Antje Schrupp
Ausgabe 0116 | 06.01.2016 | 13:59 398

Köln ist nicht Kairo

Medienhysterie Warum wir in der Debatte über die Angriffe auf Frauen in der Silvesternacht einen kühlen Kopf bewahren sollten

Köln ist nicht Kairo

Der Kölner Hauptbahnhof nach Neujahr

Foto: Oliver Berg/AFP/Getty Images

Es ist schwer, sich vorzustellen, was genau in der Silvesternacht in Köln passiert ist. Knapp 100 Strafanzeigen wegen unterschiedlicher Delikte wurden bisher gestellt, mindestens 15 davon auch wegen sexueller Belästigung, eine wegen Vergewaltigung. Die Täter wurden von den Betroffenen mehrheitlich als „dem Aussehen nach nordafrikanischer Herkunft“ und als stark alkoholisiert beschrieben.

Der Stern twitterte allen Ernstes: „1000 Männer haben am Kölner Hbf Frauen sexuell belästigt.“ Eine absurde Falschinformation, die zwar später im Text korrigiert wurde; allerdings änderte das nichts daran, dass sich der Tweet fröhlich weiterverbreitete. Auch in anderen Kanälen stieg der Grad der Hysterie, der rechte Mob machte mobil. Die einen wollen Angela Merkel hängen, weil sie an allem schuld sei, andere wollen Busfahrten nach Köln organisieren, um „weiße deutsche Frauen“ zu beschützen.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird das alte rassistische Narrativ aufgeboten, wonach „einheimische blonde Frauen“ von „ausländischen dunklen Männern“ sexuell bedroht werden. Feministinnen geraten unter Generalverdacht: Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!

Aber das Gegenteil ist richtig. Wenn wir der Versuchung nachgeben, uns mit Rassisten zu verbünden, haben wir schon verloren. Denn deren Angebot zu einer Allianz ist scheinheilig. Es sind dieselben Typen, denen sexuelle Gewalt normalerweise egal ist, die frauenverachtende Witze und Busengrapschen für Flirtversuche halten und die meinen, über sexuelle Gewalt in Beziehungen zu sprechen zerstöre Familien.

Und die entdecken jetzt ihr Faible für die Freiheit der Frauen? Der Schutz, den der westliche Mann „seinen“ Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet. Sondern es ist eher so wie bei Lord Cromer, der Ende des 19. Jahrhunderts britischer Generalkonsul in Ägypten war. Dort betrieb er vehement die Entschleierung der „unzivilisierten“ ägyptischen Frauen – während er gleichzeitig in England eine „Männerliga gegen die Einführung des Frauenstimmrechtes“ gründete.

Apropos Ägypten: Drohen uns jetzt Verhältnisse wie auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo Frauen während der arabischen Rebellion massive sexuelle Übergriffe erleiden mussten? Breitet sich hierzulande aufgrund von Migrationsbewegungen ein „importiertes Patriarchat“ aus? Nun ja, Massenansammlungen betrunkener Männer sind nirgendwo ein angenehmes Biotop für Frauen. Auch nicht, wenn die Männer so aussehen, als seien sie nordafrikanischer Herkunft.

So wie es aussieht, waren die am Kölner Hauptbahnhof von etwa 100 Männern aus der Menge heraus begangenen Straftaten ganz überwiegend Taschendiebstähle. Taschendiebe gehen in der Regel so vor, dass sie ihre Opfer anrempeln, um sie abzulenken. Sie treten dabei häufig in Gruppen auf: Einer rempelt, der andere greift zu. Die Kölner Polizei jedenfalls schreibt auf ihrer Internetseite, die sexuellen Übergriffe hätten vor allem diesen Zweck gehabt: die Opfer abzulenken, damit man sie leichter beklauen kann. Gut möglich, dass einige auch glaubten, ein sexueller Übergriff würde die weiblichen Opfer zum Schweigen bringen und verhindern, dass sie Anzeige erstatten. Aber da haben sie sich halt geirrt. Sie waren nämlich in Köln und nicht auf dem Tahrir-Platz.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 01/16.

Kommentare (398)

Moorleiche 06.01.2016 | 14:28

Hallo Antja Schrupp.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird das alte rassistische Narrativ aufgeboten, wonach „einheimische blonde Frauen“ von „ausländischen dunklen Männern“ sexuell bedroht werden.“

Bei allem Respekt, das ist dummes Zeug. Es wurde einfach zusammengetragen, was bisher mehr oder weniger bekannt ist und das sieht halt nicht sehr prickelnd aus. Auch jetzt noch nicht.

Es sind dieselben Typen, denen sexuelle Gewalt normalerweise egal ist, die frauenverachtende Witze und Busengrapschen für Flirtversuche halten und die meinen, über sexuelle Gewalt in Beziehungen zu sprechen zerstöre Familien.“

Das ist und bleibt ad hominem. Wenn ein Nazi ein Mittel gegen Fußpilz findet oder 8 +7 =15 richtig löst, muss das dann falsch sein, weil der Mensch Nazi ist? Darf man die Creme nicht verwenden oder muss das Ergebnis 14 lauten, damit man selbst kein Nazi ist.

Und die entdecken jetzt ihr Faible für die Freiheit der Frauen?“

Eine perfide Unterstellung, die da lautet, dass das Schicksal von Frauen bislang allen egal war. Was haben Sie für ein Welt- oder Männerbild? Ich, männlich, weiß, westdeutsch, heterosexsuell, also ein mindestens zwielichtiger Geselle, wenn nicht gar ein ekelhaftes Arschloch, fand es auch schon vorher nicht so prickelnd, wenn Frauen vergewaltigt werden, ob Sie's glauben oder nicht.

Der Schutz, den der westliche Mann „seinen“ Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet.“

Boah, grauenhaft!

So wie es aussieht, waren die am Kölner Hauptbahnhof von etwa 100 Männern aus der Menge heraus begangenen Straftaten ganz überwiegend Taschendiebstähle. Taschendiebe gehen in der Regel so vor, dass sie ihre Opfer anrempeln, um sie abzulenken.“

Ich geh dann gleich mal los, packe der nächsten Frau zwischen die Beine und „beruhige“ sie damit, dass ich nur ihre Handtasche klauen will. Ist der sexuelle Übergriff als Mittel zum Zweck als nicht so schlimm? Ich dachte bisher auf die Tat käme es an.

Es ist ja nett und wünschenswert und angebracht zur Besonnenheit aufzurufen, echt. Aber der Inhalt ist wirklich unterste Schublade und das lässt auch den guten Willen verblassen.

Jetzt gehe ich was Essen, dann noch mal in mich und wenn ich Mist geschrieben habe, entschuldige ich mich in aller Form bei Ihnen, aber derzeit komme ich zu diesem Urteil.

atabalo 06.01.2016 | 15:06

Die Täter waren gröstenteils nordafrikanischer Herkunft. Die Beraubten und Begrapschten posteten auf faebook, doch deren Beiträge wurden wegen der Erwähnung der Herkunft wieder gelöscht, political correcctness halt.

Frau Reke vergaß bei ihren Verhaltensmaßregeln den Hinweis, daß bei solchen Posts nur bei indigenen Tätern solche Beschreibungen erlaubt sind.

atabalo 06.01.2016 | 15:33

Warten Sie nur auf den nächsten Angriff auf ein Flüchtlingsheim bei dem ein Flüchtling zu Schaden kommt, oder eine sexuelle Belästigung einer weiblichen Asylsuchenden, aber nicht durch die Heimmmitbewohner, sondern einen Deutschen, am besten noch einen Sachsen aus Dresden.

Dann gehts ordentlich rund, das Bild dunkel dagegen wirkt.

Rassismus muß unbedingt vermieden werden, zum Glück sind die Pegida-Anhänger keine Rasse oder Religion.

freedom of speech? 06.01.2016 | 15:35

Sehr geehrte Frau Schrupp,

wenn die Darstellung zahlreicher sexueller Belästigungen mit Körperkontakt am Kölner HBf Hysterie sein soll, was war dann die Causa Brüderle?

PS. Es gehört leider zu den Eigenheiten der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, dass die Opfer große Schwierigkeiten haben, über das Geschehene zu sprechen. Aber bereits das, was bis jetzt an Berichten von Opfern jeden Alters zu lesen ist, gibt den deutlichen Eindruck, dass es deutlich mehr war als ein paar Taschendiebstäle.

Nach meiner Meinung wird mit derartiger Schönrednerei PEGIDA etc. in die Hände gespielt.

Wie wärs denn einfach nur mit der Darstellung der Tatsachen?

Viele Grüße

fos?

thinktankgirl 06.01.2016 | 16:13

Die Kölner Polizei jedenfalls schreibt auf ihrer Internetseite, die sexuellen Übergriffe hätten vor allem diesen Zweck gehabt: die Opfer abzulenken, damit man sie leichter beklauen kann. Gut möglich, dass einige auch glaubten, ein sexueller Übergriff würde die weiblichen Opfer zum Schweigen bringen und verhindern, dass sie Anzeige erstatten.

Selbst wenn es sich bei den sexuellen Übergriffen tatsächlich nur um Ablenkungsmanöver handeln sollte, würde mich interessieren, wievielen Männern zwecks leichteren Beraubung an ihren Intimzonen herumgefummelt wurde?

schna´sel 06.01.2016 | 16:19

Ein Aspekt dieser Vorfälle ist meines Erachtens bislang viel zu kurz gekommen. Was angesichts der Anzeigen wegen sexueller Belästigung und Raub auch verständlich ist. Zu den Ereignissen in Köln gehörte aber darüber hinaus auch der Beschuss der Leute durch Silvesterfeuerwerk. So etwas ist meiner Erfahrung nach inzwischen Standard. Ich habe das öfters erlebt an Silvester. Dazu kommt, gerade in Köln eine allgemeine Bereitschaft bei solchen, wie auch anderen volksfestartigen Großereignissen mächtig auf die Krawallpauke zu hauen und dabei auch alles "wegzupusten", was nicht auf diesen, im Grunde eigentlich nicht bösartigen Krawall gebürstet ist. Karneval wurde schon erwähnt, Silvester gehört dazu und vor allen Dingen auch Fußball. Wir sind einfach bereit, aus Freizeitgründen Agressions- und Gewaltpotentiale zu akzeptieren, weil das zu unserem Selbstverständnis von Kultur gehört. In Köln findet man überall und auch am Bahnhof zum Beispiel den Aufkleber der Initiative "Pyrotechnik Legalisieren! - Emotionen Respektieren!", mit der die Ultras der Fußballvereine auf ihr vermeintlich gutes Recht aufmerksam machen wollen. Auch wenn diese Leute darauf hinweisen, dass sie mit ihrer Initiative keine Böller meinen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik einfordern, sollten wir uns fragen, ob solche, meines Erachtens absurden Vorstellungen und Forderungen nicht ein Hinweis auf allgemein akzeptierte Regeln unserer Wohlstandsfeierkultur ist, die es schon länger gewohnt ist, sich mit Freizeitabenteuern auch am Rande der Gefährdung von Leib und Leben aus der Langeweile ihrer existenziellen Leere zu befreien. Und ob solche Vorfälle nicht die unausweichliche Konsequenz von Bedingungen sind, auf die wir gar nicht mehr verzichten wollen und können. Weshalb wir mitverantwortlich sind für das was da geschehen ist. Weil wir die Ebene, auf der sich solche Entgleisungen ereignen für grundsätzlich legitim halten und vielleicht sogar brauchen, um die Freizeit-Freiheit und das Abenteuer zu ermöglichen, das wir mit einer Party verbinden auf der es so richtig gekracht hat. Sich damit nicht abfinden zu wollen ist natürlich auf eine ganz andere Art und Weise "Politically Incorrect" und wird heftigen Widerspruch provozieren. Wer den Mob aber einmal erlebt hat wie er losgelassen bei irgendwelchen Ringfesten tobt, der kann nicht die Augen davor verschließen, dass das jetzt zwar ein abscheuliches Beispiel war, aber eben nur eins unter vielen über die wir uns in anderen Zusammenhängen längst nicht mehr aufregen. Abgesehen davon, dass den Opfern, natürlich trotzdem und in jedem Fall Mitgefühl und rechtliche Verfolgung der Täter zusteht.

"Fußballdeutschland: Es ist Zeit endlich einmal ernsthaft über Pyrotechnik zu reden. [...] Wir finden Pyrotechnik gut! Das wollen wir gleich zu Beginn klarstellen. Aber nicht etwa zur Untermalung eines möglichst martialischen Auftretens. Nein! Das ist keine heuchlerische Verlautbarung, um es denjenigen recht zu machen, die unsere Vorstellung von Fußball nicht teilen und bekämpfen. Wir wollen Bengalische Feuer, Rauchtöpfe, etc. beim Einlaufen der Mannschaften, nach dem Tor, bei besonderen Gesängen und als Choreos.
Denn: Wir sind Anhänger einer lebendigen und fröhlichen Pyrotechnik"

drummy-b 06.01.2016 | 16:21

Nur mal Hypothetisch: Wenn jemand die schon vorhandenen Banden, die bekanntermaßen den Kölner HBF (und andere touristische Orte in Köln) als Revier für ihre Taschendiebstähle nutzen (und ja, diese Banden haben einen hohen Ausländeranteil) anstiften würde, in der Silvesternacht (ohnehin eine "Hochzeit" in dem Gewerbe) mal konzertiert am Kölner HBF zuzuschlagen und dabei bevorzugt weibliche Opfer zu wählen und diese noch ein bisschen zu "begrapschen", welches Bild würde das evtl. und insbesondere in den Medien ergeben ?

Wie wahrscheinlich ist es, dass syrische Flüchtlinge, die sich größtenteils in Flüchtlingsheimen in den äußersten Randgebieten der Stadt befinden, von denen viele kein Deutsch sprechen und von denen sich die allermeisten in einem Asylverfahren befinden, wie wahrscheinlich ist es, dass die sich "abgesprochen" vorm Kölner HBF treffen, sich "Mut antrinken" und sich anschließend an deutschen Frauen vergreifen ? Wo sie wissen, dass jeder "Negativkontakt" mit den deutschen Behörden zu einer Ausweisung führen kann...

Columbus 06.01.2016 | 16:21

Sehr gut, Frau Schrupp, für den dF so abgeklärt zu reagieren und die dFC ein wenig zu beruhigen, nicht gleich auf jeder Empörungswelle mitzusurfen.

Die Welt im Rheinland und anderswo, ist dafür in diesen Fragen zu sehr in Ordnung.

Für den rheinischen Frohsinn, der kommt, wie immer noch das Amen in den Kirchen, wird man in Köln und eben anderswo, dort wo auch dolle und tolle Tage gefeiert werden, Vorbereitungen treffen.

Die Polizei hat ja schon breitflächig eingeräumt, von dem offenbar verabredeten und von einer größeren Gruppe Krimineller geplanten Vorgehensweise, "Antanzen" und Anrempeln, Einkreisen, Grabschen, Befingern und sexuell und/oder aggressiv Nötigen, "Abziehen" (Diebstahl und Raub), eine weltweit bekannte Masche bei kleinen Tätergruppen, zu Volksfesten, Jahrmärkten, Festen aller Art, aber auch überall dort, wo viele Frauen und ebenfalls ganz andere Sachen denkende Männer, durch Zufall und Notwendigkeit zusammenkommen (Bahnhöfe, öffentl. Verkehrsmittel), überrascht worden zu sein. Das gilt wohl auch für die Zahl der Tatbeteiligten und die Schwere der Übergriffe, aus diesen durchaus gewaltbereiten Tätergruppen.

Die zahlreichen Straftaten in der Silvesternacht werden aber die nötigen Konsequenzen nach sich ziehen, und mit Besonnenheit bleibt die politische und mediale Instrumentalisierung doch weitgehend aus, auch wenn die üblichen Verdächtigen es einfach nicht lassen können.

Schon erschreckend, was da so, im Eifer des politisch- medialen Gefechts, durch die Filter der Newrooms unserer Qualimedien, die immer weniger Zeit haben und Zeit aufbringen, an Falschmeldungen und Verzerrungen durchrutscht, was Kolumnisten im Tagesgeschäft so verhacken und verhauen dürfen, um dafür auch noch Applaus einheimsen.

Nur weiter so, im angebrochenen Jahr

Christoph Leusch

eliesabeth1960 06.01.2016 | 16:30

Ja, Mist geschrieben-Essen gehen ist besser!

Jedwede Art von Gewalt muß verfolgt und verurteilt werden. Aber wie in vielen Medien mit diesen Straftaten umgangen wird ist schrecklich. Bei jedem größeren Volksfest mit überwiegend deutscher Beteiligung passieren die gleichen Straftaten, die in meinen Augen IMMER verfolgt werden sollten-es leider aber nicht werden, warum ist Köln anders? Und warum fühlt sich hier ein offensichtlich westdeutscher Mann so auf den Schlips getreten? Schön, wenn er ganz anders ist, dann muß er sich doch nicht angesprochen fühlen! Oder etwa doch?

Die gleichen Männer, die diese Busengrapscher (Herr Brüderle) doch nicht soo schlimm finden, regen sich jetzt furchtbar auf.

Wäre schön, wenn sie das auch machen, so es wieder mal um sexsuelle Gewalt gegen Frauen von deutschen Männern geht.

chiflado 06.01.2016 | 16:35

In Kairo hat sich auf dem Platz eine Gruppe von Frauen(und Männern) gebildet, die direkt und manchmal auch mit grossem körperlichen Einsatz gegen die sexualisierte Gewalt vorgegangen sind.. es gab eine riesige Demo von Frauen, die vor allem zu direkten Aktionen und Selbstverteidigung aufgefordert haben, es entstanden Initiativen usw. ... unter diesem Aspekt hätte ich hier in Köln auch ein wenig von Kairo

EinerSch 06.01.2016 | 16:35

Beim Oktoberfest, dass man so gerne anführt, sinken die Zahlen (btw. woher wissen Sie so genau, wer da Täter ist ? Es wird nicht festgestellt oder haben Sie dazu eine Statistik ? Das Oktoberfest ist ein internationales Fest.)

Köln ist anders, weil es eine völlig neue Dimension ist !

"Und warum fühlt sich hier ein offensichtlich westdeutscher Mann so auf den Schlips getreten?" - Wegen Sätzen, wie diesem: "Der Schutz, den der westliche Mann [!] „seinen“ Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet."

Wem hat Herr Brüderle an den Busen gegrapscht ?

"Wäre schön, wenn sie das auch machen, so es wieder mal um sexsuelle Gewalt gegen Frauen von deutschen Männern geht." - Unterstellungen.

Moorleiche 06.01.2016 | 16:49

Anjte Schrupp muss es heißen, nicht Antja.

Ich habe eigentlich nichts zurück zu nehmen. Finde den Artikel schlecht, Begründung oben, aber Sie bekommen ja auch Zustimmung. Wie bei den Flüchtlingen, wird das vermutlich ein 50/50 Thema, gibt es halt.

Pikanterweise bringen Sie mit der Überschrift auch noch eine Note rein, die Sie sicher nicht beabsichtigt haben. Macht dann auch nichts mehr.

Moorleiche 06.01.2016 | 17:05

Hallo Elisabeth1960.

Jedwede Art von Gewalt muß verfolgt und verurteilt werden.“

Selbstverständlich. Haben Sie das Gefühl ich sei anderer Meinung?

Bei jedem größeren Volksfest mit überwiegend deutscher Beteiligung passieren die gleichen Straftaten, die in meinen Augen IMMER verfolgt werden sollten-es leider aber nicht werden, warum ist Köln anders?“

Alle diesen Straftaten gehören verfolgt, mir ist bislang nur nicht bekannt gewesen, dass dies an der Tagesordnung ist, falls es das ist.

Und warum fühlt sich hier ein offensichtlich westdeutscher Mann so auf den Schlips getreten? Schön, wenn er ganz anders ist, dann muß er sich doch nicht angesprochen fühlen! Oder etwa doch?“

Vielen Dank für die Unterstellung, ich habe sie zur Kenntnis genommen und lasse sie besser unkommentiert.

Die gleichen Männer, die diese Busengrapscher (Herr Brüderle) doch nicht soo schlimm finden, regen sich jetzt furchtbar auf.“

Ist das so? Vielleicht gibt es an Ihrem sexistischen Weltbild auch noch was zu revidieren? Wohl eher nicht.

Aber davon ab: Ich hätte vermutlich, wäre ich eine Frau, tatsächlich mehr Angst, wenn mich 5 oder 12 oder 30 junge Männer, die meine Sprache nicht sprechen, umringen und auf eine Wiese anfassen, die ich nicht möchte, als wenn ein älterer Herr mir gegenüber anzügliche Bemerkungen macht. Gleich wie gelungen man Brüderles Auftritt da fand.

Wäre schön, wenn sie das auch machen, so es wieder mal um sexsuelle Gewalt gegen Frauen von deutschen Männern geht.“

Zumindest mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem ich jemals sexuelle oder sonstige Gewalt gegen Frauen unterstützt oder auch nur schöngeredet hätte.

Locchio 06.01.2016 | 17:08

Was für ein armseliger Kommentar! Wären Sie doch lieber dabei geblieben, gar nichts zum Thema zu sagen. Medienhysterie? Nachdem erst Tage später langsam durchsickerte, was passiert war und man jetzt weiterhin bemüht ist, das Ganze herunterzuspielen, wozu man sich offensichtlich zu entsprechenden Kommentaren verabredet hat;

und um Narrative scheinen Sie auch nicht verlegen, wenn jetzt eine neue Sinndeutung der Vorkommnisse in die Welt gesetzt wird nach dem Motto, eigentlich geht es ja nur um Taschendiebe, die sich nun einen neuen Trick haben einfallen lassen, Pech nur für die Frauen, dass der sich gegen sie und ihre Freiheit, sich hier unbeschwert bewegen zu können, richtet...

Wie gesagt, sparen Sie sich besser solche Kommentare, Pegida-Leser, die es gilt zu beschwichtigen, lesen diese Zeitung wohl eher ohnehin nicht, und selbständig denkende Menschen fühlen sich durch solchen Schmarrn nur veräppelt. Dafür ist die Sache dann doch zu ernst.

Moorleiche 06.01.2016 | 17:19

Hallo SCH123.

Sie haben verlinkt:

"Sie zeichnen ein idealisiertes Bild von Deutschland als Gesellschaft, in der es keinen Sexismus gibt", kommentiert die Journalistin Kübra Gümüşay dieses Vorgehen. "Stattdessen versuchen sie, den Sexismus in der eigenen Gesellschaft auf die neu Dazugekommenen zu projizieren, um damit zu suggerieren, dass das Problem importiert sei." Ein Ereignis wie das in Köln passt gut in dieses Bild.“

( http://www.sueddeutsche.de/panorama/uebergriffe-in-koeln-ueber-sexuelle-gewalt-sprechen-ohne-rassismus-1.2806434 )

Das Problem dieser Argumentation ist, dass es bisher oft hieß, die westliche Gesellschaft wäre so tabulos und übersexualisiert, woanders würde man Frauen achten.

seriousguy47 06.01.2016 | 17:40

"Wie wahrscheinlich ist es, dass syrische Flüchtlinge, die sich größtenteils in Flüchtlingsheimen in den äußersten Randgebieten der Stadt befinden, von denen viele kein Deutsch sprechen und von denen sich die allermeisten in einem Asylverfahren befinden, wie wahrscheinlich ist es, dass die sich "abgesprochen" vorm Kölner HBF treffen, sich "Mut antrinken" und sich anschließend an deutschen Frauen vergreifen ? Wo sie wissen, dass jeder "Negativkontakt" mit den deutschen Behörden zu einer Ausweisung führen kann..."

Für mich ist das Wort "wahrscheinlich" in diesem Zusammenhang schon viel zu stark. Von den Syrern hier vor Ort war mit Sicherheit niemand in der Stuttgarter Innenstadt, wo es auch zu solchen Tätlichkeiten gekommen sein soll.

Da sind weder Klein- noch Großkriminelle und die jungen Männer, die ich da kennengelernt habe, sind weder alle ledig noch testosterongesteuert noch dem Alkohol zugetan. Das ist klassisches (Bildungs-)Bürgertum - nur mit besserem Benehmen als Teile des hiesigen.....

seriousguy47 06.01.2016 | 17:43

"Oder auch: "Deutsche Huren", "alle keine Ehre", "verdient". Scheisse reden ist kein deutsches oder rechtes Phänomen."

Das klingt mir doch sehr nach einer Kleintel, die hier geboren wurde und nicht vor kurzem als Flüchtende(r) zu uns kam. Jedenfalls kennt man solcherlei hier doch schon seit Jahren. (Mal abgesehen davon, dass die meisten Syrienflüchtlinge allenfalls "Guten Tag" auf deutsch sagen können....)

sch123 06.01.2016 | 17:44

Ja, schönes Beispiel gerade von Hans-Peter:

>> Noch forscher äußerte sich Scheuers Parteifreund Hans-Peter Friedrich, ehemals Bundesinnenminister, heute stellvertretender Fraktionschef der Union im Bundestag. Friedrich sprach von einem "Skandal", weil es Tage gedauert habe, bis die öffentlichen Medien die Berichte in Köln aufgegriffen hätten. Mit einem "Schweigekartell und Nachrichtensperren lassen sich die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung jedoch nicht lösen". <<

(Quelle, Hervorhebungen von mir)

ohne Worte

zu Ihrem Punkt: das kommt immer auf den Blickwinkel an, Sie werden in der Tat viele Muslime finden, die Ihnen viel über die Missachtung der Frau in westlichen Gesellschaften erzählen können. Und auch die haben Argumente, die nicht von der Hand zu weisen sind: Sextourismus, Pornographie, sexualisierte Rollenbilder...

Wie immer bei einseitigen Sichtweisen und Vorurteilen, insbesondere interkulturell, ist die Realität halt komplexer.

Weder der westliche Mann noch der muslimische/nordafrikanische per se ist ein Sexist oder grundverdorbener Hedonist/Heide und/oder potentiell übergriffig. Aber ebenso ist keiner von diesen per se so lammfromm wie er es gerne vorgibt. Gibt halt überall solche und solche. Alles andere ist Rassismus. Egal auf/von welcher Seite.

Reinhold Schramm 06.01.2016 | 17:45

Alle Kinder und Jugendlichen, Mädchen und Frauen, -- unabhängig von ihrer (historischen) Kultur und Tradition, von ihrer ökonomischen und sozialen Stellung, Herkunft und Hautfarbe --, sind kein Freiwild!

KLARE KANTE: den (historisch) traditionell, kulturell und feudal-religiös, geistig und moralisch (-- gesellschaftlich --) verkrüppelten Jugendlichen und Männern und ihren alles beherrschenden Patriarchen! -- unabhängig von deren kulturellen Herkunft, ökonomischen und sozialen Stellung und gesellschaftspolitischen Position!

EinerSch 06.01.2016 | 17:50

Auch unter Flüchlingen gibt es Idioten. http://www.morgenpost.de/berlin/article206892155/Sexuelle-Uebergriffe-zu-Silvester-auch-in-Berlin.html?

"Bei den Festgenommenen handelt es sich nach Informationen der Berliner Morgenpost um zwei Männer aus dem Irak und aus Pakistan. Beide sind in einem Flüchtlingsheim gemeldet."

Dass das alles Flüchtlinge (wirklich vor Verfolgung geflohene) waren, glaube ich auch nicht. Vermutlich illegal eingereist, Asylantrag gestellt und mit juristischen Tricks immer wieder erneuert. Kein Pass. Keine Abschiebung. Kleinkriminalität, man wird kaum erwischt und wenn, popelige Strafen.
Das Problem existiert gerade in NRW in der Tat schon länger. Hat man nur immer runtergespielt und allen, die es ansprachen Hetze/rechte Propaganda/etc vorgeworfen...

denkzone8 06.01.2016 | 17:51

köln ist nicht kairo,aber kultur-wandel kommt.

kultur-importe können bereichern,müssen aber nicht. das bezieht sich nicht nur auf us-brause oder russische fügsamkeit.

2016 bringt uns beschleunigten kultur-wandel: wo manche die sau rauslassen,gibts zeitgleich strenge polit-korrektheiten einzuhalten. moralisierendes politik-ersetzen fordert sorgsames navigieren um an-stößiges. selbst-zensur (cui bono?: welche mühlen kann das treiben? macht texten zur arbeit im minenfeld oder zum gedanken-mikado. die witzige serien-frau, den gatten mit dem nudelholz erwartend, ist in die wirklichkeit mutiert zur empörungs-bereiten mit der moral-keule. rassismus-seismografen haben jede typisierung auf dem schirm. rheinischer humor nimmt anleihen am wahabitischen. antifa-anmaßung vergleicht hinkendes schnell mit goebbels. der druck pfeift es unter dem deckel: 2016 wird noch anstrengender.

seriousguy47 06.01.2016 | 17:55

Liebe Moorleiche,

da sie SZ-Schreiber mit schlechtem Langzeitgedächtnis (bzw. ausgepträgten Verdrängungsmechanismen) (?) zitieren, darf ich ergänzend auf die SZ vom 29. September 2011, 10:35 Uhr verweisen. Stichwort: Sexuelle Übergriffe auf dem Oktoberfest.

Dort u.a. zu lesen:

"Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern. Es ist Samstag, 11 Uhr morgens im Hofbräuzelt. Der Wiesntag hat gerade angefangen. ....Reagiert man abweisend, wird man auch schon mal als "Schlampe" beschimpft - oder schlimmer.

.....

Wer öfter aufs Oktoberfest geht, weiß, dass wild gewordene Frauen in der Ekstase schon mal ihren Büstenhalter ausziehen und in die Luft werfen. Doch genauso oft entblößen betrunkene Männer ihre Genitalien. Gerne auf einer Bierbank stehend und genau dann, wenn eine Dame, die ihnen gefällt, vorbeikommt. Im schlimmsten Fall versucht der Angetrunkene noch, die Frau mit seinen Händen zu sich heranzuziehen. Szenen dieser Art gibt es immer wieder. In der Regel schreitet hier keiner ein.

Eine Kollegin, die zum Arbeiten im Hofbräuzelt war, wurde plötzlich von zwei Italienern eingekreist, die um sie herumtanzten und sich dabei Stück für Stück auszogen, bis sie komplett nackt waren. Von den anderen Gästen wurden die beiden noch mit lauten Jubelrufen und Klatschen angefeuert.

....

Gefährlich ist auch der Rasen unter der Bavaria. Gerade Frauen, die einen über den Durst getrunken haben und sich dort ausnüchtern wollen, sind wehrlose Opfer. Besonders unangenehm ist die Zeit nach 23 Uhr, wenn es auf der Wiesn langsam leerer wird: Zwar sind dann insgesamt weniger betrunkene Männer unterwegs. Die können dafür schneller sehen, dass man ohne Begleitung und damit potentielle Beute ist...."

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-auf-dem-oktoberfest-entbloessung-im-bierzelt-1.1151859

Das ist nur ein Ausschnitt. Von einem ähnlichen Medien- und Internet-Hype angesichts dieser Exzesse ist mir nichts bekannt. Ich könnte mir eher vorstellen, dass damals im Netz nicht die Täter, sondern die Autorin beschimpft wurde. Nur eine Vermutung....

Den Link habe ich übrigens von den Nachdenkseiten, wo auch etwas Eigenes zu Köln steht.

Columbus 06.01.2016 | 18:30

Davon schreibt Frau Schrupp nicht.

Sie schreibt aber viel über diesen, mittlerweile recht unerträglichen und unfrei machenden Zwang, sich in allen möglichen Situationen und öffentlichen Entäußerungen so bekennen zu müssen, dass man eindeutig auch vom letzten Sprachunkundigen (Männer sind da etwas häufiger betroffen) ins passende Kasterl sortiert werden kann.

Noch schlimmer ist, dass ganze Diskurse nur noch auf die schnelle Denunziation und Beleidigung aus sind. Inhalte werden keine mehr transportiert, sondern nur noch eingeübte Muster abgespult. - Am Ende geht es dann 50/50 oder in anderen Verhältnissen aus, und mit dieser letztlich votingmäßigen Feststellungen geben sich die meisten Diskutanten, die man so eigentlich nicht mehr nennen mag, zufrieden.

Mir fällt eher auf, dass allgemein über viele Sachverhalte so diskutiert wird, wie über des Deutschen Lieblings- Dauer- TV-Programm, die Tatorte. Mit Verve, großer medialer Personalstärke, aber ohne tieferen Sinn, ohne Willen dazu. - Es dient allenfalls noch dazu, am nächsten Morgen die Kaffeepause, mit wem auch immer, mit einer schnellen Meinung zu bereichern.

Ich fühle mich, weder gruppenbezogen, die Solidarität der Gruppe/Selektion, "Mann" und/oder "Frau", ist sowieso eher was für sehr starke VereinfacherInnen, noch individuell aufs Korn genommen, da ich weder den Polizeistaat will, noch Fremde pauschal für gefährlich halte. Weil ich ebenso nicht bei fast allem Geschehen unsere doch eher sehr allgemein redende, aber regierende, Kanzlerin als Schuldige verdächtige, selbst keine Frauen oder Männer belästige und beraube, mich nicht prügele, keine nationalen Flaggen schwenke, nicht an den Mann und die Frau, nicht an den Deutschen oder die Deutsche, glaube und denke, ich Männer, mich eingeschlossen, nicht für grundsätzlich und mehrheitlich gewaltätigig halte.

Was die organisierten Nazis und die so volkseigen gewendeten Rechten der Republik angeht, so können die allerdings vor allem keine freien, selbstständig denkenden und von Parolen unabhängige Frauen und Männer vertragen. Alles muss da ein Zeichen tragen, auf den Klamotten, auf den Oberarmen, an auf- und zuklappbaren Krägen, auf den Transparenten und Schildern. Alles muss sprachlich dröhnen und beflaggt sein, bei der Ansprache und beim Auftritt, und alles muss eigenwillig im neuen "Wir sind das Volk- Kollektiv" geordnet sein. - Da steckt allerdings viel Misandrie und Misogynie, sprich schiere Menschenfeindlichkeit drin.

Wir leben in einer freien Gesellschaft, in der es Verbrechen und (zumeist) Straftäter gibt. Das, was in Köln passierte, nun vielleicht zum ersten Mal in der Stadt am und unter dem Dom und am Hauptbahnhof (Wer ein bisschen Lokalgeschichten Deutschlands kennt, der weiß, die große Ära der regelrechten und praktisch allwöchentlichen Massenschlägereien, Belästigungs- und Straftatgeschichten in den Trebe-, Kneipen- und Ausgehecken unserer Städte und Gemeinden, lag in den 60er, 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, die viele heute idealisieren und verklären), ist kein allgmeingültiges Symptom für irgendetwas. - Mir ist aber schon klar, dass es seit einiger Zeit Motivationen gibt, bei diesen Geschichten unbedingt eine Verallgemeinerung erwirken zu können. Dem tritt Frau Schrupp entschieden entgegen.

Bisher hat mir noch keine WissenschaftlerIn und kein Journalist, aber auch keiner aus dem Bloggoversum, schlüssig erklären können, warum diese Leidenschaft so viele Menschen erfasst, unbedingt das Akzidenzielle zum Allgemeinen aufblasen zu müssen und daran dann fest zu glauben, also ab dann immer auf der Suche nach Bestätigungsmeldungen unterwegs zu sein, als sich zu sagen, es gibt meist viel mehr Gegenbeispiele und viel weniger Eindeutigkeiten, nur tauchen diese Sachverhalte eben nicht in den Medien-News auf.

Beste Grüße

Christoph Leusch

EinerSch 06.01.2016 | 18:39

"Davon schreibt Frau Schrupp nicht." => "Der Schutz, den der westliche Mann „seinen“ Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet." - Der westliche Mann.

"Es sind dieselben Typen, denen sexuelle Gewalt normalerweise egal ist, die frauenverachtende Witze und Busengrapschen für Flirtversuche halten und die meinen, über sexuelle Gewalt in Beziehungen zu sprechen zerstöre Familien." - Ein Beleg bleibt sie schuldig.

"So wie es aussieht, waren die am Kölner Hauptbahnhof von etwa 100 Männern aus der Menge heraus begangenen Straftaten ganz überwiegend Taschendiebstähle" - Lt. FAZ kam es in 3/4 der etwa 100 Anzeigen zu sex. Belästigung.

"das Akzidenzielle zum Allgemeinen aufblasen zu müssen" - Siehe Focus-Link. Diese Art der Übergriffe sind in Köln seit über 1,5 Jahren bekannt. Aus angesprochenen Milieu.

janonmac 06.01.2016 | 18:43

Was soll denn immer die sinnfreie Verallgemeinerung. Na klar gibt es auch deutsche Männer die Frauen schlecht behandeln ABER das sind unsere eigenen Problemkinder um die wir uns kümmern müssen und diese unterliegen nicht dem Gastrecht.

Wenn ich Gäste im Hause habe dann benehmen die sich respektvoll. Wenn ich mit meinem Sohn Trouble habe kann ich ihn nicht rauswerfen sondern muss mich damit befassen.

Wieso sind denn so ganz einfache Dinge aufeinmal ein Problem?

Na klar gibt es auch unter Flüchtlingen grauenhafte Einstellungen bezüglich unserer Werte, das sollte niemanden wundern der schon wenigsten einmal in einem arabischen Land mehr als nur ein paar Tage gewesen ist!

barty 06.01.2016 | 18:55

Chapeau! Ein angemessener und sehr milder Kommentar auf einen Artikel, der an linksgefärbter Arroganz kaum zu überbieten ist. Einerseits ist der Artikel ein dilettantischer Versuch die Gewalt den Opfern gegenüber herunterzuspielen. Auf der anderen Seite werden Menschen, die lediglich genug von dieser einseitigen Toleranzkultur haben und Sicherheit auf den Straßen fordern, auf eine Gesinnungsschiene mit diesem asozialen Vandalen gesetzt.

Columbus 06.01.2016 | 19:08

Sie müssen das im Zusammenhang lesen. Übergriffe dieser Art und anderer Art, aber mit den gleichen Ergebnissen, ich schrieb es doch, sind für jede Zeit und jede größere Stadt in Deutschland, ja, in ganz Europa belegbar.Nicht nur für die letzten 1 1/2 Jahre.

Man kann ja auch einmal im Archiv der Ortszeitung blättern, was ich einst einmal für meine Großstadt tat, angesichts eines großen öffentlichen Ärgers über solche gehäuften Attacken, an den Feier-Wochenenden. Und was massive Aggression angeht, waren sie zudem einst viel häufiger, in den ach so glorifizierten Zeiten, als auch bei uns das Fremde eher rar war und sich Deutsche was darauf einbildeten. Das ist die Realität.

Wir sind sensibler, aber auch erregbarer geworden. Wir drehen bei den kleinsten Anlässen durch und vergrößern, wie einst die archaischen Historiker, die Zahl der Schlachtteilnehmer, die Zahlen um Dimensionen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Moorleiche 06.01.2016 | 19:12

Hallo SCH123.

zu Ihrem Punkt: das kommt immer auf den Blickwinkel an, Sie werden in der Tat viele Muslime finden, die Ihnen viel über die Missachtung der Frau in westlichen Gesellschaften erzählen können. Und auch die haben Argumente, die nicht von der Hand zu weisen sind: Sextourismus, Pornographie, sexualisierte Rollenbilder...“

Und ich unterstütze diese Argumentation ein gutes Stück weit, auch wenn sie im Kern nicht trifft. Ausgeführt habe ich das Argument in der Kopftuch-Diskussion mit Rameza Bhatti (https://www.freitag.de/autoren/rameza-bhatti/mein-kopftuch-meine-freiheit) am 25.12. 10:29 und auch davor.

Weder der westliche Mann noch der muslimische/nordafrikanische per se ist ein Sexist oder grundverdorbener Hedonist/Heide und/oder potentiell übergriffig.“

Ich glaube, ich bin nicht der, der da der Nachhilfe bedarf.

Moorleiche 06.01.2016 | 19:23

Hallo Seriousguy47.

