Nick Reimer
Ausgabe 4916 | 04.01.2017 | 06:00 10

Die Akte Monsanto

Fusion Bayer will den US-Saatgutriesen schlucken – trotz der vielen Verfehlungen des Konzerns. Ein Dossier

Die Akte Monsanto

Wir klagen an: die skrupellosen Geschäfte des Agrarkonzerns Monsanto

Illustration: der Freitag; Material: iStock, Getty Images

Aktenzeichen MON 1 / 1940: das Dreckige Dutzend

Olga Mendez Monsanto kann nichts dafür. Es ist überhaupt schwierig, einen Schuldigen zu finden. Don Emmanuel Mendes de Monsanto, der das Geld gab? Oder John Francis Queeny? Von ihm stammt schließlich die Idee.

John Francis Queeny gründet 1901 in St. Louis, Missouri, eine Firma, die er nach seiner Frau benennt: Monsanto. Der Schwiegervater zahlt das Startkapital, 5.000 US-Dollar, Francis Queeny leistet sich einen einzigen Angestellten. Dessen Aufgabe: Saccharin herstellen, einen Süßstoff, der heute unter der Bezeichnung E 954 in der Lebensmittelindustrie geführt wird. Später kommen Koffein und der Aromastoff Vanillin dazu. Während des Ersten Weltkrieges macht Queenys Firma erstmals einen Millionenumsatz. Monsanto wird für Investoren interessant, 1927 geht die Firma an die Börse.

Vielleicht ist aber auch Edgar Monsanto Queeny schuld, der Sohn von Olga Mendez und John Francis? Er übernimmt 1928 die Geschäfte, unter seiner Leitung steigt Monsanto Anfang der 1940er Jahre in die Produktion des Weichmachers PCB und des Insektizides DDT ein – kriegsbedingt, im Zuge eines US-Regierungsprogramms. Später wird sich herausstellen, dass solche Monsanto-Produkte das Nervensystem angreifen, Krebs erzeugen, die Leber schädigen, unfruchtbar machen. PCB und DDT gehören zur Gruppe „Dreckigen Dutzends“. Heute sind die Stoffe alle verboten. Allerdings erst seit Februar 2004, seitdem das Stockholmer Abkommen in Kraft ist: Der internationale Umweltvertrag verbietet die Herstellung der langlebigen Umweltgifte.

Natürlich haben die Monsanto-Leute sofort nach Bekanntwerden erster Anzeichen von Gefahren für Leib und Umwelt ihre Produktion eingestellt, bei DDT schon 1962, bei PCB 1977. Das Plädoyer der Verteidigung lautet deshalb: „Unschuldig!“ Zwar ist die Welt bis heute mit dem Dreckigen Dutzend verseucht. Aber Edgar Monsanto Queeny oder seine Nachfolger konnten damals doch nicht ahnen, dass Monsanto die Welt vergiftet. Und schließlich: 180 der 1993 UNO-Mitglieder haben das Stockholmer Abkommen bislang unterzeichnet, die USA gehören aber nicht dazu.

Aktenzeichen MON 2/1965: AstroTurf und Agent Orange

Ab Mitte der 1960er Jahre kann Monsanto beides: etwas wachsen lassen, wo nichts wächst – und das Sprießen dort verhindern, wo Pflanzen stören. Im Astrodome der Stadt Houston, Texas, einer Sporthalle für mehr als 70.000 Zuschauer, will einfach kein Rasen wachsen. Für bestimmte Sportarten scheint die Halle – Beiname „Achtes Weltwunder“ – deshalb schon verloren. Da entwickelt Monsanto einen Kunstrasen, den man AstroTurf tauft.

Anderswo verdient man dagegen viel Geld mit der Vernichtung von Grün: Der Vietcong will sich im Vietnamkrieg einfach nicht geschlagen geben. Trotz massiver Überlegenheit vor allem in der Luft gelingt es der US-Armee nicht, die Nachschubrouten der Guerillabewegung zu unterbinden. Auch hier schafft Monsanto Abhilfe: Das Herbizid 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin wird als Agent Orange in die Geschichtsbücher eingehen, weil die Fässer, in denen es gelagert wird, orange angestrichen sind. Es ist in der Lage, binnen kürzester Zeit ganze Landstriche zu entlauben.

