Chronik des NSU

Terror Der Weg von Jena bis zum Prozess in München
Ausgabe 44/2013

Anfang der 1990er

lernen sich Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in Jena kennen. Sie gründen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). In den Neunzigern radikalisieren sie sich.

Im Januar 1998

durchsucht die Polizei in Jena sieben Wohnungen und Garagen mutmaßlicher Rechtsextremisten. In einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage finden die Beamten eine Bombenwerkstatt. Uwe Böhnhardt ist bei der Durchsuchung anfangs dabei, kann aber mit seinem Auto flüchten. In der Folge gehen die Mitglieder des NSU in den Untergrund. Erst zwei Tage später wird Haftbefehl erlassen.

Von 2000 bis 2006

werden in einer dem NSU zugerechneten Mordserie neun Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund getötet. Ebenfalls sind die NSU-Mitglieder mutmaßlich verantwortlich für das Nagelbombenattentat in Köln 2004, bei dem 22 Menschen teils lebensgefährlich verletzt werden. Im Jahr 2007 wird in Heilbronn die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen, auch dieser Mord wird dem NSU zugeschrieben.

Im November 2011

wird der NSU öffentlich bekannt. Böhnhardt und Mundlos werden am 4. November erschossen aufgefunden. Ob sich beide selbst oder einer den anderen getötet hat, ist unklar. Zschäpe soll das gemeinsame Wohnhaus angezündet haben. Sie stellt sich vier Tage später, schweigt aber bis heute.

Ab Juli 2012

kommt es zu Rücktritten und Entlassungen in den Führungsetagen deutscher Geheimdienste. Gegangen sind der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, die Präsidenten der Landesämter in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, sowie die Leiterin der Abteilung für Verfassungsschutz der Berliner Senatsverwaltung.

Im Januar 2012

setzt der Deutsche Bundestag einen Untersuchungsausschuss ein. Er soll die Verbrechen der Terrorzelle und das Versagen der Sicherheitsbehörden und beteiligten Landesbehörden für Verfassungsschutz untersuchen. Am 22. August 2013 legt der Ausschuss seinen Abschlussbericht vor.

Seit dem 6. Mai 2013

läuft in München am Oberlandesgericht das Gerichtsverfahren, der sogenannte NSU-Prozess. Angeklagt sind Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer: André Eminger, Holger Gerlach und Carsten S. sowie der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben.

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