Das ist nur ein Ausschnitt. Von einem ähnlichen Medien- und Internet-Hype angesichts dieser Exzesse ist mir nichts bekannt.“

Na, es handelt sich ja auch um ein anderes Kaliber. Da steht, dass Frauen, wie Männer ihre Genitalien entblößen, das tun sie, unter dem Einfluss von Alkohol mehr oder minder freiwillig. Dass sich die Frauen in Köln in Ektase oder im Suff die Kleider vom Leib gerissen hätten, davon habe ich nichts gelesen.

"Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern. Es ist Samstag, 11 Uhr morgens im Hofbräuzelt. Der Wiesntag hat gerade angefangen. ....Reagiert man abweisend, wird man auch schon mal als "Schlampe" beschimpft - oder schlimmer.“

Hier würde ich sagen, dass muss alles nicht sein. Aber ich kann nur meine ehrliche Meinung darüber ausdrücken, dass ich alles was da aufgeführt ist, als Kindergeburtstag gegenüber dem empfinde, was in Köln passiert ist. Es ist für mich auch ein Unterschied, wenn jemand eine Ohrfeige bekommt, oder brutal zusammengetreten wird, auch wenn beides Körperverletzung ist.

Man muss diesen Unterschied, den ich alles andere als subtil finde, nicht machen, aber ich mache ihn!

freedom of speech? 06.01.2016 | 19:58

"...Wir drehen bei den kleinsten Anlässen durch..."

Lieber Columbus,

bei allem Verständnis für den berechtigten Wunsch, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ihnen ist klar, dass es Augenzeugenberichte gibt, die in Richtung §§ 249, 250 StGB (schwerer Raub) weisen? Sie können nicht sexuelle Nötigung und Diebstahl einfach getrennt betrachten und damit harmloser machen.

Das ist wahrlich kein Kleinzeug mehr.

Da steht zum Teil schwere Kriminalität in Frage.

Viele Grüße

fos?

Columbus 06.01.2016 | 20:21

Jetzt werfen Sie doch nicht gleich die Flinte ins Korn, Einersch.

So schlimm wie in den 60er Jahren kann es nicht mehr werden, weil der betrunkene oder zornig erregte, autoritär charakterliche deutsche Mann der Nachkriegsjahrzehnte, an den Freizeiten und Festtagen einzeln und in Gruppen, zumal wenn er jung war, einen Ausnahmestatus hatte, der heute keinem Mann, -selbst von den dickfelligsten männlichen Zeitgenossen-, noch zugebilligt würde.

Legendär sind die Ausschnitte aus den jeweiligen Heimatpressen, unter Lokales und Vermischtes, pp., Woche für Woche abgedruckt, z.B. in Trier, in Köln, in Koblenz oder gar aus Frankfurt, mit recht ausführlichen Schilderungen der Bierseidel- Kriege (Heute sind das schon und zurecht, potentielle Tötungs- und Körperverletzungswaffen ersten Ranges), Messerstechereien, Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen in den einschlägigen Vierteln und an den immer schmuddeligen Bahnhöfen, da, wo es z.B. früher immer noch was im Umfeld zu Saufen gab, die dann oftmals vor Gerichten als Fälle niedergeschlagen und verharmlost wurden. Eine Menge Toter und "Krüppel" wurden damals "ertragen", als Begleiterscheinung der Freiheit.

Sie werden, spätestens zur Narrenzeit aller Kölner, dort wieder eine ganz andere lustige, weltoffene und friedliche Stadt erleben. Trotzdem wird es auch dann zahlreiche Anzeigen geben, wegen Taschendiebstahls und wegen sexueller Übergriffe, die häuslich und außerhäuslich, vermehrt an diesen Tagen auftreten.

Sexuelle Belästigung und sexueller Missbrauch dürfte an jedem Wochenende hundertfach in Deutschlands Amüsierecken ein Thema sein und privat sowieso ein großes Thema immer bleiben, dem aber auch nicht damit zu begegnen ist, aus unserer Gesellschaft eine zu malen, die immer, überall und jederzeit, öffentlich und privat riskant ist und bleibt. Das trifft einfach nicht zu!

Manche Zeitungen bieten ja Online schon den passenden Erregungsservice. Siehe hier: http://www.abendzeitung-muenchen.de/thema/Schl%C3%A4gerei

Berlin:

http://www.berliner-zeitung.de/polizei/massenschlaegerei-bei-oktoberfest-feier-in-berlin-treptow-mehr-als-30-menschen-gehen-mit-knueppeln-aufeinander-los,10809296,31995142.html

Wenn Sie so engmaschig an der Presse hängen, Einersch, dürfte Ihnen doch aufgefallen sein, dass bisher kaum eine Meldung sicher angeben kann, wieviele betroffene Frauen es wirklich gibt (Warum gibt es plötzlich so viele neue Anzeigen?). Ob mutmaßliche Täter nur verdächtigt oder schon, bei dringlichem Verdacht und Vorbekanntheit, verhaftet wurden? Aus welchen Milieus die Täter wirklich stammen? Ob und wie die Polizei die Lage nun wirklich einschätzt? Ob und wie diese, leider auch dafür bekannte Behörde (Es hat Tradition und ist Ergebnis eines falsch gepflegten Korpsgeistes), nur den Selbstschutz vor allzu vielen Nachfragen hochfährt (dabei gibt es die berühmte Einheit aus Polizeigewerkschaft (vorzüglich einer Gewerkschaft, die fast schon als öffentliches Neben- Innenministerium auftritt), Vorgesetzten und der sich verantwortlich erklärenden Politik).

Ständig muss bei allen Sachverhalten großflächig korrigiert werden. Darauf sind aber emotional gesteuerte Aufmerksamkeits- und Mediengesellschaften gar nicht gepolt. Selbst der größte Unsinn bleibt so irgendwie hängen.

Sie können das sogar hier in der Community verfolgen. Da gibt es SchreiberInnen, die sind vom Antisemitismus oder Rassismus des dF- Chefredakteurs fest überzeugt, lesen das aus seinen Kolumnen beim SPON aus und halten es für ihr gutes Recht, diese eigene, überzeugte Meinung mit grimmiger Arroganz vorzutragen. Leseschwäche hin oder her.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Columbus 06.01.2016 | 20:33

Schreibe ich doch.

"Die Polizei hat ja schon breitflächig eingeräumt, von dem offenbar verabredeten und von einer größeren Gruppe Krimineller geplanten Vorgehensweise, "Antanzen" und Anrempeln, Einkreisen, Grabschen, Befingern und sexuell und/oder aggressiv Nötigen, "Abziehen" (Diebstahl und Raub), eine weltweit bekannte Masche bei kleinen Tätergruppen, zu Volksfesten, Jahrmärkten, Festen aller Art, aber auch überall dort, wo viele Frauen und ebenfalls ganz andere Sachen denkende Männer, durch Zufall und Notwendigkeit zusammenkommen (Bahnhöfe, öffentl. Verkehrsmittel), überrascht worden zu sein. Das gilt wohl auch für die Zahl der Tatbeteiligten und die Schwere der Übergriffe, aus diesen durchaus gewaltbereiten Tätergruppen.

Die zahlreichen Straftaten in der Silvesternacht werden aber die nötigen Konsequenzen nach sich ziehen,..."

Aber Raub ist nun nicht selten in Deutschland und anderswo. Umgekehrt eben auch nicht mehr und weniger, als eben eine schwere Straftat und längst keine nationale oder allgemeine Katastophe, bei der es nun in diesem Erregungston gleich um die innere Sicherheit und ebenso pauschal, um die Fremden und ihre angeblich dahin geneigte Kultur geht.

Beste Grüße

Christoph Leusch

freedom of speech? 06.01.2016 | 20:53

"...längst keine nationale oder allgemeine Katastophe..."

Einverstanden, allerdings ist es schon etwas "Besonderes", wenn bei schwerer Kriminalität die Polizei ohnmächtig daneben steht und das Ganze auch noch an einem zentralen, unumgänglichen Verkehrsknoten stattfindet.

Die Leute, die dort aus dem Zug gestiegen sind, haben in jedem Fall die Karte gezogen. Von den traumatisierten Opfern sexueller Gewalt ganz zu schweigen.

So etwas zu instrumentalisieren - wie scharf Rechts es tut - ist unbestritten unterste Lade.

Nur, ist Verschweigen oder Kleinreden viel besser?

Viele Grüße

fos?

atabalo 06.01.2016 | 21:12

Wollen Sie im Ernst behaupten, in den 60ern wären auch ganze Bahnhöfe von hunderten gewaltbereien Taschendieben besetzt gewesen, die speziell Frauen einkesselten und unter Beleidigungen wie "Hure", "Schlammpe" mindestens angegrabscht und meist auch noch ausgeraubt hätten ?

Früher ging es hier anders zur Sache, ich weiss das von Erzählungen meines Vaters, welche Scherze damals unter Bauarbeitern üblich waren, heute würde man das als versuchte Körperverletzung bezeichnen.

Aber das ist jetzt vorbei, das kann man doch nicht zur Verharmlosung benutzen !

Wenn man Ihr Prinzip konsequet anwendet, dann kommt raus:

eine Bande von Verbrechern mit Migrationshintergrund hat eine ganze Familie überfallen, ausgeeraubt und getötet: ja was solls, wir haben 6 Millionen Juden umgebracht. Morde gibts bei uns auch.

Es kommen immer mehr Menschen, die nie in Arbeit kommen werden und deshalb die kargen Sozialsätze aufbessern werden. Und sie kommen aus Ländern, in denen es anders zur Sache geht als hier.

Diese Diebesbanden sind der Polizei bekannt, äußerst gewaltbereit und die Polizei hat wegen Personalmangel kaum Gelegenheit, ernsthaft etwas zu unternehmen. Und die werden immer mehr.

http://www.focus.de/politik/deutschland/politik-und-gesellschaft-nrw-in-hoechster-not_id_4850396.html

Die Ereignisse in Köln waren ein Vorgeschmack, Sie werden die nächsten Monate und Jahre noch viele Gelegenheiten für Ihre Relativierungen haben.

Ich rate Ihnen, einen Standardblog mit Ihren Argumenten zu erstellen mit Leerstellen, in denen Sie die Taten eintragen können: Raub, Mord, Vergewaltigungen, Bandenkriminalität, Clankrimminalität, usw. Dann sparen Sie sich viel Arbeit.

Ich habe viel gelesen: die Polizei ist unterbesetzt, die Beamten macchen unbeahlte Überstunden bis zum geht nicht mehr und pfeifen auf dem letzten Loch, dabei läuft es doch erst seit ein paar Monaten mit den ganz offenen Grenze, und wann soll das enden ?

10 Jahr, 20 ? Ohne Obergrenze ?

Viel Spaß noch mit der absoluten Gutheit.

Columbus 06.01.2016 | 22:01

Das passiert und auch nicht zum ersten Mal.

Die Polizei hat im Silvester-Geballer, das ihr auf dem Hbf-Vorplatz vorrangig als Gefahr erschien, zuerst dort abgeräumt (vielleicht ein paar Augen und Ohren, ein wenig Haut, vor Verbrennungen gerettet) und dabei unter Umständen der Kriminalität mehr Spielraum geboten.

Die Opfer und ihre Täter trafen sich in den Randbereichen und im engen Hauptbahnhof, an den Aufgängen und Engstellen zu den Verkehrsmitteln, an den Durchgängen. In Köln wird es da schnell sehr dicht und alle verlieren den Überblick, nur eben die Kriminellen nicht, denen das sehr gelegen kam. Sie konnten sich völlig sicher fühlen. Ausweichen ist dann auch nur noch schwer möglich.

Zum Beispiel, stellen sich die Polizeibehörden auch nicht gerade erfolgreich an, die vielen Brandstiftungen an Unterkünften aufzuklären. Von den Misserfolgsgeschichten die schon gerichtsbekannt sind, geht es um Aufklärung in Sachen NSU, in Sachen Tod im Gewahsam, in Sachen Schusswaffengebrauch und Polizeigewalt, gar nicht erst zu schreiben.

Aber alle diese Vorfälle begründen nicht, in Hysterie zu verfallen und radikale Vorschläge zu unterbreiten. Alle diese Sachen sind auch nicht auf eine spezielle Situation im Land zurückzuführen, sondern in fast allen Ländern Europas ein Dauerproblem.

Bei den Trunkenheitsschlägereien der Volksfeste, u.ä. Veranstaltungen, geht es im Grunde häufig auch um schwerste Körperverletzungen (Ich weiß was Bierseidel, Holzlatten oder einfach nur Fußtritte, an Schädeln und deren Inhalt anrichten, welche inneren Verletzungen so misshandelten Betroffenen drohen und wo die Leute landen, die schwerste Traumata erleiden mussten), kommt die Streife und ihre Verstärkung meist auch erst dann, wenn es schon mehrere Verletzte gibt. Sie könnte aber auch kaum schneller vor Ort sein.

Das sind aber alles ganz "normale" Vorgänge, in allen, derzeit noch offenen Gesellschaften. Wollen wir da für das Gefühl an Sicherheit grundsätzlich viel ändern?

Schreiber, wie Herr Wefing, nun auf ZEIT- Online, oder der wirklich schauerlich schreibende Nico Fried bei der Süddeutschen Zeitung, hängen die Vorfälle in Köln aber so hoch auf. Da müssten dann drastische Maßnahmen erfolgen, die kein Staat ohne Veränderung des allgemeinen Lebensgefühls und der prinzipiellen Offenheit leisten kann.

Professionelle Schreiber erzeugen einen Erwartungshorizont, dem sie selbst nicht standhalten würden und verschärfen damit sogar noch ihr eigenes Glaubwürdigkeitsproblem.

Die leider immer weniger vorsichtigen Überschriften- RedakteurInnen jener übermorgen schon verstorbenen Tagesblätter- Meldungen, verschärfen das alles noch.

Fried/SZ: http://www.sueddeutsche.de/

Wefing/ZEIT- Online: http://www.zeit.de/2016/02/koeln-silvester-sexuelle-uebergriffe-fluechtlingspolitik

Schlimm ist vor allem auch der feste Vortragston und Schreibstil, obwohl im gleichen Blatt, an anderer Stelle, bereits geschrieben steht, wie unsicher fast alle Infos sind und es sich keineswegs um ein unerträgliches Dauerphänomen und eine bundesweite Bedrohung handelt, die irgendwelche tiefgreifenden Maßnahmen erforderte, außer eben ruhige Schlüsse für die Polizeiarbeit zu ziehen und andere Planungen bei den Stadtverwaltungen zu treffen. - Ich lese das nurmehr mit panischem Schrecken, weil ich weiß, wie sehr sich im Netz und am Stammtisch, aber eben auch bei Demos, Bürger an solchen Vorbildern orientieren.

Die "Horden" junger Ausländer (Wefing), ich sage es vorher, werden sich als ein oder mehrere, vielleicht miteinander verabredete, Klautrupps herausstellen. Ihr Vorgehen gegen die Frauen und deren Begleitung, als das übliche Verfahren der Einschüchterung und Unterdrückung beim "Abziehen", das sich da in Köln, aus kriminellen Gründen, nicht auf das eigene Milieu beschränkte, wie das sonst beim "Abziehen" die Regel ist.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Angelia 06.01.2016 | 22:23

anbei der Link zur Internetseite der Kölner Polizei. Ich glaube sachlicher als der Beamtenbericht geht es nicht.

https://www.polizei.nrw.de/koeln/artikel__12759.html

Übrigens das Verabreden über das Intenet via z.B Twitter zwecks flashmob oder Randale machen ist heutzutage eines der leichtesten Übungen. Da bekommt man locker auf die Schnelle 400 - 500 Leute zusammen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/internet-verabredung-flashmob-randaliert-auf-s-bahnhof/1852246.html

Ich halte es für gut möglich, dass das auch in Köln so gelaufen sein könnte.

Columbus 06.01.2016 | 23:20

Ich antworte Ihnen gerne, weil auch die Argumentstruktur so interessant ist, Atabalo

Was braucht es für den Anstieg von Eigentumsdelikten? Es muss eine Menge an möglichem Diebesgut (Smart phones, Geld,Accessoires, Habe aller Art, Kfz, Baustellen mit Maschinen, Rohstoff- und Warenlager ) mehr oder weniger leicht zugänglich, zur Verfügung stehen, und es muss eine soziale Welt existieren, in der es sich lohnt, das Zeugs zu klauen. Es muss in saubere Geldscheine transformierbar sein.

Da gibt es allerdings eindeutig Unterschiede im Verlauf der Zeiten und mit dem wachsenden materiellen Wohlstand verknüpft. Einige Zeit nach den beiden Kriegen des 20.Jh. stieg die Eigentumskriminalität daher erheblich an, nachdem es eben auch wieder "lohnende" Objekte und Geld(börsen) gab.

Sie können gerne einmal im Archiv der Kölner Lokalzeitungen einkehren oder sich die Arbeiten von Kriminologen (Albrecht, Heinz) dazu durchlesen.

Die Kölner Altstadt und andere Quartiere mit einer lebhaften Kneipenszene und sehr gemischter Publikumsstruktur, waren immer schon für Kriminalität und Kleinkriminaität anfällig. vor dem letzten Krieg war zum Beispiel Hannover ein Hotspot und nach dem II. Weltkrieg wetteiferten abwechselnd Frankfurt, Hamburg, Berlin um den Spitzenplatz. In den 70er und 80er Jahren hatte Frankfurt einen ganz schlechten Ruf diesbezüglich und heute verdächtigt jeder Deutsche eine andere Region, die besonders zu fürchten sei.

Mir ging es aber hier um den Angriff auf die körperliche Unversehrtheit. Da kann man feststellen, dass heute, privat und öffentlich, viel weniger akzeptiert wird, als in den 60er oder 7oer Jahren. Jedenfalls gilt das für Westdeutschland recht sicher (Kriminalstatistiken). - Das ist ja auch gut so!

Keinesfalls plädiere ich für Nachlässigkeit in der Strafverfolgung und Aufklärung. Das ist aber kein Anlass, weitergehende Schlüsse zu ziehen und unsere Gesellschaft mit mehr Kontrolle umzubauen, zumal diese Maßnahmen, wie man an Ländervergleichen sehr leicht erkennen kann (USA,GB,F,Schweden und D, z.B.), gar nicht viel bringen.

Den Schlenker zu den Juden und dem Genozid, würde ich mir sparen, weil er falsch ist und nur die Diskussion unnötig auflädt.

Wenn Sie sich erinnern, hat das BKA noch vor wenigen Wochen klargestellt, dass Flüchtlinge und Migranten nicht mehr oder weniger kriminell agieren, wie wir Deutsche.

Interessant ist übrigens, dass gerade die organisierte Eigentumskriminalität nicht etwa mit dem Status als Hartz IV Empfänger oder Migrant verknüpft ist, sondern sich als klassische OK und "Berufskriminalität" zu erkennen gibt, die sich mitunter sogar hilfloser und schutzbefohlener bedient (klauende Kinderbanden).

Das ist ja auch klar. Schließlich müssen die erheblichen Werte organisiert verbracht und verdealt werden. Dazu braucht es Hehler, häufig auch stabile Auslandskontakte, eine gute Organisation und eine Vorfinanzierung und planmäßige Vororganisation der seriellen Tathandlungen.

Ich bin dafür, sich nicht dümmer und blöder anszustellen, als die wirklich bedrohlichen Täter. Dann verfällt man auch nicht den gesteuten Vorurteilen, die sich so leicht produzieren lassen und nur sehr schwer wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden. - Ich bin sehr beschämt, dass es in diesen Fragen nicht einmal einen gesicherten Schutz durch mehr Bildung und Wissen gibt, also studierte Leute genauso holzen, wie die anonyme Straße.

Beste Grüße

Christoph Leusch

miauxx 06.01.2016 | 23:31

Schon richtig, neutral und unvoreingenommen wird kaum jemand berichten können - von Beamtenberichten vielleicht abgesehen. Umso mehr aber muss vor bewussten Hochkochen und vor allem Pauschalisierungen gewarnt werden. Aber ja, es ist schon auch verdammt schwierig für die, die an einen kühlen Kopf appellieren wollen - es klingt halt immer leicht und schnell nach Relativierungen. Siehe hier von A. Schrupp oder auch hier, wo die #Aufschrei-Wizorek spricht. Dabei haben die beiden Frauen recht - auch wenn vielleicht nicht alles ganz so stimmen mag oder herbeigerufen klingt, was sie zum Argument vorbringen.

Aber wir müssen gewarnt sein vor jenen, denen es ja nur Recht ist, wenn sich der Ausländer so vergreift. Dabei haben wir ja tatsächlich und wirklich ganz massiv das Problem der Parallelgesellschaften, die sich, abgeschlossen und zusammenhaltend, nehmen, was sie wollen. Dass es das gibt ist allerdings auch zum sehr großen Teil die Schuld unserer Gesellschaft.

Und wenn nun Medien wie Politiker die Aufmerksamkeitsökonomie derart lenken und puschen, wie gerade zu sehen, so stellt sich wieder einmal die Frage, wohin das führen soll; in was für einer Gesellschaft das enden soll. Nur Randnotizen sind dagegen, dass in Merseburg und anderen Orten Flüchtlingsheime mit Feuerwerk und in Hessen sogar mit Schusswaffen - mit einem getroffenen Insassen - beschossen wurden. Und dass die Polizei nicht annähernd bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit angegriffen wurde und wird, weil so gut wie keiner dieser Angreifer wirklich dingfest gemacht wurde.

atabalo 06.01.2016 | 23:41

Sie haben recht, Herr Leusch, ich habe mich getäuscht und bitte um Vertändnis für meine Überreaktion. Solche Dinge geschehen praktisch überall in Deutschland.

Um 1 Uhr erreichten sie das Kino, wo ihnen eine Männergruppe von acht bis zehn Männern begegnete. Die Männer, die laut der Beschreibung der 23-Jährigen kein Deutsch sprachen, hielten die junge Frau fest.

"Plötzlich war ich gefangen. Überall waren Männer, die mich geküsst haben, auf die Stirn, auf die Wangen, auf den Mund," berichtet die Studentin der Zeitung den Vorfall.

Die Freundinnen konnten sich gegenseitig helfen und sich von den Männern losreißen."

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/berichte-ueber-sexuelle-uebergriffe-zu-neujahr-jetzt-auch-aus-bielefeld-a1296944.html

zum Glück gibt es noch so besonnene Menschen wie Sie und Frau Schrupp.

atabalo 06.01.2016 | 23:52

Ich habe Ihre Antwort erst jetzt gelesen.

Es ist sichere Tatsache, daß durch die offenen Grenzen auch sehr viele Kriminelle aus diesen Ländern kommen, und das viele hier kriminell werden.

Die StatistikBerichten sind mindestens geschönt, in dem verlinkten Bericht steht u.a. drin, daß viele Frauen einfach deshalb keine Anzeige erstatten, weil es eh nichts bringt.

Im Gespräch mit Leuten wurde mir gesagt daß die Polizei Anzeigen gegen Flüchtlinge wegen Beleidigung oder Körperverletzung ohne mediziinische Folgen nicht aufnimmt.

Insgesamt ist es aber eine längere Diskussion, ich vertröste Sie auf den Racheblog, der bald erscheinen wird.

Gruss

Columbus 07.01.2016 | 00:07

Ha. Aber ich hoffe doch, dass Sie wenigstens erkennen, wie sehr ihre Quelle schon in den ersten Zeilen lügt:

>>Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln beherrschen die deutschen Schlagzeilen: Rund 1000 Männer vergingen sich an Dutzenden Frauen, bestahlen und nötigten sie sexuell. Die Männer wurden als Araber und Schwarzafrikaner, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, beschrieben.<<

Und seien Sie versichert, dass in dieser "hochheiligen" Silvesternacht, tatsächlich zahlreiche deutsche und ausländische Frauen Vergehen klagen könnten und beklagen, die nicht gemeldet werden. Das haben diese und ähnliche Nächte so an sich, wie z.B. auch die häusliche Gewalt unter den Feiertagen nicht gemildert wird. Aber wer will sowas schon in der Zeitung lesen, geht es um Vorurteile?

Pars pro toto, geht meist schief. Fälle bleiben Fälle, wenn sich keine Regel ergibt. Und wo bitte, soll die hier und bei anderen Geschichten zu finden sein?

Nun aber, geruhsame Nacht

Christoph Leusch

Hagen 07.01.2016 | 00:34

Ich denke gerade mal ein bisschen weiter.

Wenn sich da nun wirklich ein Muster herausbilden würde. Und die Statistiken, die man nun ja langsam auszuarbeiten beginnt, in der Tat eine erhöhte Kriminalität von Einwanderern oder Flüchtigen zeigen würde.

Dann hätte ja der rechte Flügel der Gesellschaft genau recht gehabt.

Und dann würde die Linke mit ihrer Politik total unglaubwürdig wirken.

Hoffen wir mal, dass es sich wirklich um einen Medien-Hype handelt. Denn sonst kann sich die Linke warm anziehen!

Gute Nacht!

Roger11 07.01.2016 | 01:55

@Moorleiche hat in seinem ersten Kommentar meine volle Zustimmung.

Meine Kritik an Antje Schrupp´s Beitrag fällt jedoch fundamentaler aus:

Ich lasse es nicht zu, dass aus harten Fakten Stellvertreterauseinandersetzungen entstehen. Frau Schrupp surft sehr wohl auf dem momentan hoch kochenden Medienhype, um so nebenbei westlichen Männern Gleichgültigkeit gegenüber sexueller Gewalt gegen Frauen zu unterstellen. Geschenkt. Traurig, traurig.

Aber zum Punkt: Ist es nicht egal, welcher Herkunft die Täter von Köln sind? Können wir uns darauf einigen, dass, egal ob Teutone, Araber, Farbiger oder Glatzbirne in Springerstiefeln derlei widerliche Crimes begehen, sie allesamt gleich strafverfolgt und eingeknastet gehören? Und falls die Täter Flüchtlinge aus wer weiss wo waren, selbstverständlich ausgewiesen gehören? Und falls die Täter Migrantenhintergrund mit doppelter Staatsbürgerschaft haben, ebenso diesen aberkannt bekommen und abgeschoben werden? Ja, natürlich!

Es ist politisch wie medial äusserst fatal, die Samthandschuhe anzulegen bei gesellschaftlich kontoversen Debatten. Es ist einerseits skandalös, wie die Brandstifter in Sachsen mir nichts dir nichts davon kommen, andererseits offensichtlich Migartionsunwillige unter dem Deckmäntelchen der naiven Gutbürger als Schutzbedürftige ihr Unwesen treiben.

Wenn in Köln Hooligans gewütet und Frauen bedrängt hätten, wäre für die Medien alles klar: Feuer frei! Aber Nordafrikaner, Araber? Vorsicht, Vorsicht. Man könnte ja empathiefrei rüberkommen. Also, lieber mal ruhig bleiben und....ja und was??

Nee, Leute. Die Sache ist ganz einfach. Nicht von Werten faseln, sondern unser Recht und Gesetz anwenden. Durch die Bank, für jeden, und gegen jeden. Genau das verhindert Diskriminierung.

denkzone8 07.01.2016 | 04:01

"ich fühle mich weder gruppen-bezogen....alles muß da ein zeichen tragen...bisher hat mir noch keine...erklären können,warum diese leidenschaft so viele menschen erfasst..." bist du ein glückliches weltkind in der mitten,von keinen strebungen erfaßt ,außer dem ruhe-bedürfnis? oder verwirrt ob des exaltierten wuselns der wichtig-tuer. oder egalisieren sich alle gewiß-heiten im nirvana? du bist mir ein rätsel ,aber guter wünsche für 2016 wert.

krümmmel 07.01.2016 | 06:52

Genau so. Sachlichkeit wenigstens versuchen, ohne gleich das Angst/Wut/Hass -Fass aufzumachen. Ideologische Scheuklappen, egal welcher Farbe, sind absolut hinderlich, wenn Gerechtigkeit das Ziel ist. Wenn es das nicht ist, was dann?

Wirklich schlimm ist es, dass man sich anscheinend nicht mehr äußern kann, ohne direkt Partei für irgendwas ergreifen zu müssen. Wer versucht, zu differenzieren macht sich wohl verdächtig, entweder zum braunen Pöbel oder zu den blinden Gutmenschen zu gehören. Hauptsache, es wird laut losgebrüllt.

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2016 | 07:43

Zusammengefasst:

Wer den Mob nicht beklatscht ist ein Nazi und außerdem vergewaltigt er jeden Tag eine Frau.

Was Köln mit Geschichten von 18hundert-sonstwas zu tun erschließt wahrscheinlich nicht nur mir nicht.

Ich frage mich, ob Frau Schrupp einen ähnlichen Artikel geschrieben hätte, wenn am Rande einer PEGIDA-Demonstration 5 geflüchtete Frauen derart behandelt worden wären.

(Nein, eigentlich frage ich mich nicht)

Moorleiche 07.01.2016 | 08:20

Krümmel bringt es auf den Punkt.

Wirklich schlimm ist es, dass man sich anscheinend nicht mehr äußern kann, ohne direkt Partei für irgendwas ergreifen zu müssen. Wer versucht, zu differenzieren macht sich wohl verdächtig, entweder zum braunen Pöbel oder zu den blinden Gutmenschen zu gehören. Hauptsache, es wird laut losgebrüllt.“

Erst mal Ruhe zu bewahren, ist richtig, nicht falsch. Was Frau Schrupp da m.E. gemacht hat, hat Roger11 so bezeichnet:

Frau Schrupp surft sehr wohl auf dem momentan hoch kochenden Medienhype, um so nebenbei westlichen Männern Gleichgültigkeit gegenüber sexueller Gewalt gegen Frauen zu unterstellen. Geschenkt. Traurig, traurig.“

Ich glaube das auch. Die pauschalen Unterstellungen im Text, die dann auch noch in den Kommentaren verstärkt werden, sind das, was mich stocksauer macht. Es gilt die Regel, dass ein Unrecht, das andere nicht aufwiegt oder rechtfertigt. Eigentlich gehört es zum festen Repertoire einer informierten Linken, das zu wissen und anzuwenden.

Frauke Petry macht das recht eindimensional, wenn man sie attackiert: Aber ihr. Was macht ihr denn? Ich bekomme auch Hassmails, usw. Pauschale Unterstellungen gegen „die Lügenpresse“ (das Wort, was die Sauberfrau natürlich nicht ausspricht), dass man es ja eigentlich gut meint und nur besorgt ist und man wird ja wohl noch sagen dürfen … .

Überlasst den Populismus den Rechten, denn einen linken kann es nicht geben, heißt es im Freitag und dann wird wortreich erklärt, warum es linken Populismus nicht geben kann. Links ist eben doch ganz anders und besser natürlich.

Nee, das ist linker Populismus, der das ganze Spektrum bedient: Der westliche Mann ist natürlich nicht nur ein latenter Sexist, sondern obendrein auch noch ein Rassist, darum geht ihm jetzt einer ab, denn nur er fühlt sich dazu berechtigt, "seine" Frauen als Sexobjekt zu degradieren, dass will er sich vom dunklen Mann nicht wegnehmen lassen. Er kann auf die Ausländer eindreschen, was er ja immer gerne tut und obendrein noch seinen Status als Herrscher per Geschlecht untermauern.

Das ist ausformuliert das Weltbild was Frau Schrupp hoffentlich nicht hat, aber hier bedient. Eisenharter linker Populismus und Sexismus.

Und es gilt nach wie vor: Ein Unrecht rechtfertigt, relativiert oder entschuldigt das andere nicht. Dieses: Ach, jetzt jault ihr auf, aber den Brüderle winkt ihr durch, oder: Was machen die denn anders, als ihr im Karneval oder auf dem Oktoberfest?, verletzt diesen Grundsatz. Und es ist obendrein eine infame Unterstellung. Ich tue so was nicht. Und ich spreche für zig Millionen anderer „westlicher“ Männer, die sowas auch nicht tun. Was ist das für ein Abgrund, für ein dezidiertes Feinbild der sich da 2016 (unter aufgeklärten Linken?) auftut?

Warum bin ich eigentlich wirklich so zornig? Natürlich, aus Sicht mancher Kommentatorinnen, die ich entsetzlich finde, kann das nur eine Projektion sein, Sprich: Der westliche Mann, also auch ich, würde ja auch mal gerne – das Narrativ hier ist: jeder Mann ein Vergewaltiger, wenn nicht offen, dann latent. Toll. – traut sich aber nicht so. Naja.

Was mich entsetzt ist das, was mich dann mit den geschockten Linken irgendwie noch verbindet. Diese Ereignisse geschehen zur Unzeit. Das ist leider so, aber es sind zu viele, Öffentlichkeit ist hergestellt, das Feuer kriegt man nicht mehr ausgetreten und das ist auch richtig so. Ich glaube, dass die wüstesten der linken Kommentatoren das auch sehr genau wissen, zumindest ahnen. Das ist Kraftfutter für die Rechtspopulisten, die es sich locker in der „Tja, haben wir's nicht immer schon gesagt?“-Pose bequem machen könnnen.

Der Zusammenhang zwischen Flüchtlingen (welche sind da eigentlich gemeint?) und den Übergriffen ist nicht erwiesen, sollte er sich erweisen, würde ich meine Haltung gründlich überdenken müssen. Ich mag zwar Merkel nicht, d.h. ich finde ihre Politik schlecht, aber wenigstens ihr kurzer emotionaler Ausbruch „ … dann ist das nicht mehr mein Land“, hat auch mir Respekt abgenötigt. Ich bin ein dezidierter Befürworter der Aufnahme von Flüchtlingen, auch in sehr großer Zahl. Ich bin noch immer der Meinung, dass wir das schaffen können und bin davon ausgegangen, dass sich Widerstände ergeben, dass die rechten Populisten tönen, dass es kleinere Zwischenfälle geben wird. Trotzdem ist meine Auffassung, dass Einwanderung uns gut tut, aus zig Gründen. Gerade darum trifft mich das, gerade darum bin ich stocksauer, gerade darum finde ich diese Unterstellungen so widerlich.

freedom of speech? 07.01.2016 | 08:34

„…Das passiert und auch nicht zum ersten Mal…“

Und bedauerlicherweise wohl auch nicht zum letzten Mal.

Ich habe die Intensität des #Aufschreis in Sachen Brüderle hier mitbekommen.

Die Betroffene hat die Story vermarktet. Sie kam mir nicht wie ein Opfer vor.

Deshalb hat es mich auch interessiert, wie eine Diskussion im Freitag läuft, wenn wirklich traumatisierte Opfer frauenfeindlicher Gewalt zu beklagen sind, die nicht mehr zu leugnen sind.

Relativierung und Milde war nicht das, was ich erwartet hatte. Es überrascht mich aber auch nicht sonderlich. Überzeugend finde ich diese Haltung nicht. Eher entlarvend.

Es ging wohl weder bei Brüderle noch jetzt im Freitag primär um Frauenrechte. Ich befürchte, dass nicht nur die scharf Rechte, sondern auch Teile der scharf Linken das Geschehene für ihre jeweiligen Ziele interpretieren.

Bedauerlich für die Opfer.

Ich wünsche Ihnen ein schönes 2016.

fos?

drummy-b 07.01.2016 | 08:56

Frau Schrupp beschreibt in ihrem Artikel, wie die Vorfälle in Köln für rassistische Zwecke instrumentalisiert werden und wundert sich, wieso rechte Strömungen sich für Frauenrechte interessieren. Sprachlich ist das Wörtchen "der" im Satz "den der westliche Mann" zu generalisierend, "dieser" wäre hier wohl besser gewesen, im Kontext des Textes wird die Intention aber klar. Und aufgrund dieses Wörtchens geht jetzt hier der ganze "die bösen Feministinnen" Eiertanz los ? Erstaunlich ...

Moorleiche 07.01.2016 | 09:38

Hallo Drummy-B.

Frau Schrupp beschreibt in ihrem Artikel, wie die Vorfälle in Köln für rassistische Zwecke instrumentalisiert werden und wundert sich, wieso rechte Strömungen sich für Frauenrechte interessieren.“

Nein, darüber wundert Sie sich nicht, sondern diagnostiziert treffend, dass es so ist. Es ist ja völlig richtig, dass Rechtspopulisten das taten, tun und weiter tun werden, es ist auch richtig über den Mechanismus aufzuklären.

Was ich kritisiere, ist, dass zurecht gesagt wird, dass Rechtspopulisten billige Klischees bedienen, pars pro toto schließen, aufs Emotionale verkürzen, die ganze Klaviatur eben, dann aber dasselbe tut, was man kritisiert. Unemotional ausgedrückt wäre das eine performativer Selbstwiderspruch.

Sprachlich ist das Wörtchen "der" im Satz "den der westliche Mann" zu generalisierend, "dieser" wäre hier wohl besser gewesen, im Kontext des Textes wird die Intention aber klar.“

Nee, „dieser“ hätte gar nicht gepasst, das ist kein Vertipper oder Zufallstreffer. Beachten Sie den Kontext!

Elegant und erhellend wäre auch, wenn Frau Schrupp sich noch mal erklären würde, die stille Hoffnung darf man ja haben.

Und aufgrund dieses Wörtchens geht jetzt hier der ganze "die bösen Feministinnen" Eiertanz los ? Erstaunlich ...“

Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass ich mich da ausreichend erklärt habe, wenn Sie Nachfragen haben, nur zu.

Dersu Usala 07.01.2016 | 09:55

Das relativierende Argument ist: „anderswo gibt es auch sexuelle Übergriffe, und nicht zu wenig“. Das ist richtig. Der herkömmliche Karneval und Wiesn-Zelte beispielsweise. Und Brüderle gibt es. Während im B-Fall die Empörung gerne genutzt und hochgekocht wurde, um Frauenfeindlichkeit anzuprangern, soll die Empörung im Köln-Fall nun abgekühlt werden.

Weil mehr auf dem Spiel steht, kann man nun sagen. Auch richtig. Das heißt dann aber, dass der Kampf um Gleichberechtigung bewusst zurückgestellt wird. Für ? Für Männer. Ist es das wert, unbegrenzt gar?

Moorleiche 07.01.2016 | 10:10

"Eben, ich beachte den Kontext. ich denke, Sie werden hier getriggert, warum auch immer, ich fühle mich eben damit nicht angesprochen."

Das ist ganz offensichtlich so, bei allem. Find ich auch nicht schlimme, ich stürze mich auch nicht emotional per Kopfsprung in alles rein.

Aber es ging ja jetzt um den Kontext um "dieser" und meine Behauptung ist einfach, es würde schlicht nicht passen und es ist kein Zufall, dass es nicht passt. Wenn Sie das widerlegen möchten oder können, tun Sie's.

Moorleiche 07.01.2016 | 10:42

Frau Schrupp geht in sich und denkt nach (http://antjeschrupp.com/ ) kommt aber nicht auf die Idee, dass Sie da etwas einseitig diagnostiziert haben könnte.

In einem anderen Text zum gleichen Vorfall schreibt Sie:

Damit will ich keinesfalls die Gefährdung von Frauen kleinreden oder relativieren, was den Opfern in Köln geschehen ist, ganz im Gegenteil. Denn es ist eben genau dieser rechte Sumpf, der verhindert, dass real bestehende Probleme angegangen und thematisiert werden. Ich weiß nicht, ob es bei der Polizei oder den Medien Leute gibt, die einen eventuell ausländischen Hintergrund von Gewalttätern kleinreden oder leugnen oder verschweigen, aus Angst dadurch rassistischen Pöbel in Gang zu setzen. Aber wenn es so wäre, dann hätten sie leider allen Grund dazu: Denn einen eventuell ausländischen Hintergrund von Gewalttätern zu benennen, das setzt leider unter Garantie den rassistischen Pöbel in Gang.

