Hans Springstein
16.09.2013 | 22:51 51

Bericht der UN-Ermittler vorgelegt

Syrien Die UNO hat den Bericht der Ermittler zum mutmaßlichen Giftgaseinsatz am 21. August bei Damaskus veröffentlicht

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Hans Springstein

Bericht der UN-Ermittler vorgelegt

Carla del Ponte, Karen Koning Abuzayd, Paulo Sergio Pinheiro und Vitit Muntarbhorn bei der Präsentation des Reports

Foto: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images

Die österreichische Zeitung Der Standard hat am 16. August den Link zu dem Bericht der UN-Ermittler veröffentlicht. Leider ist mein Englisch nicht so gut, dass ich mir bei diesem brisanten Fall eine zweifelsfreie Übersetzung zutraue. Vielleicht hat ja jemand Zeit und Energie für das Übersetzen.

Interessant wäre es zu wissen, ob sich daraus tatsächlich zweifelsfrei ergibt, dass die syrische Armee für den Einsatz von Sarin verantwortlich ist, wie u.a. aus Washington gemeldet wird. RIA Novosti berichtete, dass die UN-Ermittler den Einsatz auch primitiver nicht fabrikmäßig hergestellter C-Waffen-Geschosse in Syrien nicht ausschließen..

Allgemein wird immer behauptet, die "Rebellen" seien gar nicht in der Lage, Sarin herzustellen oder einzusetzen. Dazu im Gegensatz gab es seit 2012 mehrere Meldungen, dass bei bewaffneten Extremisten chemische Kampfstoffe gefunden wurden. Jerome R. Corsi berichtete am 26. August in einem Beitrag auf der Website des Nachrichtennetzwerkes WND über Informationen und Belege, dass "Rebellen" mindestens im Besitz von chemischen Kampfstoffen sind. Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen im Krieg gegen und in Syrien gibt es, seitdem islamistische "Rebellen" im Dezember 2012 eine Chlorgas produzierende Chemiefabrik nahe Aleppo eroberten.

"Die Herstellung von chemischen Waffen stellt heute kein unüberwindliches Hindernis mehr dar." Das schrieb Ulrike Kronfeld-Goharani in Ausgabe 1/2008 der Zeitschrift Wissenschaft & Frieden. Sie erinnerte an das Beispiel des Terroranschlages der Aum Shinrikyo-Sekte in Tokio 1995. "Deren Mitglieder hatten am 20. März 1995 gegen acht Uhr morgens in fünf U-Bahnen in der Stadtmitte von Tokio nahezu zeitgleich elf mit Sarin gefüllte, luftdicht verschweißte Plastiktüten mit den angeschärften Spitzen ihrer Regenschirme aufgestochen. Bei dem Anschlag starben zwölf Menschen, mehr als 1.000 wurden verletzt." Nur die schlechte Qualität des eingesetzten Sarin habe damals mehr Todesopfer verhindert.

Nicht vergessen werden darf, dass die syrische Regierung die UN-Ermittler eingeladen bzw. angefordert hatte.

Jan van Aken, ehemaliger Bio-Waffeninspekteur der UNO und heute für die Linkspartei im Bundestag, kommentierte am 16. September den Bericht so: "Der Bericht der UN-Inspektoren belegt vier Punkte: Es wurden das Giftgas Sarin eingesetzt, viele hundert Menschen sind qualvoll gestorben, das Gift wurde mit möglicherweise improvisierten Raketen verschossen, der Urheber des Angriffs bleibt aber weiterhin unklar. Der Internationale Strafgerichtshof sollte ein Ermittlungsverfahren einleiten. Es ist ein grauenvolles Verbrechen gegen die Menschheit, dessen Verantwortliche vor Gericht gestellt werden müssen. Damit sich ein solch horrendes Verbrechen nicht wiederholen kann, muss die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen jetzt unverzüglich beginnen. ...
Die Tatsache, dass nach Angaben der UN-Inspektoren möglicherweise 'improvisierte' Sprengköpfe eingesetzt wurden, weist nicht automatisch auf die Rebellen als Täter hin. In mindestens einem Internet-Video sind ähnliche Raketen auch bei syrischen Militärs zu sehen. Warum eine reguläre Armee improvisierte Raketen lagern bzw. einsetzen sollte, bleibt allerdings unklar."

Die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, erklärte am 16. September, die in dem Report enthaltenen technischen Beweise, "bekräftigen unsere Einschätzung, dass diese Attacken vom syrischen Regime ausgeführt wurden". Das meldete u.a. die Süddeutsche Zeitung. "Nur das Regime habe nämlich die Fähigkeiten besessen, einen derartigen Angriff auszuführen, sagte Rice zur Begründung. Als Beweise führte sie etwa die Qualität des eingesetzten Sarin-Gases und die Art der verwendeten Raketen an."

Russland hält den von der UNO nachgewiesenen Chemiewaffeneinsatz in Syrien für eine gezielte "Provokation" der Gegner von Assad, berichtete der Schweizer Tages-Anzeiger am 17. September. "Es gebe 'höchst ernstzunehmende Gründe' für diese Einschätzung, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow heute nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Moskau. Russlands Regierung hatte in der Vergangenheit angedeutet, syrische Rebellen könnten hinter dem Giftgasangriff vom 21. August mit hunderten Toten nahe Damaskus stecken, um eine Militärintervention von aussen zu erreichen."

Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen schrieb am 17. September: "Gestern wurde der langerwartete UN-Bericht über die mutmaßlichen Giftgasangriffe am 21. August in Syrien veröffentlicht. In einem Punkt sind sich die Inspektoren einig, nämlich dass ein solcher Einsatz tatsächlich stattgefunden hat. Die Urheberschaft bleibt aber weiter unklar (dies zu ermitteln war allerdings auch nicht der Auftrag der UN-Inspektoren). Alle diesbezüglichen Angaben sind allenfalls vage: der Spiegel sieht etwa in der Richtungsangabe, aus der die Raketen kamen, ein mutmaßlich unter Regierungskontrolle stehendes Gebiet, einen klaren Beweis für die Täterschaft von Regierungstruppen. Auch die Süddeutsche Zeitung ist sich sicher: 'Der Bericht weist keiner der Seiten in dem Bürgerkrieg die Verantwortung für den Angriff zu, das ließ das Mandat auch nicht zu. Er liefert aber starke Indizien dafür, dass Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad die Urheber sind.'
Diesen Behauptungen hält Clemes Ronnefeldt vom Versöhnungsbund entgegen (via Mail): 'Nach intensiver Lektüre des Dokumentes konnte ich keinen Satz oder Abschnitt im UN-Dokument finden, der meines Erachtens die Interpretation rechtfertigt, dass Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad die Urheber sind. Auch wenn die Raketen vermutlich russischer Bauart sind und die Raketen ‚aus Nordwesten‘ flogen wo ‚ von der Regierung kontrollierte Gebiete‘ ‚in dieser Richtung liegen‘ (SZ, 17.9.2013): Dies lässt m.E. noch keinen Rückschluss zu, dass die Truppen von Präsident Baschar al-Assad ‚die Urheber‘ sind.'"

