Experte für Kriegsdienstverweigerung: „Befehle kann man auch verweigern“

Interview Rudi Friedrich kämpft dafür, dass russische Kriegsverweigerer in Deutschland Aysl bekommen. Doch das Innenministerium unterscheidet zwischen Deserteuren und Militärdienstentziehern – und das ist ein Problem
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 44/2022
Zehntausende russische Reservisten haben das Land verlassen
Zehntausende russische Reservisten haben das Land verlassen

Foto: Jussi Nukari/Lehtikuva/picture alliance/dpa/

Ein etwas verstaubt klingender Begriff ist plötzlich wieder in aller Munde: Deserteur. Nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin am 21. September eine (Teil-)Mobilmachung verkündet hatte, hatten Zehntausende Reservisten fluchtartig das Land verlassen. Die wenigsten von ihnen sind in Richtung EU aufgebrochen, denn die Wege hierher bleiben ihnen bislang verschlossen. Viele melden sich auf der Suche nach Hilfe und Beratung beim Verein Connection e.V. in Offenbach am Main. Dessen Geschäftsführer Rudi Friedrich bittet, bevor es mit dem Interview losgehen kann, noch kurz um Geduld: Er will das Telefon leise stellen – es klingelt im Moment ziemlich oft.

der Freitag: Herr Friedrich, haben Sie zurzeit mehr zu tun als sonst?

Rudi Friedrich: Seit der Teilmobilmachung erh

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