Politik

Die Religionsfrage | 27.04.2009 14:43 | ChristianBerlin

Berlin entzweit

Der Volksentscheid zum Religionsunterricht wirft das Licht auf eine geteilte Stadt, schreibt Freitag-Blogger ChristianBerlin. Dies und mehr aus der Community zum Thema

Die Berliner haben entschieden. Der Gesetzentwurf der Initiative "Pro Reli", statt Ethik- wahlweise auch Religionsunterricht in den Klassen 7 bis 10 der Berliner Schulen zum Pflichtfach zu machen, ist abgelehnt worden. 51,3 Prozent der Teilnehmer an dem Volksentscheid stimmten dagegen.

ChristianBerlin schreibt dazu in seinem Blog:

"Man könnte Klaus Wowereit und den Rot-roten Senat zu ihrem gestrigen Sieg beglückwünschen und zur Tagesordnung übergehen. Wären da nicht jene Abgründe, die bei diesem Anlass sichtbar wurden.

Wenn das Abstimmungsergebnisses exakt den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichnet, kann das zum 20 Jubiläum ihres angeblichen Falles die Feierlaune nur senken – als wäre die Wirtschaftskrise nicht schon Strafe genug. Die offenbar gewordene Teilung seiner Stadt kann Berlins Regierenden Bürgermeister ebenso wenig beglücken wie die Spaltung seiner Partei in dieser Frage. Deren eigener Kanzlerkandidat hatte sich öffentlich gegen ihn positioniert. Verloren haben auch populäre Mitstreiter von Klaus Wowereit, die sich in öffentlichen Diskussionen sichtbar angefressen als „Brüllaffen“ gebärdeten. Und mit einem Griff in die Steuerkasse, den das höchste zuständige Verwaltungsgericht anschließend für illegal erklärt, hat sich der Rot-rote Senat ein politisches Eigentor ersten Ranges fabriziert ..."

Den ganzen Blogbeitrag lesen sie hier.

Der Streit um den Religionsunterricht an den Berliner Schulen bestimmte die ganze letzte Woche die Debatten in der Community. Herzlichen Dank an alle für die Diskussionslust und Streitfreude bei diesem Thema. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Blogs in der Debatte zum Nachlesen:

Berliner Glaubenskampf an den Schulen zu Ende?

Gegen Religion, gegen Ethik

Pro-Wähli

Die Angst der neuen Herren in Berlin

Pro Reli

Lea Rosh gegen die Jüdische Gemeinde zu Berlin

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Kommentare
born2bmild schrieb am 28.04.2009 um 17:19
Schlechte Verlierer, die Gläubigen, statt nun endlich still und bescheiden die Wirklichkeit zu akzeptieren, muss die nicht mehr vorhandene als virtuelle Klagemauer herhalten.
Eure privaten Obsessionen will Euch doch keiner nehmen, glaubt an Jungfrauengeburt, Wunderheilungen und Brotvermehrung, Wiederauferstehung und Himmelfahrt und dergleichen Wunderlichkeiten sonder Zahl, aber akzeptiert endlich: ihr seid eine geduldete Minderheit. Und wenn Ihr weiter krakeelt, besteht die Möglichkeit, Volksabstimmungen zu organisieren, die darauf zielen, Euren undemokratischen Organisationen, den Kirchen, die unverdienten Alimentierungen durch Steuergelder und sonstige Privilegien zu entziehen.
Also gebt endlich Ruh, schlechte Verlierer mag niemand, sie sind lästig und langweilig. Und auf Dauer nur lächerlich.
Wolfgang Bonn schrieb am 29.04.2009 um 15:10
"Wenn das Abstimmungsergebnisses exakt den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichnet, kann das zum 20 Jubiläum ihres angeblichen Falles die Feierlaune nur senken"

Oh solche Sätze - ich kann sie nicht mehr hören. Und so falsch. Denn dieser Teil des Abstimmungsergebnisses war vorher schon bekannt und ist absolut nichts Neues. Jeder wußte, dass es im Osten weniger Kirchenmitglieder gibt. Deshalb war auch klar, dass der Volksentscheid hätte nur von Erfolg gekrönt sein können, wenn es den Initiatoren im Westen gelungen wäre, die absolut mobilisierbaren Kirchgänger auch wirklich für die Sache zu mobilisieren.

Und was ist stattdessen erfolgt, weder im Westen noch im Osten ist die Mobilisierung gelungen - in lediglich einem einzigen Bezirk gab es sowohl eine Mehrheit als auch das Erreichen des Quorums. Aber selbst in Steglitz-Zehlendorf war die Mobilisierung nicht so hoch wie sie nach den Absichten der Initiatoren hätte sein müssen. Hier hätten nämlich die absoluten Zahlen viel höher ausfallen müssen, um die erwartbaren Ausfälle im Osten auszugleichen.

Also. Die Stadt hat in West und Ost jeweils nicht das Nötige für den Erfolg getan. Sie war in dieser Frage im Rahmen ihres jeweils möglichen EINIG.


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