RE: Die Mietrebellin | 13.09.2017 | 16:29

Ihr Wahlkreis liegt zwar direkt bei mir um die Ecke, ist aber nicht meiner, sonst hätte sie wahrscheinlich gute Chancen meine Stimme zu bekommen. Wobei ich natürlich ehrlich sein muss und ich eingestehen muss, dass ich den Kanditaten der Linkspartei nicht kenne und er wohl auch in die engere Wahl kommen würde.

Frau Bayram ist auf jeden Fall in den letzten Jahren positiv bei mir aufgefallen. Sowohl im Kampf für die Geflüchteten in der Schule, wie auch im Kampf für die Menschen in der Rigarer Straße. Das sind beides Pluspunkte, weswegen ich sie gerne losgelöst von ihrer politischen Heimat betrachte, denn im Gegensatz zu ihr, hätten die Grünen überhaupt keine Chance, meine Stimme zu bekommen.

RE: Die kalte Schulter | 13.09.2017 | 14:02

Nun, leider fehlt mir im Artikel, wie das Ganze sozialverträglich umgesetzt werden kann, ohne das ein weiterer Verdrängungseffekt entsteht und ohne das noch mehr Menschen sich Wohnraum einfach nicht mehr leisten können.

Sicher ist Klimaschutz wichtig, aber er wird nur umzusetzen sein, wenn die Menschen mit niedrigen Einkommen mitgenommen werden und der Klimaschutz eben nicht zur Verdrängung führt. Genau das passiert allerdings schon durch Gebäudedämmungen, weswegen viele Mieter versuchen, diese zu verhindern. Das machen die meisten nicht, weil sie etwas gegen den Klimaschutz hätten, sondern weil sie nicht aus ihrem sozialen Umfeld verdrängt werden möchten, denn die Dämmung ist in den meisten Fällen teurer, als die Energie, die eingesparrt wurde.

RE: Die Machtperspektive ist nicht vorbereitet | 13.09.2017 | 13:34

Das die Gefahr nicht besteht, ist mir schon klar. Aber ich höre jetzt seit 6-7 Jahren immer wieder von diesem Rot-Rot-Grünen Projekt und wie es doch alle unbedingt haben wollen. Solange sich bei der SPD (und bei den Grünen) das Personal nicht grundlegend ändert, wird ein solches Projekt nicht erfolgreich, auch wenn irgendwann einmal die Mehrheiten vorhanden sein sollten ...

RE: Die Machtperspektive ist nicht vorbereitet | 13.09.2017 | 13:14

Nun, ich wüsste nicht, wo sich die SPD Führung gegen den Neoliberalismus stellt. Im Gegenteil: Gabriel würde, wenn er einfach so machen könnte, den Neoliberalismus mit der Hilfe von Freihandelsabkommen gerne noch weiter in die Gesellschaft verankern. Da hilft kein schönreden, kein "Aber das Programm". Wenn die SPD wirklich weg will vom Neoliberalismus, muss sie als erstes das gesamte Führungspersonal wechseln. Nur ein radikaler Neubeginn mit radikal neuem Personal würde ihr dabei helfen, wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Solange das nicht passiert, kann die SPD auch nicht als linke Partei bezeichnet werden. Sie steht rechts der Mitte!

Ein Rot-Rot-Grünes Projekt wäre schon allein deswegen zum scheitern verurteilt.

RE: Kevin will da hoch | 13.09.2017 | 12:33

So so der Kevin. Wenn ich nicht schon selbst oft genug auf Facebook mit ihm diskutiert hätte, und wüsste, wie er sich in Situationen verhält, in denen er - vielleicht unbewusst und ungewollt - eine Positon in der Diskussion einnimmt, die eben nicht das ist, was er gerne verkörpern möchte, dann würde ich ihn als Direktkanditaten vielleicht sogar unterstützen. Aber ich hatte diese Diskussionen, ich weiß, dass er dann versucht sich irgendwie rauszureden, versucht es so hinzudrehen, dass er es nie gesagt hätte, dass das alles nur falsch verstanden wurde und deswegen ist auch er nicht wirklich wählbar, so wie die SPD halt, die sich Fehler nicht eingestehen kann und die halt immer so weiter macht. Er passt sehr gut zur SPD ...

RE: Für mehr Solidarität mit der GDL | 04.05.2015 | 22:40

Sorry, das aufhetzen von Gruppen gegeneinander ist ja immer ein schöner Trick, aber weder die Flucht noch die Obdachlosigkeit hat etwas mit den Streiks der GDL zu tun.

