schna´sel

Flüchte nichtin ein Land,in dem der GeizhalsSchätze hortet
schna´sel
RE: das rabentagebuch (4 und 5) | 05.03.2017 | 12:17

Hallo Helder,

oh, surprise... nett von Dir! Hatte ich jetzt nicht mit gerechnet. Ich schicke Dir eine Mail.

LG schna`sel

RE: Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen? | 27.09.2016 | 15:17

»Wir wollen von Ihnen wissen, ob Hillary Clinton die Wahl gegen Donald Trump gewinnen wird«

"Jacke wie Hose" Ich glaube zwar, dass Clinton gewinnt, auch weil die versammelten, befreiten Bionade Reservate mit all ihrer Meinungsmacht dazu beitragen, dass dieses Ergebnis dabei heraus kommt, auch weil sich dieser Kauz im Gegensatz zu dem Polit Profi, den Clinton darstellt selber das Wasser abgräbt, auch weil das richtig große Geld in der Welt vor der Unberechenbarkeit dieses politischen Rumpelstilzchen Angst hat. Aber für wirklich wichtig oder entscheidend halte ich das nicht.

Wichtiger finde ich, dass in den Mainstream Medien und in der öffentlichen Debatte das Interview, das Jürgen Todenhöfer vor zehn Tagen mit einem Al Qaida Kommandanten geführt hat weniger Resonanz haben wird, als als diese Inszenierung von angeblichen demokratischen Alternativen. Die in meinen Augen einen ähnlichen Stellenwert haben, wie Fußballmannschaften bei einer WM oder die Nummer eins im Medaillenspiegel. Was wir hier erleben ist eine Scripted Reality Show. Dass der Ausgang der Wahl - anders als in Russland zum Beispiel - noch ungewiss ist, gehört zur Dramaturgie der Inszenierung. Diese Tatsache wird dadurch nivelliert, dass keiner der Kanditdaten die Chance oder den Willen hätte, politisch etwas zu tun, oder zu verändern, das der Gegenkandidat grundsätzlich anders entschieden hätte. Es ist vollkommen schnuppe, wer gewinnt, steigert aber die Spannung, der mündigen Bürger und integriert sie und ihre Agressionen in das grausame Spiel.

Wenn mir jemand den entscheidenden qualitativen Unterschied zwischen Merkel und Schröder, oder meinetwegen Gabriel und Merkel erklären könnte, dann würde sicher ich ins Nachdenken geraten. Aber so weit, dass ich denken könnte, die Wahl zwischen einer machtbesessenen Frau und einem geldgierigen Mann sei eine Alternative, für die es sich lohnt an die Art "Demokratie" oder die "Werte der freien westlichen Welt" zu glauben, für die diese Kanditaten, einschließlich der genannte deutschen Politiker stehen, wird es nicht kommen.

RE: Haltung, Witz und Glamour | 25.09.2016 | 12:53

Vielen Dank für die Erinnerung. Hätte ich nicht mitbekommen, obwohl ich hier lebe.

Köln hat schon was, und das drückt sich sicher auch durch diese Zeitung aus. Ob das überlebt? Ich weiß es nicht. Mir kommt es so vor, als ob auf der einen Seite die ganze Konkurrenz durch die Online Medien immer unattraktiver wird, weil so beliebig. Zwar schnell, aber auch eben schnell vorbei und austauschbar. Auf der anderen Seite hat das wirklich was Nostalgisches und das hat der Autor schon sehr gut getroffen.

Mich erinnerte der Beitrag zum Vereinsjubiläum spontan an den Song von Reinhard May: "Komm gieß mein Glas noch einmal ein"

Vielleicht ist es ja einfach eine Frage des Durchhaltens. Die speziellen Informationen über alternative lokale Kultur findet man sicher nirgendwo so konzentriert - das Internet ist da oft eher wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wie dem auch sei: Herzlichen Glückwunsch, auch von meiner Seite!

RE: Selbsternannte Intellektuelle | 24.09.2016 | 19:21

Ich will die Welt nicht retten. Und das muss ich auch gar nicht, weil es gar nichts gibt was untergehen könnte, - außer unseren Vorstellungen davon was ist. Ich hoffe lediglich, dass ich einen Weg gehe, auf dem ich dem, was menschliche Hybris anzurichten in der Lage ist ein wenig die Kraft nehmen kann, mit der sie mich persönlich (und vielleicht auch andere) trifft. Das wäre schon alles. Aber in dem Zusammenhang war es mir wichtig, auf die Bedeutung und damit den Eigenanteil hinzuweisen, mit dem die Politik seit Jahrzehnten für das verantwortlich zeichnet, was sich hier an aktuellen Zuständen etabliert hat.