Aber gleichzeitig können wir auch nicht darüber hinwegsehen, wenn es – wie in diesem Fall – konkrete Hinweise gibt, dass eine Gewalttat mit einem bestimmten kulturellen Hintergrund korreliert. Frauen müssen jederzeit gehört und ernst genommen werden, wenn sie angegriffen werden, und in jedem Fall müssen die Täter konsequent verfolgt werden, egal wer oder was sie sind. Allerdings mit sachlicher Ursachenforschung, nicht mit hysterischen Schnellschüssen. Und alles, was sich aus den Kölner Ereignissen bisher ablesen lässt ist, dass es auch unter nordafrikanisch aussehenden Männern gewalttätige Arschlöcher gibt.“

(Quelle: https://www.fischundfleisch.com/anje-schrupp/die-gewalt-von-koeln-und-was-jetzt-zu-tun-ist-14437 )

Damit kann man einverstanden sein, das ist ausgewogen und Frau Schrupp ringt erkennbar mit sich.

Dann am Ende:

Also strengen wir uns bitte schön an und etablieren eine sichtbare Kultur des Respekts vor der Freiheit der Frauen. Sensibilisieren wir die Polizei dafür, sexuelle Belästigung

stärker auf dem Radar zu haben und konsequenter dagegen vorzugehen. Stärken wir Mädchen in Schule und Kindergarten, für ihre Ideen und Ansichten einzustehen, auch gegen Widerstände. Bringen wir Jungen von klein auf bei, dass sie Mädchen und Frauen zu respektieren haben, dass sie nicht aufgrund ihrer Männlichkeit über ihnen stehen. Machen wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit klar, dass Frauen sich anziehen und bewegen können wie sie wollen und niemand deshalb zu Übergriffen (oder dummen Kommentaren) irgendeiner Art berechtigt ist. Gewöhnen wir es uns an, bei anzüglichen Witzen, sexistischen Sprüchen und übergriffigem Auftreten immer und sofort zu intervenieren: Und zwar nicht nur wir Frauen, sondern auch die Männer, die ihresgleichen dabei konsequent in die Schranken weisen müssen. Ganz egal, welche Herkünfte, Religionen oder kulturelle Hintergründe dabei im Spiel sind – oder wie viel Alkohol.“

(Quelle: https://www.fischundfleisch.com/anje-schrupp/die-gewalt-von-koeln-und-was-jetzt-zu-tun-ist-14437 )

Okay, das ist offenbar ihr Thema, akzeptiert.

Die überarbeitete Version im stern.de habe ich auch gelesen, die ist im Wesentlichen identisch. Ich kann mit beiden Beiträgen leben und hätte mich nicht motiviert gefühlt, darauf zu reagieren. Auf den freitag.de Artikel schon, warum, habe ich nun hinreichend ausgeführt.

Ich habe keinerlei Interesse daran, Frau Schrupp zu quälen oder an den Pranger zu stellen und deshalb werde ich mich hier nicht weiter zu dem Thema äußern, auch weil einige Kommentare inzwischen unterirdisch werden. Frau Schrupp wird Zeit brauchen um das alles einzuordnen und diese Zeit sollte man ihr, und möchte ich ihr, geben. Es würde mich dennoch freuen, wenn wir an irgendeiner Stelle noch mal auf das Thema Männerbild/Frauenbild zurückkommen könnten. Frau Schrupp konnte (im verlinkten Artikel) deutlich machen, wo und warum sie hätte kotzen können, mir ging es an einigen anderen Stellen ähnlich, vielleicht finden wir ja in einem späteren Austausch zueinander, das war's von mir zu diesem Beitrag.

4711_please 07.01.2016 | 12:09

Die Kleinkriminellen haben sich der deutschen Leitkultur angepasst

nachdem ich letztes Jahr von einer längeren Reise in Lateinamerika nach Köln zurückkam, war mein erster Eindruck ein Kulturschock. Vom Flughafen Köln begann die Entfremdung in der S-Bahn. Dort saßen 4 angetrunkene junge Männer aus der Vorstadt, jeder ein Bier in der Hand, sprachen laut über fickificki-Themen der deutschen Männlichkeitskultur, bis einer anfing laut rumzugrölen. Es erschienen drei Aufsichtspersonen der Bahn, darunter eine Frau. Diese waren für den Gröltypen aber nicht Anlass für Respekt, sondern für sexuelle Gewaltsprache. Ich hatte mich gewundert, dass die Bahnaufsicht das mit sich machen ließ und den Pöbler nicht aus dem Verkehr gezogen hat. Fürs Falschparken muss man also blechen, Belästigen durch sexuelle Gewaltsprache, unverschämtes Benehmen und lautes Rumgrölen in kleinen öffentlichen Räumen geht in Ordnung in Deutschland, denke ich mir.

Beim Umstieg von der S- ind die U-Bahn muste ich mir den Weg durch ein Spalier von Gruppen angetrunkener junger autochtoner Männer, meist mit Flasche in der Hand, bahnen. Zum Glück waren die grad nicht im Grölmodus, denn es war ja auch schon so sehr unangenehm an einem normalen Freitagabend gegen 22 Uhr. So was habe ich in Lateinamerika nie erlebt. Dort ist Alkohol auch nicht so eine akzeptierte Kulturdroge wie in Deutschland. Vielleicht sollten die Politiker nachdenken, ob die deutsche Leitkultur - der Alkoholkonsum - wirklich einen friedlichen, die Frauen respektierenden Umgang mit sich bringt.

Was diese deutschen Männer nun aber völlig auf die Palme bringt: die "Araber" nehmen sich einfach, was sie selbst auch gerne hätten. Die Szenen in der Kölner Sylvesternacht ist doch ein feuchter Traum von den Tausenden, die am Wochenende in der großen Stadt ausgehen, um Frauen aufzureißen, daran aber schon alleine deshalb scheitern, dass es eher keine Frauen gibt, die auf grobschlächtige Besoffskis in Männergruppen abfahren. Auch der Frust dieser Männer bricht sich nun rassistische Bahn.

Angeblich soll der Mob aus Asylbewerbern bestanden haben. Das ist nach wie vor das Narrativ der Rechten, dass es die "Asylanten" waren, die sich an den Frauen vergriffen haben. Ich unterstütze dagegen die These der Kölner Polizei, dass es sich bei der Kerntätergruppe um die üblichen Kleinkriminellen handelt, die die sexuellen Übergriffe als grenzüberschreitendes "Beiwerk" zum Diebstahl ausführten.

Ich gehe davon aus, dass sich am Bahnhof viele Touristen aus Paris und Brüssel befunden haben, das würde erklären, warum die Opfer die Leute als Marrokaner oder Algerier identifizierten, denn in Frankreich und Belgien wohnen viele Menschen aus den Magreb-Staaten. Weil es solche Übergriffe auch in anderen Städten gegeben hat, vermute ich, dass die Taschendiebbanden Westeuropas vernetzt sind. Sie haben sich Deutschland als Tatort ausgesucht. Ich tippe mal darauf, dass durch die Anti-Terroreinsätze in Brüssel und Paris dort ihre kriminellen Machenschaften erheblich erschwert haben - außerdem fiel ja in Brüssel und Paris die öffentlichen Sylvesterfeiern aus - warum nicht im nahen Deutschland feiern und "Spass" haben?

Diese Spekulation hilft den Opfern nicht wirklich weiter, aber es hilft, zu verstehen, was vorgefallen ist.

gelse 07.01.2016 | 13:19

>>...es gab eine riesige Demo von Frauen, die vor allem zu direkten Aktionen und Selbstverteidigung aufgefordert haben, es entstanden Initiativen usw. ... unter diesem Aspekt hätte ich hier in Köln auch ein wenig von Kairo.<<
Na ja, wenn es gegen sexuelle Gewalt geht ohne Verbindung mit einer bestimmten Täterherkunft, dann reagieren deutsche Männer ganz schön giftig. Und die ägyptischen Frauen sind wohl nicht so verhuscht wie meine deutschen Geschlechtsgenossinnen...

4711_please 07.01.2016 | 13:26

Gegenteil von was? Meinen Sie, dass ich mit meiner Vermutung die rassistische unterstütze? Meine Güte! Köln ist 3 Std von Paris, 1 1/2 von Brüssel weg, es ist eigentlich eine Binsenweisheit, dass Touristen aus den Städten nach Deutschland kommen, wo die Feierlichkeiten abgesagt wurden.

Ich bin der Meinung, dass die Anstrengungen, Taschendiebe und Einbrecher zu stellen, verstärkt werden sollen. An anderer Stelle habe ich ja schon mal vorgeschlagen, den Flüchtlingen eine Art Hilfspolizeidienst zu ermöglichen, um Integration und nötige Polizeidienstverstärkung zusammenzuführen. Ich finde schon, dass aus den Vorfällen Konsequenzen gezogen werden müssen. Möglicherweise gehört dazu auch der Rücktritt des Kölner Polizeipräsidenten, von dem ich den Eindruck habe, dass er gar nichts mitbekommt: weder die Gefahr des Ausweichens von Banden mit Kleinkriminellen aus Paris und Brüssel in der Sylvesternacht, noch die Übergriffe selbst.

drummy-b 07.01.2016 | 13:59

Ist nicht ganz falsch. Auf der anderen Seite erklärt es aber auch die Beobachtungen/Ereignisse (von denen wir den exakten Hergang noch nicht kennen, aber es wahren nach den Zeugenberichten viele nordafrikanisch aussehende Personen involviert, dass sieht man auch auf den Videos). Ich denke, man tut der Diskussion keinen gefallen, wenn man diese Umstände völlig vom Tisch wischt, dann gießt man nür Öl ins rassistische Feuer. Aber es waren eben, und das ist das entscheidende, aller Wahrscheinlichkeit nach organisierte Banden, die ich selbst schon am Kölner HBF bei ihrem Treiben beobachten konnte (und ja, es waren überwiegend "Ausländer"). Dass die Herkunft hier nicht ursächlich für die Kriminalität ist, sondern eher die sozialen Umstände, sollte aufgeklärten Menschen klar sein.

drummy-b 07.01.2016 | 14:19

Ich glaube, der Kommentator meinte nicht pauschal alle deutschen Männer, genau wie die Autorin des Artikels (ich jedenfalls habe diese Träume nicht und fühle mich auch nicht angesprochen). Aber einigen Zeitgenossen (und es sind nicht wenige) traue ich das sehr wohl zu, von einigen weiß ich es explizit (" ...der müsste es einfach nur mal wieder richtig besorgt werden ..."). Das die Täter zum Teil deutsch konnten, ist richtig, aus meiner Sicht auch nicht überraschend, da es das ganze Jahr über solche Bandenkriminalität am Kölner HBF gibt, es also auch überwiegend "lokale" Banden gewesen sein können.

4711_please 07.01.2016 | 14:35

Klar ist das spekulativ, aber mehrere Indizien stützen meine These. Außerdem: wenn sie sich mal in einen belgischen oder französischen Kleinkriminellen versetzen wollen: das Geschäft ist seit Wochen kaputt, in Deutschland winken Party, "Spass", leichte Beute. Durch meine Vernetzung treffe ich viele "Kumpel", mit denen ich da was reißen kann. Na, was würden Sie machen? So spekulativ ist meine These nun auch nicht, und allein Brüssel und Paris zusammen haben vielleicht 1000 aktive Taschendiebe, dann kommen noch die aus den kleineren Städten, aus Holland vielleicht auch - Fünfzig Taschendiebe jeweils in der Menge von Köln, Hamburg, Stuttgart usw - und das Ergebnis ist das was wir haben... dass die vielen Verbrechen in Deutschland - Köln ist ja bloß der Höhepunkt - nach Absprache und Vernetzung aussieht, das sehen ja viele so. Und dass die Taten typisch für Taschendiebe sind, wird von der Polizei erwähnt. Ich interpretiere nicht kreativ, sondern logisch :)

McCormick 07.01.2016 | 14:36

Was scheibchenweise nach und nach herauskommt ist wirklich erschreckend. Inzwischen sehen sich Wisteblower gezwungen Polizeiprotokolle zu leaken, weil es kein Vertrauen in die Informationspolitik der Polizei gibt.

Offensichtlich gab es einen großangelegten Versuch die Vorfälle zu vertuschen. Die Polizei sprach am Neujahrstag von einer "ruhigen Nacht" obwohl den Beamten vor Ort die Situation klar war: siehe u.a. Polizeiprotokoll, aber auch die vielen Zeugenaussagen die verdeutlichen, dass die Polizei gelogen hat und vertuschen wollte.

Und dann ist da noch die unrühmliche Rolle der Medien, die zuerst versucht haben die Sache zu verschweigen (nicht nur das ZDF) und als es nicht mehr ging, versuchten, sexuelle Übergriffe zu verharmlosen (die Vergewaltigungen werden soweit möglich gar nicht erst erwähnt) und die Diebstähle in den Vordergrund zu stellen. Die Behauptung, dass zerrissende Slips und Finger in Körperöffnungen von Handydiebstählen ablenken sollen zieht einem ja wirklich die Schuhe aus.

Die Aufrufe zur "Ruhe" und "Besonnenheit" (ich würde sagen: verharmlosen und relativieren) kommen übrigens auch aus der selben Ecke und oft genug von den exakt selben Personen, die sehr schnell dabei sind "weiße Männer" aller möglichen "ismen" zu beschuldigen und vorzuverurteilen.

Oder anders gesagt: Antje Schrupp hätte wahrscheinlich anders geschrieben wenn die Täter weiße Männer (womöglich sogar Sachsen) und die Opfer Migrantinen gewesen wären.

4711_please 07.01.2016 | 14:55

ich sprach von einer Erfahrung, die ich letztes Jahr gemacht hatte. Ich weiß ja nicht, wo Sie wohnen, aber ich weiß, dass es viele junge deutsche Männer gibt, die sich in der Gruppe besaufen, in die Stadt fahren und groß rumprahlen, wie sie Frauen aufzureißen, bzw. Frauen aufgerissen haben. Halten Sie einfach mal die Ohren offen, wenn Sie in einer Stadt einer Gruppe junger heterosexueller Männer begegnen, die betrunken sind. Für die ist es ein feuchter Traum, eine Frau befummeln zu können. Nennen Sie meine Erfahrung sexistisch.

Die Augenzeugenberichte, von denen ich weiß, sprachen von Männern mit Magreb-Äußeren (Marokko, Tunesien, Algerien, Lybien), die arabisch und französisch sprachen. Diese Menschen sehen in der Tat anders aus als Syrer, Iraker oder Afghanis, ich könnte sie auch unterscheiden...

McCormick 07.01.2016 | 15:04

In den letzten 30 Jahren scheint sich auch der Feminismus dahingehend geändert zu haben, dass er vom kulturrelativismus vereinnahmt wurde. sexuelle Gewalt ist daher nur noch uneingeschränkt verwerflich, wenn der Täter ein weißer Mann ist. sobald der Täter aber nicht weiß ist, beginnt das relativieren, das herumgeeiere, solange, bis die Vorwürfe und Taten versanden. Und irgendwann akzeptiert man es als Normalität, schaut weg.

Kann man da aus Täterperspektive da schon von positiven Rassismus reden?

Täter: Mike aus Dresden. Opfer: Migrantin/Flüchtling. Tat: Diebstahl, schwere sexuelle Nötigung. Ergebnis: ein medialer Lynchmob aufgrund es hate crimes mit schweren sexellen Übergriff

Täter: Araber. Opfer: junge Frau, weiß. Tat: Diebstahl, schwere sexuelle Nötigung. Ergebnis: Aufruf zur Besonnenheit, die Diebstähle werden thematisiert (ja mei, der rest war doch eh nur zur Ablenkung, gelle)

A-Deiport 07.01.2016 | 15:29

Es sieht danach aus als hätten manche Herrschaften, die zur Zeit bei uns Schutz genieße, viel Druck auf der Kanne. Dann kommt dazu, dass sie in ihrer Heimatländern Frauen wie bei uns selten zur Gesicht bekommen. dann kommt Alkohol dazu und schon gibt es eine explosive Mischung, die sich an so einem Abend in dieser Art entlädt.

Aber es ist erst der Anfang. Die Blauäugigkeit mancher Landsleute hier ist schlicht und einfach erschreckend. Wenn jemand glaubt, dass man mit ein paar Sprchkursen und Willkommeskultur an den deutscheb Bahnhöfen Integration betreiben kann, er/sie solle sich vom Arzt auf Verstand untersuchen lassen.

Es gibt Mentalitäten, die nicht miteinander kompatibel sind. Dies solle man zur Kenntnis nehmen und nicht viel um den heißen Berei reden, was leider viele es tun.

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2016 | 15:34

DWN: Der Kölner Express berichtet, dass es in der Silvesternacht in Köln 15 vorläufige Festnahmen gegeben habe. Die Zeitung zitiert einen namentlich nicht genannten Polizeibeamten, der angab, die Personen seinen „definitiv erst wenige Tage oder Wochen“ in Deutschland gewesen: „Von diesen Personen waren 14 aus Syrien und eine aus Afghanistan. Das ist die Wahrheit. Auch wenn sie schmerzt.“ Die vorläufig Festgenommenen hätten „Aufenthaltsbescheinigungen zur Durchführung des Asylverfahrens“ bei sich gehabt.

Columbus 07.01.2016 | 15:48

Sehr interessanter Kommentarbeitrag, A-Deiport.

So fett gedruckt, müssen Sie aber noch viel deutlicher werden. Ihre Mentalität ist es, die Sie für nicht kompatibel halten.

Die Vorgänge in Köln haben allerdings mit Mentalitäten gar nichts zu tun. Da geht es simpel um Kriminalität und die ist immer inkompatibel und unerträglich, in Köln, Berlin und Kairo. Sie ist aber auch beherrschbar, wenn man nicht gleich die Nerven verliert und dauernd pauschaliert. - Kollektiv die Nerven verlieren, liegt allerdings derzeit in der Luft. Das hat tatsächlich mit Mentalitäten zu tun.

Christoph Leusch

herb66 07.01.2016 | 16:19

Wir leben ja nicht in einer idealen Welt. Viele möchten es nicht glauben, selbst Deutschland ist kein ideales Land.

Es leben Menschen überall, die hin und wieder kriminell werden, zu Straftätern werden, selbst Deutsche gehören dazu, unglaublich.

Ja und manchmal machen in allen Ländern jeweils Ausländer Straftaten. Also auch Deutsche in Afrika beispielsweise.

Und wenn es einigermaßen gut organisierte Länder sind, gibt es eine Polizei, welche die Straftaten aufdeckt, und die Täter verfolgt, wenn notwendig, einsperrt.

Darauf möchte ich als Bürger vertrauen.

Es gibt ganz grässliche Straftaten, Vergewaltigungen gehören dazu.

Manchmal hat die Polizei bei uns Probleme, Taten aufzuklären. Ich glaube einmal im Monat bittet sie dann hier im Fernsehen um Mithilfe der Bürger in "Aktenzeichen xy..." zum Beispiel.

Da kann man dann anrufen, wenn man etwa Täter auf Bildern erkennt. Zwei Stunden im Monat, glaube ich, passiert das.

Warum ich nun im Internet rund um die Uhr, im Fernsehen und in der Presse bombardiert werde wegen Vorfalle in der Silvesternacht vor dem Hauptbahnhof Kölns, verstehe ich nicht. Weil es keine Tote gab, und die Sache es nicht in Aktenzeichen xy schafft?

Warum nun jeder, der gar nicht dabei war und nicht zur Aufklärung beitragen kann, seine Deutungen, seine kruden rassistischen Theorien ausbreiten muss und ähnliches, jeder, der gar keine Ahnung hat noch dazu, seinen Senf loswerden möchte, macht mich schlichtweg sprachlos.

Ich glaube, ich gehe schnell mal raus aus dem Internet und suche mir einen alten Roman, lege einer Platte auf und lese, draußen wird es so schön dunkel....

schna´sel 07.01.2016 | 16:27

"Vom Flughafen Köln begann die Entfremdung in der S-Bahn. Dort saßen 4 angetrunkene junge Männer aus der Vorstadt, jeder ein Bier in der Hand, sprachen laut über fickificki-Themen der deutschen Männlichkeitskultur, bis einer anfing laut rumzugrölen. Es erschienen drei Aufsichtspersonen der Bahn, darunter eine Frau. Diese waren für den Gröltypen aber nicht Anlass für Respekt, sondern für sexuelle Gewaltsprache. Ich hatte mich gewundert, dass die Bahnaufsicht das mit sich machen ließ und den Pöbler nicht aus dem Verkehr gezogen hat. [...]

Beim Umstieg von der S- ind die U-Bahn muste ich mir den Weg durch ein Spalier von Gruppen angetrunkener junger autochtoner Männer, meist mit Flasche in der Hand, bahnen. Zum Glück waren die grad nicht im Grölmodus, denn es war ja auch schon so sehr unangenehm an einem normalen Freitagabend gegen 22 Uhr."

Realistische Zustandsbeschreibung. Nicht nur für Bahnhöfe, auch für andere öffentliche Plätze. Vor U-bahnhöfen oder sonstwo in der Stadt. Natürlich sind das sind Opfer, die "unten durchgefallen sind". Aber es werden immer mehr. Und wenn die Stadt brummt, wenn große Volksbelustigung angesagt ist, dann werden die Überänge fließend und man kann manchmal nicht mehr unterscheiden, zwischen denen, die immer so abgestürzt sind und denen die sich das nur gegönnt haben, weil man sich sonst ja nichts gönnt. Das sind natürlich nur die Spitzen des Eisbergs, Aber auch das ist deutsche Leitkultur. In einem viel größeren und bestimmenderen Maße, als unsere freie und fortschrittsgläubige Gesellschaft bereit wäre, sich einzugestehen und zuzugeben. Weil es zu dem gehört, was wir als unsere Freiheit empfinden. Weil es "Ventilfunktion hat" und prinzipiell gesellschaftlich akzeptiert ist.

Eva 07.01.2016 | 16:28

Liebe Frau Schrupp,

Sie gehen davon aus, dass es sich bei den sexuellen Übergriffen am Neujahrsmorgen in Köln, wie auch in Hamburg, Düsseldorf, Bielefeld, Frankfurt und Stuttgart um verscheierten Diebstahl gehandelt habe. (Schon merkwürdige Betrachtungsweise angesichts von zwei aufgenommenen Vergewaltigungen)

Mittlerweile aber stellt sich die Situation anders da.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html

Es riecht nach Skandal und Vertuschung (und daran haben nicht nur sie sich beteiligt - entgegen der Interessen der wirklichen Opfer).

Ich kann verstehen, dass man für migrantischausehende Mitbürger Emphatie empfindet, angesichts des Zorns wegen der Verbrechen, einen Zorn der alle Migranten treffen könnte. Aber Verschweigen der Fakten oder Herunterspielen war noch nie eine gute Lösung von Problemen.

Die Tatsache dass die Täter auch noch Handys, Schlüssel, Brieftasche abnahmen, verschlimmert das Leid der Opfer, denn ihre Peiniger wissen wo sie wohnen, haben Zugang zu auf dem Handy gespeicheten Daten und einen Schlüssel.

Unglaublich!

Vor einigen Jahren wurde ich auch Opfer eines zudringlichen Migranten, mitten am Tage. Ich hatte ein Kleinkind und ein Baby im Kinderwagen dabei und ich sah sehr wohl in seinen Augen, welchen Stellenwert er mir als Frau zubilligte. Und dieser Stellenwert, so habe ich es verstanden und gefühlt, war kulturell/sozial und religiös geprägt und rassistisch eingefärbt. Es war ein anderer Sexismus, als der dem man in Bierzelten begegnet.

Könnte es nicht sein, dass die Opfer von Köln ,.... migrantischen Rassismus und Sexismus begegnet sind. Dass dies vor allem auch Rassisten waren ?

MaggieStone 07.01.2016 | 16:42

Columbus, Ihre Kommentare lesend, meint man,einer postmodernen Reinkarnation des Teiresias zu lauschen. Denn anders kann ich mir nicht erklären, woher Sie, nachdem offensichtlich (alternativ, angeblich) nicht mal die Polizei genaueres weiß, wissen, dass bei den Vorgängen in Köln die Mentalität der Täter keine Rolle gespielt hat? War das ein unfreiweilliger Hinweis auf den teiresischen Sehapparat?

MaggieStone 07.01.2016 | 16:43

Columbus, Ihre Kommentare lesend, meint man,einer postmodernen Reinkarnation des Teiresias zu lauschen. Denn anders kann ich mir nicht erklären, woher Sie, nachdem offensichtlich (alternativ, angeblich) nicht mal die Polizei genaueres weiß, wissen, dass bei den Vorgängen in Köln die Mentalität der Täter keine Rolle gespielt hat? War das ein unfreiweilliger Hinweis auf den teiresischen Sehapparat?

herb66 07.01.2016 | 17:27

@MAGGIESTONE

Jetzt bin ich doch neugierig geworden, wie das ist, wenn man eine Mentalität mit einer Volkszugehörigkeit in Verbindung setzt und daraus Taten erklären möchte, und ich habe gegoogelt.

(Ich meine ja, wenn überhaupt, ändern sich Menschen nicht so sehr in kurzen Zeitspannen wie es drei oder vier Generationen sind. Eigenschaften bleiben, da ist nur eine dünne Decke der Zivilisation drüber gezogen, oder. Die, wie man weiß, ganz schnell reißen kann)...

Ich habe das gefunden:

http://www.deutschlandfunk.de/die-mentalitaet-deutscher-wehrmachtssoldaten.1148.de.html?dram:article_id=180838

Angelia 07.01.2016 | 18:18

Umso mehr aber muss vor bewussten Hochkochen und vor allem Pauschalisierungen gewarnt werden.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist bereits ja hochgekocht, einerseits durch die Vorgänge selbst, andererseits deshalb, weil einfach erst 3 Tage nach den Vorfällen darüber berichtet wurde. Ja, man sollte die Stimmung nicht noch weiter anheizen, das sehe ich auch so. Ich denke aber, ein Anstieg der Ressentiment lässt sich nicht vermeiden, indem man vor Pauschalisierungen warnt. Im Gegenteil, ich meine, dass die Menschen sich gerade jetzt keinen Maulkorb verpassen lassen und miteinander in die Diskussion gehen sollten. Auch u.U erst mal unreflektiert, denn erst die Diskussion bietet ja die Möglichkeit zur Klarheit und zurück zur Besonnenheit zu kommen. Jedenfalls sollten wir die Stimmengewalt nicht nur den Rechten überlassen und die Intelligenz der Bürger unterschätzen.

Aber wir müssen gewarnt sein vor jenen, denen es ja nur Recht ist, wenn sich der Ausländer so vergreift.

Das sind wir doch bereits. Die Diskussion hat in der Gesellschaft ja bereits mit der Pegidabewegung und Gegenbewegung angefangen. Ich halte die Menschen in diesem Land nicht für so unmündig und undifferenziert, dass man ihnen die Wahrheit nicht zumuten kann, sie diskutieren lassen kann und sie statt dessen bevormundet.

Dass es das (Parallelgesellschaften) gibt, ist allerdings auch zum sehr großen Teil die Schuld unserer Gesellschaft.

Schuld ... hmm... Ich würde sagen, der größte Teil der Verantwortung liegt bei den Regierungen seit der Wiedervereinigung. Die hat sich nämlich um nichts weiter gekümmert als um die Interessen der Wirtschaft. Dass Gesellschaft unter diesen Prämissen früher oder später aus dem Ruder läuft, liegt in der Natur der Sache. Und im Gegensatz zu Frankreich hat Deutschland die Sache mit den Parallelgesellschaften bis jetzt noch ganz gut hinbekommen – bis jetzt. Und auch die Gesellschaft hat ein Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung, was man m.E eben nicht ausschließlich mit „mehr Freiheit wagen“ hinbekommt (Zitat Merkel irgendwann zu Beginn ihrer Amtszeit) was ja hieß mit weniger Staat, also mit weniger personellen Ressourcen u.a. bei der Polizei/Bundespolizei, so wie durch outsourcing an private Sicherheitsunternehmen, damit die so richtig schön von unseren Steuegeldern absahnen können, ohne entsprechende rechtstaatliche Kompenten zu haben.

Ich habe dazu auch schon meine Meinung an JR China-Blog geschrieben: hätte die Gesellschaft nicht insgesamt, incl. aller Migranten so gut es geht friedfertig zusammengelebt, wäre unsere Gesellschaft ggf schon längst implodiert.

Und wenn nun Medien wie Politiker die Aufmerksamkeitsökonomie derart lenken und puschen, wie gerade zu sehen, so stellt sich wieder einmal die Frage, wohin das führen soll; in was für einer Gesellschaft das enden soll.

Allerdings, die Frage ist nur, ob die richtige Antwort das nicht wahrhaben oder verdrängen wollen der Tatsachen ist und man die gesellschaftliche Debatte aus lauter Angst vor einem massiven Ruck nach rechts abwürgen, gängeln und bevormunden soll.

Und dass die Polizei nicht annähernd bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit angegriffen wurde und wird, weil so gut wie keiner dieser Angreifer wirklich dingfest gemacht wurde.

Warum sollte man auch den Brass an den Falschen auslassen. Das wäre so, als würde man das Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Altenheimen für die desolaten Zustände im Gesundheitswesen verantwortlich machen. Obwohl es die Regierungen waren die beschlossen sukzessiv, ich glaube es waren 15 000 Stellen, einzusparen, obwohl wir eigentlich 15000 mehr benötigt hätten (demographischer Wandel) die Regierung andererseits aber genau den demographischen Wandel (mehr alte Menschen) vorschoben, um die Rentenreform zu Gunsten der privaten Versicherungsgesellschaften ( 5% weniger Einzahlung in die gesetzl. Kasse = 8 Milliarden/Jahr mehr in den Kassen der privaten Versicherungen) durchzuerpressen.

Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Debatte über die Ursachen und vor allem über die wirklichen Verursacher. Und hier sollte man m.E weder den Flüchtlingen, noch „der Gesellschaft“ geschweige denn Frauen, die sexuell genötigt bis vergewaltigt wurden eine Verantwortung zuschieben die sie nicht haben. Sie haben genauso ein Recht darauf gehört und ernstgenommen zu werden, wie jeder Flüchtling, der von durchgeknallten Spakkos angegriffen wird.

Letztendlich ist es für Regierungen immer besser, die Bevölkerung geht sich gegenseitig und den Zugereisten an den Kragen , statt den Druck dahin zu lenken wo er hingehört – nämlich in Richtung Regierung.

Ich glaube wenn wir wirklich vor etwas warnen sollten, dann davor.

Liebe Grüße Angelia

A-Deiport 07.01.2016 | 18:28

"Die Vorgänge in Köln haben allerdings mit Mentalitäten gar nichts zu tun."

Haben Sie keine? Bzw. wollen Sie damit sagen, dass die Mentalität hier absolut keine Rolle spielt. Dies sollten Sie vielleicht den Frauen erzählen, die in Köln oder Hamburg und anderswo von solchen Peinlichkeiten betroffen sind. Ich kann mich gewiss nicht daran erinnern, dass so etwas in der Vergangenheit bei uns konstatiert wurde.

Angelia 07.01.2016 | 18:29

Abregen und einfach mal still werden.

Dann hat die Vernunft wieder eine Chance, sich Gehör zu verschaffen.

Und wenn ihre leise Stimme endlich wieder zu hören ist - HINHÖREN.

Ich findde den gut gemeinten Rat etwas naiv und weltfremd. Ode denken sie dass die Mehrzahl der Flüchtlinge die Vorgänge und Debatten in D nicht mitbekommen und Angst haben, dass so ein paar kriminelle Spakkos ihre Sicherheit nicht nur in ihrem Herkunftsland gefährden sondern sogar hier? Und meinen Sie nicht, das auch in den Flüchtlingsunzerkünften darüber debattiert wird. Ist das was Schlechtes?

Angelia 07.01.2016 | 18:32

Oder anders gesagt: Antje Schrupp hätte wahrscheinlich anders geschrieben wenn die Täter weiße Männer (womöglich sogar Sachsen) und die Opfer Migrantinen gewesen wären.

Das vermute ich leider auch und es bescheibt m.E auch das Dilemma der Redaktion - man kann nicht mit zweierlei Maß messen - auch die sexuell genötigten Frauen haben ein Recht gehört und ernstgenommen zu werden und damit hat sich redaktion m.E schwer getan.

GunterKohlmey 07.01.2016 | 18:55

Moin,

bevor ich zu dem Artikel und den Kommentaren etwas sage, kurz zu mir: in den 80er Jahren Politikwissenschaft studiert in Marburg bei der sog. Marburger Schule..

Marxistisch orientiert in der politökonomischen Analyse. Seit circa 20 Jahren im internationalen Handel mit Werkzeugmaschinen tätig, seit 2010 befreundet mit dem brasilianischen Besitzer einer Produktionsfirma für Exzenter Pressen. Zuletzt in 2015 gebrauchte Maschinen gekauft von Lloyd und verkauft an indische Millionäre, die ich so kenne. Ich bin über fünfzig.

Wer theoretisch und praktisch mit Ausländern aus Brasilien, Indien oder aus den arabischen Ländern zu tun hat, wird nach einer längeren Zeit merken, die sind total anders als wir und die wollen so bleiben und es ist nicht immer schön, was man da sieht. Gilt bestimmt auch umgekehrt.

Teile der deutschen Autoindustrie freuen sich über billige Arbeitskräfte, die zuwandern, brauchen sie nicht mehr teure Direktinvestitionen in der 3. Welt zu tätigen. Die Politik hilft und behauptet, es wäre Humanismus, das von einer CDU, die immer als eher ausländerfeindlich galt.

Aus dem Krieg kommen Leute, die im Krieg geprägt wurden. Verschiedene Kulturen in einem Land, prima, teile und herrsche, denkt die Oberschicht.

Linkspartei, Grüne und SPD unterstützen diesen Kurs unter dem Zeichen des Humanismus und können dann das vergrößerte Prekariat politisch vertreten.

Ich bin stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem der Bundeskanzler eine Frau ist und wir Ministerinnen haben. Ich mag starke Frauen.

Ich weiß aber auch von einem homosexuellen Bekannten (natürlich mit Doktortitel), dass es in dieser Szene unter homosexuellen Männern Frauenhasser gibt und unter homosexuellen Frauen Männerhasser.

Kleine Gruppen. Wenn Sie veröffentlichen können, kann es sein, dass sie aus ihrer sexuellen Lage Weltanschauungen und Analysen ableiten (Nietzsche).

Ich frage ohne Ressentiment, gehört Frau Schrupp zu dieser kleinen Gruppe ? Das würde erklären, warum sie unterschiedslos alle Männer verdächtigt. Eine rhetorische Frage.

Der Kommentator Columbus wohnt er eigentlich noch bei seiner Mutter, wie vor ein paar Jahren ? Er müsste Mitte 40 sein, ja ? Dann kann man leichter sexuelle Belästigungen an Frauen relativieren, wenn man keine eigene hat, oder ? Oder geht es darum, im Freitag veröffentlichen zu dürfen ?

Nicht böse sein, aber wenn schon, dann die Wahrheit auf den Tisch legen oder ?

Was passiert ist, ist sehr gefährlich. Es kann zu unkontrollierbaren Entwicklungen führen, alles rutscht nach rechts. Die Linken und Liberalen isolieren sich immer mehr.

Ich wähle die Linke schon längst nicht mehr.

G.Kohlmey

paultavan 07.01.2016 | 20:24

"ich könnte sie auch unterscheiden"

Jeder kann das, dennoch redete die Polizei zunächst von Nordafrikanern, zum Entsetzen ihrer Kollegen: http://www.welt.de/politik/deutschland/article150735341/Die-meisten-waren-frisch-eingereiste-Asylbewerber.html

Wieso? Statt Kulturrelativismus zu betreiben, sollten Sie besser nach diesem Vorbild differenzieren: http://www.nzz.ch/feuilleton/phallisch-aggressives-verhalten-1.18673539

Columbus 07.01.2016 | 20:27

Das ist Unsinn, was Sie da polemisieren. Weder stimmt das verunglückte Taliban- Witzchen, ein Witz sollte einen Teil Wahrheit enthalten, noch der Sermon oben drüber. Der Schreiber dem ich zur Mentalität schrieb, meinte nicht Charakter und Persönlichkeit eines Individuums, er wollte verallgemeinern und die Mentalität als gruppenbezogenes Eigenschaft hochziehen. Sie machen das ja nun auch. Logisch und sachlich nicht gut, rein polemisch. Abregen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

balsamico 07.01.2016 | 20:32

Fakt ist, dass man seit 1945 von Krawallen dieses Genres, gottlob, nichts gehört hat. Also muss man dafür sorgen, dass solche Krawalle in Zukunft unterbleiben. Wer sie veranstaltet hat, ist dabei egal - sie müssen künftig ohne Wenn und Aber verhindert werden. Das heißt - leider: mehr Polizeipräsenz. Ich wüsste jedenfalls nicht, was man sonst machen könnte. Insbesondere auf die Einsicht dieser Typen zu hoffen, ist ja wohl illusionär.

denkzone8 07.01.2016 | 20:51

unterschiedliche mentalitäten/kulturen/normensysteme existieren. warum sonst das gerede von integration? daß taliban anderen werten folgen als westeuropäischen(=eine generalisierung) ist eine tatsache. daß unterschiedliche vorstellungen, die früher zeitlich und regional entfernt existierten, jetzt zusammentreffen, ist ebenfalls ein fakt, den man nicht blau-äugig ignorieren sollte. ein verallgemeinerungs-verbot zerstört vernünftiges denken. totalisierungs-versuche und general-verdacht sind weiterhin in-human. oder?

A-Deiport 07.01.2016 | 21:16

"...Der Schreiber dem ich zur Mentalität schrieb, meinte nicht Charakter und Persönlichkeit eines Individuums, er wollte verallgemeinern und die Mentalität als gruppenbezogenes Eigenschaft hochziehen."

Das ist mit Verlaub purer Unsinn, was Sie hier von sich geben. Sie sollen aufhören für andere zu denken bzw. anderen Sachen unterstellen, die einfach nicht stimmen. Wollen Sie mir unterstellen, dass mir die Begriffe wie Charakter und Persönlichkeit eines Menschens Fremdworte sind. Ich gewinne bei Ihnen langsam den Eindruck, dass Sie ziemlich fern der Realität unterwegs sind.

Angelia 07.01.2016 | 21:24

Generalisierung in welchem Zusammenhang? Im soziologischen? Habe gegooglte :) in der Soziologie für die Ausweitung von Konflikten durch Einbezug von mehr und mehr Themen; siehe Generalisierung (Konflikt)

1.Wenn Sie aussagen wollen: die Weigerung Sachlagen von mehreren Seiten zu betrachten und alle für das Thema relevanten Faktoren zu berücksichtigen, um die Komplexität künstlich zu reduzieren, stimme ich Ihrer Aussage zu.

2Wenn Sie ausagen wollen: durch das Einbeziehen möglichst vieler auch nicht relevanter Fakten Komplexität zu erhöhen und so Unüberschaubarkeit, Verwirrung zu stiften um den Konflikt künstlich zu verschärfen stimme ich ihnen nicht zu.

1 oder 2?

Columbus 07.01.2016 | 21:28

Ich glaube, Sie haben keine Vorstellung davon, wie mit Sexualdelikten die in einer Öffentlichkeit passieren, in Afghanistan, u.a., umgegangen wird.

Da gilt genau die gleiche Tendenz, Täter zu ermitteln und zu bestrafen (Die Strafen sind andere, die Gefängnisse auch, die Straßen und Plätze ebenfalls, die Polizei vielleicht noch etwas ärmer und hilfloser (:-(( ), dafür manche Familie noch mehr auf anerkannte Selbstjustiz aus. Das steht dann nicht einmal im Koran!).

Trennen Sie doch einmal die Silvesternacht vom Thema Integration. Die Integration fand auf der Domplatte und am Bahnhof nicht statt, spielte da auch keine Rolle. So wenig wie bei anderen kriminellen Vorfällen in Gruppen, an den diversen Festen der Republik, die entgleisen und die Lokalzeitungen mit vermischten Meldungen füllen, bis hin zu Fußball- Vor und Nachspielen oder eben manchen Regionen, in denen Rockerbanden in erheblicher Art und Weise kriminell auftreten und ganze Nachbarschaften und zahlreiche Geschäftsleute einschüchtern, pp. - Sobald was in den Medien fokussiert wird, wird es riesig und jedes Mal läuft das gleiche Spiel.

