Stefan Simon
24.06.2014 | 16:35 48

Rassismus raus aus den Köpfen

WM Deutsche Fans fallen beim Spiel gegen Ghana rassistisch auf. Nun muss mit einem härteren Vorgehen gegen Rassismus vorgegangen werden. Doch die Fifa hält sich dabei raus

Rassismus raus aus den Köpfen

Deutsche-Fans mit "Blackfacing"

Foto: Drawlio Joca/AFP/Getty Images

Es ist Samstagabend in einer Berliner Bar in Kreuzberg. Deutschland spielt gegen Ghana. Die erste Halbzeit war nicht sehr vielversprechend, nur ein müder 0:0 Kick. Die Besucher jedoch lassen sich ihre gute Stimmung nicht vermiesen. Aus den Boxen dröhnen elektronische Beats aus Ghana. Sie tanzen, die Stimmung ist fröhlich. Die Stimmung wird nach der furiosen zweiten Halbzeit noch besser. Deutsche und ghanaische Fans feiern zusammen und sahen das bis dato beste Spiele dieser Weltmeisterschaft. Auf der anderen Seite des Globus verhalten sich deutsche Anhänger jedoch alles andere als vorbildlich. Laut einem Bericht von Spiegel Online wirft das Anti-Diskriminierungs Netzwerk Fare u.a. deutschen Fans Rassismus vor. Auf Twitter erschien ein Foto von zwei deutschen Fans mit schwarzbemalten Gesichtern. Auf ihren weißen T-Shirts steht in schwarzer Schrift "Ghana".  

Piara Powar, Chef von Fare, fordert nun die Fifa auf, ein Disziplinarverfahren gegen den DFB in Gang zu setzen.  Die Fifa kann in solchen und ähnlichen Fällen Disziplinarverfahren gegen die nationalen Fußballverbände einleiten. Doch jeder Fußballverband ist für seine eigenen Anhänger und deren Verhalten im Stadion verantwortlich. Die Aktion erinnert an das „Blackfacing“. Es handelt sich hierbei um eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die im 19. Jahrhundert in den USA entstand. Weiße Künstler bemalten ihr Gesichter schwarz und spielten den „naiven, trunkenen und immer schwachsinnigen Neger“.

Neu ist ein solches Auftreten von Fußball-Fans nicht. Rechtslastige Besucher tauchen immer wieder im Fußballstadion auf.  Anhänger mit solchen diskriminierendem Verhalten hätten erst gar nicht in das Stadion gelassen werden dürfen. Auch Zuschauer aus Belgien und den Niederlanden sollen ihre Gesichter schwarz bemalt haben. Die Fifa trägt somit eine Mitschuld. Ihre Kampagne „Say no to racism“ gleicht daher einem Trauerspiel. Dass nun den nationalen Verbänden ein Disziplinarverfahren droht, ist nicht falsch, aber die Fifa versucht so die gesamte Schuld den Organisationen zu überlassen und hält sich raus. Wichtiger ist, dass die Fußballverbände und die Fifa zusammenarbeiten. Fans, die rassistisch auffallen, müssen mit Stadionverboten rechnen und sollten mit einem Verbot beim Kauf von Tickets für die Europa- und Weltmeisterschaft belegt werden.  Es wird diese Leute leider immer geben, ob im Stadion oder auf der Fanmeile.  Es ist schwer sie rauszuhalten. Dennoch müssen solche Anhänger mit diskriminierendem Verhalten von den Veranstaltungen ausgeschlossen werden.  Auf der anderen Seite ist ein nicht tolerierendes Auftreten von allen anderen Fußballfans wünschenswert. Dass fremdenfeindliches und nationalistisches Verhalten unterbunden wird. Eine fast schon utopische Vorstellung.

Fußball ist ein Sport, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt durchaus wichtigere Dinge auf der Welt. Doch eine Fußball-Weltmeisterschaft ist alle vier Jahre auch ein Riesenspektakel.  Es ist schließlich keine Ausnahme, wenn Fans aus verschiedenen Ländern friedlich in Bars die Spiele verfolgen, ein Bier zusammen trinken und Spaß haben. Der Fußball kann tatsächlich die Völker miteinander verbinden. Gerade das macht diesen Sport aus. Welche Rolle spielt es, aus welchem Land ich komme, welche Konfession ich habe, ob ich hetero oder homosexuell bin? Keine. So wie in der Bar in Berlin-Kreuzberg. Das Ergebnis an diesem Abend war zweitrangig. Der Alkohol floss, die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Ein lesbisches Paar küsste sich. Ghanaische Frauen tanzten mit deutschen Männern. Spanier und Briten waren nach wie vor fasziniert von dem Fußballspektakel, dass Deutschland und Ghana boten. So feierten sie dann schließlich bis in die frühen Morgenstunden.  