RE: Selbsternannte Intellektuelle | 24.09.2016 | 18:20

»wer ein klitzekleines bisschen besser mit krisenhaften Veränderungen fertig wird, hat im statistischen Mittel eine klitzeklein bisschen höhere Chance, sein Erbgut weitergeben zu können, was langfristig zum klitzekleinen stabilen Modifikationen des Gesamterbguts führt.«

Ja, mir ist der Mechanismus bewusst. Aber noch bewusster ist mir die Ausschließlichkeit mit der dieser als einzig relevantes Muster für die Entwicklung der Arten behauptet wird. Biologisch und sozial. Das halte ich für einen Ausdruck der Sackgasse, in der die Ratio steckt. Nicht dass ich diese Muster für grundsätzlich falsch hielte. Ich bin ja nicht blöd, oder ein Kreationist oder so etwas. Als Theorie ist das vermutlich genau so ein Spezialfall, wie es die frühe Physik war, wenn man sie mit den erweiterten Modellen vergleicht, über die wir heute verfügen. Und genau aus dem Grund habe ich auf die ganz anderen Strategien hingewiesen, mit denen fremdes, virales Erbgut in unserem Genom dafür sorgt, dass wir in der Lage sind, unsere Erbinformation an nachfolgende Generationen weitergeben zu können. Und sich dabei gleichzeitig selbst reproduziert. Ich finde das spannender, als den, wie meine, stereotypen Ritt auf der klassischen Evolutionstheorie. Und im Zusammenhang mit dem eigentlich diskutierten Thema - dem Eigenanteil der Politik am Status Quo destruktiver Angriffe auf unser System - als Idee fruchtbarer, als das starre Beharren darauf, dass all diese Phänomene "extern" seien und mit der eigenen "sozialen Erbsubstanz" nicht zu tun hätten.

Natürlich müssen wir uns auf unsere Intelligenz verlassen. Aber auf welche Form von Intelligenz? Die rein rationale, analytische Intelligenz mit Absolutheitsanspruch hat zu Spieltheorie und Sozialdarwinismus geführt. Ihre Skepsis teile ich und behaupte: Wenn wir der Intelligenz keine anderen Räume zubilligen, wenn wir die Intelligenz, die z. B. hinter der Symbiose mit viraler DNA steckt, nicht in ihrer wahren Bedeutung sehen und lernen diese einzuordnen, werden wir scheitern. Und das ist nur ein Beispiel: Unser Genom besteht zu mindestens 8% aus fremder DNA. Es ist mittlerweile klar, dass unser Mikrobiom, der Anteil an Bakterien, die sich ständig in unserem Körper aufhalten, deren wir bedürfen um überhaupt leben zu können, rein mengenmäßig mehr Zellen umfasst, als wir an eigener Erbsubstanz mitbringen. Der Anteil der Fremden in unseren Körpern lässt sich in Kilogramm messen. Und dennoch tut "die Evolutionstheorie" so, als ob es sich bei den Phänomenen, die sie erklärt, um autarke Organismen handelte, die, unabhängig von all ihren Mitbewohnern, Asylanten und internen Fremdeinflüssen Strategien entwickeln würden, um ihr Erbgut weiter zu geben. Die Grenzen, die wir in unseren Theorien ziehen, zwischen dem, was wir für wahr halten dürfen und was angeblich unhaltbar ist berücksichtigen nicht, dass es diese Art Grenzen im wirklichen Leben häufig genung gar nicht gibt. Diese Grenzen finden sich dann in Zäunen wieder, die wir um unsere Territorien ziehen müssen, um uns als indentisch wahrnehmen zu können: Die Identitäten, die Identitäre erzeugen. Man weiß inzwischen, dass unsere Darmflora nicht nur für Phänomene wie Depressionen, oder im Gegenteil seelisch gesunde Emotionalität verantwortlich ist, sondern vermutlich die grundsätzliche Art und Weise beeinflusst, in der wir denken und wahrnehmen können.