RIA Novosti am 17. September: "Die syrischen Regimegegner haben bei ihrer Giftgas-Attacke bei Damaskus möglicherweise noch aus der Sowjetunion stammende Munition genutzt, so Militärexperte Igor Korotschenko. Dies könnte die Erklärung dafür sein, warum die UN-Inspektoren auf einem Teil einer Rakete kyrillische Zeichen entdeckt haben.
'Geht man davon aus, dass diese Provokation als Vorwand für einen US-Militärschlag gedacht und dass die bewaffnete Opposition involviert war, dann spielt die Verwendung von Geschossen aus sowjetscher bzw. russischer Produktion dem Westen in die Hand', urteilte Korotschenko, Direktor des Moskauer Forschungszentrums für Weltwaffenhandel (CAWAT) und Chefredakteur des Magazins National Defence, am Dienstag. 'Ziel ist es, die Ermittlungen in eine falsche Richtung zu lenken, nämlich die Regierungstruppen verantwortlich zu machen und diesen Vorfall mit Russland in Beziehung zu bringen', so der Experte weiter."

Nochmal RIA Novosti: "Bei den sowjetischen Geschossen, deren Splitter die UN-Kontrolleure am Ort des C-Waffen-Einsatzes bei Damaskus gefunden haben, handelt es sich laut Ruslan Puchow, Direktor des Moskauer Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse, um Munition für Mehrfachraketenwerfer, von denen die syrische Armee schon seit langem keine mehr hat.
'Das erste Geschoss lässt sich leicht identifizieren: Es wurde im Bericht als 140mm-Rakete vom Typ М-14 für den alten sowjetischen Mehrfachraketenwerfer BM-14-17 aus dem Jahr 1952 bezeichnet', kommentierte der Experte am Dienstag die Meldungen, dass UN-Inspektoren auf einem Teil einer Rakete kyrillische Zeichen entdeckt haben.
Die syrische Armee habe alle Mehrfachraketenwerfer BM-14-17 schon längst außer Dienst gestellt, auch die Geschosse des Typs М-14 haben ihre Haltbarkeit seit langem überschritten. 'Jedenfalls hat die Sowjetunion kaum chemische Geschosse an Syrien geliefert. Es handelt sich offenbar um einen selbständigen Umbau eines alten Geschosses zu einem chemischen.'"

Nachtrag vom 19. September: Rene Heilig hat in der Zeitung Neues Deutschland "Rätselhaftes und Erwiesenes" aus und zu dem UN-Bericht zusammengefasst.

aktualisiert am 19.9.13, 9:40 Uhr

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (51)

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Ehemaliger Nutzer 17.09.2013 | 00:21

Diese Mitteilung vom 16.9., 19.45 Uhr, finde ich noch interessant:

"UN-Kommission ermittelt in 14 Fällen

Aber in Syriens Bürgerkrieg wurden offenbar mehrmals Chemiewaffen eingesetzt. Eine Kommission der Vereinten Nationen untersucht insgesamt 14 mutmaßliche Attacken mit den toxischen Substanzen. „Ja, wir ermitteln in 14 Fällen“, bestätigte der Vorsitzende der Untersuchungskommission des Uno-Menschenrechtsrates, Sérgio Pinheiro, am Montag in Genf. In den meisten Fällen lägen Anschuldigungen von Zeugen gegen Truppen des Assad-Regimes vor. Pinheiro ermittelt auch gegen bewaffnete Oppositionelle. Der brasilianische Jurist und Diplomat will die Täter und die Verantwortlichen konkret benennen und überführen."

http://www.tagesspiegel.de/politik/giftgasattacke-in-syrien-un-inspektoren-bestaetigen-einsatz-von-sarin/8799158.html

Weiß jemand etwas mehr darüber?

mymind 17.09.2013 | 00:29

Also, ich habe den Bericht durchgeblättert, wie immer kann ich mit dem Mangel an Insiderkenntnissen mit derart technokratisch verfassten Formulierungen nix anfangen, selbst wenn in deutscher Sprache verfasst. Darüber hinaus finde ich das ganze Exemplat total schlampig zusammengeschustert, über die Form verliere ich an dieser Stelle kein Wort.. Ist das immer so bei der UN oder nur in den Fällen, in denen alles noch verwirrender erscheinen soll? Also, wenn ich in meinem Beruf Berichte oder Exposées erstelle, dann muss sich der Inhalt auch Fachunkundigen erschließen....

Wie zu vermuten war, sehen die üblichen Verdächtigen in dem Bericht ´klare´ Beweise in Richtung der syrischen Regierung, aber das ´wussten´ sie ja auch schon vorher & dennoch blasen sie den lange vorbereiteten Angriffskrieg ab? ...Irgendwie macht das alles keinen Sinn....Was wird hier gespielt?

mcmac 17.09.2013 | 01:54

Lieber Hans Springstein,

Brown Moses kommt aus seiner Sicht heute zu dem Schluss, dass, verglichen mit den Erkenntnissen, die syrische Regierung für den Giftgasangriff verantwortlich sein könnte, die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Angriff der Rebellen gehandelt hätte, weitaus geringer sei ( It seems to me, that compared to the evidence of government responsibility for the attacks, the evidence of opposition responsibility seems very poor.) Anders gesagt: Sein Blogbeitrag legt nahe, dass die syrische Regierung verantwortlich ist für den Giftgasangriff.

Allerdings nimmt einen großen Teil seines Beitrags wiederum die Mutmaßung über eine Munitionsart ein (UMLACA), die die UN-Inspektoren dort ebenfalls auffanden und als Trägerwaffen für den Giftgasangriff vom 21. August ausmachten (One thing that must be stressed, is that the UMLACA is a munition that's never been seen in any other conflict, and it's origins are somewhat of a mystery.). Neben den Überresten der reaktiven 140 mm-Geschosse, die der syrischen Armee relativ eindeutig zuzuordnen sind, bleibt die Herkunft der UMLACAs nebulös -sie sind weder der einen noch der anderen Seite zuschreibbar.

In einer Art "Indizen- und Ausschlussverfahren" zieht der Autor seine weiteren Schlüsse, lässt zwar durchscheinen, dass es wohl eigentlich nur so sein kann, dass "irgendwie" Assad dafür verantwortlich sein müsse, äußert dies aber nicht explizit.

Schlicht gesprochen: Der Beweis ist ein quasi-negativer: Es gibt Geschossreste mit Sarin, die der regulären syrischen Armee zuordenbar sind. Und es gibt weitgehend unbekannte Geschossreste, die weder der syrischen Armee zuordenbar noch der Gegenseite zutraubar sind. Da man den einen es (technologisch) nicht zutraut, es den anderen aber nicht zuordnen kann, diese aber für technologisch kompetent genug hält, schreibt man ihnen diese Dinger auch "irgendwie" zu.

Mhmm.