Kommentare (48)

Die Unsichtbaren Deutschen 24.06.2014 | 16:58

Beim Sport spielt ethnische Zugehörigkeit eine sehr grosse Rolle, solange es um ein Wettbewerbs-Setting handelt und um Nationalmannschaften. Nationen arbeiten mit einem Mix aus Sexismus, Rassismus und Klassismus, um sich eine Kollektividentität zu geben. Nationale Identität entsteht, wenn man bewusst bestimmte Gruppen aus der Repräsentation auschließt - d.h. Frauen, Proletarier und unangenehme Anstaltsbevölkerungen.

Es ist aber schon erstaunlich, wie diese Blackfacing Praxis in die BRD eingewandert ist. Wie lange gibt es das Blackfacing in der BRD ?

karamasoff 24.06.2014 | 17:34

Das Argument wirkt an den Haaren herbeigezogen.

Ebenso könnte man im Gegenzug argumentieren, daß ein Ermahnen, das blackfacing doch zu unterlassen oder es per se zu diskreditieren, es ist ausserhalb jedes Verhaltens-Kontextes und der historischen Rückbezüglichkeit prinzipell kein Rassismus erkennbar (lässt man mal das Verwenden von Stereotypen als Kritikpunkt aussen vor),

schon an Rassismus erinnert: Rasse zu Rasse und Volk zu Volk. Vermischungen werden auch optisch nicht geduldet und ausgerechnet so zum verdeckten Rassismus.

Ein Nachweis von Rassismus hätte dann stattgefunden, wenn stereotype Optik mit stereotypem Verhalten oder Äusserungen vorlägen. Solange das journalistisch nicht der Fall ist, sehen derlei textliche Aufwendungen eher nach bemühter Beflissenheit aus.

Da wäre wesentlich mehr drin gewesen, denn was mir bei dieser WM auffällt ist, daß die Grundstimmung nicht mehr der gleicht, die 2006 vorhanden war oder zumindest gezeigt wurde. Weniger Fahnen am Auto, aber wenn, dann gleich besonders viele.

Exportweltmeisterwahn, Kriegsgetrommel und großdeutsches Gehabe sind ja wieder hoffähig und färben ab aufs Volk. Das Motto lautet:

Ja, jetzt dürft ihr wieder!

Fürchten muss man nicht "den Deutschen" (so wenig wie "den Russen", gerneauch "der Ivan "genannt), sondern die ganz besonders deutschen.

apatit 24.06.2014 | 18:05

"Das Argument wirkt an den Haaren herbeigezogen." Stimmt!

Damals gab`s ein schönes Kinderbuch in der DDR von Ludwig Renn “ Nobi “ – das war eben auch der Neger Nobi und was ist da Rassismus, bitte alles im Zusammenhang sehen und die “ Kirche im Dorf lassen “

"Exportweltmeisterwahn, Kriegsgetrommel und großdeutsches Gehabe sind ja wieder hoffähig und färben ab aufs Volk. Das Motto lautet:

Ja, jetzt dürft ihr wieder!

Fürchten muss man nicht "den Deutschen" (so wenig wie "den Russen", gerneauch "der Ivan "genannt), sondern die ganz besonders deutschen."

Und den Satz oben kann man gar nicht besser formulieren – es soll ja jetzt welche geben, die das nicht mehr mitmachen – gut so!

Ostdeutsche Pfarrer sammeln Unterschriften gegen Gauck
RP ONLINE-23.06.2014 ( - nur wegen den Kriegstrommeln )!!!!

h.yuren 24.06.2014 | 23:37

Dass fremdenfeindliches und nationalistisches Verhalten unterbunden wird. Eine fast schon utopische Vorstellung.

solange es nazionalmannschaften gibt, gibt es auch nazionalismus, mit und ohne fähnchen. wozu muss es noch nazionalmannschaften geben? das ist ein zopf aus der nazionalistischen vergangenheit.

der widersinn wird offensichtlich, wenn mensch sieht, was für spieler in den clubs gehandelt werden.

