RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 22.02.2018 | 21:42

Du hast da unbestitten einen Punkt. Die Soli oder Duette Sarahs und Lafos außerhalb der Partei sind nicht gleich undemokratisch. Diese Wortwahl finde ich auch unpassend. Vermutlich meint Magda, dass es sich, solange man noch zur Partei zähle, gehöre, tiefgreifende Fragen zunächst in der Partei zu diskutieren. Damit hat Magda freilich auch einen Punkt. Denn das Paar tut der Linken an sich damit nicht gerade einen Gefallen. Aber ich sehe nach wie vor nicht, dass jemanden "undemokratisch" zu nennen als Beschneidung der Meinungsfreiheit anzusehen wäre. Daneben: Es ist nun nicht gerade selten, dass Politiker undemokratische Ansichten äußern/Meinungen haben. Warum soll man das nicht benennen dürfen? Und zwar unabhängig davon, ob es im Einzelfall zutrifft oder nicht.

"Indem die oportune und konforme bürgerliche Mitte den Nationalismus ideologisch totschweigt , aus dem Sprachgebrauch verdammt , ohne ihn aber praktisch aufgegeben zu haben, wird er als Kampfbegriff brauchbar."

Merkwürdige Argumentation. Ich finde, Nationalismus taugt immer als Kampfbegriff. Nationalismus ist eine Pest. Warum Frau Wagenknecht nicht ganz zu unrecht als, drastisch ausgedrückt, "nationalsozialistisch" verstanden werden kann, habe ich hier vor 4 Minuten versucht zu argumentieren.

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 22.02.2018 | 21:19

Völlig richtig: Wer Politik machen will, die auch nur halbwegs in dieser Welt steht, kann nicht "offene Grenzen für alle" fordern. Obwohl der bekannte Spruch links-alternativer Kreise "no borders, no nations" allzu oft eben nur wie eine pubertäre und emotional bestimmte reflexhafte Losung klingen mag, wäre er tatsächlich aber das edelste Ziel, nach der die Welt, die Menschheit streben sollte. Und damit ist ein wesentlicher Unterschied markiert: "Offene Grenzen für alle" ist eine unmögliches Ziel. Grenzen beschreiben ja eben nicht allein, dass an ihnen nur eine Sprache, eine mehr oder weniger spezifische Kultur endet, sondern sie zirkeln Macht ab; bestimmen, welche Individuen, dies- oder jenseits einer bestimmten Grenzen, mehr oder weniger Pech oder Glück haben; sie exkludieren und bestimmen damit sogar den Wert von menschlichem Leben; sie bestimmen, wer wieviel Ressourcen verbrauchen oder darauf verzichten muss und markieren sogar Kulturstufen. Kurz: "Offene Grenzen für alle" geht nur ohne Grenzen.

Soweit Wagenknecht (noch) für Die Linke sprach, sagte sie auf die Frage, wie ihre Äußerungen zur Flüchtlingsproblematik mit der "offene Grenzen"-Forderung der Partei zusammenpasse, diese sei als Ziel in einer nicht genau zu benennenden Zukunft zu verstehen.

So, und nun geht es bei Äußerungen von Politikern ja um nichts anderes, als die Formulierungen und wo sie zu welcher Zeit fallen. Wenn also Die Linke endlich einmal sogar einmal bei der Kanzlerin sein konnte, als diese 2015 für einen Moment die Grenze zu Österreich öffnete, und diese Entscheidung hin zu einem Gebot der offene Grenze überhaupt dehnte, provoziert das angesichts der Anspannung im eigenen Land - auch wenn sich die Wut vornehmlich auf die Kanzlerin bzw. das regierende Establishement konzentriert(e). Davon abgesehen, dass Deutschland nicht so viele Flüchtende aufnehmen kann, wie kommen wollen und kommen würden, kann freilich auch nur schwerlich auf das Einsehen breiter Bevölkerungsschichten für "offene Grenzen für alle" gerechnet werden. Selbst wenn die Forderung nicht wortwörtlich gemeint, sondern nur auf die Aufnahme Flüchtender aus den extremsten Notlagen abstellt (wobei extreme Notlage auch kaum objektiv abgrenzbar ist). Wenn Wagenknecht nun dagegen wiederholt von "Weltfremdheit" angesichts solcher Forderungen spricht - wie kommt das wohl an oder wird es verstanden? Wagenknecht sagt nicht: "Offene Grenzen für alle", das ist weltfremd, weil die Welt so und so ist - und wir an dieser Welt auch etwas ändern wollen. Wagenknecht sagt allein: "Offene Grenzen für alle", das ist weltfremd. Als eine bloße, trockene Beschreibung der Realität oder nicht doch viel mehr als Verkündigung der eigenen Auffassung verbunden mit einer politischen Agenda? Wir müssen dabei im Auge behalten, dass Wagenknecht nicht etwa als eine Politikwissenschaftlerin zu ihrer Einschätzung befragt wird, sondern als Politikerin, die zudem dabei ist, ihre Partei zu verlassen bzw. von dieser verlassen zu werden - bzw. beides - und natürlich eine Agenda verfolgt.