Der Mensch: 30 Billionen Zellen und 39 Billionen Bakterien

Das Gewimmel im Körper

Das Mikrobiom als "erweitertes Selbst" des Menschen

Vereinfachungen, die von der Feindseligkeit kleiner sozialer Gemeinschaften über "die Evolution" auf generelle soziale Prinzipien schließen wollen sind mir persönlich einfach zu platt. Wem das reicht – bitte sehr. Meine Anschauung mag für einen öffentlichen Diskurs zu komplex sein; ich möchte mir deswegen aber nicht auch selber den Weg versperren, kreativ zu denken im Sinne meiner persönlichen Auffassung davon, was Evolution bedeuten könnte.

Und nein: Da ist niemand und nichts, das »über die Macht verfügte, uns unseren Willen abzusprechen, oder wenigstens zu verfügen, was wir zu wollen hätten« Wir sind diese Macht. Und genau so, wie man es bei jedem Organismus beobachten kann, dessen Immunsystem sich auch gegen sich selber richtet, der soziale und psychische Pathologien entwickelt, die man bei näherer Betrachtung als einen Heilungsversuch verstehen kann, der das System, das er retten will unter Umständen auch zertört, genau so konfrontiert uns "die Evolution" unserer sozialen und ökologischen Umwelt mit den verdrängten Inhalten, die sie als hartnäckige "irrationale" Symptome und Phänomene immer und immer wieder über uns kommen lässt. So lange, bis wir die Ursachen verändert haben, die eben auch in uns selber liegen.

Das nenne ich "klar sehen". Und es ist in der Form nichts, worauf sich die Politik oder die Öffentlichkeit einlassen will, - oder kann meinetwegen. Das - unter anderem - nenne ich "Eigenanteil".

RE: Atommüll vor Europas Küsten | 24.09.2016 | 14:00

Natürlich ist es das Militär. Ohne den Wunsch, Plutonium für die Atombombenproduktion zu erzeugen, wäre vermutlich für die zivile Nutzung der Atomkraft ein ganz anderer Kraftwerkstyp realisiert worden: Der Thorium-Flüssigsalzreaktor. Das wurde sehr deutlich in dem ersten Beitrag des ARTE Themenabends gezeigt.

Thorium - Atomkraft ohne Risiko?

»Thorium-Flüssigsalzreaktor: Nie gehört? Kein Wunder, seit 70 Jahren wird die Technologie von der Nuklearindustrie totgeschwiegen. Dabei könnte Thorium - kein Atommüll, kaum Risiko - die Energieproduktion komplett revolutionieren. "Thema" fragt, warum Kernkraft aus Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war und warum es plötzlich doch der Brennstoff der Zukunft sein soll.«

Dieser Reaktortyp produziert 80% weniger Müll, die härtesten Abfallprodukte müssen im Gegensatz zu Plutonium "nur" ein paar hundert und nicht zehntaussende von Jahren überwacht werden und weil nicht mit Überdruck und Hochtemperatur gearbeitet wird kann, auch nichts explodieren. Kernschmelze wie in Tschernobyl oder Fukushima kann praktisch nicht passieren. Deas flüssige Salz kann bei einem Störfall in "einfach" (so sah es wirklich aus) in einen Sicherheitsbehälter abgelassen werden, und erstarrt.

Diese Reaktoren sind als Prototypen sowohl in den USA, als auch in China gelaufen und haben Energie erzeugt. Sie waren zunächst lange auf der Agenda, weil sie in Flugzeugen eingesetzt werden sollten, was aber durch di Entwicklung der Raketentechnologie dann obsolet wurde. Die Entwicklung der Flüssigsalzreaktoren wurde dann ganz eingestellt, weil bei diesem Reaktortyp kein Plutonium zu erzeugt wird, was das Hauptanliegen der Militärs war. Harrsiburg, Tschernobyl, Fukushima, das alles hätte es nicht gegeben. Und der Atom-Müll wäre zwar immer noch ein Problem, aber nicht in der Größenordnung, wie wir es heute haben.

Ich hatte darauf verzichtet, das auch noch in das Blog zu packen, weil ich mich auf die Probleme in den Meeren konzentrieren wollte. Aber es lohnt sich wirklich, sich den ARTE Beitrag einmal anzuschauen.

RE: Selbsternannte Intellektuelle | 24.09.2016 | 13:37

Und durch die enorme Potenz der technischen Möglichkeiten, die Zerstörung der Zivilisation beabsichtigt oder unbeabsichtigt auszulösen, denke ich, dass sich die aktuelle Sackgasse von allen anderen unterscheidet, in denen sich die Evolution der Menschheit bisher befunden hat.