Nachfrage der Anklage: „Und Monsanto ist nicht der Gedanke gekommen, dass das, was Regenwälder tötet, auch Auswirkungen auf die Lebewesen – also auch die Menschen – auf dem Boden hatte?“

„Ob in dem Wasser, das du getrunken hast, das Zeug vom Himmel schwamm, war dir doch da draußen egal“, erzählt der US-Soldat Michael Landesman 1991 dem Spiegel. „So egal wie die Frage, ob der Vietnamese, den du umgelegt hast, wirklich ein Vietcong war.“ 200.000 Agent-Orange-Opfer sind mittlerweile bei der US-Veteranenbehörde registriert und ordnungsgemäß entschädigt. Allerdings haben das viele Veteranen nicht mehr erlebt, die juristischen Auseinandersetzungen waren zäh, ihre Krankheiten schneller. Die Anwälte von Monsanto und Co. argumentierten, der Einsatz von Agent Orange sei „unmittelbar im Weißen Haus“ beschlossen worden.

Bis zum Ende seines Einsatzes 1970 werden annähernd 76 Millionen Liter Agent Orange und verwandte Pflanzengifte versprüht. Manchmal werden dabei ganze Ladungen auf einmal abgeworfen, weshalb es bis heute in Vietnam und Laos „Hotspots“ gibt – extrem vergiftete Gegenden. Und vietnamesische Opfer haben keinen Anspruch auf Entschädigung. Das entschied ein US-Gericht 2005 zu einer Sammelklage. Es urteilte: Der Agent-Orange-Einsatz sei „keine chemische Kriegsführung“ gewesen, weshalb kein Verstoß gegen internationales Recht erkennbar sei.

Aktenzeichen MON 3/2016: Nebenwirkungen von Roundup

Mitte Oktober dieses Jahres treffen sich in Den Haag Aktivisten aus der ganzen Welt, um gegen Monsanto Anklage zu erheben. Aus Argentinien ist María Liz Robledo angereist, deren Tochter mit kaputter Luftröhre zur Welt kam und nach der Geburt fast erstickte. Bei Sabine Grataloup ist es der Sohn, der mit deformierter Luft- und Speiseröhre geboren wurde. Die Französin ist überzeugt, der Grund sei Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Roundup, das sie auf einem 700 Quadratmeter großen Landstück spritzte, als sie schwanger war. Der Wirkstoff des Roundup-Mittels: Glyphosat, mit dem Monsanto mindestens 8,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz macht, knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes.

Die Vorwürfe der Anklage wiegen schwer, die Juristin und Tribunal-Mitorganisatorin Valérie Cabanes erklärt: „Monsanto erfüllt den Tatbestand des Ökozids gleich mehrfach.“ Neben Roundup wird auch Monsantos Saatgutpolitik vor dem Tribunal verhandelt. Diese zerstört die biologische Vielfalt und treibt Bauern massenhaft in Abhängigkeit und Armut. Einmal bei Monsanto eingekauft, darf das Saatgut nämlich nicht selbst nachgezogen, sondern muss immer wieder neu beim US-Konzern bestellt werden. Als weitere Anklagepunkte werden vorgebracht: Monsantos Produkte würden die Erderwärmung anheizen, die Bodenfruchtbarkeit schädigen, Grundwasserreserven aufzehren et cetera.

„Roundup-Herbizide von Monsanto gelten als die meistverkauften Pflanzenschutzmittel weltweit“, heißt es bei Monsanto. Markenzeichen aller Roundup-Produkte sei „eine wurzeltiefe Wirkung“. Tatsächlich hat die Europäische Union Glyphosat gerade erst eine Unbedenklichkeitsgarantie ausgesprochen und seine Zulassung um 18 Monate verlängert. An das Tribunal in Den Haag schreibt Monsanto einen offenen Brief: „Wir haben versprochen, mehr zuzuhören, unsere Handlungen und deren Auswirkungen sehr sorgfältig zu prüfen und verantwortungsbewusst zu agieren.“ Eine inszenierte Auseinandersetzung mit Organisationen, die „grundsätzlich gegen die moderne Landwirtschaft sind“, lehne Monsanto aber ab.

Keine Beteiligung von Monsanto am Verfahren gegen Monsanto also. Tatsächlich ist angesichts der Zusammensetzung des Tribunals unwahrscheinlich, dass etwas anderes als ein glatter Schuldspruch am Verfahrensende herauskommen wird. Das Urteil soll in den kommenden Tagen verkündet werden.

