Stefan Bock

freier Blogger im Bereich Kultur mit Interessengebiet Theater und Film; seit 2013 Veröffentlichung von Kritiken auf kultura-extra.de und livekritik.de
Stefan Bock
RE: "Mord und Totschlag" - Bilanz der Ära Peymann | 12.12.2016 | 14:25

Die Inszenierung von Brechts Arturo Ui hat vor allem was mit ihrem Regisseur Heiner Müller zu tun. Peymann hat sie durch die 17 Jahre seiner Intendanz geschleppt und trotz einiger Umbesetzungen nicht weichgespült bekommen. Vergleichen Sie sie mit seinen Brecht-Inszenierung am Haus, sie werden den Unterschied immer noch feststellen können.

RE: Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer | 21.11.2016 | 20:43

Die Schlussfeststellung des Fatzer zielt auf die gespaltene Arbeiterklasse. Nur wer ist heute damit gemeint, in Zeiten des Neoliberalismus, wo keiner mehr Arbeiterklasse sein will, oder Klassenkämpfe in der Form nicht mehr existieren? Als Besiegte, oder auch als Verlierer fühlen sich viele und würden gerne wieder Sieger sein. Wie soll man gegen den fortschreitenden Populismus der AfD und eines Trump und die Alernativlos-Durchhalteparolen der Kanzlerin, die wahrscheinlich mühlos ihre nächste Amstzeit erreichen wird, die linken Kräfte einen?

Es gilt eine Politik für den Menschen zu machen, nicht gegen ihn. Dazu sagen weder Text noch Inszenierung etwas.

Wieder Fatzer:

Mich lähmt das Morgen und
Dies unverbindliche Heut!
So sitzend
Zwischen noch nicht und schon nicht mehr
Glaub ich nicht, was ich denk!
Sicher ists ein Irrtum, schon morgen
Klar! Warum also heut reden? Was
Nützt dies Bootbaun bei vertrocknendem Fluß?
Wenn ich euch essen
Seh, seh ich hinter euch andre verdaun
Euch unähnlich! Aber mich seh ich nicht essen!
Ich hör eure Stimmen nicht vor dem Geräusch
Vieler Schritte solcher, die ich nicht kenn.
Aus eurem runden dreckigen Mäulern fallen
Große viereckige Worte, woher sind sie?
Mir scheint, ich bin vorläufig
Aber was
Läuft nach?
Daß ihr mich versteht
Das verbiet ich.

RE: Verordnete Diskretion | 07.10.2016 | 19:23

Lieber Jamal, meinen Beitrag von der Balzer-Lesung bei der Pop-Kultur in Neukölln gibt es hier: https://www.freitag.de/autoren/stefan-bock/pop-kultur-berlin-2016-1

RE: Pop-Kultur Berlin 2016 | 04.09.2016 | 22:21

Na da haben wir ja doch noch mehr Parallelen als gedacht. Meine Roots reichen auch etwas weiter zurück als in die 80er und 90er. Das Progressive im Pop oder Rock ist aber auch heute durchaus noch anzutreffen, sogar bei der Pop-Kultur in Neukölln. Und Ethno Pop gabs da in einigen Nischen auch noch zu hören. Aber man auch mit Fahrrad nicht überall gleichzeitig sein. Hier die BLZ-Links von Balzers Kurzkritiken zum Festival:

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/musik/pop-kultur-festival-partyverbot-im-spiesserviertel-24679950

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/musik/pop-kultur-festival-sag-zum-leben-einfach-grrrr--24684452

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/musik/neukoelln-so-feierten-die-berliner-das-pop-kultur-festival-24690214

Die letzte hab ich grade erst gefunden. Ich mag Balzers Schreibe eigentlich schon, aber er ist mit den Jahren etwas zu abgeklärt und auch etwas zynisch geworden.

RE: Pop-Kultur Berlin 2016 | 04.09.2016 | 13:37

Hier Teil 2:

https://www.freitag.de/autoren/stefan-bock/pop-kultur-berlin-2016-1

RE: Pop-Kultur Berlin 2016 | 04.09.2016 | 13:09

Schöner Text. Ich schätze den Kollegen Borcholte sehr. Nur was ist da bitte anders, oder kritischer, außer dass der Text eben von Borcholte ist und auf Spiegel-Online steht? Was kritisiert Borcholte mehr? Auch hier steht viel cool und hipp. Vermutlich aber auch das nur ironisch gemeint. Borcholte sind die Wege auf der Karl-Marx-Straße zu lang. Soll er sich ein Fahrrad kaufen. Ich bin von Weißensee bis nach Neukölln geradelt und habe nichts verpasst, was ich sehen wollte. Das ist so kleinlich kritisierend wie Jens Balzer in der Berliner Zeitung, der dem Festival Spießigkeit vorwirft, nur weil er im SchwuZ nicht gleichzeitig rauchen und trinken kann. Also bitte, der Mann soll sich da nicht vergnügen, sondern seinen Job machen. :-) Über das Gegenfestival und die Gentrifizierung in Neukölln schreibe ich auch. Borcholte spring hier dem Festival Pop-Kultur sogar bei, weil er, nicht ganz zu unrecht darauf hinweist, dass es hier ja durchaus Parallelen und Verquickungen gibt. Friedliche Koexistenz zu empfehlen, klingt nicht nach Kritikerschelte. Hoher Frauenanteil. Davon habe ich schon im letzten Jahr berichtet. Scheint Ihnen Wurst zu sein, Sie finden ja auch Gender doof. Ich komme auf das Thema nochmal in meinem zweiten Festivalbericht. Ansonsten lese ich eher Lob als Kritik, mal davon abgesehen, dass Borcholte die Elektroklänge von SassyBlack besser fand als die parallele, störende Rockmugge von Ezra Furman. Das ist Geschmackssache. Und war Ihnen nicht eh zu viel Electro? Also ich verstehe es nicht ganz. Aber vielleicht erklären Sie es mir ja noch.

RE: Pop-Kultur Berlin 2016 | 03.09.2016 | 23:33

Das musste ja kommen, siehe Kommentar vom letzten Jahr. Wenn Sie die Ironie und Kritik aus diesem Beitrag nicht herauslesen können, oder wollen, tut es mir leid. Ich schreibe jedenfalls keine Bewerbungstexte, schon gar nicht unentgeldlich. :-)

RE: I love you, but I've chosen Entdramatisierung | 08.05.2016 | 10:14

Das Publikum sitzt direkt davor auf schwarzen Sitzsäcken und weißen Plastikstühlen. Früher waren es Drehstühle im Prater. Der Qualm ist meist von der Trockennebelmaschine. Ist halt Theater. Die Beleidigungen alle aufzuzählen halte ich für langweilig. Die sind ja nicht die Essenz des Abends. Olle Hohlbirne. Oder ? ;-)

RE: Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2 | 14.01.2016 | 10:37

Stimmt. Steht ja auch so im Text. Berlin-Premiere meine ich natürlich.

RE: Adolf Hitlers gescheiterte Selbstanzeige | 12.01.2016 | 17:47

Leider kann man hier einen Kommentar nicht berichtigen. Ich meine natürlich auf dem "rechten" Auge blind.

lechts und rinks

kann man nicht velwechsern

werch ein illtum!

Ernst Jandl