Aber was heißt das, mit Bezug auf die Integration der ca. 1 Mio. Flüchtlinge (vielleicht bleibt die Hälfte dauerhaft), die sein muss? Nichts!

Ich bin für strikte Trennung. Das hilft praktisch, solche Vorfälle wie in Köln, Stuttgart oder Hamburg zukünftig weitgehend zu verhindern, es werden dann wieder andere Vorfälle bewegen, und es hilft die Migrationspolitik sachlich voranzubringen.

Die allermeisten Flüchtlinge sehnen sich nach genau der Ruhe und dem Frieden, der hier manches Mal so vehement laut und mit Schaum vor dem Mund, eingefordert wird.

Beste Grüße

Christoph Leusch

janto ban 07.01.2016 | 22:01

Krank, krank, krank. Die ganze Debatte ist krank.

|| Wenn wir der Versuchung nachgeben, uns mit Rassisten zu verbünden, haben wir schon verloren. ||

Oh. Dass Sie in Versuchung sind, sich mit Rassisten zu verbünden, wusste ich nicht. Da nehme ich in meinem Kommentar natürlich etwas Rücksicht.

|| Denn deren Angebot zu einer Allianz ist scheinheilig. (... ...) Und die entdecken jetzt ihr Faible für die Freiheit der Frauen? ||

Dann halt nicht. Wer nicht will, der hat schon.

|| Breitet sich hierzulande aufgrund von Migrationsbewegungen ein „importiertes Patriarchat“ aus? ||

Wo denken Sie hin, Frau Schrupp..? Natürlich nicht. Und das fragen Sie ja auch gar nicht wirklich. Denn dann wären Sie - Ihren eigenen Thesen zufolge - ja eine Rassistin. Weil Sie aber Feministin sind, breitet sich hier kein Patriarchat aus. Nur das, was schon da war, das bleibt. Also die Schreckensherrschaft der ca. 40 Millionen Männer, für die Sie den Text geschrieben haben. Denn Frauen haben ja keine Ängste, Ressentiments, Wut oder dergleichen Bullshit mehr, wonnich. Nur kühle Köpfe.

|| Massenansammlungen betrunkener Männer sind nirgendwo ein angenehmes Biotop für Frauen. ||

Ich weiß. Mein Tipp deshalb: Kopftuch aufziehen, das schützt, wie ich in einem redaktionell empfohlenen Blog in dieser Community lernte.

|| So wie es aussieht, waren die am Kölner Hauptbahnhof von etwa 100 Männern aus der Menge heraus begangenen Straftaten ganz überwiegend Taschendiebstähle. ||

Ach so. Na, dann geht's ja. Ich hatte kurz gedacht, in Syrien zerschöss Assad Hilfskonvois für Verhungernde und ein paar frisch Geflüchtete Syrer machten sich in Köln ein schönes Leben.

Nur ein paar Taschendiebstähle und die sexuelle Gewalt halt als Ablenkungsmanöver. Ihre Kollegin Margarete Stokowski schreibt in ihrer Kolumne: "Die Opfer der Übergriffe in Köln, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt sind in dieser Debatte denen, die sich am meisten aufregen, vollkommen egal." link Und meint damit: mich.

Eine Verständnisfrage zum Schluss. Weiß man eigentlich, ob zumindest eines der Opfer sexueller Gewalt einen Migrationshintergrund hat; vielleicht sogar frisch zugezogen, oder besser noch - gewandert ist..? Dann könnten wir uns alle gemeinsam aufregen und müssten das Fass, dass alle Männer faschistisch veranlagt sind nicht schon wieder aufmachen.

Guten Abend.

Montaine Duvall 07.01.2016 | 22:12

Sehen wir die Geschehnisse noch real oder so wie wir sie sehen wollen oder andere es uns diktieren?

Nach meinen Informationen:

Ca. 1000 Menschen auf dem Platz. Viele, man sagt ca. 100, haben Frauen bedrängt, evtl. 2 Vergewaltigungen, Taschendiebstähle.

Dies sind keine harmlosen Delikte, auch wenn Alkohol wieder einmal mit im Spiel war. Auf Seiten der Opfer zu stehen ist eine Selbstverständlichkeit.

Die übliche Vorgehensweise ist eine Ermittlung der Polizei mit anschließender Anzeige und Verurteilung. Auch eine bessere Polizeiarbeit, schnelleres Vorgehen usw. wäre notwendig. Hier gab es anscheinend Versäumnisse.

Bei dieser Vorgehensweise scheint es wohl allgemein keinen Dissens zu geben.

Wichtig ist nun, die Streitpunkte nüchtern zu betrachten. Diese sehen anders aus als vielfach kolportiert.

Unter den Tätern scheinen viele Syrer gewesen zu sein. Auch Flüchtlinge. Daß auch Syrer oder Flüchtlinge Straftaten begehen ist an sich nichts überraschendes. Das gibt es bei allen Nationalitäten. Ungewöhnlich war eher die Häufung.

Die Nachricht "1000" ist falsch, da nicht alle 1000 Sexualstraftaten oder Diebstähle begangen haben sondern eine Gruppe von ca. 100. Solche Straftaten kommen auch bei Fußballspielen, Rockertreffen, Massenveranstaltungen öfter vor, auch unter deutschen Teilnehmern. Übrigens ist von der Mehrheit der Flüchtlinge solches Verhalten nicht bekannt.

Der Islam ist wie das Christentum in verschiedene Strömungen gespalten. Das Frauenbild ist in manchen Bereichen extrem menschenunwürdig, diskriminierend und schon als kriminell zu bezeichnen. Diesen Gruppierungen muß entschieden entgegengetreten werden um ihnen zu verdeutlichen, daß wir hier ein anderes Verständnis zwischen den Geschlechtern haben. In diesem Bereich kann es keine Kompromisse geben. Wer sich nicht daran hält, muß mit den geltenden Gesetzen konfrontiert werden.

Aber genauso wie nicht jeder Deutsche ein Nazi ist, ist auch nicht jeder Moslem ein Krimineller.

Wie gesagt, wir müssen die 100 oder auch 400 bestrafen und nicht die unbeteiligte Million anderer Flüchtlinge. Diese flüchten auch vor solchen Tätern wie die in Köln.

Angelia 07.01.2016 | 22:13

beim kampf zweier linien(smile) können wir uns zusammen-tun.

das ist schön :) dann möchte ich aber bitte etwas mehr lesen als nur geheimnisvoll formulierte rhetorische Fragen ;-)

ohne die hilfe der typisierung(-->wiki) bleibts im gehirn-kastel duster.

Nicht in meinem :) demnächst frage ich Sie einfach in welchem Kontext Sie diverse Worte (generalsiert) meinen, statt mir den Kopf mit Hilfe einer Wortdefinition unnötig zu zerbrechen :-)

janto ban 07.01.2016 | 22:29

|| Ungewöhnlich war eher die Häufung. ||

Zum Schluss noch etwas ernst Gemeintes von mir hier. Die "Häufung" war wohl die Methode - und das ist das "Ungewöhnliche" daran. In den Tätergruppen scheint ein unmoralisches Einvernehmen geherrscht zu haben, wie es (von Pornos mal abgesehen) sonst nur aus "Frauenknast" und ähnlichen Räuberpistolen bekannt ist. Und dieses Einvernehmen ist es doch, das so schockiert. Ich fändt in meinem Freundes- und Bekanntenkreis keine 10 Leute, die undurchlässige Ringe um Männer bilden, damit ich sie "antanzen" und ausrauben kann. Vielleicht stimmt mit mir irgend etwas nicht..

janto ban 07.01.2016 | 22:54

Gruppendynamik, sicher. Nicht gegen Sie gerichtet, aber da muss ich kurz ausflippen, denn der ungefähr einzige, der sozialwissenschaftliche Begriffe hier sonst bemüht, bin ich. Und dass Ablenkungsmanöver, Gruppendynamik und Alkohol mal als denkbare Ausreden für sexuelle Gewalt gegen Frauen würden herhalten müssen.. beim Freitag.. wegen der Flüchtlingsproblematik, die keine sein darf, weil sie halt eben keine sein darf.. oh Mann. "Archaisches Frauenbild"..? Nein nein. Das wäre Rassismus. Und den wollen wir ja nicht, wonnich. Wer bei besoffenen Flüchtlingen archaische Frauenbilder vermutet, beschneidet auch kleine Jungs. Oder ist schwul oder noch schlimmer. Nee nee.

Legen Sie heute Abend bitte nichts von dem, was ich schreibe, auf die Goldwaage. Ich bin manchmal so und kann nicht anders..

sch123 07.01.2016 | 23:03

Ich denke in der Debatte sollte man so ehrlich sein einzugestehen, dass es in vielen arabischen Ländern eine Kultur der Übergriffigkeit gegenüber Frauen gibt, die als nicht angemessen gekleidet wahrgenommen werden. Wer das nicht glaubt soll mal mit Frauen aus diesen Ländern oder Frauen aus dem Bekanntenkreis sprechen, die diese Regionen mal alleine bereist haben. Die "unangemessene" Kleidung wird quasi als "Aufforderung" zu Übegriffigkeit verstanden, sei es in Form von Beleidigungen, sei es in Form von Begrabschen. Und auch in Deutschland werden z.B. hilfsbereite Schülerinnen aus gutem Grund nicht alleine in die Kleiderkammer im Flüchtlingsheim zur Ausgabe gestellt.

Für die Rechten ist die Konsequenz klar und reflexhaft: Männer aus diesen Ländern werden pauschal zu Monstern oder Tieren stilisiert --> die passen nicht zu uns.

Dabei wäre doch die eigentliche Aufgabe, den Leuten klipp und klar zu machen, dass und warum Übergriffigkeit hierzulande eine Straftat ist. Dass das so ist und dass es dafür gute Gründe gibt. So blöd es klingt, das ist einfach nicht jedem klar, der aus diesen Ländern kommt, weil er es einfach nie gelernt hat.

Selbstverständlich wird der rechte Lynchmob immer Verharmlosung vorwerfen wenn man versucht in irgendeiner Weise differenziert oder konstruktiv mit dieser Frage umzugehen, so wie es absurderweise jetzt Feministinnen vorgeworfen wird. Davon sollte die vernünftige Mehrheit der Bevölkerung sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Ich stimme mit der Autorin überein, dass sich scheinheilige Allianzen mit mit pseudofeministischen Rechten verbieten.

Die deutsche oder westliche Kultur im Umgang mit Frauen (die definitiv auch ihre Baustellen hat, aber andere) mit der aus einigen arabischen Ländern zu vergleiche halte ich aber nicht für hilfreich, denn eine vergleichbare Kultur der Übergriffigkeit gibt es hier einfach nicht.

MaggieStone 07.01.2016 | 23:12

Sie sind nach Moorleiche jetzt die 2te Person, die,nach einem m.E. sehr pointierten, guten Beitrag zurückrudert. Warum?

Die Gegenfrage darf gestellt werden: warum schauen die Vertreter der Fraktion "Jetzt nicht durchdrehen" nicht selbst in den Spiegel? Oder tun sie es, und sehen dort die Hysterie, die sie vermeintlich überall sonst sehen, nur eben bei sich nicht?

Der Vorwurf der Hysterie,des Rassismus' scheint mir, dort wo ich von ihm las, sehr reflexartig... allein bei genauerem BLick entpuppt sich das Gerüst löchrig wie ein Sieb. Die Sprüche vom "deutschen Mann, der die Frauen dann doch selbst begrabschen will" oder eben der "Gruppendynamik" sind m.E. die Tastatur nicht wert,auf der sie getippt wurden. Da werden Begriffe und Behauptungen wild durcheinander geworfen, ohne jeglichen Respekt vor der Logik resp. den Rezipienten, die mit diesem Wirrwar alleine gelassen werden

janto ban 07.01.2016 | 23:13

|| Wenn Sie dafür sind da unten in Syrien mal kräftig reinzubomben dann sagen Sie es doch einfach. Oder wenn Sie die Muslims raus haben wollen aus Deutschland oder Europa, oder wollen daß Putin ausgelöscht wird. || link

Der Kommentar macht deutlich, was ich in etwa meine. Weil ich mich bei den meisten Themen nicht zu 100% auf die extreme Seite stelle, die mir von ganzlinker Seite anempfohlen wird, bin ich der letzte Dreck. Antisemit, Rassist, Russenhasser, kurz: Arschloch. Gibt nix, das ich hier noch nicht gewesen wäre. Röchel, röchel, Montaine Duvall, röchel, röchel, ich bin Ihr Vater, röchel, röchel. Ich bin der Antiallah. Und ich schreibe im Internet komische Sachen, wie z.B.: Gott ist klein (oder sowas). Dass ich noch keine Fatwa am Arsch hab', ist echt alles..

Moorleiche 07.01.2016 | 23:16

Kumpel, nur wegen Dir, der Rücktritt vom Rücktritt. Baudelaire tut immer gut:

An den Leser

In Dumpfheit, Irrtum, Sünde immer tiefer
Versinken wir mit Seele und mit Leib,
Und Reue, diesen lieben Zeitvertreib,
Ernähren wir wie Bettler ihr Geziefer.

Halb sind die Sünden, matt ist unsre Reue,
Und unsre Beichte macht sich fett bezahlt,
Nach ein paar Tränen rein die Seele strahlt
Und wandert froh den schmutzigen Pfad aufs neue.

Satan, der Dreimalgrosse, übt die Künste,
Auf seinem Kissen wiegt er unsern Geist,
Bis das Metall, das Kraft und Wille heisst,
Vom Zaubrer aufgelöst in fahle Dünste.

Des Teufels Fäden sind's, die uns bewegen,
Wir lieben Graun, berauschen uns im Sumpf,
Und Tag für Tag zerrt willenlos und stumpf
Der Böse uns der Hölle Stank entgegen.

Wie an der Brust gealterter Mätressen
Der arme Wüstling stillt die tolle Gier,
So haschen nach geheimen Lüsten wir,
Um sie wie dürre Früchte auszupressen.

Gleich Würmern wimmelnd ist ins Hirn gedrungen
Die Teufelsschar, die uns zerstören muss,
Wir atmen, und ein unsichtbarer Fluss,
Der Tod, strömt klagend hin durch unsre Lungen.

Wenn Notzucht, Gift und Dolch und alles Böse
Noch nicht geschmückt mit holder Stickerei
Des Schicksals Grund voll fadem Einerlei,
Dann ist's, weil unsre Seele ohne Grösse.

Doch zwischen Panthern, Schakalen und Hunden,
In der Skorpionen, Schlangen, Affen Welt,
Die kriecht und schleicht und heult und kläfft und bellt,
Im Tierhaus unsrer Taster ward gefunden

Das schlimmste, schmutzigste von allen Dingen,
Die Qual, die nicht Gebärde hat noch Schrei,
Und doch die Erde macht zur Wüstenei
Und gähnend wird dereinst die Well verschlingen:

Der Uberdruss! – Tränen im Blick, dem bleichen,
Träumt vom Schafott er bei der Pfeife Bauch.
Du, Leser, kennst das holde Untier auch,
Heuchelnder Leser – Bruder –: meinesgleichen!

(Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/-1361/1)

Und schon wieder im Moor ...

janto ban 07.01.2016 | 23:28

Entschuldigung, aber ich bin der hysterischste Mensch, den ich kenne. Schon immer gewesen. Und von was soll ich zurückgerudert sein..? Wie ich die Sache sehe, habe ich schon an jede zweite Ecke geschrieben. Asyl --> Grundrecht --> gut. Arabische Männer --> Frauenbild --> nicht so gut. Straftat --> Strafrecht --> fertig. Aber hier werde ich, weil ich ein Mann bin, der sich über ein paar frisch geflüchtete Syrer aufregt, die zu Silvester ein kleines Rudelbum Rudelrauben veranstaltet haben, als Rassist bezeichnet. Und zwar im weitestmöglich gefassten Sinne, inklusive Frauenverachtung. Merken Sie den Unterschied..?? Hier findet ein Angriff statt. Es drehen alle durch, inklusive der Schrupp, mit ihrem kühlen Kopf. Das ist der traurige Wahrheit. Gute Nacht!

Montaine Duvall 07.01.2016 | 23:29

Ich nehme stark an, daß Sie nicht mein Vater sind, lach.

Aber im Ernst, ich kenne die Komm. die an Sie gerichtet waren nicht und möchte bekräftigen, daß ich Sie weder angegriffen noch als xxx bezeichnet habe. Vielleicht haben Sie meine Rückfrage falsch interpretiert. Sie war ernst gemeint und sollte nicht polemisch klingen. Ich verstehe Sie durchaus, aber wie gesagt, ich gehöre nicht zu denjenigen die Sie heute in dieser Weise kritisiert haben.

Vielleicht fangen wir nochmal neu an.

janto ban 07.01.2016 | 23:35

Hey, ich bin und war Ihnen nicht böse und wollte wirklich auf Ihre Fragen ("Welche Themen meinen Sie speziell? Oder meinen Sie die Art der Diskussionen allgemein?") antworten. Ich meinte die Diskussionen allgemein, aber speziell die sog. Ukraine-Krise und die Flüchtlingskr unverhoffte Massenzuflucht aus dem Nahen Osten. Kein Neuanfang vonnöten. Alles gut. Icvh bin nur ein bisschen durch den Wind. Nach müde kommt bei mir doof. Und ich bin wirklich sehr müde ;o) Deshalb noch mal (und jetzt dann aber auch wirklich): Gute Nacht!

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Ehemaliger Nutzer 07.01.2016 | 23:47

Früher wäre das alles anders abgelaufen ... Wer stoppt Merkel? Endlich hat mal jemand durchgegriffen!

Hauptmann : „Achtung! Alle Mann her hören. Sie marschieren nicht in die Kasernen, sondern folgen mir zu einer besonderen Dienstleistung auf allerhöchsten Befehl, Sie übernehmen das Kommando. Wir marschieren zum Berliner Bundestag, los!“

Kommandoführer : „Jawohl Herr Hauptmann!“

Vorm Gebäude angekommen marschiert die Truppe geradewegs in den Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Hauptmann : „Abteilung – halt! Gewehr ab! Links um!“

Hauptmann zum sprachlosen Bundestagspräsidenten.

Hauptmann : „Sind Sie die einzige Wache hier?“

Lammert stotternd : „Jawohl Herr Hauptmann, aber …“

Hauptmann : „Beantworten Sie meine Fragen. Hat das Haus außer dem Vorder- und Hinterausgang noch einen dritten Ausgang?“

Lammert ängstlich : „Nein, Herr Hauptmann.“

Hauptmann : „Gut. Zwei Mann zum Hauptportal, einer Innen, einer Außen. Dasselbe beim Rückportal. Los! Keiner verläßt den Plenarsaal aus meiner persönlichen Erlaubnis. Belagerungszustand verstanden?“

Lammert schon Schweißperlen auf der Stirn : „Jawohl, Herr Hauptmann“

Hauptmann bewegt sich auf Merkel zu.

Hauptmann : „Sind Sie die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Geschäftsführerin des Vereinigten Wirtschaftsgebietes der NGO Bundesrepublik Deutschland?“

Merkel : „Ja allerdings, aber was soll denn das heißen?“

Hauptmann : „Auf höchsten Befehl des Grundgesetzes gemäß Artikel 20 Absatz 4 erkläre ich Sie hiermit für verhaftet. Habe Auftrag Sie sofort zur Justizvollzugsanstalt nach Nürnberg zu bringen. Machen Sie sich fertig!“

Merkel kopfschüttelnd : „Wieso?“

Hauptmann zeigt auf das Kommando und meint

Hauptmann : „Genügt Ihnen das nicht?“

Merkel erneut : „Das versteh´ich nicht. Das muß doch ein Irrtum sein. Wieso denn überhaupt? Erlauben Sie Herr Hauptmann, haben Sie irgendeine Legitimation?“

Hauptmann : „Nee, Sie müssen wissen, daß ein Kommando vor Gewehr absolute Befehlsgewalt bedeutet.“

Merkel : „Ich hab´ aber gar keine Ahnung.“

Hauptmann : „Tut mir Leid, ich auch nicht. Ich habe nur Befehl, Befehl ist Befehl. Hinterher können Sie sich beschweren.“

Hauptmann zum Gefreiten.

Hauptmann : „Sehen Sie mal nach wo der Sicherheitsdienst bleibt!“

Gefreiter : „Jawohl Herr Hauptmann.“

Merkel erneut : „Ich kann das wirklich nicht verstehen!“

Merkel senkt ihren Blick nach unten und faltet ihre Hände zu einer Raute.

Hauptmann : „Ist Ihnen nicht gut? Soll ich Ihnen eine Stärkung aus der Apotheke kommen lassen?“

Merkel : „Nein, nein, danke. Ich würde sehr gern Herrn Obama benachrichtigen.“

Hauptmann : „Ist er im Hause? Wenn er im Hause ist, können Sie gerne mit ihm verkehren. Natürlich unter Bewachung.“

Gefreiter kehrt zurück und meint

Gefreiter : „Der Chef des Sicherheitsdienstes hat in seinem Büro geschlafen. Ich habe ihn mitgebracht.“

Hauptmann : „Wie kommen Sie dazu im Dienst zu schlafen? Werden Sie dafür von dem deutschen Steuerzahler bezahlt?“

Sicherheitsdienst-Chef : „Nein, Herr Hauptmann.“

Hauptmann : „Bringen Sie Ihre Kleider in Ordnung! Und dann mal flux ´runter vor den Bundestag, Sie gehören doch auch zum Sicherheitsdienst!“

Sicherheitsdienst-Chef : „Jawohl Herr Hauptmann.“

Hauptmann : „Sorgen Sie mal für Ruhe und Ordnung gefälligst!“

Sicherheitsdienst-Chef : „Jawohl, Herr Hauptmann“

Hauptmann : „Und halten Sie mir mal jede Störung vom Leibe, verstanden?“

Sicherheitsdienst-Chef : „Jawohl, Herr Hauptmann.“

Inwischen will Gregor Gysi mal auf Toilette. Gefreiter bewegt sich mit Bajonett auf dem Gewehr auf Gysi zu und meint

Gefreiter : „Zurück! Befehl vom Hauptmann es darf keiner ´rin und keiner ´raus.“

Gysi : „Hören Sie mal, das führt jetzt wirklich zu weit.“

Hauptmann zum Gefreiten

Hauptmann : „Lassen Sie den Gysi ´raus, aber folgen Sie ihm, daß er das Gebäude nicht verläßt!“

Gefreiter : „Jawohl Herr Hauptmann“

Hauptmann : „Gefreiter, legen Sie der Kanzlerin die Handschellen an und führen Sie sie ab in den Gefangenentransporter vor dem Gebäude!“

Gefreiter : „Jawohl Herr Hauptmann“

Hauptmann : „Die Aktion, Köpenik ist beendet. Hat alles ordentlich geklappt. In einer Stunde ziehen Sie die Portalwachen ein, marschieren zum Bahnhof nach Berlin und melden sich in Ihren Kasernen zurück.“

Gefreiter : „Jawohl Herr Hauptmann“

Hauptmann : „Hier haben Sie Geld für die Rückfahrt. Vom Rest kaufen Sie jedem Mann in der Bahnhofswirtschaft ein Glas Bier und ´ne Bockwurscht.“

Kompanie brüllt gemeinsam : „Jawohl Herr Hauptmann“

Der Gesprächsverlauf kann von der Realität geringfügig abweichen. Die Namen aller beteiligten Personen und die Orte der Handlung, Verwechselungen sowie Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig.

Merkel durch Kommando verhaftet

https://aufgewachter.wordpress.com/2016/01/07/merkel-durch-kommando-verhaftet/

Montaine Duvall 07.01.2016 | 23:53

Wenn von Gruppendynamik oder Alkoholeinfluß die Rede ist soll das nicht bedeuten, dies kann als Rechtfertigung gelten. Man spricht von "strafmildernden Umständen" die eine kleine Strafermäßigung zur Folge haben kann. Allerdings liegt hier der Fall etwas anders. Es gab anscheinend Verabredungen zu Straftaten. Wer sich da mit wem verabredet hat ist allerdings nicht bekannt, ebenso der genaue Ablauf. Natürlich ist es möglich, daß sich im Zuge der Flüchtlingsbewegung auch Kriminelle unter die Flüchtenden mischen. Das war auch zu erwarten, weil es überall und zu allen Zeiten so war.

Teilweise vorhandene archaische Denkmuster sollte man allerdings der jeweiligen Person zuordnen und nicht pauschal allen Flüchtlingen, Nordafrikanern oder sonstigen Gruppen. Unter den Flüchtenden sind auch Frauen und Männer die vor diesem Denken fliehen.

Wir sollten sie nicht alle in einen Topf werfen. Das fordern wir ja auch für uns selbst.

Columbus 07.01.2016 | 23:53

Ja, genau, das spritzige "Bento" weiß alles.

Sogar ein einziger Absatz kommt mit einer Feststellung, statt mit Erlebnisberichten. Da heißt es dann, dass die islamischen Gesellschaften nicht mehr, aber auch nicht weniger Probleme mit Sexualdelikten haben und sowohl die Übergriffe, als auch die Ahndung der Übergriffe nicht etwas der säkularen Justiz oder dem zuständigen Geistlichen (bei uns singt dann immer schon der Chor der üblichen Verdächtigen, "Sharia, Scharia, la", anvertraut werden, sondern die Familien das selbst in die Hand nehmen. Dieses Staaten sind eben defizitär in ihren Strukturen und wo das der Fall ist, suchen Menschen Auswege.

Vor dem Bahnhof zu Köln ward aber weder ein streng gläubiger Muslim gesichtet, noch hatte dort irgend einer der Kriminellen und Besoffenen, ein geistiges Wort auf den Lippen, bei den zahlreichen Delikten und der sonstigen allgemeinen Pöbelei, die sich wohl nicht sehr davon unterschied, was um Bahnhöfe und in Zugangszonen nach Fußballspielen angesagt ist. Diese jungen Männer waren unter Garantie sehr glaubensfern, dafür aber einige Wenige unter ihnenn, durchaus kenntnisreich, wie man Panik erzeugt und in der Gruppe Frauen abzieht und sexuell angeht.

Zu den Krümmeln, die nun zusammengetragen werden, weil das die Webgemeinde wirklich sehr gut kann, neben den zerstörerischen und selbstzerstörerischen Akten der gegenseitigen Vergatterung, gehört, wie hier vor ein paar Tagen ein junge Frau zu ihrer Religion belehrt wurde, die sich schon durch Blicke verstört fühlte und daher gerne einen Schleier und entsprechende Kleidung trägt. - Wir werden alle wahnsinnig und wahnsinnig gut von Kleber und Co. abgelenkt, erregt beschäftigt gehalten, damit zum Beispiel gar nicht mehr über die versteckte und verschämte Armut mit und ohne Arbeit geredet wird, die so manchen Frust, der auf Migranten geschoben wird, erklärt; damit auf keinen Fall ausgeleuchtet wird, wie sehr sich die Gesellschaft schichtet und den Einzelnen atomisiert und wie gut in dieser Welt, wahrhaft wieder in goldenen Zeiten lebend, ein kleine Schicht lebt, denen der Bahnhofsvorplatz ebenso egal ist, wie die tatsächlich auch belästigten und betroffenen Bürgerinnen mit "Migrationshintergrund".

Was will man aber mit solchen journalistischen Berichten, wie dem Timo Steppats, "Übergriffe in Köln. So schildern Polizeibeamte die Silvesternacht" ( http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/uebergriffe-in-koeln-so-schildern-polizeibeamte-die-silvesternacht-14001656.html ), aus der FAZ- Online anfangen (Die FAZ schreibt, wie üblich und trotzdem erstaunlich, in den letzten Jahren zu diesen Themen besonnener, als ihre angeblich liberalere und linkere Konkurrenz), als davon angeregt zu werden, nur blühende Fantasien zu entwickeln, PI, Kopp-Verlag und Co. Vorlagen zu liefern?:

>>(...)Der Polizist hingegen schreibt in seinem Bericht, ein Mann, der im Chaos der Silvesternacht zunächst festgesetzt worden sei, habe vor den Augen von Polizeibeamten seinen Aufenthaltstitel zerrissen und gesagt: „Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln. Frau Merkel hat mich eingeladen.“

Der Polizei-Insider, den der „Express“ zitiert, will in Gesprächen mit Sanitätern und Notärzten bestätigt bekommen haben, dass es sich „zum Teil um Asylbewerber gehandelt hat“. Unter den 15 in der Nacht vorläufig festgenommenen Personen sollen, so der vom „Express“ zitierte Beamte, 14 Menschen aus Syrien und Afghanistan stammen. Sie hätten „Aufenthaltsbescheinigungen zur Durchführung des Asylverfahrens“ bei sich gehabt. Bestätigt würde das durch Sammellisten, die aber zum jetzigen Zeitpunkt „unter Verschluss und geheim“ seien. (...)<<

Da muss man schon sehr genau lesen, um zu begreifen, wie unsicher und unzuverlässig die Schilderungen und Deutungen sind. Oberflächlich ist die Sache sonst schnell klar und das freut jene, die ihre ideologische Suppe damit warm halten.

Es fällt doch auf, dass zu dem Syrer, der sein Antragspapier so demonstrativ und in gutem Deutsch zeriss, gar nicht steht, ob er nun als Betrunkener, als Böllerwerfer, als Taschendieb, als Sextäter, als Widersetzlicher gegen die Polizei, oder warum auch immer, mitgenommen wurde.

"Chaos" ist das Schlüsselwort. Chaos offenbar auch, bei den Journalisten, die voneinander abschreiben. Denn dieser Syrer taucht, wegen des symbolischen Aktes und der Erwähnung der frohen Verkündigungs-Kanzlerin, die ihn angeblich versichert hat, überall auf. - Immer der eine Syrer, eine seltsame Quelle, also eine Info ohne Bezüge und ohne materiellen Grund, sie so zu hypen, wenn man keine Absichten hat, sondern nur nachrichten und wahrhaftig berichten will.

Es geht weiter: Nur wer sprachmächtig ist und Zeit zum Nachdenken hat, wird hier, >>...Polizei-Insider, den der „Express“ zitiert, will in Gesprächen mit Sanitätern und Notärzten bestätigt bekommen haben,...<<, die doppelte, nein dreifache Unsicherheit, Herr Steppat hat eben doch noch Berufsehre, herauslesen.

Ein "Polizei- Insider" (1- Wer oder was ist das, mehr als eine typ. Floskel) , den der "Express" (Lokalzeitung) zitiert (3.Hand liest 2.Hand, die gut unterrichtete Kreise, also die erste Hand und Quelle kennt) , "will...bestätigt bekommen haben,..."(da hilft schon die Grammatik, vorsichtig zu sein). - So geht das in Dutzenden Artikeln und in Nachrichtensendungen, wenn die aktuellen Puschelmikrofone überall reingehalten werden. Ich könnte fast jedes Pressenblatt mit dieser oder ähnlichen Meldungen zitieren.

Auf dieser Basis läuft die ganze Weiterverbreitung ab, bis zu uns, dem Fuß- und Bloggervolk der Meinungen. Aber wir sind nicht bereit, diese Art des Infotainments aufzugeben. Wir haben geradezu Sehnsucht danach und leiden unter Entzug, wenn die saure Gurkenzeit kommt.

Weiter geht es im Text aus der FAZ:

>>Unter den 15 in der Nacht vorläufig festgenommenen Personen sollen, so der vom „Express“ zitierte Beamte, 14 Menschen aus Syrien und Afghanistan stammen.<< - Es wird weder in diesem, noch in weiteren Artikeln durchgesprochen, was denn nun den 15, bzw. 14 vorgeworfen wird. Warum sie vorläufig festgenommen wurden? Ob sie überhaupt mit den Raubsachen und den sexuellen Übergriffen zu tun hatten? - Nur eine Info dazu, hätte wirklich etwas von Nachrichten-Journalismus, der sich selbst noch ernst nimmt.

Ich habe gar nicht Zeit und Lust, da noch viel mehr zu schreiben. Es ist auf allen Straßen und Gassen der Medien- und Aufmerksamkeitsgesellschaft die gleiche Prozedur.

So sieht es für mich aus, so beurteile ich die Situation, mögen es viele andere, ganz anders sehen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

janto ban 08.01.2016 | 00:01

|| Selbstverständlich wird der rechte Lynchmob immer Verharmlosung vorwerfen wenn man versucht in irgendeiner Weise differenziert oder konstruktiv mit dieser Frage umzugehen ... ||

Das glaube ich eben genau nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn Sie mit "rechter Lynchmob" nicht wirklich einen Lynchmob meinen, sondern AfD, Pegida & Co. Was den Rechten m.M.n. am meisten unter die Flügel bläst, ist der waschechte Skandal hinter dem Skandal, den ich dort mal mit ein paar Links unterfüttert hatte. Mal sehen, ob es ein Polizei-Skandal bleibt, oder ob es nicht sogar zu einem politischen Skandal wird. "Differenziert" und "konstruktiv" ist es für meine Empfinden, über die Vorfälle in der Silvester-Nacht so schockiert sein zu dürfen, wie man es halt ist, deshalb aber keine Kehrtwende in der Willkommenskultur einleiten zu wollen, sondern Grundrecht weiterhin Grundrecht sein zu lassen, Islamkritik Islamkritik und alles andere alles andere. Denn wir müssen uns doch entscheiden. Wenn diese Taten nicht im Erbgut aller Araber angelegt sind, dann gehen wir doch bitteschön davon aus, dass die allermeisten männlichen Flüchtlinge über die Nachrichten genauso schockiert sind, wie ich. Und hören wir doch den vielen Migranten in zweiter/dritter Generation mal zu, die dieser Tage in die Mikrophone sagen, dass sie nicht der Meinung sind, dass Integration gelingt, wenn die zu Integrierenden unsere alltägliche Lebensweise von grundauf ablehnen oder die Mehrheitsgesellschaft alle Hühneraugen zudrückt, weil sie glaubt, den Neuankömmlingen damit einen Gefallen zu tun. Es muss doch möglich sein, mehrere Dinge parallel zu denken, ohne dass man sich gleich als Rassist beschimpfen lassen muss - oder als Helfershelfer der geistig-moralischen Unterschicht..

Montaine Duvall 08.01.2016 | 00:15

Sie sprechen ein großes Thema an. Sozusagen "ein weites Land".

Dabei geht es um die Schnelllebigkeit, Quote, Rendite, Vereinfachung, Wähler usw.

Sauber recherchierte Pressemeldungen sind nicht mehr die Regel sondern die Ausnahme. Schnell wir aus einem "soll" ein "ist", aus "vielleicht" ein "Fakt". Aber wenn man gewohnt ist sauber zu lesen kann man sich der Realität etwas nähern.

Seriöser Journalismus ist nun mal langsamer und oft teurer als die schnelle Schlagzeile ohne präzise Hintergrundinformation oder genaues schildern der tatsächlichen Erkenntnisse.

Hier ist allerdings der Konsument gefordert entsprechende Quellen zu wählen. Und ohne geistige Arbeit klappts auch dann nicht.

sch123 08.01.2016 | 00:18

Danke, das kann ich nur zurückgeben bzgl. Ihres Eingangskommentars, der sich wohltuend abhebt in seiner Sachlichkeit.

Wenn man denn einen "Skandal" in Köln sehen möchte, dann ist das meiner Meinung nach das Versagen der Polizei und die Gründe dafür und die unverantwortlichen Reaktionen vieler Politiker, die zeigen wie selbstverständlich beabsichtigter und unbeabsichtigter Rassismus und finsterster Rechtspopulismus in der Debatte geworden sind. Traurig.

Eines meiner "Highlights", das ich schonmal postete unter einem anderen Artikel, Hans-Peter, immerhin stellvertretender Fraktionsversitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion: >> Mit einem "Schweigekartell und Nachrichtensperren lassen sich die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung jedoch nicht lösen". <<

(SpOn)

Schön mal rechte Verschwörungswahnvorstellungen und Hetze gegen Flüchtlinge in einem Statement abgehakt. Herzlichen Glückwunsch CDU/CSU!

Montaine Duvall 08.01.2016 | 00:35

Stimmt, auch eine Frage die man sich stellen muß.

Immerhin zog sich das ganze doch über Stunden und scheinbar waren auch über diese Zeit nicht die erforderlichen Polizeikräfte beizubringen.

Ich ahne zwar weshalb die polizeilichen Meldungen so gestaltet wurden, insgesamt aber ist diese Vorgehensweise einer Demokratie nicht würdig.

Differenzierte, warheitsgetreue Meldungen sind ein muß, wobei man sich allerdings die Frage stellen kann, ob die Mehrheit damit umgehen kann.

sch123 08.01.2016 | 00:41

Naja, was heißt schon unsere alltägliche Lebensweise von grundauf ablehnen. Ich unterstelle einfach mal, dass der durchschnittliche Flüchtling froh wäre, wenn er - nach Möglichkeit mit seiner Familie - in Ruhe und Frieden hier leben kann. Wenn er sich dann noch an Recht und Gesetz hält reicht mir das. Für alles andere haben wir dann eigentlich einen Rechtsstaat. Was da mit der Kölner Polizei los ist, who knows?

Auf jeden Fall gibt es genügend Deutsche mit deren Weltbild und Wertesystem ich auch nicht mehr gemein habe als mit dem eines Syrers; da bin ich mir ziemlich sicher, daher sehe ich das entspannt.

freedom of speech? 08.01.2016 | 01:24

"...Und an dieser Diskrepanz ist die Redaktion, m. E gescheitert...."

Wenn es nur die Redaktion gewesen wäre, dann wäre ja alles in Ordnung.

Es waren aber auch ein Großteil der Forist/innen hier, die Kölner Polizeiführung, der Innenminister NRW, Frau Bürgermeisterin Reker, das ZDF und eine Menge andere Journalisten/innen, die glauben, sie hätten einen Erziehungsauftrag anstatt eines Informationsauftrages.

Mutti Kraft und Mutti Merkel lasse ich mal außen vor, die kommen da wohl wieder irgendwie raus.

Ihre Beiträge habe ich gerne gelesen. Man darf das Feld nicht Dumpfbacken - weder rechten noch linken - überlassen.

Viele Grüße

fos?

Viele Grüße

fos?

Montaine Duvall 08.01.2016 | 02:46

Ich würde mal so sagen, es gibt nicht DIE Presse.

Manche fühlen sich einer bestimmten Richtung verpflichtet, andere sind staatlich beeinflußt, bei einigen spielen die Werbekunden eine Rolle bei der Berichterstattung, dazu die Inhaber gelenkten, bei manchen der Einfluß der Investoren bzw. Aktionäre usw.

D.h. den sogenannten absolut objektiven Journalismus gibt es nicht. Es gibt natürlich mehr oder weniger objektive Organe. Die gilt es zu finden. Wobei das nicht ausschließen muß, daß sich eine Redaktion eine bestimmte Weltanschauung/Sichtweise zu Eigen macht.

Es kommt darauf an, ob man damit seriös umgeht oder sie zur Meinungssteuerung mißbraucht, z.B. durch Falschmeldungen, haltlosen Spekulationen, schüren von Ängsten usw.

Dem gegenüber steht die freie Auswahl der Informationsquelle durch den Konsumenten.

freedom of speech? 08.01.2016 | 04:25

"...Das heißt - leider: mehr Polizeipräsenz...."

http://www.welt.de/regionales/koeln/article13616466/Wolfgang-Albers-wird-neuer-Polizeipraesident.html

"...Mit Albers wird nun ein Protestant die Geschicke in der katholischen Hochburg Köln leiten. Er ist berufenes Mitglied der Synode, also des Kirchenparlaments, des evangelischen Kirchenkreises Bonn. Dem rheinischen Karneval ist er dem Vernehmen nach dabei nicht abgeneigt. In seinem Job in Bonn musste Albers jedoch auch Kritik einstecken.