Aktenzeichen MON 810/ 1982: die Erfindung der Gentec

Monsanto ist Vorreiter. Anfang der 1980er Jahre ruft der US-Konzern die Biotechnologie zum Zukunftsfeld aus. Mit Erfolg. 1982 sind es Monsanto-Wissenschaftler, denen erstmals die gentechnische Veränderung einer Pflanzenzelle gelingt. 1983 stellt Monsanto den weltweit ersten Patentantrag für ein gentechnisch verändertes Lebewesen. 1987 folgt der erste Feldversuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen, 1994 das erste Gentec-Produkt der Menschheit: ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Kühen.

Der Erfolg steigt dem Konzern zu Kopf: Er will der ganzen Welt seine grüne Gentechnik überhelfen, ohne genügend Risikobewertung vorzunehmen. Gentec-Produkte gelten ihm als die Lösung des Hungerproblems – zu den Bedingungen von Monsanto. Das trägt entscheidend zum Akzeptanzproblem der grünen Gentechnik bei. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagt Elvira Burster, eine Grundschullehrerin, die 2005 an die Grenze zu Polen fährt, um gentechnisch veränderten Mais aus der Erde zu reißen. Nirgendwo sonst in Deutschland wird in den nuller Jahren so viel Genmais angebaut wie in Ostbrandenburg – die Betreiber sind Monsanto-Leute. Die Grundschullehrerin Burster sagt: „Zehn Gentechnikbefürworter sind für 85 Prozent der Gen-Äcker verantwortlich. 80 Millionen Deutsche wollen das Zeug aber nicht.“

Zwar versucht Monsanto die Stimmung zu ändern. Der Konzern gibt immense Summen für Lobbying aus. US-Senatoren werden genauso bezahlt wie Gutachter. Monsanto soll sogar aktiv die Gründung von „Bürgerinitiativen“ für Grüne Gentechnik vorangetrieben haben, weshalb es jetzt den Begriff des „Astroturfing“ im Polit-PR-Vokabular gibt: Es ist eben keine Graswurzelbewegung der Bürger von unten, sondern Großkonzern-PR-Wuchs von oben, Kunstrasen made by Monsanto.

Trotzdem, es bleibt dabei: Innerhalb der EU ist gentechnisch verändertes Leben verboten. Es gibt lediglich zwei Ausnahmen unter strengen Auflagen: Neben dem Mais MON 810 ist es die Kartoffel Amflora, die zur Herstellung von Stärke für die Papier- und Klebstoffindustrie angebaut wird.

Aktenzeichen MON 3.0/2020 ff.: Bayer und CRISPR

Monsanto wird jetzt deutsch. Bayer hat 59 Milliarden Euro geboten, die höchste Summe, die je ein deutscher Konzern zur Übernahme eines Konkurrenten ausgelobt hat. Und die Nachfahren von Olga Mendez Monsanto haben akzeptiert: Alle genannten Aktenzeichen sollen deutsche Angelegenheit werden. Sowie alle in diesem Dossier ungenannten Aktenzeichen. Etwa der Skandal um die gentechnisch veränderte Baumwollsorte Bollgard in Indonesien, Monsanto hatte offenbar mehr als 100 Beamte bestochen, damit die Umweltverträglichkeitsprüfung positiv ausfiel. Oder der Skandal um das Herbizid Lasso: Nachweislich wusste Monsanto seit 1985, dass es gesundheitsschädlich ist, und hat es trotzdem etwa in Frankreich erst 2007 vom Markt genommen.

„Monsanto hat vor allem in Deutschland ein schlechtes Image“, gibt Bayer-Manager Liam Condon zu, Leiter der Agrarsparte Crop Science. In einem Interview mit der taz betonte er aber: „Agent Orange und PCB sind ältere Themen aus der Vergangenheit von Monsanto als Chemiekonzern. Heute ist Monsanto ein innovatives Biotechunternehmen mit dem absoluten Schwerpunkt auf Saatgut.“

Die 59 Milliarden Euro könnten trotz der Negativ-PR gut angelegtes Geld sein. Zumindest, wenn es stimmt, dass CRISPR/Cas9 die Zukunft der Menschheit ist. Bei dieser neuen Gentechnikmethode wird das Erbgut von einem Protein zerschnitten. Im Anschluss bauen zelleigene Reparatursysteme die DNA wieder zusammen – nach Vorlage der Wissenschaft. Auf diese Art können Bauteile nach Wunsch abgeschaltet, umfunktioniert, neu geschaffen werden. Bayer hat die Entwicklung jahrelang vernachlässigt. Condon sagt: „Wir sehen CRISPR/Cas-Pflanzen nicht als gentechnisch veränderte Organismen, wenn dadurch keine fremden Gene eingebracht werden.“

Eine neue Gentechnik, die gar keine ist? Der Durchbruch im Kampf gegen Pflanzenschädlinge, Hunger, Klimawandel? Kritiker verweisen darauf, dass die Risiken von CRISPR überhaupt nicht erforscht sind. Oder anders formuliert: Hier entsteht ein neues Aktenzeichen von Monsanto. Nur dass es nicht mehr unter „Monsanto“ läuft – sondern jetzt unter „Bayer“.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 49/16.

