RE: Die Fallen sind gestellt | 14.05.2019 | 09:13

Klaus Busch hat aktuell alles Wesentliche unter

https://theorieblog.attac.de/?p=1111

zusammengefasst. Sein Beitrag ergänzt Herdens wunderbar.

RE: Die Fallen sind gestellt | 14.05.2019 | 08:50

Zum einen ist das mögliche Szenario trefflich skizziert. Ja, die bisherigen Routine der "große Koalition" geht zu Ende, was nicht schlecht sein muss, wenn man sich deren Neoliberalismus vergegenwärtigt.

Zum anderen vermisse ich mit Blick auf Klimakrise, Artensterben und soziale Ungerechtigkeit die Behandlung der Ursachen hierfür.

Nun: Der wesentliche ursächliche Hebel dieses "Krieges" gegen Mensch und Natur ist der in den Verträgen (Maastricht) enthaltene Zwang zum neoliberalen Agieren auf allen möglichen Ebenen.

Die Professoren Andreas Fisahn und Frieder Otto Wolf haben das in ihren Vorträgen ausführlich beschrieben.

Ich frage mich, warum in kaum einem Medium, auch hier nicht, diese Ursächlichkeit behandelt wird. Ist sie doch der Grund allen Übels. Ein Wandel hin zum Besseren kann sich auf EU-Ebene nur vollziehen, wenn sich eine Mehrheit herauskristallisiert, die diesem Übel aller Übel erfolgreich den Kampf ansagt.

Was darüber hinaus im positiven Sinne zu tun wäre, beschreibt Harald Welzer derzeit auf blaetter.de. Es geht um einen Systemwandel, der die ausgetretenen Pfade des Weiter-so (Richtung Abgrund) verlässt. Es geht um ein Menschenprojekt kathedralischen Ausmaßes. Der Weg entsteht im Gehen.

Es wäre für den FREITAG das (!) immerwährende eilige+wichtige Projekt – quasi eine nicht enden wollende Pflege der "Gartens Eden".

RE: Grünes Wachstum ist eine Illusion | 08.05.2019 | 14:39

Bottum-up

Robert Watson (IPBES) erwähnte in seinem Pariser Statement das Versagen der Weltgemeinschaft seit 1992, obwohl die Krisen-Fakten schon damals bekannt waren. Was läge näher als an die damaligen Beschlüsse in Rio anzuknüpfen und diesmal auf lokaler Ebene ERNST ZU MACHEN mit

https://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/historie/rio_plus20/umweltgipfel/

Dort findet sich dann auch der Typ von Politiker, den Sie ansprechen.

Weiters werden Sie fündig bei Ulrick Becks "Risikogesellschaft".

Dessen Bild von der Sandwich-Strategie (samt "Tausendfüßler-Revolution") ist sehr eingängig und verlangt nach umzusetzenden und umgesetzten Rahmenbedingungen auf (trans)nationaler Ebene (top down).

Mit der Union und dieser SPD, beide neoliberal geprägt und verdorben, läuft das nicht. Hier liegt der Hase im ... FLEGEL hat dazu Wichtiges geschrieben.

Wie man zu veränderten mitte-linken Mehrheiten Richtung öko-sozialer Wende kommt, ist mir für die nächste Zeit auch nicht klar. Offenbar müssen PEST (Klimakrise) und CHOLERA (Artensterben) noch viel krasser werden, damit die AVANTGARDE Veränderungen in unserer Arbeits- und Lebensweise mit-bestimmen kann. Eine Aufgabe kathedralischen Ausmaßes.

Nachdem NRW seit geraumer Zeit SCHWARZ regiert wird, wissen Sie gewiss, was vorort in Ihren Regionen wie zu tun ist, um den unverzichtbaren Wandel anzustoßen. Dafür bin ich ganz Ohr.

RE: Grünes Wachstum ist eine Illusion | 07.05.2019 | 17:11

Buttom-up – top down Der Weg entsteht im Gehen! Lokal/von unten: Die 1992 in Rio geschaffene AGENDA 21 reaktivieren - Ein Netzwerk der Nachhaltigkeit Länder/Bund/von oben: Nur noch Politiker der Nachhaltigkeit wählen, selbst kandidieren! Mit dem Motto des Soziologen Ulrick Beck: Wir bauen eine Sandwich-Strategie der Millionen-Tausendfüßler auf. Start: Jetzt Dauer: Eine Generation Kathedralen wurden auch nicht an einem Tag gebaut. Her mit dem neuen Generationenvertrag. Veränderungen kommen und kamen stets nur "von unten". "Oben" wird dann mitziehen.

