RE: "Eine Frage der Zeit" | 15.10.2017 | 20:46

Ich denke doch, nation building fusst(e) immer auf Propaganda.

Dass China direkt und offen "Partei ergreift", wird wohl nicht passieren. Das ist nicht so die Art dieses Staates. China arrangiert sich eher.

RE: Kraftbaum vorm Kopf | 14.10.2017 | 21:53

"[...] dass die Bürokratie bei Eingehen von Anträgen, Beschwerden und Suppliken noch nichts darüber weiß, ob sie rechtmäßig oder unrechtmäßig eingehen und eben die Prüfung dieser Schriften auf ihre Rechtmäßigkeit das Problem darstellt, vor allem, wenn sie in übertriebener Zahl vorkommen."

Ich sehe eine Tendenz, die den sich Beschwerenden und Quertreibenden an sich als verkehrt hinstellen will. Wir müssen sicher trennen zwischen dem Querulanten, der das Quertreiben zu einem Selbstzweck kultiviert und kritischer Wachsamkeit, die auch bis zum zivilen Ungehorsam gehen darf. Letztere ist nicht nur eine unausweichliche Folge demokratischer Verhältnisse, sondern in solchen geradezu geboten.

Von vornherein in "rechtmäßige" und "unrechtmäßige Anträge, Beschwerden ..." zu trennen, lässt an eine unkritische Obrigkeitshörigkeit denken, die in so fern gefährlich wäre, als selbst in einem Staat mit nahezu idealer Verfasstheit die mit Obrigkeitsgewalt Versehenen nicht pauschal als unverdächtig oder unfehlbar zu gelten haben.

RE: Menschennatur, die Erde vom Eise befreien? | 14.10.2017 | 18:38

"Sollte der Mensch zur Erwärmung mehr oder weniger beigetragen haben [...]"

Der Konjunktiv stellt sich nicht. So, wie der Mensch irrereparabel in das natürliche System auf unserer Erde eingreift ist es fakt, dass er beiträgt - ob langfristig Erwärmung oder Abkühlung oder Abkühlung infolge der Erwärmung, ist letztlich egal. Oder wir stellen halt eine neue Physik auf - wird uns allerdings nichts helfen.

Argumentierte jeder so wie Du, bräuchten wir uns allerdings nicht wundern, wenn es in der Politik nicht anders ist.

RE: Er ich wieder da | 14.10.2017 | 18:32

Schauen Sie mal in dem "neue Webseite"-thread nach. Da erfährt man zur causa 'Kommentar-Editor' gerade etwas mehr ...

RE: Er ich wieder da | 14.10.2017 | 18:29

Ob im Falle Nicolae Ceaușescus und seiner Elena oder Richard Wagners und seiner Cosima auch nur versucht wurde, das eigentlich Üble den Frauen anzuhängen ...?

Naja, wurscht. Ob es wert ist, über die Honecker-Juxfilme näher nachzudenken, bezweifle ich. Mich reizt jedenfalls nichts, sie auch nur anzugucken.

RE: „Das wurde nie gemacht“ | 14.10.2017 | 12:05

“Aber das schien mir in dem Fall möglich, weil die grundlegende Idee so klar und leicht verständlich ist.“

Na gut.

Mir fehlt dann aber, dass die “grundlegende Idee“ zum Gegenstand des Gesprächs und damit erörtert wurde. So erscheint mir, wie gesagt, das Konzept Reckes zu dünn, um nicht zu sagen: platt. Klar könnte man sagen: Die Aufführung antiker Stoffe bringt freilich nicht nur Griechen auf die Bühne und wird doch auch bisweilen in andere zeitgeschichtliche Settings transportiert. Wenn ich aber vom Stoff nicht mehr mitnehme, als sein originär “weißes“, ja bayerisches, Setting konsequent mit dunkelhäutigen Darstellern zu besetzen und dabei nichts zu inszenieren, dann ist mir das vom Gedanken her zu wenig. Ich sehe da allein eine fixe Idee; von Entwicklung und Ausarbeitung wurde jedoch abgesehen.

RE: Die neue Webseite ist da | 13.10.2017 | 22:07

Klar, so ein Hin- und Her mit dem Editorfensterchen sind nicht gut aus; kommt nicht souverän rüber.

Was mich aber dann wirklich geärgert hat, war die Kommunikation, die oben aus dem "Serverraum" angeboten wurde. Man kann den Leuten, die ja auch eure potentiellen Kunden sind, nicht hinwerfen, sie sollten nun endlich mal gescheite Kommentare schreiben anstatt nur rumzuspielen, nun deshalb nehme man ihnen nun die Schalterchen weg.

RE: Menschennatur, die Erde vom Eise befreien? | 13.10.2017 | 21:56

Einschätzungen zum Klima brauchen freilich sehr lange Beobachtungszeiträume plus Herleitungen, was es für Klimaphasen in längst vergangenen Zeiten gab. Z. B. vermittels Bodenproben aus tiefen Erdschichten.