Kommentare (10)

iDog 04.01.2017 | 20:54

Hätte bei der Nummer nicht auch noch der Erwähnung wert sein können, dass BlackRock sowohl bei Bayer als auch bei Monsanto der bedeutenste Anteilseigner ist und daher die "Paarung" vorantreibt, denn nach der Fusion kann natürlich lukrativ Rationalisiert werden und der Profit steigt erst einmal weiter. Zumindest solange BlackRock sich im eigenen Interesse kümmert .....

Ich denke diese Entwicklung , nämlich dass von den paar ganz großen Playern, die an allem was Profit abwirft sowieso schon beteiligt sind - auch an den Banken , denn sie selber sind keine, letztendlich alles gekauft und immer weiter zusammengefasst wird zu einer quasi zentralistischen Ökonomie - das ist der Deal, ist viel interessanter als die moralische Behandlung der Details des Deals. Dass Bayer längst keine "deutsche" Firma mehr ist versteht sich von selbst.

Columbus 07.01.2017 | 15:05

Das ist ein sehr guter Überblick zu den Problemen, die ein Weltkonzern allein mit seiner Marktmacht und Durchdringungsfähigkeit erzeugt.

Die Kritik gegen das schon lange gängige Paradeprodukt Glyphosat (Roundup(R)), hat es schwer und wird mit allen Methoden, einschließlich juristischen, die immer am wirksamsten sind, unterdrückt und beiseite geschoben.

Behörden aller Ebenen arbeiten mit. Deren Beamte entwickeln zwar oft "Bauchschmerzen", aber eben auch Furcht, vor der unheiligen Allianz aus Lobbyisten, Lobby-Politikern eines breiten und internationalen Parteienspektrums und den sehr aktiven Firmenanwälten, mitsamt den eingeschalteten Law firms.

Die Bearbeitung der Entscheider läuft auf allen Ebenen, vom Bauern, bis zur EU und dem US- Kongress und auch die Medien werden bedient.

Der Bayer Konzern, Sparte Agrochemie ( Bayer CropScience AG) stellt, lange im Schatten des Konkurrenten, sein Glufosinat (Basta(R) und Liberty (R)/Liberty- Link (R), als Anbausystem mit resistenten Pflanzen) her, das mit dem gleichen Wirkprinzip, -bis in die Wurzeln-, arbeitet und die gleichen unerwünschten Begleitwirkungen bezüglich Gesundheit, Bioverträglichkeit und Abhängigkeit der Bauern von einem Anbausystem, das immer wieder neu erworben werden muss, mit sich bringt. Dieses Totalherbizid ist die Nummer Zwei am Weltmarkt.

Was die Umsätze angeht, liegen aber Syngenta und Bayer CropScience, BASF Crop Protection, sowie Dow Agricultural Science, wohl noch vor Monsanto.

Sehr verdienstvoll, Herr Reimer, dass sie zum Ende ihres Artikels auf das neueste "Aktenzeichen", die Arbeit mit CRISPR/Cas9, eingehen. Auch hier wird erreicht, dass Bauern auf den regelmäßigen Kauf der patentierten Saaten angewiesen sein werden. Optimierte Saatsorten werden damit zu einer ewigen Einnahme, die dazu nocheinmal günstiger zu produzieren ist, hat man erst einmal eine Zuchtlinie etabliert.

Wie sie völlig richtig schreiben, steht derzeit eine abschließende rechtliche Bewertung bei der EU noch aus, ob die, mit diesem DNA und RNA- Zuschneide- Verfahren erzeugten, Saatprodukte als gentechnische Schöpfungen gelten oder nur als Modifikationen "natürlicher" Zuchtarten anzusehen sind. Letzteres würde den gesamten EU- Markt für GM - öffnen.