RE: In der Falle | 20.02.2019 | 16:44

In Ergänzung verlinke ich insbesondere zu den Anmerkungen der Nachdenkseiten

https://www.nachdenkseiten.de/?p=49438#h01

wo es u.a. trefflich heißt:

"Es ist jedenfalls symptomatisch wie die Bewegung der Gelbwesten auf die einhellige Ablehnung bürgerlicher Intellektueller und Literaten stößt und diese damit entlarvt. Meldet sich das Volk wirklich zu Wort und verlangt nach seinen demokratischen Rechten, ist es in diesen Kreisen schnell vorbei mit Toleranz und Liberalismus. Durchaus amüsant der Vorwurf Leggewies an die Gelbwesten sie seien “destabilisierend”. Dass die Gelbwesten auf die herrschenden Verhältnisse destabilisierend wirken und den Elitezögling Macron ins Schwitzen bringen, sollte in diesem Kontext durchaus als Lob aufgefasst werden.

Zudem muss man hier ernsthaft fragen wie die geballte negative Berichterstattung über den Aufstand der Gelbwesten zu den Vorgaben des ARD Framing-Manuals passt, ..."

RE: In der Falle | 20.02.2019 | 16:34

Definitionssache

Vor dem Antizionismus kommt die Analyse, was den heutigen (manche sagen: aggressiven) Zionismus ausmacht und die Erinnerung daran, was den humanistischen Zionismus einst stark machte.

Dazu ein langer Essay von Rolf Verleger von 2011

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/oktober/der-humanistische-zionismus

Klarheit darüber gefunden, kann man dann Anti-Zionismus (den einen oder den anderen) ggf. zuordnen, differenzieren ...

RE: Der Gärtner wird zum Bock | 14.02.2019 | 15:56

Zur vorgeschlagenen temporären Diktatur

1.

Sinclair Lewis, "Das ist bei uns nicht möglich"

Einfach mal lesen, dann vergehen die Flausen von alleine

https://www.amazon.de/Das-ist-bei-nicht-m%C3%B6glich/dp/3351036965

Und

https://www.deutschestheater.de/en/programme/a-z/it_cant_happen_here/

2.

Von

315 parts per million of carbon dioxide

im Jahr 1957

https://www.newyorker.com/magazine/1989/09/11/the-end-of-nature

bis 400 ppm heute bedeutet:

Homo sapiens ist eine Krankheit, an der der Planet leidet. Wie lange noch?

RE: Fahrt alle zur Hölle | 06.02.2019 | 10:27

Zu Reinhold Schramms Schluss-Satz:

"PS: Dafür ist aber auch die bestehende bundesdeutsche, die quandtsche, mohnsche, siemenssche und merkelsche BDA-BDI-BND-GroKo-Gesellschaftsordnung, der sog. ''sozialen Marktwirtschaft'', nicht geeignet."

ein Zitat von Oskar Faus, der 1999 schrieb:

"Das Programm der sozialen Marktwirtschaft in ihrem gängigen überlieferten Verständnis hat zwar im Zuge seiner Realisierung diese oder jene sozial erfreuliche und erwünschte Auswirkung mit sich gebracht, kann aber nicht "soziale Marktwirtschaft" im eigentlichen Sinne schaffen, nicht nur deshalb, weil die Realität immer hinter dem Ideal zurückbleiben wird, sondern weil der Begriffsteil "Marktwirtschaft" gegenüber dem Begriffsteil "sozial" stets von vorrangiger Bedeutung ist. Mit anderen Worten: Die soziale Marktwirtschaft war in Theorie un Praxis primär immer zuerst eine Marktwirtschaft, das "Sozial" dagegen kam lediglich – mehr oder weniger ernst genommen – ergänzend hinzu. Demgegenüber hätte aber eine soziale Marktwirtschaft, die diesen Namen verdient, dem Wort "sozial" seinen eigentlichen Sinn zurückgegeben, wonach es schlechthin "gesellschaftlich" bedeutet.

