Philipp Adamik

Philipp Adamik war wissenschaftlicher Assistent am soziologischen Seminar der Universität Basel. Er ist Herausgeber des Blogs digitalrealism
Philipp Adamik
RE: 1,5 Grad seit Beginn der Umweltpolitik | 11.10.2019 | 15:22

Dann haben Sie meine Aussage nicht verstanden. Aber ich geb zu. Das ist vor allem meine Schuld. Ist schon einer meiner schlechtestem Artikel.

RE: 1,5 Grad seit Beginn der Umweltpolitik | 11.10.2019 | 06:33

Darüber müssen sich die Alten keine Sorgen machen. Denn wenn die Umweltpolitik eines nicht wahr, dann erfolgreich.

Ich rede dabei nicht von den apokalyptischen Folgen - Auslösung des Klimawandels, Entstehung des Sauren Regens, verbunden mit Waldsterben -sondern über den positiven Effekt, dem Himmel über dem Ruhrgebiet. Der Anteil der Umweltpolitik daran ist nämlich bescheiden. Massgeblich verdanken wir Ruhrgebietler ihn der Konkurrenz aus China, die neben der Kohle- und Stahlproduktion eben auch die Umweltbelastung übernommen hatte. Die Umwelt wurde nicht weniger belastet, die Schornsteine stehen seitdem nur in China.

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-wie-der-himmel-ueber-der-ruhr-wieder-blau-wurde-100.html

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 04.10.2018 | 10:35

Sie spielen auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Abschottungstendenzen innerhalb der Community tragen aber auch dazu bei.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 04.10.2018 | 10:29

Herzlichen Dank für Ihr ausführliches Feedback. Die kulturellen Unterschiede zwischen der deutschsprachigen und der englischsprachigen Wikipedia kommen hier tatsächlich zu kurz. Mehr dazu liefert u. a. diese Arbeit von Ulricke Pfeil, die die kulturellen Unterschiede in der Kollaboration zwischen Autoren anhand des deutschen, französischen, niederländischen und japanischen Wikipedia-Artikels "Game" untersucht.

Aber auch wenn ClueBot NG in der deutschen Wikipedia kaum eine Rolle spielt, verrichten auch dort zahlreiche Bots ihre Arbeit. In der Regel scheinen ihre Aufgaben nicht so weit in die policy der Wikipedia einzudringen, wie in der englischen. Meist erledigen sie eher unkritische Standardaufgaben, wie das Löschen doppelter Weiterleitungen oder die Anpassung von Artikeln an eine Formatvorlage.

Die weiteren Aspekte lassen sich aber soweit direkt übertragen. Auch in der deutschen Wikipedia gibt es das Projekt Vandalismusbekämpfung und auch dort wird mit Huggle ein halb-automatisches Werkzeug eingesetzt. Ebenso wie in der englischsprachigen Wikipedia ist die Nutzung an eine bestimmte Nutzerolle, die des aktiven Sichters, gebunden.

Kurzum, trotz einiger Unterschiede, gibt es durchaus zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Wikis. Das gilt zum Beispiel auch für die Geschlechterungleichheit.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 02.10.2018 | 16:00

Soziale Ungelichheit ist in der Soziologie ein recht umfassendes Konzept. Wie gesagt, die Tradition recht mindestens zurück bis Marx. In der Regel werden aber Macht, Einkommen und Bildung als die zentralen, harten Kategorien von Ungleichheit aufgefasst. Neuere Konzepte, sogenannte Milieu-Studien nehmen dann auch noch Mentalität auf. Das hier ist so etwas eine Einführung in das Thema von mir.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 02.10.2018 | 15:54

Schirmherr ist die Wikimania Foundation. An die gehen auch die Spenden, die auf Wikipedia jährlich gesammelt werden. Diese ist mit Budget von ca. 80 mio. $ und 280 Angestellten recht klein, wenn man bedenkt, dass sie die fünft grösste Webseite der Welt betreiben. Die betreiben auch die Server und die restliche technische Infrastruktur.

