Kositza pflanzt fremdländische Zucchini an

Identitäre/Neue Rechte Pegida beschwört "Großen Austausch" der Abendländer durch Fremdländer, pflanzt aber fremdländische "Zucchini" statt heimische "Disteln" in "Ellen Kositza" Gärten an
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Mladen Gladić schreibt in der Printausgabe der Freitag 33/2017 in seinem Beitrag "Kubitschek träumt":

"Eine Neue Rechte, die den 68ern zwei weitere wichtige Motive entlehnte: einerseits die Idee, dass politische Herrschaft nur über die Dominanz in der Kultur zu erlangen ist. Nach Deutschland kam dieser Gedanke über Frankreich. Eichberg kannte Benoist, der Antonio Gramscis Hegemonietheorie studiert hatte. "

Dazu meine Gegenpositionen

Die 68er, die APO scheiterte an der etablierten Politk in den Parlamenten, warm aus der Not geboren, auf die "Hegemonie" der links liegen gelassenen Massen-Kultur mit ihren Nischen Kabarett, Satire, Comedians, Blödelbarden Otto Waalkes, Jürgen von der Lippe, Insterburg & Co, Ingo Insterburgs, Karl Dall, Peter Ehlebracht und Jürgen Barz, dazu der Maurergeselle Mike Krüger "Mein Gott! Walter!,, , Filme wie "Zur Sache Schätzchen" "Rudi Rallallal" Carell lässt grüßen" als Pausenclowns zur Truppenbetreuung einberufen und geworfen.

https://www.youtube.com/watch?v=ubKinQvpc6w

Mike Krüger - Mein Gott Walter
Schlagermusikgirl4
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Das alles nicht zuletzt durch Versuche der politischen Prominenz in Bonn wie Helmut Schmidt als Super-Wirtschafts- und Finanzminister der sozialliberalen Koalition, wenn er ons Plenum des deutschen Bundestages reif

"Die Studenten bestreiten alles, außer ihrem Lebensunterhalt"

Diese Verballhornung der APO am Beispiel der Studentenbewegung war ein ständiger Versuch mehr der Väter, Mütter, älteren Brüder, Schwestern der Flakhelfergeneration, diese sozial-kulturelle Bürgerbewegung von unten der herangewachsenen Nachkriegskinder Hüben & Drüben durch maßlos anmaßende Infantilisierung über brüllendes Gelächter, Gejohle und und Gejuchze in erlesenen Kreisen, Gremien, mit Veteranengesängen im Offiziers- Casino Stil auf Distanz zur "väterlich-mütterlichen" Politik der etablierten iParteien in den Parlamenten zu halten.

Die 68er waren, entgegen ihren Intentionen, dem durch Rudi Dutschke (1940-1979) erklärten Willen, den "Langen Marsch" durch die gesellschaftlichen Institutionen in Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden, Parlamenten zu starten, durch Radikalenerlaß des Bundeskanzlers Willy Brandt 1972, Berufsverbote, auf Jahrzehnte ausgebremts, letztlich, aus der Not geboren, auf die links liegengelassene "Hegemonie" der Massen-Kultur und ihre Nischen zurückgeworfen, dass der Faz Herausgeber von einst und Publizist Joachim Fest (1926-2005) nach der Jahrtausendwende süffisant zum Besten geben konnte

"Was haben die 68er geschaffen, was von Dauer ist, außer dem Nichts, weiss ich von nichts.außer von Sprüchen "Wer mit derselben zweimal pennt, gehört zum Establisjment"

Wenn nun die Neuen Rechten aus der Not der 68er eine Tugend kreiieren wollen, dann zeigt das, dass sie vom Grunde und ihrem Anlaß her, gesellschaftspolitisch nichts wirklich an der Politik der Etablierten auszusetzen haben, auch wenn sie das selbstverständlich täglich mit großem Lamento, Tamtam, spektakulären Events, Provokationen zu bestreiten suchen, um wirklich inhaltliche Debatten zu meiden und im Keime zu ersticken

Mladen Gladić weiter:
"Kubitschek wurde mit einer Gruppe bekannt, die in Erinnerung an Fritz Teufel und seine Kommunarden „Konservativ-Subversive Aktion“ hieß."

Klingt spannend, aber was will der Autor uns damit sagen, dass auch die Neorechten wie Fritz Teufel, Rainer Langhans, Dieter Kunzelmann, Bommi Baumann u. a. von der Kommune I 1967 nach den Anti-Schah Demonstrationen dem "Amtsmord" an dem Studenten Benno Ohnesorg durch den Kriminalobermeister Karl- Heinz Kurras in Zivil mit aufgesetztem Pistolenschuss in Westberlin erst in der Niedstraße 16 in der durch Uwe Johnson von Günter Grass übernommen leerstehenden Wohnung, dann Stuttgarter Platz als Spaßguerillo vor Gerichtsschranken in Würdigung des Hohen Gerichtsortes und seiner Repräsentanten aufstehen, wenn es der Wahrheitsfindung dient?

Mladen Gladić weiter:
"Versammelt unter schwarzer Flagge, erinnert sich Eichberg: nicht nur gegen den SPD-Kanzler. Nicht nur gegen die DDR. Auch gegen die NPD, die doch geistige Heimat sein wollte. Der Beginn einer Rechten, die sich parteiungebunden nicht mehr mit NS und Judenhass identifizierte, sondern eher mit Stauffenberg und einer Ökologie, die den frühen Grünen nicht so fernstand."