In seiner Dienstzeit legte er Wachen zusammen, schaffte die Reiterstaffel ab und baute Personal ab. Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) in Bonn monierte Anfang 2010, eine ausreichende Bestreifung in der Fläche sei durch den Personalmangel nicht mehr gegeben.

Eine Absage des Innenministeriums zu zusätzlichen Entsendungen von Beamten nach Köln ist Spekulationen zufolge auch ein Grund für den früheren Rückzug des jetzigen Polizeidirektors. Hauptgrund des früheren Abgangs ist jedoch Steffenhagens angeschlagene Gesundheit...."

Viele Grüße

fos?

denkzone8 08.01.2016 | 06:27

mit dem weltbild und dem wertesystem unserer demokratisch ermächtigten regierung hab ich in sozialer und polit.hinsicht einige probleme. daß sie unlösbare integrations-probleme epochalen ausmaßes zusätzlich schafft, entspannt mich gar nicht. mit ruhe und frieden schaffen für massaker-flüchtende ists ja nicht getan. wo bleiben die auskömmlichen einkommens-/arbeits-plätze?

freedom of speech? 08.01.2016 | 09:44

"...intellektuellen verrat: die weigerung, generalisierungen vorzunehmen, ist eine weiße fahne, die die rechten stärkt. oder? ..."

Das klingt in meinen Ohren ein wenig schief, aber man kann es ja ganz konkret vergleichen.

Denn es müssen nicht unbedingt nur mehr oder weniger platte Generalisierungen sein, es geht hier z.B. um die schlichte Informationen über die Staatsangehörigkeit von mutmaßlichen Tätern, die über Tage hinweg vorenthalten wurden.

1.1.2016 08:57 Uhr: "...Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt - auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte. (st)..."

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/12415/3214905

5.1.2016 15:30 Uhr:

Es mag ja sein, dass die zarte Seele eines Kindes nicht jede Kenntnis erträgt. Das könnte dann eine pädagogische Vorgehensweise rechtfertigen.

Hier geht es aber um erwachsene Bürger, Wahlbürger, die letztlich auch für das ZDF, einen Polizeipräsidenten oder eine Bürgermeisterin der Souverän sind. Zur Erinnerung: In republikanischen Verfassungsstaaten ist der Souverän das Staatsvolk.

Wenn eine solche, in einer demokratischen Struktur eingebundene Person letztlich den Souverän hintergeht, indem sie Informationen unterdrückt oder verändert, dann ist das ein ernsthaftes Problem. Das mag ein paar Mal gut gehen, aber irgendwann läuft das Fass über.

Denn auf diesem Ticket reisen die Extremen, die in Folge die Legitimität des demokratischen Systems insgesamt in Frage stellen und enttäuschte Wähler fangen.

Das könnte dann das Gegenteil von dem sein, was ursprünglich von den Verantwortlichen beabsichtigt wurde.

Eine klassische Tragödie.

https://de.wikipedia.org/wiki/Trag%C3%B6die

Viele Grüße

fos?

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 11:14

Sie haben es nicht verstanden, Frau Schrupp.

Natürlich haben nicht tausend oder zweitausend Männer die Taten begangen. Aber es war in der Masse dieser Männer möglich, und so wie es aussieht vollkommen ohne dass von Widerstand gegen die Taten oder Schutz für die Opfer berichtet wurde.

Es gibt keinen, tatsächlich überhaupt keinen Kontext in Deutschland, in dem solches bisher geschehen ist. Kein Fußballspiel, kein Oktoberfest, nicht die Wasen und nicht der Karneval. Und alles was ich in dieser Richtung bisher gelesen habe, ist gelogenes und ausgedachtes Zeug.

Ich wollte mich an dieser Debatte, bei der vorher zu sehen war, dass sie in so ein allgemeines Sexismus-Gelabber übergehen würde, nicht beteiligen. Sie sind nicht die Erste und weiß Gott nicht die Schlimmste, die den Weißen-Heterosexuellen-Westlichen-Mann gleich wieder als gesamtideeellen Vergewaltiger mit auf diesen Kölner Platz stellt. Einen Platz, den es viele Male an anderen Orten der Republik gegeben hat. Das liest man jetzt, nachdem alles getan wurde, anders als von ihnen in der Überschrift formuliert, die Sache selbst und später deren Ausmaß zu vertuschen. Erst nach vier Tagen wurde berichtet.

All den Schwachköpfen, die glauben, es werde eine Lösung mit polizeilichen Mitteln geben, sei ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatitik zu einem beliebigen Delikt ihrer Wahl geraten.

Zum Beispiel ist Wohnungeinbruch in Deutschland straffrei Nur zehn Prozent werden von der Polizei als aufgeklärt gemeldet. Da davon nur ein Bruchteil verurteilt wird, bedeutet dies, dass nur außergewöhnlich dumme Täter, die dann auch noch Pech haben müssen, verurteilt werden.

Und nun sahen wir, dass die, auch wenn sie anwesend sind, nicht in der Lage sind Bürger zu schützen. Wer nicht begreift, was da gerade beginnt und dies als Hysterie beschreibt.....

Und, das meint nicht sie, selbstverständlich können sie in einer Sexismusdebatte Feindbilder konstruieren und dekonstruieren, wie immer sie wollen. Sie können uns mit lächerlichen Gender-Sprach-Vorschriften terrorisieren. Sie können Geschmaklosigkeiten - Brüderle- zu Monstrositäten aufblasen. Nur erwartet irgend jemand, dass das Weiße-Hetero-usw. , danach in einer gesellschaftlichen Auseindersetzung an ihrer Seite stehen wird?

Der Unwille, über die tatsächlichen Ursachen des sich anbahnenden Weltbürgerkrieges auch nur nachzudenken, ist evident. Selbst hier, und das ist überaus bezeichnend, weil man vermutete, dass lienkes emanzipatorisches Denken noch in Resten anzutreffen sein sollte.

Die einzige von mir akzeptierte Deutung des Kölner Geschehens:

http://www.heise.de/tp/artikel/47/47035/1.html

Ok, vielleicht irrt der Autor, vielleicht irre ich. Ich bin zu alt, um micht dem Wahn hinzugeben, die Dinge wäre so, nur weil ich sie so sehe.

Doch gebt mir nur 30 Sekunden, während sich wütender Widerspruch in euch regt, 30 Sekunden, in denen ihr überlegt, was eigentlich wäre, wenn ich mich nicht irre.

berlino1010 08.01.2016 | 12:12

"Differenziert" und "konstruktiv" ist es für meine Empfinden, über die Vorfälle in der Silvester-Nacht so schockiert sein zu dürfen, wie man es halt ist, deshalb aber keine Kehrtwende in der Willkommenskultur einleiten zu wollen, sondern ..

JA, leider werden in zu vielen Debatten von zu vielen Diskutanten, Journalisten, Politikern, .. Informationen, Realitäten, Emotionen verweigert, verwässert, umgebogen, .. die nicht in das eigene Weltbild und die gewünschte Politik passen.

Ich halte es für völlig falsch, sich oder gar anderen den natürlichen Schock über die Kölner Ereignisse zu verbieten. Ich halte es für völlig destruktiv, wenn Journalisten nicht berichten wollen, nur um nicht den Hetzern in die Hände zu spielen. Ich halte es für undifferenziert, wenn krampfhaft versucht wird, die Kölner Ereignissen herunter zu spielen.

Denn gerade für eine erfolgreiche Willkommenskultur wäre es immens wichtig, wenn .. wir alle uns den Schwierigkeiten, Irrtümern, Fehlentwicklungen und Problemen stellen würden, die eine Integration bzw. ein gutes Zusammenleben von bzw. mit zumindest einigen Tausend Migranten bisher verhindert hat. Köln hat dies sehr deutlich gezeigt. Köln war für mich in vielerlei Hinsicht ein Schock. Ich finde es wichtig, die Auseinandersetzung darüber nicht nur Pegidianern zu überlassen. Köln sollte ein Weckruf auch für Unterstützer einer konstruktiven Willkommenskultur sein. Und dazu muss man auch unangenehmen Wahrheiten in die Augen sehen.

Reinhold Schramm 08.01.2016 | 13:32

Medienhysterie?

Der Berliner Senat plant auf dem Tempelhofer Feld ein Internierungslager für 3500 Flucht- und Vertreibungsopfer!

Oder beabsichtigt der Senat von Berlin und die Bundesregierung Internierungslager für vormalige (männliche) Angehörige von Militär- und Kampfverbänden aus den Kriegs- und Konfliktregionen: NAHOST, Asien und Nordafrika?

Nur Spekulation und Verleumdnung?

Der BND-VS-BKA-Kapital- und Staatsschutz dürfte sich wohl auch schon mit dem Anteil der vormaligen Militärs unter den mehr als 750.000* männlichen Flucht-, Wirtschafts- und Vertreibungsopfern beschäftigen! (?)

* [von offiziell 1,1 Mio. NATO-, IS-, EU-Kriegs- und Wirtschaftsopfern in 2015, BRD]

4711_please 08.01.2016 | 14:02

Nun, ich habe andere Zeugenaussagen der Kölner Silversternacht gelesen, als die Polizeiaussagen der "Welt". Danach waren die Personen zwischen Dom und Hbf, die belästigten, Nordafrikaner, die arabisch und französisch sprachen. Meiner Meinung nach deutet das auf einen Zusammenhang mit Belgien und Frankreich hin, hier in Köln bedeutende Herkunftsländer für den Tourismus.

Darüberhinaus unterstützen die Anzeigemotive, ca. 120 wegen Raub, davon 30 mit sexueller Nötigung und 2 mit Vergewaltigung, die These, dass es hauptsächlich um Raub ging. Die Polizeieinschätzung, dass es da viele aktuelle Flüchtlinge gegeben habe, denen es nur "um sexuelles Amüsement" gegangen wäre, halte ich für unseriös. Wer weiß, ob die unterscheiden können zwischen Syrern und Marokkanern, und wie sehr ihr eigenes rassistisches Denken solche Aussagen formte. Es gibt nämlich auch einen Augenzeugenbericht einer Frau auf der anderen Seite des Bahnhofs, die zur gleichen Zeit von einer arabischen Menge sprach, die Respekt vor ihr hatte und sie zu schützen suchte.

Apropos Polizeiaussage: was ist bei einer Aussage "Ich bin Syrer! Frau Merkel hat mich eingeladen! Ihr dürft mir nichts tun!" - eigentlich so verwerflich, dass sie Aufnahme in alle Medien findet? Vor dem Hintergrund, dass diese Menschen oft nur den Polizeiknüppel kennen, ist sie doch verständlich, auch wenn sie der Satire Anlass zur Geltung bringt.

Selbstverständlich sind nicht alle Flüchtlinge heilig, sicherlich gibt es auch Kriminelle unter ihnen, wie in jeder Gesellschaft. Und wenn die deutsche Männlichkeitsleitkultur, die am Wochenende geile Männer in die Stadt ströhmen lässt, um Frauen aufzureißen, im dichten Gedränge von einem ungehinderten Kleinkriminellenmob begleitet wird, dann bekommen wir Szenen wie gesehen.

Ich kann verstehen, wenn die Leute sich um die "Innere Sicherheit" in der Republik sorgen. Spätestens seit dem NSU-Komplex und der U-Bahnbaukatastrophe halte ich die Innenpolitik von CDU/CSU/SPD und Grünen für unzureichend. Ich finde es skandalös, wie sich die Polizeiführungen in Bund, Land und Kommune hinstellt und mal wieder behauptet, dass sei doch unvorhersehbar gewesen. Dabei war die Lage ja klar: Paris und Brüssel haben seit Wochen verstärkte Antiterroreinsätze, die Taschendiebe und andere Kleinkriminelle dort sitzen deshalb auf dem Trockenen. Die Silvesterfeierlichkeiten in Deutschland haben für diese Banden eine große Anziehungskraft, weil hier Party, leichte und fette Beute, sexuelle Übergriffe, halt alles was kleinkriminellen Männern "Spass" macht, locken. Dass diese Kriminellen in der Masse mit Flüchtlingen virulent geworden sind, ist nun ein politischer Schaden.

Die offenen Grenzen von Europa sind immer auch ein Risiko - das hat die Politik früher mal betont. Das Versprechen war, dieses Risiko durch innere Polzeiarbeit zu minimieren. Weder die Bundespolizei, noch die Landespolizei konnte in der Silvesternacht das Versprechen für Köln einlösen. Genauso wenig wie nach den Bombenattentaten der NSU in Köln, oder bei den Hogesa-Ausschreitungen. Schäubles schwarze Null entpuppt sich als touristischer Standortnachteil und als Sicherheitsrisiko für alle, genauso wie die ungenügende strategische Disposition der Polizei insgesamt.

sch123 08.01.2016 | 14:27

Ist ja nicht so, dass es keinen Bedarf an Arbeitskräften gäbe, kurz-, mittel- und langfristig.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article138826896/Deutschland-braucht-500-000-Zuwanderer-pro-Jahr.html

Nehmen wir doch einfach mal an, so als Gedankenexperiment, wir hätten einen spontanen und explosiven Baby-Boom und dieses Jahr eine Million Geburten mehr als im Durchschnitt. Würden Sie dann auch jammern, dass die Gesellschaft das nicht verkraften kann. Schließlich würde das mindestens erstmal 18-25 Jahre Mehrkosten für die Gesellschaft bedeuten...

Ich nehme doch stark an, dass das Gegenteil der Fall wäre. Dass nämlich die deutsche Presse jubeln würde (und die Rechte sowieso, müsste sie zumindest konsequenterweise). Man würde sich, wenn vernünftige Politik gemacht würde, angemessen vorbereiten, z.B. KiTa- und Schulkapazitäten und Schulen entsprechend ausweiten etc. pp.

Im Grunde genommen ist es mit den Flüchtlingen nicht anders. Würde man es vernünftig organisieren, planen und vor allem ausstatten wäre die Integration überhaupt kein Problem. Man würde realistisch abschätzen welche Probleme es geben kann, man würde Fehler machen und Rückschläge erleben und daraus lernen usw... eigentlich gar nicht so schwer und man könnte komplett ohne Defätismus und Hysterie auskommen.

Die einzigen ernstzunehmenden Hürden für gelungene Integration sind meiner Meinung nach in den Köpfen der Menschen und der Kompetenz, Weit- und Umsicht vieler Politiker zu sehen.

KDL 08.01.2016 | 14:31

Der FREITAG vom 7. Januar 2016, Leitartikel:

Antje Schrupp über die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht –

Köln ist nicht Kairo: Warum wir einen kühlen Kopf bewahren sollten

Erst einmal: Wenn ich Abwegiges in einen Vergleich ziehe – Köln/Kairo - komme ich zum Schluss: Unvergleichbar (Rhetorik für Anfänger)! Zwar appelliert A. Sch., „einen kühlen Kopf“ zu bewahren, ihr eigener ist aber während des Schreibens (oder schon vorher?) ziemlich heiß geworden.

Wer sich gegen Antje Schrupp bei ihrem Kreuzzug gegen „Rassisten“ wappnen will, sollte zuerst schwere Rüstung anlegen, eine Rüstung, die dem um sich schlagenden Vor- Wurf „Rassist“ gewachsen ist. Diese Frau schlägt um sich. Sie wäre niemals „Opfer“ geworden, Opfer des Köln-Terrors.

Erst einmal erledigt sie zu Recht mit einem raschen Hieb den Stern-Twitter, „1000 Männer haben am Kölner Hbf Frauen sexuell belästigt“ - eine absurde Falschinformation, schlägt sie zurück. Aber dann geißelt sie den Grad der Hysterie der Berichterstattung, der nur den Rechten in die Hände spiele: „Der rechte Mob machte mobil!“

Aber, Frau Schrupp, spielt es hierbei denn keine Rolle, dass sich Menschen große Sorgen machen wg. solcher Art krimineller Vorkommnisse, wie am Kölner Hbf geschehen? Dass Frauen psychisch (sexuell) und materiell (Raub) zu Schaden gekommen sind? Auch der Gedanke, dass Eltern von Auswärts um ihre Töchter in Köln fürchten, kommt bei A. Sch. nicht vor, das darf jetzt kein Problem sein. Denn: Mit solchen Sorgen spielen die Betroffenen doch nur den „Rassisten“ in die Hände. Trotz ihrer absichtsvollen Ignoranz gegenüber solchen Befürchtungen wg. krimineller Übergriffe gegenüber Frauen sieht A. Sch. sich selbst als Feministin. Aber sich jetzt feministisch äußern? Passt jetzt gerade nicht. Doch sich selbst als Feministin - wohlgemerkt als Feministin - verstehend, holt sie aus zum vernichtenden Schlag gegen alle Rassisten dieser Welt, zu einem Schlag, der den schmalen Grad zwischen Rhetorik und Demagogie endgültig überschreitet. Dabei bringt sie das „alte rassistische Narrativ“ von der blonden Frau und dem dunklen Mann in Anschlag, um sich als wahre Feministin in der ersten Reihe der Feministinnen zu positionieren und alle Kritiker solcher Straftaten von - lt. Polizeiangaben – Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum in die rechte Ecke zu stellen. Denn: Öffentlich geäußerte Sorge, gar Befürchtungen, spielten nur den „Rassisten“ in die Hände.

Wie das? In kruder Rhetorik unterstellt sie, gerade Feministinnen würden unter Generalverdacht geraten, wenn sie es wagten, solche sexuellen Straftaten nicht öffentlich zu verurteilen: „Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!“. Weshalb A. Sch. hier nicht nur argumentativ hyperventiliert, wird hier aber jetzt ganz deutlich. Sie ist in der Zwickmühle.

Einerseits: Wenn sich A. Sch. nicht vom Kölnterror gegen Frauen in aller Deutlichkeit distanziert und ihren Protest gegen die sexuellen Übergriffe an Frauen öffentlich

macht, die Gewalt von Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum nicht öffentlich anprangert, gerät ihre feministische Position ins Zwielicht. (Übrigens nicht nur die feministische, A. Sch. , sondern die an Menschenrechten orientierte gleichermaßen!)

Andererseits:

Beim Kölnterror geht es um Fakten, die erst einmal zur Kenntnis genommen werden müssen. Wer das nicht tut und nicht will, gerät auf die Seite derjenigen, die die Fakten verharmlosen bzw. bestreiten wollen. Mit Nennung von Fakten gerät man nicht auf die Seite von „Rassisten “, wie A. Sch. Glauben machen will. Im Gegenteil.

Welcher Strategie folgt die Argumentation der wütenden Autorin?

Ins Zwielicht zieht sie nun ihrerseits jeden und jede, die die Gewalt dieser arabisch - und afrikanisch – stämmigen Männer anprangern.

Nicht weil es dunkelhäutige Männer sind, sondern weil sie Gewalt gegen Frauen anwenden, werden sie aber zu Recht diskreditiert – als Straftäter. Eine naheliegende Frage wird von A. Sch. nicht nur nicht gestellt, sondern würde von ihr wohl gleich mit dem Rassismus-Vorwurf geahndet:

Rührt die Gewalt gegen Frauen – ob schwarz oder weiß, spielt hier keine Rolle – nicht gerade vom Geschlechterbild der arabisch – bzw. afrikanisch – muslimischen Welt her?

Ist es nicht genau das, was A. Sch. nicht wahrhaben will, was sie so wütend macht? Sie sträubt sie sich dagegen mit der Rassismuskeule in der einen Hand.

Mit der anderen Hand schlägt sie aber noch wütender zu: Ohne Vorbereitung schlägt sie mit der Keule der Negativ- Generalisierung auf den „westlichen Mann“ ein. Der Schutz, den er „seinen“ Frauen anbietet, überrascht uns A. Sch., hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet“, reitet ihre Attacke und greift dabei zur Erhärtung ihres

(Vor-)Urteils auf „Lord Cromer“ (einen Mann des 19. Jh.!) zurück.

Am Ende fragt sich der Leser irritiert, aber auch zornig:

Hat A. Sch. eigentlich ein Interesse an den Frauen, die am Kölner Bahnhof zu Opfern sexueller Übergriffe und von Diebstahl arabisch bzw. - afrikanisch – stämmiger Männer geworden sind? Oder geht es ihr eher um großzügige und nicht nachvollziehbare Verteilung des Rassismus-Etiketts wie auch um generelles Bashing „westlicher Männer“?

Reinhold Schramm 08.01.2016 | 14:49

Beenden Sie ihre Gutmenschen-Konstruktionen und beschäftigen Sie sich mit der sozialen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Realität in den Herkunfts-, Kriegs- und Konfliktregionen! Hören Sie damit auf, jeden möglichen Verdacht als eine (hysterische) Annahme von "Rassisten" bzw. "Rassismus" vorzuverurteilen!

Grundsätzlich, alle Kinder und Jugendlichen, Mädchen und Frauen, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Tradition, Kultur und Hautfarbe, sind kein Freiwild!

Klare Kante: für alle passiven Mit- und aktiven Täter! - unabhängig von deren Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe.

Beenden Sie ihre bürgerlich-idealistische Relativierungs-Orgie! Damit leisten Sie keinen Dienst den Opfern! Und auch keinen Beitrag zur gesellschaftspolitischen Aufklärung! -- eine Voraussetzung für die weitere sozialpolitische Zukunft.

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 14:51

Doch, es ist so, dass überhaupt keine zusätzlichen Arbeitskräfte, Migranten oder Einheimische, gebraucht werden.

Es ist eine neoliberale Lüge, eine Propagandafigur, die seit Jahren mit ständigen Widerholungen in alle Köpfe gehämmert wird und allein durch die beständige Wiederholung nicht zur Wahrheit wird.

Nur die Geldvermehrer brauchen ständiges Wachstum. Ohne den Irrsinn abstrakter Geldvermehrung wäre es überhaupt kein Problem all die Dinge, die wir - und damit meine ich alle Menschen auf der Erde - zum Leben brauchen, mit immer weniger Menschen in immer kürzerer Zeit zu fertigen.

Ganz zu schweigen von alle dem Dreck und Unfug, für dessen Anfertigung wertvolle und einmalige menschliche Lebenszeit im Produktionsprozess verbraucht wird.

Auch der Fachkräftemangel ist eine Lüge. Woran es mangelte, sind Ingenieure, die in prekären Arbeitsverhältnissen zu Hungerlöhnen arbeiten.

Es gab und gibt übrigens, das nur mal zu Illustration, niemals ein Problem Fachkräfte auch von außerhalb der EU, wenn sie denn nicht verfügbar gewesen wären, bei entsprechender Bezahlung zu gewinnen. Das aber war NIE das Ziel.

Es ist eine merkwürdige Frontstellung entstanden. Auf der einen Seite Rassisten und Fremdenfeinde, die ihren Hass auf die richten, denen es noch schlechter geht und die nur früher und anhaltender Opfer des kapitalistischen Wahnsinns wurden. Auf der anderen Seite Antirassisten, die mit den Lügen und dem Irrsinn der Funktionseliten einer Art von Gesellschaft - Kapitalismus - argumentieren, die die eigentliche Ursache der Katastrofe ist, die gerade begonnen hat.

Das meint für uns begonnen hat. In anderen Weltgegenden ist sie schon alltäglich

Magda 08.01.2016 | 15:02

Sagen Sie mal. Sind Sie Politkommissar oder einfach bloß ein bisschen selbstüberschätzt.

Nee, niemand ist Freiwild, auch freilaufende Welt- und Systemerklärer nicht, die immer annehmen, die anderen sind völlig kenntnislos.
Die meisten Leute hier beim Freitag wissen bestimmt, wie die Hintergründe sind, wieso müssen Sie Ihnen dann noch eine "Schrammen". :-)) Oder Vorbeischrammen?

drummy-b 08.01.2016 | 15:09

Ihre Abneigung gegen Feminismus teile ich nicht, Feminist|inn|en wehren sich auch nur gegen den im (historischen Kern maskulin dominierten) Kapitalismus. Ihre Deutung aber halte ich für wichtig. Angesichts der jetzt zu Tage kommenden Dinge ( "Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen sichergestellt, auf dem sexistische und auch bedrohliche Sprüche stehen"), bewegt sich das ganze deutlich Richtung "Agent Provocateur". Nicht, dass das unbedingt nötig wäre, aber wer hier (mit bescheidenen Mitteln) Unruhe und Angst stiften wollte, war sehr erfolgreich. Die Kölner Sylvesternacht dürfte wahrscheinlich in der Zukunft im Rückblick so erfolgreich sein, wie die Terroranschläge von Paris.

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 15:19

Das ist süß. Ausgerechnet Sie, die ständig Zensuren erteilt, geiseln den "Politkommissar".

Ich bin nun weiß Gott Freund, auch sehr heftiger Auseiandersetzung. Und es ist mir sogar egal, wenn ich dabei persönlich angegriffen werden. Meistens jedenfalls.

Ob das für Schramm, den ich nicht kenne, gilt, weiß ich nicht und es ist mir auch egal.

Nur entnehme ich ihrem kurzen Beitrag nichts, was auf einen -und sei es auch nur rudimentären - Versuch einer inhaltlichen Auseindersetzung schließen lässt.

Es ist, das schreibe ich ihnen heut zum dritten mal, Phrasendrescherei. Mag sein dass das etlichen gefällt. Es ist trotzdem nichts.

denkzone8 08.01.2016 | 15:20

ihrem experiment folgend, würde ich "bejammern",daß das dt. wahlvolk(wähler und nicht-wähler) es nicht hinkriegt, eine regierung zu wählen, die dieser epochalen aufgabe gewachsen ist. und daß die, die für den neo-liberalen abbau der sozialen und staatlichen entwicklungs-möglichkeiten schuld tragen, unter anerkennung ihrer ideologie mit einem goldenen handschlag so falsch und zu spät verabschiedet werden. denn: die fehlerproduzenten loswerden ist der erste not-wendige schritt, die probleme lösen ein weiterer. da hilft kein europäischer geist, keine ausbeutung der hilfs-bereitschaft von erschöpfbaren gut-willigen, der kalkulierende blick auf nützling-importe. das jetzige willkommens-/empfangs-komitee hat nicht das zeug, integrationsfähige strukturen zu entwerfen,geschweige zu gründen. das allgemein-vorherrschende, entpolitisierte bewußtsein, daß sozio-phobe interessen/strukturen fast klaglos hinnimmt, ist kein echter hoffnungs-träger für wachstum mit massaker-flüchtigen. barrieren aus volks-gemeinschafts-visionen sind so unpassend wie ermunterungen zur selbst-hilfe. oder?

Hagen 08.01.2016 | 15:24

Mal ein bisschen genauer:

„Unter den 31 bekannten Verdächtigen der übrigen Delikte seien neun algerische, acht marokkanische, fünf iranische, vier syrische, ein irakischer, ein serbischer, ein US-amerikanischer und zwei deutsche Staatsangehörige. 18 von ihnen seien Asylbewerber.“

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koelner-polizei-nimmt-nach-uebergriffen-zwei-verdaechtige-fest-a-1071100.html

Anzeigen bisher über 200. Dreiviertel davon bezüglich sexueller Übergriffen.

Wir sollten aber die Nebenschauplätze nicht vergessen. Hier eine plastische Beschreibung einer Situation in Hamburg nebst Kommentar eines Islamwissenschaftlers:

http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Uebergriffe-auf-dem-Kiez-Jetzt-schon-70-Anzeigen,kiez120.html

Montaine Duvall 08.01.2016 | 15:26

So schlimm die Dinge sind, aber bei 10 Morden gab es weniger Aufregung. Manche wollen wegen Köln schon die Demokratie abschaffen, einen Überwachungs- und Polizeistaat errichten und die Menschenrechte außer Kraft setzen.

Und dies soll ein zivilisiertes Industrieland sein?

Bei Bildung, lesen und logischem Denken scheint es doch teilweise zu hapern. Dieses Problem scheint mir das größere zu sein.

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 15:34

Manche wollen wegen Köln schon die Demokratie abschaffen, einen Überwachungs- und Polizeistaat errichten und die Menschenrechte außer Kraft setzen.

Genau so was wird kommen

Egal, was manche, viele oder alle wollen.

Wie ist den ihre Prognose zum weiteren Lauf der Dinge?

Meine ist übrigens Bürgerkrieg. Sie mögen es glauben oder nicht. So wenig, wie in Jugoslawien im Jahr 1987 ein Mensch sich so was vorstellen konnte

4711_please 08.01.2016 | 15:37

Nö, ich bleibe bei meinem Kleinkriminelle-treffen-auf Männlichkeitskultur als Narrativ und habe dazu Indizien aufgezeigt. Und ich vermute die wirklichen Täter sind doppelt "Ausländer": sie kommen als Touristen aus Belgien und Frankreich, wo sie wohnen, ursprünglich stammt ihre Familie aus den nordafrikanischen Ländern. Und ich bleibe dabei: die Bekämpfung der Kleinkriminalität, eine Polizeistrategie, die Kleinkriminalität in der Priorität höher ansetzt, hätte nicht zu diesen Ereignissen geführt. Ich argumentiere also eher polizeilich-innenpolitisch nach dem wiederholten Versagen der Sicherheitskräfte, und sehe das nicht als "Relativierungsorgie", die eine sozialpolitische Zukunft verbaut, sondern als "Klare Kante".

Montaine Duvall 08.01.2016 | 15:40

scheinbar gehört es zur deutschen Leitkultur und Mentalität, daß solche Themen immer aus dem Ruder laufen.

Man sucht sofort einen Schuldigen, anschließend verallgemeinerung, dann ist eine ganze Rasse oder Ethnie schuld, alle Errungenschaften einer Zivilisation sollen über Bord geworfen werden und anschließend lobt man sich selbst als die, die weltweit die einzig anständigen sind und waren.

Selbst bei traurigen Ereignissen entbehrt das nicht einer gewissen Lächerlichkeit und maßlosen Selbstüberschätzung.

Montaine Duvall 08.01.2016 | 15:49

An Bürgerkrieg glaube ich nicht, obwohl man schon einige Deutsche dafür begeistern könnte.

Was hier passiert ist wäre in USA kaum eine Pressemeldung wert. In vielen Ländern der Welt ist man schlimmeres gewohnt, ohne daß ein Bürgerkrieg stattfindet.

Aber es kommt immer darauf an, was die Leute daraus machen.

Im 3. Reich war auch schon ein jüdischer Gemüsehändler der Untergang des Abendlandes. Hat damals jemand gefragt, inwieweit ein Gemüsehändler die deutsche Nation zum Einsturz bringt?

Dieselbe Fragestellung entsteht immer wieder und es gab zu jeder Zeit und überall Menschen die sich darüber keine Gedanken machen. Von einer zivilisierten Gesellschaft erwarte ich mehr als von den Kölner Tätern oder der IS

denkzone8 08.01.2016 | 15:54

nachträglich fällt mir auf,daß die irrealität des gedanken-experiments für meine besorgnisse spricht: woher sollte in dieser kinder-ersparenden gesellschaft das motiv und die kraft kommen, neues, ansprüche-stellendes leben zu integrieren? das regime pampert gescheiterte profit-erwartungen als system-relevant mehr als kinder-krippen, ganztags-schulen, lern-hilfen, die in einer wissens-gesellschaft bitter nötig wären. das ausnutzen von naivität ist system-bestand-teil. die für human capital notwendige aufmerksamkeit und zuwendung bringen bewußt nur eine minderheit auf. die kräfte-aufzehrenden imperative des k-systems verweisen ja auf menschen-importe zur lösung des alters-überhangs.

freedom of speech? 08.01.2016 | 16:03

Na ja, Untergang des Abendlandes?

Wer so redet, ist entweder noch geschockt oder verfolgt krude politische Ziele.

Was aber zumindest zeitweise geringer geworden ist, ist die Unbeschwertheit beim Weg durch öffentliche Ansammlungen, insbesondere bei Frauen.

Sichtbar an: Pfefferspray ausverkauft.

In der Reihen der Polizei ist die Eingriffsschwelle bestimt auch eher niedriger geworden.

Die nächsten Umzingelgrabscher werden möglicherweise ein unangenehm tränenreiches Wunder erleben.

Und das ist auch ganz gut so.

Viele Grüße

fos?

freedom of speech? 08.01.2016 | 16:19

hmmm?

"...scheinbar gehört es zur deutschen Leitkultur und Mentalität, daß solche Themen immer aus dem Ruder laufen...."

"...alle Errungenschaften einer Zivilisation sollen über Bord geworfen werden..."

"...Im 3. Reich war auch schon ein jüdischer Gemüsehändler der Untergang des Abendlandes..."

Sie verteten die These, das in Deutschland übertrieben werde. Ist es nicht so?

Ich denke das nicht. Und selbst wenn, die Leute beruhigen sich auch wieder.

Viele Grüße

fos?

Hagen 08.01.2016 | 16:20

Also,

was man jetzt schon konstatieren kann, dass diese Vorfälle ganz schlecht in der allgemeinen Bevölkerung angekommen sind. Und der Handel mit Pfefferspray floriert, weil langsam die Angst umgeht. Und man diese Angst nun nicht mehr als irrational und Xenophob abkanzeln kann. Weil ist da w i r k l i c h was passiert ist! Willkommen in der neuen Realität.

Dass man im linken Spektrum nun mit aller Kraft versucht, die Sache kleinzureden und zu relativieren, erscheint min da nur logisch.

Denn die linke Lebenslüge, mit ein bisschen PEACE und einem Stofftier zur Ankunft könne man ohne Probleme mal eine unbegrenzte Zahl Flüchtige(Flüchtlinge, Refugees etc.) in eine Gesellschaft integrieren geht gerade den Bach herunter.

janto ban 08.01.2016 | 16:39

|| Diese jungen Männer waren unter Garantie sehr glaubensfern ... ||

An was die glauben oder nicht glauben, ist mir sowas von egal, das glauben Sie nicht. Wir sprechen hier über Verhalten.

|| ... wie hier vor ein paar Tagen ein junge Frau zu ihrer Religion belehrt wurde ... ||

Damit meinen Sie hoffentlich nicht mich. Ich habe noch nie jemanden zu seiner Religion belehrt. Ich kommentierte den Text einer Studentin der Soziologie, also einer "Wissenschaft, die sich mit der empirischen und theoretischen Erforschung des sozialen Verhaltens befasst, das heißt die Voraussetzungen, Abläufe und Folgen des Zusammenlebens von Menschen untersucht. Als systematisch-kritische Wissenschaft des Sozialen ging die Soziologie aus dem Zeitalter der Aufklärung hervor und nimmt als Sozialwissenschaft eine Mittelstellung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ein." Quelle: Wikipedia, Fettdruck vom islamophoben Rassisten.

|| Es fällt doch auf, dass zu dem Syrer, der sein Antragspapier so demonstrativ und in gutem Deutsch zeriss, gar nicht steht, ob er nun als Betrunkener, als Böllerwerfer, als Taschendieb, als Sextäter, als Widersetzlicher gegen die Polizei, oder warum auch immer, mitgenommen wurde. ||

Falsch. Ob er den Satz auf Deutsch, Englisch oder Arabisch sagte, steht da gar nicht. So viel zu Ihrer Genauigkeit.

|| Immer der eine Syrer, eine seltsame Quelle, also eine Info ohne Bezüge und ohne materiellen Grund, sie so zu hypen, wenn man keine Absichten hat, sondern nur nachrichten und wahrhaftig berichten will. ||

Wahrlich, es ist ein Graus mit dem, was Sie in hunderten von Zeichen imgrunde auch nur als Lügenpresse beschreiben, Herr Leusch. Sie kann sich einfach nicht entscheiden, ob sie Willkommens-Propaganda für Mutti machen oder die AfD zur absoluten Mehrheit schreiben will. Und was sie macht, macht sie falsch, die Systempresse. Schlimm.

Ich lese heraus, dass Sie das Ganze annähernd für eine False-Flag-Aktion, eine große Finte halten. Nur war das nicht Ihre Idee, sondern meine. So viel Ehrlichkeit muss sein.

|| Ich habe gar nicht Zeit und Lust, da noch viel mehr zu schreiben. ||

Ich auch nicht. Ideologischer Suppenküchenchef over and out.

KDL 08.01.2016 | 17:02

Antje Schrupp über die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht –

Köln ist nicht Kairo: Warum wir einen kühlen Kopf bewahren sollten

Erst einmal: Wenn ich Abwegiges in einen Vergleich ziehe – Köln/Kairo - komme ich zum Schluss: Unvergleichbar (Rhetorik für Anfänger)! Zwar appelliert A. Sch., „einen kühlen Kopf“ zu bewahren, ihr eigener ist aber während des Schreibens (oder schon vorher?) ziemlich heiß geworden.

Wer sich gegen Antje Schrupp bei ihrem Kreuzzug gegen „Rassisten“ wappnen will, sollte zuerst schwere Rüstung anlegen, eine Rüstung, die dem um sich schlagenden Vor- Wurf „Rassist“ gewachsen ist. Diese Frau schlägt um sich. Sie wäre niemals „Opfer“ geworden, Opfer des Köln-Terrors.

Erst einmal erledigt sie zu Recht mit einem raschen Hieb den Stern-Twitter, „1000 Männer haben am Kölner Hbf Frauen sexuell belästigt“ - eine absurde Falschinformation, schlägt sie zurück. Aber dann geißelt sie den Grad der Hysterie der Berichterstattung, der nur den Rechten in die Hände spiele: „Der rechte Mob machte mobil!“

Aber, Frau Schrupp, spielt es hierbei denn keine Rolle, dass sich Menschen große Sorgen machen wg. solcher Art krimineller Vorkommnisse, wie am Kölner Hbf geschehen? Dass Frauen psychisch (sexuell) und materiell (Raub) zu Schaden gekommen sind? Auch der Gedanke, dass Eltern von Auswärts um ihre Töchter in Köln fürchten, kommt bei A. Sch. nicht vor, das darf jetzt kein Problem sein. Denn: Mit solchen Sorgen spielen die Betroffenen doch nur den „Rassisten“ in die Hände. Trotz ihrer absichtsvollen Ignoranz gegenüber solchen Befürchtungen wg. krimineller Übergriffe gegenüber Frauen sieht A. Sch. sich selbst als Feministin. Aber sich jetzt feministisch äußern? Passt jetzt gerade nicht. Doch sich selbst als Feministin - wohlgemerkt als Feministin - verstehend, holt sie aus zum vernichtenden Schlag gegen alle Rassisten dieser Welt, zu einem Schlag, der den schmalen Grad zwischen Rhetorik und Demagogie endgültig überschreitet. Dabei bringt sie das „alte rassistische Narrativ“ von der blonden Frau und dem dunklen Mann in Anschlag, um sich als wahre Feministin in der ersten Reihe der Feministinnen zu positionieren und alle Kritiker solcher Straftaten von - lt. Polizeiangaben – Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum in die rechte Ecke zu stellen. Denn: Öffentlich geäußerte Sorge, gar Befürchtungen, spielten nur den „Rassisten“ in die Hände.

Wie das? In kruder Rhetorik unterstellt sie, gerade Feministinnen würden unter Generalverdacht geraten, wenn sie es wagten, solche sexuellen Straftaten nicht öffentlich zu verurteilen: „Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!“. Weshalb A. Sch. hier nicht nur argumentativ hyperventiliert, wird hier aber jetzt ganz deutlich. Sie ist in der Zwickmühle.

Einerseits: Wenn sich A. Sch. nicht vom Kölnterror gegen Frauen in aller Deutlichkeit distanziert und ihren Protest gegen die sexuellen Übergriffe an Frauen öffentlich

macht, die Gewalt von Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum nicht öffentlich anprangert, gerät ihre feministische Position ins Zwielicht. (Übrigens nicht nur die feministische, A. Sch. , sondern die an Menschenrechten orientierte gleichermaßen!)

Andererseits:

Beim Kölnterror geht es um Fakten, die erst einmal zur Kenntnis genommen werden müssen. Wer das nicht tut und nicht will, gerät auf die Seite derjenigen, die die Fakten verharmlosen bzw. bestreiten wollen. Mit Nennung von Fakten gerät man nicht auf die Seite von „Rassisten “, wie A. Sch. Glauben machen will. Im Gegenteil.