Dass Wagenknecht oder die Linke den Nationalismus nicht erfunden hat - nunja, darauf muss man nun bestimmt nicht extra hinweisen und Gegenteiliges lese ich auch bei Magda nicht.

RE: Bereinigte Berlinale | 21.02.2018 | 22:25

"Verona Poth, die ihren Aufstieg dieser ganz bestimmten Frauenrolle verdankt, nahm zu allem Ueberfluss die Entschuldigung noch an."

Genau, eben.

Veronas Vita in Auszügen: Model, diverse Misswahlen, Fernseherotikshows "Peep" und "The Swan" (Reality-Format zu Schönheits-OP's), Vermarktung von Dessous und Schmuck und ihrer Kosmetiklinie "So perfect...", Dummchen mit Tit... spielen für die Telekom („Da werden Sie geholfen!“) und KiK ( „Besser als wie man denkt“), Gesicht der Werbekampagne für Schauma-Haarpflegeprodukte etc.

RE: Bereinigte Berlinale | 21.02.2018 | 22:10

"Innovativ" ... hmm ... Doch eher ein Griff in die rhetorische Kiste aus zurückliegenden, äußerst unheilvollen Zeiten.

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 21.02.2018 | 22:06

Ja, Magda - ich sage doch, dass das Ablehnen des Rückgriffs auf's Nationale richtig ist und natürlich um nichts weniger richtig war, wenn er auf die Nazis bezugnahm. Mein Kritikpunkt an Mann ist, dass sein Ausdruck der Bedrohung durch die Nazis, die am 30. Januar 1933 vollkommen die Macht errungen hatten, überhaupt nicht gerecht wird.

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 21.02.2018 | 21:59

Wenn Magda meint, bei Sarah und Lafo "undemokratische Alleingänge" zu erkennen, versucht das also, die Meinungsfreiheit zu beschneiden? Mir scheint eher, dass Deine Toleranzgrenze hinsichtlich anderer Meinungen/Ansichten sehr, sehr eng ist. Der Vorwurf der Abschneidung von Meinungsfreiheit könnte somit, nach Deinen Maßstäben, glatt zurückgegeben werden.

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 21.02.2018 | 21:52

Meine Frage war aufrichtig und wortwörtlich gemeint: Ich sah tatsächlich nicht, worauf Sie am Ende hinauswollten. Über Ihre Art, zu kommentieren, wollte ich nichts gesagt haben. Vielleicht lag/liegt es im vorliegenden Fall an mir. Trotzdem sollten Sie nicht so überzeugt sein, dass Ihre Kommentare allein aufgrund dessen, dass sie weiter ausholen und ausformuliert sind, als es "im Online-Modus" gemeinhin üblich sei, vor Miß- oder Nichtverstehen gefeit sind.

RE: Bereinigte Berlinale | 21.02.2018 | 18:11

“Bereinigte Berlinale“

Heftige Wortwahl.

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 20.02.2018 | 21:20

"Ein beschämender Artikel, der die freie Meinugsäusserung mit kleinkarrierten Argumenten anzugreifen versucht."

Zeige doch einmal, wo oder wie Magda das tut!

RE: Offene Grenzen in der Debattenkultur | 20.02.2018 | 21:18

Ich frage mich bei Ihrem Kommentar: Was eigentlich wollen Sie sagen?