Und doch, die Streiks treffen die richtigen, denn es geht um den Verdienstausfall der Bahn. Würde es Wettbewerb auf der Schiene geben, würde den Kunden der Streik wahrscheinlich nicht so unangenehm auffallen, aber da wir hier von einem Monopolisten reden - ja, auch die paar anderen Anbieter ändern daran nichts - tut der Streik natürlich doppelt weh und dennoch ist er gerechtfertigt.

Und nein, sie haben immer noch nicht verstanden, worum es überhaupt geht. Wir haben jetzt seit ein paar Jahren die Tarifpluralität in Deutschland und die GDL möchte dies nutzen, um auch andere Bahnangestellte zu vertreten. Und ja, sie haben das Recht dazu, auch wenn es die EVG gibt. Die GDL will all ihre Mitglieder vertreten, auch wenn diese keine Lokführer sind. Und genau das versucht die Deutsche Bahn zu verhindern. Würde das Tarifeinheitsgesetz nicht im Raum schweben, dann hätte die DB schon längst eingelenkt, dann hätten die Mitglieder der GDL, die keine Lokführer sind, jetzt ihren Tarifvertrag. Wenn du dich also über jemanden aufregen willst, dann rege dich über die DB auf...

RE: Für mehr Solidarität mit der GDL | 04.05.2015 | 13:26

Nun gut, was wäre denn die Alternative für die Mitglieder der GDL? Wie könnten sie ihre Forderungen durchsetzen, ohne den Streik als Druckmittel einzusetzen? Ja, Streiks tun den Bahnkunden weh! Das bestreitet überhaupt keiner, aber würde er es nicht tun, dann wäre der Streik sinnlos, dann würde kein Druck entstehen. Vielleicht hätte niemand auf die Idee kommen sollen, die Bahn privatisieren zu wollen. Vielleicht sollten die Bahnmitarbeiter einfach alle verbeamtet werden, was für die meisten Bahnmitarbeiter bedeuten würde, dass sie sehr viel mehr Geld verdienen und das sie auch im Alter ordentlich abgesichert sind. Aber das will ja auch wieder keiner...

RE: Für mehr Solidarität mit der GDL | 23.04.2015 | 15:59

Ich habe mal schnell einen Artikel rausgesucht, bei dem ich das Problem mit den Erwerbslosen bereits angesprochen habe --> http://meinungsschauspieler.de/gewerkschaften-sind-nicht-ueberfluessig/

RE: Für mehr Solidarität mit der GDL | 23.04.2015 | 15:51

Hallo,

ich kann dir versichern, dass ich sehr wohl dafür bin, dass die Gewerkschaften endlich umdenken und auch die Erwerbslosen organisieren. Ich habe diese Punkt auch schön öfter angesprochen, auch wenn jetzt nicht in diesem Artikel. Ein Kampf gegen das Hartz4-System kann nur gelingen, wenn die Erwerbslosen nicht mehr ausgegrenzt werden und sie auch unter den Erwerbstätigen eine große Solidarität erfahren.

Bei der FAU in Berlin gibt es zum Beispiel die Hartz4-Sektion, die auch gerade dabei ist, einen Kampffond gegen Hartz4-Sanktionen aufzubauen. Ein Ansatz, der unbedingt unterstützt werden muss, der aber hier in diesem Artikel nicht viel zu suchen hat.

RE: Kein kritisches Begleiten möglich | 19.04.2015 | 16:15

Schreiben Sie doch einen Artikel zu den Vorteilen von #TTIP und dann können wir ja darüber diskutieren, ob das wirklich Vorteile sind.

Und nein, dass was da gerade abläuft sind keine Vorverhandlungen mehr. Es geht um konkrete Themen und es geht um einen Völkerrechtlichen Vertrag. Die Vorteile, die es denn eventuell gibt, können auch ohne einen solchen Vertrag umgesetzt werden. Aber das will keiner, weil dann nicht all zu viel für die Wirtschaft abfallen würde und weil es für Nachfolgeregierungen dann leichter wäre, diesen eingeschlagenden Weg wieder zu verlassen, wenn er sich dann doch als Falsch herausstellen sollte.

Und noch etwas. NAFTA, ebenfalls ein Freihandelsabkommen, zeigt, was eben solche Abkommen bringen und es ist in den meisten Fällen nur etwas negatives.