Welcher Strategie folgt die Argumentation der wütenden Autorin?

Ins Zwielicht zieht sie nun ihrerseits jeden und jede, die die Gewalt dieser arabisch - und afrikanisch – stämmigen Männer anprangern.

Nicht weil es dunkelhäutige Männer sind, sondern weil sie Gewalt gegen Frauen anwenden, werden sie aber zu Recht diskreditiert – als Straftäter. Eine naheliegende Frage wird von A. Sch. nicht nur nicht gestellt, sondern würde von ihr wohl gleich mit dem Rassismus-Vorwurf geahndet:

Rührt die Gewalt gegen Frauen – ob schwarz oder weiß, spielt hier keine Rolle – nicht gerade vom Geschlechterbild der arabisch – bzw. afrikanisch – muslimischen Welt her?

Ist es nicht genau das, was A. Sch. nicht wahrhaben will, was sie so wütend macht? Sie sträubt sie sich dagegen mit der Rassismuskeule in der einen Hand.

Mit der anderen Hand schlägt sie aber noch wütender zu: Ohne Vorbereitung schlägt sie mit der Keule der Negativ- Generalisierung auf den „westlichen Mann“ ein. Der Schutz, den er „seinen“ Frauen anbietet, überrascht uns A. Sch., hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet“, reitet ihre Attacke und greift dabei zur Erhärtung ihres

(Vor-)Urteils auf „Lord Cromer“ (einen Mann des 19. Jh.!) zurück.

Am Ende fragt sich der Leser irritiert, aber auch zornig:

Hat A. Sch. eigentlich ein Interesse an den Frauen, die am Kölner Bahnhof zu Opfern sexueller Übergriffe und von Diebstahl arabisch bzw. - afrikanisch – stämmiger Männer geworden sind? Oder geht es ihr eher um großzügige und nicht nachvollziehbare Verteilung des Rassismus-Etiketts wie auch um generelles Bashing „westlicher Männer“?

Ka-de-El

KDL 08.01.2016 | 17:20

Antje Schrupp über die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht –

Köln ist nicht Kairo: Warum wir einen kühlen Kopf bewahren sollten

Erst einmal: Wenn ich Abwegiges in einen Vergleich ziehe – Köln/Kairo - komme ich zum Schluss: Unvergleichbar (Rhetorik für Anfänger)! Zwar appelliert A. Sch., „einen kühlen Kopf“ zu bewahren, ihr eigener ist aber während des Schreibens (oder schon vorher?) ziemlich heiß geworden.

Wer sich gegen Antje Schrupp bei ihrem Kreuzzug gegen „Rassisten“ wappnen will, sollte zuerst schwere Rüstung anlegen, eine Rüstung, die dem um sich schlagenden Vor- Wurf „Rassist“ gewachsen ist. Diese Frau schlägt um sich. Sie wäre niemals „Opfer“ geworden, Opfer des Köln-Terrors.

Erst einmal erledigt sie zu Recht mit einem raschen Hieb den Stern-Twitter, „1000 Männer haben am Kölner Hbf Frauen sexuell belästigt“ - eine absurde Falschinformation, schlägt sie zurück. Aber dann geißelt sie den Grad der Hysterie der Berichterstattung, der nur den Rechten in die Hände spiele: „Der rechte Mob machte mobil!“

Aber, Frau Schrupp, spielt es hierbei denn keine Rolle, dass sich Menschen große Sorgen machen wg. solcher Art krimineller Vorkommnisse, wie am Kölner Hbf geschehen? Dass Frauen psychisch (sexuell) und materiell (Raub) zu Schaden gekommen sind? Auch der Gedanke, dass Eltern von Auswärts um ihre Töchter in Köln fürchten, kommt bei A. Sch. nicht vor, das darf jetzt kein Problem sein. Denn: Mit solchen Sorgen spielen die Betroffenen doch nur den „Rassisten“ in die Hände. Trotz ihrer absichtsvollen Ignoranz gegenüber solchen Befürchtungen wg. krimineller Übergriffe gegenüber Frauen sieht A. Sch. sich selbst als Feministin. Aber sich jetzt feministisch äußern? Passt jetzt gerade nicht. Doch sich selbst als Feministin - wohlgemerkt als Feministin - verstehend, holt sie aus zum vernichtenden Schlag gegen alle Rassisten dieser Welt, zu einem Schlag, der den schmalen Grad zwischen Rhetorik und Demagogie endgültig überschreitet. Dabei bringt sie das „alte rassistische Narrativ“ von der blonden Frau und dem dunklen Mann in Anschlag, um sich als wahre Feministin in der ersten Reihe der Feministinnen zu positionieren und alle Kritiker solcher Straftaten von - lt. Polizeiangaben – Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum in die rechte Ecke zu stellen. Denn: Öffentlich geäußerte Sorge, gar Befürchtungen, spielten nur den „Rassisten“ in die Hände.

Wie das? In kruder Rhetorik unterstellt sie, gerade Feministinnen würden unter Generalverdacht geraten, wenn sie es wagten, solche sexuellen Straftaten nicht öffentlich zu verurteilen: „Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!“. Weshalb A. Sch. hier nicht nur argumentativ hyperventiliert, wird hier aber jetzt ganz deutlich. Sie ist in der Zwickmühle.

Einerseits: Wenn sich A. Sch. nicht vom Kölnterror gegen Frauen in aller Deutlichkeit distanziert und ihren Protest gegen die sexuellen Übergriffe an Frauen öffentlich

macht, die Gewalt von Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum nicht öffentlich anprangert, gerät ihre feministische Position ins Zwielicht. (Übrigens nicht nur die feministische, A. Sch. , sondern die an Menschenrechten orientierte gleichermaßen!)

Andererseits:

Beim Kölnterror geht es um Fakten, die erst einmal zur Kenntnis genommen werden müssen. Wer das nicht tut und nicht will, gerät auf die Seite derjenigen, die die Fakten verharmlosen bzw. bestreiten wollen. Mit Nennung von Fakten gerät man nicht auf die Seite von „Rassisten “, wie A. Sch. Glauben machen will. Im Gegenteil.

Welcher Strategie folgt die Argumentation der wütenden Autorin?

Ins Zwielicht zieht sie nun ihrerseits jeden und jede, die die Gewalt dieser arabisch - und afrikanisch – stämmigen Männer anprangern.

Nicht weil es dunkelhäutige Männer sind, sondern weil sie Gewalt gegen Frauen anwenden, werden sie aber zu Recht diskreditiert – als Straftäter. Eine naheliegende Frage wird von A. Sch. nicht nur nicht gestellt, sondern würde von ihr wohl gleich mit dem Rassismus-Vorwurf geahndet:

Rührt die Gewalt gegen Frauen – ob schwarz oder weiß, spielt hier keine Rolle – nicht gerade vom Geschlechterbild der arabisch – bzw. afrikanisch – muslimischen Welt her?

Ist es nicht genau das, was A. Sch. nicht wahrhaben will, was sie so wütend macht? Sie sträubt sie sich dagegen mit der Rassismuskeule in der einen Hand.

Mit der anderen Hand schlägt sie aber noch wütender zu: Ohne Vorbereitung schlägt sie mit der Keule der Negativ- Generalisierung auf den „westlichen Mann“ ein. Der Schutz, den er „seinen“ Frauen anbietet, überrascht uns A. Sch., hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet“, reitet ihre Attacke und greift dabei zur Erhärtung ihres

(Vor-)Urteils auf „Lord Cromer“ (einen Mann des 19. Jh.!) zurück.

Am Ende fragt sich der Leser irritiert, aber auch zornig:

Hat A. Sch. eigentlich ein Interesse an den Frauen, die am Kölner Bahnhof zu Opfern sexueller Übergriffe und von Diebstahl arabisch bzw. - afrikanisch – stämmiger Männer geworden sind? Oder geht es ihr eher um großzügige und nicht nachvollziehbare Verteilung des Rassismus-Etiketts wie auch um generelles Bashing „westlicher Männer“?

Ka-de-El

KDL 08.01.2016 | 17:39

Antje Schrupp über die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht –

Köln ist nicht Kairo: Warum wir einen kühlen Kopf bewahren sollten

... Ich hol mal etwas aus...

Erst einmal: Wenn ich Abwegiges in einen Vergleich ziehe – Köln/Kairo - komme ich zum Schluss: Unvergleichbar (Rhetorik für Anfänger)! Zwar appelliert A. Sch., „einen kühlen Kopf“ zu bewahren, ihr eigener ist aber während des Schreibens (oder schon vorher?) ziemlich heiß geworden.

Wer sich gegen Antje Schrupp bei ihrem Kreuzzug gegen „Rassisten“ wappnen will, sollte zuerst schwere Rüstung anlegen, eine Rüstung, die dem um sich schlagenden Vor- Wurf „Rassist“ gewachsen ist. Diese Frau schlägt um sich. Sie wäre niemals „Opfer“ geworden, Opfer des Köln-Terrors.

Erst einmal erledigt sie zu Recht mit einem raschen Hieb den Stern-Twitter, „1000 Männer haben am Kölner Hbf Frauen sexuell belästigt“ - eine absurde Falschinformation, schlägt sie zurück. Aber dann geißelt sie den Grad der Hysterie der Berichterstattung, der nur den Rechten in die Hände spiele: „Der rechte Mob machte mobil!“

Aber, Frau Schrupp, spielt es hierbei denn keine Rolle, dass sich Menschen große Sorgen machen wg. solcher Art krimineller Vorkommnisse, wie am Kölner Hbf geschehen? Dass Frauen psychisch (sexuell) und materiell (Raub) zu Schaden gekommen sind? Auch der Gedanke, dass Eltern von Auswärts um ihre Töchter in Köln fürchten, kommt bei A. Sch. nicht vor, das darf jetzt kein Problem sein. Denn: Mit solchen Sorgen spielen die Betroffenen doch nur den „Rassisten“ in die Hände. Trotz ihrer absichtsvollen Ignoranz gegenüber solchen Befürchtungen wg. krimineller Übergriffe gegenüber Frauen sieht A. Sch. sich selbst als Feministin. Aber sich jetzt feministisch äußern? Passt jetzt gerade nicht. Doch sich selbst als Feministin - wohlgemerkt als Feministin - verstehend, holt sie aus zum vernichtenden Schlag gegen alle Rassisten dieser Welt, zu einem Schlag, der den schmalen Grad zwischen Rhetorik und Demagogie endgültig überschreitet. Dabei bringt sie das „alte rassistische Narrativ“ von der blonden Frau und dem dunklen Mann in Anschlag, um sich als wahre Feministin in der ersten Reihe der Feministinnen zu positionieren und alle Kritiker solcher Straftaten von - lt. Polizeiangaben – Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum in die rechte Ecke zu stellen. Denn: Öffentlich geäußerte Sorge, gar Befürchtungen, spielten nur den „Rassisten“ in die Hände.

Wie das? In kruder Rhetorik unterstellt sie, gerade Feministinnen würden unter Generalverdacht geraten, wenn sie es wagten, solche sexuellen Straftaten nicht öffentlich zu verurteilen: „Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!“. Weshalb A. Sch. hier nicht nur argumentativ hyperventiliert, wird hier aber jetzt ganz deutlich. Sie ist in der Zwickmühle.

Einerseits: Wenn sich A. Sch. nicht vom Kölnterror gegen Frauen in aller Deutlichkeit distanziert und ihren Protest gegen die sexuellen Übergriffe an Frauen öffentlich

macht, die Gewalt von Männern aus Nordafrika und dem arabischen Raum nicht öffentlich anprangert, gerät ihre feministische Position ins Zwielicht. (Übrigens nicht nur die feministische, A. Sch. , sondern die an Menschenrechten orientierte gleichermaßen!)

Andererseits:

Beim Kölnterror geht es um Fakten, die erst einmal zur Kenntnis genommen werden müssen. Wer das nicht tut und nicht will, gerät auf die Seite derjenigen, die die Fakten verharmlosen bzw. bestreiten wollen. Mit Nennung von Fakten gerät man nicht auf die Seite von „Rassisten “, wie A. Sch. Glauben machen will. Im Gegenteil.

Welcher Strategie folgt die Argumentation der wütenden Autorin?

Ins Zwielicht zieht sie nun ihrerseits jeden und jede, die die Gewalt dieser arabisch - und afrikanisch – stämmigen Männer anprangern.

Nicht weil es dunkelhäutige Männer sind, sondern weil sie Gewalt gegen Frauen anwenden, werden sie aber zu Recht diskreditiert – als Straftäter. Eine naheliegende Frage wird von A. Sch. nicht nur nicht gestellt, sondern würde von ihr wohl gleich mit dem Rassismus-Vorwurf geahndet:

Rührt die Gewalt gegen Frauen – ob schwarz oder weiß, spielt hier keine Rolle – nicht gerade vom Geschlechterbild der arabisch – bzw. afrikanisch – muslimischen Welt her?

Ist es nicht genau das, was A. Sch. nicht wahrhaben will, was sie so wütend macht? Sie sträubt sie sich dagegen mit der Rassismuskeule in der einen Hand.

Mit der anderen Hand schlägt sie aber noch wütender zu: Ohne Vorbereitung schlägt sie mit der Keule der Negativ- Generalisierung auf den „westlichen Mann“ ein. Der Schutz, den er „seinen“ Frauen anbietet, überrascht uns A. Sch., hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet“, reitet ihre Attacke und greift dabei zur Erhärtung ihres

(Vor-)Urteils auf „Lord Cromer“ (einen Mann des 19. Jh.!) zurück.

Am Ende fragt sich der Leser irritiert, aber auch zornig:

Hat A. Sch. eigentlich ein Interesse an den Frauen, die am Kölner Bahnhof zu Opfern sexueller Übergriffe und von Diebstahl arabisch bzw. - afrikanisch – stämmiger Männer geworden sind? Oder geht es ihr eher um großzügige und nicht nachvollziehbare Verteilung des Rassismus-Etiketts wie auch um generelles Bashing „westlicher Männer“?

Ka-de-El

sch123 08.01.2016 | 17:44

Ich kann ihre Bedenken nachvollziehen, insbesondere dem ersten Satz. Ich sehe es aber nicht so pessimistisch.

Wir sind alle in der Lage dazuzulernen und können auf neue Probleme und Herausforderungen reagieren. Ich würde mir auch wünschen, dass die Flüchtlings- und europäische Krise mehr im Kontext der zerstörerischen Wirkung des neoliberalen Dogmas und der nationalen und globalen Ungerechtigkeit diskutiert würde. Aber was nicht ist kann ja noch werden...die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich erlebe zumindest in Deutschland nicht nur Hass, Ablehnung und Ressentiment, sondern auch wirklich gut organisierte und vernetzte, sehr pragmatische und bodenständige Hilfsprojekte, die weder realitätsfremd oder auf naivem Teddybär- bzw. "nützliche Idioten"-Niveau agieren und bei denen nicht zu erwarten ist, dass Ihnen in nächster Zeit die Luft ausgeht. Im Gegenteil können da noch sehr interessante Strukturen, gesellschaftlich und politisch, draus erwachsen.

Montaine Duvall 08.01.2016 | 18:20

Ich sehe auf manchen Plattformen wie eine solche Sache aus der Ruder laufen kann. So manchem Kommentator geht es wie ersichtlich ist gar nicht um Köln. Auch nicht um die hunderttausende Belästigungen oder Diebstähle die jedes Jahr stattfinden. Es findet ein Schönreden der "normalen" Verhältnisse statt.

Diese "normalen" Verhältnisse waren auch vor 10 oder 30 Jahren nicht zufriedenstellend. Leicht täuscht man darüber hinweg, daß sexuelle Belästigung häufig ist und auch stark unter Deutschen zu finden ist. Selten wird in dieser vehemenz darüber geschrieben. Von Taschendiebstählen lohnt es sich kaum zu reden. Die sind immer sehr zahlreich, ob an Sylvester, Oktoberfest, Ballermann usw. Das ist auch relativ logisch.

Ein archaisches Frauenbild kann man sicher einem Teil der Täter unterstellen. Dies ist im arabischen Raum häufiger als hier, wobei es das auch unter Deutschen gibt. Mich würde besonders interessieren, weshalb die Polizei auf Massenveranstaltungen so schlecht vorbereitet ist und weshalb nach Stunden immer noch keine Verstärkung vor Ort war. Waren im gesamten Umkreis keine Polizisten verfügbar?

freedom of speech? 08.01.2016 | 18:46

"...Mich würde besonders interessieren, weshalb die Polizei auf Massenveranstaltungen so schlecht vorbereitet ist und weshalb nach Stunden immer noch keine Verstärkung vor Ort war. Waren im gesamten Umkreis keine Polizisten verfügbar?..."

Uiuiui,

der Herr Jäger hat gerade eben den Herrn Albers, naja, gefeuert. Der Herr Jäger ist aber auch nicht sooo glücklich, weil sein "Büro" den Kölnern vielleicht nicht das gegeben hat, was die gerne an Personal wollten. Der ein oder andere munkelt auch von Landwirtverzicht.

Muss man jetzt mal abwarten. Et küt wie et küt.

Viele Grüße

fos?

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Ehemaliger Nutzer 08.01.2016 | 18:47

Oder geht es ihr eher um großzügige und nicht nachvollziehbare Verteilung des Rassismus-Etiketts wie auch um generelles Bashing „westlicher Männer“?

Das ist auf den Kern geschrumpft die ganze nackte und schäbige Wahrheit. Mehr ist da nicht. Und mehr steht auch nicht im Artikel

"Man merkt die Absicht. und man ist verstimmt" W.Busch

Mehr Mühe in der Argumentation als ich macht er sich:

http://blogs.faz.net/deus/2016/01/06/sexuelle-gewalt-in-koeln-mit-dem-oktoberfest-kleinreden-3075/

Nun, was soll es. Wenn das Westlich-Weiße-Heterosexuelle-Subjekt eines ist, mit dem die Autorin und GestesverwandtInnen*nixe nicht zu tun haben wollen, werden sie unter den 3 Milliarden Männern auf der Welt genügend Ersatz finden.

Ich bin dann mal weg.

Robert, gesamtideeller Vergewaltiger auf der such nach Freitagsabendopfern.

Franz P. 08.01.2016 | 19:17

"Wenn wir der Versuchung nachgeben, uns mit Rassisten zu verbünden, haben wir schon verloren. Denn deren Angebot zu einer Allianz ist scheinheilig. Es sind dieselben Typen, denen sexuelle Gewalt normalerweise egal ist, die frauenverachtende Witze und Busengrapschen für Flirtversuche halten und die meinen, über sexuelle Gewalt in Beziehungen zu sprechen zerstöre Familien."

Was ist denn das für ein Journalismus? Ist das hier so üblich mit solchen Unterstellungen zu arbeiten. Wenn Sie, Frau Schrupp, sich solch einer Schreibe bedienen, dann sollten Sie sich mal woanders informieren, als aus den Mainstreammedien. Denken Sie denn überhaupt nicht darüber nach, wieso es mindestens drei Tage dauerte, bis diese erstmal überhaupt hierüber berichteten? Und jetzt glauben Sie, von denen die Wahrheit zu erfahren. Können sich Journalisten solch eine Naivität wirklich leisten? Ja, wird wohl heute so sein. Man sieht es ja immer wieder wie der eine vom anderen abschreibt. Es gibt auf youtube einen Bericht zu der Kölner Silvesternacht, den ich wirklich für objektiv ansehe und den Sie sich unbedingt ansehen sollten: Bahnhof, Lügen und Politheuchelei! https://www.youtube.com/watch?v=SDELW-fJEuw

Darüber, wo diese Männer plötzlich herkamen, die den ganzen Bahnhof verstellten, darüber haben Sie wohl auch nicht nachgedacht. Frisch eingereiste Asylbewerber, wird berichtet. Hat Merkel doch prima hingekriegt mit den offenen Grenzen. So endet der Videobericht auch mit dem Schlußsatz: "Alles läuft wie geplant." Und wie hätten die Frauen da durchkommen sollen, die ihren Zug erreichen wollten? Eine Armlänge Abstand? Das ist doch unglaublich, was solche Politiker und Politikerinnen verlauten lassen.

Wie läuft die Erziehung im Patriarchat? Häufig setzt es Schläge. Kinder verbiegen sich, auch bei verbaler Gewalt, weil sie ja Liebe brauchen. Das Mädchen gibt dies später als Mutter weiter. Ein Junge, der mit Liebe aufgezogen wird, wird später nicht zum Frauenvergewaltiger und -schläger. Warum beschwert Ihr Euch, sage ich dann den Frauen, nur Ihr könnt Mütter sein. Aber wie gesagt, für diese ist es eben auch nicht einfach, je nachdem, wie sah die Kindheit aus.

Und dann, wie sieht es im Islam aus? Dort geht es noch viel autoritärer zu und die Frau/die Mutter hat bedeutend weniger Rechte. Fast möchte ich sagen, das Patriarchat in Reinkultur. Bitte, sagt mir, was hat das mit Rassismus zu tun, was ich jetzt äußerte? Ich stimme hier Heinz Buschkowsky zu, der sagt, der kulturelle Hintergrund sei verantwortlich. Menschen die aus einem gnadenlosen Patriarchat kämen, "Die empfinden überhaupt nichts dabei, Frauen zu missbrauchen, Frauen auch zu begrapschen, weil, wie gesagt, nach Mitternacht auf der Straße befindliche Frauen können nur Schlampen sein, und die verdienen nichts anderes. Also das Frauenbild spielt da schon eine entscheidende Rolle, und das ist kulturbedingt".

Aber von den linken Autoren, die sich zu diesem Thema äußern, schießt ja wohl Ihr Chefredakteur den Vogel ab. Wie der sich auf Twitter gebärdet, das ist nun wirklich eine Verhöhnung der betroffenen Frauen, die ich mir bald schlimmer nicht vorstellen kann. Sieht mir bald so aus, als ob er Köln jetzt mit Tausendundeiner Nacht in Verbindung bringen will.

Wenn nicht Köln Kairo ist, wird's demnächst vielleicht Berlin oder irgendeine andere deutsche Stadt. Warten wir's ab.

Montaine Duvall 08.01.2016 | 19:49

Schwer zu sagen. Sexuelle Belästigung ist ein breites Spektrum, man müßte die Anschuldigungen kenn um zu wissen um was für Delikte es sich jeweils handelt.

Wobei man nicht verschweigen darf, daß solche Dinge zu hunderttausenden am Arbeitsplatz oder anderen Orten stattfinden. Aus gegebenem Anlass sind hier die Anzeigen natürlich häufiger. Belästigungen am Arbeitsplatz werden meist nicht gemeldet. Leider unternehmen die Vorgesetzten wenig dagegen wie man so hört.

thinktankgirl 08.01.2016 | 19:59

NACHTRAG: ich hab überhaupt nix dagegen, alle möglichen Leute aufzunehmen, ich jammer nicht über Wirtschaftsflüchtligen, die auf unsere Kosten leben, ich verstehe jeden Menschen, der aus seiner Misere ausbrechen will und zu uns nach Europa kommt. Das ist ein Menschenrecht. Von mir aus können wir 1 Million Flüchtlinge aufnehmen. Bezahlen sollen es aber die Kriegstreiber und Kriegsprofiteure.

ABER: ich akzeptiere keinen Backlash! Wir haben in D einige gute gesellschaftliche Entwicklungen bezüglich der Frauenrechte erreicht. Ich hab keinen Bock darauf, daß wir Frauen wieder irgendwelche Männer zivilisieren müßen.

Montaine Duvall 08.01.2016 | 20:10

Nach neuster Meldung, man beruft sich auf einen gebürtigen Marokkaner, waren die Täter Landsleute von ihm. Er hätte sie an der Sprache erkannt. Sie hatten Papiere dabei mit dem Eintrag, Herkunftsland Syrien. Auch sagte er, daß sich zweifelhafte Personen aus Marokko in die Türkei aufmachten um sich unter Flüchtlinge zu mischen. Dort gaben sie an aus Syrien zu kommen. Manche dieser Personen sind schon früher aufgefallen, im Ausland.

Montaine Duvall 08.01.2016 | 20:30

War zu erwarten, weil Kriminelle sich immer unter unbescholtenen verstecken um sich zu tarnen. Außerdem gehen Kriminelle immer dahin, wo es am meisten zu holen gibt. In diesem Falle waren die Flüchtlingsströme eine günstige Gelegenheit. Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten und manche werden seit 100 Jahren benutzt. Kriminelle sind kreativ in der Beschaffung von Geld, Pässen, falschen Idenditäten, Datendiebstahl usw.

Leider geht das zu Lasten der 1 Million anderen Flüchtlingen....

thinktankgirl 08.01.2016 | 20:53

Ich weiß, daß in D sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt immer noch häufig vorkommen.

Aber es geht mir um Dimensionen, deshalb wollte ich wissen, ob die Kölner Zahlen stimmen. Und wenn sie stimmen, wann wurden in D in einer einzigen Nacht 100 Frauen von mehreren autochthonen Männern gezielt umzingelt und sexuell belästigt.

Ich meine mich zu erinnern, daß solche Dinge zu einer Zeit vorkamen, als Suffragetten für Frauenrechte eintraten und sich auf Plätze und in Lokalitäten wagten, die bis dahin nur Männern vorbehalten waren.

mariam 08.01.2016 | 20:59

Der Artikel von Antje Schrupp (und auch einige Kommentare hier) haben mich doch sehr erstaunt - um es milde auszudrücken. Da finden sich mitten in einem Rechtsstaat Menschen, die nur vom Dom zum Hbf gehen oder vom Bahnhof nach Hause wollen, in einem quasi rechtsfreien Hexenkessel wieder, in dem sie nicht nur auf das Übelste sexistisch beschimpft (Schlampe, Fotze, Hure etc), begrabscht und beraubt werden, sondern auch im öffentlichen Raum von Tätergruppen umzingelt, gewaltsam entkleidet, an intimen Stellen befingert und sogar vergewaltigt werden!! "Das Schlimmste aber war", schreibt eine Augenzeugin, "dass man niemanden um Hilfe bitten konnte". Die Polizei war keine Hilfe, wie inzwischen auch mehrere Einsatzprotokolle belegen ("..ich kam beschämt nach Hause..") Es gibt inzwischen 175 Anzeigen, davon 3/4 wegen sexueller Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen (allein in Köln)! Antje Schrupp konnte bis zum Erscheinungstermin einer Wochenzeitung sicher nicht alle Fakten kennen, aber die Taten als "ganz überwiegend Taschendiebstähle" mit Ablenkungsrempeleien darstellen zu wollen, zeugt von Realitätsverweigerung (ich hoffe, dass künftig nicht mehr korrekte Informationen in der BILD-Zeitung zu finden sind als im "Freitag"). Der Satz: "Nun ja, Massenansammlungen betrunkener Männer sind nirgendwo ein angenehmes Biotop für Frauen" ist so zynisch, dass es einem die Sprache verschlägt. Wie inzwischen belegt, belogen die Polizei und etliche Medien die Öffentlichkeit mehrere Tage über die Zustände und über die Täter- weil Informationen als "politisch heikel" angesehen wurden. A. Schrupp räsoniert dagegen über "Hysterie" und ein "rassistisches Narrativ". Was ist eigentlich zu verurteilen und gefährlich, die Tat oder dass darüber berichtet wird und Leute sich darüber aufregen?

Hagen 08.01.2016 | 22:01

Noch mal zu den kolportierten Zahlen von den Oktoberfest – Vergewaltigungen. Die scheinen nämlich falsch zu sein:

„2008 kam es den Behörden zufolge zu vier Vergewaltigungen, 2009 zu sechs, vorletztes Jahr zu zwei und dieses Jahr zum Glück nur zu einer versuchten Tat. Nein, sagt Schicht, das könne er wirklich ausschließen, die Zahlen zehn und zweihundert seien definitiv falsch.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-uebergriffe-in-koeln-und-falsche-zahlen-von-der-wiesn-14004617.html

Langsam wird immer klarer w e r da nun irgendwie gerne mal übertreibt.

herb66 08.01.2016 | 23:17

Ich glaube, es ist an der Zeit inne zu halten und richtig aufzuklären. Natürlich ist es möglich, dass kriminelle Marokkaner sich als Flüchtline aus Syrien ausgaben, denn es spricht sich herum, dass Syrier garantiert Asyl bekommen.

Vor nunmehr fünfzehn Jahren hatte ich einige "illegale" Kenianer in Berlin kennen gelernt. Das waren allerdings keine Kriminellen, die Frauen vergewaltigten, sehr fröhliche Leute, die sich auf Parties halbtot lachten über die Ausländerbehörde, denen man alles Mögliche erzählen konnte, nur nicht, dass man uas Kenia ist, da gab es kein Asyl.

Wenn man in Not ist, wird man erfinderisch und alle hatten in Kenia keine gute Zukunft.

Die meisten arbeiteten schwarz in Großküchen, schrubbten Töpfe für paar Euros oder putzten für wenig Geld, Frauen arbeiteten als Prostituierte - und das war immer noch besser als in Kenia Not zu leiden..

Marokko ist auch ein sehr armes Land, oder.

Damit möchte ich natürlich keine Straftaten entschuldigen.

Der Mann aus Marokko, der im Bericht bei t-online aussagte, kann durchaus glaubwürdig sein.

iDog 09.01.2016 | 00:22

ich les immer "mentaleTäter" ... und mir kommt es auch so vor, als würden gerade die hier in diesem Thread en masse auftauchen ... wo kommen die so plötzlich alle her ? Hier ist doch sonst nie was los?

Sind das vielleicht alle die, die sich auch sonst immer von jeder Scheißidee, die sich die rechtsideologischen Politdarsteller und ihre Handlanger bei der "freien" Presse so einfallen lassen, in vorauseilendem Gehorsam aufbocken, vorführen und zum strunzdummen Nachplapperer und Multiplizierer machen lassen?

Ach die sind das! Oder ...? Ist Multiplizieren für die nicht doch schon zu schwer ? Na ich hoffe das addiert sich nicht auf , sonst bricht wohlmöglich gerade in D-land tatsächlich noch der Bürgerkrieg aus, und das dann auch noch weil die rechte Regierung nicht rechts genung ist. Als hätten sich Deutschland historisch nicht schon genug lächerlich gemacht ...

Als nächstes kommt sicher, dass ausländisch aussehende Frauen sich zusammengerottet, und Männer angelockt hätten, blonde natürlich auch, aber nicht nur nur blonde, und das natürlich mit entbößter Brust, einer wohlgemerkt, um den einheimischen Dumfbacken mal richtig in die Eier zu treten ... Überrschung.... wo wir hier schon locker auf Idiocracy-Niveau sind, darf das natürlich auch nicht fehlen...

sch123 09.01.2016 | 01:51

Zunächst einmal damit wir uns nicht falsch verstehen, die sexualiserte Gewalt, die verübt wurde ist verabscheungswürdig. Das finden Sie, das finde ich, das findet auch Frau Schrupp. Deren Text ist nicht glücklich, aber ihr Anliegen ist sicher nicht, sexualisierte Gewalt zu verharmlosen. Das ist eine unfaire Unterstellung.

Was Geböller in die Menge unter Nichteinhaltung gängiger Sicherheitsvorschriften angeht, das können sie in jeder größeren deutschen Stadt an Sylvester zu bestimmten Orten erleben. Wie die Situation vor Ort genau war wissen wir nicht, waren Sie dabei? Nicht jede Schilderung deckt sich mit der Vorstellung eines rechtsfreien Raums und Hexenkessels.

Die Informationspolitik der Kölner Polizei ist mir auch unverständlich und logischerweise ein Debakel.

Frau Schrupp beklagt aber auch zu recht, dass die Opfer von zahllosen Rechten instrumentalisiert werden, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und dass in Medien, Politik und in den sozialen Netzwerken direkte und indirekte Rassismen grassieren. Sie beklagt sich auch zurecht, dass sich jetzt von Seiten zum Beschützer "unserer" Frauen aufgeschwungen wird und und das Leid der Opfer rethorisch ausgeschlachtet wird, die sonst bei der Thematik sexualisierte Gewalt durch Ignoranz oder sogar Verharmlosung glänzen.

janto ban 09.01.2016 | 09:35

|| Was ist eigentlich zu verurteilen und gefährlich, die Tat oder dass darüber berichtet wird und Leute sich darüber aufregen? ||

Zwei Dinge sind zu verurteilen: Die Tat und die Instrumentalisierung der Tat (durch Hetzer, Hasser und Sicherheitsfanatiker, die gleich wieder nach schärferen Gesetzen und noch mehr Totalüberwachung schreien.) So würde ich das sagen.

Aber Ihre berechtigte Frage ist zu schwer zu beantworten für eine pol. Linke, die sich im lupenreinen Antifa-Modus befindet, "Köln" gleich mal zum Anlass nimmt, ein weiteres Manifest gegen Männer als solche (s.o.) zu verfassen und sich - wie mir scheint - heimlich wünscht, der Plan der Kölner Polizeibehörde, die Dinge so gut es geht unter den Teppich zu kehren wäre aufgegengen. Denn wo kein "Köln", da kein Anlass zu noch mehr rechter Hetze, aber viel "Umverteilung" von Flüchtlingen in Europa, so offenbar die Idee dahinter.

Und wieder einmal sind es Flüchtlinge selbst, die uns, die wir dieser Tage alle (!) unter Generalverdacht des gruppenspezifischen Menschenhasses stehen, die Welt erklären, wie sie ist. Ungeschönt und einzig mit dem Hintergedanken, dass wir es schaffen können, wollen und müssen, ein möglichst vollumfänglich gelingendes Zusammenleben zu organisieren. Ein Wunsch/Wille, der in der Silvesternacht am Kölner HBF und anderswo mit Füßen getreten wurde. So einfach kann sie sein, die Welt.

Ich füge hinzu, dass die größte Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden weiterhin und in erschreckend zunehmendem Maße von rechts kommt. Füge es hinzu, weil es dieser Tage leider keine Selbstverständlichkeit darstellt, dass man das als selbsterklärter "außerSPDlicher Sozialdemokrat" (← ich meine mich) fortdauernd so sieht. Angefangen hat diese Scheiße, als klar denkende Menschen sich weigerten, die "friedlich-freiheitliche Revolution" in der Ost-Ukraine als solche anzuerkennen. Und sie schreibt sich darin fort, dass man nicht mehr als pol. links gilt, wenn man nicht in den Chor der "Volksverräter/Lügenpresse"-Rufer einstimmt. Wo es außer den extremen Rändern keinen pol. Standpunkt mehr geben darf, fällt die Beantwortung einfacher Fragen, wie Sie sie stellen, Mariam, zunehmend schwer..

drummy-b 09.01.2016 | 10:42

Liebe Mariam,

vielleicht schauen Sie mal bei facebook herum oder auch im BILD-Forum oder sonstwo und lesen sich tausende von Kommentare durch, die empfehlen, die Flüchtlinge "in Dachau zu empfangen", sofort "alle abzuknallen" oder sonstige Nettigkeiten. Angesichts des rasanten Anstiegs rechter Straftaten in den letzten Monaten keine ganz leeren Drohungen. Sicherlich hat Frau Schrupp die Fakten falsch eingeschätzt, der Artikel hier ist aber auch schon ein paar Tage alt, aber genau so sicher ist, dass wir die Täter und deren Herkunft (immer) noch nicht genau kennen und genau so sicher ist, dass Gewalt gegen Frauen auch in unserer Gesellschaft ein Problem ist. (Ich meine hier ausdrücklich nicht, dass es für Frauen hier genauso schlimm ist, wie bspw. in Saudi-Arabien, das wäre - gottseidank - ein absurder Vergleich). Sich gegen die rassistische Instrumentalisierung dieser schlimmen Vorfälle zu wehren ist MEHR als notwendig dieser Tage.

Was wäre denn besser, dass dieser Vorfall dazu führt, das unsere Gesellschaft insgesamt aufmerksamer für Gewalt gegen Frauen wird, dass z.B. Passanten eher eingreifen, wenn es zu frauenfeindlichen Aktionen kommt, dass Polizeiapparate geschulter mit dem Thema umgehen können und dass die Rechtssprechung Gesetze an die Hand bekommen, die eine effektivere Verfolgung und Sanktionierung solcher Taten zulassen, oder ist den Frauen mehr damit gedient, wenn demnächst massiv Flüchtlingsheime brennen und wir dutzende tote syrische Flüchtlinge zu beklagen haben ?

freedom of speech? 09.01.2016 | 11:14

„…gezielt umzingelt und sexuell belästigt…“

Diese alptraumhafte Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist nach meiner Auffassung ein Verbrechen, bei dem jeder, der bewusst mit in der Gruppe steht, Mittäter (§ 25 StGB) ist. Das bedeutet, er muss genau so hart bestraft werden wie der Täter, der direkt am Opfer ist.

Ich weiss allerdings nicht, ob es schon vergleichbare Beispiele im Bereich der deutschen Rechtsprechung gibt. Es werden nur wenige Urteile veröffentlicht.

Viele Grüße

fos?

Moorleiche 09.01.2016 | 12:28

Hallo Richard Zietz.

Fassen wir Stand von Artikel und Diskussion zusammen:

Ein Unrecht macht das andere gut.

Alles war gar nicht so schlimm.

Andere machen das auch. Und die sind weitaus schlimmer.

Wichtig nunmehr ist vor allem, geschlossen gegen den Hauptfeind zu stehen.“

Yepp. Ein Torso, ein einziges Dilemma.

Ich schrieb hier im Blog am 7.1. um 8:20 u.a.:

„Nee, das ist linker Populismus, der das ganze Spektrum bedient: Der westliche Mann ist natürlich nicht nur ein latenter Sexist, sondern obendrein auch noch ein Rassist, darum geht ihm jetzt einer ab, denn nur er fühlt sich dazu berechtigt, "seine" Frauen als Sexobjekt zu degradieren, dass will er sich vom dunklen Mann nicht wegnehmen lassen. Er kann auf die Ausländer eindreschen, was er ja immer gerne tut und obendrein noch seinen Status als Herrscher per Geschlecht untermauern.

Das ist ausformuliert das Weltbild was Frau Schrupp hoffentlich nicht hat, aber hier bedient. Eisenharter linker Populismus und Sexismus.“

Ich hatte gehofft, dass ein Aufschrei durch den Blog geht und man sich von dieser sexistischen Sichtweise distanziert, doch wie zum Hohn schreibt: 4711_please am 07.01.2016 | 12:09

„Was diese deutschen Männer nun aber völlig auf die Palme bringt: die "Araber" nehmen sich einfach, was sie selbst auch gerne hätten. Die Szenen in der Kölner Sylvesternacht ist doch ein feuchter Traum von den Tausenden, die am Wochenende in der großen Stadt ausgehen, um Frauen aufzureißen, daran aber schon alleine deshalb scheitern, dass es eher keine Frauen gibt, die auf grobschlächtige Besoffskis in Männergruppen abfahren. Auch der Frust dieser Männer bricht sich nun rassistische Bahn.“

Krass, ne?

Ist aber eigentlich kein Problem, weil es diese einseitige Diskriminierung nur diejenigen trifft, die man ohnehin nicht leiden kann und für alle Übel der Welt verantwortlich macht. Aber vielleicht ist ja gerade das das Problem.

In einem anderen Blog habe ich geschrieben:

Was also ist an meiner Argumentation Ihrer Meinung nach falsch? Ich habe einigermaßen genau begründet, was ich an Frau Schrupps Darstellung auszusetzen habe.

Für mich ist das übler Sexismus, ich habe das noch mal genauer in einer Antwort an Silvio Spottiswoode ausgeführt.

Dieser Sexismus soll dadurch pseudolegitimiert sein, dass sich Frau Schrupp offenbar in der Position sieht, sexistisch argumentieren zu dürfen, da sie für sich in Anspruch nimmt, immerhin nicht rassistisch zu sein, was sie implizit und explizit anderen unterstellt.

Das Argument lautet auf den Punkt gebracht: Sexismus ist besser als Rassismus.

