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Zeichnung eines Revolvers auf dunklem Grund.

Auf der richtigen Seite?

„Triggerwarnungen“ haben eine neue Stufe erreicht, sie werden vor allem moralisch legitimiert. Doch wer sie inflationär benutzt, verwässert die Idee, sagt unsere Autorin

Schein und Sein

Als die BR Deutschland am 23. Mai 1949 gegründet wurde, trat auch das Grundgesetz in Kraft. Die ­darin verankerte Totalitarismus-Theorie stieg auf zur Staatsdoktrin

Gedanken des täglichen Bedarfs

Die Philosophin Agnes Heller erhält den Carl-von-Ossietzky-Preis. Zuletzt war sie mit ihrer Kritik an Ungarns Regierung in ihrem Geburtsland in Ungnade gefallen

Kein Staat in Kreuzberg

Vor 25 Jahren wird aus einer Maifeier in Berlin-Kreuzberg ein Aufstand im Kiez, dessen Wucht die Polizei zum Rückzug zwingt. Es ist ein Mythos geboren, der sich halten wird

Erfolg den Hütten

Vor 30 Jahren begann der Konflikt um die Hamburger Hafenstraße, der eine ganze Stadt polarisierte. Am Ende musste der Senat den Besetzern die umkämpften Häuser überlassen

Kinder, Kinder

Der Dramatiker David Chotjewitz inszeniert in seinem Stück der „Narziss und die Revolution“ Fragmente aus seiner eigenen Kindheit. Unverständnis ist dabei die Intention

Ganz und gar verbrannt

1937 zerstörte die deutsche "Legion Condor" die baskische Stadt Guernica. Ein Zivilisationsbruch, den die Bundeswehr lange einen „vollen Erfolg der Luftwaffe“ nannte

Grass, die dreifache Persona non grata

Für Birma, DDR und Israel war und ist der Schriftsteller eine unerwünschte Person. Sanktioniert wurde er auch von der SED-Diktatur wegen eines literarischen Textes

Der Anti-Kubrick

Andrej Tarkovskij zeigt 1972 in Cannes ­„Solaris“ und ­besticht durch exzessive Bildsprache. ­1984 verlässt der Regisseur die Sowjetunion, ohne im Westen je anzukommen

Keine einzige Schlacht

Am 6. April 1992, auf den Tag genau 51 Jahre, nachdem Jugoslawien von Hitlers Wehrmacht angegriffen wurde, schloss die bosnisch-serbische Armee den Ring um Sarajewo

Friedrichstraße 90

Ein Blick ins Buch, zwei ins Leben: Im Berliner Kulturkaufhaus geht beides. Man sitzt auf Augenhöhe mit einem Lokführer. Wie einst der Feuilletonist Siegfried Kracauer

De Gaulle hat verstanden

Vor 50 Jahren unterzeichnen Frankreichs Regierung und die algerische Befreiungsfront die Verträge von Evian. Sie beenden ein extrem blutiges Kapitel Kolonial­geschichte

Der Schock-Report

Eine Studie des MIT für den Club of Rome ­­­widerlegt 1972 den Mythos vom ewigen Wachstum. Den Industriestaaten des ­Nordens wird bescheinigt, von der Substanz zu leben

Lange Schatten

1956 verweigerte der Rechtsstaat Bundesrepublik verfolgten Sinti und Roma die „Wiedergutmachung“. Das Urteil wirkt nach – bis heute gibt es keine angemessene Regelung

Schema Coolness

1983 wird in Zürich die erste Swatch vorgestellt. Sie rettet die Schweizer Uhrenindustrie, wird zu einem Stück Popkultur - und ist ein Paradebeispiel für cleveres Marketing

„Der Inka“ in den Köpfen

Präsident Humala bleibt große Reformen schuldig. Immerhin lässt er die Zwangssterilisationen untersuchen, zu denen zwischen 1996 und 2001 Tausende Frauen gezwungen wurden

Das Gewicht des Körpers

Wie das Unbewusste ein Bewusstsein einfordert: In seinem epochalen Roman „Parallelgeschichten“ beschreibt Péter Nádas, was es heißt, ein menschliches Tier zu sein

Auch nicht schlecht

Im Februar 1987 wurden zwei Minister und ein Manager wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Die Flick-Affäre erschütterte den Demokratie-Betrieb der Bundesrepublik

Frust und Freiheit

Die Entrüstung über das ACTA-Abkommen schlägt hohe Wellen. Begonnen haben die Massenproteste nicht zufällig in Osteuropa, wo politische Bevormundung schlecht ankommt

Lichtscheues Gesindel

Vor 100 Jahren wurde aus Prestige- und Kommerz-Gründen die Stadt Rixdorf am Rande Berlins in Neukölln umbenannt. Es blieb vergeblich – der Ort wahrte den schlechte Ruf

Niemals aufgehoben

Mit dem „Radikalenerlass“ wurde nicht, wie es Ex-Kanzler Schmidt einmal ausgedrückt hat, „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, sondern der Rechtsstaat beschädigt

Jüngstes Gericht

Der lettische Regisseur Herz Frank dreht 1987 das Porträt eines Doppelmörders im Todestrakt. Er gilt als Begründer der "Rigaer Schule des poetischen Dokumentarfilms"

Eichmanns Protokoll

„Parallelisierung der Linienführung“ – vor 70 Jahren koordinierten in einer Wannsee-Villa die Generalinstanzen des NS-Staates den Völkermord an den Juden Europas

In der totalitären Falle

Warum aus dem letzten Akt der Herbst-Revolution im Osten eine endlose Geschichte wurde: Über den Stand der DDR-Aufarbeitung und die Neufassung des Unterlagengesetzes

Die eigenen vier Wände

In einem Interview für die Illustrierte „Stern“ erteilt SED-Politbüro-Mitglied Hager 1987 einer Perestroika in den Farben der DDR eine Absage. Tapetenwechsel? Warum denn?

Lutz Herden