Interessanter ist aber die rechtliche Situation. Da so ziemlich alles, was mit der Wikipedia zu tun hat unter einer Creative Commons Lizenz steht, kann alles ja in einem anderen Kontext gratis reproduziert werden. Am offensichtlichsten ist das bei den Info-Fenstern, die Google automatisch bei Suchanfragen einblendet.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 02.10.2018 | 11:40

Soziale Ungleichheit, ist, genauso wie die von mir Eingangs aufgeführten digalen Ungleichheiten, natürlich kein neues Konzept. Spätestens mit dem Klassenkampf bei Marx ist ein Teil der Sozialwissenschaften. Neu an der "digitalen Ungleichheit" ist aber, das nicht-menschliche Akteure an ihr direkt Teilnehmen. Bots sind nämlich von einer Ambiguität geprägt. Zwar sind sie zu einem, wie ich in dem Artikel auch anführe, in die sozialen Strukturen eingebunden, aber sobald sie "aproved" sind, handeln sie quasi Autonom.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 02.10.2018 | 11:31

Die Tools benötigen tatsächlich nicht besonders viel Rechenleistung. Auch ist die Wikipedia, was den Speicherbedarf anbelangt recht bescheiden. Es sind gerade einmal 10 Terra-Byte. Die bedeuten aber für die englischsprachige Wikipedia 2705 Ausgaben eines Bandes der Encyclopædia Britannica. Knapp die Hälfte bei der deutschsprachigen.

Der Punkt, auf den ich aber in dem Artikel hinweise ist, dass die Nutzung dieser Tools an den sozialen Aufstieg innerhalb der Wikipedia gekoppelt ist. Es geht also nicht um den technischen Zugang, sondern um die sozialen Grenzen der Nutzung.

RE: Vorbote der digitalen Ungleichheit | 02.10.2018 | 11:21

Danke für das Lob. Einen ausführlichen Überblick in den gender-gap bei der Wikipedia gibt es hier von Judy Wajcman und HEater Ford. Dort wird auch genuer auf die Beziehung zwischen der Geschlechterungleichheit in der IT-Branche und der Wikipedia eingegangen. http://eprints.lse.ac.uk/68675/1/Wajcman_Anyone%20can%20edit_Final_2017.pdf

RE: Unter Hitler waren nicht nur die KZs schlecht | 08.09.2017 | 07:27

Und wenn man ein alter Kollege in Australien ist, dann wohl auch. Mal abgesehn davon, dass es in dem Artikel überhaupt nicht darum geht Böhmermanns Post zeithistorisch zu rechtfertigen, zitiere ich an dieser Stelle gerne zu diesem Punkt die Antifa Kampfausbildung:

"Vor einigen Tagen hat Jan Böhmermann auf Twitter geschrieben, dass in 3 Wochen zum ersten Mal seit Kriegsende wieder Nazis im Bundestag sitzen werden.

Daraufhin taucht dieser Blog-Artikel auf, in dem behauptet wird, er habe die Nazi-Vergangenheit Deutschlands geleugnet.

Da Böhmermann sicher nicht dumm ist, wird er wie mittlerweile viele andere auch wissen, dass auch nach 1945 noch Ex-NSDAP-Mitglieder im Bundestag und anderen wichtigen Ämtern in der BRD und DDR saßen. Hat er das geleugnet?

Nein. Er hat entweder nicht nachgedacht, oder aber einfach entschieden, dass diese Tatsache nicht wichtig ist für seine provokante AfD-Kritik.

Was erwarten die AutorInnen des Artikels denn? Soll er eine Dissertation, eine Hausarbeit, über Ex-NSDAPler im Bundestag in 140 Zeichen kloppen?

Anstatt sich mit solchen Kleinigkeiten zu beschäftigen und entschiedene AfD-Gegner für sowas anzugreifen, sollte man seine Energie doch lieber für etwas sinnvolles einsetzen. Zum Beispiel echte Nazis bekämpfen. Prioritäten setzen und so."

https://www.facebook.com/antifakampfausbildung/posts/1508819385830552