Nur weiter

Christoph Leusch

na64 08.01.2017 | 09:42

Dieses Thema Essen, Umwelt und wie sich Leben entwickelt scheint niemanden mehr zu Interessieren.
Nun gut, hier meine Gedanken:
Die besten Inspirationen sind erzeugter Schwindel, Fake News, die als selbst erfüllende Prophezeiung ihr wirken verbreiten. Bayer und Monsanto sollen die Zukunft der Menschheit sein!?.
Das Leben ist ein entstehender, ein werdender Stern und wir reiten darin in den Wogen der stetigen Veränderungen, die uns zu Inspirationen bewegen. Doch jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo uns Firmen vorschreiben wie geistiges kreatives entfalten gehen soll. Laut Gesetzgebung darf dann keiner mehr als Mensch selbstständig Denken und diese Handlungsweisen dieser Firmen kritisch zu Hinterfragen und ablehnen. man muss ja schon soweit im Denken gehen und sich Fragen: Was soll aus der Erde werden!?.
Eine Lebensform wie der Mensch es ist schafft natürliche Gegebenheiten ab um seiner Arbeit gerecht zu werden, die besagt: Ich nehme Euch das gewohnte einfach weg und erzeuge dadurch ein Bedürfnis und mit diesem Verlust und den Drang diesen Verlust wieder mit einem neuen Angebot ausfüllen zu wollen, erarbeite ich dann Geld und Macht. So wird die Erde ein Todesstern durch ein paar kleine Darth Vaders und am End müssen die auch sterben, da Sie nicht mal mehr Sauerstoff unter Ihrer Maske erzeugen können.
Aber halt, die Inspiration geht ja dann soweit, dass wir die Lunge mechanisch ersetzen und CRISP/Cas9 wird das schon ermöglichen. Und wieder stellt sich eine Frage: Was wird mit unserem Gehirn!?. Ohne Sauerstoff kein Denken, keine Inspiration, keine Kritik, keine Ideen, kein Leben für uns wie wir es kennen, nur eine Mutation in ein Zombiedasein. Dann machen wir doch gleich den Schritt für die Menschheit und lassen den Sauerstoff einfach weg und ersetzen Ihn durch Schwefel. Ein zurück zur Ursuppe, darin können auch Pflanzen überleben. Ein zurück zur Vergangenheit ist ja unser aller innerster Wunsch, wenn man Politik verfolgt.

Ganz schön krank der "Mensch" und der Begriff Mensch passt hierzu zu diesem Verhalten, auch gar nicht mehr.

Verwendungszweck 08.01.2017 | 11:32

Laut Wikipedia wurde auch die EU-Zulassung für Amflora 2013 zurückgenommen:

"Im Dezember 2013 entschied der Europäische Gerichtshof zugunsten der Kläger gegen die Zulassung und widerrief diese aufgrund von Verfahrensfehlern beim Zulassungsprozess. Die EU-Kommission habe dem zuständigen Ausschuss der EU-Staaten damals keine Gelegenheit gegeben, zum überarbeiteten Gutachten der EFSA Stellung zu nehmen, so die Richter des EuG."

Zu CRISPR/Cas9:

Je nach konkreter Anwendung der Methode handelt ist es da tatsächlich nicht mehr um transgene Pflanzen. In Sachen Gentechnik bisher eines meiner Hauptargumente.

Eine weitere (in den USA) berühmte Kartoffel ist die Fortuna-Kartoffel. Die bekam Gene einer Wildkartoffel, die gegen bestimmte Krankheiten immun ist.

Da noch Argumente zu finden, ist schon schwerer. Hier handelt es sich um eine Art von Züchtung, die der Mensch früher eben nicht zur Verfügung hatte. Wenn da auch Patente gelten sollten, ist das natürlich weiterhin ein sehr starkes Gegenargument.

Bananen:

Weltweit hat sich die Cavendish-Banane durchgesetzt, weil sie zwar schlechter schmeckt als die zuvor sehr verbreitete Gros Michel, aber robuster gegen Pilze ist. Seit einigen Jahren verbreitet sich ein neuer Pilz, Tropical Race 4 (TR4), der nun wiederum die Cavendish-Großplantagen nieder kämpft.

Auch bei der Banane gilt, dass der Mensch nicht einfach resistente Sorten erfinden kann, sondern so lange testen, suchen, kreuzen, testen muss, bis er wieder eine resistente Sorte hat. Zu solchen Meisterleistungen ist nur die Natur selbst fähig. Der Mensch kann allenfalls Hilfsdienste bei der Evolution leisten.