Der Satz ist unverständlich. Zu schnell abgeschickt... So ist es besser:

Und weil die enorme Potenz der technischen Möglichkeiten die Wahrscheinlichkeit, die Zerstörung der Zivilisation beabsichtigt oder unbeabsichtigt auszulösen mit sich bringt, denke ich, dass sich die aktuelle Sackgasse von allen anderen unterscheidet, in denen sich die Evolution der Menschheit bisher befunden hat.

RE: Selbsternannte Intellektuelle | 24.09.2016 | 13:30

»Fremdenfeindlichkeit ist offenbar völlig normal und überlebensförderlich für kleine Gruppen in relativer Isolation voneinander.«

Dass sich in den nächsten Jahrzehnten politisch oder evolutionär etwas ändern wird, glaube ich auch nicht. Aber dass die Evolution der Menschheit in einer Sackgasse gelandet ist wird ja wohl auch kaum jemand ernsthaft bestreiten. Und durch die enorme Potenz der technischen Möglichkeiten, die Zerstörung der Zivilisation beabsichtigt oder unbeabsichtigt auszulösen, denke ich, dass sich die aktuelle Sackgasse von allen anderen unterscheidet, in denen sich die Evolution der Menschheit bisher befunden hat. Ich glaube daher, dass sich schon jetzt - für uns vermutlich nicht wirklich erkennbar - auch "Lösungen" vorbereiten, die den Planeten als Ganzes aus dieser Sackgasse führen werden. Was vielleicht sogar das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen bedeuten mag. Wer weiß das schon? Stillstand ist jedenfalls im Gegensatz zu dem, was uns Politik und Wirtschaft vorexerzieren kein Zustand, in dem Evolution verharrt. Und da es bislang so aussieht, als ob die Tendenz trotz aller Brüche und Katastrophen dahin geht, dass sich immer komplexere Strukturen gebildet haben, mit immer höheren Funktionen, denke ich, dass alle Analysen, so richtig sie auch mit Blick auf die erfolgte Evolution sein mögen, nicht viel darüber aussagen können, wie diese komplexeren Muster aussehen könnten, - wenn sie sie bilden, wovon ich aber ausgehe.

Zunächst scheint das so zu sein mit der Fremdenfeindlichkeit in kleineren und größeren sozialen Gruppen. Aber was ist eine kleine und was eine große Gruppe in dem Zusammenhang? "Die Evolution" hat einzelne Zellen zu Kolonien zusammengefasst und mit einer Hülle umgeben, in denen sich zunächst völlig gleichartige Zellen langsam spezialisiert haben um so einen Vorteil im "Spiel" des gegenseitigen fressen und gefressen werden zu erreichen. Diese Zellverbände haben sich dann immer mehr differenziert, bis aus den eher lockeren Kolonien Vielzeller, Pflanzen, Tiere und schließlich Menschen geworden sind. Wenn man das so liest, könnte man abstrahieren, dass es für den Überlebensvorteil der Kolonie ausschließlich darum ging und deshalb auch für und, die Makrokolonien der Zellverbände und deren kulturelle Organisation geht, alles was fremd ist entweder zu verdauen oder abzuwehren.

Was ich erstaunlich finde sind Meldungen darüber, dass unser Genom zu ca. 8% aus retroviraler DNA besteht, die sich dort nicht nur festgebissen hat, sondern - obwohl immer noch als fremde DNA eindeutig erkennbar - zum Teil lebenswichtige Funktionen übernommen hat. Fremdkörper, virale Flüchtlinge, jobmäßig bestens integriert, ohne die unsere Fortpflanzung nicht mehr funktionieren würde.

»Retrovirale Oberflächenproteine, deren Gene vor mehreren Millionen Jahren durch Infektionen übertragen wurden, sind essentiell für den funktionsfähigen Stoffaustausch über die Plazenta zwischen Mutter und Fötus. Diese Art der Genübertragung gleicht den heute verwendeten viralen Vektoren die für potentielle Gentherapieanwendungen entwickelt werden.«
(Säugetiere entstanden durch Gentherapie)