Komisch, dass angesichts dieser Dinge noch niemand ernsthaft die Frage gestellt hat, ob nicht jemand Drittes dort seinen tödlichen Chemiebaukasten mit ins zynische Spiel gebracht hat (Freischärler der libanesischen Hisb' Alah schrauben altes iranisches Zeug zusammen und kippen das Zeug, welches sie britischen "Militärberatern" "abgenommen" haben, in die Gefechtsköpfe...

lg-mcmac

apatit 17.09.2013 | 10:04

Kleine Einleitung …Syrien: Stellvertreterkrieg am Scheideweg - Christoph Hörstel ...

► 58:48► 58:48

www.youtube.com/watch?v=FPxlWHYuhhk

…und nun vergleichen wir mal die Masche... mit “Der gefährlichste Mann in Amerika“

Daniel Ellsberg und die Pentagon-Papiere“ Lügen und organisierter Betrug von ganz, ganz oben! Mein Bauchgefühl sagt mir, wir werden mal wieder beschissen, einschließlich “ Türkische Jets schießen einen syrischen Helikopter ab. “ Nach Darstellung Ankaras hat er den Luftraum verletzt “ (War gestern) Nur der Helikopter stürzte auf Syrischen Gebiet ab, der den Luftraum verletzt haben soll. Tut mir leid, dass so sagen zu müssen, steht hier mal wieder der Überfall auf den Sender Gleiwitz Pate?

… und was ist mit dieser Meldung: – Das saudische Regime hat mindestens tausend zum Tode verurteilte Häftlinge nach Syrien geschickt, damit sie gegen die Regierungskräfte dieses Landes kämpfen … Zufall? Der geplante US-Schlag gegen Syrien wird nach Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin von Kanada, Saudi-Arabien, Frankreich und der Türkei befürwortet. Aha, auch wenn man Putin`s agieren nicht immer billigen sollte, der Mann weis doch was hinter den Kulissen läuft. Für mich ist das Neuaufteilung der Welt, natürlich westlich orientiert und koste es was es wolle.

… und da komm ich zu Marx, den man gerne Murks vorwirft – doch da hat er Recht!

Ein Zitat von P.J. Dunning (1860), das Karl Marx in einer Fußnote im „Kapital“ bekannt machte, wird oft zur Charakterisierung des Profits gebraucht: „Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

Hans Springstein 17.09.2013 | 10:12

Danke an alle für die Unterstützung beim Versuch des Verstehens. Es bleiben angesichts des Berichtstextes Vermutungen und Deutungen, mal mehr, mal weniger sicher erscheinend, mal in die eine, mal in die andere Richtung deutend..

Die Deutung von Brown Moses und anderen, dass es "irgendwie", aber auf jeden Fall aber nur Assad gewesen sein kann und die Rebellen gar nicht in der Lage dazu, halte ich für gewagt, nachdem all die verschiedenen "Rebellen"-Gruppen in dem Krieg gegen und in Syrien mehrfach bewiesen haben, dass sie in Wort und Tat zu allem bereit und in der Lage sind. Da wird prompt zur gleichen Zeit festgestellt, dass die Hälfte der "Rebellen" wohl islamistische Extremisten sind.

Aus meiner Sicht bleiben Gründe für Zweifel, nicht nur wegen der eigenartigen eingesetzten Munition. Die österreichische Zeitung Der Standard am 26. August 2013: Die bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff eingesetzten Geschosse, von denen einige nicht explodierten, wirkten wie Marke Eigenbau. „Warum die Armee, die über Scud-Raketen aus sowjetischer und nordkoreanischer Produktion verfügt, improvisierte Waffen eingesetzt haben soll, bleibt allerdings ein Rätsel“, so die Zeitung. Natürlich gibt es da auch Geschosse, die der syrischen Armee zugeordnet werden, mit kyrillischen Beschriftung gar. Aber an diese Geschosse kommt nicht nur die syrische Armee, da die "Rebellen" eine ganze Zahl von Armeelagern erobert haben. Die Geschosse zu füllen, dürfte nicht das entscheidende Hindernis sein.

Und die "Rebellen" haben finanzkräftige Unterstützer, die durchaus in der Lage sind, die Finanzen für ein Labor zu geben ... David Usborne machte in der britischen Zeitung The Independent am 26. August darauf aufmerksam, dass der saudische Geheimdienst, geführt vom CIA-Favoriten Prinz Bandar bin Sultan, im Februar als erster die westlichen Verbündeten von einem angeblichen Giftgaseinsatz durch die syrische Armee "informierte". Es sei das langfristige Ziel der Saudis, den Westen zu einer stärkeren Unterstützung für die "Rebellen" zu bewegen, um Assad stürzen zu können. Zudem hätten die Saudis "erheblichen Einfluss auf das amerikanische Denken" , wird ein hochrangiger US-Beamter zitiert. Da gibt es die bei "Rebellen"-Gruppen gefundenen Chemikalien aus Saudi-Arabien ... Aber auch das sind alles nur Indizien, die maximal Deutungen erlauben, auch wenn klar ist, dass bei einer Aktion "unter falscher Flagge" (flase flag) alles dafür getan wird, dass alles nach einer Aktion der Gegenseite aussieht, so dass auch kyrillische Buchstaben auf der Munition nicht der endgültige Beweis sind. Da gibt es die Berichte über Waffenlieferungen aus Libyen nach Gaddafis Sturz. Libyen bekam viele Waffen und Munition aus Russland bzw. der SU ...

Auch der zeitliche Ablauf lässt mich weiter zweifeln. Syrien fordert die UN-Ermittler an, nach langem Tauziehen treffen die ein und prompt passiert der bisher größte Einsatz von chemischen Waffen in diesem Krieg und alle nachprüfbaren Fakten und Indizien weisen auf einen Angriff durch die syrische Armee hin ... Selbst ein Krieg folgt einer gewissen, wenn auch brutalen Logik, aber die scheint hier irgendwie außer Kraft gesetzt, wenn ich davon ausgehe, dass die syrische Armee am 21. August Giftgas eingesetzt haben soll. Da ist dann noch die Frage, wem ein solcher Angriff nutzt. Assad soll den Eisnatz von Chemiewaffen schon mehrmals angeordnet haben, um dann alle Chemiewaffen an die UNO zu übergeben und vernichten zu lassen?

Ich weiß nicht, was da geschah und wer da was tat. Es bleibt eigenartig.

apatit 17.09.2013 | 11:00

Syrien: Lieferte Saudi-Arabien Giftgas an syrische Rebellen? http://www.shortnews.de/media/news_thumb/s/y/Syrien-Lieferte-Saudi-Arabien-Giftgas-an-syrische-Rebellen_1047981.png

Ein Reporter von "MintPress News", der unter anderem auch für die Agentur AP tätig ist, hat in Damaskus und im Vorort Ghouta viele Augenzeugen interviewt. Die gesammelten Hinweise deuten darauf hin, dass der saudische Geheimdienst das Giftgas geliefert haben soll.

Der Vater eines verstorbenen syrischen Rebellen gab an, dass sein Sohn und weitere Rebellen dabei ums Leben kamen, als diese Waffen für einen Saudi namens "Abu Ayesha" in einem Tunnel unterbringen sollten. Die Behälter seien zylindrisch gewesen, andere sahen aus wie große Gasflaschen.

