Bus126s „Enemy Kids“: Eine Graffitilegende erzählt von ihrer Westberliner Jugend
Die Graffiti-Legende Bus126 erzählt in „Enemy Kids“ keine coole Gangstergeschichte, sondern von einer Jugend im Schatten der Mauer, von Drogen, Gewalt und Alleinsein
Erhard Schütz' beste Sachbücher im Juni: Samuel Beckett, Proust, Hiroshima, Maoismus
Einmal im Monat präsentiert unser Kolumnist Prof. Erhard Schütz lesenswerte Sachbücher. Dieses Mal: Samuel Beckett über Proust, John Herseys „Hiroshima“, Julia Lovells Standardwerk. Was fehlt?
Aus dem Leben geraubt: Doris Salcedo in der Fondation Beyeler
Die kolumbianische Installationskünstlerin Doris Salcedo geht der Gewaltgeschichte der Welt nach – aktuell inmitten von blitzblank gewienertem Wohlstand in der Schweiz
Ralf Rothmanns „Theorie des Regens“: Trotzige Notizen aus 50 Jahren
Ralf Rothmann ist ein einzigartiger Schriftsteller, der in seinem Schreiben zart und eigensinnig zugleich klingt. Zu seinem 70. Geburtstag sind seine Notizen aus 50 Jahren erschienen: „Theorie des Regens“ geht immer an der Sehnsucht entlang
Antirassistischer Bestseller „Kindred“: Ein Punk auf der Plantage
Octavia Butler ist eine der Autorinnen, die das Genre des Science-Fiction geprägt haben und viel zu wenig beachtet werden. Jetzt wurde ihr antirassistischer Zeitreise-Bestseller „Kindred: Verbunden“ als Serie adaptiert. Sehenswert!
Im Reich der Panther: Teju Coles Essayband „Black Paper“
Der Kulturkritiker Teju Cole gehört zu den wichtigsten Intellektuellen Amerikas. Sein jüngster Essayband „Black Paper“ führt von berühmten Existenzen zu denen, die niemand kennt
Umwelt-Thriller „How to Blow Up a Pipeline“: Klima-Kampf als Selbstverteidigung
„How to Blow up a Pipeline“ erzählt von einer Umweltaktion, die so spektakulär in Szene gesetzt wird, als ginge es um einen Bankraub. Es ist der erste US-Film, der mit Umweltaktivist*innen uneingeschränkt sympathisiert
Theatertreffen 2023: War das jetzt ein Erfolg oder nicht?
Das Publikum kam endlich zurück, doch die Kritik ist sich weitgehend einig: Die diesjährige Ausgabe des Berliner Theatertreffens war schwach. Was heißt das für die Zukunft des Festivals – und der Kunst?
Fatonis „Wunderbare Welt“: Ein bisschen Mercedes-Stern pflücken
Der Rapper Fatoni hat mit „Wunderbare Welt“ ein beeindruckendes Album veröffentlicht, voller Wortwitz und vielfältigen Sounds. Nur eins nervt: der ständige Millennial Kitsch über die Tücken des Nicht-mehr-Jungseins
„Rezitativ“ von Toni Morrison: Brandaktuelles Verwirrspiel
Erstmals 1993 erschienen und jüngst wiederentdeckt: Toni Morrisons „Rezitativ“. Die einzige Kurzgeschichte der ersten afroamerikanischen Literaturnobelpreisträgerin ist ein geniales Verwirrspiel
„Heinrich“ von Susanne Fritz: Notizen eines Naziaufsteigers
Nach der Würdigung ihrer Mutter im vorherigen Roman, geht Susanne Fritz in „Heinrich“ den Lebensspuren ihres Vaters nach: Ein virtuos komponierter Roman, in dem die Vaterfigur repräsentativ für eine ganze Nachkriegsgeneration steht
Martin Schröder über Zufriedenheit von Frauen: Mittelmäßig unzufrieden
Martin Schröders Buch „Wann sind Frauen wirklich zufrieden?“ ist provokant und fast unterhaltsam. Was aber sucht man darin vergeblich?
Laura Poitras’ „All the Beauty and the Bloodshed“: Filmisches Porträt von Nan Goldin
Schmerzmittel mit hohem Suchtpotenzial: Was Laura Poitras’ Porträt der Fotografin Nan Goldin und ihrem Kampf gegen die Unternehmerfamilie Sackler so eindrücklich macht. Eindrücke von Jens Balkenborg
Michel Houellebecq: Ist „Einige Monate in meinem Leben“ sein Gang nach Canossa?
In seinem neuen Text „Einige Monate in meinem Leben“ rekapituliert der umstrittene Schriftsteller Michel Houellebecq die jüngsten Skandale um seine Person. Reiben sich seine Feinde voreilig die Hände?
„Für die sind wir die Russen“: Christoph Heins neuer Roman „Unterm Staub der Zeit“
Wer in der DDR-Debatte zu mehr Nüchternheit zurückkehren will, sollte Christoph Heins autobiografisches Buch „Unterm Staub der Zeit“ lesen. Erzählt wird nur vermeintlich eine unspektakuläre Schülergeschichte
„Juan Carlos“: Ist der Ruf erst ruiniert ...
Der Vierteiler „Juan Carlos I – Geld, Liebe, Verrat“ zeichnet den Niedergang eines Idols. Barbara Schweitzerhof über das Porträt eines skandalträchtigen Monarchen
Scheiß aufs Bügeln: Heide Lutoschs „Kinder haben“
Ein Jammerbuch? Nein! Heide Lutoschs Essay „Kinder haben“ ist mehr als Klage. So polemisch, pauschal dieses Buch mitunter ist, zielt es auf Erkenntnisgewinn
„Silo“: Repression auf vielen Ebenen
Momente des Lichts trotz düsterer Dystopie: Dobrila Kontić über das faszinierende Konstrukt der Sci-Fi-Serie „Silo“
Olga Tokarczuks „Empusion“: Eine feministische Variation des „Zauberberg“
In ihrem Roman „Empusion“ rückt die 61-jährige Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk den „Zauberberg“ meisterhaft in eine weiblich-feministische Perspektive
Enno Poppes „Prozession“: Was man findet, wenn man aufgibt
Enno Poppes grandioses neues Album „Prozession“ geht zurück auf das erste pandemiebedingte Lockdown-Jahr
„Goldhammer“ porträtiert rechten Influencer Marcel Goldammer: Ich sind viele
Pablo Ben Yakov und André Krummel porträtieren mit „Goldhammer“ erneut eine umstrittene Figur: Marcel Goldammer, schwuler Sexarbeiter im Ruhestand, der in Israel zum Judentum konvertiert ist und nun für die AfD in Berlin-Neukölln kandidiert
„Blue Skies“ von T.C. Boyle: Ein fast heiteres Katastrophenszenario
Der Klimawandel-Roman „Blue Skies“ von Kultautor T.C. Boyle ist trotz dystopischer Ausgangslage kein dystopisches Buch. Eine Leseempfehlung
Anders als Kritiker behaupten, spielt der Schwarzwald-Tatort auf der Höhe der Zeit
Die Pandemie und die drohende Klimakrise haben einer ganzen Generation viel Hoffnung geraubt. Der Schwarzwald-Tatort nimmt sich der Generation Z an – und überzeugt
Männer mit Fischen oder die Vermessung der Welt
Großwildjagd für Reiche, Angeln für die Mittelklasse: Der Bildband „Ein Mann, ein Fisch“ zeigt Angler, die ihren Fang präsentieren. Unser Autor fragt sich, was die Faszination solcher Bilder ausmacht