Der Salon mit Olivia Mitscherlich-Schönherr

2 um acht Berlin Was bedeutet Freiheit und Menschsein in Zeiten der Pandemie? Darüber diskutiert Jakob Augstein mit Philosophin Olivia Mitscherlich Schönherr im radioeins & Freitag Salon
Der Salon mit Olivia Mitscherlich-Schönherr

Freitag-Verleger Jakob Augstein im Gespräch mit Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr

Freiheit und Menschsein in Zeiten der Pandemie – was zählt, was fehlt?

Was bedeutet heute eigentlich Freiheit? Die Pandemie hat die Gesellschaft verändert und viele ihrer Freiheiten eingeschränkt. Nie dagewesene Kompromisse zwischen Freiheit und dem Schutz von Menschenleben mussten getroffen werden. Die Diskussionen über richtig und falsch, moralisch und unmoralisch, Solidarität und persönlicher Freiheit sind mittlerweile allgegenwärtig. Doch sie drehen sich zunehmend im Kreis. Abschließende, befriedigende Antworten bleiben aus. Auch für Philosophin Olivia Mitscherlich-Schönherr ist klar, die Debatten der letzten Monate waren lediglich von zwei Entgegensetzungen geprägt: Individuum versus Gemeinschaft und Lebensschutz versus Selbstbestimmung. Das greift aber zu kurz, so die Philosophin: „Stattdessen wäre kritisch zu fragen, welche sozialen und politischen Praktiken in der Pandemie Formen der Abhängigkeit hervorbringen und welche zur Selbstbestimmung und Mündigkeit befähigen.“ Was bedeutet Menschsein in der Pandemie? Und wie hat sich unser Menschenbild im letzten Jahr verändert?

Darüber diskutiert Freitag-Verleger Jakob Augstein mit Olivia Mitscherlich-Schönherr bei „2 um acht“ in der Berliner Volksbühne.

Olivia Mitscherlich-Schönherr wurde 1973 geboren. Seit 2017 forscht sie an der Hochschule für Philosophie in München mit Schwerpunkt auf Grenzfragen des Lebens. Ihr Interesse gilt besonders den folgenden drei Grenzsituationen: Sterben, Geburt und dem Verhältnis zur Technik insbesondere zur ‚verkörperten künstlichen Intelligenz‘ (‚Embodied AI‘). 2005 promovierte sie mit einer Arbeit über „Natur und Geschichte“ und habilitierte 2019 über „Die Wirklichkeit der Liebe“. Seit ihrer Promotion war sie an den Universitäten Potsdam, St. Gallen, der Hochschule für Philosophie und dem Swedish Collegium for Advanced Study tätig. Sie ist Mitherausgeberin der Reihe „Grenzgänge. Studien in philosophischer Anthropologie“ im de Gruyter-Verlag. In vielen ihrer Publikationen beschäftigt sie sich mit der Frage, wie ein gutes Leben jenseits ökonomischer, technologischer und wissenschaftlicher Diktate gelingen kann. Sie ist die Enkelin des berühmten Arzt- und Psychoanalytiker-Ehepaares Alexander und Margarete Mitscherlich. Parallel zu ihrer akademischen Tätigkeit hat sie 2012 eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin absolviert.

Am Montag, den 17.05.2021 um 20 Uhr im Grünen Salon der Volksbühne,
Rosa-Luxemburg-Platz 2, 10178 Berlin

Aufgrund der Vorsorgemaßnahmen des Berliner Senats gegen die Verbreitung des Corona-Virus, wird die Volksbühne auch im Mai ihr Haus noch nicht für Publikum öffnen. Der Salon wird daher nicht in Form einer Veranstaltung mit Publikum stattfinden. Stattdessen zeigen wir zum geplanten Termin die Diskussion online auf der Website der Volksbühne.

Radioeins vom rbb wird das Gespräch von 20.00 – 21.00 Uhr ausstrahlen (95,8 MHz).

Im radioeins & Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein einmal im Monat mit einem Gast an den Tisch und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. Radioeins sendet live. Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der radioeins & Freitag Salon ist "unplugged", wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen. Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

Jakob Augstein ist seit 2008 Verleger und Geschäftsführer der Wochenzeitung „der Freitag“. 1967 in Hamburg geboren, studierte er von 1989 bis 1993 Politik an der Freien Universität Berlin und am Institut d'études politiques de Paris. Er war zehn Jahre lang für die Süddeutsche Zeitung als Reporter in Berlin und den neuen Bundesländern unterwegs. Von 2011 bis 2018 schrieb er die Kolumne „Im Zweifel links“ auf „Spiegel online“. Seit 2011 liefert er sich mit Nikolaus Blome, dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der Bildzeitung, in der Phoenix-Sendung „Augstein und Blome“ einen wöchentlichen Schlagabtausch zum politischen Thema der Woche.

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13:17 10.05.2021
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