Dieser habe die syrischstämmigen Rebellen angeleitet, wie die Waffen einzusetzen seien. Um die Art der Waffe schwieg er sich jedoch aus. Aufgrund falscher Handhabung soll es dann zu einer Explosion gekommen sein, die zur Freisetzung des Kampfstoffes geführt haben soll.

... oder

JUSTIZ Share on printShare on emailMore Sharing Services Giftgas-Ei​nsatz in Syrien: Türkische Staatsanwa​ltschaft belastet Rebellen Deutsch Türkische Nachrichten | Veröffentlicht: 14.09.13, 10:58 | Aktualisiert: 14.09.13, 13:06

Sechs Mitglieder der Freien Syrischen Armee stehen aktuell in der Türkei unter Anklage. Sie sollen versucht haben, Material zur Herstellung von Giftgas zu erwerben. Für die türkische Staatsanwaltschaft bestehen keine Zweifel an der Schuld der Verdächtigen. Das gehe aus Abhörprotokollen hervor.

(Nachdem nicht nur ich bezüglich des Irak - Krieges so beschissen wurde, sollte man auch diese Dinge zur Kenntnis nehmen!)

Grabert 17.09.2013 | 12:12

Moin, lieber Apatit,

ich möchte diese Harmonie nur ungern zerstören, aber da gibt es doch bei den ganzen von Ihnen genannten Quellen zu viele Schwachstellen.

Nervenkampfstoffe, um damit einmal zu beginnen, sind in aller Regel auch immer hautgängig. Wie schnell das geht und in welch geringen Dosen, zeigt sehr eindrucksvoll ein Bericht über den Brand in der Wollkämmerei in der DDR, wo Kunstfasern verarbeitet wurden. Dort fielen Feuerwehrleute unter Atemschutz (Pressluftatmer) reihenweise um. Für die Arbeit mit diesen Stoffen reicht die "Gasmaske", also eine Atemschutzmaske mit Filter, hinten und vorne nicht aus. In den abgebildeten Chemie-Klitschen müssten haufenweise Leichen der Bastler liegen.

Gleiches gilt für die "saudische Firma", wer mit Chlor und chloralkalischen Produkten umgehen kann, ist längst noch nicht befähigt, mit hautgängigen hochtoxischen Giftstoffen umgehen zu können.

Man füllt auch nicht mal eben Sarin oder ähnliche Stoffe in eine Granate. Das läuft anders als beim Napalm in Vietnam. Hierzu brauchen Sie hermetisch abgeschirmte Arbeitsbedingungen.

Die "zylindrischen Gasflaschen" sind ebenfalls ein verräterisches Indiz für Fehlinformation, die benannten Kampfstoffe sind Flüssigkeiten [!], die man nicht in Gaszylindern transportieren werden. Die Gasangriffe im Ersten Weltkrieg aus Gaszylindern (z.B. bei Ypern) waren Chlor-Angriffe. Hier aber werden aus Flüssigkeiten Aerosole erzeugt (durch Explosion). Allerdings klingt auch die Beschreibung des Vaters unglaubwürdig, am Explosionsort müssten Reste der Vollschutzausrüstung zu finden gewesen sein, die wesentlich augenscheinlicher wären als das, was dort aus drittem Munde wiedergegeben wurde.

Das klingt mir zu sehr nach Verschwörungstheorien, für die ja auch zumindest eine der Quellen bekannt ist: Nu-Viso-TV und Christoph Hörstel.

Beste Grüße

Grabert

Hans Springstein 17.09.2013 | 12:38

Das ist durchaus bedenkenswert. Zugleich deutet es daraufhin, dass einer der angeblichen Beweise der USA, dass die syrische Armee am 21. August Giftgas einsetzte, nämlich abgehörte Informationen über verteilte Gasmasken an Armeeeinheiten, auch kein solcher sein kann.

Und dass es möglich ist, unter nicht professionellen Bedingungen Sarin herzustellen und abzufüllen, ohne dass die Hersteller und Abfüller selber dabei draufgehen, zeigt eben das Beispiel der Aum-Sekte 1995.

Zu einer Analyse der gefundenen Munitionsreste, die die New York Times am 4. September veröffentlicht hatte, meinte einer der beteiligten Wissenschaftler: "In an interview, Mr. Lloyd said the manufacture of the rockets, if not the deadly nerve agent, appeared to be within the capabilities of both the Syrian government and the rebels." Dem widersprach wiederum ein anderer Experte, dass die Rebellen so viel Sarin gar nicht produzieren könnten ...

Da gibt es Videos, auf denen "Rebellen" angeblich Giftgasraketen verschießen. Darauf wurde auch in dem von mir schon zitierten Beitrag von Jerome R. Corsi hingewiesen.

Und so geht es hin und her. Zum Glück haben wir da immer noch das eine Wort, mit dem wir alle Zweifel schon im Keim erschlagen können: Verschwörungstheorie.

Grabert 17.09.2013 | 13:18

Moin,

nur noch mal kurz, ja, das Engagement von Saudi-Arabien ist genauso kritisch zu sehen wie das der Hisbollah und des Irans. Da sind auf beiden Seiten schräge Eigeninteressen im Spiel, ich will seit Tagen mit einem Beitrag fertig sein, der diese einmal aufschlüsselt, komme aber kaum dazu, hier bin ich mächtig im Verzug.

Die Sache mit den "Gasmasken" für die syrischen Truppen, also keine ABC-Einheiten, sehe ich nicht als so kritisch an. Zum einen wäre eine Übersetzungsungenauigkeit denkbar, zum anderen reichen ein Filtergerät und entsprechende Handschuhe aus, wenn man erst nach der Zersetzung der Giftstoffe ins Kampfgebiet vorgeht, wie es meistens schon zum Eigenschutz gemacht wird. Auffällig ist mir, dass nirgendwo Spürmittel gefunden wurden, die man braucht, auch um die Zersetzung nachzuweisen.

Die Aum-Sekte hat seinerzeit ein sehr unsauberes Sarin mit geringer Wirksamkeit hergestellt, das im geschlossenen Raum eine nur überschaubare Zahl Opfer verursachte, dies dürfte auch in einem besseren Schul-Handschuhkasten machbar gewesen sein, zumal auch die Menge eher bescheiden war.

Anders in Syrien, Einwirkung im Freien, Einsickern in Häuser, deutlich höhere Opferzahl. Das beisst sich alles zu sehr. Meine Vermutung ist eher, dass ein untergeordneter Kommandant eigenständig gehandelt hat, Assad hat seine Truppen sicher auch nicht mehr wirklich unter Kontrolle. Hierfür spricht die quasi Erleichterung, sich ggf. recht elegant des Problems C-Waffen zu entledigen. Aber das ist eben auch nur eine Vermutung.

Für heute muss es reichen.