"Sozial in diesem Verständnis ist auf die "Societas", auf das Gemeinwesen bezogen. So gesehen ist das Gemeinwohlprinzip genauso in der Menschennatur begründet wie das Freiheitsprinzip, der Sozialzweck der Wirtschaft genauso maßgebend für die Ordnung derselben wie die dem Wettbewerb zugrunde liegende Freiheit des Erwerbsstrebens.

Erst wenn (...) die Marktwirtschaft als Teil der gesellschaftlichen Kooperation verstanden wird, für deren Ordnung die drei Prinzipien "persönliche Freiheit", "sozialwirtschaftliche Selbstverwaltung" und "staatliche Ordnungsaufgabe" bestimmend und maßgebend sind, wird man im Vollsinne des Wortes von "sozialer Marktwirtschaft" reden können."

Quelle:

Oskar Faus, Mythos "soziale Marktwirtschaft", Pladoyer für eine soziale Demokratie, Friehling, Berlin 1999 (Zitat auf Seite 20)

Bemerkung:

Lesenswert, dass Faus in der Folge auf eine Definition Nell-Breunings eingeht und daran anknüpfend von der "Möglichkeit" und dem "Erfordernis" der Lenkung der Marktwirtschaft ausgeht.

Wer gestern des Wirtschaftsministers Pressekonferenz gesehen und gehört hat, wird sich daran erinnern: Er sagte, soziale Marktwirtschaft meine, der Staat solle sich raushalten. Mehrmals bemühte er Ludwig Erhard. Von dem Faus auf Seite 21 u.a. schrieb:

"Wer nämlich, wie Erhard, in dem Attribut "sozial" lediglich "unnützen Klimbim" bzw im Markt den einzigen gerechten demokratischen Richter in der Wirtschaft sieht (...) , der darf sich nicht wundern, dass eine immer stärkere Kommerzialisierung entsolidarisiert und die Gesellschaft zerstört. Insweit hatte Nell-Breuning schon recht, wenn er zum großen Verdruss von Müller-Armack die soziale Marktwirtschaft als die "theoretische Begleitmusik" (vgl. Nell-Breuning 1986, 16) zu unserer Wirtschaftpolitik bezeichnet hat."

Allen kann ich Faus´ 3. Kapitel, Seite 18 bis 23 , nur empfehlen, auch zum Teilen.

Ggf. mit dem Hinweis der Reflexion darüber, was die grundgesetzliche Garantie des DEMOKRATISCHEN Sozial-, Rechts- und Bundesstaats in den Artikeln 20 und 28 eigentlich wirklich meint. Und JA, dass sich im Grundgesetz nichts von Neoliberalismus, der Seuche unserer Zeit, befindet ...

RE: „Unterschichtenjustiz“ lebt | 05.02.2019 | 09:43

Was sind Gesetze anderes als in §§ geronnene Moralvorstellungen, die der Abänderung unterliegen? Nehmen Sie die Strafbarkeit der Homosexualität in der Vergangenheit oder heutzutage: die gleichgeschlechtliche Ehe?

Zur u.a. Verschränkung von Moral und Gesetz siehe a.E.

https://zellux.net/m.php?sid=63

Zur (Ent)Differenzierung von Recht und Moral

https://www.zeit.de/2014/09/essay-verfehlungen-ueber-recht-und-moral/seite-2

RE: „Unterschichtenjustiz“ lebt | 05.02.2019 | 09:22

Die zunehmende "Botifizierung" (siehe Link mit guten Beispielen) setzt einen Kontrapunkt zur Aussage des Professors: "In der modernen Lebenswelt ist der Mensch sehr stark individualisiert, die Verantwortung für die Verhaltenssteuerung ist von außen nach innen verlegt worden."

Die von Michael Moorstedt aufgeworfene Frage: "Mensch oder Software?" wirft sie nicht genau eine umgekehrte Entwicklung an, von innen nach außen? Ich meine ´JA´ – die Tendenz ist greifbar.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/botifizierung-wie-maschinen-fuer-menschen-entscheiden-1.4314310