nur noch für eine Minderheit der Sparer.

JP

siehe:


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/krise-ein-notgedrungenes-geschaeftsmodell

Joachim Petrick

24.03.2013 | 03:54 12

Krise, ein notgedrungenes Geschäftsmodell

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Oekonomen-fuerchten-Katastrophe-article6815351.html

Mittwoch, 25. Juli 2012

Dramatischer Appell Ökonomen fürchten Katastrophe

21:57 27.03.2013
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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