Eine, en passant, in aller Unschärfe steil gewollte These, duch was und wen belegt?

Mladen Gladić weiter:
"Entstanden unter dem Eindruck des Antikolonialismus von Vietnam bis Kuba, wollte Eichberg dieses Recht, anders als manche heute, nicht auf Staaten beschränken. Kein „staatlich halbierter Ethnopluralismus“! Die „Eigentümlichkeiten des anderen“: Soll heißen, dass jedes Volk das Recht auf kulturelle Identität hat – allerdings in seinem eigenen Territorium. Vermischung: unerwünscht. Kubitschek hält den Ethnopluralismus für das Fundament der Demokratie. Die funktioniere nur bei relativer Homogenität im Volk. Demokratische Gesinnung könne sich nur festigen, „wenn Sie akzeptieren können, dass Sie überstimmt werden. Wenn das, was Sie überstimmt, zu fremd ist, dann können Sie das nicht.“"

Eben genau die Sprache, mit der 1964 und danach weltweit auch in Westdeutschland, Westberlin die Einführung der Apartheid in Südafrika gerne menschelnd begründet wurde,

- davor wurden in Nord-und Südamerika übrigens auch die Reservate für die eingeboren indigenen Indianervölker so menschelnd einhegend begründet -

später im vollen und absichtlichen Missverständnis angereichert durch die einhegende Brille dessen, was Levi Strauss mit seiner ethnologischen Theorie und Methode vom und mit dem Strukturalismus anstrebte und persönlich u. a. im Amazonasgebiet forschend praktizierte.

Mladen Gladić weiter:
"Die Würdigung des „ethnokulturellen Ausdrucks“ des anderen – in Schnellroda soll das nach einer Ethik des anderen klingen: den anderen als anderen gelten lassen, bloß nicht missionieren, bloß nicht alles gleich machen. Kositza spricht bei Wagner über einen Markt für „Ethnic Food“ in Berlin, auf dem alles gleich schmeckt. Sie setzen auf kulturelle Differenz und scheinen gerade in diesem Motiv anschlussfähig an eine konservative, auch linkskonservative Kulturkritik."

Gleichzeitig geht es Ellen Kositza scheinbar mehr als symbolisch darum, fremdländische Zucchinis in ihrem Garten heimisch werden zu lassen, auf keinen Fall gegen Stickoxid giftende Dieselmotoren, Fast Food, sprich Globalplayer wie Monsanto, Bayer u.a. in der industriellen Agrarwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion, Gülle-Im- und Export zu wettern, im großen Austausch heimische "Disteln" wie "Linke, "68er" peu a peu "auszumärzen` ? auszubürgern?

Mladen Gladić weiter:
"Klar ist, dass das Schmitt’sche Denken des Ausnahmezustands, des Freund-Feind-Schemas die Neue Rechte so fasziniert, wie damals die extreme Linke. Der radikale Gestus der Härte und der Entscheidung versteht sich als Gegenteil des linksliberalen Räsonierens, des Ringens um einen Konsens, das sich zu oft in Diskussionen um das Binnen-I erschöpft und Theater zu safe spaces umbaut, wie Wagner das in Diskussionen etwa mit Regisseur Falk Richter herausarbeitet"

Auch hier wieder die, en passant, Unschärfe in der Argumentation und bindegewebsschwachen Darstellung historischer Zusammenhänge.

Während die radikale Linke in ihrer Unabdinglichkeit den hegemonialen Staat und seine Institutionen, Repräsentanten in Gesellschaft, Politik, Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kirchen, Verbänden, Kultur, Sport, Medien auf dem Bildschirm hat, haben die Rechten ausschließlich die Schwachen, wirklich Abgehängten, ethnische Minderheiten wie die Sorben im Spreewald auf dem Bildschirm, deren Anwesenheit sie als Gefahr für nationalkulturelle Identität aufblasen, als drohenden Untergang des Abendlandes rassistisch gefärbt populistisch als Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) kommunizieren, propagieren.

Warum? damit der Staat, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Medien ihnen folgend, die Minderheiten ausgegrenzt, einhegen, wenn nicht als "Gefährder*nnen" in Drittländer oder die Forensik?
JP


https://www.freitag.de/autoren/mladen-gladic/kubitschek-traeumt

Kubitschek träumt

Ideengeschichte Thomas Wagner spricht mit den neuen Rechtsintellektuellen. Sie knüpfen an den Geist von 1968

https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/die-rechte-in-der-richte

"Gleichheit ist langweilig"

Interview ‪Konservative nennt sie "‬lammfromme, biedere Rechte". "Gutmenschen" ekeln sie. Gespräch mit Ellen Kositza, der Intellektuellen der angeblichen konservativen Revolution

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/geschwister-scholl-gedenktag-22-2.1943

JOACHIM PETRICK 23.02.2017 | 00:23 7

Geschwister Scholl Gedenktag 22.2.1943

Geschwister Scholl Gedenktag 22.2.1943
Weiße Rose Vor 74 Jahren wurden die Geschwister Sophie und Hans Scholz am 22. Februar 1943 hingerichtet nachdem sie Ende Januar als Mitglieder der Weißen Rose aufgeflogen waren

13:07 26.08.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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