Beste Grüße

Grabert

Hans Springstein 17.09.2013 | 14:08

Ihre letztgenannte Vermutung ist auch bedenkenswert. Einer der wenigen Fakten, die zum 21. August sicher sein dürften, ist, dass ein solches Ereignis, von wem auch immer ausgeführt, in die Gewaltspirale gehört, die bewusst angeheizt wird. Ich habe auf dieses "Drehbuch" schon mehrmals hingewiesen. Ein solches Ereignis, schlimm und entsetzlich und tödlich für viele Unbeteiligte, ist (leider) gewissermaß regelmäßig zu erwarten, wenn die Schwelle zum Krieg überschritten wird. Da kommt dann die Frage, wer für diese Gewaltspriarle verantwortlich ist ...Ich verweise dazu immer wieder gern auf den Beitrag des Rechtswissenschaftlers Reinhard Merkel in der Online-Ausgabe der FAZ am 2. August 2013. Schon im März 2012 hatte Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung (IMI) sich dazu geäußert: "Syrien: Die Militarisierung der Proteste und die strategische Unvernunft der Gewalt".

Dass diesmal ein offener Kriegseintritt des Westen noch abgewendet werden konnte durch eine überraschende Reaktion der bedrohten Seite durchbrach das Drehbuch.

Ja, und uns bleibt weiter nur das Deuten, der Versuch des Verstehens der Ereignisse am 21. August. Und manches wird uns erklärt. Ich bin gespannt auf Ihre Deutung der iranischen Interessen. Ich finde schon die Diskussion um die russischen Interessen in Syrien sehr faszinierend. Da gibt es ganz viele tatsächliche Verschwörungstheorien ...

Hans Springstein 17.09.2013 | 15:01

Zu vermuten ist auch, dass das, was die Aum-Sekte vor 18 Jahren schaffte, durchaus auch weiterentwickelt wurde. "Eine Terrorgruppe muss über geeignete finanzielle Reserven verfügen, um qualifiziertes Fachpersonal anzuwerben und zu bezahlen, Laborbedarf zu beschaffen und geheime Produktionsanlagen zu errichten.", so der Bericht in Wissenschaft & Frieden von vor fünf Jahren.

Aber nein, ich spekuliere nicht ...

apatit 17.09.2013 | 15:48

“Wollkämmerei in der DDR, wo Kunstfasern“ usw. OK, ich kenne mich aus mit Plaste und Elaste aus Schkopau, auch mit Malimo und Dederon … Kennen Sie den Film “ Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt “ eine Komödie über Skandale, Intrigen und andere “ Special Effects “ und seitdem ich weiß wie Nixon und Kissinger sich über den Einsatz der A – Bombe im Vietnamkrieg unterhalten haben, traue ich den USA zwar nicht alles aber viel zu!

Grabert 17.09.2013 | 15:54

Moin,

nur vorab, muss heute eigentlich mal andere Dinge tun, bei Russland sehe ich recht einfache Zusammenhänge, die sich auch aus der Außenpolitik Russlands und dem politischen Handeln etwa ab dem Amtswechsel zu Putin. Aber die Situation bietet auch eine einmalige Chance, die Putin und Obama nun haben.

Mit dem Iran ist es eigentlich auch nicht so sonderlich kompliziert, hängt mit der Hispollah und Israel zusammen, so wie es bei der Beziehung dieser drei schon immer auch um Israel ging. Dennoch könnten sich ebenfalls hier Chancen auftun. Immerhin kämpft neben der Hisbollah auch eine Einheit der Revolutionsgarden auf der Seite Assads. Aber spannender finde ich ehrlich gesagt die absurde Konstellation auf der Seite der Aufständischen, die ich für mindestens genau so explosiv halte. Selbst wenn sie siegen sollten (Konjuktiv), der Bürgerkrieg ist damit eher noch nicht beendet, dann dürften die Unterschiede zwischen den jetzigen Verbündeten stärker zu Reibereien führen; wie einst in Afghanistan, nachdem die Rote Armee abgezogen war.

Wenn ich von Eingreifen oder Intervention schreibe, geht es mir in erster Linie darum, die Streitparteien getrennt zu wissen, gerne auch in einer russisch-chinesisch-amerikanischen Kooperation. Das aber dürfte Wunschdenken bleiben.

Beste Grüße

Grabert

Grabert 17.09.2013 | 16:42

Moin, lieber Apatit,

es ging um Wolpryla, einer Kunstfaser auf der Basis von Polyacrylnitril (PAN), bei einem Brand in der Wolkämmerei Leipzig sind nach heutigen Erkenntnissen neben Unmengen Blausäure auch Loste entstanden. Ich wollte damit nur darstellen, wie hautgängige Substanzen trotz Maske wirken können.

Ja, Nixon (nicht gerade ein Symphatieträger) und Kissinger (der wirklich eine Friedensnobelpreis für Kriegsführung hat) waren schon ganz besondere Zyniker in ihren Ämtern. Aber man sollte doch nicht von einer Komödie auf reales politisches Handeln der Gegenwart schließen.

Beste Grüße

Grabert

apatit 17.09.2013 | 17:14

Noch mal lieber Grabert. Als Colin Powell vor der UN seine Irak Lügen Rede hielt, zeigte er der Welt eine Ampulle mit einer milchigen Flüssigkeit, ganz wichtig und in voller Überzeugung. Hat da jemand gefragt, darf man so gefährliches Zeug in die UNO mitnehmen? Hohlen wir schon wieder das Stöckchen für die USA und tragen es nach Syrien? Polyacrylnitril, Grisuten, Wolpryla, ja da haste Recht, denn ich habe mal die Kittelschürze meiner Oma angezündet und da roch die Bude wie Bittermandeln. So was nennt man ein Schülerexperiment. Die Oma ist natürlich nicht in der Schürze gewesen! “Komödie auf reales politisches Handeln der Gegenwart schließen.“ Nachdem was die USA schon abgelassen hat, bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn es fragt keiner genau nach!

Hans Springstein 17.09.2013 | 17:18

Der Leiter der vom UN-Menschenrechtsrat eingerichteten Untersuchungskommission zu Syrien, Sérgio Pinheiro, erklärte am 16. September in Genf laut Tages-Anzeiger, es sei Aufgabe der Untersuchungskommission, die Verantwortlichen für den Giftgasangriff vom 21. August zu identifizieren. Der am Montag veröffentlichte Bericht der UNO-Inspektoren sei die Grundlage dafür. "Das ist unser Mandat", wurde Pinheiro zitiert.

Die Kommission gehe davon aus, dass die Regierung von Präsident Assad Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt habe, berichtete u.a. Zeit online am 16. September. "Seine Gegner im Bürgerkrieg hätten ihrerseits ebenfalls Kriegsverbrechen begangen, wohl aber keine Verbrechen gegen die Menschlichkeit, 'weil es keine klare Kommandokette gibt', sagte Pinheiro. laut Süddeutscher.

Wie unabhängig und unparteiisch die Kommsion arbeitet, erfragte in einem Interview bei Russia Today am 17. September die Moderatorin Oksana Boyko das Kommissionsmitglied Vitit Muntarbhorn.

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Ehemaliger Nutzer 17.09.2013 | 17:37

"Neben den Überresten der reaktiven 140 mm-Geschosse, die der syrischen Armee relativ eindeutig zuzuordnen sind,.."