Man muss sich das mal vorstellen: Unser hochspezialisiertes System hat diese DNA nicht unschädlich gemacht, sondern mit Aufgaben betreut, die für das Überleben der Art unerlässlich sind. Sicher ist der Zellverbund, aus dem wir bestehen weder mit einer kleinen, noch einer großen Kultur oder sozialen Gemeinschaft vergleichbar, die wir auf der Makroebene "Mensch" bilden. Insofern ist das aber vielleicht mit der Physik kleinster Einheiten vergleichbar, deren Eigenschaften unserer sinnlichen Erfahrung ja auch teilweise widersprechen. Und die dennoch mindestens ebenso fundamental sind wie die Makroebene. Was ist dort, wo diese fremde DNA für die Art arbeitet, Instinkt? In diesem Pferch aus Haut und Knochen? Und warum sollten sich durch diese Evolution, die dem Tier, das wir sein wollen, ja auch komplexere Funktionen vererbt hat, als den Tieren, von denen es abstammt nicht fundamentale Eigenschaften der DNA auch auf der Ebene unserer Makroexistenz äußern können? Ganz anders als das bislang an- und wahrgenommen wurde?

Sicher kann man jetzt einwenden: "Die Analogie hinkt. Viren sind keine Lebewesen. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht selbständig fortpflanzen." (Zum Beispiel)

Mir geht es darum, dass Begriffe wie "Evolution" oder "Kultur" auch nur Vorstellungen sind. Abstraktionen, die zu Ergebnissen führen, mit denen wir leben können. Die das Leben an und für sich, mit all seiner "Unschärfe" (auch so ein Joker) weder ersetzen noch den Weg, den dieses aus sich heraus nimmt, und in Zukunft finden mag, erklären kann.

Und wenn die Analyse "der Evolution" dafür herhalten soll, um das Verhalten von Lebewesen, speziell das der Menschen und ihrer Kultur im Gegensatz zu den Instinkten vorauszusagen eherne Gesetzmäßigkeiten ist das in meinen Augen spekulatives Denken. Aber - und das ist der Unterschied zu der spekulativen Ebene meiner Analogie - nicht im Sinne potenziell erweiterter Möglichkeiten einer nach oben hin offenen Evolution, sondern mit der einer Funktion: angestammtes Verhalten als statistische Wahrscheinlichkeit intellektuell legitimieren zu wollen. Ohne dass ich Ihnen das jetzt als persönliche Absicht unterstellen möchte.

RE: Atommüll vor Europas Küsten | 24.09.2016 | 12:34

»Die Vorbehalte, die ich hier hören mußte, zeugen natürlich von wenig Bereitschft, sich mit dem Thema einmal richtig zu beschäftigen.«

Auch auf den Verdacht hin, nur "rechthaberisch werden" zu wollen, und so Ihre alten Erfahrungen zu bestätigen: Ich habe nicht behauptet oder behapten wollen, dass ich Konsumverzicht für eine sinnlose Gegenwehr halte. Zumindest eine Zeit lang empfiehlt sich das für jeden, der sich diesen Mühlen entziehen möchte. Ich denke aber, dass es dafür in der Bevölkerung und als Modell für den Widerstand auf breiter Ebene keine Grundlage gibt. Und das war auch die Quintessenz meiner Antwort an Sie.

"Den Reichtum eines Menschen misst man an den Dingen, die er entbehren kann, ohne seine gute Laune zu verlieren."
(Henry David Thoreau)

RE: Atommüll vor Europas Küsten | 24.09.2016 | 12:21

Hallo und vielen Dank für die Linksammlung, die ich jetzt in meinem Archiv habe.

Ja, es ist überalle so an den Küsten in Nordeuropa. Und da ich eigentlich immer ein Fan dieser Regionen war, berührt mich das sehr.

Für die Öffentlichkeit scheint das zur Zeit überhaupt kein Thema zu sein - bis auf diesen Themenabend, der das für mch wieder ins Bewusstsein gehollt hatte. Schade, weil die Küsten und Inseln an Nord und Ostsee und weiter nördlich einen ganz einzigartigen Charakter haben. Der mag vielleicht erhalten bleiben, darf aber in Zukunft vielleicht irgendwann nur noch mit Schutzmaßnahmen betreten werden. Vor Sellafield räumen die Suchmachinen jeden Tag winzige Plutoniumteilchen aus dem Sand die ja auch bei sehr niedrigen Konzentration hochgiftig sind. Die Aufmerksamkeit der menschen würde sich schlagartig steigern, wenn das wirklich dazu führen würde, dass man die Strände nicht mehr nutzen kann ohne ernsthaft gefährdet zu sein. Im Prinzip ist das ja schon so, aber die erhöhten Krebsraten werden nicht an die große Glocke gehängt, weil das natürlich auch für die Seebäder fatal wäre.