Ich halte diese Einstellung für grundfalsch und Frau Schrupp hat bislang noch nicht die Zeit, Lust oder Gelegenheit gefunden, sich weiter zu erklären.

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Das ist die Kernkritik von mir und vielleicht fasst sie den fragmentierten Blog wieder etwas zusammen.

Implizit lautet die Scheinalternative: Man kann (wenn man ein westlicher Mann ist) nur Sexist oder Rassist sein.

Was würde Watzlawick dazu gesagt haben?

Tilt 09.01.2016 | 12:34

eine Meute aus jungen Männern macht sich ein "Spiel" daraus Frauen zu einzukreisen, sie ggf. von ihren Begleitern zu isolieren, um sie dann von allen Seiten hemmungslos zu begrapschen. Den Männern gefällt diese Spiel, es gibt ihnen offensichtlich Glücksgefühle zu erleben wie die verängstigten Frauen ihnen hilflos ausgeliefert sind. Es geht um Erniedrigung.

Hier hat sich ein sexuell stimulierter Sadismus Bann gebrochen, der manchmal bei pre-pupertären Jungen zu beobachten ist, wenn diese die Nähe zum anderem Geschlecht suchen. Die Jungen schaffen oder trauen sich anfangs oft nicht mit normaler Kommunikation Verbindung herzustellen, nicht wenige fangen dann an die Mädchen zu "Ärgern", öfter auch im Rudel. Es lässt sich damit Kontakt und Aufmerksamkeit herstellen, vermeintlich ohne sich selbst erniedrigen zu müssen.

In unserer Gesellschaft ist diese Strategie noch schnell zum Scheitern verurteilt: die Mädchen können sich bei den Erwachsenen beschweren und darauf bestehen, dass die Jungen das "Ärgern Spielen" zukünftig unterlassen. Die Jungen werden von der Gesellschaft so diszipliniert, das sie eine alternative Strategie zur Annäherung suchen müssen. Sie werden um die gleichberechtigten, selbstbewussten Mädchen werben müssen, ihnen positive Angebote machen müssen.

Wenn die angesprochene Disziplinierung nicht stattgefunden hat, und post-pupertäre Männer "Ärgern Spielen" wird es gefährlich: der ausgewachsene Sexualtriebes drängt jetzt auf Befriedigung, wenn die Gelegenheit sich bietet kann das "Spiel" bis zur Vergewaltigung gehen. Leider lassen sich die Jungen Männer jetzt nicht mehr so einfach disziplinieren, ihre Renitenz gegenüber staatlichen Autoritäten ist hinlänglich beschrieben worden.

sch123 09.01.2016 | 14:33

Naja, die Motive sind mir schon klar von wegen politische Brisanz und so. Dass das aber nach hinten losgehen wird, war ja nun nicht soo schwer abzusehen, also schon eine ziemliche Inkompetenz da von höchster Ebene. Die ist mir unverständlich. Jeder Prakti im Bundestag macht weitsichtigere Öffentlichkeitsarbeit.

Es ist zwar richtig, dass es eigentlich zur polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit und auch zum journalistischen Ethos gehört, die Täterherkunft nicht zu nennen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist und vor allem gesicherte Erkenntnisse abzuwarten.

Es ist aber leider auch so, dass der Diskurs inzwischen so von Rechten gekapert und dominiert ist, dass es eigentlich jedem Verantwortlichen klar sein müsste, dass diese völlig falsch verstandene Umsicht zum Bumerang wird.

beyond 09.01.2016 | 15:04

Off topic!

Lieber Mitforist, daß die online-Redaktion offenbar den gesamten Blog von Herrn Sachs gelöscht hat und somit, neben meinen, auch Ihre sowie Zimmermanns und Namrehs interessante Kommentare verschwunden sind, tut mir leid. Ich hatte lediglich den vorletzten gemeldet. Falls Interesse besteht: vor meinem Spaziergang an schönster Januarsonne habe ich sowohl das Blog als auch den gesamten Thread vorhin offline gespeichert.

MfG, G. S.

baumhoff 09.01.2016 | 17:07

Vieles in dem Beitrag irritiert. Vielleicht waren die Zahlen da noch nicht publiziert? Jedenfalls stimmt es nicht, dass die sexuelle Gewalt erfunden wurde. Es wäre interessant einen Folgebeitrag zu lesen, wo Frau Schrupp sich mit dem Stand der Dinge auseinander setzt, wie wir ihn heute kennen. Wie würde Sie das dann bewerten - immer noch als verkappte Fremdenfeindlichkeit?

Mir scheint, wir haben die Lage von Frauen in arabischen Ländern zu lange ignoriert! Aber man hätte sich informieren können .... Die Linke ist blind und das erinnert mich an die alle diejenigen, die vor nicht allzu langer Zeit noch meinten, die DDR sei das bessere Deutschland.

little Louis 09.01.2016 | 17:20

@moorleiche um 12:28

Gute Analyse. Aber Sie wissen vermutlich ja selbst:

Ein Teil der deutschen Linken lässt sich halt gelegentlich weder durch tabuloses Benennen vonTatsachen , noch durch das Bemühen um konsistente Argumentationen vom gefühlt "rechten linken" Weg abbringen. Die Angst, von der Herde isoliert zu werden ist dann manchmal wohl einfach zu groß. Und wenn man durch die Tatsachen in Widersprüche verwickelt wird, werden diese eben "umgedeutet". Das kennt man schon seit sehr langer Zeit aus der Theologie.

Man sollte die Ursachen solcher Denkweisen hier mal noch ausführlicher analysieren (und diskutieren). Gerade hier.

Hagen 09.01.2016 | 19:35

Hier noch was zum Thema aus Bielefeld:

„Bis zu 500 Männer versuchten die Diskotüren zu stürmen. Die Täter fassten Frauen in den Intimbereich und präsentierten sie gegen ihren Willen als "Girlfriend“

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20674877_Boulevard-Erschreckender-Bericht-eines-Tuerstehers-

"Direkt zu Beginn des Einlasses (gegen 20 Uhr) fiel eine ungewöhnlich hohe Zahl von arabisch sprechenden Männern mit Aufenthaltsbescheinigungen auf. Besonders auffällig waren diese durch ihren hohen Alkoholpegel und eine hohe Gewaltbereitschaft, besonders gegenüber Frauen.“

Columbus 09.01.2016 | 22:49

Sehr richtig. Warum aber, machen wir hier beim dF mit? Hier sollen sich doch die Klugen der Republik tummeln. Die ewigen wenigen Prozente der Nachdenklichkeit.

Manche hängen ja an den News, die eben in dem beschriebenen Stile verfasst sind, haben praktisch rund um die Uhr "eingeschaltet". Warum?

Und warum wollen Menschen seriösen Journalismus nicht mehr unterstützen? Und warum denken Sie, sie seien hingegen seriöser, wenn Sie die journalistischen Meldungen nutzen, statt sie zu prüfen, mit Mitteln die ihnen zur Verfügung stünden, wenn sie sich an ihre Chance zur Verstandestätigkeit erinnerten?

Nachrichten, Journalismus und Medien sind doch nicht hauptsächlich zum Konsum gedacht und gerade den Wochenzeitungen und den seriösen TV-Medien muss abverlangt werden, dass sie keine Pulp fiction schreiben, aber auch nicht zu verbalen Absolutismen neigen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Columbus 09.01.2016 | 23:22

Genau! Geschlossen gegen Rechts und geschlossen dafür, dass Kriminelle geschnappt und vor Gericht gestellt werden und dann eine gerechte Strafe nach unseren Regeln erhalten., Herr Zietz.

Dazu muss man sich aber weder über Muslime, noch Syrer, noch Marokkaner pauschal so aufregen, noch Vorurteile zu Gruppenmentalitäten pflegen , wie das nun geschah.

Dafür müssen die vielen Ebenen der Polizeistrukturen angegangen werden, damit die die Strafverfolgung und Beweiserhebung eben gezielter durchführen kann, und in Notsituationen nicht Kompetenzgerangel und Unsicherheit dazu führt, nicht mehr vorausschauend und schnell reagieren zu können.

Die Mittel (Beamte) waren in Köln und in der Umgebung vorhanden. Sie wurden nicht genutzt. Der heutige Samstag belegt das eindeutig (plötzlich herrscht kein Mangel an Einsatzkräften), so, wie die Tatsache, dass sich die Abzieher und Belästiger schon geraume Zeit in den Stadtregionen bewegen und teilweise bekannt sind, aber bisher keine große Polizeiermittlungsgruppe dazu aufgebaut wurde.

Wissen Sie jetzt eigentlich Bescheid, wieviele Tatbeteiligte es sehr wahrscheinlich gab. Was man den Verdächtgigten tatsächlich und belegbar vorwerfen kann und vorwirft? Wissen Sie nun, wieviele Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen es tatsächlich gab und wie groß dieser Täterkreis tatsächlich war? - Oder reicht es, wenn es zunächst praktisch alle auf dem Platz waren, dann die Zählung nach den Anzeigen (Serientäter?), dann diejenigen, die kurzzeitig, vorläufig kontrolliert und festgesetzt wurden, dann jene 30 die unter Verdacht sind, dann vielleicht nur 3 oder 4, die man tatsächlich wegen der Sexualstraftaten vor Gericht bringt. Usw.

Wie Lösungen aussähen, wenn die aufgelösten Pegida- Demonstranten vom heutigen Tage und ihre Vorturner an die Macht kämen, -durchaus mehr Menschen als gedacht, wünschen sich solche Zustände wieder, was natürlich Gründe hat, die mit den Opfern vom Silvester gar nichts zu tun haben, nicht nur bei uns, kann ich mir jedenfalls sehr gut ausmalen.

Wie meinen Sie den Satz, ein Unrecht mache das andere gut? Eine solche Denkweise stammt ja eher aus dem Geiste der Aufrechner, die sich so auch die deutsche Geschichte pinseln. Wer ist der Hauptfeind?

Gutes Restwochenende

Christoph Leusch

Richard Zietz 10.01.2016 | 08:31

Lieber Herr Leusch,

Anders als Frau Schrupp mit ihrem (fast ausschließlich aus abwägenden Pro-Bono-Relativierungen und Gegenattacken bestehenden) Artikel oder auch Sie (der das Ganze in etwas gemäßigterer Form vorträgt) würde ich schon sagen:

Wir haben ein Sexismus-Problem.

Nimmt man dieses Problem ernst, erweist es sich als schwer geeignet für Aufrechnungen nach dem Motto »Deutsche Machos gibt es auch« (stimmt), »Die Flüchtlinge bzw. Nicht-Deutschstämmige sind (in vielerlei Hinsicht) benachteiligt« (stimmt ebenfalls) oder (unausgesprochen) »Wenn wir das jetzt auch hochspielen, arbeiten wir nur Pegida & Co. in die Hände.« (würde ich persönlich eher mit dem Attribut »vielleicht« klassifizieren).

Genau dieses Bagatellisieren, dieses Kleinreden der zugrundeliegenden Vorfälle ist allerdings Kern fast aller »linken« Statements zum Thema. Man muß nicht so weit gehen wie beispielsweise das (politisch der Wochenzeitung Jungle World nahestehende) Weblog prinzessinnenreporter.de, in dem Jungle-World-Autorin Elke Wittich am 5. Januar eine polemische Presseschelte publiziert, während ein weiterer Beitrag zwei Tage später offen in den Modus der satirisch verbrämten Opferverhöhnung übergeht. Leider mit aufzuführen ist an dieser Stelle auch »antanzen« – ein Spinschublade-Begriff, der bereits jetzt alle Qualifikationen zum »Unwort des Jahres 2016« mitbringt, offensichtlich dazu dient, die stattgefundenen sexuellen Massenübergrifflichlichkeiten auf den Tatbestand »Trickdiebstahl« herunter zu bagatellisieren und der in Anbetracht der tatsächlichen Ereignisse ähnlich graziös klingt wie »Vergewohltätigung«.

Dass all dies in einem Medium stattfindet, dass die korrekte Gender-Sprache wie kein Zweites zu seinem Hauptanliegen erklärt, spricht in meinen Augen Bände. Zu Ihrem Argument »Genaueres weiß man nicht«: Mag sein. Allerdings: Der These, dass es sich im Wesentlich lediglich um ein paar Trickdiebstähle handelt, möchte ich mich – auch in Anbetracht der in den letzten Tagen von 170 auf 379 angestiegenen Anzeigen – ebensowenig anschließen wie der rechtspopulistischen Stimmungsmache, die unisono von »1000 Tätern« spricht und sämtliche Teilnehmer der entgrenzten Silvesterfestivitäten in Sippenhaft nimmt.

Also wohl doch ein veritabler Vorfall. Welche Antworten will man darauf geben, wenn sich die Zahl der Opfer weiter verfestigt? Die sexuellen Übergrifflichkeiten sich – mit oder ohne die mitunter damit vielleicht verbunden sein mögenden Abziehereien – sich als real stattgefundene Vorfälle herausstellen? Reicht es aus, da – gleichfalls notorisch – mit dem warnenden Finger auf Pegida zu zeigen oder Demos wie die (erfreulicherweise aufgrund von Eigenursachen implodierte) wie gestern in Köln? Immerhin: Dass es eine dritte Möglichkeit gibt – nämlich die, sich für Selbstbestimmung und gegen sexuelle Gewalt auszusprechen – zeigte sich diese Woche ebenfalls: in Form von Mahnwachen und Demonstrationen, etwa wie dieser.

Vielleicht ist in dieser Sache ja doch noch eine vernünftige, in meinen Augen originär linke Position möglich – jenseits von Compact, Focus und anderen Hardlinern, aber auch jenseits von Henriette Reker, Antje Schrupp und ähnlichen Beschwichtiger(inne)n.

Achtermann 10.01.2016 | 10:02

Genau dieses Bagatellisieren, dieses Kleinreden der zugrundeliegenden Vorfälle ist allerdings Kern fast aller »linken« Statements zum Thema.

Es geht ja auch um ein Weltbild, das verteidigt wird und nicht von heute auf morgen abgelegt werden kann. Die euphorisierenden Multi-Kulti-Vorstellungen der Grünen wirken immer noch nach. Dass deshalb Probleme ausgeblendet oder verlagert werden, ist verständlich. Claudia Roth tut es Antje Schrupp gleich, wenn sie zum Gegenangriff übergeht: "Es wird jetzt aber von vielen der Eindruck vermittelt, als würde sexualisierte Gewalt alleinig von außen zu uns ins Land getragen. Dadurch wird vernebelt, dass diese Form von Gewalt in Deutschland leider ein altes Phänomen ist."

Sexualisierte Gewalt gibt es wahrscheinlich schon so lange es Männer gibt, das kann nicht geleugnet werden. Trotzdem ist dieses Phänomen, wie es in Köln und anderen Städten zu beobachten war, ein importiertes. Auch wenn es der örtliche antirassistische Verein um diverse Kölner Musikgruppen Arsch huh, der für Toleranz und gegen Rassismus und Neonazis steht, nicht wahrhaben will und verlautbarte: "Fakt ist jedoch, dass es sich um Kleingruppen von Kriminellen handelte, die nach Auflösung einer Menschenansammlung durch die Polizei um den Bahnhof herum aktiv waren und neben den sexuellen Übergriffen vor allem für Diebstähle verantwortlich waren!" So kann man eine Position nicht begründen und rechtfertigen, die in der Bevölkerung, der inzwischen unterstellt wird, kollektiv nach rechts zu rücken, positive Resonanz finden soll.

Das zögerliche Agieren der Presse lässt sich evtl. mit ihren eigenen ethischen Grundsätzen erklären, die in ihrem Pressekodex, Richtlinie 12.1 –Berichterstattung über Straftaten niedergelegt hat: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." Für diese Richtlinie sprechen es durchaus gute Gründe, insbesondere, wenn es sich um Einzeltaten handelt. Es gibt jedoch Vorfälle, dazu zähle ich die aktuellen, die nach Abwägung dieser Richtlinie einen anderen Schluss zwingend machen.

BirgitR 10.01.2016 | 10:59

Auch mich nervt, dass jetzt so getan wird, als hätten wir hier in Deutschland die vollendete Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen. Die Diskriminierung läuft nur subtiler ab. Trotzdem ich natürlich froh bin, in Deutschland zu leben.

An diesem Artikel stört mich jedoch, dass sexuelle Gewalt im Grunde genommen verharmlost wird, da ja angeblich die Absicht des Diebstahls im Vordergrund gestanden hätte. Abgesehen davon, dass es inzwischen auch andere Berichte von dieser Nacht gibt - mit Verlautbarungen der Kölner Polizei sollte man vorsichtig sein.

Immerhin handelt es sich hier um traumatische Erfahrungen sexueller Übergriffe, die frau sicherlich ihr Leben lang nicht vergessen wird, und die dadurch verstärkt werden, dass von niemandem Hilfe zu erwarten war. Auch die Polizei hat es vorgezogen, nicht gegen arabisch Aussehende mit Gewalt vorzugehen, wie würde das denn aussehen. Ich glaube, hier herrschte die Meinung vor, sollen die sich nicht so anstellen, ist doch nichts passiert.

drummy-b 10.01.2016 | 11:23

Mein Gott, wie empfindsam doch die deutsche Männerseele offenbar ist. Alle fühlen sich davon angesprochen, dass Frau Schrupp angeblich alle Männer als Sexisten verbrämt. Dabei setzt Frau Schrupp in erster Linie rassistische und frauenverachtende (männliche) Ideologie gleich (was
historisch bestens belegt ist). Oder handelt es sich bei den auf
den Schlips getretenden Mitforisten einfach um Rassisten ?
Zumindestens einige Posts lassen sich so interpretieren.

Die eigentliche Schwäche von Frau Schrupps Artikel erkennen nur wenige, nämlich dass strukturelle Gewalt gegen Frauen, die klar auf deren Erniedrigung abzielt, nicht mit Diebstahlsmotiven relativiert werden darf. Das ist in der Tat ein bedenklicher Reflex, den Schutz von syrischen Flüchtlingen durch ein herunterspielen struktureller Gewalt
zu versuchen. Damit ist niemandem gedient, am allerwenigsten den (betroffenen) Frauen. Mehr würde es helfen, darauf hinzuweisen, dass die tatsächliche Herkunft der Täter nach wie vor nicht geklärt ist und über soziale Hintergründe von Marginalisierung, Kriminalität und (auch) Frauenverachtung aufzuklären. Auch ein Hinweis auf die Zusammenhänge von Leitkultur und Kriminalität (Konsumfixierung -> Eigentumsdelikte, Sexualisierte Werbung -> Sexualdelikte) wäre nützlich gewesen.

Da ist es auch nicht hilfreich, wenn @COLUMBUS (berechtigterweise) darauf hinweist,
das gleiches in den 70ern und 80ern zur alltäglichen Erlebniswelt von vielen Frauen gehörte, FULL ACK, aber deswegen darf man sich 2016 nicht darüber aufregen ?
Da schüttet man das Kind mit dem Bade aus.

Trotzdem ist es interssant, dass viele Mitforisten, die sich hier zu Advokaten von unterdrückten Frauen aufspielen wollen, den Hinweis auf Gewalt gegen Frauen auch in unserer Kultur als "Gegenangriff" verstehen. Da kann man nur an Horst Seehofer denken, der heute im Namen der Frauen Obergrenzen
für Flüchtlinge fordert und 1997 gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe gestimmt hat.

Moorleiche 10.01.2016 | 12:17

Hallo Columbus.

Sehr richtig. Warum aber, machen wir hier beim dF mit? Hier sollen sich doch die Klugen der Republik tummeln. Die ewigen wenigen Prozente der Nachdenklichkeit.“

Um ehrlich zu sein, genau dieser Mythos hat sich in eben dieser Diskussion als eine nette Geschichte, ohne Substanz erwiesen.

Zuspitzung und Diffamierung, ohne Bereitschaft der Innenschau und Reflexion das ist es, was ich hier erlebe. Bis in die jüngsten Beiträge, lesen Sie diese mal.

Ich glaube Köln stellt eine Zäsur dar, es wird nicht einfach so weitergehen und ich befürchte, dass die BeschwichtigerInnen sich in letzter Konsequenz keinen Gefallen tun, denn gerade die Beschwichtigungsversuche lassen immer mehr Menschen zweifeln und verzweifeln. Die werden nicht alle Nazis oder zu Pegida oder AfD rennen, aber es werden immer mehr innerlich kündigen, sich umdrehen, abwinken und denken … leckt mich doch.

Wo wollen wir die Wahlbeteiligung denn noch haben? Wie viel Demokratieskepsis wollen wir noch haben? Haben wir echt zu wenig extremistisches Denken und Verschwörungstheorien? Sie sind klug, hier nicht auf meiner Seite, also erklären Sie mir bitte was Sie dazu denken. Danke.

sch123 10.01.2016 | 12:25

Das "linke" Meinungsbeiträge durch Bagatellisieren und Kleinreden gekennzeichnet sind kann ich nicht erkennen. Eher, dass der Vorwurf bzw. die Unterstellung sehr, sehr schnell bei der Hand ist.

Die meisten Beiträge beinhalten das Statement (eigentlich eine Selbstverständlichkeit, deshalb auch ein etwas alberner Bekenntniszwang, aber der ist ja Teil der Debattenkultur geworden), dass es sich um verabscheuungswürdige Verbrechen handelt.

Schon etwas albern, jetzt ständig "Linken", "Grünen" oder noch besser "Feministinnen" vorzuwerfen, sie würden Opfer verhöhnen, nicht ernst nehmen etc. pp.

Auch die von Ihnen verlinkte, als besonders heftiges Beispiel angekündigte, Satire ist keine Opferverhöhnung, oder habe ich da etwas übersehen? Darin geht es um die Sippenhaft. Der Vergleich hinkt zwar und die Satire ist daher nicht besonders gut, aber Opferverhöhnung kann ich darin nicht entdecken.

Dieser ständige Vorwurf, die Taten zu verharmlosen bzw. sich um die Opfer nicht zu scheren etc... bedeutet übrigens nichts anderes als die Opfer und ihr Leid zu instrumentalisieren. Abgesehen davon ist es schwarze Rethorik.

Das gleiche gilt natürlich, wenn das Leid der Opfer für rassistische Hetze instrumentalisiert wird.

Insofern kann "die Linke", sag ich jetzt mal so pauschal, ganz entspannt sein. Eine "linke" Position ist nicht so schwierig wie sie unterstellen: Sexismus ist scheiße, Rassismus ist scheiße, Arschlöcher gibts überall.

Es ist auch nicht so, wie immer wieder unterstellt wird, dass es nicht ins Weltbild von "Linken", "Grünen" usw. passen würde, dass es Verbrecher, Sexisten, Arschlöcher etc.pp. unter den Flüchtlingen gibt.

Es ist vielmehr so, dass eine fundierte Haltung zu dem Thema sich nicht jedesmal neu justieren muss, wenn ein Flüchtling/Ausländer eine Straftat begeht.

Abschließend: Dass der rassistische Narrativ (s. z.B. oben verlinkter Focus-Titel) in Berichterstattung und Kommentierung kritisiert und benannt wird halte ich für wichtig und bin allen Kommentatoren dankbar, die das tun und sich den entsprechend anstrengenden Diskussionen aussetzen.

Der diskutierte Artikel ist sicherlich nicht besonders gelungen, aber ich kann nur wiederholen, dass es unfair ist, Frau Schrupp jetzt vorzuwerfen, sie würde sexualisierte Gewalt bagatellisieren wollen, weil es nicht in ihr Weltbild passt. Das ist eine reine Unterstellung und eine Interpretation, die der Text nur bei sehr missgünstiger Auslegung hergibt.

Moorleiche 10.01.2016 | 12:41

Hallo SCH123.

Das "linke" Meinungsbeiträge durch Bagatellisieren und Kleinreden gekennzeichnet sind kann ich nicht erkennen.“

Ich schon, nennen Sie mir doch Gegenbeispiele.

Eine "linke" Position ist nicht so schwierig wie sie unterstellen: Sexismus ist scheiße, Rassismus ist scheiße, Arschlöcher gibts überall.“

Mein Vorwurf ist, dass Frau Schrupp eine sexistische (oder wahlweise eine rassistische) Haltung hat.

„Aber sie wird im nächsten Schritt zur Sexistin, weil sie pauschal den westlichen Mann anklagt und behauptet: „Der Schutz, den der westliche Mann „seinen“ Frauen anbietet, hat leider noch nie wirklichen Respekt vor deren Wünschen bedeutet.“ (Antje Schrupp) Das ist Sexismus, wenn alle Männer gemeint sein sollten. Ist tatsächlich nur der westliche gemeint, ist es Rassismus.“

(im Kontext hier: https://www.freitag.de/autoren/ayhan-b-eren/antje-schrupp-fluechtlinge-und-rassisten#1452415567321164 )

Ist der Balken im linken Auge tatsächlich so groß, dass man das nicht erkennen kann?

Columbus 10.01.2016 | 13:13

Das stimmt nun, Drummy 8.

In diesen Kommentaren habe ich nun nicht betont, wie sehr ich auch für eine angemessene und vor allem wirksame Strafverfolgung und Anklage bin, für die Täter aus der Silvesternacht, für jeden Täter.

Zu denen des Jahreswechsels ist wirklich noch nicht viel ermittelt worden, obwohl nun Politiker, Journalisten und auch Blogger meinen, sie wüssten genau Bescheid.

Da liegt ja auch eine Beschämung, dass offensichtlich nicht nur die Polizei Schwächen offenbarte und sogar ihre Berichte an die Öffentlichkeit frisierte. Dass aber auch Pressemedien und die Anstalten nicht mehr wissen, wie man Unsicherheit und Fraglichkeit, Unwissen und reine Vermutungen vermittelt und damit vorschnelle Deutungen vermeidet, ohne dass gleich der "Volkszorn" in den Foren hochkocht, sondern selbst in "Brennpunkten" ohne eigentliche materielle journalistische Inhalte eigentlich nur Stimmen und vor allem Meinungen einfangen, beängstigt. - Die wenigen Hofnarren der deutschen TV - Landschaft bei Kabarett und Comedy, die ich dafür bewundere, haben offenbar mehr ein Auge dafür, als die Journalisten.

Die Sünden in den News sind leider jedes Mal Wasser auf die Mühlen derer, die vor allem mit pauschalen Bezzichtigungen arbeiten.

Mir ist diese Doppelmoral auch aufgefallen, die sich auch auf anderen Feldern findet. Trotz meiner aktuen Schreibhemmung bezüglich eigener Blog, will ich doch einen zu den Fragen des Strafrechtes schreiben. Sie verfolgen ja, was nun Heiko Maas und Manuela Schwesig vorschlugen.

Die hielten es für klug, nun die Änderung des StGB 177 nach vorn zu bringen, als sei das a) eine ad hoc- getroffene und für das Silvesterproblem zielführende Maßnahme, b) eine neue Aktion der SPD. Dabei wird die Änderung StGB 177 (sexuelle Nötigung und Vergewaltigung) schon seit 2014 forciert gefordert (Petition Terre de femmes, Antrag Grüne) und hat massiven Widerspruch in rechten und konservativen Kreisen erfahren.

Zudem steht mit den vorgeschlagenen Änderungen tatsächlich ein juristischer Praxiskonflikt ins Haus, weil man Recht schafft oder ändert, das aber in der Praxis, wegen der notwendigen, zweifelsfreien Beweisbarkeit, die seit Jahren sinkenden Anzeige- und Verurteilungszahlen gerade nicht verbessert, weil das nicht geht. Die Rechtspraxis aus Ländern, die meinten, sie seien weiter, belegt das auch. Großbritannien hatte 2003 das Recht im Bereich der Sexualstraftaten verschärft und dort sinken die Zahlen genauso. Was noch mehr überrascht. In den Ländern, in denen die Gesetze härter sind, ist das Verhältnis von Anzeigen zu Verurteilungen noch schlechter, obwohl die Beweisgründe leichter erbracht werden können! GB und Schweden, z.B. , 10:1, bei uns 6-7:1.

Dazu und zu einigen anderne Fragen, kommt von mir bestimmt noch ein Blog, gegen den aktuellen inneren Schweinehund, der derzeit sagt, schreibe besser nicht.

Noch mehr hat mich aber überrascht, wie schnell die Polizei am gestrigen Samstag in der Lage war, die Pegida- und die Gegendemonstration auseinanderzuhalten und die Demo der Rechten zu beenden, als dann Straftaten aus der Versammlung heraus begangen wurden.

Da waren nach Angaben verschiedener Medien mindestens 1700 Polizisten vor Ort und das bei maximal je 2000 Demonstranten. Ähnliches gilt für Occupy. Demos, wenn es gilt Banken zu schützen oder für die Gipfel- Hysterie, bei der praktisch auf jeden anwesenden Demonstranten, den man nicht schon durch Erschwernisse bei der Demoorg. und Anfahrt abschrecken konnte, ein Polizist vor Ort anwesend war.

Mittlerweile ist bekannt, das zur Silvesternacht im Vorlauf, einmal Hü, einmal Hott, von den verschiedensten Polizeidienstellen und ihren Führungen, Angebote gemacht, nicht angenommen, dann wieder gefordert und wieder von anderen abgelehnt wurden, bis in die Nacht selbst hinein.

In der Nacht gab es Bitten der Kräfte vor Ort und ganz offensichtlich ist deren schneller Einsatz im Kompetenz- und Abstimmungsgerangel der Polizeiführungen mindestens verzögert und ausgedünnt, wenn nicht verhindert worden. Usw.

Beste Grüße

Christoph Leusch

drummy-b 10.01.2016 | 13:13

Guter Mann, tun sie eigentlich nur so beschränkt?

Die logische Folge:

... uns mit Rassisten zu verbünden ...
... Denn deren Angebot ...
... Es sind dieselben Typen ...
... Und die entdecken jetzt ihr Faible ...
... Der Schutz, den der westliche Mann ...

Wenn Sie sich da angesprochen fühlen: Herzlichen Glückwunsch!

Zur Verallgemeinerung "der westliche Mann":

Bezieht sich imho i.dT auf alle westlichen Männer und ist völlig berechtigt, denn die Gesetzgebung, in quasi allen europäischen Staaten ist unzureichend für den Schutz von Frauen vor Gewalt insbesondere vor Vergewaltigungen (Ausnahme: Schweden, siehe causa Assange & die im Vergleich extrem hohe nVergewaltigungsraten dort)

Beispiel DE:

* in keiner anderen Deliktart gibt es so wenig Verurteilungen pro Anzeige

* Damit eine Vergewaltigung als solche anerkannt wird, muss sich die Frau verbal und körperlich gewehrt haben (Ich kann also morgen eine Bank überfallen, wenn sich die Schalterbeamten nicht wehren, bleibe ich also straffrei ...)

* nebenbei: "westlich" ist keine Rasse

sch123 10.01.2016 | 13:22

z.B. Claudia Roth im Interview mit der Welt, erster Satz:

"Das, was in Köln passiert ist, ist furchtbar und mit nichts zu entschuldigen. Man muss jetzt vor allem die Opfer ins Zentrum stellen und ihre Aussagen ernst nehmen."

(http://www.welt.de/politik/deutschland/article150753781/Mob-ruft-zur-Jagd-auf-nicht-weisse-Menschen-auf.html)

In Junge Welt eine Auseinandersetzung mit Elsässer (der Autor beschreibt ironisch die Sicht Elsässers:

"Alles mit allem vermischen und versauen? Und so einer setzt sich plötzlich für Frauenrechte ein? Da muss doch irgendwo ein Haken sein? Richtig! Frauen sind nämlich auch nach den massenhaften Attacken von Männern in Köln und anderswo keineswegs in erster Linie Opfer von Männergewalt, genaugenommen sind sie noch nicht einmal die wirklichen Opfer – angegriffen wurde die deutsche Na­tion, die deutsche Leitkultur und damit die deutschen Männer, gibt Elsässer zu verstehen." (Hervorhebung von mir, Quelle)

Nadia Shehadeh in Neues Deutschland:

"Dutzende Frauen erlebten in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sexualisierte und gewalttätige Übergriffe. Die Empörung über diese Gewalttaten ist absolut berechtigt und eine breitflächige Diskussion unserer frauenfeindlichen, gewalttätigen, sexistischen Gesellschaft nach wie vor unerlässlich und notwendig." (Quelle)

In der taz:

"In den Berichten wird immer wieder erwähnt, dass die Täter am Kölner Bahnhof sexuelle Gewalt als Mittel einsetzten, um die Frauen zu bestehlen. Sie sollten abgelenkt werden, ihre Aufmerksamkeit sollte auf ihren Körper, nicht auf ihre Tasche, ihren materiellen Besitz, konzentriert sein. Die sexuelle Gewalt, die eingesetzt wurde, wird zur Ablenkung – und damit im Grunde bedeutungslos. Nicht wahrgenommen wird, dass, wer die Brüste der Frauen gegen ihren Willen anfasst, wer seinen Finger in ihre Haut bohrt, wer ihnen in den Hintern kneift, sie auf eine zweite Art bestehlen will: Er will ihnen ihre Würde rauben." (Quelle)

Darüber, dass der Text von Frau Schrupp nicht besonders stark waren wir uns schon einig, und es lassen sich sicherlich auch andere schwache Kommentare oder schiefe Argumentationen von Linken finden (oh Wunder), das taugt aber nicht zur Generalisierung.

Wie die Beispiele zeigen ist es keinesfalls so, dass "Linke" generell bagatellisieren würden.

sch123 10.01.2016 | 13:40

Es ist übrigens nicht nur so, dass die Unterstellung Linke/Grüne/Feministinnen wollten sexualisierte Gewalt bagatellisieren bei näherer Betrachtung ziemlich albern und schwarze Rethorik ist, sie wird auch am vehementesten aus der Ecke vorgetragen, die gerne mal Frauen wünscht vergewaltigt/belästigt etc. zu werden. Nur zwei Beispiele:

http://www.ok-magazin.de/people/news/schade-dass-sie-nicht-eine-der-frauen-von-koeln-waren-so-reagiert-dunja-hayali-38606

http://www.mopo.de/hamburg/politik/shitstorm-von-rechts-morddrohungen-gegen-hamburger-gruenen-politikerin-23250832

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch Frau Schrupp und jede andere Linke/Grüne/Feministin die sich öffentlich äußert schon ähnliche Mails/Kommentare erhalten hat. Die können also gelassen damit umgehen, wenn jetzt aus der gleichen Ecke der Vorwurf kommt, Sie würden sich nicht für Frauenrechte/Opfer interessieren.

Bitte nicht falsch verstehen, das bezieht sich jetzt keinesfalls auf sie und ihre postings. Ist eher eine allgemeine Feststellung in diesem Zusammenhang.

Moorleiche 10.01.2016 | 13:41

Hallo SCH123.

Zur Verallgemeinerung "der westliche Mann":

Bezieht sich imho i.dT auf alle westlichen Männer und ist völlig berechtigt, denn die Gesetzgebung, in quasi allen europäischen Staaten ist unzureichend für den Schutz von Frauen vor Gewalt insbesondere vor Vergewaltigungen“

Wir reden aber hier nicht von der Gesetzgebung, sondern dem vorliegenden Text von Frau Schrupp, der in einem performativen Selbstwiderspruch das tut, was er anprangern will. Er ist sexistisch (oder wahlweise rassistisch). Denn er stellt alle westlichen Männer unter Generalverdacht und lässt nur die Scheinalternative offen entweder Sexist zu sein (oder Sexismus zu billigen) oder Rassist zu sein (oder Rassismus zu billigen).

Was ist daran nicht zu verstehen? Ich bin geduldig und erkläre es gerne noch mal.

Warum kann man es „dem westlichen Mann“, oder wenn wir nicht pauschalieren wollen, zumindest einigen westlichen Männern nicht abnehmen, dass sie – Achtung, ich spreche das Undenkbare aus! - gegen Sexismus und gegen gegen Rassismus sind, wie es für mich z.B. (und Millionen anderer) eine absolute Selbstverständlichkeit ist?

janto ban 10.01.2016 | 13:48

Ich stimme Ihnen zu. Dass die Gesellschaft (kollektiv) nach rechts rückt ist allerdings keine Unterstellung, sondern beobachtbare Realität. Worüber wir uns hier streiten ist somit im Kern die Frage, wie man dem am wirksamsten entgegentreten kann. Manche halten Bagatellisierung und Relativierung (auf Teufel im biodeutschen Mann komm raus) der Straftaten von "Köln" für sinnvoll (z.B. Antje Schrupp), während z.B. Sie und ich offenbar der Meinung sind, dass Schönsprech, der als solcher erkannt wird/werden kann, den Rechten erst mal so richtig Argumente a la "Volksverräter" und "Lügenpresse" liefert. Wofür wir uns wiederum anhören müssen, es ginge uns ja gar nicht um die Sache (z.B. dass nicht nur penistragende Flüchtlinge, sondern alle Männer Schweine sind), sondern allein darum, Ressentiments zu schüren, so gut wir nur können, indem wir z.B. für bare Münze nehmen, was die Lügenpresse, die der Herr Leusch, schlau, wie er ist, aber nicht so nennt, mal eben so hinschmiert. Ja, als ob das noch nötig wäre, so voll wie das Netz von Hass und Hetze mittlerweile ist und als ob alles noch so gut gemeinte, öffentliche Schreiben über die Thematik noch irgendwo anders hinführte, als zu noch mehr Pegida, weil es doch gerade die Gutmenschen und deren Argumente sind, gegen die Pegida erklärtermaßen zufelde zieht. Das sind die beiden unterschiedlichen Einschätzungen. Während Augstein auf fb Texte aufsetzt, die die wachsenden Ängste und Vorbehalte die Massenzuflucht aus dem arabischen Raum im Jahre 2015/2016 des Herrn betreffend, bis hin zur lupenreinen Rechtsradikalisierung, mit Geschichtchen über'n Orient begegnet, die den nach rechts drehenden Volksdeutschen erklären sollen, wo ihr Rechtsdrift eigentlich herkommt. Dabei lesen die, die das lesen müssten, fb-Algorythmus sei "dank", doch gar nicht. Und hier lesen sie auch nicht. Hier lesen nur Leute wie ich, die sich von Frau Schrupp & Co. noch mal schnell sagen lassen müssen, was für Abschaum sie doch sind. Das ist das doch. Wenn ein Polit-Knacker an einer Bar eine Journalistin dumm anquatscht, geht ein #Aufschrei durchs linksgrün-Bürgerliche, dass die Wände wackeln, aber "Köln" darf nicht zu dolle thematisiert werden, weil das islamhassende Nazis aus uns allen macht, die mordend und brandschatzend von Turnhalle zu Turnhalle ziehen. Wobei die Gefgahr durchaus da ist, das weiß ich. Aber der begegnen wir wohl kaum mit Realitätsverweigerung, sondern mit einem scharf gezeichneten Einerseits/Anderseits. Flüchtlinge sind Flüchtlinge und Faschisten sind Faschisten. Und egal wer da letzte Woche in "Köln" unterwegs war: das waren Faschisten, Punkt. So sehe ich das. Guten Tag.

Moorleiche 10.01.2016 | 13:51

Hallo SCH123.

Ja, das sind bessere Statements, danke für die Zusammenstellung.

Es freut mich, wenn da zunehmend der richtige Ton getroffen wird, mein Entsetzen geht mehr in die Richtung, dass ein wirklich schlechter Text, dem ich noch zugestehe, dass er in emotionaler Aufregung verfasst wurde, hier noch allen Ernstes verteidigt wird.

Wir scheinen da einig zu sein, schön, damit können wir dann für unsere Diskussion gerne einen Haken dran machen.