So lange die Forscher diese Demut leben, kann ich Züchtung akzeptieren. Nur leider neigen Genetiker dazu, sich als die Herrscher der Schöpfung aufzuspielen. Wie die Bemühungen um die Bananen (und viele andere Zuchtpflanzen) zeigen, sind sie das aber nicht. Stets verpflanzen sie nur Gene von einem Lebewesen in ein anderes. Einmal über Artgrenzen hinweg, das andere Mal innerhalb der Art. Innerhalb der Art arbeitet auch die Züchtung, die der Mensch seit vielen Jahrtausenden in der Landwirtschaft praktiziert.

na64 09.01.2017 | 10:10

Es fehlt ein Bilck auf unseren Kaffee. Mir geht es hier nicht um Werbung für Fair Trade. Es geht um das ausgrenzen der Methoden wie es Bayer und Monsanto praktizieren und der Blick auf den Kaffeeanbau zeigt das Firmenpolitische Interessen wie bei Bayer und Monsanto nicht die Zukunft sein werden.

Kaffee ~ www.Fairtrade-Deutschland.de ~ zeitung Klima~

Doch was soll man noch sagen zu unserer Kultur mit einem Becher als heiligen Gral für ein Verhalten von Kaffee to Go, von Flugreisen für unsere Freizeit, von Abgasen die uns im Denken beflügeln, welches den verhängnisvollen Kreislauf von kein Ozon, kein Sauerstoff, kein Wasserdampf, keine Bakterien (Bakterien sind wichtig für unser überleben) in der Stratosphäre zu verdanken ist und zu immer höheren Temperaturen führt. Hautkrebs wird Volkskrankheit Nummer 1 und wir dürfen uns vor der Sonne verstecken, da Sie alles niederbrennt. Nur interessiert das keinen, da man es nicht spürt, sieht und riecht und die Supermärkte einfach voll sind mit Waren.

Che Nie 09.01.2017 | 15:51

Vielen Dank für diesen tief informativen Artikel!

Die Schuld- oder Verantungsfrage ist offensichtlich hochpolitisch, besonders weil all das eben bezeichnenderweise besonders prächtig in einem Nährboden eines rücksichtslos wirtschaftsliberalen und zugleich hochkorrupten, man könnte auch sagen hochgiftigen, Politik- und Wirtschaftsentwurfs, wie z.B. in den USA, blüht. In gewissem Sinne ist es quasi wie „Roundup“ als Gesellschaftsentwurf.

Der Einsatz von Agent-Orange im Vietnamkrieg war „keine chemische Kriegsführung“? Juristische Haarspaltereien im Dienste der heimischen Wirtschaft. Vordergründig blenden die ökonomischen Rekorde und in deren Hintergrund wird das Heer der politisch und juristisch ausgetrickten Opfern, damit auch noch verhöhnt.

All dem gegenüber kann man ein Zitat von Martin Luther King plazieren:

„True peace is not merely the absence of tension: it is the presence of justice.“ Für alle jene, die obwohl sie dutzende ähnlicher Skandale kennen, einfach nicht verstehen warum unser „westliches System“, wir und unsere amerikanischen Freunde, in vielen Teilen der Welt so verhasst sind.

na64 09.01.2017 | 17:13

Das kenne ich auch und ich bin sogar froh darum, dass ich das als Kind kennen gelernt habe. Ich habe das nur so geschrieben, weil der Verbraucher Mitschuld an dem Ganzen trägt. Und Kaffee in Kapseln ist eigentlich noch schlimmer und ziehlt auch auf unseren glorifizierten Wohlstand ab, den wir hierbei selbst gefährden. Es entwickelt sich eine Linie, von uns aus betrachtet, unterhalb der Äquators in der es immer wärmer und wärmer wird und immer weniger Regen stattfindet. Wenn es regnet dann Sintflutartig. Verschlimmert sich das, wächst dort nichts mehr, was Menschen in diesen Gebieten normalerweise angebaut haben. Dann kommt dann der Kaffee to go auf ganz andere Weise zu uns. Hierfür hat dann Bayer und Monsanto auch keine Lösung parrat und dann passt das bei @CHE NIE.

gelse 11.01.2017 | 11:34

>>Man kannte den Wert und warf nichts weg.<<
Korrekterweise muss ich dazu sagen, dass der Wert der Nahrungsmittel höher war: Nach heutigen Kriterien war fast alles "bio". Zum Beispiel Weidemilch/Heumilch. Beim Obst gab es das wurmstichige "Fallobst", aus dem Schnaps gemacht wurde. Die Hühner liefen auf dem Hof herum und wurden zusätzlich zu dem was sie fanden, mit Körnern gefüttert die nicht glyphosatverseucht waren. usw.