Ob die Menschen im Indischen Ozean, deren Inselfläche schwindet oder Menschen in der Karibik, die mit dem Aufbauen nicht mehr hinterherkommen, weil die Frequenz von Hurrikans sich enorm verdichtet hat, nur übers Wetter klagen ... nunja ...

Die Erde samt Atmosphären ist ein komplexes System; alles hängt miteinander zusammen. Der Mensch greift seit sehr langem massivst in dieses System ein. Ein Beispiel seien nur die sich in Hochgeschwindigkeit verringernden Waldflächen Indonesiens oder in Teilen Südamerikas. Und das hat massivste Auswirkungen; es kann gar nicht anders sein. Ich kann nicht irgendwo etwas aus einem System nehmen ohne dass sich sein "Verhalten" deutlich verändert. Auch wenn einzelne Extremwetterlagen keine gesichterten Rückschlüsse auf Groß-Klimaentwicklungen zulassen, so sind die Auswirkungen unseres Abbaus von Teilen des Klimasystems heutzutage analysierbar und es können Szenarien extrapoliert werden, die keine Spinnerei sind.

Auch wenn es denkbar ist, dass wir in eine bestimmte, für uns, die Menschheit, ungewohnte, Klimaphase geraten sind, für die wir vielleicht nicht ursächlich verantwortlich sind, so tun wir auf jeden Fall alles dazu, diese Entwicklung zu beschleunigen und extremer zu gestalten. Das kann heute niemand, der die Augen offen haben will, mehr leugnen.

"der Strand war vor 12000 Jahren 40 Km weiter westlich"

40 km in 12.000 Jahren! Das ist erstens ein Klax und hat zweitens so null Aussagekraft. Frag' mal die Leute auf den Malediven, wieviel Landmasse seit jüngerer Zeit jährlich von ihren Inseln verschwindet.

RE: Die neue Webseite ist da | 12.10.2017 | 16:36

Ich bin ja auch der Ansicht, dass ein Kommentarfeld nicht unbedingt mehr Formatierungsmöglichkeiten braucht, als eine gute Lesbarkeit erfordert.

Was aber gar nicht gut ankommt, ist, zuerst ein properes Editorfenster anzubieten, dieses dann nach und nach abzubauen und das obendrein als erzieherische Maßnahme zu verkaufen!

"Gleichzeitig sind wir zuversichtlich, dass diese Änderung dazu führen wird, dass Kommentare nunmehr stärker durch Inhalte als durch Formatierungen glänzen [...]"

So kann man doch nicht mit den Leuten, mit uns, reden!? Entweder mache ich ein offenes Forum, das seine Beschränkungen allenfalls im rechtlich bedenklichen und Netiquette-verletzenden Bereich findet, oder ich lasse nur Kommentare zu, die durch ein inhaltliches Peer-Review gegangen sind.

Wenn es sich also um eine politische Maßnahme handelt, dann müsste man sich beim Freitag so langsam einmal entscheiden, wohin die Reise in puncto Community nun wirklich gehen soll. In Sachen Editorfenster für Kommentare hatte man bisher allerdings eher den Eindruck, dass es an der technischen Beherrschbarkeit des Angebots hapert und dass dieses nun aufgrunddessen reduziert wurde. Wen dem so ist, so habt ihr mit der obenstehenden Mitteilung die Problemlage bemäntelt und tut indessen noch so, als müsste die Community erzogen werden. Und das ist mindestens ein arger kommunikativer Fauxpas.

RE: „Das wurde nie gemacht“ | 12.10.2017 | 16:09

Ich habe echt meine Probleme mit dem Interview. Ich verstehe es vielleicht auch nicht ganz und habe auch echt Probleme, es zu verstehen.

Was ich verstehe, ist, dass es einzig um Frau Recke und Medienpolitik zu gehen scheint. Dass "Whiteness" bloßgelegt werde, wird im Interview zwar erwähnt, aber auch nicht mehr. Das Gespräch kreist schrecklich um den heißen Brei herum ohne wirklich etwas zu sagen.

Ferner frage ich mich, warum ich ein Theaterstück besuchen sollte, dass sich nicht um eine inszenierende Auseinandersetzung mit einem Stoff schert, sondern lediglich auf ein mediales Echo spekuliert, indem es eine bestehende Inszenierung mit kalkulierter "Umfärbung" des Ensembles auf die Bühne bringt. Sollte wirklich mehr dahinter stecken, so erfahren wir es leider nicht aus diesem Interview, das so furchtbar abgehoben auf der Metaebene medialer Provokation hängen bleibt. So vermittelt sich mir das, was Recke anstellt, nur als platt und letztlich recht inhaltsleer.