Moorleiche 10.01.2016 | 13:53

Hallo Drummy-B

Zur Verallgemeinerung "der westliche Mann":

Bezieht sich imho i.dT auf alle westlichen Männer und ist völlig berechtigt, denn die Gesetzgebung, in quasi allen europäischen Staaten ist unzureichend für den Schutz von Frauen vor Gewalt insbesondere vor Vergewaltigungen“

Wir reden aber hier nicht von der Gesetzgebung, sondern dem vorliegenden Text von Frau Schrupp, der in einem performativen Selbstwiderspruch das tut, was er anprangern will. Er ist sexistisch (oder wahlweise rassistisch). Denn er stellt alle westlichen Männer unter Generalverdacht und lässt nur die Scheinalternative offen entweder Sexist zu sein (oder Sexismus zu billigen) oder Rassist zu sein (oder Rassismus zu billigen).

Was ist daran nicht zu verstehen? Ich bin geduldig und erkläre es gerne noch mal.

Warum kann man es „dem westlichen Mann“, oder wenn wir nicht pauschalieren wollen, zumindest einigen westlichen Männern nicht abnehmen, dass sie – Achtung, ich spreche das Undenkbare aus! - gegen Sexismus und gegen gegen Rassismus sind, wie es für mich z.B. (und Millionen anderer) eine absolute Selbstverständlichkeit ist?

Moorleiche 10.01.2016 | 14:05

Hallo SCH123.

Der eine Beitrag war fälschlich an Sie adressiert, gemeint war Drmmy-B, habe ich inzwischen korrigiert.

Bitte nicht falsch verstehen, das bezieht sich jetzt keinesfalls auf sie und ihre postings. Ist eher eine allgemeine Feststellung in diesem Zusammenhang.“

Das verstehe ich nicht falsch, ich bin noch nicht mal sonderlich dünnhäutig und was Sie da sagen ist inhaltlich vollkommen richtig. Aber die Gretchenfrage ist doch, zu welchen Mitteln man greift und für wie doof man seine Mitmenschen hält.

Entweder man macht ernst mit dem was man für links hält, dann ist eben nicht jedes Mittel recht und irgendwo ist Schluss mit lustig oder man verrät und verkauft das (oft in der Selbstillusion, man streite für die gerechte und in jedem Fall übergeordnete Sache – und da kann man dann auch mal Fünfe gerade sein lassen) wofür man eigentlich dem Buchstaben nach ist.

Das nicht zu tun, sich darauf zu verpflichten und es auch dann nicht zu tun, wenn die Verlockung groß ist, macht genau einen Teil der Werte die man wirklich schützen sollte, weil die es Wert sind.

Einige haben das verstanden, Frau Schrupp hat dieser Verlockung m.E. nicht widerstehen können.

sch123 10.01.2016 | 14:08

"Es geht ja auch um ein Weltbild, das verteidigt wird und nicht von heute auf morgen abgelegt werden kann."

Tut mir leid, das ist schlicht und einfach Unfug.

Kritik an patriachalischen und paternalistischen Strukturen ist fundamentales Element eines "linken" Weltbildes. Die ist selbstverständlich global, d.h. auch strukturelle Gewalt gegen Frauen in Indien, arabischen Ländern usw. wird kritisiert.

Ich kenne keinen einzigen Linken oder Grünen der glaubt oder behauptet alle Flüchtlinge wären Unschuldslämmer.

Es sind z.B. vor allem Grüne Politiker die darauf hinweisen, dass Frauen und Kinder unter den Flüchtlingen besonderen Schutzes bedürfen.

Die Blauäugigkeit oder "euphorisierende Multi-Kulti Vorstellungen" sind ein beliebter Vorwurf aus der rechten Ecke, der wenig mit der Realität zu tun hat.

Er kommt bevorzugt von Leuten, die lieber Angst haben und schüren, als anzupacken und Lösungen zu erarbeiten.

Moorleiche 10.01.2016 | 14:21

Hallo SCH123.

"Kritik an patriachalischen und paternalistischen Strukturen ist fundamentales Element eines "linken" Weltbildes."

Bedauerlicherweis, denn auch das könnte, so pauschal falsch sein.

Haben Sie sich mal gefragt, wo all der Schlammassel unserer Gesellschaft und ihrer (oft eklantanten) Selbstwidersprüche, über den die Linke klagt her kommt? Sind das wirklich Reste eines Patriarchats, das noch immer nicht gänzlich ausgemerzt ist, oder sind es vielleicht Widersprüche einer matriarchalen Struktur?

Auf die Idee, dass die Schwächung der Vaterrolle zu gravierenden Problemen führen könnte, kamen nicht reaktionäre Traditionalisten aus dem konservativ-kirchlichen Millieu, sondern u.a. Horkheimer, Adorno und Marcuse.

Die Diskussion wäre mal interessant.

Moorleiche 10.01.2016 | 14:27

Schön, dann wäre der nächste Schritt die Frage, wie wir da alle zusammen raus kommen.

Mein Vorschlag ist, dass man die Werte für die man dann tatsächlich ist, erst mal definiert und kollektiv diskutiert.

Eigenartigerweise wird das von der Linken genauso verweigert, wie von der bekloppten Pegida, bei denen weiß ich wenigstens warum das so ist.

Es geht nicht um Links oder Rechts, es geht um Extremisten gegen Gemäßigte, Vernünftige.

janto ban 10.01.2016 | 14:52

Augstein hat in Der schlechte Polenwitz einiges angesprochen, über das ich mir hier seit Jahren den Mund fusselig rede, an der einen oder anderen Stelle aber daneben gegriffen, auf eine Art, die ich gerade von ihm als Chef des dF nicht erwartet hätte. Der Gegenwind, den er allein mit dem Ausdruck "gelernte DDR-Bürger" provoziert hat, hat eine Debatte über den Kern seines Textes verunmöglicht. Ich schrieb vorhin noch:

|| Und da kommt dann z.B. Pegida ins Spiel, die sofort behaupten, es würde grundsätzlich alles unter den Teppich gekehrt, wir würden von Volksverrätern regiert und durch eine Lügenpresse unterrichtet. Das sind einige der Haupt-Argumente, die nicht zufällig dem ähneln, was das "Volk" zurecht bewegte, als die DDR in den letzten Zügen lag. Und Pegida ist nicht zufällig während Beginn der sog. Ukraine-Krise entstanden. Aber das hier ist nicht die DDR, sondern eine globalisierte Welt, in der es unmöglich ist, pauschal Position für oder gegen z.B. die Nato, den Islam etc. pp zu beziehen. Das Denken in Blöcken und Gruppen, es geht einfach nicht mehr. Die Welt teilt sich anders, als noch vor ein paar Jahren. || link

Insofern kann ich mir durchaus vorstellen, was er mit "gelernte DDR-Bürger" in etwa meint. Aber dann muss man das erklären..

sch123 10.01.2016 | 15:11

Ich glaube nicht, dass wir eine Wertediskussion brauchen. Menschenrechte, Grundgesetz reichen eigentlich als Konsens. Wenn die Menschenrechte mal global verwirklicht wären, wäre das ja schon ein Grund zum Jubeln.

Die Frage ist eher was uns unsere Werte wert sind. Im Grunde genommen stehen wir vor der Wahl: Mauer um Europa und "Eindringlinge" abknallen, bzw. weiterhin gleichgültig hinnehmen, dass sie im Mittelmeer ertrinken, und damit unsere "Werte" verraten, oder damit umgehen, dass sich mit der Welt auch unsere Gesellschaft verändern wird und dass wir nicht für immer unseren Wohlstand auf Kosten anderer aufrechterhalten und das Leid um uns herum ignorieren werden können.

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Ehemaliger Nutzer 10.01.2016 | 16:00

Ich würde gern , das habe ich zuvor schon getan, auf die tausend oder tweitausend Täter eingehen. Natürlich gab es keine Zahl von Tätern in dieser Größenordnung. Nur, es sollte eifach mal begriffen und beschrieben werden, dass inmitten dieser Massen von Menschen - und verdammt noch mal, es waren, machen wir uns da doch nichts vor, vor allem Migranten- hunderte von Straftaten begangen werden konnten, ohne dass sich eine einzige Hand zur Hilfe regte. Nicht eine. Und um es noch deutlicher zu sagen, die 1000 Männer waren Gehilfen der Taten, weil sie durch ihre Anwesenheit, ihr Agieren, den eigentlichen Tätern Schutz boten, die Taten erst ermöglichten. Wäre die Masse derer, denen wir sozusagen im Nachhinein die Unschuld am Geschehen bescheinigen, einfach weggegangen, um nichts damit zu tun zu haben, wäre das schon etwas gewesen. Nichts dergleichen wurde bekannt. Und nicht nur Köln, in der ganzen Republik lief das so ab.

Ich sage es deshalb nochmal ganz deutlich, da standen dann doch viele hundert Täter auf dem Platz.

Ihrem Fazit stimme ich zu. Auch wenn ich einfach nur ralos bin und keine Vorstellung davon habe, was die linke Position jenseits Schrupp oder Reker sein soll. Wobei Schrupp vermutlich garnicht auf die Idee käme, sich links zu verorten. Ich wüsste jedenfalls nicht, woren das zu erkennen sein sollte.

Und zu dieser vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Sexismusdebatte. Leben sie in einem sozialen, beruflichen oder wissenschaftlichen Umfeld, in dem diese Debatte, die das Männliche-weiße-heterosexuelle-westliche-Subjekt zur Ursache des Übels in der Welt erklärt, tatsächlich geführt wird? Und wenn ja, was ist das für ein Umfeld. Warum lebe ich Lichtjahre davon entfernt?

drummy-b 10.01.2016 | 16:07

Hallo Moorleiche,

"Er ist sexistisch (oder wahlweise rassistisch). Denn er stellt alle westlichen Männer unter Generalverdacht"

ich fühle mich von dieser Verallgemeinerung nicht angesprochen, ich bin ein Mann, gegen Sexismus und gegen Rassismus.

Und ich denke, dass echte Gleichberechtigung "im Westen" nicht erreicht ist. Und so verstehe ich die Verallgemeinerung "Männer im Westen". Wieso Sie dass für einen konkreten, geradezu persönlichlichen Angriff halten, erschließt sich mir nicht. Der "konkrete Angriff" erfolgte gegen Rassisten, wie sie die Ereignisse in Köln instrumentalisieren, siehe die Zeilen darüber.

Achtermann 10.01.2016 | 16:17

Ich bitte darum, meinen Diskussionsbeitrag nicht auf einen Satz zu reduzieren, um dann eine verallgemeinernde Aussage zu treffen. Es ging mir speziell darum, dass ich den Eindruck habe, dass die Faktenlage relativiert wird (wurde), weil bisher in dieser Willkommenskultur so etwas nicht vorkommen durfte, nämlich dass Migranten auch kriminell sein können und Vorstellungen mitbringen, die um Jahrzehnte hinter unserer gesellschaftlichen Debatte zurückliegen. Darin liegt natürlich auch die Enttäuschung, dass es Migranten gibt, die die blauäugigen Gutmeinenden an der Nase herumgeführt haben und nicht daran denken, auch nur ein Jota Dankbarkeit zu zeigen.

Das Multi-Kulti kommt von den Grünen, insbesondere von den Frankfurtern. Zitat: "Seit 25 Jahren „Multikulti“-Amt." (Frankfurter Neue Presse, Sept. 2015) Eine immer wiederkehrende Argumentationsfigur der Abwehr ist deine Behauptung: "...ein beliebter Vorwurf aus der rechten Ecke, der wenig mit der Realität zu tun hat."

Wenn nicht offen darüber diskutiert werden kann, weil man sich immer auf die Zunge beißen soll, um bloß nicht nazi-verdächtigt zu werden, kann keine sachgerechte Diskussion entstehen. Nazi-Verdächtiger gibt es an jedem Polittresen. Was denkst du, weshalb AfD und Konsorten im Moment so viel Zulauf haben? Ich vermute, weil immer mehr Leute das Gefühl haben, ob berechtigt oder nicht, dass ihr eigene Lage von der Politik nicht mehr wahrgenommen wird.

Achtermann 10.01.2016 | 17:04

Warum werben die Unternehmerverbände seit Jahren für ausländische Arbeitskräfte? 2013 verlautbarte der rheinland-pfälzische Unternehmerverband LVU:

"Menschen mit unterschiedlichsten ethnischen und kulturellen Hintergründen stellen eine wichtige wirtschaftliche Ressource dar. Nicht zuletzt für kleine und mittelständische Unternehmen ist es im ureigenen wirtschaftlichen Interesse, die Attraktivität ihres Unternehmens auch für ausländische Fachkräfte zu steigern."

Einem Linken müsste doch klar sein, dass hier eine sich verstärkende Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt herbeigeschrieben wird. Der Mensch wird als Ressource betrachtet, aus der man einen Mehrwert herausholen kann. Da spielt konsequenterweise keine Rolle, welche Lücke diese Arbeitskraft in ihrem Heimatland hinterlässt. Die kulturelle Integration, wie den Spracherwerb und die damit verbundenen Probleme, haben andere zu leisten: Sozial- und Jugendämter, Schulen, Kitas. Das Modell Gewinne privatisieren, Lasten auf die öffentliche Hand zu übertragen, springt doch geradezu ins Auge.

Versetzt man sich ein wenig in die Menschen, die ständig gesagt bekommen, ohne stete Weiterqualifizierung, ohne gute Schulbildung gehe heute gar nichts mehr, müsste man doch ein wenig nachvollziehen können, dass diffuse Ängste und Vorbehalte entstehen, gerade dann, wenn die Zuwanderung Hunderttausender bei zunehmender Wohnungskappheit als unabdingbar propagiert wird.

Und wenn jetzt offenkundig wurde, dass bei den Kölner Vorkommnissen von Politik und Polizei zunächst verharmlost worden ist - ZDF und FR haben sich hinterher immerhin entschuldigt, den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben -, kann doch manchem der Hut hochgehen und Pegida frohlocken.

Columbus 10.01.2016 | 18:00

Das kann, so wie Sie es schildern, nicht stimmen, Robert.

Was hat denn die Polizei, mit den ihr zur Verfügung stehenden Kräften gemacht? - Einmal davon abgesehen, dass mehr Einsatzkräfte erreichbar gewesen wären, wenn es nicht das notorische Kompetenz- und Entscheidungsgerangel im Vorfeld und in der Nacht gegeben hätte. Fehleranalyse und Verbesserungsstrategie ist da dringlich erforderlich, denn offenbar ist es, sobald die Verantwortlichen unter stärkere öffentliche Beobachtung geraten, plötzlich wieder möglich, "vorausschauend" zu agieren. Plötzlich klappt es, an den Brennpunkten die Mann- und Frauschaftsstärken aufzubieten, um den gewaltbereiten und gezielt vorgehenden Tätergruppen den Zahn zu ziehen.

Die Polizei hat den Hbf-Vorplatz, die Treppen zum Dom und die Domplatte selbt geräumt, bzw. teilgeräumt. Viele von den 1000+x (vielleicht gar 2000) waren also nicht Gehilfen der Taten, aber vielleicht 50 oder 100 unter ihnen. Wie wissen es nicht, -noch nicht-, genau.

Die steigende Zahl der Anzeigen, in zahlreichen Presseorganen wird häufig gar nicht genau differenziert, was angezeigt wurde und ob damit Tätergruppen als Serientäter gemeint sein könnten, lässt keine Rückschlüsse zu. Das wird also noch dauern, bis sich das Bild rundet und dann stellt sich schon die nächste Frage, ob das dann noch die gleichen Öffentlichkeiten interessiert.

Aber genau durch diese Aktion ohne ausreichende Kräfte und offenbar durch bewusst geplante Kordons der Täter an den Bahnhofszugängen und im Bahnhofbereich selbst, an den Abgängen zum ÖPNV, am Durchgang, entstand die fatale Verdichtung der Passanten, die schamlos von zahlreichen Tätern ausgenutzt werden konnte, aus der es auch kein Entkommen gab. - Aber an diesem Desaster kann sich nicht die Migrations- und Flüchtlingspolitik festmachen lassen und es ist auch nicht typisch für die Flüchtlings- und Migrantensituation. Schon gar nicht, ist es eine allgemeine Bedrohung des Staates oder der öffentlichen Sicherheit.

Den weiße Mann des Westens oder den Mann irgend eine andere Ethnie oder Religion pauschal zu stempeln, schafft wahrscheinlich wirklich nur ein Teil der Mitbürger (m/w), in jedem Land der Erde, völlig unabhängig vom Regierungssystem und/oder der vorherrschenden Religion, der das unbedingt so sehen will.

Die meisten anderen denken immer noch einmal nach, selbst wenn sie sich, nah- oder fern des Geschehens, aus Betroffenheit, Empathie oder aus ihrem einfachen Willen heraus, aufregen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Columbus 10.01.2016 | 18:19

Hätten die jugendlichen Täter Kultur und religiöse Bindung, was mit Sicherheit nicht der Fall ist, hätte es diesen Vorfall am Hauptbahnhof nicht gegeben. Dafür vielleicht wieder andere Vorfälle, wie das auch bei uns Einhäusigen der Fall ist.

Kanzlerin Merkel hat übrigens Multi- Kulti, genau wie die Weinkönigin aus meinem Bundesland Rheinland- Pflaz und der MP Bouvier aus Hessen, schon mehrfach für falsch erklärt.

Ich halte das zwar für den größten Blödsinn, denn Multi- Kulti ist die Zukunft der Welt, aber das tut ja hier nichts zur Sache, um zu beschreiben, wie dazu eben die größte Volkspartei und alles was rechts von ihr noch so existiert, steht.

Ihr letzter Satz stimmt. Aber, wie es häufig ist, sucht er sich die falschen Adressaten.

Die Verursacher der neuen Schichtung der Gesellschaft, man könnte es die schleichende Rückkehr der Belle Époche, die gar nicht schön und fair für die allermeisten Lebenden in ihr war, nennen, werden weder von den Silvestervorgängen betroffen, noch werden sie sich dazu aus dem Fenster lehnen.

Ein wenig steckt darin, was Sie im Kommentar direkt darunter schreiben. Aber das interessiert derzeit weder PolitikerInnen die was sind, noch welche, die was werden wollen. Leider geben die vielen Reaktionen in der Öffentlichkeit, dieser geschickten, auch populistischen Art der Politikgestaltung Recht. Es ist die Seuche, die alle Demokratien nach einer längeren Weile befällt und die ideale Bühne für die schlimmste Demagogie.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Richard Zietz 10.01.2016 | 19:01

In der Einschätzung, dass an S. ein übles, sexistisch-frauenverachtendes Konglomerat übergekocht ist (unabhängig von den Trickdiebstählen, die meiner Meinung nach nur zweitrangig eine Rolle gespielt haben), sind wir uns vermutlich weitestgehend einig. Für mich ist das auch die Essenz – unabhängig davon, welche Bevölkerungs-, Migranten- oder Nichtmigrantengruppe genau da mitgemischt hat. Meines Erachtens ist das auch der Hauptpunkt bei den aktuellen Aufräumaktivitäten – unmißverständlich klarzumachen, dass sowas überhaupt nicht geht bzw. auf ähnliche Weise geahndet wird wie etwa das Anzünden von Flüchtlingsheimen. Halte ich für dringend erforderlich: zum einen wegen der Opfer, zum zweiten deshalb, weil wir anderweitig an den Bürgerkrieg und das wechselseitige Hauen, Grabschen und Schießen abgeben.

Ob ich der Richtige bin um Auskunft zu geben über die Breitenwirkung besagter Welterklärungsansätze, weiß ich nicht. Ich denke, dass ist in jedem seinem / jeder ihrem Umfeld anders. In meinem privaten, nicht ganz unwesentlich von klassischer linker »Sziehn« geprägtem ist es schon so, dass einige Leute diese Triple-Oppression-Ansätze mehr oder weniger stark vertreten. Wobei ich hinzufügen möchte, dass die allermeisten dieser Leute im persönlichen Umgang durchaus umgänglich sind. Im Beruf ist es anders – wobei ich hier insgesamt den Eindruck habe, dass die Essentials der Frauenbewegung weitgehend durch sind; stören tut man sich des Öfteren an diesem speziellen Akademik-Sprech aus der soziologischen Richtung.

Aber ich will nicht verallgemeinern; vieles ist eben auch nur Eindruck oder von mir eben so zusammengereimt. Insgesamt ist mein Eindruck der, dass die postmodernen Erklärungsansätze vor allem im gesellschaftswissenschaftlichen und medialen Bereich stark verbreitet sind und nach »links« hin (naturgemäß) zunehmen. Was man insbesondere in der dFC ja gut sehen kann. Kommt ein Thema, dass eines oder gar mehrere der einschlägigen Topoi berührt, ist hier Dauerdiskussion angesagt.

Moorleiche 10.01.2016 | 19:24

Hallo SCH123.

Gut, stellen wir das mit den Werten zurück, ich werbe später mal dafür.

Im Grunde genommen stehen wir vor der Wahl: …“

Ja. Aber vielleicht nicht nur vor der.

Derrida benennt eine andere Wahl:

„In ihrer allgemeinen Form gründet die Aporie, was diesen Punkt angeht, in der Freiheit selbst, in dem Spielraum im Demokratiebegriff: Muss eine Demokratie diejenigen in Freiheit lassen und ihnen die Möglichkeit der Machtausübung belassen, die im Namen der Demokratie und der Mehrheit, die sie voraussichtlich dafür zusammenbringen werden, die demokratischen Freiheiten anzutasten und der demokratischen Freiheit ein Ende zu setzen drohen?“

(Jaques Derrida, Schurken, Suhrkamp 2006, S.55)

Im Grunde eine Variante von Popper. Wieviel Toleranz verdienen die Intoleranten und wie wehrhaft darf oder muss eine Demokratie sein?

Und noch mal gewendet: Wie prinzipiell dürfen und wie prinzipiell müssen unsere Gesetze sein? Wo ist die Grenze in der übergeordnete Werte in Not geraten könnten? Gibt es so eine Grenze?

Moorleiche 10.01.2016 | 19:37

Hallo Drummy-B.

ich fühle mich von dieser Verallgemeinerung nicht angesprochen, ich bin ein Mann, gegen Sexismus und gegen Rassismus.“

Das mag ja sein, aber ändert am Text nichts.

Und ich denke, dass echte Gleichberechtigung "im Westen" nicht erreicht ist.“

Echte Gleichberechtigung ist wohl nirgends erreicht, im Westen ist man vermutlich am nächsten dran. Die Überschrift „Köln ist nicht Kairo“ spricht ja diesbezüglich auch für sich.

Und so verstehe ich die Verallgemeinerung "Männer im Westen". Wieso Sie dass für einen konkreten, geradezu persönlichlichen Angriff halten, erschließt sich mir nicht.“

Gehen Sie doch einfach mal davon aus, dass ich nicht persönlich angepisst bin, sondern den Ansatz, dass ein wenig Sexismus oder Rassismus schon sein darf, wenn er nur aus der richtigen Ecke kommt absurd finde. Wer will den Amis vorwerfen, im Namen des Friedens zu foltern, wenn er bei den Grenzen die angeblich die Linke prinzipiell besser sein lässt und, wie ich lesen durfte, (angeblich) sogar einen linken Populismus prinzipiell unmöglich macht, diese Prinzipien über Bord schmeißt? Ohne größere Not.

Wer es sich auf die Fahnen schreibt besser zu sein, muss das auch dann durchhalten, wenn es anstrengend wird.

Cohn-Bendit hat mal gesagt, es sein nicht schwer einer Frau, die jahrelang von einem besoffenen Ehemann geprügelt und gedemütigt wurde und die ihn irgendwann in ihrer Not erschießt gegenüber fair und gerecht zu sein, interessant würde es, wenn es um Eichmann geht.

Der "konkrete Angriff" erfolgte gegen Rassisten, wie sie die Ereignisse in Köln instrumentalisieren, siehe die Zeilen darüber.“

Das ist doch mir und allen anderen hier völlig klar. Keine Zeile hätte ich geschrieben, keine Minute Lebenszeit geopfert, ginge es tatsächlich nur darum.

Columbus 10.01.2016 | 20:16

Die nächste Masche ist, die Zahl der Anzeigen wie Wasserstandsmeldungen aus der Hochwasserstadt Köln zu vermelden. Kaum jemand, der da Nachrichten verbereitet, nimmt sich einmal zurück und überlegt, ob es denn sein kann, dass Anzeigen, die in Deutschland so schnell geschrieben sind, wie sie auch wieder von Polizei und Staatsanwaltschaften kassiert werden, Tage nach den Ereignissen und sicherlich häufig in der pauschalsten Form, tatsächlich so aussagekräftig sind. - Wir müssen nur noch wenige Tage warten und die 1000. Anzeige, wegen was auch immer, erhält ein Willkommens-Eichenlaub und einen Gutschein für die Stunksitzung.

Zu den Paragraphen schreibe ich noch, selbst wenn es Lebenszeit kostet.

Schönen Abend und gute Woche

Christoph Leusch

Montaine Duvall 10.01.2016 | 20:29

Ich habe auch den Eindruck, daß Lösungen angeboten werden bevor das Problem erkannt ist.

weder ist die Zahl der Täter bekannt noch sind die Anzeigen geprüft. Gerade bei den Anzeigen mischen sich sicher echte mit mit konstruierten. Auch Pegida Leute u. ä. werden Anzeigen erstatten, da ihnen die Konstruktion eh nicht nachzuweisen ist.

Leider preschen politiker gerne vor um manchen nach dem Munde zu reden. Jeder möchte jetzt Entschlossenheit und Härte zeigen, es geht um Wählerstimmen.

Diese vehemenz zeigen sie bei den alltäglichen sexuellen Übergriffen oder Taschendiebstählen nicht. Und diese wären sogar häufiger. Daher nehme ich an, daß der Schaden bei der Problemlösung höher ist als der Nutzen.

Die Diskussion verlagert sich vom Thema Täter zum Thema Flüchtlinge. Differenzierung ist z. Z. nicht gefragt.

drummy-b 10.01.2016 | 20:47

Das wird aber lustig mit uns beiden:

"Gehen Sie doch einfach mal davon aus, dass ich nicht persönlich angepisst bin, sondern den Ansatz, dass ein wenig Sexismus oder Rassismus schon sein darf, wenn er nur aus der richtigen Ecke kommt absurd finde."

Ich verstehe partout nicht, was an jenem unheilvollen Satz " Der Schutz, den der westliche Mann Männer des Westens ..." rassistisch oder sexistisch sein soll. Historisch ist es eher eine Plattitüde, zeitnah gesehen maximal pointiert formuliert (angesichts der Gesetzeslage in D bezüglich Gewalt gegen Frauen eher nicht). Wo zum Teufe lauert hier Sexismus ? Sie sind doch in der Lage, zwischen "Dem westlichen Mann" als Symbol für unsere patriarchalisch geprägte Gesellschaft und einer persönlichen Ansprache zu unterscheiden ?

Sorry übrigens für die Unterstellung der Beschränktheit in meinem Kommentar heute Vormittag. Ich war so von einer Diskussion in einem anderen Forum "angeschlagen", dass leider viel von dem Ärger in meinen Beitrag hier reingerutscht ist.

sch123 10.01.2016 | 20:54

Ich wollte Ihren Beitrag nicht aus dem Zusammenhang reißen, ich kann einfach das "Weltbild", das Sie unterstellen nicht erkennen.

Ich erkenne sogar eher eine vergleichbares "Weltbild" bei vielen eher "asylkritischen" Deutschen (so nenne ich es mal verkürzend); dass nämlich der Migrant quasi ein idealer Bürger ohne Fehl und Tadel sein muß. Dass rein statistisch bei 1 Mio. Menschen auch Verbrecher und Arschlöcher dabei sind wird nicht gesehen. Sobald es dann ein Verbrechen gibt, seien es Prügeleien und Unterkünfte oder die schlimmen Vorfälle von Köln wird Zeter und Mordio geschrien und von den blauäugigen Gutmenschen fabuliert und man habe es ja schon immer gesagt.

Die "Gutmenschen" sind aber diejenigen, die weder jemals abgestritten haben, dass die Integration so vieler Menschen eine Herausforderung wird, noch dass es problematische Haltungen und Weltbilder gibt, mit denen sich auseinanderzusetzen Teil der Integrationsaufgabe ist. Die "Gutmenschen" sind nämlich diejenigen, die in den Flüchtlingsheimen usw. arbeiten und live miterleben, dass es problematische Haltungen usw usw gibt. Die Schlussfolgerungen sind schlicht andere.

Dass "Multi-Kulti-Euphorie" und die Unterstellung entsprechender Naivität ein rechter Narrativ ist wollen Sie jetzt aber nicht ernsthaft abstreiten, oder? Das sollte überhaupt keine Nazi-Keule sein (rechts ist ja auch mehr als Nazi) und ich glaube auch nicht, dass Sie ein Nazi sind, keine Angst.

Auch "Nazikeule" kann übrigens ein Totschlagargument sein, nicht wahr?

drummy-b 10.01.2016 | 21:14

Hallo Columbus,

ja, das gesamte Verhalten der Polizei gibt Rätsel auf, insbesondere der "informelle" Bericht, der ja mittlerweile auf allen Kanälen zitiert wird. Dazu gibt es auch ein Interessantes Interview mit einer Kriminologin und ehemaligen Kölner Polizistin:

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1619/_/polizist-schildert-silvesternacht-in-einsatzbericht.html

Die Geschichte mit den obskuren "Übersetzungs"-Zetteln, Marokkaner, die sich als Syrer ausgeben, Dokumente, die Medienwirksam vor den Augen der Polizusten zerrissen werden wozu "Mutti hat mich eingeladen, bätsch" skandiert wird.

Da kann man ja fast an einen "agent provocateur" oder eine gelenkte Aktion denken. Für letztere Theorie ist auch dieser im Guardian erschienene Bericht sehr Interessant:

http://www.theguardian.com/world/2016/jan/08/cologne-violence-suspects-include-asylum-seekers

Moorleiche 10.01.2016 | 22:56

Hallo Drummy-B.

„Sorry übrigens ...“

Kein Problem, danke, für die Entschuldigung, ist angenommen, ich nicht so zart besaitet und auch nur in Spezialfällen nachtragend.

Ich verstehe partout nicht, was an jenem unheilvollen Satz " Der Schutz, den der westliche Mann Männer des Westens ..." rassistisch oder sexistisch sein soll.“

Der Generalverdacht. Natürlich ist es nicht der eine Satz, sondern der Satz im Kontext des ganzen Artikels. Ich hatte die fragwürdige Ehre der erste gewesen zu sein, der den Artikel kommentiert hat und wenn ich meinen Kommentar noch mal lese, dann würde ich das heute noch immer so schreiben, wie im Affekt, auch wenn ich jetzt genauer benennen kann, was es ist, was mich stört.

1) Die pauschale Unterstellung.

Das ist einfach schlechter Stil, es spitzt zu und ist polemisch. Ist ja alles auch okay, aber m.E. nicht in der Situation und dann nicht, wenn man im gleichen Atemzug dazu aufruft, einen kühlen Kopf zu bewahren.

2) Die Scheinalternative: Du bist entweder Sexist oder Rassist. Nein, falsch, man kann auch gegen beides sein, auch als westlicher Mann. Feddich.

Sie sind doch in der Lage, zwischen "Dem westlichen Mann" als Symbol für unsere patriarchalisch geprägte Gesellschaft und einer persönlichen Ansprache zu unterscheiden ?“

Klar, nur fällt es mir, wieder im Kontext betrachtet, schwer, dass Symbol als Symbol zu sehen. Ist doch recht konkret der Text und keine Diskussion auf der Metaebene.

Noch so'n Ding: Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird das alte rassistische Narrativ aufgeboten, wonach „einheimische blonde Frauen“ von „ausländischen dunklen Männern“ sexuell bedroht werden.“

Kann man schreiben, finde ich in dem Kontext zwar dämlich, aber hey, wir haben Meinungsfreiheit und das ist gut so. Aber dann, der nächste Satz:

Feministinnen geraten unter Generalverdacht: Wenn sie diese Sichtweise nicht ebenfalls laut vertreten, sind sie keine richtigen Feministinnen, verhöhnen die Opfer, verschließen die Augen vor der Wahrheit!“

Wo ist denn jetzt die Robusthaltung geblieben? Man kann nicht einmal dreschen – by the way: wer fühlt sich hier eigentlich angepisst? - und dann die Flöhe husten hören. Das geht einfach nicht.

Und damit das klar ist. Antje Schrupp hat m.E. mit dem Text alles falsch gemacht, was man mit einen Text falsch machen kann, aber Sie hat eben auch nur einen schlechter Text geschrieben, keine Bank ausgeraubt oder sonst was. Und darüber hinaus geht es mir nicht mal mehr um den Text selbst, sondern die Reaktionen darauf. Okay, vielleicht brauchte es ein paar Tage, jetzt kommt ja sowas wie ne echte Diskussion zustande, schön, aber dieses grobe Geholze zwischendurch war ja wirklich unwürdig.

So, jetzt summe ich Om, sende Licht und Liebe in die Welt und auch zu Frau Schrupp, die ich übrigens wirklich noch mal gerne hören würde, zu dem Thema.

Moorleiche 10.01.2016 | 23:09

"Ich halte es aber auch für möglich, dass einige nun die Anzeige als neue Form der Petition für sich entdecken.

Was extrem asozial wäre."

Und dennoch, ich glaub's auch. Gerade darum ist es so wichtig, dass nicht die eine Seite dass man jenseits derer, die das Thema auf beiden Seiten instrumentalisieren einen Konsens der Vernünftigen findet.

Nicht beschönigen, nicht dramatisieren, nicht einen neuen Buhmann installieren, sondern die Täter zur Verantwortung ziehen. Sehen und anerkennen, dass die Vorkommnisse ein ziemlicher worst case für diejenigen sind, die sich das einfacher vorgestellt haben, ich zähle mich dazu, aber jetzt muss man eben auf die neue Situation reagieren (und die ist neu, Köln ist eine Zäsur, das kann man nicht kleinreden) ohne exzessiv zu werden.

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Ehemaliger Nutzer 11.01.2016 | 09:03

Ich halte ihre Annahme, mit einer andren polizeilichen Taktik wäre es möglich gewesen, den Geschehen einen anderen Verlauf zu geben, für unbegründet. Selbst wenn wir der Kölner Polizei Unfähigkeit bescheinigen wollten. Nur, dass sich Gleiches in dieser Nacht in der ganzen Republik ereignete. Überall nur doofe Bullen? Ist jedenfalls nicht meine Sicht der Dinge.

Aber eigentlich habe ich über den Polizeieinsatz überhaupt nichts geschrieben. Zweifellos hatten die in Köln einen außerordentlich unfähigen PolizeiPräsidenten. Der“verurteilte“ In einer ersten Reaktion das Geschehene. Was die Polizei zu “verurteilen“ hat steht im Gesetz. Der Mann bezieht nicht sein gutes Gehalt, um öffentlich zu erklären, was er schlecht findet sondern um zu handeln. Um Entschlüsse zu fassen, deren Durchführung zu kontrollieren, Kräfte und Mittel einzusetzen usw.

Aber für diese Sorte politischer “Bullen“ ist die Pressekonferenz wichtiger als der Einsatz, das Wohlwollen des SPD-Landesvorstandes bedeutsamer als das Wohlergehen der Bürger.

Nur gestatten Sie mir, noch einmal auf den Kern meines Posts zurück zu kommen.

Ich habe zwar auch persönliche Informationen aus Köln, die Masse dessen, was mich erreichte, ist aber auch nur aus den Medien. Nur fand ich da nicht mal ein einziges Beispiel, und das bei vermutlich Hunderten von Taten, dass die Opfer Hilfe von einzelnen, besser von Gruppen aus dieser Masse erhielten. Es hätte schon geholfen, wenn die, die mit den Kriminellen nichts zu tun haben wollen, danach weggegangen wären, wenn die den Mut zur Hilfe nicht aufbrachten. Offensichtlich geschah das nicht.

Machen Sie sich keine Illusionen über die Masse derer, die da saufenden und grölend, vielleicht auch nur gaffend, rum standen.

denkzone8 11.01.2016 | 10:09

zwei anmerkungen:

(1)"hätten die jugendlichen täter kultur und religiöse bindung.." das konzept, kultur und religion bestimme die gradlinigkeit einer person, ist gestrig(von jugendlichen am wenigsten zu erwarten): schlecht vorbereitet durch phantastische, aber zumindest un-belastbare vorstellungen über andere in einer globalisierten welt, mit anderen kulturen,religionen(wert-und deutungs-systemen) in akute auseinander-setzung zu geraten, stütze/zwang der herkunfts-gesellschaft entbehrend, zeigt sich, ob prägungen, halbverdaute eindrücke oder situative bedingungen das handeln bestimmen. stabilität im sinne voraussehbar-konformen verhaltens gehört mehr dem soll- als dem ist-zustand an. oder?

(2)"multi-kulti ist die zukunft der welt..."wenn das heißt,daß erwartungs-sicherheit schwindet bei dem verhalten anderer: ja. auch: ja, wenns heissen soll: innerhalb lokal vorherrschender kulturen wird es eine fülle von sub-kulturen geben,die fließenden identitäten zeitlich begrenzte sicherheiten bieten. die stabilisierende hülle des gemeinsam-erfahrenen und ähnlich beurteilten brauchen die zunehmend-individualisierten einsiedler-krebse. un-plastische, rigiden gruppen-imperativen verpflichtete bleiben: fremd-körper/geister. oder?

little Louis 11.01.2016 | 10:20

@ sch 123 gestern um 20:54 und

"..Die "Gutmenschen" sind aber diejenigen, die weder jemals abgestritten haben, dass die Integration so vieler Menschen eine Herausforderung wird, noch dass es problematische Haltungen und Weltbilder gibt, mit denen sich auseinanderzusetzen Teil der Integrationsaufgabe ist. Die........." (Ztatende)

Warum aber holen wir uns fast unkontrolliert (nach Meinung einiger sogar zahllos naiv) reaktionäre Ideologien, Weltanschauungen oder regionale Traditionen ins Land, gegen die die "europäische bzw "westliche" Linke seit Jahrhunderten gekämpft hat???

Für einige Linke alles kein Problem, wird schon gutgehen. Irgendwie. 1933 gab es D eine ähnliche Grundstimmung.

little Louis 11.01.2016 | 10:29

Komisch finde ich auch, dass solche , die V- Theorien in Richtung unserer westlichen freundschaftlichen Verbündeten sonst als rechtsinduzierte esoterische Spinnereien bezeichnen, solche V- Theorien jetzt ganz schnell aus dem Hut ziehen.

Das schließt aber nicht aus ,dass sie (ganz oder teilweise) richtig liegen könnten. Aber so zu argumentieren, als seien spinnerte Verschwörungstheorien immer nur die der politischen Kontrahenten geht auch nicht.

Comparse 11.01.2016 | 10:42

Ich würde Ihnen vorschlagen, genauer zu lesen und nachzudenken.

Ich habe am Ende das "Hinhören" nicht umsonst groß geschrieben. Und erst wer hinhört und nachdenkt, der kann sich einen sachlichen Standpunkt bilden.

Und was sind in Ihren Augen "kriminelle Spakkos"?

Kennen Sie die Täter?

Kennen Sie Ihre Motive?

Kennen Sie Ihre Umstände?

Die Wahl Ihrer Bezeichung allein zeigt doch schon, wie Sie sich offenbar nur von Emotionen, statt Sachverstand leiten lassen.

Wer beobachten und denken kann, der ist weder naiv noch weltfremd. Ganz im Gegenteil.

little Louis 11.01.2016 | 10:51

@ C.L und :

"..Es ist die Seuche, die alle Demokratien nach einer längeren Weile befällt und die ideale Bühne für die schlimmste Demagogie."

Was meinen Sie damit? Doch nicht etwa SOETWAS:

Demokratie allzulange zuzulassen schade letztendlich derselben und man bzw. der Staat solle spätestens dann eine gewisse elitäre Lenkung "durchführen" wenn die Bevölkerung in relevanter Mehrheit zu dem Schluss kommt, eine andere Meinung als die der geistigen Elite könne auch mal richtig sein.

Früher hätte man gesagt: Klingt sehr nach "Drüben".

(Ich weiß - ist polemisch , aber die Zuspitzung zeigt deutlich auf den Kern des Arguments.)