CS Spuhr 24.06.2014 | 23:39

Das war aber gar nicht das Bild/der Stein des Anstosses. Ich vermute der Freitag hat nicht die Lizenz das andere Bild zu zeigen.

Bezueglich ob etwas rassistisch ist oder nicht: wie waere es denn mal, wenn ihr (ich vermute mal) weissen Leute mal einfach ein paar schwarze Leute fragt, ob sie das Verhalten rassistisch finden? Von der Bier- und Fernseh-Couch aus kann man naemlich gerne sagen, etwas ist nicht rassistisch, antisemitisch oder sexistisch, aber man ist ja dann nicht selber betroffen...

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2014 | 07:23

@Stefan Simon 24.06.2014 | 16:35

... Fußball ist ein Sport, nicht mehr und nicht weniger. Es gibt schließlich wichtigere Dinge auf der Welt. [...] Der Fußball kann tatsächlich die Völker miteinander verbinden. Gerade das macht diesen Sport aus. ...

Friede, Freude, Eierkuchen?

Da war wohl jemand als Kind nie auf dem Bolzplatz, hat in der Schule nie in einer Schülermannschaft Fußball gespielt und auch auf dem Platz kein Spiel der Landesliga/Bezirksliga/Kreisliga gesehen und erlebt. Und natürlich guckt man Fußball allenfalls in der Kneipe und nicht in 'der Bar', wo die Anhänger der jeweils gegnerischen Mannschaft fröhlich zusammen feiern: denn das ist vorbildlich. Man, man, man, wenn ich sowas lese. Aua! Das tut so richtig weh, diese Weltfremdheit. Das ist politischer korrekter Kindergarten. Das ist Infantilisierung.

Wie sagte Sepp Herberger so richtig: Der Ball ist rund.

Genau da enden auch die Gemeinsamkeiten.

Fußballweltmeisterschaften sind heute Brot und Spiele für die Masse, die über Bezahlkanäle alle Spiele sehen können. Da treten hochgezüchtete, moderne Gladiatoren gegeneinander an, die über Nacht Multimillionäre werden.

Was lernen wir daraus? Deutsche stehen generell unter dem Vorbehalt und dem Verdacht des Rassismus, es sei denn, sie sagen allen im vorauseilendem Gehorsam, dass sie keine Rassisten seien und dass sie sich für alles, was anders verstanden werden könnte, schon mal vorsorglich entschuldigen.

gcmn 25.06.2014 | 07:33

'Als Kind habe ich immer den Hitlergruß gemacht'

Gebau darum geht es... Es gilt sich für Rassismus, latenter, schleichender, verdeckter oder jedweder Art zu sensibilisieren.

Wie haben Sie sich als Türke verkleidet? Mit Schnurrbart und Fez?

Wie als Chinese? Etwa mit konischem Strohhut?

Sich das Gesicht schwarz anzumalen und auf sein weißes T-Shirt 'Ghana' zu schreiben zeigt worauf diese Menschen Ghanaer resuzieren: auf ihre Hautfarbe.

Ähnliches Verhalten konnte man bei der Wetten, dass...?! Saalwette sehen... Um sich als Lukas der Lokomotivführer zu verkleiden muss man sich nicht das Gesicht schwarz anmalen.

Den deutschen fehlen gewisse Nuancen des Verständnisses für Rassismus. Es braucht vermutlich Zeit, den Menschen die Sensibilisierung für Rassenstereotypen nahezubringen.

h.yuren 25.06.2014 | 07:58

schlimm daran ist, dass jemand seine identität an einer stelle sucht, wo die klugheit abraten muss. denn wer seine identität an einem wahn festmacht, kann nur elend enden. außerdem verrät jemand, der seine identität mit der nazion verbindet, dass er nichts aus der geschichte gelernt hat. nazionalismus stammt in schland aus dem vorvorigen jahrhundert und führte ins absolute nullum.