In dem Bericht soll die Rede davon sein, dassa Raketenwerfer BM-14 zum Abschuss der Boden-Boden-Raketen benutzt worden seien.

In schlauen wiki wird dazu gesagt, dass diese Dinger bei regulären Armeen nicht megr benutzt würden, allerdings von Taliban in Afghanistan, der Hisbollah im Libanon und von irak. Kämpfern benutzt worden seien.

Gibt e4s einen WaffenSpezi beim Freitag, der etwas dazu sagen kann. auch dazu, inwieweit andere raketen nach russischer und iranischer bauart nachbasteln können. Ist da nicht vor Kurzem Nachgebasteltes zwecks Test im Mittelmeer verschwunden.

Grabert 17.09.2013 | 17:58

Moin nochmal, lieber Apatit,

sorry, aber ich weiß nicht, was die Leute da umgetrieben hat, Gestik und Mimik von Powell war abzulesen, dass er log; die vorgelegten Belege waren so dürftig, dass sie jeder Beschreibung spotteten. Und selbstverständlich darf man keine Ampullen mit gefährlichen Stoffen mit sich herumtragen. Das soll wohl auch ein Pulver gewesen sein und Antrax dargestellt haben. Ich schätze, es war Milcheiweiß, das auch zum Binden von Tabletten genutzt wird.

Und Powell hat ja später auch eingestanden, als einziger übrigens, dass dies seine schlechteste Rolle war. Er hat sich bekanntlich (siehe oben) schon beim Vortrag nicht wohl in seiner Haut gefühlt.

Zumindest war Fischer wohl nicht überzeugt, in welchem Umfang sich die anderen Teilnehmer überzeugen ließen, entzieht sich meinem Wissen.

An dem Tag haben die USA wirklich viel internationale Anerkennung, die sie nach dem 11. September 2001 erfahren hatten, auf einen Schlag verspielt.

Ähnlich skeptisch muss man allerdings auch bei Russland und China sein, deren Verhalten dort ist auch nicht lupenrein.

So, nun muss aber für heute wirklich Schluss sein.

Beste Grüße

Grabert

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Ehemaliger Nutzer 17.09.2013 | 18:08

Nehmen wir an, dass es einer von der Assad-Armee gewesen wäre. Dann würden damit nicht die Merkwürdigkeiten, die in den Videos und Fotos, die kurz nach dem Giftgasangriff oder, wie manche meinen belegen zu können, sogar vor dem Giftgasangriff ins Netz gestellt wurden, zu sehen sind.

Außerdem:

Wieso haben die vermeintlichen männlich jugendlichen Helfer der Giftgasopfer, die in vielen Videos und auf Fotos zu sehen sind nichteinmal handschuhe oder Giftgasmasken an, wenn sie doch die Opfer transportiert, mit ihnen Körperkontakt hatten, nicht wussten, welche Art von Nervengift, d.h. wie träge, wie flüchtig, benutz wurde.

Gibts kein Geld für Gasmasken, Handschuhe? Da sorgen die Israelis aber besser für ihr Leute, wie man sehen konnte.

Naja, mit Gasmasken und Handschuhen kann man niemanden totschießen. Da lohnt sich für die Kriegssponsoren die Investition nicht. Und Menschenleben sind offensichtlich gewissen(losen) Leuten egal, auch die von Kindern, wie man in Norwegen bei dem Seelenverwandten der SS-Killer gesehen hat.

Nach rechtsradikaler Ideologie gibt es so wie so zu viele Menschen und Krieg ist nach deren Vorstellung so etwas wie "biologische Auslese".

Deren Logik: Statt Geburtenkontrolle Vernichtung von Leben, statt Schaffung von neuem Lebensraum in den Wüsten, Verwüstung von Lebensraum durch Bombardierung.

Musste ich mal los werden. War nicht an Sie gerichtet.

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Ehemaliger Nutzer 17.09.2013 | 22:53

Giftgas: Es können beide Seiten gewesen sein.

Wobei diese groteske "Opposition" aus quaidistischen Nusra-Brigaden (natürlich sponsored by Saudis) und den verbündeten proamerikanischen "Liberalen" etwas vom Giftgas hätte oder ohne Versprecher des virtuosen Diplomaten Kerry fast gehabt hätte, nämlich einen Militärschlag gegen ihre Gegner, sprich: die Regierung in Damaskus. Während diese sich mit Giftgas nur selbst geschwächt hätte.

Wer würde beim historischen Buchmacher ernsthaft Geld darauf setzen, dass die Regierung das Gas eingesetzt hat? Kaum jemand, es sei denn er glaubt, was in Erklärungen des Pentagon steht. Man muss mitten im Chaos eines Bürgerkriegs schon sehr naiv (oder sehr zynisch) sein, um sich kategorisch auf die Regierung in Damaskus festzulegen, wiewohl es aus tausend verrückten Gründen natürlich möglich ist.

Es ist - politisch - inzwischen übrigens fast egal.

Assad gibt Waffen ab. Militärschlag vertagt.

Nur: Am Ende des Tag für Tag weitergehenden Bürgerkriegs dürfte Syrien trotzdem eine primitivislamische Ruinenwelt sein.

Somalia lässt grüßen. Die Amerikaner zerstören ein ganzes Land, und werfen es der schlimmsten Form des Steinzeitislam zum Fraß vor. Aus allein "geopolitischen" Gründen.

Und dann auch noch aus falsch gedachten...

Dass Putin und Lawrow die smarteren Diplomaten sind, ist zwar ein vielversprechendes Zeichen, hilft Syrien aktuell aber wenig, solange die westlichen Länder keine korrespondierenden Regierungen hervorbringen, sondern sich lieber von einer Finanzbehörde dieser oder jener Tarnfarbe verwalten lassen unter zynischst verlogenem Menschenrechtsgebimmel - siehe nur die Freunde des Westens im syrischen Bürgerkrieg .

Dass die Amerikaner sich aktuell Dank eines Versprechers von Kerry sich nicht zur Luftwaffe von Al Kaida machen, heißt noch nicht, dass sie ihre "Strategie" geändert hätten. Und in London und Paris und auch in Berlin reagieren ebenfalls "Westler"...

Solange sich daran nichts ändert, wird der Irrsin weitergehen.