salvo 25.06.2014 | 08:54

natürlich ist das Rassismus: Rassismus besteht darin, den anderen auf bestimmte äußere Merkmale zu reduzieren, ob sie positiv oder negativ konnotiert sind, auch wenn das auch nur zum 'Spaß' als Scheinidentifikation geschieht, diese können gegeben sein, etwa die Hautfarbe, und werden in der Regel mit charakterisierenden allgemeinen Zuweisungen ergänzt. Auch wenn Letztere nicht nachzuweisen sind, weil es ja bloß ein Bild ist, spricht dieses schon für sich. Ein bloßer Stereotyp, wie das hier verharmlost wurde, ist das nicht, als die Hautfarbe des Anderen keine äußerliche Zuweisung ist: Einen schwarzen Menschen auf seine Hautfarbe zu reduzieren ist kein Stereotyp. Ob der Rassimus, der hier zum Ausdruck kommt, bewusst ist oder nicht, spielt keine Rolle. Es ist Rassimus. Umso schlimmer, wenn man das auch noch verteidigt. Den Rassismus, der hier zum Ausdruck kommt, ist in meinen Augen sogar besonders perfide, gerade weil er sich möglicherweise als solcher selbst nicht erkennt, als hier ein grundlegender äußerer Merkmal der Identität des Anderen zum veräußerbaren Gegenstand gemacht wird.

Fro 25.06.2014 | 11:46

Ja, etwas seltsam ist es schon, wenn sich Weiße als Afrikaner verkleiden bzw schwarz anmalen, um ihre Verbundenheit mit ihnen zum Ausdruck zu bringen. Bei den Männern, denen das Anti-Diskriminierungs Netzwerk Fare Rassismus vorwirft, handelt es sich offensichtlich um Fußballfans der ghanaischen Mannschaft, möglicherweise weiße ghanaische Bürger... Oder es sind sog. 'Antideutsche', die der deutschen Nationalmannschaft eine Niederlage gegen Ghana wünschten.
Ob eine derartige Verkleidung als rassistisch einzuordnen ist, kann letztlich nur in einem Gespräch mit diesen Leuten festgestellt werden.

@GCMN & Salvo

Sich das Gesicht schwarz anzumalen und auf sein weißes T-Shirt 'Ghana' zu schreiben zeigt worauf diese Menschen Ghanaer reduzieren: auf ihre Hautfarbe. „

Das sehe ich in diesem Falle nicht so. Hinter der schwarzen Farbe sind zwei fröhliche Männer erkennbar, die offensichtlich mit den Ghanaern sympathisieren – die kann man nicht so einfach ausblenden.

Das Bild kann auch anders interpretiert werden: Wir sind alle 'gleich', was uns unterscheidet ist lediglich etwas Farbe.

salvo 25.06.2014 | 11:50

nein, sich, wenn auch nur aus Spaß, die Gestalt einer Frau zu geben, ist per se kein Sexismus. Das hängt vom konkreten Handlungskontext ab. Und das hat nichts mit meiner privaten 'Logik' tu tun, sondern ist allgemein so definiert: Sexismus ist eine Form der Diskriminierung. Rassismus ist andereseits als Geisteshaltung ('Ideologie') definiert, die den Anderen auf biologische Merkmale, reale und projizierte, reduziert. Wenn ich mich als Frau verkleide, handle ich damit nicht per se sexistisch, es sei denn diese symbolische Geste ist in einem Handlunsgkontext eingebunden, der auf geschlechterbasierende Diskriminierung hinwirkt. Wenn ich mir als Weißer die Gestalt eines Schwarzen geb, drücke ich aus, dass ich den Schwarzen auf diesen äußeren Merkmal reduziere, ob bewusst oder unbewusst, ob mit positiver oder negativer Zuweisung, aus Spaß oder warum auch immer, spielt keine Rolle. Es ist Rassismus als Geisteshaltung. Selbst wenn das situativ und unmittelbar mit keiner Diskriminierung verbunden ist. Punkt

Fro 25.06.2014 | 12:33

Du argumentierst mit deinen Projektionen. Woher weißt Du, dass die Fußballfans, um die es hier geht, mit den Ghanaern sympathisieren weil sie eine andere Hautfarbe haben? Projektion ist auch, wenn man diesen Leuten – ohne es zu prüfen – unterstellt, sie würden Ghanaer auf ihre Hautfarbe reduzieren. Wobei mich mal interessieren würde, wie man Menschen überhaupt auf ihre Hautfarbe reduzieren kann. Was soll das heißen? Wie soll das gehen?