Hans Springstein 17.09.2013 | 23:00

RIA Novosti hat am 17. September Informationen dazu veröffentlicht: "Bei den sowjetischen Geschossen, deren Splitter die UN-Kontrolleure am Ort des C-Waffen-Einsatzes bei Damaskus gefunden haben, handelt es sich laut Ruslan Puchow, Direktor des Moskauer Zentrums für Strategie- und Technologieanalyse, um Munition für Mehrfachraketenwerfer, von denen die syrische Armee schon seit langem keine mehr hat.
„Das erste Geschoss lässt sich leicht identifizieren: Es wurde im Bericht als 140mm-Rakete vom Typ М-14 für den alten sowjetischen Mehrfachraketenwerfer BM-14-17 aus dem Jahr 1952 bezeichnet“, kommentierte der Experte am Dienstag die Meldungen, dass UN-Inspektoren auf einem Teil einer Rakete kyrillische Zeichen entdeckt haben.
Die syrische Armee habe alle Mehrfachraketenwerfer BM-14-17 schon längst außer Dienst gestellt, auch die Geschosse des Typs М-14 haben ihre Haltbarkeit seit langem überschritten. „Jedenfalls hat die Sowjetunion kaum chemische Geschosse an Syrien geliefert. Es handelt sich offenbar um einen selbständigen Umbau eines alten Geschosses zu einem chemischen.“"

gweberbv 17.09.2013 | 23:19

So ist's gelaufen:

Ein Kommandeur der syrischen Armee hat den Angriff auf eigene Rechnung angeordnet. Angeworben vielleicht von der Türkei. Jetzt sitzt er entweder samt Familie auf einem hübschen Koffer Geld außerhalb des Landes oder er wurde von seinem Auftraggeber zur Vermeidung künftiger Leaks gleich 'aus dem Verkehr gezogen'.

Ich habe natürlich keine Ahnung. Aber diese Version würde für mich am ehesten Sinn machen.

Grabert 18.09.2013 | 00:45

Moin, lieber Hans Springstein,

sorry, wenn ich das mal so unverblümt schreibe, aber Novosti wirkt auf mich zunehmend unseriöser, widerspricht eigentlich allem, was man dann so sieht.

Die ganzen gelisteten Videos und Bilder aus den Quellen oben habe ich jetzt noch einmal näher angesehen. Ich fange einmal bei dem Raketenwerfer mit dem "blauen Etwas" ab, typischerweise sehen so Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung (USBV) aus, also selbstgebastelte Bomben und Brandsätze. Die gezeigten Masken wirken auf mich schrottreif, auch wenn die Filme immer dann unscharf wurden, wenn es interessantes zu sehen gab. Die genannten Chemikalien der saudischen Firma sind absolut ungeeignet, Nervenkampfstoffe produzieren zu wollen. Die meisten, wie Natriumhydroxid, sogar zur Sprengstoffherstellung. Allerdings zersetzen Basen Nervenkampfstoffe zuverlässig. Nur Ammoniumnitrat wäre zumindest als Sprengstoff oder Sprengstoffbestandteil verwendbar.

Dieses komische Labor und die gezeigten Behältnisse sieht für mich eher nach einer Werkstatt für eben die besagten USBV aus, die ja so auch aus anderen Regionen bekannt sind.

Der Sache mit den Werfern und der angeblichen Ausmusterung gehe ich noch nach, da aber in Syrien auch noch T-55 und ähnlich altes Material im Einsatz, gekauft hat Syrien die besagten Werfen (ca. 200 Einheiten) jedenfalls.

Übrigens wirken die Erläuterungen von Brown Moses am wenigsten aufgeregt, stimmen auch mit dem Gezeigten überein. Auch da liest es sich ähnlich zu dem, was ich heute schon zum Thema geschrieben habe.

Beste Grüße

Grabert

Hans Springstein 18.09.2013 | 09:42

Ganz ehrlich staune ich immer, wer alles mehr weiß als Fachleute, die sich mit solchen Fragen beschäftigen. Ich bin da etwas skeptisch, wenn jemand mehr wissen will anhand nur von Internetvideos und -fotos, egal wie vielen als jemand, der gewissermaßen mit solchen Waffen hantiert und sicher weiß, wann wem was geliefert wurde.

Für mich kann ich nur wiederholen: Ich weiß nicht, was da geschah und wer da was tat. Alles was ich tue ist, darauf hinzuweisen, dass es Grund gibt für Zweifel, was nicht heißt, dass die Zweifel ausgeräumt werden könnten. Solange diese Zweifel von Fachleuten, die wissen, von was sie sprechen, ebenfalls angebracht werden, halte ich sie für relevant angesichts der Erklärungsversuche der Brandstifter und Kriegstreiber. Natürlich sagen die, dass sie die Fehler des Irak-Krieges nicht wiederholen wollen ...

Und was das Bild mit dem Chemikaliensack aus Saudi-Arabien angeht, ich habe nicht gesagt, dass das der Beweis dafür ist, dass die "Rebellen" Sarin herstellen und verwenden. Es ist nach den Quellen nur ein Hinweis darauf, dass die "Rebellen" durchaus ausgestattet sind mit Mitteln, die zur Herstellung chemischer Kampfstoffe taugen.

Ich hab da nochwas für Sie, zufällig gefunden, stammt vom Dezember 2012. Sie können sicher aufklären, was da zu sehen ist.

Was die Videos mit RIA Novosti zu tun haben, weiß ich nicht.

Grabert 18.09.2013 | 11:33

Moin, lieber Hans Springstein,

bitte nicht unnötig aufregen, auch ich äußere erst einmal nur Zweifel, die aber offenbar in eine andere Richtung zielen. Was unsere beider Skepsis angeht, auch ich betrachte die Videos und Fotos sehr mit Zurückhaltung. Das erste, was mir bei sehr vielen dieser "Beweise" regelrecht ins Auge springt, ist, dass lange Kamerafahrten immer wieder haarscharf vor der wichtigen Information enden, dass Bilder schlagartig unschärfer werden, wenn sie eigentlich entscheidende Details zeigen sollen.

Da gibt es Ausreißer immer wieder in beide Richtungen. Der eine oder andere Fachmann (teils auch promoviert und hablilitiert) hat inzwischen einräumen müssen, auch nur nach solchen Quellen geurteilt zu haben und einem Irrtum aufgesessen zu sein.

Die große Gefahr sehe ich darin, dass diese Schipsel immer mehr als die Wahrheit angesehen werden. Und damit meine ich keineswegs Sie persönlich, ich meine eher oberflächliche Betrachter, teilweise bis hin zu den Medien.

Meine Kenntnisse stütze ich übrigens u.a. auf eine weit zurückliegenden aber langjährigen Feuerwehrerfahrung.

Beste Grüße

Grabert

Hans Springstein 18.09.2013 | 13:30

Nein, ich rege mich doch gar nicht auf ... Jetzt muss ich trotz des ernsten Themas mal schmunzeln.

Und Ihre beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse will ich gar nicht in Frage stellen. Das wäre oder ist interessant, das mit meiner beruflichen Ausbildung und Erfahrung als Journalist zusammenzubringen.

Nachdem ich gestern Frontal 21 sah und im ARD-Newsletter heute lesen darf "UN-Generalsekretär fordert starke UN-Resolution gegen Syrien", da könnte ich mich glatt wieder aufregen ...

Grabert 18.09.2013 | 14:31

Moin nochmal, lieber Hans Springstein,

das Kaninchen-Video habe ich gesehen. Da die Tiere Qualen ausgesetzt waren, verbietet sich das Schmunzeln, aber es ist leider Fake. Zunächst zu den Chemikalien, alles was erkennbar auf dem Tisch stand (die haben sich ja wieder viel Mühe gegeben, die Etiketten besonders scharf und mit ruhigem Schnitt zu zeigen) dient in erster Linie der Sprengstoff-Herstellung, es sind brandfördernde Stoffe, Oxidatoren, für chemische Kampfstoffe ungeeignet. Interessant nur zwei Stoffe, einmal die Malonsäure (die Kanister mit der Aufschrift CH2COOH2), aus der kann man CS-Gas (Tränengas) herstellen und Kaliumpermanganat. Das fand sich mutmaßlich auch in dem Kasten mit den Kaninchen wieder. Einfaches Schülerexperiment, aus der Reaktion von Kaliumpermanganat und Salzsäure wird Chlorgas frei. Die Mengen hier waren letztlich lachhaft, haben gezeigt, das ein wild maskierter Mann mit der Ausrüstung für ein Schülerexperiment zwei Kaninchen zu Tode quälen kann. Um es mal mit Theo Koll auszudrücken: TOLL. Das würde ich auch heute noch aus den Resten meines Labors aus der Schulzeit hinbekommen, zumindest optisch.

Selbst die Maske war Humbug, eine Staubschutzmaske (Baumarkt!), die ich auch tragen würde, wenn ich die Pulver für den Sprengstoff vermahlen wollte. Schon gegen das mutmaßliche Chlorgas witzlos, aber auch unnötig, Chlor ist schwerer als Luft, hat also den Kasten mit den Tieren nie verlassen. Und so wie es aussah, starben die beiden Kaninchen (wie auch Soldaten in Ypern) an Verätzungen der Atemwege mit folgendem Lungenödem. Um dies im Freien zu erreichen, brauchen Sie Mengen der genannten Ausgangsstoffe, dass dies schon ein logistisches Problem wird. Die deutsche Gastruppe um Haber hat 1915 tausende von Gaszylindern mit Chlor an die Front karren müssen.

Sorry, ganz weit entfernt von einer Smoking Gun. Aber dies ist ausdrücklich nur eine grobe Einschätzung nach einmaligem Betrachten des Films.

Beste Grüße

Grabert

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Ehemaliger Nutzer 18.09.2013 | 16:57

Werter Hans Springstein, das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

KarlSternheim18.09.2013 um 15:17 Uhr 109. Vielen Dank für die wertvollen Hinweise

Geehrter Memphis1968,
Danke für die Hinweise auf die russ. Presse - hätte nie gedacht, daß ich mich noch einmal auf sie angewiesen fühlen würde - ,insbes. auf den außerordentlich detaillierten Bericht in
scusi.twoday (hier: http://scusi.twoday.net/s... ).
Beste Informationsquelle im deutschsprachigen Raum: der Blog von Hans Springstein, hat Argumente und Belege zusammen gestellt, die eine gute Diskussionsbasis lieferten, wenn die deutsche Presse sich ihrer bedienen wollte. (www.springstein.blogspot.de )
Wollte.
So die Hinweise im Bericht der Ermittler selbst, daß ihnen die Untersuchungen schwer gemacht worden seien; ein Raketenwerfer, der von Syrien längst außer Dienst gestellt worden sei, sowie die Aussage einer Geisel der Rebellen, über einen außer Kontrolle geratenen Anschlag der Rebellen (alles: Springstein 17.9., Manuskript der ZDF-Sendung hier:
http://www.zdf.de/ZDF/zdf... ).
Am 16.9. zitiert H.Springstein mehrere Hinweise, daß die Rebellen Chemiewaffen besäßen bzw. zu einem Einsatz in der Lage seien (siehe insbesondere auch scusi.twoday.net), Cl. Ronnefeldt erklärte Springstein gegenüber, er könne in dem Bericht der UN-Inspektoren keinen Satz finden, der die Behauptung rechtfertige, die Truppen Assads hätten Giftgas eingesetzt. (Springstein 16.9.)
Noch ein Hinweis, der Brief von V. Putin in der New York Times hier:
http://www.nytimes.com/20...

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-09/syrien-russland-un-bericht?commentstart=105#cid-3042484

Grüße elisRea

Grabert 18.09.2013 | 17:09

Abermals moin, lieber Hans Springstein,

ich schaue mir solche Quellen dann schon genau an, wenn ich sie mir ansehe. Der Prof. Meyer aus Mainz, den Sie in dem anderen Thread zitiert haben, hat sich offensichtlich als Sprachwissenschaftler (Arabisik) am Geographischen Institut der Uni Mainz (Wirtschaftsgeographie) durch solche Quellen blenden lassen. Seine Institutsmitarbeiter konnten ihn wohl auch nicht wirklich unterstützen, alles Geographen.

Und um noch einmal auf Novosti zu kommen, dort scheint es eben auch an der nötigen Trennschärfe und Quellenarbeit zu fehlen, alles wirkt als wäre nur entscheidend, dass Putin gut dasteht.

Beste Grüße

Grabert

Hans Springstein 19.09.2013 | 10:02

Hallo Herr Grabert,

zu RIA Novosti nur eines: Es ist selbstverständlich nicht die eine Quelle der Wahrheit. Aber es ist eine wichtige Quelle bezüglich russischer Informationen und Positionen, die ich deshalb relevant finde, weil diese in den westlichen Mainstream-Medien nur äußerst selten zu finden sind und einfach zum Versuch, sich ein umfassenderes Bild machen zu können, dazu gehören. Ja, und der Putin, der natürlich nicht gut da stehen darf ... Aber keine Sorge, ich vermute auch eine gewisse Propagandaaufgabe bei RIA Novosti als staatlicher Agentur. Alles andere wäre seltsdam. Ach, und von wegen "nötige Trennschärfe und Quellenarbeit", das ist natürlich ein wichtiges Kriterium für journalistische Arbeit, da haben Sie Recht ... Wie gut, dass sich alle sonst daran halten.

Zu dem RIAN-Bericht bezüglich der sowjetischen Geschosse sei nur gesagt, dass selbst der Amateur-Journalist, der er nun mal ist, "Brown Moses", die Information bringt bzw. darauf hinweist und zwar auf die ausführliche Ausgangsinformation aus der Siberian Times.

Auch wenn die UNO behauptet, der Bericht der Ermittler sei unbestritten und objektiv, kommen doch verschiedene Analysen von Fachleuten zu nicht so klaren Aussagen. Es bleibt bei Deutungen und Vermutungen. Rene Heilig hat in der Zeitung Neues Deutschland vom 19. September "Rätselhaftes und Erwiesenes" aus und zu dem UN-Bericht ganz übersichtlich zusammengefasst.

Und was prof. meyer angeht, er äußert sich nicht erst seit dem Giftgaseinsatz zu Syrien, sondern schon länger. Und er gibt eine plausible Antwort auf eine Frage, die vor lauter Diskussion um die genauen chemischen Stoffe, Geschossherkunft und Flugbahnen kaum noch gestellt wird: Wem nutzt der Giftgaseinsatz vom 21. August? Mir fällt da immer wieder ein Text von Robert Fisk aus dem Jahr 2003 ein: "Würde Präsident Assad eine Cruise Missile in seinen Palast einladen?" Da gibt es einige interessante Textstellen ...