salvo 25.06.2014 | 12:44

die Argumentation, sie sympathisieren mit den Ghanaern kam nicht von mir. Was sie offensichtlich tun, ist den anderen auf ihre aüßeren merkmale zu reduzieren, und das ist Rassismus, auch wenn er möglicherweise positiv daherkommt. Das zu werten, wäre eine Projektion. Ich projiziere hier gar nichts, sodern lege aus, wie Rassismus definiert ist. Eine Projektion ist es eher, dieser Handlung, 'Fröhlichkeit' und 'gute' Absichten zu unterstellen.

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2014 | 12:56

@ Magda

"Und argumentiert wird immer ohne das Bemühen um Empathie."

Das musst DU gerade sagen!

Empathie ersetzt übrigens kein Argument, nur weil sich jemand von einer angeblich rassistischen Tat diskriminiert fühlt muss es noch lange keine rassistische Tat gewesen sein, die Definitionshoheit hat nicht per Definition das Opfer.

Schön auch zu sehen wie du hier deine Empathie walten lässt, wenn es um "Russen" in einem Käfig geht bleibst du dagegen eiskalt.

Antirussischer Rassismus?

@Salvo

Ich schließe mich Fro an, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2014 | 13:06

@Salvo

noch was: warum ist Sexismus, anders als Rassismus keine Ideologie?

Und warum ist bei dem einen -ismus der Kontext wichtig, bei dem Anderen aber rein gar nicht?

Den Kontext ausblenden ergibt niemals Sinn, auch und vorallem bezüglich Rassismus nicht.

Wer sagt dass diese Menschen die Ghanaer auf ihre Hautfarbe reduzieren? - Stefan Simon und Salvo

Vielleicht sollte man mit den vermeintlichen Rassisten reden bevor man derartiges unterstellt.

Mit dieser Herangehensweise Entwertet man den Rassismusvorwurf, davor sollte man sich hüten, die einzigen die davon profitieren sind die wirklichen Rassisten.

salvo 25.06.2014 | 13:22

@Pjotr

ich beurteile die aus dem Bild herleitbare Handlung und die drückt nach meinem Verständnis eine rassistische Haltung aus (zum Unterschied zwischen Sexismus und Rassimus einfach bei wikipedia nachschlagen). Was sich die Betroffenen tatsächlich dabei gedacht haben, kann ich aus dem bloßen Bild nicht wissen und etwas hineinzulegen, ob positiv oder negativ, wäre tatsächlich eine Projektion. Das Bild als solches aber drückt Rassismus aus.

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2014 | 13:51

@Salvo

Wo er Recht hat, hat er Recht: Du bist es doch der diese Menschen auf ihre aufgemalte Farbe reduziert und dann behauptet SIE würden andere auf ihre Hautfarbe reduzieren.

Kritische nachfragen nicht möglich denn dann wiederum kommst ausgerechnet du mit dem Vorwurf der Projektion - wieder eine Projektion deinerseits würde ich meinen.

Und zu guter Letzt wird behauptet der Kontext bezgl. vermeintlich rassistischer Taten sei irrelevant weil es eine Ideologie ist, entschuldigung aber das ist doch keine Begründung den Kontext außen vor zu lassen, eher im Gegenteil.

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Ehemaliger Nutzer 25.06.2014 | 13:55

Zum Thema Sexismus sei keine Ideologie:

"Beides sind Ideologien, die darauf abzielen, eine bestimmte Gruppe von Menschen zu diskriminieren, indem die Gruppe als eine homogene Einheit konstruiert und mit Hilfe zum Beispiel eines biologischen Merkmals stigmatisiert wird - das eine Mal aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit, das andere Mal aufgrund der Hautfarbe oder ethnischen Herkunft. Den Gruppen werden bestimmte Eigenschaften als »natürlich« zugeschrieben und damit Machtverhältnisse legitimiert."

http://www.zag-berlin.de/antirassismus/archiv/30rommelspacher.html

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Ehemaliger Nutzer 26.06.2014 | 09:15

Rassismus gibt es, er ist Basis von Gewalt und deshalb gilt es ihm entgegen zu treten.

Das Gegenteil an Wirkung erzielt man allerdings, wenn man dieses Dagegen an den Haaren herbeizerrt und damit das Problem Rassismus unweigerlich verniedlicht. So wie mit diesem wichtigtuerischen Beispiel eines Überwachers namens Fare.

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Ehemaliger Nutzer 26.06.2014 | 11:49

Vielleicht sollte sich Piara Powar mal an die eigene Nase fassen:

"A 'coconut' is an extremely derogatory term used to accuse someone of betraying their heritage by pandering to 'white' opinion.

It stems from a coconut being brown on the outside and white on the inside.

Mr Singh, a postman from the West Midlands, is appalled by Mr Powar's comments and has branded him a 'hypocrite'.

He said: 'At first I was shocked because in all my life I have never been called a coconut.

'I've been called p**i, a rag head and other racist names by non-Asians but never a coconut.

'It is more insulting to me to be called a coconut than a rag head because some of the people who used that term are just ignorant.

'But for one Asian to call another Asian man a coconut is like being called a traitor. It is like saying you're betraying your own race or roots, in my opinion.'"

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2098325/Boss-footballs-anti-racism-group-branded-racist-calling-Asian-fan-coconut.html

Magda 26.06.2014 | 12:28

Das musst DU gerade sagen!

Nee, muss ich nicht, ich machs aber trotzdem. Was wollen SIE bitte von mir?

Schön auch zu sehen wie du hier deine Empathie walten lässt, wenn es um "Russen" in einem Käfig geht bleibst du dagegen eiskalt.

Eiskalt, eiskalt. Aha -es gibt also ein Thermometer für sowas. Und Sie messen aus der Ferne. Mit den Russen bin ich immer empathisch, Sie können es mir glauben. Von Ihnen habe ich dazu bisher nix gelesen.

https://www.freitag.de/autoren/magda/meinst-du-die-russen

Die Debatte um diese Ausstellung war - das gebe ich zu - unselig. Die führe ich auch mit Ihnen nicht weiter.

Aber hiermit hat die weniger zu tun. Rassismus hat andere Gesichter als dieses ukrainische Russenbashing, noch dazu wo die Russen es auch prima können.

zelotti 26.06.2014 | 13:34

Ich glaube man kann es sich mit dem Blackfacing nicht so einfach machen. Man beachte auch das klassische Essay über den White Negro von Norman Mailer.

http://www.dhs.fjanosco.net/Documents/TheWhiteNegro.pdf

Das ist ja eben ein Teil der Populärkultur, was mit Schwarzen per se nichts zu tun hat, sondern mehr ein Reflex auf den Rassismus, der die unterdrückete Seite durch Projektion löst, ein romantisches "Neger"-Bild, das die Sehnsüchte der sozial kontrollierten weissen Mittelschicht vermittelte, von der wirtschaftlich freilich auch schwarze Künstler profitierten und sich emanzipierten.

Reflexartige Ablehnung von blackfacing halte ich für unaufgeklärten Aktionismus. Ich bin sowieso für die Kreolisierung unseres Landes. Es ist immer seltsam wie im Antirassimus der Rassismus mitklingt.

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Ehemaliger Nutzer 30.06.2014 | 15:46

Heieiei. "sind aufgefallen..."

Die haben also Ihre Uniformitätsvorstellungen verletzt?

Möchtegernmullahtum.

Ziemlich steile These übrigens, dass man eine Hautfarbe verachtet, die man zur Verkleidung wählt. Michael Jackson war bestimmt auch ein Rassist. Hat sich sogar operieren lassen.

Wobei das von Schwarz nach Weiß natürlich kein Rassismus sein kann.

Wie rammt man Auflage in den Boden?

Möglichst viel davon: "Nun muss mit einem härteren Vorgehen gegen Rassismus vorgegangen werden."

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Ehemaliger Nutzer 02.07.2014 | 15:46

Weil sich das auf Rituale bzw. Tradition bezieht, und nicht die Hautfarbe als Spassfaktor.
Rassen gibt es eh nicht wie Sie es glauben, also einfach mal sein lassen und farben ignorieren, dann erkennt man evtl. den Character des anderen und schliesst vielleicht sogar Freundschaften... uiiii
http://www.nytimes.com/2000/08/22/science/do-races-differ-not-really-genes-show.html